Was ist ein Halleluja-Ruf?

Halleluja: Gesang oder Schweigen?

22/09/2023

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Die Liturgie ist das Herzstück des kirchlichen Lebens, ein Ort, an dem sich Gläubige versammeln, um das Wort Gottes zu hören und die Sakramente zu empfangen. Innerhalb der Eucharistiefeier nimmt der Wortgottesdienst eine zentrale Stellung ein. Er bereitet den Gläubigen den Tisch des Wortes Gottes und öffnet die Schatzkammern der Bibel. Doch inmitten dieser reichen Verkündigung gibt es einen Moment, der sich durch seine Form und Ausdrucksweise hervorhebt: der Ruf vor dem Evangelium, das Halleluja. Es ist mehr als nur ein liturgisches Element; es ist ein Jubel, eine Akklamation, die eine ganz bestimmte, unverzichtbare Form annehmen muss. Doch was genau unterscheidet ein gesprochenes Halleluja von einem gesungenen, und welche tiefere Bedeutung verbirgt sich hinter dieser Unterscheidung?

Inhaltsverzeichnis

Die Liturgie des Wortes: Ein Fest für die Seele

Der Wortgottesdienst ist der erste Hauptteil der Eucharistiefeier und hat sich bereits in der frühen Kirche, analog zur synagogalen Praxis, als ein Dienst mit Schriftlesung und Auslegung etabliert. Er ist darauf ausgelegt, das Glaubensleben zu vertiefen und die Gläubigen durch die Heilige Schrift zu nähren. Das Zweite Vatikanische Konzil hat die Bedeutung der Heiligen Schrift in der Liturgie besonders hervorgehoben und eine umfassende Neuordnung der Schriftlesungen beschlossen, um den Gläubigen einen reicheren Zugang zu den biblischen Texten zu ermöglichen.

Was ist ein Halleluja-Ruf?
Der Halleluja-Ruf ist ein Teil des Rufes im Evangelium. Er ist dreiteilig aufgebaut: Ein kurzer, meist dem Tagesevangelium oder auch dem Graduale entnommener Vers wird in der Regel von einem Halleluja-Ruf („ Responsum “) umrahmt.

Die Leseordnung: Ein reicher Tisch des Wortes

Um diesem Ziel gerecht zu werden, wurde ein umfassender Lesezyklus geschaffen:

  • Ein dreijähriger Lesezyklus für die Sonntage (Lesejahre A, B, C).
  • Ein zweijähriger Zyklus für die Wochentage (Jahr I in ungeraden, Jahr II in geraden Jahreszahlen).

Diese Ordnung stellt sicher, dass innerhalb eines überschaubaren Zeitraums die wichtigsten Teile der Heiligen Schrift vorgetragen werden. Konkret kommen so im Rahmen der Leseordnung heute etwa 75% der Texte des Neuen Testaments und 30% der Texte des Alten Testaments innerhalb der Eucharistiefeier zum Vortrag.

Die drei Lesejahre A, B und C sind schwerpunktmäßig jeweils einem der synoptischen Evangelien zugeordnet (A: Matthäus; B: Markus; C: Lukas), vor allem an den Sonntagen im Jahreskreis. Während die erste Lesung meist dem Alten Testament entnommen und thematisch auf das Evangelium abgestimmt ist, um den inneren Bezug von Altem und Neuem Testament hervorzuheben, folgt die zweite Lesung (Epistel) einem fortlaufenden Prinzip und steht nicht immer in einem direkten thematischen Zusammenhang zu den anderen Lesungen. An Festtagen allerdings sind alle Lesungen nach thematischen Kriterien ausgewählt.

Der Ambo: Ort der Verkündigung

Die Lesungen werden grundsätzlich vom Ambo aus vorgetragen, der als eigentlicher Funktionsort während der Liturgie des Wortes das lokale Zentrum des liturgischen Geschehens darstellt. Wie der Altar im eucharistischen Teil, so steht der Ambo bei der Liturgie des Wortes als Symbol für Christus. Er ist für den Vortrag der Schriftlesungen, des Antwortpsalms sowie des Exsultet reserviert; jedoch können auch die Homilie und das Allgemeine Gebet von diesem Ort aus erfolgen.

Die Lesungen und die Antwort der Gemeinde

Die erste (und die zweite) Lesung werden durch einen eigenen Dienst, den Lektor, vorgetragen. Am Ende jeder Lesung spricht der Lektor die Akklamation: „Wort des Herrn“ (Verbum Domini), worauf die Gemeinde antwortet: „Dank sei Gott“ (Deo gratias). Diese kurze Akklamation ist die erste dialogische Antwort der Gemeinde auf das an sie ergangene Wort Gottes und ein Ausdruck des Dankes und der Annahme. Nach der Lesung wird eine kurze Zeit meditativer Stille empfohlen, in der alle das Gehörte bedenken und es in ihren Herzen nachklingen lassen können, damit jeder sich ganz vom Wort des Herrn durchdringen lasse.

Der Antwortpsalm: Vertiefung des Gehörten

Im nachfolgenden Antwortpsalm wird die Antwort auf Gottes Wort explizit, ausführlicher als in der kurzen Akklamation „Dank sei Gott“ und mit den Worten des biblischen Buchs der Psalmen vollzogen. Der Antwortpsalm soll der vorangegangenen Lesung inhaltlich korrespondieren. Ideal ist die gesungene Form, meist durch den eigenen Dienst des Kantors (psalmista seu cantor). Der Psalm ist responsorisch strukturiert: Ein kurzer und geeigneter Kehrvers wird vorgetragen und von allen wiederholt. Dann wird der Psalm abschnittsweise vorgetragen, woraufhin jeweils der Kehrvers einmal von allen wiederholt wird. Alternativ zum Antwortpsalm kann der Tradition entsprechend das jeweilige Graduale gesungen werden. Insgesamt erscheint jede Form der Rezitation des Antwortpsalms möglich, die dazu geeignet ist, die Betrachtung der Worte der Lesung zu fördern.

Der Ruf vor dem Evangelium: Höhepunkt der Verkündigung

Nach der Zweiten Lesung oder, falls nur eine Lesung vorgetragen wird, nach dem Antwortpsalm wird mit dem Ruf vor dem Evangelium der Höhepunkt (culmen) der Liturgie des Wortes, d.h. des ersten Hauptteils der Eucharistiefeier, eingeleitet. „Die Versammlung der Gläubigen empfängt und begrüßt den Herrn, der im Evangelium zu ihr sprechen wird, und bekennt singend ihren Glauben.“ Kern dieser Akklamation an Christus den Herrn ist das Halleluja.

Was bedeutet Halleluja?

Das Wort „Halleluja“ entstammt der biblisch-hebräischen Sprache und ist uns aus den Hallel-Psalmen (113-118) bekannt. Es setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen:

  • Der erste Wortbestandteil stellt morphologisch einen Imperativ Plural von halal dar, was „preisen“ oder „verherrlichen“ bedeutet.
  • Der zweite Wortbestandteil bedeutet eine Verkürzung des Gottesnamens Jahwe.

Somit ergibt sich für „Halleluja“ die tiefgehende Bedeutung: „Preist Gott“, „verherrlicht Gott“, „preist Jahwe“ oder „preist den Herrn“! Es ist ein direkter Aufruf zum Lobpreis des Allerhöchsten.

Das Halleluja in der Bibel und seine himmlische Verbindung

Im Neuen Testament findet sich ein kraftvoller Halleluja-Lobgesang im Buch der Offenbarung (Offb 19,1-7): „Danach hörte ich etwas wie den lauten Ruf einer großen Schar im Himmel: Halleluja! Das Heil und die Herrlichkeit und die Macht ist bei unserm Gott. Seine Urteile sind wahr und gerecht. [...] Noch einmal riefen sie: Halleluja! Der Rauch der Stadt steigt auf in alle Ewigkeit.“ Es ist ein Gesang des Jubels über die gerechten Urteile Gottes und die Hochzeit des Lammes.

Im Ruf des Halleluja gipfelt die irdische Feier der Liturgie des Wortes und verbindet sich abbildhaft mit dem immerwährenden Lobgesang der himmlischen Liturgie. Dies unterstreicht den anamnetisch-partizipativen Charakter liturgischen Feierns im Sinne einer vergegenwärtigenden Einbergung in Gottes Großtat der eschatologischen Vollendung; mit Christus ist auch der Mensch und die ganze Schöpfung berufen, auf ewig am Leben Gottes selbst teilzuhaben (Himmel). Gottes Großtat erscheint in der Feier der Eucharistie sakramental verdichtet, die die realsymbolische Zeichenhandlung schlechthin ist.

Gesprochen oder Gesungen? Der Kern des Halleluja-Rufs

Hier liegt der entscheidende Punkt und die Antwort auf die Kernfrage: Die Natur des Halleluja-Rufs ist untrennbar mit dem Gesang verbunden. Es ist dem Halleluja-Ruf wesentlich eigen, dass er grundsätzlich gesungen wird.

Warum Gesang unerlässlich ist

Ein nur gesprochenes Halleluja wäre ein Widerspruch im Vollzug. Der Jubel, der Lobpreis, die Freude und die Akklamation, die dieses Wort in sich trägt und ausdrückt, können nur durch den Gesang ihre volle Dimension entfalten. Der Gesang überwindet die Grenzen des bloßen Wortes und ermöglicht eine tiefere, emotionalere und gemeinschaftlichere Ausdrucksform des Glaubens und der Freude. Das Halleluja ist nicht nur ein Wort, sondern ein Ausruf der Ekstase, des Dankes und der Anbetung, der durch die Melodie und den Rhythmus des Gesangs erst wirklich lebendig wird. Es ist die musikalische Form, die dem Inhalt des Halleluja gerecht wird und die Kirche Ihren Herrn in höchstmöglicher Freude begrüßt.

Was passiert, wenn nicht gesungen werden kann?

Die Anweisung ist klar und unmissverständlich: Kann das Halleluja aus irgendwelchen Gründen nicht gesungen werden, entfällt es (Inst.Gen.63c). Es gibt keine Option, es zu sprechen. Dies unterstreicht die fundamentale Bedeutung des Gesangs für diesen liturgischen Moment. Wenn die vorgesehene Form – der Gesang – nicht möglich ist, wird der gesamte Ruf weggelassen, da eine gesprochene Version seinen Wesensgehalt verfehlen und damit seine liturgische Funktion nicht erfüllen würde.

Die praktische Umsetzung des Halleluja-Rufs

Das Halleluja wird von allen in stehender Haltung gesungen, als Zeichen der Ehrerbietung und Begrüßung des Herrn. Der Ablauf ist in der Regel wie folgt:

  1. Der Kantor (Kantoren, Schola) stimmt – gegebenenfalls nach einem festlichen Orgeleinspiel – das Halleluja an.
  2. Die ganze Gemeinde greift den Gesang auf und wiederholt ihn.
  3. Danach wird der Halleluja-Vers durch den Kantor oder die Schola vorgetragen.
  4. Schließlich wiederholt die ganze versammelte Gemeinde den Gesang des Halleluja noch einmal.

Die Ausnahme: Die österliche Bußzeit

Eine wichtige Ausnahme von der Regel des Halleluja-Rufs ist die österliche Bußzeit, also die Fastenzeit. Lediglich während dieser Zeit wird im römischen Ritus der österliche Ruf des Halleluja durch einen anderen geeigneten Lob- und Huldigungsruf an Christus ersetzt (z.B. „Lob dir, Christus, König und Erlöser“). Dies unterstreicht den Charakter der Bußzeit als eine Zeit der Besinnung und Vorbereitung, in der der freudige Jubel des Halleluja zurückgehalten wird, um am Ostermorgen umso strahlender wieder erklingen zu können.

Die Evangelienprozession und ihre Bedeutung

Während des Halleluja-Rufs zum Evangelium erfolgt die feierliche Evangelienprozession. Der Priester oder Diakon nimmt das Evangeliar – falls es auf dem Altar liegt – und trägt es, von Ministranten mit Rauchfass und Kerzen begleitet, zum Ambo. Diese Prozession ist ein sichtbares Zeichen der besonderen Verehrung für das Wort Christi, das nun in seiner höchsten Form, dem Evangelium, verkündet wird. Die Anwesenden wenden sich dem Ambo zu und erweisen dem Evangelium Christi besondere Verehrung.

Sonderfall: Die Sequenz

An einigen wenigen Tagen im Kirchenjahr, wie Ostern oder Pfingsten, besteht der Brauch, eine sogenannte Sequenz vor dem Halleluja zu singen. Die Sequenz ist eine eigenständige kirchenmusikalische und literarische Gattung, die in karolingischer Zeit aus den reichen, überströmenden Halleluja-Melismen (Melisma: melodisch reich ausgestaltete Schlusssilbe „a“ des „Halleluja“ oder des „e“ bei „Kyrie“) durch Tropierung (Unterlegung des Melismas durch eine Textsilbe pro Melodieton) hervorgegangen ist. Die fränkisch-germanische Frömmigkeit hat auf diese Weise versucht, greifbarere, gegenständlichere Ausdruckformen zu finden. Viele Sequenzen entstanden aus der Volksfrömmigkeit, doch das Konzil von Trient (1545-1563) schränkte ihren Gebrauch wegen zuweilen zweifelhaften Inhalts oder theologischer Unzulänglichkeiten erheblich ein. Das heutige Missale von 1970 sieht nur noch die Sequenzen zu Ostern (Victimae Paschali Laudes) und Pfingsten (Veni Creator Spiritus) vor und lässt fakultativ die Sequenz an Fronleichnam (Lauda Sion Salvatorem) und zum Gedächtnis der Schmerzen Mariens am 15. September (Stabat Mater) zu.

Nach dem Evangelium: Homilie, Glaubensbekenntnis und Fürbitten

Die Verkündigung des Evangeliums ist der Höhepunkt des Wortgottesdienstes, doch die Liturgie des Wortes endet hier nicht. Es folgen weitere wichtige Elemente, die eine Antwort der Gemeinde auf das gehörte Wort darstellen und die Gläubigen auf den eucharistischen Teil vorbereiten.

Die Homilie: Lebendige Auslegung

Die Homilie nimmt das Wort Gottes aus den Lesungen als primären Bezugspunkt auf und soll durch eine „lebendige Auslegung“ dessen tieferes Verständnis und Wirksamkeit unter den versammelten Gläubigen sowie deren Ergriffensein von der Heiligen Schrift fördern. So werden ausgehend von den Lesungen die Geheimnisse des Glaubens und die Zielgrößen des christlichen Lebens herausgestellt. Die Homilie ist Teil der liturgischen Feier selbst und darf an Sonntagen und gebotenen Festtagen nicht ausgelassen werden, höchstens aus einem schwerwiegenden Grund. Sie ist Aufgabe des jeweiligen Hauptzelebranten und dient der inneren Vertiefung der versammelten Gemeinschaft. Eine kurze Stille im Anschluss an die Homilie wird empfohlen.

Das Glaubensbekenntnis: Antwort im Glauben

Nach der Homilie folgt das Glaubensbekenntnis, das kultische Form des verbalen Bekenntnisses zu bestimmten zentralen Geheimnissen des Glaubens. Es wurzelt in der Feier der Taufe, bei der sich die Katechumenen an Christus als ihren Herrn gebunden haben. Infolge theologischer Auseinandersetzungen seit dem 4. Jahrhundert gewannen feste Bekenntnisformeln über die Feier der Taufe hinaus an Bedeutung für das kirchliche Leben, um die eigene Zugehörigkeit zur kirchlichen Glaubensgemeinschaft insbesondere in Abgrenzung gegen vorherrschende Irrlehren offenkundig zu machen. Heute wird an Sonntagen und Hochfesten das nizäno-konstantinopolitanische oder das altkirchliche Apostolische Glaubensbekenntnis gesprochen oder gesungen. In liturgisch-systematischer Perspektive markiert der Akt des Glaubensbekenntnisses die Antwort im Glauben der feiernden Versammlung auf das an sie ergangene Wort Gottes.

Das Allgemeine Gebet: Fürbitte für die Welt

Den Abschluss des Wortgottesdienstes bildet das Allgemeine Gebet, auch Fürbitten genannt. Hier ergeht die Antwort der Versammlung, die das an sie ergangene Wort im Glauben angenommen hat, an Gott im Modus der Fürbitte „für die heilige Kirche, für die Regierenden, für jene, die von mancherlei Not bedrückt sind, und für alle Menschen und das Heil der ganzen Welt“. Die feiernde Gemeinde steht stellvertretend für die ganze Kirche und für die ganze Welt vor Gott und nimmt so alle Anliegen mit sich hinein in den liturgischen Modus der Teilhabe an Gottes Großtat. Die festgelegte Reihenfolge der Fürbitten umfasst:

  1. für die Anliegen der Kirche,
  2. für die Regierenden und für das Heil der ganzen Welt,
  3. für die von jedweder Schwierigkeit Bedrückten,
  4. für die örtliche Gemeinschaft.

Das Allgemeine Gebet ist stets „fürbittend“, d.h. intentional nicht auf die eigene conditio, sondern proexistent auf die Heiligung der Anderen und die Anliegen der Kirche und der ganzen Welt ausgerichtet. Die Partizipation der ganzen Versammlung kann durch eine gemeinsame Anrufung (gesungener oder gesprochener Fürbittruf) oder durch Gebetsstille zwischen dem Vortrag der einzelnen Anliegen erfolgen.

Häufig gestellte Fragen zum Halleluja-Ruf

1. Warum wird das Halleluja in der Fastenzeit nicht gesungen?

Die Fastenzeit, auch österliche Bußzeit genannt, ist eine Zeit der Buße, Besinnung und Vorbereitung auf das Osterfest. Der freudige und jubelnde Charakter des Halleluja würde nicht zum bußfertigen Geist dieser Zeit passen. Es wird bewusst zurückgehalten, um am Ostermorgen, mit der Feier der Auferstehung Christi, umso triumphierender und freudiger wieder erklingen zu können. Es ist eine liturgische Praxis, die die besondere Bedeutung des Osterjubels hervorhebt.

2. Muss der Lektor das Halleluja singen?

Nein. Der Halleluja-Ruf wird in der Regel vom Kantor oder der Schola angestimmt und der Halleluja-Vers von diesen vorgetragen. Die ganze Gemeinde greift den Gesang auf und wiederholt ihn. Der Lektor ist primär für die Lesungen verantwortlich, kann aber den Antwortpsalm übernehmen, falls kein Kantor verfügbar ist. Für das Halleluja ist jedoch der Gesang durch den Kantor oder die Schola und die Gemeinde vorgesehen.

3. Darf der Priester das Halleluja sprechen, wenn kein Kantor da ist?

Nein, unter keinen Umständen. Wie bereits ausführlich erläutert, ist der Gesang dem Halleluja wesentlich eigen. Ein gesprochenes Halleluja wäre ein Widerspruch im Vollzug. Kann es aus irgendeinem Grund nicht gesungen werden, muss es vollständig entfallen. Es gibt keine Alternative des Sprechens, auch nicht durch den Priester.

4. Warum ist das Halleluja so wichtig für die Liturgie?

Das Halleluja ist nicht nur ein Ruf, sondern ein Ausdruck höchster Freude, Lobpreis und Anbetung. Es bereitet die Gemeinde auf die Verkündigung des Evangeliums vor, das als das Wort Christi selbst verstanden wird. Es ist ein himmlischer Jubel, der die irdische Liturgie mit der himmlischen verbindet und die eschatologische Hoffnung auf die Vollendung in Gott zum Ausdruck bringt. Seine gesungene Form unterstreicht diesen jubelnden Charakter und die gemeinschaftliche Begrüßung des kommenden Herrn.

Fazit

Der Halleluja-Ruf ist ein einzigartiger und unverzichtbarer Bestandteil der Liturgie des Wortes. Er ist der Höhepunkt des Lobpreises vor der Verkündigung des Evangeliums, ein Ausdruck tiefster Freude und Anbetung. Die Form, in der er dargebracht wird, ist dabei von entscheidender Bedeutung: Das Halleluja muss gesungen werden. Ein gesprochenes Halleluja ist nicht nur unüblich, sondern ein fundamentaler Widerspruch zu seinem Wesen. Wenn der Gesang nicht möglich ist, entfällt es gänzlich. Dies unterstreicht die Wertschätzung für die musikalische Dimension des Glaubens und die tiefe Bedeutung, die die Kirche diesem Ausdruck der Freude und des Lobpreises beimisst. Das Halleluja ist somit nicht nur ein Wort, sondern ein jubelnder Gesang, der die Gemeinde auf die Begegnung mit Christus im Evangelium vorbereitet und sie in den ewigen Lobpreis Gottes einstimmt.

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