Wie geht es weiter mit der Wiederkunft Jesu Christi?

Nicht von dieser Welt: Leben im göttlichen Licht

01/05/2025

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Der Ausdruck „nicht von dieser Welt sein“ mag auf den ersten Blick rätselhaft erscheinen, birgt jedoch eine tiefe theologische und spirituelle Bedeutung, insbesondere im christlichen Kontext. Es beschreibt die einzigartige Stellung von Gläubigen, die zwar physisch in der Welt existieren, aber durch ihre Werte, Prinzipien und ihre letztendliche Zugehörigkeit eine übernatürliche Ordnung widerspiegeln. Es ist eine Einladung, das Leben aus einer ewigen Perspektive zu betrachten und sich von den flüchtigen Anziehungskräften des Irdischen zu lösen, um die göttlichen Wahrheiten zu umarmen.

Was ist die Stellung eines Christen in der Welt?
Stellung eines Christen in der Welt Wir sind nicht von der Welt gleichwie Christus nicht von der Welt (Joh 17,16). Unser Bürgertum ist in den Himmeln, wir erwarten den Herrn (Phil 3,20). Wir sind Fremdlinge und ohne Bürgerrecht auf der Erde (1. Pet 1,17; 2,11). Wir sind mit Christus gestorben und begraben in der Taufe (Röm 6,4).
Inhaltsverzeichnis

Was bedeutet „nicht von dieser Welt“ im biblischen Kontext?

Die Phrase „nicht von dieser Welt“ ist tief in den Lehren Jesu und der Apostel verwurzelt und umschließt die Vorstellung, dass Gläubige, obwohl sie physisch in der Welt präsent sind, dazu berufen sind, nach den Werten und Prinzipien des himmlischen Königreichs zu leben. In Johannes 17,16 betet Jesus zum Vater und erklärt: „Sie sind nicht von der Welt, gleichwie auch ich nicht von der Welt bin.“ Diese Aussage unterstreicht eine tiefgreifende Unterscheidung zwischen dem Reich der menschlichen Existenz und der göttlichen Ordnung, die Christen verkörpern sollen.

Der Apostel Paulus führt dieses Konzept in seinen Briefen weiter aus. In Philipper 3,20 bekräftigt er: „Unser Bürgertum aber ist im Himmel, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus als Retter erwarten.“ Hier betont Paulus, dass Christen aufgrund ihres Glaubens eine doppelte Identität besitzen – sie leben auf der Erde, aber ihre wahre Heimat und Loyalität liegen im Himmel. Diese Vorstellung soll die Art und Weise prägen, wie Gläubige mit der Welt umgehen, und sie dazu anspornen, geistliche Angelegenheiten über irdische Sorgen zu stellen. Paulus fordert die Christen auf, ihre Gedanken auf das zu richten, was oben ist, nicht auf das Irdische (Kolosser 3,2), wodurch eine Lebensvision gefördert wird, die über zeitliche Wünsche und Ängste hinausgeht.

Jesus: Nicht von dieser Welt – Warum?

Jesus selbst ist das ultimative Beispiel dafür, „nicht von dieser Welt“ zu sein. Er wird als das „Brot Gottes“ beschrieben, das vom Himmel herabgekommen ist und der Welt das Leben gibt (Johannes 6,33). Daraus folgt, dass er nicht von dieser Welt ist, wie er selbst in Johannes 8,23c sagt: „...ich bin nicht von dieser Welt.“ Eine weitere Stelle, die dies verdeutlicht, ist Johannes 1,18: „Niemand hat Gott jemals gesehen; der eingeborene Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat ihn kundgemacht.“ Jesus’ Herkunft, seine Natur und sein ganzes Wesen sind göttlich und transzendent, nicht aus den Begrenzungen der irdischen Existenz.

Sein Reich, so erklärte er Pilatus, ist ebenfalls nicht von dieser Welt (Johannes 18,36). Dies bedeutet, dass sein Königreich nicht durch menschliche Macht, politische Systeme oder irdische Eroberungen gekennzeichnet ist, sondern durch eine geistliche Herrschaft, die in den Herzen der Menschen etabliert wird und auf Liebe, Gerechtigkeit und Wahrheit basiert.

Der Unterschied zwischen „Kindern dieser Welt“ und „Kindern des Lichts“

Die biblische Redensart „nicht von dieser Welt sein“ wird oft im Kontrast zu den „Kindern dieser Welt“ verwendet. Jesus selbst spricht im Gleichnis vom untreuen Verwalter davon: „Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit Ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts“ (Lukas 16,8). Dieses Lob bezieht sich auf die Art ihrer Klugheit, sich auch in ausweglosen Situationen Vorteile zu verschaffen, nicht auf ihre Betrügereien oder ihren unmoralischen Lebenswandel.

Im Evangelium des Johannes ist die „Welt“ in der Regel die von Gott noch abgewandte Seite des Lebens, geprägt von Menschen, die dem Willen des Fleisches unterworfen sind. Im Gegensatz dazu stehen die Gläubigen, die Kinder Gottes, die aus Gott geboren sind und die daher letztlich nicht von dieser Welt stammen.

Um die Unterscheidung zu verdeutlichen, betrachten wir die folgenden Merkmale:

Aspekt„Kinder dieser Welt“ (weltfremd)„Kinder des Lichts“ (Gläubige)
Bedeutung der WeltfremdheitVersponnen, völlig weltfremd sein, Gesetze weltlicher Macht nicht beachten.Leben nach einer übernatürlichen Ordnung des Reiches Gottes, nicht nach weltlichen Gesetzen.
BeispielEine Lehrerin, die das Abschreiben nicht bemerkt, weil sie „nicht von dieser Welt zu sein scheint“.Gläubige, die Zeugnis von Gottes Reich geben und sich von irdischen Betrügereien distanzieren.
UrsprungStammen „von unten“, sind „aus dieser Welt“.Stammen „von oben“, sind „nicht von dieser Welt“ (vgl. Johannes 8,23).
PrioritätenFokus auf weltliche Vorteile, Durchsetzungskraft, materielle Anliegen.Fokus auf geistliche Werte, ewige Wahrheiten, Gottes Liebe und Gerechtigkeit.
LebensweiseOft geprägt von Unglauben, Unehrlichkeit, unmoralischem Lebenswandel.Geprägt von Demut, Selbstlosigkeit, absoluter Einhaltung von Gottes Wahrheit.

Wie leben Christen „nicht von dieser Welt“ im Alltag?

Als „nicht von dieser Welt“ zu leben, ist für Christen eine tiefgreifende geistliche Berufung, die eine Neuorientierung von Werten und Prioritäten erfordert. Dieser tief in der biblischen Lehre verwurzelte Begriff dient als Erinnerung daran, dass unsere wahre himmlische Bürgerschaft im Himmel liegt, nicht auf der Erde. Dies bedeutet, ein Leben zu führen, das weltliche Bestrebungen und vergängliche Begierden zugunsten ewiger Wahrheiten und göttlicher Zwecke überwindet.

Es bedeutet, die Werte und Praktiken abzulehnen, die den Lehren Jesu Christi diametral entgegengesetzt sind. Die Welt feiert oft Materialismus, Egozentrik und moralischen Relativismus. Im Gegensatz dazu sind Christen aufgerufen, die Tugenden der Demut, Selbstlosigkeit und absoluten Einhaltung der Wahrheit Gottes zu verkörpern. Diese gegenkulturelle Haltung erfordert täglichen Einsatz und Hingabe, da Gläubige bestrebt sind, ihre Handlungen und Gedanken an den Prinzipien des Reiches Gottes auszurichten.

Darüber hinaus ermutigt eine „nicht von dieser Welt“-Mentalität die Gläubigen, sich auf himmlische Dinge statt auf zeitliche Leidenschaften zu konzentrieren. Kolosser 3,2 ermahnt: „Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist.“ Diese Schwerpunktverlagerung veranlasst Christen, Zeit und Energie in Aktivitäten zu investieren, die Gott verherrlichen und sein Königreich auf Erden voranbringen. Ob durch Taten des Dienstes, Anbetung oder Evangelisation, das Ziel ist es, den Charakter und die Liebe Christi in jedem Aspekt des Lebens widerzuspiegeln.

Schließlich beinhaltet die Verkörperung eines „nicht von dieser Welt“-Ethos, Schwierigkeiten und Verfolgungen mit Gnade und Hoffnung zu ertragen. Jesus selbst warnte in Johannes 15,18-19: „Wenn die Welt euch hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat. Wenn ihr von der Welt wäret, so liebte die Welt das Ihre; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt heraus erwählt habe, darum hasst euch die Welt.“ Diese Anerkennung möglichen Leidens ist mit dem Versprechen göttlicher Unterstützung und der Gewissheit verbunden, dass der ultimative Sieg bei Christus liegt.

Die Perspektive der frühen Kirchenväter

Die Lehren der frühen Kirchenväter bieten tiefe Einblicke in das Konzept, „nicht von dieser Welt“ zu sein. Diese geistlichen Führer und Theologen, die die frühe christliche Gemeinschaft prägten, betonten konsequent ein Leben der Heiligkeit, der Loslösung und der Erwartung des himmlischen Königreichs. Ihre Überlegungen beleuchten, wie Gläubige in der physischen Welt leben sollen, während sie eine ewige Perspektive beibehalten.

Ein prominenter Vertreter unter den frühen Kirchenvätern, der heilige Augustinus von Hippo, formulierte eine Vision des irdischen Lebens als Reise zur „Stadt Gottes“. Er schlug vor, dass Christen ihre Zeit in dieser Welt als vorübergehende Reisende betrachten sollten, deren wahre Bürgerschaft im Himmel ist. Augustinus betonte, dass irdische Freuden und materielle Besitztümer das Leben eines Gläubigen nicht beherrschen sollten, sondern auf eine Weise genutzt werden sollten, die Gottes Herrlichkeit und Absichten widerspiegelt.

Wie geht es weiter mit der Wiederkunft Jesu Christi?
Heute ist die Wiederkunft Jesu Christi sehr nahe. Sie wird in zwei Etappen stattfinden: Der Herr wird wiederkommen, um die Seinen zu sich zu nehmen (sein Kommen zur Entrückung). Dieses Kommen unseres Herrn bildet die glückselige Hoffnung jedes gläubigen Christen (1. Thessalonicher 4,13-18).

Ähnlich ermahnte der heilige Johannes Chrysostomos, bekannt für seine eloquente Predigt und seinen asketischen Lebensstil, die Christen, sich durch ihre Handlungen und ihren Charakter von weltlichen Wegen abzuheben. Er predigte häufig über die Gefahren von Reichtum und Stolz und ermutigte die Gläubigen, Demut und Großzügigkeit als Zeichen ihrer himmlischen Natur anzunehmen. Chrysostomos’ Leben und Lehren unterstreichen den Ruf, die Königreichswerte der Liebe, Nächstenliebe und Einfachheit zu verkörpern.

Darüber hinaus befasste sich der heilige Irenäus von Lyon in seinem Werk „Gegen die Häresien“ mit der Spannung zwischen der vergänglichen Natur dieser Welt und der ewigen Realität des Reiches Gottes. Irenäus lehnte das vergebliche Streben nach irdischer Ehre und Ruhm ab und plädierte stattdessen für ein Leben des Glaubens und des Gehorsams gegenüber Gottes Geboten. Seine theologische Perspektive verstärkte die Vorstellung, dass wahre Erfüllung und Identität in der Beziehung zum Göttlichen gefunden werden, anstatt in menschlichen Errungenschaften oder Besitztümern.

Historische Kontexte des frühchristlichen Verständnisses

Das frühchristliche Verständnis, „nicht von dieser Welt“ zu sein, ist tief in den historischen und kulturellen Kontexten der griechisch-römischen Welt des ersten Jahrhunderts verwurzelt. Dieses Konzept lässt sich auf die Lehren Jesu Christi und der Apostel zurückführen, die oft die vergängliche Natur des irdischen Lebens und das ewige Versprechen von Gottes Reich betonten.

Frühe Christen lebten unter römischer Herrschaft, einer Zeit, die von bedeutenden sozialen und politischen Umwälzungen geprägt war. Dieses Umfeld stellte eine moralische und spirituelle Herausforderung dar, da die vom Römischen Reich geförderten Werte oft stark mit den Lehren des Christentums kontrastierten. Zum Beispiel war das Reich durch einen Fokus auf Macht, Reichtum und soziale Schichtung gekennzeichnet, während christliche Lehren Demut, Selbstaufopferung und Gleichheit vor Gott befürworteten.

Einer der grundlegenden Texte für dieses Verständnis ist Jesu Verkündigung in Johannes 18,36, wo er sagt: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“ Diese Erklärung zog eine klare Unterscheidung zwischen den zeitlichen Mächten irdischer Königreiche und der göttlichen Autorität des Reiches Gottes. Zusätzlich erinnerte der Apostel Paulus in seinen Briefen die Gläubigen häufig an ihren Status als „Bürger des Himmels“ (Philipper 3,20) und ermutigte sie, „ihre Gedanken auf das zu richten, was oben ist, nicht auf das Irdische“ (Kolosser 3,2).

Die frühen Apologeten und Kirchenväter, wie Justin der Märtyrer und Tertullian, entwickelten dieses Thema weiter. Sie verteidigten das Christentum gegen Anschuldigungen der Illoyalität gegenüber dem Reich, indem sie argumentierten, dass Christen einer höheren, geistlichen Autorität dienen. Justin der Märtyrer betonte in seiner „Apologie“, dass Christen, obwohl sie den Gesetzen des Landes gehorchten, letztendlich Christus ihre Treue schworen. Ähnlich schrieb Tertullian über die duale Existenz des Christen in der irdischen und himmlischen Stadt, was das Gefühl widerspiegelte, dass das wahre Leben jenseits des physischen Bereichs liegt. Die Verfolgung der frühen Christen verdeutlichte ihren Glauben an eine höhere geistliche Autorität.

Umgang mit Materialismus aus christlicher Sicht

Um zu verstehen, wie die Vorstellung, „nicht von dieser Welt“ zu sein, christliche Ansichten über den Materialismus beeinflusst, müssen wir zunächst die biblische Perspektive auf Reichtum und Besitz verstehen. Die Schriften warnen häufig vor den Gefahren des Materialismus und zeigen, wie die Beschäftigung mit irdischem Reichtum eine Person von Gott entfernen kann. Zum Beispiel weist Jesus in Matthäus 6,19-21 seine Jünger an: „Sammelt euch nicht Schätze auf Erden, wo Motte und Rost zerstören und wo Diebe einbrechen und stehlen; sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Rost zerstören und wo Diebe nicht einbrechen noch stehlen. Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.“

Diese Anweisung unterstreicht ein grundlegendes christliches Prinzip: die vergängliche Natur des materiellen Reichtums im Vergleich zum ewigen Wert des geistlichen Reichtums. Da Christen dazu aufgerufen sind, „nicht von dieser Welt“ zu sein, werden sie ermutigt, eine ewige Perspektive einzunehmen – wo ihr Fokus auf himmlischen und geistlichen Angelegenheiten liegt, statt auf irdischen Gewinnen. Diese Perspektive findet sich im gesamten Neuen Testament, insbesondere in den Lehren des Paulus. In Kolosser 3,1-2 ermahnt Paulus die Gläubigen: „Wenn ihr nun mit Christus auferweckt worden seid, so suchet, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist.“

Indem Christen den Materialismus meiden, wollen sie ihr Leben an den Werten des Reiches Gottes ausrichten, das geistlichen Reichtum und moralische Integrität über physischen Reichtum betont. Die frühe christliche Gemeinschaft praktizierte das gemeinsame Teilen von Ressourcen, wie in Apostelgeschichte 2,44-45 beschrieben, wo Gläubige „alles gemeinsam hatten“ und „Besitz und Güter verkauften, um sie an jeden zu verteilen, der Bedarf hatte.“ Diese Praxis war eine praktische Demonstration des Lebens „nicht von dieser Welt“, indem das Wohlergehen der Gemeinschaft und das Vertrauen in Gottes Fürsorge über die individuelle Anhäufung von Reichtum gestellt wurden.

Darüber hinaus beinhaltet die Annahme einer „nicht von dieser Welt“-Mentalität die Erkenntnis, dass ultimative Zufriedenheit und Sicherheit aus einer Beziehung zu Gott kommen, nicht aus materiellem Besitz. Dies wird in Hebräer 13,5 artikuliert, wo geraten wird: „Euer Wandel sei ohne Geldliebe; begnügt euch mit dem, was da ist; denn er selbst hat gesagt: „Ich werde dich nicht verlassen und dich nicht aufgeben.“ Dieses Versprechen versichert den Gläubigen, dass Gottes Gegenwart und Fürsorge ausreichend sind, wodurch sie großzügig und ohne Bindung an weltlichen Reichtum leben können.

Die christliche Hoffnung im Jenseits

Die Phrase „nicht von dieser Welt“ ist tief mit der christlichen Hoffnung im Jenseits verknüpft und zeichnet ein lebendiges Bild eines auf die Ewigkeit ausgerichteten Lebens. Grundsätzlich besagt diese Vorstellung, dass Gläubige, während sie vorübergehend auf der Erde leben, ihre wahre Bürgerschaft im Himmel haben. Dieses Konzept ist tief in biblischen Lehren verwurzelt und fordert Christen auf, eine ewige Perspektive zu kultivieren, sich nicht nur auf das Sichtbare und Zeitliche zu konzentrieren, sondern auf das Unsichtbare und Ewige.

Der Apostel Paulus unterstreicht diese Wahrheit in seinem Brief an die Philipper, indem er verkündet: „Unser Bürgertum aber ist im Himmel, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus als Retter erwarten“ (Philipper 3,20). Diese Aussage bestärkt den Glauben, dass Christen auf der Erde Gäste und Pilger sind, deren letzte Heimat bei Gott ist. Die vergängliche Natur des irdischen Lebens wird in Passagen wie 2. Korinther 4,18 hervorgehoben, die die Gläubigen auffordern, nicht auf das zu schauen, was gesehen wird, sondern auf das, was nicht gesehen wird, denn das, was gesehen wird, ist zeitlich, aber das, was nicht gesehen wird, ist ewig.

Darüber hinaus ist die Hoffnung auf das Jenseits eng mit der Auferstehung Jesu Christi verbunden, die als Eckpfeiler des christlichen Glaubens dient. In 1. Korinther 15,54-55 spricht Paulus von der Verwandlung, die die Gläubigen erwartet: „Wenn aber dieses Vergängliche Unvergänglichkeit anziehen und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anziehen wird, dann wird das Wort erfüllt werden, das geschrieben steht: „Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Wo ist, o Tod, dein Sieg? Wo ist, o Tod, dein Stachel?“ Diese Passage bietet tiefen Trost und Hoffnung und bekräftigt, dass der Tod durch Christi Auferstehung nicht das Ende ist, sondern das Tor zum ewigen Leben.

Das Leben mit der Hoffnung auf das Jenseits motiviert Christen, ein Leben zu führen, das von Heiligkeit, Hingabe und einem Engagement für Gottes Gebote geprägt ist. Die Erwartung einer ewigen Wohnung bei Gott verändert die Art und Weise, wie Gläubige irdische Kämpfe und Erfolge sehen. Es fördert ein Leben der Treue und Ausdauer, in dem man erkennt, dass die Prüfungen dieses Lebens nur vorübergehend sind und die Gläubigen auf ein ewiges Gewicht der Herrlichkeit vorbereiten, das unvergleichlich ist (2. Korinther 4,17).

Was ist das Evangelium des heutigen sonntags?
Das Evangelium des heutigen Sonntags schlägt demgegenüber hoffnungsvollere Töne an: Jesus tritt nach seiner Taufe im Jordan in der Synagoge seiner Heimatstadt Nazaret auf, liest dort aus dem Propheten Jesaja vor und legt den Abschnitt im Anschluss aus. Es ist sozusagen eine Art Antrittsrede Jesu zu Beginn seines öffentlichen Wirkens.

Die Bedeutung von Jesu Gebet in Johannes 17,16-19

Das Gebet Jesu in Johannes 17,16-19 ist eine tiefgreifende Erklärung der geistlichen Identität und Mission seiner Nachfolger. „Sie sind nicht von der Welt, gleichwie auch ich nicht von der Welt bin“, verkündet Jesus und trennt seine Jünger von den weltlichen Systemen und Werten, die dem Reich Gottes entgegenstehen. Diese Unterscheidung betrifft nicht nur eine zukünftige himmlische Wohnstätte, sondern eine gegenwärtige, transformative Realität, die Gläubige täglich verkörpern sollen.

Jesus fährt fort: „Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit.“ Hier bezeichnet Sanctification einen Prozess des Abgesondertseins für heilige Zwecke. Die Wahrheit, wie sie in Gottes Wort gefunden wird, wird zum Mittel dieser Heiligung. So wie Jesus geweiht und in die Welt gesandt wird, werden auch seine Jünger gesandt, die eine Botschaft und einen Lebensstil tragen, die die Wege der Welt herausfordern. Das Wesen des „nicht von dieser Welt Seins“ ist somit eng mit der Mission und der Charaktertransformation verbunden, die Gläubige durch die Wahrheit der Schrift erfahren.

Darüber hinaus umschließt Jesu Gebet seine tiefe Sorge um das geistliche Wohlergehen und die Einzigartigkeit seiner Nachfolger. Seine Bitte spiegelt wider: „Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt. Und ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie in Wahrheit geheiligt seien.“ Der Akt der Heiligung, den er vorsieht, ist kein isoliertes Ereignis, sondern ein dynamischer, fortlaufender Prozess, der eng mit ihrer Mission und Identität in Christus verbunden ist.

Im weiteren Kontext des Johannesevangeliums unterstreicht dieses Gebet den kosmischen Kampf zwischen Licht und Dunkelheit, Wahrheit und Falschheit. Indem Jesus ihre Trennung von der Welt betont, ruft er seine Nachfolger auf, einen höheren Standard zu verkörpern, der die göttliche Natur inmitten menschlicher Gesellschaften widerspiegelt. Es ist ein Aufruf, mit einer ewigen Perspektive zu leben und Herzen und Gedanken auf die Realitäten des Reiches Gottes statt auf vergängliche weltliche Bestrebungen zu richten.

Die Haltung der Katholischen Kirche zum „Nicht von dieser Welt sein“

Die Katholische Kirche vertritt ein tiefgreifendes Verständnis des „nicht von dieser Welt Seins“, das tief in der Schrift und den Lehren der frühen Kirchenväter verwurzelt ist. Dieses Prinzip bedeutet einen Aufruf an die Gläubigen, die unmittelbaren, zeitlichen Sorgen des irdischen Lebens zu überwinden und sich auf die ewigen Wahrheiten von Gottes Reich auszurichten. Im Wesentlichen ist es eine Ermahnung, den Glauben so zu leben, dass er das ultimative Schicksal und die Hoffnung widerspiegelt, die in Christus gefunden werden.

Ausgehend vom Johannesevangelium (17,16-19), wo Jesus für seine Jünger betet, betont die Kirche die Notwendigkeit, dass Christen von der säkularen Welt unterschieden werden, während sie dennoch aktiv in ihr engagiert sind. Dieser duale Aufruf zur Trennung und zum Engagement unterstreicht die Mission der Kirche, eine transformative Präsenz zu sein, die die Gesellschaft durch die Werte des Evangeliums erhöht. Der Katechismus der Katholischen Kirche besagt: „Die Kirche … ist der sichtbare Plan der Liebe Gottes für die Menschheit, denn Gott will, ‘dass das ganze Menschengeschlecht ein Volk Gottes werde, ein Leib Christi bilde und zu einem Tempel des Heiligen Geistes aufgebaut werde’“ (KKK, 776).

Die Schriften früher Kirchenväter wie des heiligen Augustinus und des heiligen Johannes Chrysostomos erläutern diese Idee weiter. Die Vorstellung des heiligen Augustinus von der „Stadt Gottes“ im Gegensatz zur „Stadt des Menschen“ artikuliert, dass Gläubige Bürger einer himmlischen Stadt sind und dementsprechend leben sollten, wobei eine ewige Perspektive ihre Handlungen und Prioritäten leitet. Ähnlich betont der heilige Johannes Chrysostomos, dass, während Christen in der materiellen Welt leben, ihre Herzen und Gedanken auf das Geistliche und Ewige gerichtet sein sollten.

Praktisch lehrt die Kirche, dass „nicht von dieser Welt“ zu sein bedeutet, die Seligpreisungen zu leben, an den Sakramenten teilzunehmen und Akte der Nächstenliebe und Gerechtigkeit zu üben. Es fordert eine Loslösung von materiellen Besitztümern und weltlichen Ehren und ermutigt stattdessen zu einem Leben der Demut, des Dienstes und der Liebe. Papst Franziskus spricht oft davon im Sinne von „geistlicher Weltlichkeit“, einer Gefahr, bei der man sich hinter religiösen Praktiken versteckt, ohne wahre christliche Tugenden zu verkörpern.

Diese Haltung ist keine Einladung, sich aus der Welt zurückzuziehen, sondern eine Herausforderung, die Welt von innen heraus zu verändern, indem man Zeugnis ablegt für das Reich Gottes. Es ist eine kraftvolle Aufforderung, christliche Werte zu verkörpern und als Leuchtfeuer der Hoffnung zu dienen, das Licht Christi in jedem Winkel des irdischen Daseins zu reflektieren.

Die psychologische Interpretation, „nicht von dieser Welt“ zu sein

Carl Jung, eine prominente Figur in der Psychologie, bietet eine einzigartige Perspektive, durch die wir die biblische Vorstellung, „nicht von dieser Welt“ zu sein, interpretieren können. Jung postuliert, dass die menschliche Existenz aufgrund unseres bewussten Gewahrseins und unserer Selbstwahrnehmung der Welt um uns herum zutiefst symbolisch ist. Dieses Bewusstsein hebt den Menschen hervor und ermöglicht es uns, das Leben mit einem intrinsischen Verständnis unserer zeitlichen Natur und der Möglichkeit transzendenter Realitäten zu navigieren. Jungs psychologische Interpretation, obwohl nicht in der christlichen Theologie verwurzelt, stimmt auf faszinierende Weise mit biblischen Themen überein, insbesondere mit der Vorstellung, dass Gläubige sich auf ewige, statt auf irdische Angelegenheiten konzentrieren sollten.

Aus christlicher Perspektive unterstreicht das Konzept, „nicht von dieser Welt“ zu sein, die geistliche und moralische Kluft zwischen der zeitlichen menschlichen Existenz und den ewigen Verheißungen Gottes. Paulus ermahnt in seinen Briefen die Gläubigen, eine ewige Perspektive zu haben, und fordert sie auf, ihre Gedanken auf himmlische Dinge zu richten, statt auf die vergänglichen Ablenkungen des weltlichen Lebens. Diese Dualität der Existenz – in der Welt leben, aber nicht von ihr sein – spiegelt einen tiefgreifenden psychologischen Kampf wider, den Jung ebenfalls berührt: die Spannung zwischen dem Materiellen und dem Spirituellen, dem Bewussten und dem Unbewussten.

Psychologisch kann die Idee, „nicht von dieser Welt“ zu sein, als Bestreben gesehen werden, banale Sorgen zu überwinden und sich mit höheren, dauerhafteren Werten auszurichten. Für Christen ist diese Ausrichtung nicht nur symbolisch, sondern eine echte Transformation, die in ihrem Glauben und ihrer Hoffnung auf Gottes Verheißungen verankert ist. Die Lehren der frühen Kirchenväter und die historischen Kontexte des frühen Christentums beleuchten dieses Konzept weiter. „Nicht von dieser Welt“ zu sein, beinhaltet eine bewusste Schwerpunktverlagerung von irdischen Freuden und Bestrebungen auf geistliches Wachstum und ewige Bedeutung, wie in Jesu Gebet in Johannes 17,16-19 widergespiegelt.

Was sagt das Psalmlied über die Heiden?
Es werden gedenken und sich zum HERRN bekehren aller Welt Enden und vor ihm anbeten alle Geschlechter der Heiden. Ein Psalmlied, vorzusingen, auf Saitenspiel. Gott sei uns gnädig und segne uns; er lasse uns sein Antlitz leuchten (Sela),… Erzählet unter den Heiden seine Ehre, unter allen Völkern seine Wunder.

Praktische Wege zu einem „nicht von dieser Welt“-Lebensstil

Einen „nicht von dieser Welt“-Lebensstil zu führen, geht über bloße philosophische Affinität hinaus; es erfordert praktische und bewusste Handlungen, die in Glaube und Schrift verankert sind. Als Christen leitet uns die Bibel an, so zu leben, dass unsere himmlische Bürgerschaft über irdische Bindungen gestellt wird.

Ein zentraler Ansatz ist die Praxis von Gebet und Meditation (Philipper 4,6-7). Indem Gläubige jeden Tag Zeit für das Gebet einräumen, können sie ihre Herzen und Gedanken auf Gottes Willen ausrichten. Diese Disziplin fördert einen tiefen, bleibenden Frieden, der weltliche Sorgen überwindet.

Eine weitere wichtige Praxis ist der Fokus auf ewige Werte. Kolosser 3,1-2 weist uns an: „Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist.“ Diese Anweisung ermutigt Gläubige, ihre Zeit, Talente und Schätze in Bestrebungen zu investieren, die ewige Bedeutung haben, wie zum Beispiel Gemeinschaftsdienst, Evangelisation und Akte der Freundlichkeit.

Darüber hinaus ist die Kultivierung einer Denkweise, die ein gerechtes Leben betont, unerlässlich. Der Apostel Paulus unterstreicht, wie wichtig es ist, ein Leben zu führen, das den Charakter Christi widerspiegelt. Dies beinhaltet das Zurückweisen von Verhaltensweisen und Gedanken, die zur Sünde führen, und das Umarmen von Tugenden wie Liebe, Geduld und Demut (Galater 5,22-23).

Auch Christen sind aufgerufen, ihren Glauben durch Dienstleistungen zu demonstrieren. Jesus war ein Beispiel für dienende Führung, indem er seinen Jüngern die Füße wusch und seine Nachfolger befahl, einander zu dienen (Johannes 13,14-15). Der Dienst an anderen spiegelt nicht nur die Liebe Christi wider, sondern löst uns auch von einem ichbezogenen Leben.

Gläubige werden ermutigt, sich in der Gemeinschaft zu engagieren. Apostelgeschichte 2,42-47 beschreibt die frühe Kirche als eine eng verbundene Gemeinschaft, die Ressourcen teilte, einander unterstützte und gemeinsam anbetete. Die Teilnahme an einer Ortsgemeinde bietet gegenseitige Ermutigung und Rechenschaftspflicht und fördert einen kollektiven Geist des „nicht von dieser Welt Seins“.

Schließlich ist es entscheidend, mit einer Haltung von Dankbarkeit und Zufriedenheit zu leben. Hebräer 13,5 rät: „Euer Wandel sei ohne Geldliebe; begnügt euch mit dem, was da ist.“ Durch die Praxis der Zufriedenheit können Christen dem Materialismus der Welt widerstehen und sich auf die Genügsamkeit konzentrieren, die in Christus gefunden wird.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Was ist die Stellung eines Christen in der Welt?

Christen sind in der Welt, aber nicht von der Welt. Ihr Bürgertum ist im Himmel (Philipper 3,20), und sie sind Fremdlinge und ohne Bürgerrecht auf der Erde (1. Petrus 1,17; 2,11). Sie sind mit Christus gestorben und auferweckt (Kolosser 3,1-3) und in die himmlischen Örter versetzt (Epheser 2,6). Dies bedeutet, dass sie nicht zum System dieser Welt gehören, das unter dem Gericht Gottes steht (Johannes 12,31). Sie sollen keine Freundschaft mit der Welt schließen (Jakobus 4,4) und nicht gleichförmig mit ihr sein (Römer 12,2). Ihre Aufgabe ist es nicht, die Welt politisch zu verbessern, sondern Menschen aus der Welt herauszuretten und in Gottesfurcht zu leben, indem sie gute Werke tun und Salz der Erde sowie Licht der Welt sind (Matthäus 5).

Wie verbindet Jesus Gläubige mit ihrer Mission?

Jesus verbindet Gläubige mit ihrer Mission, indem er sie in der Wahrheit heiligt und sie als seine Gesandten in die Welt sendet, so wie der Vater ihn gesandt hat (Johannes 17,16-19). Diese Heiligung durch Gottes Wort trennt sie von weltlichen Systemen und Werten, um eine transformative Realität zu verkörpern. Ihre Mission ist es, Gottes Liebe und Gerechtigkeit widerzuspiegeln, andere zur Umwandlung zu führen und als Licht in der Welt zu dienen, ohne sich von deren flüchtigen Anziehungskräften gefangen nehmen zu lassen.

Wie beeinflusst die Vorstellung, „nicht von dieser Welt“ zu sein, die christlichen Ansichten über den Materialismus?

Die Vorstellung, „nicht von dieser Welt“ zu sein, führt Christen dazu, eine ewige Perspektive auf Reichtum und Besitz einzunehmen. Sie werden ermutigt, Schätze im Himmel zu sammeln (Matthäus 6,19-21) und ihre Gedanken auf himmlische Dinge zu richten (Kolosser 3,1-2), statt sich auf irdische Gewinne zu konzentrieren. Dies fördert eine Loslösung von materiellem Besitz, eine Praxis des Teilens (Apostelgeschichte 2,44-45) und die Überzeugung, dass wahre Zufriedenheit und Sicherheit in der Beziehung zu Gott liegen, nicht in weltlichem Reichtum (Hebräer 13,5). Es ist eine Ablehnung der Geldliebe zugunsten von Demut, Dienst und Liebe.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Berufung, „nicht von dieser Welt“ zu sein, für Christen eine tiefgreifende Aufforderung darstellt, ein Leben zu führen, das von göttlichen Prinzipien und einer ewigen Perspektive geprägt ist. Es bedeutet, sich von den vergänglichen Werten des Materialismus und der weltlichen Macht zu lösen und stattdessen die Liebe, Gerechtigkeit und Wahrheit Gottes in jedem Aspekt des Lebens zu verkörpern. Indem Gläubige ihre wahre Identität als Bürger des Himmels annehmen, werden sie zu Leuchttürmen der Hoffnung und zu Agenten der Transformation in einer Welt, die dringend das Licht Christi benötigt.

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