Was ist der Zweck des Johannesevangeliums?

Jesus und Muhammed: Ein Vergleich der Propheten

13/11/2021

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Die Gestalten Jesu Christi und des Propheten Muhammed prägen die Weltgeschichte und das religiöse Bewusstsein von Milliarden Menschen. Beide werden von ihren Anhängern als herausragende Persönlichkeiten verehrt, die eine göttliche Botschaft überbrachten. Doch während sie viele Gemeinsamkeiten als Propheten Gottes teilen – wie die Predigt des Monotheismus und die Aufforderung zu einem gottgefälligen Leben – gibt es fundamentale Unterschiede, die ihre jeweiligen Religionen, das Christentum und den Islam, einzigartig machen. Ein besonders prägnanter Unterschied manifestiert sich in den Geschehnissen nach ihrem Tod: Beide starben, doch nur Jesus Christus, so der christliche Glaube, ist am dritten Tag nach seinem Tod von den Toten auferstanden. Sein Grab war leer, und er erschien nach seiner Auferstehung vielen Augenzeugen, die ihn gekannt und begleitet hatten. Dieses Ereignis der Auferstehung bildet einen Eckpfeiler des christlichen Glaubens und unterscheidet die Figur Jesu grundlegend von allen anderen Propheten, einschließlich Muhammed.

Was ist der Unterschied zwischen Jesus und Mohammed?

Muhammeds Prophetentum im christlichen Kontext

Die Frage nach Muhammeds Status als Prophet hat seit jeher zu heftigen Diskussionen zwischen Christen und Muslimen geführt. Während frühere christliche Theologen und Orientalisten Muhammed oft als falschen Propheten abstempelten, räumen ihm heutige Gelehrte zunehmend eine prophetische Stellung ein, zumindest für den arabischen Raum. Sie gestehen zu, dass Muhammed ein durch und durch gläubiger Mensch war, der für den Einen Gott predigte und sich in einer schwachen Position gegen den Götzendienst auflehnte. Doch die Anerkennung seines Prophetentum für die gesamte Menschheit bleibt für viele Theologen eine Hürde. Dies liegt nicht zuletzt an den weitreichenden Konsequenzen, die eine solche Anerkennung für das gesamte System des Christentums hätte. Würde Muhammeds Prophetentum universell anerkannt, so müssten zentrale theologische Konzepte des Christentums neu bewertet oder sogar widerlegt werden, was die kirchliche Struktur und Glaubenslehre vor enorme Herausforderungen stellen würde.

Für den Christen, der die Wahrheit über die Person Muhammeds auf der Grundlage biblischer Texte erfahren möchte, ist es jedoch wichtig, die verschiedenen Interpretationen zu beleuchten. Der Islam argumentiert, dass die Bibel selbst Hinweise auf den letzten Gesandten Gottes, Muhammed, enthält. Schon Moses soll die Ankunft eines solchen Propheten angekündigt haben, und diese Verheißungen ziehen sich nach islamischer Lesart durch die biblischen Texte bis in die Evangelien hinein. Die Theologie hat die Bibel nach ihrem Verständnis ausgelegt und hält an einmal festgelegten Aussagen fest, doch eine offene Betrachtung der Texte kann neue Perspektiven eröffnen.

Biblische Prophezeiungen und ihre islamische Auslegung

Die islamische Auslegung der Bibel identifiziert eine Reihe von Passagen, die auf die Ankunft des Propheten Muhammed hindeuten sollen. Diese Interpretationen bieten eine faszinierende Perspektive auf die Kontinuität göttlicher Offenbarung und die universelle Botschaft des Islam.

Der Bund Abrahams und Ismaels Erbe

Der Grundstein für die Verheißung des Propheten Muhammed beginnt bei dem gemeinsamen Propheten Abraham. In 1. Mose 17, Verse 7-11 und 14, schließt Gott einen ewigen Bund mit Abraham und seinen Nachkommen, der die Beschneidung als Zeichen trägt. Abraham hatte zwei Söhne: Ismael von der Sklavin Hagar und Isaak von seiner Frau Sara. Trotz der Verstoßung Hagars und Ismaels segnete Gott Ismael, wie in 1. Mose 17, Vers 20, festgehalten: „Und für Ismael habe ich dich auch erhört. Siehe, ich habe ihn gesegnet und will ihn fruchtbar machen und über alle Maßen mehren. Zwölf Fürsten wird er zeugen, und ich will ihn zum großen Volk machen.“ Während der auserwählte Stammbaum, der von Isaak ausging, Israel war, wird argumentiert, dass Gott auch durch Ismael eine Geschichte für die Menschheit schrieb. Die Passage in 1. Mose 22, Vers 16-18, „…und deine Nachkommen sollen die Tore ihrer Feinde besitzen; und durch dein Geschlecht sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden, weil du meiner Stimme gehorcht hast“, wird im Islam oft auf die Verbreitung des Islams bezogen. Die Israeliten konnten Städte oft nur kurzfristig halten, während der Islam seit Muhammeds Auftreten Städte eroberte und bis heute fest in Besitz hält, wo die Religion Gottes Wurzeln geschlagen hat. Dies wird als Erfüllung der Verheißung gedeutet, dass die Religion Besitz nehmen wird von den Städten des Feindes.

Ein Prophet wie Mose

Eine der zentralen Prophezeiungen findet sich in 5. Mose 18, Verse 15 und 18/19: „Einen Propheten wie mich wird dir der Herr, dein Gott erwecken aus dir und aus deinen Brüdern; dem sollt ihr gehorchen. Ich will ihnen einen Propheten, wie du bist, erwecken aus ihren Brüdern und meine Worte in seinen Mund geben; der soll zu ihnen reden alles, was ich ihm gebieten werde.“ Die Frage ist, welcher Prophet so auftrat wie Mose. Jesus, so die islamische Argumentation, kann hier nicht gemeint sein. Mose führte ein Volk aus Ägypten, führte Kämpfe, strafte mit Gottesgesetzen, war verheiratet und erhielt eine Offenbarung mit Gesetzescharakter. Jesus hingegen erhielt eine geistige Offenbarung, nichts zum Niederschreiben, und sagte selbst: „Ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.“ Nur Muhammed weist solche Eigenschaften wie Mose auf: Er erhielt eine Offenbarung (den Koran), führte Kriege gegen Ungläubige, musste aus seiner Vaterstadt fliehen, war verheiratet und sprach stets im Namen Gottes. Die Botschaft, die er brachte, hat noch heute Bestand und verzeichnet weltweit Zuwachs.

Um die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Mose, Jesus und Muhammed in Bezug auf diese Prophezeiung zu verdeutlichen, dient folgende Vergleichstabelle:

MerkmalMoseJesusMuhammed
Führte ein Volk (politisch/militärisch)JaNeinJa
War verheiratetJaNeinJa
Erhielt umfassendes GesetzJaNeinJa
Musste fliehen (Migration)JaNeinJa
Führte Kriege zur Verteidigung/VerbreitungJaNeinJa
Predigte reinen MonotheismusJaJaJa
Wurde von seinen Anhängern als Gott verehrtNeinJaNein
Hinterließ ein Reich / eine HerrschaftJaNeinJa

Zeichen aus den Psalmen und Jesaja

In 5. Mose 33, Vers 2, heißt es: „Er sprach: Der Herr ist vom Sinai gekommen und ist ihnen aufgeleuchtet von Seir her. Er ist erschienen vom Berge Paran her und ist gezogen nach Meribat-Kadesch; in seiner Rechten ist ein feuriges Gesetz für sie.“ Paran wird hier als die Wüste von Mekka identifiziert, wo sich Ismael mit seiner Mutter Hagar niederließ. Jesus war dort nie anwesend. Die drei Berge werden als Symbole für die Propheten Mose, Jesus und Muhammed gedeutet. Muhammed kam mit einem „feurigen Gesetz“ (dem Koran), und Tausende kamen noch zu seinen Lebzeiten nach Mekka und Medina, um die Religion zu lernen. Beim Einzug des Propheten in Mekka waren über 10.000 Muslime mit ihm.

Psalm 45, Verse 3-8, beschreibt einen Helden, der sein Schwert gürtet, in Herrlichkeit einzieht, Wahrheit, Sanftmut und Gerechtigkeit verbreitet, dessen Pfeile scharf sind, und vor dem Völker fallen. Dies wird auf Muhammed bezogen, der Kriege führte und dessen Herrschaft bis heute über weite Teile der Erde besteht. Die Menschen lobten und segneten Muhammed, was im Islam bis heute praktiziert wird. Jesus hingegen wurde von seinen Zeitgenossen nicht in dieser Weise gepriesen und hinterließ kein Reich.

Psalm 72, Verse 8-17, spricht von einem Herrscher, der „von einem Meer bis ans andere“ regieren soll, vor dem sich die „Söhne der Wüste“ neigen, der die Armen errettet und für den „immerdar gebetet und ihn täglich gesegnet“ werden soll. All diese Erwartungen treffen nach islamischer Auffassung auf Muhammed zu, dessen Herrschaft sich weit ausdehnte, der sich für die Armen und Unterdrückten einsetzte und für den Muslime in ihren fünf täglichen Gebeten Segen sprechen. Jesus wird von Christen angebetet, nicht aber gesegnet oder für ihn gebetet, da er als Gott verehrt wird.

Was ist der Unterschied zwischen Jesus und Mohammed?
Ein ganz besonders deutlicher Unterschied zwischen Jesus und Mohammed liegt in den Geschehnissen nach ihrem Tod. Beide, Jesus und Mohammed starben. Aber nur Jesus Christus ist am dritten Tag nach seinem Tod auferstanden. Sein Grab war leer und er erschien nach seiner Auferstehung vielen Augenzeugen, die ihn damals gekannt und begleitet haben.

Jesaja 9, Vers 1/5, prophezeit ein „großes Licht“ über einem Volk, das „im Finstern wandelt“, und ein Kind, dessen „Herrschaft auf seiner Schulter ruht“ und das „Friedefürst“ genannt wird. Arabien wandelte vor Muhammed im Götzendienst. Mit Muhammeds Geburt und Botschaft erhellte sich die Gegend um Mekka, und auf seinen Schultern errichtete Gott die Herrschaft des Islam. Diese Passage passt nicht auf Jerusalem oder Jesus, da die Israeliten ihren einen Gott kannten und Jesus keine weltliche Herrschaft etablierte.

Die Kaaba und das "Haus der Herrlichkeit"

Haggai 2, Verse 6/9, spricht davon, dass Gott „Himmel und Erde, das Meer und das Trockene erschüttern“ wird und „aller Völker Kostbarkeiten“ kommen sollen, um das „Haus voll Herrlichkeit“ zu machen, das größer sein soll als das erste. Dies wird als Prophezeiung für die Kaaba in Mekka interpretiert. Zur Zeit Muhammeds war die Kaaba ein Zentrum des Götzendienstes. Nach der Unterwerfung Mekkas durch den Islam stieg ihre Bedeutung weit über die bekannten Grenzen hinaus. Heute besuchen jährlich Millionen von Pilgern die Kaaba, und im Gebiet Mekkas herrscht Frieden, wo kein Blut vergossen und nicht einmal ein Baum ausgerissen werden darf.

Der "Stein" und das "Schwert"

In Matthäus 21, Vers 42, spricht Jesus vom „Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden.“ Ismael, der von den Israeliten oft „verworfen“ wurde, ist der Vorfahr der Araber und somit Muhammeds. In Muhammed fand das Prophetentum seinen Abschluss, und er wurde zum „Eckstein“ des Islams. Das größte religiöse Fest findet nicht mehr in Jerusalem, sondern in Mekka statt, und Millionen pilgern zur Kaaba. Die islamische Auslegung sieht in jedem, der sich dem Islam widersetzte, jemanden, der auf diesen „Stein“ fiel und „zerschellte“, während die Reiche, die Muhammeds Botschaft ablehnten, untergingen.

Lukas 22, Verse 35-36, in dem Jesus am Ende seiner Laufbahn seine Anhänger auffordert: „Aber nun, wer einen Geldbeutel hat, der nehme ihn, desgleichen auch die Tasche, und wer’s nicht hat, verkaufe seinen Mantel und kaufe ein Schwert.“ Dies wird als Hinweis auf eine andere Zeit nach Jesus gedeutet, in der das Schwert für die Gerechtigkeit Gottes eingesetzt werden würde, im Gegensatz zu Jesu eigener Lehre der Gewaltlosigkeit und Versöhnung. Muhammed kämpfte mit dem Schwert für Gottes Gerechtigkeit und die Verteidigung des Islam.

Der "Tröster" im Johannes-Evangelium: Ahmad?

Die deutlichste Verheißung, die auf Ahmad (Muhammed) bezogen wird, findet sich im Johannes-Evangelium. Es wird darauf hingewiesen, dass das Neue Testament ursprünglich auf Griechisch verfasst wurde, nicht auf Hebräisch oder Aramäisch, den Sprachen Jesu. Die Schreiber der Evangelien waren Griechen. Dies eröffnet die Möglichkeit einer Fehlübersetzung oder -interpretation. Der griechische Name „Paraklet“, der in deutschen Fassungen oft als „Tröster“ oder „Heiliger Geist“ wiedergegeben wird, könnte eine Verwechslung mit dem ähnlich klingenden Wort „Paraklyt“ sein. „Paraklet“ bedeutet Helfer, Fürsprecher, während „Paraklyt“ „der Gelobte“ oder „der Gepriesene“ bedeutet – was sich im arabischen Wort „Ahmad“ bzw. „Muhammed“ widerspiegelt, die beide „der Gepriesene“ heißen.

Betrachten wir einige Passagen im Johannes-Evangelium:

  • Johannes 14, Vers 16: „Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit.“ Die christliche Theologie sieht hier den Heiligen Geist. Der Islam argumentiert, dass der Heilige Geist als Teil Gottes immer und überall präsent war. Wenn Jesus von einem „anderen“ spricht, der „gesandt“ wird und „bei euch sein“ wird, deutet dies auf einen Menschen hin, der eine neue Botschaft Gottes bringt, die bis in die Ewigkeit Bestand haben wird.

  • Johannes 14, Vers 17: „…den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.“ Diese Passage wird so gedeutet, dass die Juden nicht wussten, dass das Prophetentum auf die Araber übergehen würde. Doch Jesu wahre Anhänger würden Ahmad erkennen, da er die gleiche Botschaft verkündet. Die Botschaft des Korans bleibt in den Herzen der Gläubigen.

  • Johannes 14, Vers 26: „Aber der Tröster, der heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“ Wenn Jesus als Gott seine Anhänger nicht alles lehren konnte, wie soll er es dann als Heiliger Geist tun? Dies legt nahe, dass ein Bote aus Fleisch und Blut kommen soll, der ihre Sprache spricht und Gottes Worte überbringt.

  • Johannes 14, Vers 30: „Ich werde nicht mehr viel mit euch reden, denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir.“ Der „Fürst“, der kommen soll, ist anders als Jesus. Muhammed trat in der Tat anders auf als Jesus, insbesondere in seiner Rolle als Staatsmann und Gesetzgeber.

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  • Johannes 16, Vers 7: „Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden.“ Dies bestätigt, dass ein Nachfolger oder ein neuer Gesandter kommen würde, dessen Ankunft von Jesu Weggang abhängt.

  • Johannes 16, Vers 8: „Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht.“ Der Koran ist reich an Hinweisen auf das Jüngste Gericht und seine Folgen. Muhammed öffnete den Menschen die Augen für ihre Sünden und die göttliche Gerechtigkeit.

  • Johannes 16, Vers 12: „Ich habe euch noch viel zu sagen: aber ihr könnt es jetzt noch nicht ertragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.“ Dies deutet auf zukünftige Offenbarungen hin, die die Jünger zu diesem Zeitpunkt noch nicht verstehen konnten. Muhammed verkündete nicht aus sich selbst, sondern überbrachte die Worte Gottes durch den Engel Gabriel. Der Koran enthält viele Prophezeiungen und zukünftige Ereignisse.

  • Johannes 16, Vers 14: „Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er’s nehmen und euch verkünden.“ Der Koran leugnet die Person Jesu nicht, sondern rückt sie in das richtige Licht. Sure 4, Vers 171, heißt es: „O Leute der Schrift, übertreibt nicht in eurem Glauben und sagt von Gott nichts als die Wahrheit. Wahrlich, der Messias, Jesus, Sohn der Maria, ist nur der Gesandte Gottes und Sein Wort, das ER Maria entboten hat, und von Seinem Geist. Darum glaubt an Gott und seinen Gesandten, und sagt nicht Drei. Lasset (davon) ab, (das) ist besser für euch. Gott ist nur ein einziger Gott.“ Der Koran beschreibt Jesus als einen großen Propheten, der Gott sehr nahesteht, aber dennoch nur ein Gesandter ist, wie Noah, Mose oder Muhammed.

Die Erwartung des "Propheten"

Johannes 1, Vers 21, zeigt, dass die Israeliten drei Persönlichkeiten erwarteten: „Und sie fragten ihn: Was dann? Bist du Elia? Er sprach: Ich bin’s nicht. Bist du der Prophet? Und er antwortete: Nein.“ Dies macht deutlich, dass neben Elia (Johannes der Täufer) und dem Messias (Jesus) noch ein weiterer „Prophet“ erwartet wurde. Dieser Prophet, so die islamische Lesart, ist Muhammed, der mit gesetzgebendem Charakter auftreten würde, ähnlich wie Mose. Die Israeliten warteten auf einen Propheten, der sie aus der Knechtschaft befreien würde und ähnlich Mose auftreten würde. Als Jesus auftrat, entsprach er nicht diesen Erwartungen, weshalb viele ihn ablehnten. Als Muhammed fernab in Arabien auftrat, wollten die Israeliten dies nicht wahrhaben, da die Prophetenwürde ihnen genommen und ihren „Brüdern“, den Arabern, gegeben wurde, wie Jesus es in seinem Gleichnis der Arbeiter in den Weinbergen andeutete.

Trinität und Erbsünde: Eine theologische Betrachtung

Es sei angemerkt, dass die Konzepte der Trinität (Dreieinigkeit) und der Erbsünde, die zentrale Dogmen des Christentums sind, in der Bibel selbst nicht explizit genannt werden. Sie sind vielmehr theologische Auslegungen und wurden erst auf verschiedenen Konzilien im Laufe der Kirchengeschichte festgelegt. Die Kirchenlehre formte das Christentum nach ihrem Verständnis. Das Alte Testament betont stets die Einheit Gottes: „Ihr sollt keine anderen Götter neben mir haben.“ Auch Jesus selbst predigte nur von einem Gott, dem Vater, und nicht von einer Dreieinigkeit aus Vater, Sohn und Heiligem Geist. Die Flexibilität der Interpretation eines Textes lässt sich am einfachen Beispiel eines Kommas verdeutlichen: „Treu und Fleiß war er nicht ohne Bedauern sehen wir ihn scheiden.“ Je nachdem, wo man das Komma setzt (z.B. „Treu und Fleiß war er, nicht ohne Bedauern sehen wir ihn scheiden.“ vs. „Treu und Fleiß war er nicht, ohne Bedauern sehen wir ihn scheiden.“), kann der Satz eine Person als fleißig oder faul darstellen. Ähnlich komplex ist die Auslegung religiöser Texte.

Die Bewahrung des Islam und seine Botschaft

Für Muslime ist der Islam ein Werk Gottes, das „Hand und Fuß“ hat. Sie sehen in ihm eine Religion, in der Gottes Weisheit bis ins kleinste Detail bedacht ist. Der Koran ist nach islamischem Verständnis in seinem Ursprung erhalten geblieben, genau wie zur Zeit Muhammeds. Die Lehre vom Einen Gott blieb unverfälscht erhalten. Obwohl der Islam am Ende der Kolonialzeit von vielen als „tot“ erklärt wurde, blüht Gottes Religion in unserer Zeit erst richtig auf und ist, ob zum Guten oder zum Schlechten, immer im Gespräch. Die unveränderte Botschaft des reinen Monotheismus und die klare Struktur des Glaubens machen den Islam für viele Menschen attraktiv und zu einer der am schnellsten wachsenden Religionen der Welt.

Dieser Artikel bietet eine islamische Auslegung biblischer Texte und theologischer Konzepte. Er soll dem Leser eine andere Perspektive auf die Beziehung zwischen Christentum und Islam eröffnen und zum Nachdenken über die tiefgreifenden Fragen des Glaubens und der göttlichen Offenbarung anregen.

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