14/06/2023
Die Frage nach dem wahren Gott ist so alt wie die Menschheit selbst und beschäftigt Gläubige und Suchende gleichermaßen. In den heiligen Schriften, insbesondere der Bibel, offenbart sich Gott auf vielfältige Weise, oft durch unterschiedliche Namen und Titel. Diese Bezeichnungen sind weit mehr als bloße Benennungen; sie sind Fenster zu seinem Charakter, seiner Macht und seinem Wesen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Namen Gottes im Alten Testament und die Bezeichnungen im Neuen Testament, um aufzuzeigen, dass es sich stets um denselben Gott handelt – ob er sich als Jahwe den Israeliten offenbart oder durch Jesus Christus als Gott-Vater handelt.

Die Bedeutung der Gottesnamen in der Bibel
In der Bibel sind Namen von grundlegender Bedeutung. Sie beschreiben nicht nur eine Person, sondern offenbaren oft deren Wesen, Bestimmung oder eine bestimmte Eigenschaft. Dies gilt in besonderem Maße für die Namen, mit denen Gott in der Heiligen Schrift bezeichnet wird. Jeder Name, jede Bezeichnung enthüllt einen weiteren Aspekt seines unendlichen Charakters und seiner Beziehung zu den Menschen. Wenn wir die Bedeutung dieser Namen im Alten Testament mit den Eigenschaften Gottes im Neuen Testament vergleichen, wird die erstaunliche Kontinuität und Einheit Gottes deutlich.
Interessanterweise hat schon die Bezeichnung „der Name des Herrn“ eine tiefe Bedeutung. „Den Namen des HERRN anrufen“ bedeutet, ihn anzubeten oder Gott um Hilfe zu bitten (1. Mose 21,33). Wer seinen Namen missbraucht, entehrt Gott (2. Mose 20,7), was die Heiligkeit und Autorität unterstreicht, die mit seinem Namen verbunden ist.
Gottes Namen im Alten Testament
Das Alte Testament präsentiert eine reiche Palette an Gottesnamen, die jeweils unterschiedliche Facetten seines Wesens hervorheben.
El und Elohim
Das Wort Elohim (Gott) ist der häufigste Name Gottes im Alten Testament und kommt etwa 2570 Mal vor. In den meisten Fällen (ca. 2310 Mal) bezieht es sich auf den wahren Gott. Bereits im allerersten Vers der Bibel begegnen wir diesem Namen: „Im Anfang schuf Gott [Elohim] Himmel und Erde.“ Gelegentlich werden auch falsche Götter so bezeichnet, was die majestätische und allgemeine Natur des Namens unterstreicht.
Die genaue Herkunft von Elohim ist umstritten. Manche Ausleger leiten es von „Furcht“ ab, was auf die Ehrfurcht, Achtung und Anbetung verweisen würde, die Gott zustehen. Eine andere, als wahrscheinlicher angesehene Möglichkeit ist die Ableitung von der Grundform „stark“. Damit stünde die Kraft Gottes im Vordergrund. Der wahre Gott ist somit der starke und mächtige, der erhabene Gott. Diese majestätische Größe manifestiert sich in seinen Machttaten: in seiner Souveränität, in seinem Schöpfungswerk, in seinen Gerichten und in seinem Wirken für Israel. Es ist wichtig anzumerken, dass Elohim die Mehrzahl des Wortes El ist, was oft als „Majestätsplural“ interpretiert wird, der die Größe und Fülle Gottes ausdrückt.
Zusammensetzungen mit El
Die Zusammensetzungen mit El sind keine neuen Namen Gottes, sondern Bezeichnungen oder Titel, die oft aus Schlüsselereignissen entstanden sind. Sie beschreiben Aspekte Gottes, die erfahren wurden und auch heute noch erfahrbar sind, da Gottes Wesen sich nicht verändert:
- El Shaddai: Oft als „Gott, der Allmächtige“ übersetzt. Die Herkunft von „Schaddai“ ist nicht ganz klar, wird aber meist mit Stärke oder Herrschaft in Verbindung gebracht. Gott offenbart sich den Erzvätern unter diesem Namen, um Trost zu spenden und den Bund mit Abraham zu bestätigen (1. Mose 17,1).
- El Eljon: Dieser Name bedeutet „Gott, der Höchste“. Er betont Gottes Stärke, Souveränität und Erhabenheit. Er wurde erstmals von Melchisedek verwendet, als er Abraham segnete (1. Mose 14,19).
- El Olam: Der „ewige Gott“. „Olam“ bedeutet „von der grauen, undenklichen Vorzeit“ oder „von der ununterbrochenen Zukunft“. Er betont Gottes Unveränderlichkeit (1. Mose 21,33) und seine grenzenlose Kraft (Jesaja 40,28).
- El Roi: „Der Gott, der sieht“. Dieser Name wurde Gott von Hagar gegeben, als er zu ihr sprach (1. Mose 16,13).
Jahwe (JHWH)
Der zweite zentrale Name Gottes ist Jahwe (JHWH), der persönliche Offenbarungsname Gottes. Dieser Name kommt mit etwa 5321 Mal am häufigsten im Alten Testament vor. Obwohl der Ursprung von JHWH nicht eindeutig geklärt ist, wird allgemein angenommen, dass sich das Wort von der Wurzel „hawa“ herleitet, mit der Bedeutung von „sein“, „werden“ oder „bleiben“.
Obwohl Menschen den Namen Jahwe schon zur Zeit Sets, Noahs und Abrahams verwendeten (1. Mose 4,6), wurde die tiefe Bedeutung des Namens erst Mose am brennenden Dornbusch geoffenbart. Gott stellte sich ihm als der „Ich bin, der ich bin“ oder „ich werde sein, der ich sein werde“ vor (2. Mose 3,14). Hier bedeutet der Name vor allem Gottes Gegenwart bei seinem Volk Israel – er ist derjenige, der da ist, der handelt und der treu bleibt.
Nach dem babylonischen Exil wurde „Jahwe“ als Gottes persönlicher Name als zu heilig und unaussprechlich betrachtet. Deshalb ersetzte man ihn gewöhnlich durch Adonai (Herr). So wurden im 6. und 7. Jahrhundert v.Ch. die Konsonanten JHWH mit den Vokalzeichen von Adonai versehen, um die Vorleser in der Synagoge daran zu erinnern, „Adonai“ auszusprechen, anstatt das heilige Tetragramm zu lesen. Daraus entstand das Kunstwort „Jehova“. Viele deutsche Bibelübersetzungen benutzen das groß geschriebene HERR, um deutlich zu machen, wann im hebräischen Grundtext Jahwe verwendet wird und um diesen Gottesnamen von der Anrede Herr (Adonai) zu unterscheiden.
Zusammensetzungen mit Jahwe
Ähnlich wie bei El gibt es auch bei Jahwe Zusammensetzungen, die spezifische Eigenschaften oder Erfahrungen mit Gott beschreiben:
- Jahwe Zebaoth: Der „Herr der Heere/Heerscharen“ (1. Samuel 1,3). Dieser Vergleich aus dem Kriegsleben bezeichnet Jahwe als den Oberbefehlshaber der himmlischen Engelsheere und des Kriegsheeres Israels. Gott ist der eigentliche Führer und Bewahrer Israels.
- Jahwe Jireh: „Der Herr sieht“ oder „Der Herr wird versehen“ (1. Mose 22,14). Diesen Namen gab Abraham dem Ort, nachdem Gott einen Widder als Ersatz für Isaak bereitgestellt hatte.
- Jahwe Shalom: „Der Herr ist Frieden“ (Richter 6,24).
- Jahwe Makkadeschem: „Der Herr, der euch heiligt“ (2. Mose 31,13).
- Jahwe Roi: „Der Herr, mein Hirte“ (Psalm 23,1).
- Jahwe Zidkenu: „Der Herr, unsere Gerechtigkeit“ (Jeremia 23,6).
- Jahwe Rophecha: „Der Herr, dein Arzt“ (2. Mose 15,26).
- Jahwe Elohim Israel: „Der Herr, der Gott Israels“ (1. Mose 33,20).
Adonai
Wie Elohim ist Adonai ein Majestätsplural. Die Einzahl bedeutet „Herr“, „Meister“, „Eigentümer“. Das Wort wird auch für die Beziehung zwischen Menschen verwendet, beispielsweise zwischen Herren und Sklaven. Daneben beschreibt Adonai aber auch die Beziehung zwischen Gott und den Menschen. Wenn Menschen Gott auf diese Art und Weise als ihren Herrn anreden (1. Mose 15,2; 2. Mose 4,10), drückt dies ihr Vertrauen aus. Sie wissen, dass sie unter Gottes Leitung und Schutz stehen.
Hier eine zusammenfassende Tabelle der Gottesnamen im Alten Testament:
| Gottesname | Bedeutung/Beschreibung | Beispiel (Bibelstelle) |
|---|---|---|
| Elohim | Der Starke, Mächtige, Erhabene; Gott der Schöpfung | 1. Mose 1,1 |
| El Shaddai | Gott der Allmächtige; Spender von Trost und Erfüllung | 1. Mose 17,1 |
| El Eljon | Gott der Höchste; souverän und erhaben | 1. Mose 14,19 |
| El Olam | Der Ewige Gott; unveränderlich | 1. Mose 21,33 |
| Jahwe (JHWH) | Ich bin, der ich bin; der Seiende, Persönlicher Offenbarungsname | 2. Mose 3,14 |
| Jahwe Zebaoth | Herr der Heere/Heerscharen; Oberbefehlshaber | 1. Samuel 1,3 |
| Jahwe Jireh | Der Herr sieht/wird versehen | 1. Mose 22,14 |
| Adonai | Herr, Meister, Eigentümer; Ausdruck von Vertrauen | 1. Mose 15,2 |
Gottesbezeichnungen im Neuen Testament
Im Neuen Testament werden Gottes Namen und Wesen durch die griechische Sprache und die Offenbarung in Jesus Christus weiter vertieft und bestätigt.

Theos
Theos ist der häufigste Gottesname im Neuen Testament und die Standardübersetzung von El/Elohim in der Septuaginta, der ältesten altgriechischen Übersetzung des hebräischen Tanach. Fast immer ist mit Theos der wahre Gott gemeint, obwohl es auch Fälle gibt, in denen heidnische Götter so bezeichnet werden, die jedoch als falsche Götter zurückgewiesen werden. Die Verwendung von Theos offenbart eine Reihe wesentlicher Wahrheiten über Gott:
- Er ist der einzige wahre Gott.
- Er ist alleine Gott.
- Er ist transzendent (jenseits der menschlichen Erfahrung).
- Er ist der Heiland.
Jesus als Theos
Eine der bemerkenswertesten Offenbarungen im Neuen Testament ist die Bezeichnung Jesu als Theos (Gott) an mehreren Stellen, was seine göttliche Natur unterstreicht:
- „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.“ (Johannes 1,1). Hier wird Jesus als das Wort identifiziert und als Gott bezeichnet.
- Thomas antwortete und sprach zu ihm [Jesus]: „Mein Herr und mein Gott [Theos]!“ (Johannes 20,28). Dies ist eine direkte Anbetung und Anerkennung Jesu als Gott.
- In Titus 2,13 findet sich eine der deutlichsten Gleichstellungen Jesu mit Gott in den Schriften des Apostels Paulus: „...und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes [Theos] und unseres Heilands Jesus Christus...“ (Titus 2,13).
Kyrios
Kyrios (Herr) wird in der Septuaginta verwendet, um die hebräischen Begriffe Jahwe und Adonai zu übersetzen. Im Neuen Testament ist Kyrios sehr häufig, besonders bei Lukas (210 Mal) und Paulus (275 Mal), die für ein griechischsprachiges Publikum schrieben. Kyrios betont Autorität und Erhabenheit. Es kann „Herr“ als Anrede, Eigentümer, Meister bedeuten, aber auch für einen Götzen oder den Ehemann stehen. Wenn Gott als Kyrios bezeichnet wird, steht vor allem seine Schöpfergewalt, seine in der Geschichte offenbarte Macht und seine gerechte Herrschaft über das Universum im Vordergrund.
Jesus als Kyrios
Während seines irdischen Lebens wurde Jesus oft als „Herr“ im Sinne von Rabbi oder Meister angesprochen. Doch seine Rolle als Kyrios geht weit darüber hinaus. Thomas erkennt ihn als Herrn an, indem er ausruft: „Mein Herr [Kyrios] und mein Gott!“ (Johannes 20,28).
Für Judenchristen und römische oder griechische Christen des 1. Jahrhunderts, die mit dem Alten Testament vertraut waren, war „Kyrios“ gleichbedeutend mit dem Gott des Alten Testaments. Im Zusammenhang mit einem Vers wie Römer 10,9 („Denn wenn du mit deinem Munde bekennst Jesus als den Herrn und glaubst in deinem Herzen, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet.“) bedeutete dies, dass jeder, der Jesus als Herrn (Kyrios) bezeichnete, damit gleichzeitig anerkannte, dass Jesus Gott ist.
Eine vergleichende Tabelle zu Theos und Kyrios im Neuen Testament:
| Gottesbezeichnung | Ursprung/Bedeutung | Beziehung zu Jesus |
|---|---|---|
| Theos (Gott) | Griechische Übersetzung von El/Elohim; der einzige wahre Gott, transzendent, Heiland | Jesus wird direkt als Theos bezeichnet (Joh 1,1; Joh 20,28; Tit 2,13) |
| Kyrios (Herr) | Griechische Übersetzung von Jahwe/Adonai; betont Autorität, Erhabenheit, Herrschaft | Jesus wird als Kyrios anerkannt, was seine göttliche Herrschaft und Identität als der Gott des AT impliziert (Joh 20,28; Röm 10,9) |
Die Einheit von Altem und Neuem Testament: Jahwe ist Gott-Vater und Jesus
Das Fundament des christlichen Glaubens ist die Überzeugung, dass Jesus von Nazareth auch der Jahwe des Alten Testaments ist. Wenn wir in deutschen Übersetzungen des Alten Testaments HERR lesen, sehen wir darin implizit bereits Jesus verborgen. Jesus Christus ist derselbe, der sich den Erzvätern, Mose und den Propheten als JHWH offenbarte.
Dies wird besonders deutlich in Johannes 8,56-58, wo Jesus den Juden zeigt, dass er selbst der große „Ich bin“ (Jahwe) ist, der zu Mose im Dornbusch gesagt hatte: „Ich bin, der ich bin“ (2. Mose 3,14). Auch die berühmten „Ich bin“-Worte Jesu (z.B. Johannes 10,11: „Ich bin der gute Hirte“) machen dies deutlich. Durch die grammatikalische Form, die Jesus dort im Griechischen verwendet, setzt er sich explizit mit Jahwe gleich. Ein Vergleich von Hebräer 13,8 („Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und in Ewigkeit.“) mit Maleachi 3,6 („Denn ich, der HERR, habe mich nicht geändert.“) bestätigt, dass Jesus Herr und Gott ist.
Gleichzeitig ist Gott der Vater auch JHWH, ganz Gott. Beide sind eins, wie Jesus selbst sagte: „Ich und der Vater sind eins.“ (Johannes 10,30). Der Unterschied liegt in der Bezeichnung „Vater“ und „Sohn“. Gott ist der Einzige, der Eine, der Ewige, der sich den Menschen als Vater und Sohn (und Heiliger Geist) geoffenbart hat.
Gott als Vater
Eine Besonderheit des Neuen Testaments ist die Offenbarung Gottes als Vater der Christen. Während Gott im Alten Testament nur etwa 15 Mal als Vater angesprochen wird (z.B. 5. Mose 32,6; Psalm 103,13; Jesaja 63,16), ist dies im Neuen Testament 245 Mal der Fall. Diese intime Vater-Kind-Beziehung zwischen Mensch und Gott wurde durch Jesus Christus, seinen Tod und seine Auferstehung, wieder möglich gemacht (Johannes 1,12).
Als Vater gibt Gott seinen Kindern Gnade und Frieden (Epheser 1,2), gute Gaben (Jakobus 1,17) und Gebote (2. Johannes 4). Gott darf im Gebet als Vater angesprochen werden (Matthäus 6,9; Epheser 2,18; 1. Thessalonicher 3,11), was eine tiefere, persönlichere Beziehung zum Ausdruck bringt, die im Alten Testament so nicht durchgängig zu finden war.
Der Unterschied in der Anrede Gottes als Vater zwischen dem Alten und Neuen Testament:
| Aspekt | Altes Testament | Neues Testament |
|---|---|---|
| Häufigkeit der Anrede als Vater | Selten (ca. 15 Mal) | Sehr häufig (ca. 245 Mal) |
| Beziehung | Oft als Schöpfer, König, Versorger Israels | Persönliche Vater-Kind-Beziehung durch Jesus Christus |
| Grundlage der Beziehung | Bund mit Israel, Schöpfung | Jesus' Tod und Auferstehung, Annahme als Kinder Gottes (Joh 1,12) |
| Gaben des Vaters | Gesetz, Führung, Schutz | Gnade, Frieden, gute Gaben, Gebote, Heiliger Geist |
| Gebetsansprache | Meist als HERR, Gott der Väter | Als „Vater“ (z.B. Matthäus 6,9) |
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
- Ist Jahwe im Alten Testament gleichzeitig Gott-Vater im Neuen Testament?
- Ja, die biblische Theologie lehrt, dass Jahwe, der Gott des Alten Testaments, derselbe ist wie der Gott-Vater im Neuen Testament. Die Offenbarung in Jesus Christus vertieft und personalisiert die Beziehung zu diesem einen, unveränderlichen Gott, insbesondere in seiner Rolle als Vater der Gläubigen.
- Lassen sich die Gottesbezeichnungen aus dem Alten Testament auch auf Jesus übertragen?
- Absolut. Das Neue Testament identifiziert Jesus explizit mit den göttlichen Attributen und Namen des Alten Testaments. Jesus beansprucht den Jahwe-Titel „Ich bin“ für sich (Johannes 8,58) und wird als Theos (Gott) und Kyrios (Herr, die griechische Übersetzung von Jahwe) bezeichnet. Dies unterstreicht seine volle Gottheit und seine Einheit mit dem Vater.
- Warum hat Gott so viele Namen?
- Gott hat viele Namen, weil jeder Name einen anderen Aspekt seines unendlichen Wesens, seines Charakters und seiner Beziehung zu den Menschen offenbart. Sie sind keine Widersprüche, sondern ergänzen sich und helfen uns, seine vielfältigen Eigenschaften wie Allmacht, Ewigkeit, Treue, Gerechtigkeit, Liebe und seine Rolle als Schöpfer, Erlöser und Herr besser zu verstehen.
- Was bedeutet die Bezeichnung „Ich bin, der ich bin“?
- „Ich bin, der ich bin“ (2. Mose 3,14) ist die tiefgründige Selbstoffenbarung Gottes an Mose. Es bedeutet Gottes absolute Souveränität, seine unendliche Existenz (er ist der Seiende, der sich selbst genügt) und seine unveränderliche Gegenwart. Er ist der Gott, der da ist, der handelt und der treu zu seinen Verheißungen steht. Jesus greift diese Bezeichnung auf, um seine eigene göttliche Identität zu bekräftigen.
- Warum wird der Name „Jahwe“ manchmal durch „HERR“ ersetzt?
- Im Judentum wurde der Name Jahwe (JHWH) nach dem babylonischen Exil aus Ehrfurcht als zu heilig angesehen, um ausgesprochen zu werden. Stattdessen wurde beim Lesen der Heiligen Schriften das Wort „Adonai“ (Herr) verwendet. Viele Bibelübersetzungen, darunter auch deutsche, folgen dieser Tradition und setzen „HERR“ in Großbuchstaben (oder Kapitälchen), um anzuzeigen, dass im hebräischen Originaltext Jahwe stand.
Fazit
Gott offenbart sich in der Bibel unter verschiedenen Namen und Titeln. Im Alten Testament begegnet er den Menschen meistens unter dem Namen Jahwe, während im Neuen Testament die Begriffe Kyrios und Theos vorherrschend sind. Diese einzelnen Bezeichnungen stehen nicht im Gegensatz zueinander; vielmehr ergänzen sie sich und zeigen jeweils einen anderen Aspekt von Gottes unveränderlichem Wesen auf.
Wer auf die genaue Bedeutung der Namen achtet und auch beobachtet, in welchem Zusammenhang sie gebraucht werden, kann dadurch einen tieferen Einblick in Gottes Handeln und Sein gewinnen. Deswegen lohnt sich ein genauer Blick auf Gottes „Visitenkarte“ nicht nur von sprachlicher oder theologischer Seite her. Auch das persönliche Glaubensleben, die Kenntnis von Gottes Wesen und dadurch das Vertrauen zu ihm, können davon profitieren. Die Erkenntnis, dass der allmächtige Schöpfer des Alten Testaments derselbe liebende Vater im Neuen Testament ist und dass Jesus Christus die vollkommene Offenbarung dieses einen Gottes ist, stärkt den Glauben und festigt das Vertrauen in seine unwandelbare Treue und Liebe.
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