29/04/2025
Die kirchliche Trauung ist ein Sakrament, das zwei Menschen im Glauben und in der Liebe zueinander und zu Gott verbindet. Ein zentraler Bestandteil dieser feierlichen Zeremonie ist die Verkündigung des Wortes Gottes. Durch sorgfältig ausgewählte biblische Texte erhalten die Brautleute und ihre Gäste eine tiefere Einsicht in die Bedeutung des Ehebundes und die göttliche Dimension der Liebe. Diese Lesungen und das Evangelium sind nicht nur schöne Worte, sondern Fundamente, auf denen das gemeinsame Leben aufgebaut werden soll.

Die Auswahl der passenden Schriftstellen ist eine persönliche und bedeutsame Aufgabe für das Brautpaar. Es ist eine Gelegenheit, Texte zu wählen, die ihre individuelle Geschichte, ihre Hoffnungen und ihre Vision für die Ehe am besten zum Ausdruck bringen. Dabei gibt es spezifische Rollen für die verschiedenen Abschnitte der Schriftlesungen, die es zu verstehen gilt.
- Die Rolle der Schriftlesungen in der katholischen Trauung
- Lesungstexte aus dem Alten Testament: Die Fundamente des Bundes
- Lesungstexte aus dem Neuen Testament: Liebe in Christus als Vorbild
- Das Evangelium: Die Frohe Botschaft für den Ehebund
- Die Auswahl der Texte: Ein persönlicher Weg zum Traualtar
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Darf man eigene Texte wählen, die nicht in der Liste stehen?
- Müssen wir bei einer katholischen Trauung immer eine Lesung und ein Evangelium haben?
- Was passiert, wenn wir uns nicht auf eine Lesung oder ein Evangelium einigen können?
- Können wir die Texte ändern, nachdem wir sie ausgewählt und dem Priester mitgeteilt haben?
- Was bedeutet die Antwort „Wort des lebendigen Gottes!“ am Ende der Lesung?
Die Rolle der Schriftlesungen in der katholischen Trauung
In der katholischen Trauungsmesse gibt es in der Regel zwei Hauptabschnitte der Schriftlesung: die Lesung und das Evangelium. Beide haben ihre eigene Bedeutung und werden auf unterschiedliche Weise vorgetragen.
Die Lesung
Die Lesung wird üblicherweise von einer Person aus der Hochzeitsgesellschaft vorgetragen – oft ein Familienmitglied oder ein enger Freund des Brautpaares. Dies unterstreicht die Gemeinschaft und die Unterstützung, die das Paar von ihren Liebsten erhält. Falls sich niemand dazu in der Lage fühlt, kann auch der Priester oder Diakon die Lesung übernehmen. Die Texte für die Lesung stammen sowohl aus dem Alten als auch aus dem Neuen Testament und bieten eine breite Palette an Themen, die die menschliche Erfahrung von Liebe, Bund, Treue und Weisheit beleuchten.
Das Evangelium
Das Evangelium nimmt eine besondere Stellung ein und wird immer vom Priester oder Diakon vorgelesen. Es ist die direkte Botschaft Jesu Christi, die Frohe Botschaft, die im Zentrum des christlichen Glaubens steht. Die Auswahl des Evangeliums erfolgt in Absprache mit dem Zelebranten, da seine Predigt (Homilie) oft eng mit dem ausgewählten Evangeliumstext verbunden ist. Es ist wichtig, dem Priester die gewünschte Evangeliumsstelle frühzeitig mitzuteilen, damit er seine Predigt entsprechend vorbereiten kann.
Lesungstexte aus dem Alten Testament: Die Fundamente des Bundes
Die Texte aus dem Alten Testament legen oft die Grundlagen für unser Verständnis von Schöpfung, Bund und Gottes Beziehung zu den Menschen. Sie bieten tiefe Einblicke in die göttliche Ordnung und die menschliche Natur.
- 1. Genesis 1,26-28, 31a (Abbild Gottes): „Dann sprach Gott: Lasst uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich. Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und über alle Kriechtiere auf dem Land. Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie. Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar, und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch, und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen. Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut.“
Dieser Text betont die Schöpfung des Menschen als Abbild Gottes, als Mann und Frau. Er unterstreicht die Würde beider Geschlechter und den göttlichen Auftrag zur Fruchtbarkeit und zur Gestaltung der Welt. Für eine Trauung ist dies eine wunderbare Erinnerung daran, dass die Ehe Teil des göttlichen Schöpfungsplans ist und gut ist. - 2. Deut. 4,31-35; 37 (Bund Gottes): „Mose sprach zum Volk: Der Herr, dein Gott, ist ein barmherziger Gott. Er lässt dich nicht fallen und gibt dich nicht dem Verderben preis und vergisst nicht den Bund mit deinen Vätern, den er ihnen beschworen hat. Forsche doch einmal in früheren Zeiten nach, die vor dir gewesen sind, seit dem Tag, als Gott den Menschen auf der Erde schuf; forsche nach vom einen Ende des Himmels bis zum andern Ende: Hat sich je etwas so Großes ereignet wie dieses und hat man je solche Worte gehört? Oder hat je ein Gott es ebenso versucht, zu einer Nation zu kommen und sie mitten aus einer anderen herauszuholen unter Wundern […], wie es der Herr, euer Gott, in Ägypten mit euch getan hat, vor deinen Augen? Das hast du sehen dürfen, damit du erkennst: Jahwe ist der Gott, kein anderer ist außer ihm. Weil er deine Väter lieb gewonnen hatte, hat er alle Nachkommen eines jeden von ihnen erwählt.“
Diese Lesung spricht vom barmherzigen und treuen Gott, der seinen Bund nicht vergisst. Sie erinnert daran, dass Gottes Liebe beständig ist und dass er seine Versprechen hält – ein starkes Fundament für ein Eheversprechen, das auf Treue und Beständigkeit basiert. - 3. Deut. (frei nach Dtn. 16, 8ff) (Fest + Feier): „Nachdem Israel von Ägypten ausgezogen war und sich im verheißenen Land niedergelassen hatte, sprach Mose im Auftrag Gottes des Herrn zu seinem Volk: Sechs Tage sollst du ungesäuertes Brot essen, am siebten Tag ist eine Festversammlung für den Herrn, deinen Gott; da sollst du keine Arbeit tun. . Du sollst vor dem Herrn, deinem Gott, fröhlich sein, du, dein Sohn und deine Tochter, deine Verwandten und Freunde, auch die Menschen, die in deinem Dorf Häuser haben, die in deiner Mitte leben. Du sollst fröhlich sein an der Stätte, die der Herr, dein Gott, auswählt, indem er dort seinen Namen wohnen lässt. Du sollst an deinem Fest fröhlich sein mit allen, die dir in Freundschaft verbunden sind. Sieben Tage lang sollst du dem Herrn, deinem Gott, das Fest feiern. Wenn dich der Herr, dein Gott, in allem gesegnet hat, in deiner Ernte und in der Arbeit deiner Hände, dann sollst du wirklich fröhlich sein.“
Dieser Text unterstreicht die Freude am Fest und die Bedeutung der Gemeinschaft. Eine Hochzeit ist ein Fest der Freude, und diese Lesung lädt dazu ein, diese Freude mit Familie und Freunden zu teilen und Gott für seine Segnungen zu danken. - 4. Psalm 39 (Gott kennt dich): „Herr, du hast mich erforscht und du kennst mich. Ob ich sitze oder stehe, du weißt von mir. Von fern erkennst du meine Gedanken. Ob ich gehe oder ruhe, es ist dir bekannt; du bist vertraut mit all meinen Wegen. Noch liegt mir das Wort nicht auf der Zunge - du, Herr, kennst es bereits. Du umschließt mich von allen Seiten und legst deine Hand auf mich. Zu wunderbar ist für mich dieses Wissen, zu hoch, ich kann es nicht begreifen. Denn du hast mein Inneres geschaffen, mich gewoben im Schoß meiner Mutter. Ich danke dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast. Ich weiß: Staunenswert sind deine Werke.“
Dieser Psalm drückt die tiefe Erkenntnis aus, dass Gott uns in- und auswendig kennt. Er kann ein schöner Ausdruck der Vertrautheit und des tiefen Verständnisses sein, das ein Ehepaar füreinander empfindet, und die Gewissheit, dass Gott ihre Beziehung von Anfang an kennt und begleitet. - 5. Buch Tobit 8,4b-8 (aus Liebe): „Steh auf, Schwester, wir wollen beten, damit der Herr Erbarmen mit uns hat. Und er begann zu beten: Sei gepriesen, Gott unserer Väter; gepriesen sei dein heiliger und ruhmreicher Name in alle Ewigkeit. Die Himmel und alle deine Geschöpfe müssen dich preisen. Du hast Adam erschaffen und hast ihm Eva zur Frau gegeben, damit sie ihm hilft und ihn ergänzt. Von ihnen stammen alle Menschen ab. Du sagtest: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist; wir wollen für ihn einen Menschen machen, der ihm hilft und zu ihm paßt. Darum, Herr, nehme ich diese meine Schwester auch nicht aus reiner Lust zur Frau, sondern aus wahrer Liebe. Hab Erbarmen mit mir, und laß mich gemeinsam mit ihr ein hohes Alter erreichen! Und Sara sagte zusammen mit ihm: Amen.“
Die Geschichte von Tobias und Sara ist eine klassische biblische Liebesgeschichte. Dieser Abschnitt betont die wahre Liebe als Grundlage der Ehe, im Gegensatz zur reinen Lust. Er erinnert daran, dass die Ehe eine göttliche Einrichtung ist, die dazu bestimmt ist, Einsamkeit zu überwinden und einander zu ergänzen. - 6. Sprichwörter 3, 3-6 (Liebe u. Treue): „Nie sollen Liebe und Treue dich verlassen; binde sie dir um den Hals, schreib sie auf die Tafel deines Herzens! Dann erlangst du Gunst und Beifall bei Gott und den Menschen. Mit ganzem Herzen vertrau auf den Herrn, bau nicht auf eigene Klugheit; such ihn zu erkennen auf all deinen Wegen, dann ebnet er selbst deine Pfade.“
Diese Sprichwörter mahnen zu beständiger Liebe und Treue und zum Vertrauen auf Gott. Sie sind eine Ermutigung für das Brautpaar, ihre Beziehung auf diese ewigen Werte zu gründen und Gott in alle Entscheidungen ihres gemeinsamen Lebens einzubeziehen. - 7. Hohelied, 8,6-7 (Siegel der Liebe): „Leg mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel an deinen Arm! Stark wie der Tod ist die Liebe, die Leidenschaft ist hart wie die Unterwelt. Ihre Gluten sind Feuergluten, gewaltige Flammen. Auch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen; auch Ströme schwemmen sie nicht weg. Böte einer für die Liebe den ganzen Reichtum seines Hauses, nur verachten würde man ihn.“
Das Hohelied ist eine Feier der menschlichen Liebe in ihrer vollen Leidenschaft. Dieser Vers beschreibt die Liebe als eine unzerstörbare Kraft, stärker als der Tod, die durch nichts ausgelöscht werden kann. Eine inspirierende Wahl, um die Tiefe und Beständigkeit der Liebe zu betonen, die das Brautpaar verbindet. - 8. Hoheslied 2, 2-7 (begehrende Liebe): „Eine Lilie unter Disteln / ist meine Freundin unter den Mädchen. Wie ein Apfelbaum unter Waldbäumen / ist mein Geliebter unter den Burschen. In seinem Schatten begehre ich zu sitzen. / Wie süß schmeckt seine Frucht meinem Gaumen! In das Weinhaus hat er mich geführt. / Sein Zeichen über mir heißt Liebe. Stärkt mich mit Traubenkuchen, / erquickt mich mit Äpfeln; / denn ich bin krank vor Liebe. Seine Linke liegt unter meinem Kopf, / Ich beschwöre euch, Jerusalems Töchter: Stört die Liebe nicht auf, / weckt sie nicht, / bis es ihr selbst gefällt.“
Diese Verse aus dem Hohelied drücken die Sehnsucht und Zärtlichkeit der Liebenden aus. Sie beschreiben die Einzigartigkeit des Partners und die Freude, die man in seiner Gegenwart empfindet. Es ist eine poetische Darstellung der gegenseitigen Anziehung und des tiefen Verlangens. - 9. Hoheslied 3, 2-7 (nächtliche Suche): „Des Nachts auf meinem Lager suchte ich ihn, / den meine Seele liebt. / Ich suchte ihn und fand ihn nicht. Aufstehen will ich, die Stadt durchstreifen, / die Gassen und Plätze, / ihn suchen, den meine Seele liebt. […] Dann aber fand ich ihn, den meine Seele liebt. Ich packte ihn, ließ ihn nicht mehr los, / bis ich ihn ins Haus brachte, / Ich beschwöre euch: Stört die Liebe nicht auf, / weckt sie nicht, / bis es ihr selbst gefällt.“
Dieser Abschnitt beschreibt die unermüdliche Suche nach dem Geliebten und die Freude des Wiederfindens. Er symbolisiert die Hingabe und Entschlossenheit, die in einer Beziehung notwendig sind, und die glückselige Gewissheit, den richtigen Partner gefunden und festgehalten zu haben. - 10. Hoheslied – Auszüge aus Kapitel 4,5,6,7 (ich gehöre dir): „So spricht der Liebende: „Komm doch mit mir, meine Braut. Verzaubert hast du mich, / ja verzaubert mit einem Blick deiner Augen. Wie schön ist deine Liebe, / ein verschlossener Garten ist meine Braut, / ein versiegelter Quell. Ein Lustgarten sprosst aus dir, / die Quelle des Gartens bist du, / ein Brunnen lebendigen Wassers.“ Darauf antwortet die Braut: „Mein Geliebter komme in seinen Garten / und esse von den köstlichen Früchten. Ich schlief, doch mein Herz war wach. / Meinem Geliebten gehöre ich / und mir gehört der Geliebte, / der in den Lilien weidet. Ich gehöre meinem Geliebten / und ihn verlangt nach mir. Komm, mein Geliebter!“
Diese Auszüge sind ein wunderschöner Dialog zwischen zwei Liebenden, die ihre tiefe Verbundenheit und gegenseitige Zugehörigkeit ausdrücken. Sie feiern die Schönheit des Partners und die Freude, einander vollständig zu gehören. - 11. Kohelet 4, 7-12 (nicht mehr allein): „Der Prophet sprach. Und wieder habe ich etwas unter der Sonne beobachtet: Es kommt vor, dass jemand allein steht und niemanden bei sich hat. Ja, er besitzt nicht einmal einen Sohn oder Bruder. Aber sein Besitz ist ohne Grenzen. Doch für wen strenge ich mich dann an und warum gönne ich mir kein Glück? Zwei sind besser als einer allein, falls sie nur reichen Ertrag aus ihrem Besitz ziehen. Denn wenn sie hinfallen, richtet einer den anderen auf. Doch wehe dem, der allein ist, wenn er hinfällt, ohne dass einer bei ihm ist, der ihn aufrichtet. Außerdem: Wenn zwei zusammen schlafen, wärmt einer den andern; / einer allein - wie soll er warm werden? Und wenn jemand einen Einzelnen auch überwältigt, / zwei sind ihm gewachsen / und eine dreifache Schnur reißt nicht so schnell.“
Dieser Text hebt den Wert der Partnerschaft hervor und betont, dass zwei besser sind als einer. Er spricht von gegenseitiger Unterstützung, Wärme und Stärke im Angesicht von Herausforderungen. Eine kraftvolle Erinnerung daran, dass die Ehe ein Bund ist, der Stärke und Geborgenheit bietet. - 12. Jes. Sir. 5, 6-14a; 15 (Zuhören, Ehrlichkeit): „Worfle nicht bei jedem Wind / und geh nicht auf jedem Pfad! Bleib fest bei deiner Überzeugung, / eindeutig sei deine Rede. Sei schnell bereit zum Hören, / aber bedächtig bei der Antwort! Nur wenn du imstande bist, antworte deinem Mitmenschen, / wenn nicht, leg die Hand auf den Mund! Ehre und Schmach liegen in der Hand des Schwätzers, / des Menschen Zunge ist sein Untergang. Lass dich nicht doppelzüngig nennen / und verleumde niemand mit deinen Worten! Im Kleinen wie im Großen handle nicht unrecht, / sei nicht statt eines Freundes ein Feind!“
Diese Passage aus Jesus Sirach betont die Bedeutung von Weisheit in der Rede, Ehrlichkeit und Beständigkeit. Für eine Ehe ist dies eine wertvolle Lehre über Kommunikation und Integrität, die die Grundlage für Vertrauen und gegenseitigen Respekt bildet. - 13. Jesus Sirach 6,5 – 16a (echte Freundschaft): „Sanfte Rede erwirbt viele Freunde, / freundliche Lippen sind willkommen. Viele seien es, die dich grüßen, / dein Vertrauter aber sei nur einer aus tausend. Willst du einen Freund gewinnen, / gewinne ihn durch Erprobung, / schenk ihm nicht zu schnell dein Vertrauen! Mancher ist Freund je nach der Zeit, / am Tag der Not hält er nicht stand. Mancher Freund wird zum Feind, / unter Schmähungen deckt er den Streit mit dir auf. Mancher ist Freund als Gast am Tisch, / am Tag des Unheils ist er nicht zu finden. In deinem Glück ist er eins mit dir, / in deinem Unglück trennt er sich von dir. Trifft dich ein Unglück, wendet er sich gegen dich / und hält sich vor dir verborgen. Von deinen Feinden halte dich fern, / vor deinen Freunden sei auf der Hut! Ein treuer Freund ist wie ein festes Zelt; / wer einen solchen findet, hat einen Schatz gefunden. Für einen treuen Freund gibt es keinen Preis, / nichts wiegt seinen Wert auf. Das Leben ist geborgen bei einem treuen Freund.“
Dieser Text feiert die wahre, beständige Freundschaft und unterscheidet sie von oberflächlichen Beziehungen. Eine Ehe ist auch eine tiefe Freundschaft, und diese Lesung unterstreicht den unschätzbaren Wert eines treuen Partners, der in guten wie in schlechten Zeiten an der Seite steht.
Lesungstexte aus dem Neuen Testament: Liebe in Christus als Vorbild
Die Lesungen aus dem Neuen Testament, insbesondere die Briefe der Apostel, konzentrieren sich oft auf die christliche Liebe (Agape), Vergebung und das Leben in der Gemeinschaft nach dem Vorbild Christi.
- 14. Röm 13,8-10 (Liebe für immer schuldig): „Schwestern und Brüder! Bleibt niemand etwas schuldig; nur die Liebe schuldet ihr einander immer. Wer den andern liebt, hat das Gesetz erfüllt. Denn die Gebote: Du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht begehren! und alle anderen Gebote sind in dem einen Satz zusammengefasst: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Also ist die Liebe die Erfüllung des Gesetzes.“
Paulus betont hier, dass die Liebe die einzige Schuld ist, die wir einander immer schuldig bleiben. Sie ist die Erfüllung aller Gebote. Eine Ehe, die auf dieser bedingungslosen Liebe basiert, erfüllt das höchste Gebot und bildet ein starkes Fundament. - 15. 1 Joh. 4,7-8 u. 11-12 (Liebe ist Gott): „Liebe Schwestern und Brüder, wir wollen einander lieben; denn die Liebe ist aus Gott, und jeder, der liebt, stammt von Gott und erkennt Gott. Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist die Liebe. Liebe Schwestern und Brüder, wenn Gott uns so geliebt hat, müssen auch wir einander lieben. Niemand hat Gott je geschaut; wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollendet.“
Dieser Text offenbart die göttliche Natur der Liebe: Gott ist Liebe. Wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns. Dies ist eine tiefgreifende Botschaft für Ehepaare, die ihre Liebe als Spiegelung und Ausdruck der göttlichen Liebe verstehen möchten. - 16. Epheser 4, 23-24, 32- 5,2 (Güte u. Vergebung): „Schwestern und Brüder! Erneuert euren Geist und Sinn! Zieht den neuen Menschen an, der nach dem Bild Gottes geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit. Seid gütig zueinander, seid barmherzig, vergebt einander, weil auch Gott euch durch Christus vergeben hat. Ahmt Gott nach als seine geliebten Kinder, und liebt einander, weil auch Christus uns geliebt und sich für uns hingegeben hat als Gabe und als Opfer, das Gott gefällt.“
Diese Lesung mahnt zur Erneuerung des Geistes und zur Nachahmung Gottes in Güte, Barmherzigkeit und Vergebung. Diese Eigenschaften sind für eine dauerhafte und erfüllte Ehe unerlässlich. Die Aufforderung, einander zu lieben, wie Christus uns geliebt hat, ist ein hohes Ideal für das Eheleben. - 17. Röm 12,10-17 (gegenseitige Achtung): „Schwestern und Brüder! Seid einander in geschwisterlicher Liebe zugetan, übertrefft euch in gegenseitiger Achtung! Lasst nicht nach in eurem Eifer, lasst euch vom Geist entflammen und dient dem Herrn! Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet! Helft den Heiligen, wenn sie in Not sind; gewährt jederzeit Gastfreundschaft! Segnet eure Verfolger; segnet sie, verflucht sie nicht! Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden! Seid untereinander eines Sinnes; strebt nicht hoch hinaus, sondern bleibt demütig! Haltet euch nicht selbst für weise! Vergeltet niemand Böses mit Bösem! Seid allen Menschen gegenüber auf Gutes bedacht!“
Dieser Abschnitt ist reich an Ermahnungen für das christliche Zusammenleben. Für Ehepaare betont er die gegenseitige Achtung, den Eifer im Glauben, Geduld in Schwierigkeiten und die Fähigkeit, miteinander zu fühlen. Es ist ein Aufruf zu Demut und zur ständigen Bemühung um das Gute im anderen. - 18. 1 Kor 12,31-13,8a (am größten ist die Liebe): „Schwestern und Brüder! Strebt aber nach den höheren Gnadengaben! Ich zeige euch jetzt noch einen anderen Weg, einen, der alles übersteigt: Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke. Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüßte und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts. Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte, und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts. Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, läßt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit. Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf!“
Der berühmte Hymnus der Liebe ist eine der beliebtesten Lesungen für Trauungen. Er beschreibt die Eigenschaften der wahren Liebe, die über alles andere erhaben ist. Diese Lesung ist eine tiefgründige Definition dessen, was eheliche Liebe sein soll: geduldig, gütig, selbstlos und unendlich.
Das Evangelium: Die Frohe Botschaft für den Ehebund
Das Evangelium vermittelt die direkten Worte und Taten Jesu und bietet konkrete Anleitungen und Inspirationen für das Leben als Ehepaar.

- 1. Joh. 15,9-13 (Leben hingeben): „Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird. Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.“
Jesus fordert seine Jünger auf, in seiner Liebe zu bleiben und einander so zu lieben, wie er sie geliebt hat. Dies ist ein kraftvoller Aufruf zur selbstlosen Liebe und zur Hingabe in der Ehe, die die Freude des Paares vollkommen machen soll. - 2. Joh. 17, 21-23; 26 (eins sein in Liebe): „In jener Zeit sprach Jesus: 'Vater ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben. Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und die Meinen ebenso geliebt hast wie mich. Ich habe ihnen deinen Namen bekannt gemacht und werde ihn bekannt machen, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin.'“
Jesu Gebet für die Einheit seiner Jünger ist ein tiefes Ideal für die Ehe. Es spricht von der göttlichen Einheit, die als Vorbild für die Einheit des Ehepaares dienen soll, damit ihre Liebe ein Zeugnis für die Welt wird. - 3. Mt 5,13-16 – (Licht auf Leuchter): „In jener Zeit sprach Jesus zu den Jüngern: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“
Dieses Evangelium ermutigt das Brautpaar, „Salz der Erde“ und „Licht der Welt“ zu sein. Ihre Ehe soll nicht nur für sie selbst, sondern auch für andere ein leuchtendes Beispiel sein und Gottes Lob verkünden. Es ist ein Aufruf zu einem gemeinsamen Leben, das Frucht trägt und andere inspiriert. - 4. Lukas, 8,22-25 (Seesturm): „Eines Tages stieg er mit seinen Jüngern in ein Boot und sagte zu ihnen: Wir wollen ans andere Ufer des Sees hinüberfahren. Und sie fuhren ab. Während der Fahrt aber schlief er ein. Plötzlich brach über dem See ein Wirbelsturm los; das Wasser schlug in das Boot und sie gerieten in große Gefahr. Da traten sie zu ihm und weckten ihn; sie riefen: Meister, Meister, wir gehen zugrunde! Er stand auf, drohte dem Wind und den Wellen, und sie legten sich und es trat Stille ein. Dann sagte er zu den Jüngern: Wo ist euer Glaube? Sie aber fragten einander voll Schrecken und Staunen: Was ist das für ein Mensch, dass sogar die Winde und das Wasser seinem Befehl gehorchen?“
Die Geschichte vom Seesturm symbolisiert die Herausforderungen und Stürme des Lebens. Für eine Ehe bedeutet dies, dass es schwierige Zeiten geben kann, aber mit Glaube an Christus und Vertrauen auf seine Gegenwart können auch die größten Stürme gemeinsam gemeistert werden. - 5. Joh 2,1-11 (Hochzeit zu Kanaa): „In jener Zeit fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt, und die Mutter Jesu war dabei. Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen. Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut! Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der Reinigungsvorschrift der Juden entsprach; jeder faßte ungefähr hundert Liter. Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand. Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt, und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist. Sie brachten es ihm. Er kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wußte nicht, woher der Wein kam; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wußten es. Da ließ er den Bräutigam rufen und sagte zu ihm: Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die Gäste zuviel getrunken haben, den weniger guten. Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten. So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn.“
Die Hochzeit zu Kana ist das einzige Wunder Jesu, das auf einer Hochzeit stattfindet. Es symbolisiert die Verwandlung des Alltäglichen in etwas Besonderes durch die Gegenwart Christi. Für die Ehe bedeutet dies, dass Jesus die Fähigkeit hat, das gemeinsame Leben zu verwandeln und mit Freude und Fülle zu erfüllen, auch wenn es an etwas mangelt. - 6. Matthäus, 13,1-9 (Sämann): „An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees. Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer. er sprach lange zu ihnen in Form von Gleichnissen. Er sagte: Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen. Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg und die Vögel kamen und fraßen sie. anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat. Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach. Wer Ohren hat, der höre!“
Das Gleichnis vom Sämann spricht von der Aufnahme des Wortes Gottes in unterschiedlichen Herzen. Für die Ehe ist es eine Erinnerung daran, dass das Wort Gottes auf fruchtbaren Boden fallen und im gemeinsamen Leben reiche Frucht tragen soll, durch Offenheit, Zuhören und Beständigkeit. - 7. Lukas, 10,38-42 (Martha und Maria): „Sie zogen zusammen weiter und er kam in ein Dorf. Eine Frau namens Marta nahm ihn freundlich auf. Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu. Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen, für ihn zu sorgen. Sie kam zu ihm und sagte: Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein überlässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen! Der Herr antwortete: Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewählt, soll ihr nicht genommen werden.“
Dieses Evangelium thematisiert die Prioritäten im Leben. Es erinnert Ehepaare daran, dass inmitten des Alltags und der Sorgen auch die Zeit für das Wesentliche – das Zuhören auf Gottes Wort und die Pflege der Beziehung zueinander – nicht verloren gehen sollte. Es geht um eine ausgewogene Balance zwischen Tun und Sein. - 8. Lukas, 11,1-4 (Vater Unser): „Jesus betete einmal an einem Ort; und als er das Gebet beendet hatte, sagte einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie schon Johannes seine Jünger beten gelehrt hat. Da sagte er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater, / dein Name werde geheiligt. / Dein Reich komme. Gib uns täglich das Brot, das wir brauchen. Und erlass uns unsere Sünden; / auch wir erlassen jedem, was er uns schuldig ist. / Und führe uns nicht in Versuchung.“
Das Vaterunser ist das grundlegende Gebet der Christenheit. Für Ehepaare bietet es eine Anleitung zum gemeinsamen Gebet, das die Beziehung zu Gott stärkt und das gemeinsame Leben auf die göttlichen Werte ausrichtet: die Heiligung Gottes, das Kommen seines Reiches, die Bitte um das Nötigste, Vergebung und Bewahrung vor Versuchung. - 9. Lukas, 11,9-13 (Bittet, dann wird gegeben!): „Darum sage ich euch: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. Oder ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn eine Schlange gibt, wenn er um einen Fisch bittet, oder einen Skorpion, wenn er um ein Ei bittet? Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.“
Dieses Evangelium ermutigt zu beharrlichem Gebet und tiefem Vertrauen in Gottes Güte. Für Ehepaare ist es eine Zusage, dass ihre gemeinsamen Bitten erhört werden und dass Gott ihnen den Heiligen Geist geben wird, um ihr Eheleben zu führen und zu stärken. - 10. Lukas, 3,21-22 (Taufe Jesu): „Zusammen mit dem ganzen Volk ließ auch Jesus sich taufen. Und während er betete, öffnete sich der Himmel, und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab, und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.“
Die Taufe Jesu ist ein Moment der göttlichen Offenbarung und Bestätigung. Für ein Brautpaar kann diese Lesung die tiefe Wahrheit symbolisieren, dass auch ihre Verbindung von Gott bestätigt und gesegnet ist und dass der Heilige Geist in ihrer Ehe wirken wird. - 11. Lukas, 6,36-38 (nicht Richten und Vergeben): „Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden. Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.“
Diese Worte Jesu sind eine wichtige Mahnung zur Barmherzigkeit und Vergebung im täglichen Miteinander. Für Ehepaare ist dies eine essentielle Lehre, die zu einem verständnisvollen und verzeihenden Umgang miteinander aufruft und die Zusage gibt, dass die Großzügigkeit, die man gibt, auch zurückerhalten wird. - 12. Lukas, 8,16-18 (nichts bleibt verborgen): „Niemand zündet ein Licht an und deckt es mit einem Gefäß zu oder stellt es unter das Bett, sondern man stellt das Licht auf den Leuchter, damit alle, die eintreten, es leuchten sehen. Es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar wird, und nichts Geheimes, das nicht bekannt wird und an den Tag kommt. Gebt also Acht, dass ihr richtig zuhört! Denn wer hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er zu haben meint.“
Dieses Evangelium spricht von der Offenbarung der Wahrheit und der Wichtigkeit des bewussten Zuhörens. Für eine Ehe bedeutet dies, Transparenz zu leben und sich bewusst zu sein, dass in einer tiefen Beziehung nichts verborgen bleiben kann. Es ermutigt zu ehrlicher Kommunikation und zum gegenseitigen Verständnis. - 13. Johannes, 9,24+25, u. 28 – 36a (Verklärung Tabor): „In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sich selbst verliert und Schaden nimmt? [….] Etwa acht Tage nach diesen Reden nahm Jesus Petrus, Johannes und Jakobus beiseite und stieg mit ihnen auf einen Berg, um zu beten. Und während er betete, veränderte sich das Aussehen seines Gesichtes und sein Gewand wurde leuchtend weiß. Und plötzlich redeten zwei Männer mit ihm. Es waren Mose und Elija; sie erschienen in strahlendem Licht [….] Petrus und seine Begleiter aber waren eingeschlafen, wurden jedoch wach und sahen Jesus in strahlendem Licht und die zwei Männer, die bei ihm standen. Als die beiden sich von ihm trennen wollten, sagte Petrus zu Jesus: Meister, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste aber nicht, was er sagte. Während er noch redete, kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie. Sie gerieten in die Wolke hinein und bekamen Angst. Da rief eine Stimme aus der Wolke: Das ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören. Als aber die Stimme erklang, war Jesus wieder allein.“
Die Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor ist ein Moment göttlicher Herrlichkeit und Offenbarung. Für die Ehe kann dies symbolisieren, dass es im gemeinsamen Leben Momente der Erleuchtung und der tiefen Gottesnähe geben wird. Es erinnert auch daran, das eigene Leben für den anderen hinzugeben, um es in der Liebe zu gewinnen.
Die Auswahl der Texte: Ein persönlicher Weg zum Traualtar
Die Wahl der Lesungen und des Evangeliums sollte gut überlegt sein. Es ist eine Gelegenheit, die Zeremonie noch persönlicher zu gestalten und die Botschaft zu wählen, die am besten zu Ihrer Beziehung und Ihrem Glauben passt. Hier sind einige Tipps:
- Gemeinsam lesen und beten: Nehmen Sie sich als Brautpaar Zeit, die vorgeschlagenen Texte gemeinsam zu lesen. Sprechen Sie darüber, welche Botschaften Sie am meisten ansprechen und welche Bedeutung sie für Ihre Ehe haben könnten.
- Sprechen Sie mit Ihrem Priester/Diakon: Ihr Zelebrant ist Ihr wichtigster Ansprechpartner. Er kann Ihnen nicht nur bei der Auswahl helfen, sondern auch sicherstellen, dass die Texte theologisch passend sind und in den Ablauf der Messe integriert werden können. Er wird auch seine Predigt auf das ausgewählte Evangelium abstimmen.
- Denken Sie an Ihre Geschichte: Gibt es bestimmte Aspekte Ihrer Beziehung – wie zum Beispiel das Überwinden von Schwierigkeiten, die Bedeutung von Vertrauen oder die Freude an der Gemeinschaft –, die in einem der Texte besonders gut zum Ausdruck kommen?
- Betonen Sie zentrale Themen: Möchten Sie Liebe, Treue, Glaube, Einheit, Hoffnung, Vergebung oder Gottes Segen besonders hervorheben? Viele Texte berühren diese Themen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
| Aspekt | Die Lesung | Das Evangelium |
|---|---|---|
| Vorleser | Freunde, Familie oder Priester/Diakon | Priester oder Diakon |
| Quelle | Altes oder Neues Testament (Briefe, Propheten, Psalmen etc.) | Eines der vier Evangelien (Matthäus, Markus, Lukas, Johannes) |
| Bedeutung | Gottes Botschaft an das Volk, Weisheit, Geschichte | Direkte Worte und Taten Jesu Christi |
| Auswahl | Vom Brautpaar wählbar (in Absprache) | Vom Brautpaar vorschlagbar (in Absprache mit Priester für Predigt) |
Darf man eigene Texte wählen, die nicht in der Liste stehen?
Ja, grundsätzlich ist es möglich, andere biblische Texte zu wählen, die nicht in den Vorschlägen enthalten sind. Es ist jedoch unerlässlich, dies frühzeitig mit dem Priester oder Diakon zu besprechen und seine Zustimmung einzuholen. Die Texte müssen biblischen Ursprungs sein und zur Liturgie der Trauung passen.
Müssen wir bei einer katholischen Trauung immer eine Lesung und ein Evangelium haben?
In der Regel ja, die Lesung und das Evangelium sind feste Bestandteile des Wortgottesdienstes innerhalb einer katholischen Trauungsmesse. Sie sind entscheidend für die theologische Tiefe und den Aufbau der Liturgie.
Was passiert, wenn wir uns nicht auf eine Lesung oder ein Evangelium einigen können?
Sollten Sie Schwierigkeiten bei der Auswahl haben, suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Priester oder Diakon. Er kann Ihnen zusätzliche Perspektiven bieten, die Bedeutung der Texte noch tiefer erläutern und Ihnen helfen, eine Wahl zu treffen, die für beide Partner stimmig ist.
Können wir die Texte ändern, nachdem wir sie ausgewählt und dem Priester mitgeteilt haben?
Änderungen sind bis kurz vor der Trauung meist möglich, aber es ist ratsam, diese so früh wie möglich mit dem Priester zu kommunizieren. Dies gibt ihm ausreichend Zeit, seine Predigt anzupassen und die Liturgie vorzubereiten.
Was bedeutet die Antwort „Wort des lebendigen Gottes!“ am Ende der Lesung?
Nach jeder Lesung und jedem Evangelium spricht der Vorleser (oder der Priester) diese Worte. Die Gemeinde antwortet darauf mit „Dank sei Gott!“ bzw. „Lob sei dir, Christus!“. Dies ist eine liturgische Antwort, die den Dank und die Annahme des gehörten Wortes Gottes ausdrückt.
Die Auswahl der biblischen Texte für Ihre Trauung ist eine wunderbare Möglichkeit, Ihrem besonderen Tag eine noch tiefere, spirituelle Dimension zu verleihen. Mögen die Worte der Heiligen Schrift Sie auf Ihrem gemeinsamen Weg begleiten und stärken, damit Ihre Ehe ein lebendiges Zeugnis der Liebe und des Glaubens wird.
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