Wie hoch war die Sterblichkeitsrate in den Rheinwiesenlagern?

Rheinwiesenlager: Opfer, Kontroversen & Suche

04/10/2024

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Das Ende des Zweiten Weltkriegs brachte nicht nur die lang ersehnte Befreiung, sondern auch eine neue, oft vergessene Tragödie mit sich: die sogenannten Rheinwiesenlager. Millionen deutscher Soldaten, aber auch Zivilisten, Frauen, Kinder und Alte, fanden sich nach der Kapitulation in provisorischen Gefangenenlagern entlang des Rheins wieder. Diese Lager, von den Alliierten, hauptsächlich den Amerikanern und später den Franzosen, betrieben, sind bis heute Gegenstand intensiver Debatten und widersprüchlicher Darstellungen. Die Frage nach der Anzahl der Todesopfer und den Umständen ihres Leidens bleibt eine der schmerzlichsten und umstrittensten in der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Wie viele Tote gab es in den Rheinwiesenlagern?
Seriöse Schätzungen über die Zeit zwischen April und September 1945 belaufen sich zwischen 8.000 und 40.000 Toten insgesamt in den Rheinwiesenlagern. 14 Prinzipiell kommen in Bacques Werk verschiedene Elemente geschichtsrevisionistischer Manipulation zusammen. Zum einen sucht er seine Quellen äußerst selektiv aus.
Inhaltsverzeichnis

Die Entstehung und der Status der Rheinwiesenlager

Nach der Rheinüberquerung im März 1945 begannen die amerikanischen Streitkräfte auf Anweisung von General Dwight D. Eisenhower, entlang des westlichen Rheinufers provisorische Lager für die überwältigende Zahl deutscher Gefangener zu errichten. Diese weitläufigen Flächen wurden mit Stacheldraht umzäunt, und täglich strömten Tausende hinein, darunter nicht nur Soldaten, sondern auch Verwundete, Amputierte, weibliche Hilfskräfte und sogar Zivilisten, die vor der Roten Armee flohen oder unter "automatic arrest" gestellt wurden. Die Lager wurden schnell überfüllt, und die Infrastruktur war minimal. Es gab kaum feste Unterkünfte; die meisten Gefangenen schliefen unter freiem Himmel. Einzelne Baracken existierten nur für Frauen, Schwerstkranke oder deutsche Generäle.

Ein entscheidender Punkt, der die Bedingungen in den Rheinwiesenlagern maßgeblich beeinflusste, war die rechtliche Einstufung der Gefangenen. Während der Haager Friedenskonferenzen zu Beginn des 20. Jahrhunderts und der Genfer Konventionen von 1929 hatten sich die "zivilisierten Staaten", einschließlich der USA, auf ein Völkerrecht geeinigt, das die humanere Behandlung von Kriegsgefangenen vorsah. Gemäß Artikel 4 der Haager Landkriegsordnung sollten Kriegsgefangene menschlich behandelt werden und ihr persönliches Eigentum behalten dürfen. Artikel 7 legte fest, dass die Versorgung in Bezug auf Nahrung, Unterkunft und Kleidung der der eigenen Truppen entsprechen sollte, und Artikel 20 verlangte eine unverzügliche Entlassung nach Friedensschluss. Zudem sollte das Internationale Rote Kreuz Zugang zu den Lagern haben.

Doch 1943 einigten sich die Alliierten darauf, die deutschen Kriegsgefangenen nicht als solche zu behandeln, sondern als sogenannte Disarmed Enemy Forces (DEF). Diese Einstufung entzog den Gefangenen den Schutz des internationalen Rechts und lieferte sie der Willkür der Sieger aus. General Eisenhower erhielt am 10. März 1945 die Ermächtigung aus Washington, deutsche Soldaten auf deutschem Boden als DEF festzuhalten und nicht zu entlassen. Diese Nichteinhaltung des Völkerrechts wird von Kritikern als Kriegsverbrechen gewertet.

Kontroverse Bedingungen und tägliches Leid

Die Zustände in den Rheinwiesenlagern waren, je nach Quelle, katastrophal oder zumindest äußerst schwierig. Offizielle amerikanische Berichte erwähnen, dass das Trinkwasser gechlort wurde, um Seuchenausbrüche zu verhindern, und dass Kranke in Lazaretten versorgt wurden. Ab Juni 1945 sollen sich die Essensrationen deutlich verbessert haben. Doch die Berichte der Gefangenen und kritischer Historiker zeichnen ein anderes Bild.

Die meisten Inhaftierten mussten unter freiem Himmel schlafen, oft bei Kälte, Regen und Schneeregen, was den Boden in eine Schlammwüste verwandelte. Das Errichten von Unterkünften oder das Graben von Erdlöchern zum Schutz vor der Witterung war verboten und wurde, wenn entdeckt, mit Zwang zugeschüttet. Es gab sogar Berichte, dass Bulldozer Erdlöcher samt den darin befindlichen Gefangenen zuwalzten. Waschgelegenheiten fehlten gänzlich, und Latrinen, oft nur Balken über Gruben, waren nahe der Zäune angelegt, was die Privatsphäre völlig aufhob und die hygienischen Bedingungen untragbar machte.

Anfänglich gab es in vielen Lagern weder ausreichend Nahrung noch Wasser, obwohl deutsche und amerikanische Depots reichlich Vorräte enthielten. Diese Depots wurden stattdessen der Zivilbevölkerung zur Plünderung überlassen. Später erhielten die Gefangenen zwar US-Vorräte wie Eipulver, Milchpulver, Kekse, Blockschokolade und Kaffeepulver, doch das Problem des Wassermangels blieb bestehen, was zu schweren Darmerkrankungen wie der Ruhr führte. Die Gefangenen hatten keinerlei Kontakt zur Außenwelt; Postverkehr fand nicht statt. Die Bevölkerung wurde unter Androhung der Todesstrafe angewiesen, die Gefangenen nicht mit Nahrung zu versorgen. Versuche, Hilfsgüter über den Zaun zu werfen, wurden mit Vertreibung oder Erschießung geahndet.

Das Internationale Rote Kreuz erhielt keinen Zutritt zu den Lagern, und vom Schweizer Roten Kreuz transportierte Hilfsgüter wurden auf Befehl Eisenhowers zurückgeschickt. Schwerkranke und Sterbende erhielten unzureichende oder gar keine Versorgung, während nahegelegene Krankenhäuser und Lazarette ungenutzt blieben. Als Wachpersonal wurden teilweise entlassene Fremdarbeiter und ehemalige Häftlinge der Wehrmacht eingesetzt, was zu willkürlichen Misshandlungen und Machtmissbrauch führte. Obwohl die systematische Misshandlung durch die Wachen von einigen Seiten verneint wird, gab es dokumentierte Fälle von Übergriffen und sogar Erschießungen von Flüchtigen.

Das mentale Leid der Gefangenen war immens. Nahrungsmangel, das Schlafen unter freiem Himmel und unzureichende Hygiene zehrten an ihrer Konstitution. Doch auch die Erkenntnis, dass das Deutsche Reich verloren war und sie von der jahrelangen Propagandamaschine betrogen worden waren, führte zu Orientierungslosigkeit und Tristesse. Gerüchte über Verlegungen oder Entlassungen bestimmten den Alltag.

Die Opferzahlen: Eine anhaltende Kontroverse

Die Frage, wie viele Menschen in den Rheinwiesenlagern tatsächlich starben, ist die wohl am heftigsten diskutierte und umstrittenste. Die Zahlen variieren drastisch, je nachdem, welche Quellen herangezogen werden:

  • Offizielle Schätzungen: Die US-Geschichtsschreibung und die offizielle Geschichtsschreibung in Deutschland sprechen von etwa 5.000 bis höchstens 10.000 Toten in den Rheinwiesenlagern. Diese niedrige Zahl würde bedeuten, dass von den geschätzten fünf bis sechs Millionen Gefangenen, die die Lager durchliefen, nur etwa 0,1% die Bedingungen nicht überlebten – eine Sterberate, die einer normalen Bevölkerung unter normalen Bedingungen entspricht und für die Lagerverhältnisse als unrealistisch niedrig angesehen wird.
  • Seriöse Schätzungen: Unabhängige, als seriös geltende Schätzungen für den Zeitraum zwischen April und September 1945 belaufen sich auf insgesamt 8.000 bis 40.000 Tote in den Rheinwiesenlagern.
  • James Bacques Behauptungen: Der kanadische Autor James Bacque behauptet in seinem umstrittenen Werk "Der geplante Tod", dass in den amerikanischen und später französischen Lagern zusammen 800.000 bis eine Million Menschen ums Leben kamen. Er legt den Amerikanern etwa drei Viertel dieser Todesfälle zur Last, also rund 750.000. Bacque interpretiert den statistischen Unterpunkt "other losses" in amerikanischen Statistiken als eine Verschleierung von Todesfällen. Er argumentiert, dass diese Todesfälle wissentlich von Armee-Offizieren herbeigeführt wurden, die über genügend Ressourcen verfügten, aber Hilfe von Organisationen wie dem Roten Kreuz verweigerten und Akten vernichteten oder geheim hielten.

Kritik an Bacques Thesen

Bacques Werk ist Gegenstand massiver Kritik und wird von der seriösen Geschichtswissenschaft weitgehend als geschichtsrevisionistisch eingestuft. Die Hauptkritikpunkte sind:

  • Selektive Quellenauswahl: Bacque wählt angeblich ausschließlich Augenzeugenberichte aus, die seine Erzählung von der geplanten Vernichtung der Deutschen stützen.
  • Fehlinterpretation von Quellen: Der Begriff "other losses" in US-Statistiken meint tatsächlich vorzeitig Entlassene, in andere Lager Überstellte oder Geflüchtete, nicht Tote. Auch seine Annahme, eine Million "other losses" seien vor der Roten Armee geflohen und dann von den Amerikanern gefangen genommen worden, ist historisch falsch; diese Truppenteile wurden bereits 1944 in Kampfhandlungen getötet oder gefangen genommen.
  • Ignoranz des historischen Kontextes: Bacque lässt wichtige Faktoren wie die zerstörte Infrastruktur Europas und den allgemeinen Nahrungsmangel außer Acht, die die Versorgungssituation massiv erschwerten.
  • Mangel an Beweisen für Massengräber: Umfangreiche Forschungen, darunter die der sogenannten Maschke-Kommission, befragten Zeitzeugen, sichteten Dokumente und durchforsteten Archive. Auch archäologische Grabungen auf ehemaligen Lagergeländen wurden durchgeführt. Die von Bacque behaupteten Massengräber wurden jedoch nicht entdeckt. Berichte über Leichenverbrennungen gab es ebenfalls nicht.
  • Zugänglichkeit der Maschke-Kommission-Bände: Bacques Behauptung, belastende Teilergebnisse der Maschke-Kommission seien bewusst zurückgehalten worden, ist unwahr. Die Bände waren in Universitätsbibliotheken vorhanden und ab den späten 1970er Jahren sogar frei zugänglich.

Die "fehlende Million" und das Beispiel Bretzenheim

Trotz der Kritik an Bacques Zahlen bleibt die Frage nach dem Verbleib von über einer Million deutscher Kriegsteilnehmer des Zweiten Weltkriegs ungeklärt, die oft als "vermisste Million" bezeichnet wird. Während vor der Wende oft die Russen dafür verantwortlich gemacht wurden, haben deren geöffnete Archive viele Schicksale geklärt. Dies legt nahe, dass ein signifikanter Teil dieser Vermissten nicht in russischer Hand ums Leben kam.

Weshalb sind die Rheinwiesenlager so wichtig?
Die Rheinwiesenlager sind eine Folge der NS-Diktatur, des Zweiten Weltkriegs sowie der nationalsozialistischen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Berichte aus einzelnen Lagern, wie dem Lager Bretzenheim bei Bad Kreuznach, deuten auf eine wesentlich höhere Sterblichkeitsrate hin als die offiziell angegebenen Zahlen. Augenzeugenberichte sprechen von 120 bis 180 Leichen, die täglich am Lagertor abgelegt und abtransportiert wurden, um in Massengräbern versenkt zu werden. Dies würde für die drei Monate amerikanischer Führung in Bretzenheim (bei einer Belegungsstärke von 130.000 Gefangenen) etwa 15.000 Tote bedeuten, was einer Todesrate von über 11,15% entspricht. Zählt man die unzähligen hungergeschwächten Gefangenen hinzu, die im Schlamm versanken oder in die bodenlosen Latrinen stürzten und nie geborgen wurden, könnte die Rate in Bretzenheim auf 15% ansteigen. Wenn man diese Rate auf die geschätzten fünf Millionen Gefangenen in allen Lagern hochrechnet, kommt man tatsächlich auf eine Zahl von 750.000 Toten in den amerikanischen Lagern – eine Zahl, die Bacques Angaben nahekommt, auch wenn seine Argumentation andere Wege einschlägt.

Die Suche nach Gräbern und bürokratische Hürden

Ein besonders erschütterndes Kapitel ist die fehlende offizielle Suche nach den Toten der Rheinwiesenlager. Nur etwa 5.000 Tote wurden zu Lagerzeiten auf Lagerfriedhöfen beigesetzt, genau die Zahl, die heute von der offiziellen Geschichtsschreibung genannt wird. 1953 wurden einige Tausend Tote umgebettet, doch die Notwendigkeit, nach Massengräbern in der Umgebung der Lager oder nach Toten auf den Lagergeländen selbst zu suchen, wurde von offizieller Seite nie gesehen.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der sich um die Gräber von Kriegstoten kümmert, ist gemäß dem Gräbergesetz von 1952 nur für Kriegstote im Ausland zuständig. Im Inland benötigt er einen Grabungsauftrag der deutschen Behörden, der jedoch nicht erteilt wird. Nur bei einer eidesstattlichen Erklärung über die Position eines Massengrabes könnte der Volksbund selbst tätig werden – eine Situation, die bisher nicht eingetreten ist, da die Massengräber angeblich ohne Zeugen von den Amerikanern angelegt wurden.

Ein bemerkenswerter Versuch, Licht ins Dunkel zu bringen, wurde von dem Bundeswehrangehörigen und Grabungsexperten Otto Schmitt aus Guldental bei Bretzenheim unternommen. Ab 1970 widmete er sich der Aufklärung von Vermisstenfällen und wusste von Erkennungsmarken deutscher Soldaten, die auf ehemaligen Lagergeländen gefunden wurden. Im Herbst 1985 begann er auf eigene Kosten mit Grabungsarbeiten an den ehemaligen Latrinen des Lagergeländes Bretzenheim, in Absprache mit dem Eigentümer. Doch noch bevor ein Toter gefunden wurde, intervenierte die Kreisverwaltung Bad Kreuznach und untersagte die Grabungen unter Androhung einer Geldstrafe von 250.000 DM. Das Gelände wurde unter Denkmalschutz gestellt, und das rheinland-pfälzische Denkmalschutzgesetz wurde 1986 verschärft.

Otto Schmitts Antrag auf Fortsetzung seiner Arbeit wurde 1987 mit der Begründung abgelehnt, dass das Gelände seit 1966 eine Gedenkstätte sei und Ausgrabungen aus Gründen der Pietät eine unnötige Störung bedeuten würden. Zudem würden sie die "Geschichtszeugnisse", deren Spuren und Überreste geschützt im Boden liegen, zerstören. Obwohl der Volksbund, die Gemeinschaft der Jagdflieger und sogar die Kreisverwaltung für eine Aufhebung des Verbots plädierten, blieb das Landesamt für Denkmalpflege in Mainz bei seiner Haltung. Schmitt klagte vor dem Verwaltungsgericht Koblenz, doch seine Klage wurde 1989 abgewiesen. Das Gericht argumentierte, dass das Lagergelände ein Kulturgut sei und die Grabung ausschließlich von Fachkräften der Denkmalpflege durchgeführt werden müsse, die aber derzeit nicht zur Verfügung stünden. Otto Schmitt, dem die Verfahrenskosten auferlegt wurden, gab schließlich auf. Es wurde wieder still um die Toten von Bretzenheim.

Erst Ende 2002 stimmte das Landesamt für Denkmalpflege Grabungen durch den Volksbund zu, doch das Innenministerium Rheinland-Pfalz verweigerte weiterhin einen Grabungsauftrag mit der Begründung, es befänden sich keine Gräber auf dem Gelände – eine Behauptung, die von den bisherigen Erkenntnissen und Zeugenaussagen im Widerspruch steht.

Warum sind die Rheinwiesenlager wichtig und die Kontroverse besteht?

Die Rheinwiesenlager sind eine direkte Folge der NS-Diktatur, des Zweiten Weltkriegs und der nationalsozialistischen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Sie sind ein dunkles Kapitel der Nachkriegszeit, das die Brutalität des Kriegsendes und die oft schwierigen Bedingungen der Gefangenschaft verdeutlicht. Die anhaltende Kontroverse um die Opferzahlen und die Behandlung der Gefangenen ist vielschichtig.

Einerseits gibt es ein legitimes Interesse an der Aufklärung der historischen Wahrheit und dem Schicksal der Vermissten. Andererseits wird das Thema Rheinwiesenlager auch von geschichtsrevisionistischen Kreisen instrumentalisiert. Die Veröffentlichungen von James Bacque, die mit konstruierten Opferzahlen aufwarten, befriedigen oft den Wunsch nach einer Schuldumkehr, indem sie versuchen, alliierte Verbrechen in den Vordergrund zu rücken und sie mit den deutschen Vernichtungslagern gleichzusetzen. Die grotesk hohe Zahl von sechs Millionen Toten, die manchmal in diesem Kontext auftaucht, ist ein offensichtlicher Versuch dieser Gleichsetzung.

Die Anziehungskraft solcher Erzählungen liegt auch in der Sehnsucht nach "authentischen" Augenzeugenberichten und der scheinbaren Glaubwürdigkeit eines nicht-deutschen "Kronzeugen" wie Bacque. Doch selbst Augenzeugenberichte müssen kritisch eingeordnet werden, da die extreme Verzweiflung der Inhaftierten zu subjektiven Wahrnehmungen führen konnte, die nicht immer mit objektiven Daten übereinstimmen, wie das Beispiel der angeblich wochenlangen, ununterbrochenen Regenfälle zeigt, die meteorologisch nicht belegbar sind.

Wie viele Tote gab es in den Rheinwiesenlagern?
Seriöse Schätzungen über die Zeit zwischen April und September 1945 belaufen sich zwischen 8.000 und 40.000 Toten insgesamt in den Rheinwiesenlagern. 14 Prinzipiell kommen in Bacques Werk verschiedene Elemente geschichtsrevisionistischer Manipulation zusammen. Zum einen sucht er seine Quellen äußerst selektiv aus.

Die Rheinwiesenlager bleiben ein Mahnmal für die Komplexität der Nachkriegszeit und die Notwendigkeit einer differenzierten historischen Betrachtung, die zwischen seriöser Forschung und revisionistischer Manipulation unterscheidet. Die Toten rufen weiterhin nach einer umfassenden Aufklärung und einem würdigen Gedenken.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu den Rheinwiesenlagern

Was waren die Rheinwiesenlager?

Die Rheinwiesenlager waren provisorische Kriegsgefangenenlager, die von den westlichen Alliierten (hauptsächlich den USA, später Frankreich) nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland errichtet wurden. Sie dienten der Unterbringung von Millionen deutscher Soldaten und Zivilisten, die nach der Kapitulation gefangen genommen wurden.

Wer war für die Bedingungen in den Lagern verantwortlich?

Die Verantwortung für die Lager und die Bedingungen lag bei den jeweiligen alliierten Besatzungsmächten, insbesondere bei der US Army unter General Dwight D. Eisenhower, der die Anweisung zur Einstufung der Gefangenen als "Disarmed Enemy Forces" (DEF) gab, wodurch sie den Schutz der Genfer Konventionen verloren.

Wie viele Menschen starben in den Rheinwiesenlagern?

Die Zahlen sind sehr umstritten. Offizielle Schätzungen der US- und deutschen Geschichtsschreibung sprechen von etwa 5.000 bis 10.000 Toten. Seriöse unabhängige Schätzungen liegen zwischen 8.000 und 40.000 Toten. Der kanadische Autor James Bacque behauptet in seinem Werk "Der geplante Tod", dass bis zu einer Million Menschen ums Leben kamen, wobei diese Zahlen von der seriösen Geschichtswissenschaft als revisionistisch und unhaltbar kritisiert werden.

Wurden die Genfer Konventionen in den Rheinwiesenlagern angewendet?

Nein. Die Alliierten stuften die deutschen Gefangenen als "Disarmed Enemy Forces" (DEF) statt als Kriegsgefangene ein, um die Anwendung der Genfer Konventionen und der Haager Landkriegsordnung zu umgehen. Dies entzog den Gefangenen den Schutz des internationalen Völkerrechts.

Warum ist die Thematik der Rheinwiesenlager bis heute kontrovers?

Die Kontroverse besteht aufgrund der stark voneinander abweichenden Opferzahlen, der Berichte über die teils katastrophalen Haftbedingungen und der rechtlichen Einstufung der Gefangenen. Zudem wird das Thema von geschichtsrevisionistischen Gruppen genutzt, um eine "Schuldumkehr" zu versuchen und alliierte Verbrechen mit denen des NS-Regimes gleichzusetzen.

Gibt es Massengräber in den Rheinwiesenlagern?

Trotz Berichten und Behauptungen, insbesondere von James Bacque, wurden bei archäologischen Untersuchungen durch die Maschke-Kommission und andere keine Massengräber entdeckt. Versuche privater Initiativen, wie die von Otto Schmitt, entsprechende Grabungen durchzuführen, wurden von offiziellen deutschen Behörden unter Verweis auf Denkmalschutz und Pietät untersagt.

Die Geschichte der Rheinwiesenlager ist ein komplexes und schmerzhaftes Kapitel, das weiterhin der Aufarbeitung und einer differenzierten Betrachtung bedarf, um die historische Wahrheit zu bewahren und gleichzeitig revisionistischen Tendenzen entgegenzuwirken.

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