17/08/2025
Der Advent ist eine Zeit der Erwartung, der Besinnung und oft auch der Hektik. Inmitten all dessen bietet sich uns eine wunderschöne, alte Tradition an, die uns hilft, zur wahren Bedeutung von Weihnachten zurückzufinden: die Herbergssuche. Dieser Brauch, der in vielen Gemeinden Österreichs und darüber hinaus wiederbelebt wird, lädt uns ein, Maria und Josef auf ihrer beschwerlichen Reise nach Betlehem zu begleiten und dabei unser eigenes Zuhause und unser Herz zu öffnen. Es ist eine Gelegenheit, Gastfreundschaft und Nächstenliebe nicht nur zu denken, sondern aktiv zu leben, und eine tiefe spirituelle Verbindung zur Weihnachtsgeschichte aufzubauen.

Diese Tradition ist weit mehr als nur ein Ritus; sie ist eine lebendige Erinnerung an die Umstände der Geburt Jesu und eine Aufforderung, in unserem modernen Leben Raum für das Göttliche und für unsere Mitmenschen zu schaffen. Die Herbergssuche bringt Familien und Gemeinschaften zusammen, stärkt den Glauben und fördert ein Bewusstsein für jene, die auch heute noch auf der Suche nach einem sicheren Hafen sind.
- Die Herbergssuche: Eine biblische Erinnerung
- Der tiefe Sinn der Herbergssuche im Advent
- Wie wird die Herbergssuche gefeiert? Rituale und Ablauf
- Spirituelle Bedeutung der einzelnen Elemente
- Die Herbergssuche heute: Anpassung und persönliche Gestaltung
- Tabelle: Biblische Herbergssuche vs. Adventbrauch
- Häufig gestellte Fragen (FAQs)
- Wann beginnt die Herbergssuche im Advent?
- Kann jede Familie an der Herbergssuche teilnehmen?
- Muss man dafür besonders gläubig sein oder in der Kirche aktiv?
- Was passiert, wenn eine Familie das Bild nicht weitergeben kann?
- Gibt es auch andere Formen der Herbergssuche, zum Beispiel ohne Bild?
- Wie können Kinder in den Brauch integriert werden?
- Fazit: Ein offenes Herz für Christus
Die Herbergssuche: Eine biblische Erinnerung
Der Brauch der Herbergssuche wurzelt tief in der biblischen Erzählung der Weihnachtsgeschichte, wie sie im Lukasevangelium beschrieben wird. Lukas 2,7 erzählt uns, dass Maria und Josef nach Betlehem reisen mussten, um sich für die Volkszählung registrieren zu lassen. Dort angekommen, fanden sie keine Unterkunft, denn „in der Herberge war kein Platz für sie“. Diese schlichte, aber eindringliche Aussage beschreibt die Notlage des heiligen Paares und die unwirtlichen Umstände, unter denen Jesus Christus zur Welt kam – in einem Stall, weil die Türen der Menschen für sie verschlossen blieben.
Die Herbergssuche im Advent ist eine Nachstellung dieser Ereignisse. Sie erinnert uns daran, dass der Erlöser der Welt in ärmlichen Verhältnissen geboren wurde und dass die Menschen in Betlehem ihn nicht aufnahmen. Diese Erinnerung ist jedoch nicht dazu gedacht, Schuldgefühle zu wecken, sondern vielmehr, eine bewusste Entscheidung zu treffen: Anders als die Menschen damals möchten gläubige Menschen heute Christus in ihren Häusern und Herzen Platz machen. Es ist eine Geste der Aufnahme und der Bereitschaft, das göttliche Kind in unserem Leben willkommen zu heißen.
Der tiefe Sinn der Herbergssuche im Advent
Die Herbergssuche ist ein Brauch, der über die bloße Erinnerung hinausgeht und eine transformative Kraft entfaltet. Ihr tiefster Sinn liegt in der Aufforderung zur Gastfreundschaft und zur Nächstenliebe. Sie lehrt uns, unsere Türen – sowohl die unserer Häuser als auch die unserer Herzen – für andere zu öffnen, insbesondere für jene, die bedürftig sind oder ein Obdach suchen. In einer Welt, die oft von Hektik und Egoismus geprägt ist, setzt dieser Brauch ein starkes Zeichen für Mitmenschlichkeit und Empathie.
Indem eine Marienfigur oder ein Bild von Maria und Josef von Haus zu Haus weitergegeben wird, wird die Gemeinschaft gestärkt. Jede Familie, die das Bild aufnimmt, wird Teil einer Kette der Gastfreundschaft. Es ist ein sichtbares Zeichen des Glaubens und der Bereitschaft, Gott in den Alltag einzuladen. Der Brauch ermutigt uns auch, über die eigene Bequemlichkeit hinauszublicken und uns bewusst zu machen, dass Jesus Christus, der „Licht in die Dunkelheit unserer Welt“ bringt, oft in den Gesichtern derjenigen erscheint, die am Rande der Gesellschaft stehen.
Die Herbergssuche ist somit eine praktische Übung in christlicher Lebensweise. Sie bereitet uns nicht nur auf die äußere Feier von Weihnachten vor, sondern vor allem auf die innere Aufnahme Christi in unser Leben. Es ist eine Zeit, in der wir uns fragen: Wo kann ich heute eine Herberge bieten? Wem kann ich mein Herz öffnen?
Wie wird die Herbergssuche gefeiert? Rituale und Ablauf
Der Ablauf der Herbergssuche ist geprägt von einfachen, aber bedeutungsvollen Ritualen, die von Familie zu Familie und von Pfarre zu Pfarre leicht variieren können. Im Kern geht es immer um die Aufnahme und das Weitergeben eines Marienbildes oder einer Marienstatue, begleitet von kurzen Andachten.
Die feierliche Übergabe des Bildes
Am Abend, wenn das Bild von der vorherigen Familie weitergegeben wird, findet die Übergabe statt. Eine Person, die das Bild überbringt, klopft kräftig an die Haustür der aufnehmenden Familie. Nach dem Öffnen der Tür spricht der Überbringer deutlich die Begrüßungsworte:
„Grüß Gott, liebe Leute! Ein weiser Mann sagte einmal: Gott wohnt da, wo man ihn einlässt. (Martin Buber) Wir bitten euch, nehmt dieses Bild bei euch auf. Das soll ein Zeichen dafür sein, dass ihr bereit seid, Gott bei euch wohnen zu lassen.“
Diese Worte sind eine direkte Einladung, das Göttliche ins eigene Heim zu lassen. Sie betonen die Freiwilligkeit und die bewusste Entscheidung, sich für Gottes Gegenwart zu öffnen.
Die herzliche Begrüßung in den eigenen vier Wänden
Nach der Übergabe wird das Bild in den Wohnraum gebracht und die kurze Andacht zur Begrüßung abgehalten. Diese Andacht kann folgende Elemente umfassen:
- Worte aus der Heiligen Schrift: Typischerweise werden Passagen vorgelesen, die die Menschwerdung Christi und seine Aufnahme oder Ablehnung thematisieren, wie Galater 4,4 („Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau.“) und Johannes 1,11-12 („Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden.“). Diese Verse unterstreichen die zentrale Botschaft der Aufnahme Christi.
- Lied oder Instrumentalmusik: Ein passendes Advent- oder Marienlied schafft eine besinnliche Atmosphäre und lädt zum gemeinsamen Lobpreis ein.
- Gebet: Das Gebet ist der Kern der Begrüßung, in dem die Familie ihre Freude über die Aufnahme des Bildes und ihre Bereitschaft, Jesus in ihr Leben zu lassen, ausdrückt. Ein Beispielgebet ist: „Guter Gott, wir grüßen dieses Bild. Wir nehmen es mit Freude in unser Haus (in unsere Wohnung) auf. Es ist ein sichtbares Zeichen unseres Glaubens. Das Kind, das Maria unter ihrem Herzen getragen und in Betlehem geboren hat, ist Jesus Christus, unser Retter. Er bringt Licht in die Dunkelheit unserer Welt. Wir wollen ihm und seiner Botschaft die Tür unseres Herzens öffnen. Stärke uns mit dem Heiligen Geist, damit wir nach dem Vorbild Jesu miteinander leben und unseren Mitmenschen dienen - vor allem denen, die Not leiden. Segne alle, die hier versammelt sind! Segne alle, an die niemand denkt! Segne alle, denen wir in Liebe und Sorge verbunden sind! Sei uns nahe durch Christus, unseren Herrn. Amen.“
- Mariengruß: Oft wird der „Gegrüßet seist du, Maria“ gebetet, um die Muttergottes zu ehren, die uns Jesus geboren hat.
- Marienlied / Adventlied: Ein weiteres Lied kann die Andacht abrunden.
Der Abschied und das Weitergeben des Segens
Am nächsten Abend, bevor das Bild zur nächsten Familie weiterzieht, findet eine Verabschiedungsandacht statt. Auch diese Andacht beinhaltet feste Elemente:
- Worte aus der Heiligen Schrift: Hier werden oft Verse gewählt, die die bleibende Gegenwart Christi und die Bedeutung der Nächstenliebe betonen, wie Johannes 14,23 („Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen.“), Matthäus 18,20 („Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“) und Matthäus 25,40 („Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“). Diese Verse erinnern daran, dass Christus nicht nur im Bild, sondern in der Gemeinschaft und im Dienst am Nächsten präsent ist.
- Lied oder Instrumentalmusik: Auch hier wird die Atmosphäre durch Musik untermalt.
- Gebet: Das Abschiedsgebet drückt Dankbarkeit für die empfangene Gastfreundschaft und die Bitte um Gottes bleibende Nähe aus. Ein Beispiel: „Guter Gott, wir sind dankbar, dass dieses Bild bei uns zu Gast war. Wir geben dieses sichtbare Zeichen deines Segens heute weiter. Du selbst aber bleibe in unserer Mitte. Bleibe in allen Häusern und Wohnungen unserer Stadt (unseres Dorfes). Sei vor allem denen nahe, die leiden und einsam sind. Uns aber mache zu aufmerksamen Nachbarn und hilfsbereiten Mitmenschen. Amen.“
- Vater unser: Das gemeinsame Vaterunser verbindet die Betenden weltweit.
- Lied: Oft wird „Herr bleibe, bei uns, denn es will Abend werden“ oder ein anderes Adventlied gesungen.
- Segen: Ein abschließender Segen wird gesprochen, der die Familie und ihre Lieben, aber auch die Menschen in Schwierigkeiten und die verschiedenen Aspekte des Lebens einschließt. Ein Beispiel: „Segne die Menschen, die wir gernhaben, segne die Menschen, mit denen wir uns schwertun, Segne unsere Freude, segne unser Leid, segne unsere Arbeit, segne unserer Ruhe, segne unsere Fähigkeiten, segne unser Versagen, segne unsere Sehnsucht, segne unsere Zweifel, segne unsere Zeit und sei unser Segen in Ewigkeit. Amen.“
Spirituelle Bedeutung der einzelnen Elemente
Jeder Teil der Herbergssuche ist reich an spiritueller Bedeutung und trägt zur Vertiefung des Glaubens bei.
Die Kraft der Schriftworte
Die ausgewählten Bibelstellen sind keine zufälligen Zitate, sondern sorgfältig gewählt, um die Botschaft der Herbergssuche zu untermauern. Galater 4,4 betont die Erfüllung der Zeit und die Menschwerdung Gottes, während Johannes 1,11-12 die Reaktion der Welt auf Christus – Ablehnung oder Aufnahme – thematisiert. Diese Verse fordern uns auf, uns bewusst zu entscheiden, ob wir Christus in unser Herz lassen wollen.
Bei der Verabschiedung erinnern Johannes 14,23 und Matthäus 18,20 an die bleibende Gegenwart Jesu, besonders dort, wo Gläubige in seinem Namen versammelt sind. Matthäus 25,40, mit seiner Betonung des Dienstes an den „geringsten Brüdern“, verbindet die Gastfreundschaft für das Bild direkt mit dem Dienst an Christus selbst. Dies transformiert den Brauch von einer rein symbolischen Handlung zu einer Aufforderung zum aktiven christlichen Leben.
Gebete als Ausdruck des Herzens
Die Gebete sind persönliche und gemeinschaftliche Ausdrucksformen der Hingabe und Dankbarkeit. Das Begrüßungsgebet bittet um Licht in der Dunkelheit und um die Stärkung durch den Heiligen Geist, um nach dem Vorbild Jesu zu leben. Es ist ein Bekenntnis zum Glauben und eine Bitte um Führung. Das Abschiedsgebet hingegen ist ein Dank für die empfangene Gnade und eine Bitte um Gottes bleibende Gegenwart in der Gemeinschaft und im Einsatz für die Einsamen und Leidenden. Es lenkt den Blick von der eigenen Familie auf die größere Gemeinschaft und die Welt.

Lieder, die verbinden
Lieder sind ein wesentlicher Bestandteil der Andachten. Sie vertiefen die emotionale und spirituelle Erfahrung, tragen die Botschaft auf eine andere Ebene und verbinden die Teilnehmenden im gemeinsamen Gesang. Advent- und Marienlieder schaffen eine Atmosphäre der Besinnung und Vorfreude auf Weihnachten und helfen, die Herzen für die Botschaft zu öffnen.
Der Segen als Geschenk
Der abschließende Segen ist ein Höhepunkt der Andacht. Er ist ein Wunsch für Gottes Schutz und Führung, der nicht nur die eigene Familie umfasst, sondern auch jene, mit denen man Schwierigkeiten hat, und alle Facetten des menschlichen Lebens – Freude und Leid, Arbeit und Ruhe, Fähigkeiten und Versagen, Sehnsucht und Zweifel. Dieser umfassende Segen erinnert daran, dass Gottes Liebe und Fürsorge allumfassend sind und uns in allen Lebenslagen begleiten.
Die Herbergssuche heute: Anpassung und persönliche Gestaltung
Während der Kern des Brauches unverändert bleibt, kann die Herbergssuche auf vielfältige Weise an die Bedürfnisse und Gegebenheiten heutiger Familien und Gemeinden angepasst werden. Manche Familien nutzen eine selbstgebastelte Marienfigur oder ein Kindheitsbild, um eine persönlichere Note zu geben. In manchen Regionen wird das Bild nicht nur von Familie zu Familie, sondern auch zu Seniorenheimen, Krankenhäusern oder sozialen Einrichtungen gebracht, um die Botschaft der Gastfreundschaft und Hoffnung über die engere Gemeinschaft hinaus zu tragen.
Für Familien mit kleinen Kindern kann die Herbergssuche eine wunderbare Möglichkeit sein, die Weihnachtsgeschichte greifbar zu machen. Kinder können aktiv am Klopfen, am Tragen des Bildes oder am Anzünden einer Kerze beteiligt werden. Die Möglichkeit, jeden Abend eine kleine Andacht zu halten, hilft, eine tägliche Routine der Besinnung in der oft hektischen Adventszeit zu etablieren.
Der Brauch kann auch eine Gelegenheit sein, über die heutige Situation von Geflüchteten und Obdachlosen nachzudenken. Die Frage „Wo ist heute kein Platz?“ bekommt so eine brandaktuelle Relevanz und kann zu konkreten Taten der Nächstenliebe anregen, weit über die symbolische Aufnahme des Bildes hinaus.
Tabelle: Biblische Herbergssuche vs. Adventbrauch
| Aspekt | Biblische Herbergssuche (Lukas 2,7) | Adventlicher Brauch der Herbergssuche |
|---|---|---|
| Akteure | Maria und Josef | Marienbild/Statue, das von Familie zu Familie wandert |
| Ort | Betlehem, Herberge | Private Häuser/Wohnungen in der Gemeinde |
| Ergebnis | Kein Platz gefunden, Geburt im Stall | Bewusste Aufnahme des Bildes als Zeichen für Christus |
| Zweck | Historische Notwendigkeit (Volkszählung) | Spirituelle Vorbereitung auf Weihnachten, Förderung von Gastfreundschaft und Nächstenliebe |
| Gefühl | Ablehnung, Not, Ausgrenzung | Aufnahme, Freude, Gemeinschaft, Segen |
| Botschaft | Die Demut der Geburt Christi | Einladung, Christus im Herzen und Haus aufzunehmen; Aufforderung zu Mitmenschlichkeit |
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Wann beginnt die Herbergssuche im Advent?
Traditionell beginnt die Herbergssuche in vielen Pfarren am 8. Dezember, dem Fest der Unbefleckten Empfängnis Mariens. Sie kann aber auch zu einem späteren Zeitpunkt im Advent starten, je nach den Gegebenheiten der jeweiligen Gemeinde.
Kann jede Familie an der Herbergssuche teilnehmen?
Ja, grundsätzlich kann jede Familie teilnehmen, die bereit ist, das Marienbild für eine Nacht aufzunehmen und an der kurzen Andacht teilzunehmen. Oft organisieren die Pfarren oder kirchlichen Gruppen die Reihenfolge und koordinieren die Übergaben.
Muss man dafür besonders gläubig sein oder in der Kirche aktiv?
Die Herbergssuche ist ein Angebot für alle, die sich auf die Adventszeit und die Weihnachtsgeschichte einlassen möchten. Sie erfordert keine besondere theologische Vorbildung, sondern eine Offenheit für die Botschaft der Gastfreundschaft und des Glaubens. Es ist eine einfache, aber tiefgehende Form der Glaubenspraxis.
Was passiert, wenn eine Familie das Bild nicht weitergeben kann?
In der Regel wird im Vorfeld ein genauer Plan erstellt. Sollte eine Familie aus unvorhergesehenen Gründen das Bild nicht wie geplant weitergeben können, ist es wichtig, dies der koordinierenden Person oder der nächsten Familie rechtzeitig mitzuteilen, damit eine alternative Lösung gefunden werden kann. Flexibilität ist hier wichtig.
Gibt es auch andere Formen der Herbergssuche, zum Beispiel ohne Bild?
Ja, der Geist der Herbergssuche kann auch ohne das physische Weitergeben eines Bildes gelebt werden. Dies kann durch bewusstes Öffnen des eigenen Zuhauses für Freunde oder Bedürftige geschehen, durch Spendenaktionen für Obdachlose oder durch das gemeinsame Gebet in der Familie, das die Not von Maria und Josef und die Sehnsucht nach einem offenen Herz thematisiert. Christine Rahn drückt es in ihrem Gebet treffend aus: „Herr, du weißt, dass auch viele Menschen eine Herberge bei uns suchen. Laß uns ihr Klopfen hören, denn du sagst, dass du vor unserer Tür stehst und anklopfst.“
Wie können Kinder in den Brauch integriert werden?
Kinder können aktiv in die Herbergssuche eingebunden werden, indem sie beim Klopfen an der Tür mitmachen, das Bild oder die Kerze tragen, einfache Gebete mitsprechen oder ein Lied mitsingen. Man kann ihnen die Geschichte von Maria und Josef erzählen und sie fragen, was es bedeuten würde, wenn sie selbst jemanden aufnehmen müssten, der kein Zuhause hat. Das macht den Brauch lebendig und verständlich für sie.
Fazit: Ein offenes Herz für Christus
Die Herbergssuche im Advent ist ein wunderbarer, zeitloser Brauch, der uns in der oft hektischen Vorweihnachtszeit innehalten lässt. Sie erinnert uns an die bescheidenen Anfänge Jesu und ruft uns gleichzeitig dazu auf, unsere eigenen Herzen und Häuser für Christus und für unsere Mitmenschen zu öffnen. Es ist eine Einladung, die biblische Geschichte nicht nur zu hören, sondern sie aktiv zu leben und dadurch eine tiefere Verbindung zur wahren Bedeutung von Weihnachten zu finden. Indem wir Maria und Josef symbolisch aufnehmen, bereiten wir uns darauf vor, das größte Geschenk des Advents – die Geburt Jesu – mit offenem Herzen und mit gelebter Nächstenliebe zu empfangen. Möge dieser Brauch uns alle dazu inspirieren, in dieser Adventszeit und darüber hinaus zu aufmerksamen Nachbarn und hilfsbereiten Mitmenschen zu werden.
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