Was ist die Wichtigkeit des Gebets?

Die Shahada: Das Herzstück des muslimischen Glaubens

28/02/2025

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Das Bekenntnis der Muslime, bekannt als die Shahada, ist weitaus mehr als nur ein Satz; es ist das Fundament, auf dem die gesamte Religion des Islam ruht. Mit den Worten „Lâ ilâha illAllah Muhammadu r-Rasûlullah“ – „Es gibt keine Gottheit außer Allah, Muhammad ist Allahs Gesandter“ – beginnt die spirituelle Reise eines jeden Menschen in den Islam. Dieses einfache, doch tiefgründige Bekenntnis ist der erste und wichtigste Schritt auf diesem Weg, der die Einheit und Einzigkeit Allahs sowie die Anerkennung des Propheten Muhammad – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – als Seinen letzten Gesandten ausdrückt. In diesen heiligen Worten sind alle Geheimnisse zur Rettung der Menschheit verborgen, und ihre enorme Bedeutung wird durch die Vielzahl der Namen deutlich, mit denen Muslime sie ehren und bezeichnen.

Was sagt der Koran über das Beten?
Ganz wichtig ist es ihnen vor allem, mit dem Herzen und mit den Gedanken bei der Sache zu sein und die Nähe und das Vertrauen zu Allah zu spüren. Auch im Koran steht an vielen Stellen, dass sich die Menschen neben dem Beten auch mit Herz und Verstand für Gutes einsetzen sollen (Sure 2:177 und Sure 2:262-265).
Inhaltsverzeichnis

Die tiefgreifende Bedeutung und die vielen Namen der Shahada

Das muslimische Glaubensbekenntnis, die Shahada, ist das Herzstück des Islam. Es ist nicht nur eine formale Erklärung, sondern eine tief verwurzelte Überzeugung, die das gesamte Leben eines Gläubigen durchdringt und leitet. Diese fundamentale Aussage wird von Muslimen in vielfältiger Weise gewürdigt und mit verschiedenen ehrenvollen Namen belegt, die ihre umfassende Bedeutung und ihren unschätzbaren Wert hervorheben. Jeder dieser Namen beleuchtet einen spezifischen Aspekt ihrer Essenz und verdeutlicht, warum sie als die Wurzel der Religion und der Schlüssel zur menschlichen Erlösung betrachtet wird.

  • Al-Kalimâtu t-tayyibah: Die schönen Worte. Dieser Name unterstreicht die Schönheit und Reinheit der Botschaft, die in der Shahada enthalten ist. Es sind Worte, die das Herz erfreuen und die Seele nähren, da sie die höchste Wahrheit über die Existenz und die Beziehung des Menschen zu seinem Schöpfer offenbaren.
  • Al-Kalimâtu t-taqwa: Die Worte der Gottesfurcht. Sie erinnern daran, dass wahre Gottesfurcht aus dem tiefen Wissen um die Einheit Allahs und der Anerkennung Seines Gesandten entspringt. Diese Worte inspirieren zu Ehrfurcht und Rechtschaffenheit im Handeln.
  • Al-Qaulu th-thabit: Die feststehende Aussage. Dieser Name betont die Unerschütterlichkeit und Beständigkeit der Wahrheit, die in der Shahada zum Ausdruck kommt. Sie ist ein unumstößliches Fundament, das dem Gläubigen Halt und Gewissheit in allen Lebenslagen bietet.
  • Maqâlîdu s-samâwâti wa l-ard: Schlüssel zu Himmeln und Erde. Dies ist ein kraftvoller Name, der die immense Macht und den Einfluss der Shahada verdeutlicht. Wer diese Worte aufrichtig annimmt, dem öffnen sich Tore zu spirituellen Erkenntnissen und zum göttlichen Segen in dieser Welt und im Jenseits.
  • Kalimâtu l-Ikhlâs: Worte der Aufrichtigkeit. Hier wird die Bedeutung der reinen Absicht und der vorbehaltlosen Hingabe an Allah betont. Die Shahada erfordert eine aufrichtige und reine Absicht, die Seele von jeglichem Polytheismus zu befreien.
  • Thamanu l-Janna: Der Preis des Paradieses. Dieser Name weist auf die ultimative Belohnung für diejenigen hin, die die Shahada aufrichtig aussprechen und nach ihr leben. Sie ist der Wegweiser zum ewigen Glück und zur Zufriedenheit Allahs.

Das Glaubensbekenntnis ist somit die Essenz des Islam und seiner gesamten Lehre. Alle einzelnen Bestandteile des Islam, von den rituellen Gebeten bis zu den sozialen Verhaltensregeln, sind untrennbar von dieser Essenz abhängig. Aus diesem Grund ist das aufrichtige Aussprechen dieser heiligen Worte die vorzüglichste und beste aller Formen von Gottesdienst. Ihre Bedeutung übertrifft sogar die des rituellen Gebets (as-Salât), das zwar als die beste Art der Anbetung gilt, jedoch nur zu bestimmten Tageszeiten Pflicht ist. Im Gegensatz dazu ist das Glaubensbekenntnis für den Gläubigen zu jeder Zeit verpflichtend. Der Glaube, der durch die Shahada ausgedrückt wird, muss stets vor jeglicher Art von schädlichen Ideen und Einflüssen, wie zum Beispiel der Achtlosigkeit (Ghafla), geschützt und bewahrt werden. Während Fasten, Gebet und andere Formen des Gottesdienstes unter bestimmten Umständen nachgeholt werden können, falls ein Hinderungsgrund ihre rechtzeitige Verrichtung verhindert, kann der Glaube selbst, unabhängig von allen Umständen, niemals auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Er muss im Herzen stets präsent und lebendig sein.

Die exakte Formulierung und der Weg zum Islam

Die präzise Formulierung des muslimischen Glaubensbekenntnisses, das den Übergang in die Religion des Islam markiert, lautet:

„Asch-hadu an lâ ilâha illAllah wa asch-hadu anna Muhammadan rasûlullah“

Dies bedeutet: „Ich bezeuge, dass es keine Gottheit gibt außer Allah und ich bezeuge, dass Muhammad Allahs Gesandter ist.“ Um den Islam anzunehmen, ist es von entscheidender Bedeutung, diese Worte nicht nur mit der Zunge auszusprechen, sondern sie auch tief im Herzen zu akzeptieren und zu verinnerlichen. Diese doppelte Anforderung – die verbale Bestätigung und die innere Überzeugung – macht das Glaubensbekenntnis zu einem vollkommenen Ausdruck des Glaubens. Es ist nicht bloß eine rituelle Formel, sondern die Verkörperung eines tiefgreifenden Verständnisses der Einheit Gottes.

Tatsächlich beinhaltet das Glaubensbekenntnis alle Weisheit und alle Wahrheiten des Qur’ân. Man könnte sagen, der gesamte Qur’ân ist Ausdruck dieses Bekenntnisses. Die Essenz des Qur’ân besteht im Glauben an die Einheit Gottes, bekannt als Tauhîd. Der Heilige Qur’ân selbst verdeutlicht diese Realität in Sure 14, Vers 52:

„Dies ist eine klare Botschaft für die Menschheit, damit sie dadurch gewarnt werden und dadurch wissen, dass Er, Allah nur Einer ist und damit die, die Verstand besitzen, es beachten mögen.“ (14:52)

Dieser Vers unterstreicht, dass das Wissen um Allahs Einheit die zentrale Botschaft für alle Menschen ist, insbesondere für jene, die ihr Intellekt nutzen, um die tiefsten Wahrheiten zu erfassen. Alle lobenswerten Handlungen eines Dieners Allahs sind direkte Folgen und Früchte dieser wunderbaren Worte des Glaubensbekenntnisses. Je stärker diese Worte im Herzen eines Gläubigen verwurzelt sind, desto mehr Freude und Erfüllung findet der Diener in seinem Gottesdienst. Im Gegensatz dazu sind alle Taten, die den Zorn Allahs heraufbeschwören, Ausdruck des Unglaubens an diese heiligen Worte, da sie die grundlegende Wahrheit der Einheit Gottes leugnen oder ihr widersprechen.

Das Gleichnis vom guten und schlechten Wort im Qur’ân

Allah der All-Erhabene verdeutlicht die tiefgreifende Wirkung des Glaubensbekenntnisses und die Konsequenzen seines Gegenteils durch ein eindringliches Gleichnis im Qur’ân (Sure 14, Verse 24-26):

„Siehst du nicht, wie Allah ein Gleichnis geschaffen hat? – Ein gutes Wort ist wie ein guter Baum, dessen Wurzeln fest verwurzelt sind und seine Äste ragen empor in den Himmel. Er bringt zu jeder Zeit mit Erlaubnis seines Herrn seine Früchte hervor. Und Allah prägt Gleichnisse für die Menschen, damit sie ermahnt werden. Und das Gleichnis eines schlechten Wortes ist wie das eines schlechten Baumes: aus der Erde herausgerissen, von der Wurzel her, besitzt er keinen Halt.“ (14:24-26)

Die Worte „er bringt zu jeder Zeit seine Früchte hervor“ deutete der Prophet Muhammad – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – als ständiges Gottesgedenken und Erwähnung der Namen Allahs (Dhikrullah). Dieses stetige Gedenken ist ein Ausdruck des lebendigen Glaubens, der durch die Shahada im Herzen verankert ist.

´Abdullah ibn ´Abbâs – möge Allah mit ihm zufrieden sein – erklärte weiterführend:

„Dieser Vers bezieht sich auf die Worte des Glaubensbekenntnisses, dessen Wurzeln im Herzen des Gläubigen verankert sind und seine Äste reichen empor zu den Himmeln. Die guten Taten des Gläubigen erreichen die Himmel. Die schlechten Worte sind die, die Unglaube beinhalten und solche, die Allah Partner beigesellen. Keine gute Tat wird angenommen ohne den Glauben.“

Dies unterstreicht, dass die Shahada die notwendige Grundlage für alle akzeptablen guten Taten ist. Ohne das Fundament des Glaubens an die Einheit Allahs und die Prophetenschaft Muhammads verlieren Taten ihre spirituelle Substanz und ihren Wert vor Allah.

Reinigung der Seele und Überwindung verborgener Götzen

Das Glaubensbekenntnis ist nicht nur eine theologische Aussage, sondern ein Aufruf zur inneren Reinigung. Deshalb teilt Allah uns im Qur’ân mit:

„Wahrhaft erfolgreich wird der sein, der sich selbst reinigt . . .“ (87:14)

Der Prophet – Segen und Friede Allahs seien auf ihm – erklärte, dass das Konzept der Selbstreinigung in diesem Vers im aufrichtigen Aussprechen des Glaubensbekenntnisses und dem Aufgeben jeglicher Art von Götzendienst, sowohl im Inneren als auch im Äußeren, besteht. Diese Reinigung ist ein fortlaufender Prozess, der die Seele von allem befreit, was sie von Allah ablenkt oder ihr schadet.

Die rechtschaffenen Gottesfreunde, deren spirituelle Aufgabe es ist, die Seelen von jeder Art von Übel zu befreien, handeln entsprechend den Anweisungen dieser Überlieferung. Nicht immer sind die Götzen offensichtlich erkennbar; oft nährt die Seele des Menschen solch verborgene Götzen wie seine tierischen Begierden, seinen Stolz oder seine weltlichen Anhaftungen. Im folgenden Qur’ânvers verurteilt Allah der All-Erhabene diese Verhaltensweise mit den Worten:

„Hast du den gesehen, der seine eigenen Gelüste zu seiner Gottheit gemacht hat?“ (45:23)

Eine der im Qur’ân offenbarten Aufgaben des Propheten – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – besteht darin, die Herzen der Menschen von spiritueller Krankheit zu reinigen und ihnen Einblicke in die tieferen Dimensionen des Glaubens an die Einheit Allahs zu eröffnen. Der Glaube ist wie ein Spiegel, und wenn ein Mensch in seinem Verhältnis zu Allah achtlos ist, so wird dieser Spiegel beschlagen. Ein beschlagener Spiegel hindert uns daran, das göttliche Licht wahrzunehmen und zu reflektieren. Göttliches Licht erscheint im Herzen des Gläubigen nur dann, wenn dieses Herz durch Gottesgedenken und Erwähnung der Namen Allahs (Dhikrullah) weich geworden ist. Dhikrullah ist das Gegenteil von Achtlosigkeit (Ghafla). Der Rost des Herzens wird entfernt durch Hinwendung zu Allah in vollkommener Aufrichtigkeit und Hingabe (Ikhlâs).

Die prophetische Einladung zur Einheit (Tauhîd)

Die Propheten und rechtschaffenen Gottesfreunde laden die Menschen seit jeher ein, das Glaubensbekenntnis anzunehmen, welches ihnen die Tore des Himmels und der Erde öffnet. Sie haben diese süßen Worte in bester Weise, erfüllt von Liebe und Barmherzigkeit, mit der gesamten Menschheit geteilt. Viele gesegnete Menschen sind ihrem Ruf gefolgt und haben den wahren Geschmack des Glaubens gekostet, dessen Süße noch über den Paradiesquell Kauthar hinausgeht. Sie sind die Vorreiter, die die Fackel des Glaubens tragen und sie von Generation zu Generation weitergeben. In diesem Zusammenhang können wir die Verse des großen Dichters und Mystikers ´Azîz Mahmûd Hudayî’s verstehen, die die tiefe Sehnsucht nach dieser Einheit ausdrücken:

Folge den Geboten Allahs, komm’ zur Einheit, zur Einheit! Erneuere deinen Glauben, komm’ zur Einheit, zur Einheit! Schau nicht zu weit in die Ferne, wirf’ nicht dein Herz ins Feuer! Geh’ nicht auf alles ein, was dir ins Auge fällt! Komm’ zur Einheit, zur Einheit! Schließ’ deine Augen für alles außer Allah, erwarte von Allah, was immer du brauchst, wirf’ all’ deine Sorgen aus deinem Herzen! Komm’ zur Einheit, zur Einheit! Was beschäftigt deine Gedanken, der du dem Betrug des Vergänglichen erlegen bist? Eines Tages wirst du erwachen. Komm’ zur Einheit, zur Einheit! Lass’ die blinde Gefolgschaft hinter dir, bekenne die Einheit Allahs in wahrer Aufrichtigkeit! All deine Träume werden wahr. Komm’ zur Einheit, zur Einheit! Mach’ dich nicht zum Sklaven äußerer Formen, schau’ auf die Bedeutung, die Wirklichkeit! Versuch’ der Wahrheit nah zu sein! Komm’ zur Einheit, zur Einheit! Glaube nicht deiner Fleischesseele, denk’ nicht, dass du weißt und verstehst! Stürz’ dich nicht in das Feuer des Götzendienstes! Komm’ zur Einheit, zur Einheit! Lass’ vergängliche Liebe! Denkst du je an den Tod? Der Reisende zieht weiter, komm’ nicht zu spät! Komm’ zur Einheit, zur Einheit! 

Die unermessliche Weisheit der Shahada und ihre Kernbedeutungen

Das Glaubensbekenntnis, die Shahada, enthält eine grenzenlose Weisheit, die weit über das bloße Aussprechen von Worten hinausgeht. So bestätigen Himmel und Erde und alles, was in ihnen ist, die Botschaft dieser heiligen Worte. Selbst Allah der All-Erhabene bezeugt Seine eigene Einheit, was die absolute Wahrheit und universelle Gültigkeit dieser Aussage unterstreicht:

„Allah bezeugt, dass es keine Gottheit gibt außer Ihm und die Engel und die, die Wissen besitzen (bezeugen es), fest gegründet in Gerechtigkeit: es gibt keine Gottheit außer Ihm, dem Mächtigen, dem All-Weisen.“ (3:19)

Dieser Vers ist ein mächtiger Beleg für die zentrale Stellung des Tauhîd im Islam. Das Glaubensbekenntnis beinhaltet zusammengefasst vier grundlegende Bedeutungen, die das gesamte Spektrum des islamischen Glaubens abdecken:

  1. Bestätigung der Existenz Allahs: Der Glaube an einen einzigen, transzendenten Schöpfer, der alles ins Dasein gerufen hat und über alles Macht besitzt.
  2. Bestätigung der Eigenschaften Allahs: Die Anerkennung Seiner vollkommenen Attribute wie Allwissenheit, Allmacht, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit, die in den 99 Namen Allahs zum Ausdruck kommen.
  3. Bestätigung der Werke Allahs: Der Glaube daran, dass alle Ereignisse im Universum, ob groß oder klein, unter Seiner Kontrolle und gemäß Seinem Willen geschehen.
  4. Bestätigung der Vertrauenswürdigkeit des Gesandten Allahs – Segen und Friede seien auf ihm: Die Anerkennung Muhammads als den letzten Propheten und Gesandten Gottes, dessen Lehren und Handlungen (Sunnah) eine vollkommene Verkörperung des göttlichen Willens darstellen.

Die Säulen des Islam und des Glaubens: Muslim und Gläubiger

Die grundlegenden Bestandteile des islamischen Glaubens sind zusammengefasst in einer „Âmantu“ (‚ich glaube . . .’) genannten Formel, die mit ihren sechs Säulen eine Zusammenfassung des gesamten islamischen Glaubenssystems beinhaltet. Die Übersetzung dieser Glaubensgrundsätze bedeutet:

„Ich glaube an Allah, den All-Erhabenen, an Seine Engel, an Seine (heiligen) Schriften, Seine Gesandten, an den Jüngsten Tag, an die göttliche Bestimmung im Guten wie im Schlechten und die Wiederauferstehung nach dem Tod.“

Es ist wichtig, den Unterschied zwischen einem „Muslim“ und einem „Gläubigen“ (Mu’min) zu verstehen, wie er im Islam definiert wird. Wenn jemand die fünf Grundpfeiler des Islam akzeptiert (die Shahada, das Gebet, die Almosensteuer, das Fasten und die Pilgerfahrt), wird er oder sie damit zum Muslim. Dies ist die äußere Akzeptanz und die Einhaltung der Praktiken. Wenn jemand jedoch zusätzlich die sechs Säulen des Glaubens (die oben genannte Âmantu-Formel) im Herzen akzeptiert und verinnerlicht, wird er oder sie zum Gläubigen (Mu’min). Allerdings reicht es nicht aus, diese Worte nur mit der Zunge auszusprechen, ohne sie gleichzeitig im Herzen zu akzeptieren und aufrichtig daran zu glauben. Der Glaube muss im Innersten verankert sein und sich in Taten widerspiegeln.

Zusätzlich zum Glauben an Allah und das Prophetentum Muhammads – Allah segne ihn und schenke ihm Frieden – ist es notwendig, nach Verständnis und Wissen zu streben und Rechtschaffenheit zu praktizieren. Nur so kann unser Glaube stark und vollkommen werden, um uns zur Errettung zu führen. Wenn wir von einem starken Glauben sprechen, so beinhaltet dieser auch das Akzeptieren aller göttlichen Eigenschaften Allahs und die Bereitschaft, nach Seinem Willen zu leben.

Vergleich: Glaubensbekenntnis vs. andere Gottesdienste

Die einzigartige Stellung der Shahada im Islam wird besonders deutlich, wenn man sie mit anderen wichtigen Säulen und Formen des Gottesdienstes vergleicht:

AspektDas Glaubensbekenntnis (Shahada)Andere Formen des Gottesdienstes (z.B. Salât, Fasten)
VerpflichtungGrundlage und ständig verpflichtend, muss stets im Herzen präsent sein.Zu bestimmten Zeiten oder bei bestimmten Anlässen verpflichtend (z.B. Gebet 5x täglich, Fasten im Ramadan).
NachholbarkeitKann nicht aufgeschoben oder nachgeholt werden; der Glaube muss stets bewahrt werden.Können unter bestimmten Hinderungsgründen (Krankheit, Reise) nachgeholt werden.
Stellung im IslamDie Essenz, Wurzel und das Fundament des gesamten Islam; ohne sie sind andere Taten nicht gültig.Folgen und Früchte des Glaubensbekenntnisses; praktische Ausführung und Manifestation des Glaubens.
ReinigungswirkungReinigt das Herz von Götzendienst und schlechten Einflüssen, öffnet für göttliches Licht.Stärken die Disziplin, die Gottesbeziehung und führen zu Belohnung, basieren jedoch auf dem Fundament der Shahada.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum muslimischen Glaubensbekenntnis

Was ist die Shahada?

Die Shahada ist das muslimische Glaubensbekenntnis und lautet: „Lâ ilâha illAllah Muhammadu r-Rasûlullah“, was bedeutet „Es gibt keine Gottheit außer Allah, Muhammad ist Allahs Gesandter“. Es ist der erste und wichtigste der fünf Säulen des Islam und das Fundament, auf dem die gesamte Religion aufbaut.

Warum ist die Shahada so wichtig?

Sie ist wichtig, weil sie die Essenz des Islam und seiner gesamten Lehre darstellt. Sie ist die Bestätigung der Einheit und Einzigkeit Allahs (Tauhîd) und der Prophetenschaft Muhammads. Ohne das aufrichtige Bekenntnis der Shahada ist man kein Muslim, und keine guten Taten werden von Allah angenommen. Sie ist der Schlüssel zum Paradies.

Wie wird man Muslim?

Um Muslim zu werden, ist es notwendig, die Worte der Shahada („Asch-hadu an lâ ilâha illAllah wa asch-hadu anna Muhammadan rasûlullah“) mit der Zunge auszusprechen und gleichzeitig im Herzen aufrichtig zu akzeptieren. Dies bedeutet, dass man an die Einheit Allahs und die Prophetenschaft Muhammads glaubt und sich dieser Überzeugung hingibt.

Was ist der Unterschied zwischen einem Muslim und einem Gläubigen (Mu'min)?

Ein Muslim ist jemand, der die fünf Säulen des Islam (Glaubensbekenntnis, Gebet, Almosensteuer, Fasten, Pilgerfahrt) akzeptiert und praktiziert. Ein Gläubiger (Mu’min) ist jemand, der darüber hinaus die sechs Säulen des Glaubens (Glaube an Allah, Seine Engel, Seine Schriften, Seine Gesandten, den Jüngsten Tag, die göttliche Bestimmung) im Herzen verinnerlicht und danach strebt, seinen Glauben durch Wissen und Rechtschaffenheit zu stärken. Jeder Gläubige ist ein Muslim, aber nicht jeder Muslim ist notwendigerweise ein Gläubiger im vollkommenen Sinne.

Welche Rolle spielt die Shahada bei der Reinigung der Seele?

Die Shahada ist ein zentrales Mittel zur Selbstreinigung. Sie erfordert das Aufgeben jeglicher Art von Götzendienst, sowohl im Äußeren als auch im Inneren, einschließlich verborgener Begierden und weltlicher Anhaftungen. Durch das ständige Gottesgedenken (Dhikrullah), das aus der Shahada erwächst, wird das Herz von Achtlosigkeit (Ghafla) gereinigt und empfänglich für das göttliche Licht.

Was bedeutet es, wenn die Shahada als „Schlüssel zu Himmeln und Erde“ bezeichnet wird?

Dieser Name, „Maqâlîdu s-samâwâti wa l-ard“, bedeutet, dass die aufrichtige Annahme und das Leben nach der Shahada Türen zu spirituellen Einsichten, göttlichem Segen und letztendlich zum Paradies öffnen. Sie ist die grundlegende Wahrheit, die die gesamte Existenz durchdringt und dem Gläubigen den Weg zur Errettung weist.

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