Wer liest das Evangelium?

Lesungen in der Liturgie: Fülle am Tisch des Wortes

03/06/2025

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Inmitten unserer oft hektischen Welt, in der jede Minute durchgetaktet zu sein scheint, stellt sich in der Liturgie die Frage nach der Zeit, die dem Wort Gottes gewidmet wird. Die Lesungen in der Messe oder im Gottesdienst sind weit mehr als nur eine Aneinanderreihung alter Texte; sie sind der Moment, in dem die Gemeinde am sogenannten Tisch des Wortes Platz nimmt, um geistliche Nahrung zu empfangen. Dieses Bild verdeutlicht, dass die Heilige Schrift nicht bloß historisches Dokument, sondern lebendige Botschaft ist, die uns hier und heute anspricht. Doch wie hat sich die Praxis der Schriftlesung entwickelt, wie viele Lesungen gibt es heute und welche Bedeutung hat diese Gestaltung für unser Verständnis des Glaubens?

Inhaltsverzeichnis

Die historische Entwicklung der Lesungsordnung

Die Art und Weise, wie die Heilige Schrift in den Gottesdiensten verkündet wird, hat sich im Laufe der Jahrhunderte erheblich gewandelt. Ihre Geschichte spiegelt das wachsende Bewusstsein für die Bedeutung des Wortes Gottes wider.

Was ist das Evangelium?

Die frühen Anfänge: Als die Zeit noch keine Rolle spielte

Schon um das Jahr 150 n. Chr. wurden, wie der Kirchenvater Justin bezeugt, in den christlichen Versammlungen Schriften aus dem Alten und Neuen Testament vorgelesen. Damals, als es noch keinen arbeitsfreien Sonntag gab und die frühen Gemeinden sich oft unter schwierigen Bedingungen versammelten, war die Dauer der Lesungen flexibel. Man könnte sagen: „So lange es die Zeit erlaubt“ wurde vorgelesen. Es ging nicht um Effizienz, sondern um die tiefe Aufnahme der heiligen Texte, die den Gläubigen Orientierung und Ermutigung gaben. Diese frühe Praxis legte den Grundstein für die spätere Leseordnung.

Die Alte Kirche: Drei Lesungen als Standard

In der Zeit der Alten Kirche, etwa vom 4. bis 6. Jahrhundert, etablierte sich ein festerer Standard: Der sonntägliche Gottesdienst umfasste in der Regel drei Lesungen. Diese Praxis sorgte für eine gewisse Fülle und Vielfalt der verkündeten Texte und ermöglichte es den Gläubigen, verschiedene Aspekte der biblischen Botschaft zu hören und zu verinnerlichen.

Die Verarmung am „Tisch des Wortes“

Bedauerlicherweise kam es in der römisch-katholischen Eucharistiefeier in späteren Jahrhunderten zu einer Reduktion dieser Vielfalt. Schon bald gab es nur noch zwei Lesungen: das Evangelium und dazu eine weitere, die fast immer neutestamentlich war. Das Alte Testament, das die Heilsgeschichte Gottes von ihren Anfängen erzählt und die Grundlage für das Verständnis des Neuen Testaments bildet, fiel fast vollständig weg. Hinzu kam, dass diese beiden Lesungen jährlich wiederholt wurden und an den Wochentagen, mit wenigen Ausnahmen, sogar die Sonntagslesungen wiederholt wurden. Dies führte zu einem eklatanten Mangel am Tisch des Wortes, einer geistlichen Unterernährung, da den Gläubigen ein großer Teil der biblischen Offenbarung vorenthalten wurde.

Das Zweite Vatikanische Konzil und die Große Reform

Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) erkannte diesen Mangel und setzte sich zum Ziel, die Liturgie umfassend zu erneuern. Ein zentraler Auftrag betraf die Schriftlesung.

Der Auftrag der Konzilsväter

Die Konzilsväter gaben in der LiturgiekonstitutionSacrosanctum Concilium (Nr. 35,1) den klaren Auftrag: „Bei den heiligen Feiern soll die Schriftlesung reicher, mannigfaltiger und passender ausgestaltet sein.“ Ihr Ziel war es, das Wort der Schrift mehr als bisher zur geistlichen Nahrung werden zu lassen. Sie wollten, dass die Gläubigen die Fülle der biblischen Offenbarung erleben und daraus Kraft für ihr Glaubensleben schöpfen können.

Widerstände und die Durchsetzung der Tiefe

Dieser Reformauftrag stieß jedoch nicht überall auf ungeteilte Zustimmung. Bei einer Sitzung der Arbeitsgruppe für die nachkonziliare Leseordnung im Jahr 1966 wurde sogar der Vorschlag gemacht, die Lesungen abzuschaffen und durch kurze, historisch vertrauenswürdige Jesusworte zu ersetzen. Die Begründung: So arbeite auch die Werbung, und der moderne Mensch habe keine Zeit und vertrage keine langen Texte. Doch dieser pragmatische, auf vermeintliche Zeitknappheit abzielende Vorschlag setzte sich nicht durch. Im Gegenteil: Es gab mehr Lesestoff als vor dem Konzil. Die Erkenntnis war klar: „So viel Zeit muss sein“, denn es geht nicht um Produktwerbung, sondern um Gottes Wort an uns, hier und heute. Es geht um Tiefe, nicht um oberflächliche Verkürzung.

Das Ergebnis: Die neue katholische Leseordnung seit 1969

Die Reform führte zu einer grundlegenden Neugestaltung der Leseordnung, die seit 1969 in Kraft ist. Diese neue Ordnung ist durch eine bemerkenswerte Vielfalt und Systematik gekennzeichnet:

  • Für Sonn- und Festtage: Es sind nun drei Lesungen vorgesehen, die in einem Zyklus von drei unterschiedlichen Lesejahren (A, B, C) angeordnet sind.
    • Lesejahr A konzentriert sich auf das Matthäusevangelium.
    • Lesejahr B auf das Markusevangelium, ergänzt durch Passagen aus dem Johannesevangelium.
    • Lesejahr C auf das Lukasevangelium.
    • Das Johannesevangelium wird zudem in besonderen Festzeiten und im Lesejahr B verstärkt gelesen.
  • Die Struktur der Sonntagslesungen:
    1. Die erste Lesung stammt meist aus dem Alten Testament (in der Osterzeit aus der Apostelgeschichte), oft passend zum Evangelium ausgewählt.
    2. Darauf folgt ein Antwortpsalm, der die Botschaft der ersten Lesung aufgreift und meditativ vertieft.
    3. Die zweite Lesung kommt aus den neutestamentlichen Briefen oder der Johannesoffenbarung. Sie wird oft in fortlaufender Weise gelesen (sogenannte „Bahnlesung“), unabhängig vom Evangelium des Tages.
    4. Das Evangelium bildet den Höhepunkt der Wortliturgie.
  • Für Wochentage: Erstmals haben jetzt alle Wochentage zwei vom Sonntag verschiedene Lesungen. Das Evangelium wird in einem einjährigen Zyklus gelesen, während die erste Lesung in einem zweijährigen Zyklus vorgesehen ist.

Durch diese umfassende Reform herrscht wieder Fülle am Tisch des Wortes. Der Reichtum der biblischen Schriften wird den Gläubigen in einer Weise dargeboten, die vor dem Konzil undenkbar war. Die Lesungen des Messlektionars gelten übrigens auch für die Wort-Gottes-Feiern am Sonntag, was die Bedeutung der Schriftlesung über die Eucharistiefeier hinaus unterstreicht.

Kontroversen und pastorale Praxis: Zwei oder drei Lesungen?

Trotz der klaren Vorgaben der römischen Leseordnung gibt es in der Praxis bis heute Diskussionen und Ausnahmeregelungen.

Die Ausnahmeregelung im deutschen Sprachgebiet

In vielen Orten des deutschen Sprachgebiets – im Gegensatz zu den Nachbarländern – wird von einer Ausnahmeregelung Gebrauch gemacht, die in der Pastoralen Einführung in das Messlektionar (Nr. 79) festgehalten ist: „Wenn für eine Meßfeier drei Lesungen angegeben sind, sollen wirklich die drei Lesungen genommen werden. Sollte jedoch eine Bischofskonferenz aus pastoralen Gründen gestattet haben, da oder dort nur zwei Lesungen vorzutragen, dann soll die Auswahl zwischen den beiden ersten Lesungen so getroffen werden, daß die beabsichtigte umfassendere Darbietung des Heilsmysteriums an die Gläubigen nicht vereitelt wird.“

Was sind „pastorale Gründe“?

Oft wird die Begründung angeführt, dass die Zeit, die den Lesungen eingeräumt wird, nicht zu lang sein dürfe, oder dass die biblischen Lesungen als schwer verdaulich empfunden würden, anstatt als Nahrung vom „Tisch des Wortes“. Kritiker dieser Praxis wie der Liturgiewissenschaftler Norbert Lohfink, dessen „Wider-Worte“ hier relevant sind, weisen jedoch darauf hin, dass diese Argumentation nicht stichhaltig ist: „Ist man wirklich in der nachkonziliaren Liturgie zu Hause, 'wenn die Dreizahl der Lesungen praktisch abgelehnt wird und deshalb in zahlreichen Pfarren einer der wichtigsten Gewinne der Reform, die wiedereingeführte alttestamentliche Lesung, aus mir völlig unverständlichen sogenannten 'pastoralen Gründen' de facto nicht vorkommt? Fragt man nach dem Warum ..., bekommt man ... häufig zu hören: Drei Lesungen seien für den modernen Menschen zuviel. Das stimmt natürlich nicht, denn auch in anderen Ländern der Welt gibt es moderne Menschen, und dort hat man dieses Problem nicht. Was der wahre Grund ist, weiss ich nicht.'“ Die Erfahrung zeigt tatsächlich, dass die drei Lesungen an Orten, wo sie konsequent eingeführt wurden, bald selbstverständlich werden und nicht als Belastung empfunden werden.

Kritik und Verbesserungsvorschläge an der aktuellen Leseordnung

Obwohl der Reichtum der biblischen Schriften heute weiter ausgebreitet ist als jemals zuvor, gibt es dennoch Kritik und Vorschläge zur weiteren Verbesserung. Diese beziehen sich fast durchweg auf die Leseordnung für Sonn- und Festtage.

Unvollständigkeit trotz Fülle

Die Kritik beruft sich unter anderem auf eine Zielsetzung des Konzils selbst: „Innerhalb einer bestimmten Anzahl von Jahren sollen die wichtigsten Teile der heiligen Schrift dem Volk vorgetragen werden“ (Liturgiekonstitution Nr. 51). Doch auch in der aktuellen Leseordnung fehlen wichtige Stellen, nicht nur bei den Büchern des Neuen Testaments, sondern noch weit stärker beim Alten Testament. Bekannte Erzählungen wie die von Kain und Abel kommen in der Sonntagsleseordnung nicht vor, und der Turmbau zu Babel erscheint nur als Auswahltext in der Vorabendmesse von Pfingsten. Dies wirft die Frage auf, ob der Anspruch des Konzils, die wichtigsten Teile der Schrift darzubieten, vollständig erfüllt wird.

Probleme der Zuordnung von Altem und Neuem Testament

Ein weiteres Problem besteht in der Art und Weise der Zuordnung von Altem und Neuem Testament. Oft wird vom Evangelium ausgehend ein passender alttestamentlicher Text ausgewählt. Dies kann dazu führen, dass das Alte Testament manchmal als überholte Vorstufe des Neuen erscheint oder das alttestamentliche Gesetz gegen die befreiende Botschaft Jesu gestellt wird. Dadurch wird der Eigenwert des Alten Testaments als Weisung zum Leben oft nicht erkannt. Exegeten und Liturgiewissenschaftler erinnern immer wieder daran, dass alttestamentliche Lesungen mehr schlecht als recht aus ihrem Zusammenhang heraus- und zusammengeschnitten sind, was das Verstehen erheblich erschwert.

Feministische Theologie und fehlende Perspektiven

Auch von Seiten der feministischen Theologie wird das Fehlen wichtiger Teile und die nicht immer gut gewählten Ausschnitte der Schriftlesung kritisiert. Es fehlen demnach manche starke Frauengestalten in der Leseordnung, was nicht nur für Frauen, sondern für die gesamte Gemeinde eine Verarmung darstellt.

Zukunftsperspektiven: Neue „Menüpläne“ für den „Tisch des Wortes“?

Angesichts der genannten Kritikpunkte gibt es im deutschen Sprachgebiet bereits Modelle für neue Leseordnungen:

  • Modell Hansjakob Becker: Dieses Modell des früheren Mainzer Liturgiewissenschaftlers basiert auf einem „heilsgeschichtlichen Durchblick“ von Adam bis zu den chronologisch letzten alttestamentlichen Schriften in jedem Lesejahr. Das Evangelium würde dieser ersten Lesung zugeordnet.
  • Modell Braulik und Lohfink: Die Exegeten Georg Braulik und Norbert Lohfink sprechen sich für eine fortlaufende Lesung aus den ersten fünf Büchern Mose (Tora) aus. Die zweite Lesung könnte in einer Lesereihe aus den Propheten und den Weisheitsschriften der ersten Lesung zugeordnet werden, alternativ aber auch in einer zweiten Reihe als Brieflesung dem Evangelium. Die Leseordnung hätte dann zwei Pole oder Höhepunkte: die Tora und das Evangelium.

Beide Modelle müssten weiter ausreifen. Im Augenblick steht jedoch keine Revision der römischen Leseordnung auf der Agenda.

Ökumenische Verbundenheit und das „Revised Common Lectionary“

Die Plausibilität und Ausgewogenheit der römischen Leseordnung zeigt sich auch darin, dass ihre Grundprinzipien in vielen englischsprachigen Kirchen der Ökumene (z.B. der Church of England) rezipiert wurden. Bereits ein Jahr nach der Veröffentlichung der lateinischen Leseordnung (1969) übernahmen einige nordamerikanische evangelische Kirchen sie, und weitere folgten in den 70er Jahren. Dabei nahmen sie kleinere Anpassungen vor. Nach Jahren der praktischen Erfahrung bildete sich eine Arbeitsgruppe, die ein vereinheitlichtes und verbessertes Lektionar erstellte, das sogenannte „Common Lectionary“ (1983).

Die stärkste Veränderung gegenüber der römischen Leseordnung besteht beim Alten Testament: Weil dessen Lesungen oft zu wenig repräsentativ waren, wurden nun neue, nicht primär auf das Evangelium abgestimmte Lesungen ausgewählt. Das bedeutet beispielsweise für das Lesejahr A eine Auswahl aus den ersten fünf Büchern Mose und Rut, für Lesejahr B Texte aus der Davidtradition und den Weisheitsschriften, und für Lesejahr C Elija- und Elischa-Erzählungen sowie Prophetenlesungen. Die Erprobung dieses Lektionars führte schließlich zum Revised Common Lectionary (RCL) im Jahr 1992, das bis heute in zahlreichen Kirchen in Gebrauch ist. Dies hat zu einer großen Steigerung der interkonfessionellen Zusammenarbeit auf institutioneller Ebene, bei Predigenden und auch in Bibelkreisen geführt. Das RCL zeigt, dass eine Überarbeitung möglich und fruchtbar sein kann, auch wenn die Bibel immer reicher bleiben wird als jede Leseordnung, die notwendigerweise auswählen muss.

Vergleich: Leseordnung vor und nach dem II. Vatikanischen Konzil

MerkmalVor dem II. Vatikanischen KonzilNach dem II. Vatikanischen Konzil (seit 1969)
Anzahl der Lesungen (Sonntag)Meist 2 (Evangelium + eine weitere, fast immer neutestamentliche)3 (1. Lesung, Antwortpsalm, 2. Lesung, Evangelium)
Altes TestamentFast vollständig ausgelassenSystematisch als 1. Lesung integriert (außer Osterzeit)
WiederholungJährliche Wiederholung der Sonntagslesungen; oft auch an WochentagenDrei Lesejahre (A, B, C) für Sonntage; zwei Lesungen an Wochentagen, die sich vom Sonntag unterscheiden
ZielsetzungWeniger Vielfalt, Fokus auf Evangelium und einen neutestamentlichen BriefReichere, mannigfaltigere und passendere Schriftlesung; umfassendere Darbietung des Heilsmysteriums

Häufig gestellte Fragen zur Leseordnung

Wie viele Lesungen gibt es heute in der katholischen Liturgie am Sonntag?
In der Regel gibt es am Sonntag drei Lesungen: eine aus dem Alten Testament (in der Osterzeit aus der Apostelgeschichte), eine aus den neutestamentlichen Briefen oder der Johannesoffenbarung und das Evangelium. Dazwischen wird ein Antwortpsalm gebetet oder gesungen. In einigen Regionen des deutschen Sprachgebiets wird jedoch aus pastoralen Gründen von einer Ausnahmeregelung Gebrauch gemacht, sodass nur zwei Lesungen vorgetragen werden.

Was bedeutet der Begriff "Tisch des Wortes"?
Der "Tisch des Wortes" ist ein altes Bildwort, das die biblischen Lesungen in der Liturgie als geistliche Nahrung für die Gläubigen beschreibt. So wie die Eucharistie vom "Tisch des Mahles" (dem Altar) empfangen wird, so wird das Wort Gottes vom "Tisch des Wortes" (dem Ambo) empfangen. Es betont die Bedeutung der Schrift als lebensspendende Botschaft und geistliche Stärkung auf dem Glaubensweg.

Warum wurde die Leseordnung nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil geändert?
Vor dem Konzil war die Leseordnung in der römisch-katholischen Kirche stark reduziert, insbesondere das Alte Testament kam fast nicht vor. Die Konzilsväter erkannten diesen "Mangel am Tisch des Wortes" und gaben den Auftrag, die Schriftlesung reicher, mannigfaltiger und passender auszugestalten. Ziel war es, dem Volk Gottes einen umfassenderen Zugang zur gesamten Heiligen Schrift zu ermöglichen und sie stärker als geistliche Nahrung zu betonen.

Was sind die Lesejahre A, B und C?
Die Lesejahre A, B und C sind ein dreijähriger Zyklus für die Sonntagslesungen in der katholischen Kirche. Jedes Lesejahr konzentriert sich auf ein bestimmtes Evangelium: Lesejahr A auf das Matthäusevangelium, Lesejahr B auf das Markusevangelium (ergänzt durch Passagen aus dem Johannesevangelium) und Lesejahr C auf das Lukasevangelium. Das Johannesevangelium wird zudem in besonderen Festzeiten und im Lesejahr B stark berücksichtigt. Dieser Zyklus sorgt für eine größere Vielfalt der biblischen Texte, die über die Jahre hinweg verkündet werden.

Was ist das "Revised Common Lectionary" (RCL)?
Das "Revised Common Lectionary" (RCL) ist eine ökumenische Leseordnung, die von vielen englischsprachigen protestantischen und anglikanischen Kirchen verwendet wird. Es basiert auf der römisch-katholischen Leseordnung, hat aber wesentliche Anpassungen vorgenommen, insbesondere bei den alttestamentlichen Lesungen. Im Gegensatz zur römischen Ordnung, wo die erste Lesung oft thematisch an das Evangelium angepasst ist, bietet das RCL repräsentativere Abschnitte aus dem Alten Testament, die weniger stark auf das Evangelium zugeschnitten sind. Dies fördert eine breitere Auseinandersetzung mit der gesamten Heiligen Schrift und hat die interkonfessionelle Zusammenarbeit gestärkt.

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