Was sagt die Bibel über den Himmel?

Die Himmelfahrt Jesu: Biblische Erkenntnisse

12/08/2022

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Die Himmelfahrt Jesu Christi ist ein Eckpfeiler des christlichen Glaubens, ein Ereignis von immenser theologischer Bedeutung, das oft im Schatten der Auferstehung steht, aber untrennbar mit ihr verbunden ist. Sie markiert den Abschluss des irdischen Wirkens Jesu und den Beginn einer neuen Phase seiner Herrschaft und seines Wirkens vom Himmel aus. Doch was genau sagt die Bibel über dieses wundersame Geschehen, und welche tiefgreifenden Wahrheiten offenbart es uns über Jesus, den Heiligen Geist und die Zukunft?

Die biblischen Berichte über die Himmelfahrt finden sich hauptsächlich im Lukasevangelium und in der Apostelgeschichte, die beide vom selben Autor, Lukas, verfasst wurden. Diese Schriften bieten uns die detailliertesten Beschreibungen dieses transzendenten Moments.

Was sagt die Bibel über die Himmelfahrt?
In der Bibel heißt es, dass die Jünger Jesu, seine engsten Weggefährten, bei der Himmelfahrt anwesend waren: „Er führte sie aber hinaus bis nach Betanien und hob die Hände auf und segnete sie. Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel.“ (Lukas 24,51).
Inhaltsverzeichnis

Die biblischen Berichte der Himmelfahrt

Im Lukasevangelium, Kapitel 24, Verse 50-53, lesen wir eine prägnante Zusammenfassung der Himmelfahrt. Jesus führt seine Jünger nach Bethanien hinaus, segnet sie, und während er sie segnet, wird er von ihnen entrückt und in den Himmel aufgenommen. Die Reaktion der Jünger ist bemerkenswert: Sie kehren mit großer Freude nach Jerusalem zurück und sind ständig im Tempel, Gott lobend und preisend. Dies zeigt, dass die Himmelfahrt kein Grund zur Trauer, sondern zur triumphalen Freude war, da sie die Verherrlichung ihres Herrn bezeugte.

Die Apostelgeschichte, Kapitel 1, Verse 1-11, bietet einen ausführlicheren Bericht und dient als Übergang vom irdischen Dienst Jesu zur Gründung der Kirche durch den Heiligen Geist. Lukas beginnt sein zweites Werk mit einer Erinnerung an die vierzig Tage nach der Auferstehung, in denen Jesus seinen Jüngern erschien und über das Reich Gottes lehrte. Dann, am Ölberg, kurz bevor er entrückt wird, gibt Jesus seinen Jüngern den Auftrag, Zeugen für ihn zu sein, angefangen in Jerusalem bis an die Enden der Erde, und kündigt die Ankunft des Heiligen Geistes an.

Während die Jünger zusehen, wird Jesus vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke entzieht ihn ihren Blicken. Als sie noch zum Himmel starren, erscheinen zwei Männer in weißen Gewändern – Engel – und fragen sie, warum sie zum Himmel aufschauen. Sie versichern den Jüngern, dass dieser Jesus, der von ihnen in den Himmel aufgenommen wurde, in gleicher Weise wiederkommen wird. Diese Ankündigung der Wiederkunft ist ein zentrales Element der Himmelfahrtsbotschaft und bietet eine bleibende Hoffnung.

Weitere biblische Bezüge zur Himmelfahrt

Obwohl Lukas die detailliertesten Beschreibungen liefert, finden sich auch in anderen Teilen des Neuen Testaments Hinweise auf die Himmelfahrt oder ihre theologische Bedeutung:

  • Markus 16,19: „Der Herr aber, nachdem er mit ihnen geredet hatte, wurde aufgenommen gen Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes.“ Dieser Vers fasst das Ereignis kurz zusammen und betont die Platzierung Jesu zur Rechten Gottes, eine Position der Autorität und Macht.
  • Johannes 20,17: Obwohl hier nicht direkt die Himmelfahrt beschrieben wird, sagt Jesus zu Maria Magdalena: „Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater; geh aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott.“ Dies deutet auf eine bevorstehende Himmelfahrt hin, die Voraussetzung für seine Verherrlichung ist.
  • Epheser 4,8-10: Paulus zitiert Psalm 68 und interpretiert ihn im Licht der Himmelfahrt Jesu. „Darum heißt es: Er ist aufgefahren in die Höhe und hat Gefangene mit sich geführt und hat den Menschen Gaben gegeben.“ Hier wird die Himmelfahrt als Triumphzug Jesu dargestellt, der Gaben für seine Gemeinde mit sich bringt.
  • Hebräer 4,14; 7,25; 9,24: Der Hebräerbrief betont die Rolle Jesu als unser Hoherpriester, der „durch die Himmel gegangen ist“ und nun „immerdar lebt, um für sie einzutreten“. Seine Himmelfahrt ist die Voraussetzung für seinen Dienst als Fürsprecher im himmlischen Heiligtum.
  • 1. Petrus 3,22: „welcher ist zur Rechten Gottes, aufgefahren gen Himmel, und ihm sind untertan die Engel und die Gewalten und Mächte.“ Dieser Vers unterstreicht die souveräne Autorität Jesu nach seiner Himmelfahrt.

Die theologische Bedeutung der Himmelfahrt

Die Himmelfahrt ist weit mehr als nur ein Abschied; sie ist ein Ereignis von tiefgreifender theologischer Bedeutung, das mehrere Aspekte des Heilsplans Gottes offenbart:

1. Die Verherrlichung und Erhöhung Christi

Die Himmelfahrt ist die Krönung der Auferstehung und der Beweis für die vollständige Verherrlichung Jesu. Sie bestätigt seine göttliche Natur und seinen Sieg über Sünde und Tod. Durch die Himmelfahrt nimmt Jesus seinen rechtmäßigen Platz zur Rechten Gottes des Vaters ein (Kolosser 3,1; Hebräer 1,3), was seine souveräne Herrschaft über das gesamte Universum symbolisiert. Er ist nicht nur König, sondern auch Richter und Herr über alles Geschaffene.

2. Die Einsetzung Jesu als Hoherpriester und Fürsprecher

Ein zentraler Aspekt der Himmelfahrt ist die Rolle Jesu als unser ewiger Hoherpriester. Der Hebräerbrief erklärt ausführlich, wie Jesus durch sein Opfer am Kreuz und seine Himmelfahrt in das himmlische Heiligtum eingetreten ist, um dort als unser Fürsprecher zu dienen (Hebräer 9,24). Er vertritt uns vor Gott, versteht unsere Schwachheiten und tritt für uns ein. Dies gibt Gläubigen die Gewissheit, dass sie jederzeit Zugang zum Thron der Gnade haben (Hebräer 4,16).

3. Die Sendung des Heiligen Geistes

Die Himmelfahrt war die notwendige Voraussetzung für die Ausgießung des Heiligen Geistes an Pfingsten. Jesus selbst hatte seinen Jüngern versprochen: „Es ist gut für euch, dass ich weggehe; denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden.“ (Johannes 16,7). Durch seine Erhöhung konnte Jesus den Geist senden, der die Jünger mit Kraft ausrüstete, um seine Zeugen zu sein, und der bis heute in den Gläubigen wohnt.

4. Die Vollendung der Erlösung und der Beginn der Gemeinde

Mit der Himmelfahrt war das Erlösungswerk Jesu abgeschlossen. Er hatte das Sühnopfer vollbracht und war siegreich von den Toten auferstanden. Nun sitzt er zur Rechten Gottes und regiert. Gleichzeitig markiert die Himmelfahrt den Beginn der Zeit der Kirche, in der die Jünger – und durch sie alle Gläubigen – den Auftrag erhalten, das Evangelium in die Welt zu tragen, gestärkt durch die Gegenwart des Heiligen Geistes.

5. Die Verheißung der Wiederkunft Jesu

Wie die Engel den Jüngern verkündeten, wird Jesus in gleicher Weise wiederkommen, wie er in den Himmel aufgefahren ist (Apostelgeschichte 1,11). Die Himmelfahrt ist somit nicht nur ein Blick zurück auf das, was geschehen ist, sondern auch ein Blick nach vorne auf das, was noch kommen wird. Sie gibt den Gläubigen eine lebendige Hoffnung auf die zukünftige Wiederkunft Jesu in Herrlichkeit, um sein Reich vollständig zu etablieren und seine Erlösten zu sich zu nehmen.

Auferstehung versus Himmelfahrt: Ein Vergleich

Oft werden die Auferstehung und die Himmelfahrt miteinander verwechselt oder ihre Unterschiede nicht klar genug wahrgenommen. Obwohl sie eng miteinander verbunden sind und beide für den christlichen Glauben von grundlegender Bedeutung sind, handelt es sich um zwei distincte Ereignisse mit unterschiedlicher Bedeutung und Funktion im Heilsplan Gottes.

MerkmalAuferstehung JesuHimmelfahrt Jesu
ZeitpunktAm dritten Tag nach der Kreuzigung40 Tage nach der Auferstehung
OrtAus dem Grab in JerusalemVom Ölberg bei Bethanien
Art des EreignissesÜbergang vom Tod zum Leben; Rückkehr in einen verherrlichten LeibÜbergang vom irdischen Bereich in den himmlischen Bereich; Erhöhung zur Rechten Gottes
Zweck/BedeutungBeweis des Sieges über Sünde und Tod; Rechtfertigung der Gläubigen; Erstlingsfrucht der Auferstehung der TotenVerherrlichung Christi; Beginn seines hohepriesterlichen Dienstes; Voraussetzung für die Sendung des Heiligen Geistes; Bestätigung seiner Herrschaft
ZeugenMaria Magdalena, Frauen, Jünger, über 500 Brüder (1. Korinther 15)Apostel (ca. 120 Personen in Apg 1,15)
Zukünftige ImplikationGarantie für die Auferstehung der GläubigenGarantie für die Wiederkunft Christi

Während die Auferstehung Jesu seinen Sieg über den Tod und die Verheißung des ewigen Lebens für alle Gläubigen besiegelt, markiert die Himmelfahrt seine Rückkehr zu seiner himmlischen Herrlichkeit, seine Inthronisierung als König und Hoherpriester und die Vorbereitung für die Ausgießung des Heiligen Geistes, der seine fortwährende Präsenz und Kraft auf Erden durch seine Gemeinde manifestiert.

Die praktische Relevanz der Himmelfahrt für Gläubige heute

Die Himmelfahrt ist kein bloßes historisches Ereignis, sondern hat tiefgreifende Auswirkungen auf das Leben der Gläubigen heute. Sie bietet Trost, Hoffnung und Orientierung:

  • Gewissheit der Herrschaft Christi: Wir wissen, dass Jesus nicht nur auferstanden ist, sondern auch lebt und regiert. Er ist der souveräne Herr über alle Mächte und Gewalten, was uns inmitten von Unsicherheit und Leid Frieden schenkt.
  • Zugang zu Gott durch Jesus: Weil Jesus unser Hoherpriester im Himmel ist, können wir kühn und ohne Furcht zum Thron der Gnade treten, um Barmherzigkeit zu empfangen und Hilfe in der Not zu finden (Hebräer 4,16).
  • Die Kraft des Heiligen Geistes: Die Himmelfahrt ermöglichte die Ausgießung des Heiligen Geistes, der uns befähigt, ein gottgefälliges Leben zu führen, Zeugen Christi zu sein und Gaben für den Dienst in der Gemeinde zu empfangen.
  • Die Hoffnung auf die Wiederkunft: Die Himmelfahrt ist die Garantie für die zukünftige Wiederkunft Christi. Wir leben in der erwartungsvollen Hoffnung, dass Jesus zurückkehren wird, um seine Gemeinde zu sich zu nehmen und sein Reich in Vollendung zu bringen. Dies gibt uns eine himmlische Perspektive und motiviert uns zu einem heiligen Leben.
  • Unsere Identität in Christus: Durch Christus sind wir mitauferweckt und mitversetzt in die himmlischen Regionen (Epheser 2,6). Dies bedeutet, dass unsere wahre Heimat nicht auf dieser Erde ist, sondern bei Gott. Dies sollte unsere Werte und Prioritäten prägen.

Häufig gestellte Fragen zur Himmelfahrt

Was ist der Unterschied zwischen Auferstehung und Himmelfahrt?

Die Auferstehung ist Jesu Rückkehr vom Tod ins Leben nach drei Tagen. Die Himmelfahrt ist Jesu Rückkehr in den Himmel zu Gott dem Vater, 40 Tage nach seiner Auferstehung. Die Auferstehung beweist seinen Sieg über den Tod, die Himmelfahrt seine Verherrlichung und Inthronisierung als Herr und Hoherpriester.

Warum ist die Himmelfahrt wichtig?

Die Himmelfahrt ist wichtig, weil sie die Verherrlichung Jesu bestätigt, seinen Dienst als unser Hoherpriester und Fürsprecher im Himmel begründet, die Sendung des Heiligen Geistes ermöglichte und die Grundlage für die Hoffnung auf seine Wiederkunft legt. Sie ist der Abschluss seines Erlösungswerkes auf Erden und der Beginn seiner Herrschaft im Himmel.

Wo ist Jesus jetzt nach der Himmelfahrt?

Nach der Himmelfahrt sitzt Jesus zur Rechten Gottes des Vaters im Himmel. Dies ist eine Position höchster Autorität, Macht und Ehre. Von dort aus regiert er über das Universum, tritt für seine Gläubigen ein und wird eines Tages wiederkommen.

Wird Jesus wiederkommen, und hat das mit der Himmelfahrt zu tun?

Ja, die Bibel lehrt klar, dass Jesus wiederkommen wird. Die Engel verkündeten den Jüngern bei der Himmelfahrt, dass Jesus in gleicher Weise wiederkommen wird, wie er in den Himmel aufgefahren ist (Apostelgeschichte 1,11). Die Himmelfahrt ist somit die Garantie für seine Wiederkunft und ein zentraler Bestandteil der christlichen Hoffnung.

Haben andere Personen in der Bibel die Himmelfahrt erlebt?

Ja, die Bibel berichtet von mindestens zwei weiteren Personen, die direkt in den Himmel aufgenommen wurden, ohne den Tod zu erleben: Henoch (Genesis 5,24; Hebräer 11,5) und Elia (2. Könige 2,11). Ihre Himmelfahrt war jedoch eine individuelle Erfahrung, während Jesu Himmelfahrt eine universale, heilsgeschichtliche Bedeutung für alle Menschen hat.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Himmelfahrt Jesu Christi ein unersetzliches Ereignis im Heilsplan Gottes ist. Sie vollendet das irdische Wirken Jesu, bestätigt seine göttliche Autorität, leitet seinen hohepriesterlichen Dienst ein und eröffnet die Ära des Heiligen Geistes. Für Gläubige ist sie eine Quelle unerschütterlicher Hoffnung, die uns daran erinnert, dass unser Herr lebt, regiert und eines Tages in Herrlichkeit zurückkehren wird, um uns zu sich zu holen.

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