Gebet und Leiden: Warum wahre Hingabe alles ändert

06/08/2023

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In den Wirren des Lebens, wenn Sorgen und Ängste uns zu überwältigen drohen, suchen viele Menschen Zuflucht im Gebet. Doch oft fühlen wir uns trotz unserer Bitten nicht erleichtert, ja manchmal sogar noch verwirrter. Jesus selbst fragt: „Warum lasst ihr euch so leicht beunruhigen und verwirren?“ Diese Frage führt uns zu einer tiefgreifenden Wahrheit über das Leiden, das Gebet und die wahre, befreiende Kraft der Hingabe. Es geht nicht nur darum, Gott unsere Anliegen vorzutragen, sondern darum, wie wir sie vortragen und welche Haltung wir dabei einnehmen. Wahres Gebet ist mehr als nur eine Bitte; es ist ein Akt des tiefen Vertrauens, der unser Innerstes verwandelt und Gottes Wirken in unserem Leben ermöglicht.

Was ist der Unterschied zwischen Leiden und Gebete?
Wenn dagegen eure Gebete „ein vollkommenes Sich anvertrauen„ sind, dann werdet ihr viele Gnaden erhalten. Im Leiden betet ihr, dass Ich es euch nehmen soll, dabei jedoch nur ganz so, wie ihr es euch vorstellt. Ihr wendet euch zwar an Mich, wollt aber, dass Ich Mich euren Vorstellungen angleiche.
Inhaltsverzeichnis

Der Unterschied zwischen Leiden und dem Gebet der Hingabe

Wenn wir leiden, ist unsere erste Reaktion oft, Gott anzuflehen, uns dieses Leid zu nehmen. Wir beten aus unserer Not heraus, aber oft mit einer festen Vorstellung davon, wie die Lösung auszusehen hat. Wir sind wie Kranke, die den Arzt um Behandlung bitten, aber gleichzeitig die Art der Behandlung vorschreiben wollen. Diese Art des Gebets, obwohl aus aufrichtigem Herzen kommend, kann uns tatsächlich von der Fülle der Gnade abschneiden, die Gott für uns bereithält. Es ist ein Gebet, das von Sorge, Beunruhigung und dem Wunsch nach Kontrolle geprägt ist, anstatt von einem tiefen, kindlichen Vertrauen.

Das Leiden an sich ist eine menschliche Erfahrung, die uns oft an unsere Grenzen bringt. Es kann physischer Schmerz, emotionale Qual, finanzielle Not oder seelische Belastung sein. In solchen Momenten neigen wir dazu, zu grübeln, nachzudenken und uns selbst abzuquälen, in dem Glauben, wir müssten um jeden Preis alles selbst in den Griff bekommen. Dieses ständige Nachsinnen und Sorgen ist jedoch genau das, was uns durcheinanderbringt und uns am meisten schadet. Es bindet unsere Energie und verhindert, dass wir uns wirklich auf Gottes Hilfe verlassen können. Die Botschaft ist klar: Wenn wir uns zu sehr abmühen und versuchen, alles aus eigener Kraft zu bewältigen, erhalten wir zu wenig Gnaden. Unser eigenes „Ich“ wird zum Hindernis für Gottes Absichten mit uns.

Im Gegensatz dazu steht die wahre Hingabe. Sie ist kein Ausdruck von Ängstlichkeit oder Verzweiflung, die dann in einem erregten Gebet gipfelt. Vielmehr bedeutet Hingabe, die Augen der Seele ruhig zu schließen und sich Gott ganz zu überlassen, damit Er uns allein ans andere Ufer trägt, wie ein schlafendes Kind auf dem Arm seiner Mutter. Es ist ein Zustand des inneren Friedens und der Gewissheit, dass Gott sich kümmern wird. Diese Art des Gebets, ein vollkommenes Sich-Anvertrauen, öffnet die Schleusen zu unzähligen Gnaden.

Die zerstörerische Kraft des Grübelns und die Befreiung durch "Sorge Du"

Unser menschlicher Verstand ist oft unser größter Feind, wenn es um Vertrauen geht. Wir wollen alles abschätzen, erwägen, erkunden und mitdenken. Diese Besorgnis, die Unruhe bezüglich der Folgen einer Sache und der Wunsch, alles selbst zu denken und zu tun, stehen der rechten Hingabe diametral entgegen. Es ist wie bei einem ungestümen Betteln der Kinder bei ihrer Mutter: Wenn die Kinder es selbst machen möchten, stören oder verhindern sie durch ihre Pläne, Ideen und Launen sogar die rechte Hilfe der Mutter. Ebenso behindern unsere eigenen Versuche und unser ständiges Grübeln Gottes Wirken. Wir überlassen uns dabei nur den menschlichen Kräften des „eigenen Ich“ oder noch schlimmer, vertrauen auf menschliches Eingreifen statt auf die göttliche Allmacht.

Jesus wünscht sich von uns diese wahre Hingabe, um uns beschenken zu können. Es betrübt Ihn, uns so beunruhigt und verzweifelt zu sehen. Gerade dies ist Satans Ziel: uns in Unruhe und Verzweiflung zu bringen, um uns so von Gottes Wirken und Liebe zu entziehen und uns ganz den menschlichen Eingriffen hinzugeben. Deshalb ist es so entscheidend, Ihm ganz zu vertrauen, in Ihm zu ruhen und sich Ihm in allem hinzugeben. Gott wirkt Wunder im Maße unserer vollkommenen, vertrauensbereiten Hingabe an Ihn und des gänzlichen Misstrauens uns selbst gegenüber. Wenn wir völlig arm und bedürftig sind, schenkt Er uns Gnadenschätze. Wenn wir jedoch auf unsere eigenen Hilfsquellen vertrauen oder solche suchen, bleiben wir auf der rein natürlichen Ebene und folgen so dem rein natürlichen Lauf der Dinge, der heute so oft von Satan direkt oder indirekt über das von ihm geschmeichelte Ich ablenkt oder gar gestört wird.

Jemand, der immer noch alles erörtert und selbst erwägt, hat nie Wunder erlebt oder gar gewirkt, die von Gott kamen; dies geschah nicht einmal unter den Heiligen. „Es wirkt nur mit Gott, wer sich Gott total hin- und übergibt!“

Das Vaterunser als Blaupause für die Hingabe

Jesus selbst hat uns gelehrt, wie wir beten sollen, und das „Vaterunser“ ist das perfekte Beispiel für ein Gebet der Hingabe. Jede Zeile dieses Gebets ist eine Lektion in Vertrauen und Loslassen:

  • „Geheiligt werde Dein Name!“ Dies bedeutet: Sei doch Du verherrlicht in meiner Not und Bedrängnis. Es ist eine Anerkennung von Gottes Souveränität und Güte, selbst inmitten unserer Schwierigkeiten.
  • „Dein Reich komme!“ Dies bedeutet: Alles trage zu Deinem Reiche in uns und in der Welt bei. Wir bitten darum, dass Gottes Wille und Herrschaft sich in uns und durch uns manifestieren mögen, unabhängig von unseren eigenen Vorstellungen.
  • „Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.“ Dies ist der Kern der Hingabe: Verfüge also Du in dieser meiner Angelegenheit, wie es besser für das ewige und zeitliche Leben ist. Wenn wir Gott wirklich sagen: „Dein Wille geschehe, Sorge Du“, so greift Er mit Seiner ganzen Allmacht ein und löst die schwierigsten Situationen.

Diese einfache, aber tiefgründige Haltung ist der Schlüssel. Wenn wir unsere inneren Augen schließen und mit vollem Vertrauen sprechen: „Dein Wille geschehe, Sorge Du o Herr!“, dann verspricht Jesus, wie ein Arzt zu sorgen und einzugreifen, mit Seiner ganzen göttlichen Allmacht. Er kann sogar ein Wunder wirken, wenn es nötig ist. Und selbst wenn sich unser Zustand als „Kranker“ zu verschlimmern scheint, sollen wir uns nicht beunruhigen, sondern die inneren Augen schließen und erneut zu Ihm sagen: „Sorge Du“, denn Er verspricht: „Ich sorge!!!“

Die transformative Kraft der Hingabe

Die Auswirkungen der wahren Hingabe sind tiefgreifend und umfassend. Wenn wir uns Gott ganz anvertrauen, entlasten wir uns von der erdrückenden Bürde der Sorge und Kontrolle. Stattdessen erfahren wir einen tiefen inneren Frieden, der über alles Verstehen hinausgeht. Gott trägt uns auf Seinen Armen, denn es gibt keine heilsamere Medizin als das Eingreifen Seiner Liebe. Er tröstet, befreit und führt uns, selbst wenn Er uns einen anderen Weg führen muss, als den, den wir uns vorgestellt haben. Dieser Prozess erfordert jedoch eine aktive Entscheidung und ein ständiges Ausrichten unseres Herzens auf Gott.

Wie schreibe ich meine Gebete?
Deine Gebete gelten nicht so viel, wie ein Akt vertrauensvoller Hin-gabe; bedenke es wohl. Es gibt keine wirksamere Novene als die-se: „Oh Jesus, ich gebe mich Dir hin, sorge Du“. O Jesus, ich gebe mich Dir hin. Sorge Du! (10x) Jesus, ich vertraue auf Dich. Amen. (Schluß)

Die Hingabe ist kein einmaliger Akt, sondern eine fortlaufende Haltung. Wir sollen unsere Augen nach innen hin auf Gott ausrichten, d.h., wir müssen es wirklich wollen und Ihm vollkommen vertrauen, ja uns Ihm fest anvertrauen. In diesem Zustand des Vertrauens und der Selbstverleugnung werden große, andauernde, jedoch stille Wunder geschehen, die nur für uns Sensationen sein dürfen und überdies das rechte Vertrauen und unsere Liebe zu Gott verstärken. „Ich, euer Gott, werde sorgen. Ich versichere es euch.“

Selbst wenn Gott uns die Gnade des Opfers, der Sühne und der Liebe zumutet, bzw. schenkt, die ein Leid als Kreuz auferlegt, werden wir in dieser Haltung des Gebets und der Hingabe großen inneren Frieden und wahre Früchte Seiner Liebe ernten. Das mag uns manchmal unmöglich erscheinen, aber die Antwort ist immer dieselbe: Schließe wieder die Augen und blicke nach innen und bete mit ganzem Herzen: „Jesus, Sorge Du!“

Vergleichende Perspektiven: Leiden, Gebet und die Kraft der Hingabe

Um die Unterschiede noch deutlicher zu machen, betrachten wir die verschiedenen Haltungen im Umgang mit Schwierigkeiten:

AspektUmgang im Leiden (ohne Hingabe)Gebet der Hingabe ("Sorge Du")
GrundhaltungÄngstlich, beunruhigt, grübelnd, selbstbezogenRuhig, vertrauensvoll, überlassend, demütig
FokusAuf das Problem, die eigene Vorstellung der Lösung, die eigene KontrolleAuf Gottes Willen, Seine Allmacht und Seine Liebe
GebetsartFordern, Bitten um eine spezifische, selbst gewählte Lösung, ungeduldigSich Anvertrauen, Loslassen, Überlassen, Akzeptieren des göttlichen Weges
ErgebnisAnhaltende Sorge, wenig Gnaden, Blockade göttlichen Wirkens, innere UnruheAbundant Gnaden, Wunder, tiefer innerer Frieden, göttliche Führung und Hilfe
HinderungEigenes Denken, Selber-Tun-Wollen, Misstrauen gegenüber Gott, Anhaftung an eigene PläneMisstrauen gegenüber sich selbst, das Loslassen des eigenen "Ich", Satans Ablenkungen
Quelle der HilfeMenschliche Kräfte, eigene Anstrengungen, Vertrauen auf andere MenschenGöttliche Allmacht, unendliche Liebe Gottes, Seine Fürsorge

Häufig gestellte Fragen zur Hingabe

Warum fällt es uns so schwer, uns wirklich hinzugeben?

Es fällt uns schwer, weil unser „Ich“ von Natur aus nach Kontrolle strebt und Angst vor dem Unbekannten hat. Wir sind darauf trainiert, Probleme selbst zu lösen und uns auf unsere eigenen Fähigkeiten zu verlassen. Das Loslassen bedeutet, die Kontrolle abzugeben, was sich anfühlen kann, als würden wir in einen Abgrund springen. Doch gerade in diesem Loslassen liegt die größte Freiheit und die Möglichkeit für Gott, in einer Weise zu wirken, die unsere menschlichen Möglichkeiten bei Weitem übersteigt. Satan verstärkt diese Tendenz zur Unruhe und Verzweiflung, um uns von Gottes Wirken fernzuhalten.

Ist Leiden immer etwas Schlechtes, das vermieden werden sollte?

Nicht unbedingt. Während wir natürlich Schmerz und Leid vermeiden wollen, kann es, wenn es im Geist der Hingabe angenommen wird, zu einer Quelle großer Gnade werden. Jesus spricht davon, dass Er uns die Gnade des Opfers, der Sühne und der Liebe zumutet, die ein Leid als Kreuz auferlegt. In solchen Momenten kann Leid, wenn es Gott hingegeben wird, zu einem Mittel der Reinigung, des Wachstums und der tiefen Vereinigung mit Christus werden. Es ist nicht das Leid selbst, das uns schadet, sondern unsere Haltung dazu – ob wir daran festhalten und uns quälen oder es Gott in Vertrauen überlassen.

Wie oft soll ich die Worte „Jesus, sorge Du!“ beten?

So oft wie nötig, in jeder Situation, die Sorge oder Unruhe hervorruft. Es ist nicht nur eine Formel, sondern eine Herzenshaltung. Jedes Mal, wenn sich das Übel zu verschlimmern scheint oder neue Sorgen aufkommen, schließen Sie die Augen Ihres Herzens und Ihrer Seele und sprechen Sie es mit vollem Vertrauen. Machen Sie es immer wieder richtig in allen Ihren Bedürfnissen. Es ist die wirksamste „Novene“, eine immerwährende Gebetshaltung, die Sie in jeden Moment Ihres Lebens integrieren können.

Was, wenn ich mich hingebe, und die Situation verschlimmert sich trotzdem?

Die Antwort Jesu ist klar: „Beunruhige dich dennoch nicht.“ Schließe wiederum deine Augen der Seele, bzw. des Herzens und sprich zu Mir mit vollem Vertrauen: „Dein Wille geschehe, Sorge Du o Herr!“ Gottes Wege sind nicht immer unsere Wege. Manchmal muss Er uns durch tiefere Täler führen, um uns zu heilen oder uns auf einen besseren Weg zu führen. Unser menschlicher Verstand kann Gottes Plan nicht immer erfassen. Gerade in solchen Momenten ist die totale Hingabe entscheidend. Jesus verspricht: „Ich sorge!!!“ Vertrauen Sie Seiner Verheißung, auch wenn die Umstände widersprüchlich erscheinen.

Ist diese Art der Hingabe nicht passiv oder verantwortungslos?

Nein, ganz im Gegenteil. Es ist ein Akt der größten Stärke und des tiefsten Glaubens. Es bedeutet nicht, die Hände in den Schoß zu legen und nichts zu tun. Es bedeutet, aktiv die Kontrolle an denjenigen abzugeben, der die Allmacht und die unendliche Weisheit besitzt. Es ist ein Loslassen des eigenen, oft begrenzten, Denkens und Planens, um Raum für Gottes unbegrenzte Möglichkeiten zu schaffen. Wenn wir uns Ihm hingeben, bedeutet das nicht, dass wir keine Rolle mehr spielen, sondern dass wir in Partnerschaft mit dem Göttlichen handeln, geführt von Seiner Weisheit statt von unserer eigenen Angst oder unserem Stolz. Es ist das Gegenteil von passiver Resignation; es ist ein aktiver Akt des Vertrauens.

Der Weg zum wahren Frieden

Eure Gebete gelten nicht so viel, wie ein Akt vertrauensvoller Hingabe! Bedenkt es wohl. Die wahre Stärke liegt nicht darin, wie sehr wir uns abmühen oder wie viele Gebete wir mechanisch sprechen, sondern in der Tiefe unseres Vertrauens und unserer Bereitschaft, alles in Gottes Hände zu legen. Die einfachste und wirksamste Novene ist: „O Jesus, ich gebe mich Dir hin, Sorge Du.“ In dieser Haltung des Gebets und der Hingabe werdet ihr großen inneren Frieden und wahre Früchte Seiner Liebe ernten. Habt keine Angst. Jesus sorgt fürwahr! Dann werdet ihr Seinen Namen preisen, indem ihr euch selbst gänzlich verdemütigt!

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