Warum beantwortet Gott unsere Gebete?

Die Welt der Wikingergötter: Mythologie & Glaube

30/07/2023

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Die Welt der Wikinger war nicht nur von rauen Seefahrten und kriegerischen Eroberungen geprägt, sondern auch von einem tief verwurzelten und komplexen Glaubenssystem. Ihre Mythologie, reich an Göttern, Riesen und kosmischen Bäumen, bot den Menschen Orientierung, erklärte das Unerklärliche und gab ihrem Leben Sinn. Im Zentrum dieser faszinierenden Welt standen mächtige Gottheiten, die das Schicksal der Menschen und des Kosmos lenkten. Um die Essenz dieses Glaubens zu verstehen, müssen wir uns den zentralen Figuren und Konzepten widmen, die das Weltbild der Wikinger prägten.

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Die nordische Mythologie ist eine Schatzkammer voller Geschichten über Schöpfung, Heldentum, Verrat und Untergang. Sie bot Antworten auf die großen Fragen des Lebens und des Todes, der Ehre und des Schicksals. Anders als viele moderne Religionen war sie nicht auf ein einziges, allmächtiges Wesen fixiert, sondern auf ein Pantheon von Göttern und Göttinnen mit sehr menschlichen Zügen – voller Leidenschaften, Fehlern und außerordentlichen Kräften. Begleiten Sie uns auf eine Reise in diese alte Welt, um ihre Geheimnisse zu lüften und die Bedeutung ihrer Gottheiten zu entschlüsseln.

Inhaltsverzeichnis

Yggdrasil: Der Kosmische Baum der Welten

Im Herzen der nordischen Kosmologie stand die mächtige Weltenesche Yggdrasil. Dieser gigantische Baum war nicht nur ein Symbol, sondern die physische Verkörperung des gesamten Universums. Für die Wikinger war Yggdrasil die Weltachse, die Himmelsstütze und der Weltenbaum zugleich. Seine Äste reichten bis in den Himmel, seine Wurzeln tief in die Unterwelt, und er verband alle neun Welten miteinander.

Yggdrasil symbolisierte den ewigen Kreislauf von Leben, Tod und Wiedergeburt. Er war der Ort, an dem sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft trafen. An seinen Wurzeln lebten verschiedene Wesen, darunter die Nornen, die das Schicksal aller Lebewesen webten. Die wichtigsten Welten, die Yggdrasil miteinander verband, waren:

  • Asgard: Die Oberwelt, die strahlende Heimat der Götter, insbesondere der Asen.
  • Midgard: Die Welt in der Mitte, in der die Menschen lebten, umgeben vom großen Weltmeer.
  • Jötunheim: Die Heimat der Riesen, oft als raue und gefährliche Grenzregion beschrieben.
  • Helheim (oder Niflheim): Die Unterwelt, das Reich der Toten, regiert von der Göttin Hel. Snorri Sturluson, ein wichtiger Chronist der nordischen Mythologie, ersetzte in seinen Schriften oft Helheim durch Niflheim, das Reich des Eises und Nebels.

Die Existenz aller Welten hing von der Vitalität Yggdrasils ab. Wenn der Baum litt, litt der Kosmos mit ihm, was die immense Bedeutung dieses kosmischen Baumes für das gesamte Gefüge der Existenz unterstreicht.

Asgard: Der glanzvolle Sitz der Götter

Hoch über Midgard, erreichbar über die leuchtende Regenbogenbrücke Bifröst, lag Asgard, auch bekannt als Asenheim. Es war der prächtige Wohnsitz des Göttergeschlechts der Asen und ein Ort von unglaublicher Schönheit und Macht. Der Überlieferung nach hatten die Asen hier zwölf Paläste errichtet, jeder ein Meisterwerk für sich.

Besonders beeindruckend war Bilskirnir, der Palast des Donnergottes Thor, der sage und schreibe 540 Räume und 540 Tore besaß – ein wahrhaft gigantisches Bauwerk, das Thors Stärke und Bedeutung widerspiegelte. Ebenfalls in Asgard befand sich Hlidskialf, der hohe Thron des Göttervaters Odin, von dem aus er die gesamte Welt überblicken konnte. Am Übergang zwischen Asgard und Midgard wachte der aufmerksame Gott Heimdall, der stets bereit war, die Götter vor Eindringlingen zu warnen. Tragischerweise wurde Asgard während der verheerenden Ereignisse von Ragnarök, der Götterdämmerung, zerstört, was das Ende einer Ära markierte.

Die Göttergeschlechter: Asen und Wanen

Die nordische Mythologie kannte nicht nur ein, sondern zwei Hauptgeschlechter von Göttern: die älteren Wanen und die jüngeren, kriegerischeren Asen.

  • Die Wanen: Sie waren ursprünglich für Fruchtbarkeit, Weisheit und Prophezeiung zuständig. Zu ihnen gehörten Götter wie Freyr, Freyja und Njörd. Zwischen den Asen und Wanen gab es einen Krieg, der schließlich in einem Friedensvertrag und einem Austausch von Geiseln mündete, wodurch einige Wanen (wie Freyr und Freyja) in Asgard residierten und Teil des Asen-Pantheons wurden.
  • Die Asen: Dieses Göttergeschlecht zeichnete sich durch seine Macht, Stärke und seinen kriegerischen Charakter aus. Obwohl sie nicht unsterblich waren, bewahrten die magischen Äpfel der Göttin Idun, die mit einem Sohn Odins verheiratet war, ihre ewige Jugend und verhinderten den Alterungsprozess. Das Oberhaupt der Asen war der weise und mächtige Göttervater Odin.

Ein besonderer Fall unter den Asen war Loki. Obwohl er der Sohn von Riesen war, wurde er von den Asen als einer der ihren akzeptiert, oft als Blutsbruder Odins. Seine Intelligenz und List wurden geschätzt, doch seine unberechenbare und verräterische Natur führte letztendlich zu seinem Verrat, der die Ereignisse von Ragnarök einleitete und das Ende der Asen besiegelte.

Walhalla: Die letzte Ruhestätte der Helden

Für die Wikinger gab es kaum eine größere Ehre, als im Kampf zu fallen und Einzug in Walhalla zu halten. Walhalla war nicht einfach ein Jenseits, sondern eine prächtige Halle in Odins Schloss in Asgard, die speziell für die heldenhaft gefallenen Krieger bestimmt war. Es war Odin selbst, der persönlich die Kämpfer auswählte, die als würdig erachtet wurden, in Walhalla aufgenommen zu werden. Diese ausgewählten Krieger waren als Einherjer bekannt.

Auf ihrem Weg nach Walhalla wurden die Einherjer von den Walküren, Odins weiblichen Botinnen, begleitet, die sie vom Schlachtfeld abholten. In Walhalla verbrachten die Einherjer ihre Tage damit, sich auf die ultimative Schlacht vorzubereiten: Ragnarök. Sie übten sich in Zweikämpfen, stärkten ihre Körper und Seelen und schmausten jeden Abend. Ihre Aufgabe in Ragnarök war es, die Asen im Kampf gegen die Riesen und Ungeheuer zu unterstützen. Walhalla war somit kein Ort der ewigen Ruhe im traditionellen Sinne, sondern ein Trainingslager für die letzte Verteidigung des Kosmos.

Ragnarök: Die Götterdämmerung und der Neubeginn

In der nordisch-germanischen Mythologie stellte Ragnarök eine alles entscheidende Zäsur dar – die Götterdämmerung, das Ende der alten Weltordnung. Es war die Prophezeiung einer finalen Schlacht, in der die Götter gegen die Mächte des Chaos, verkörpert durch Riesen und Ungeheuer, kämpfen würden. Obwohl die Asen am Ende die Riesen besiegten, erlitten sie horrende Verluste, und viele der wichtigsten Götter, darunter Odin, Thor, Heimdall und Loki, verloren ihr Leben.

Vier einschneidende Ereignisse gingen dieser apokalyptischen Schlacht voraus, die als untrügliche Zeichen für das nahende Ende galten:

  1. Fimbulwinter: Eine lange und unerbittliche Eiszeit, die drei Winter ohne Sommer dauerte, mit Schneefall, Frost und Stürmen, die das Land verwüsteten.
  2. Weltenbrand: Der Feuerriese Surt zerstörte mit seinem Flammenschwert sämtliches Leben und setzte die Welt in Brand.
  3. Flut: Die gigantische Midgardschlange, Jörmungandr, wälzte sich im Ozean und ließ die Erde von einer gewaltigen Flut überfluten.
  4. Finsternis: Der Fenriswolf verschlang die Sonne und den Mond, wodurch die Welt in ewige Dunkelheit getaucht wurde.

Trotz der Zerstörung und des Verlusts war Ragnarök nicht das absolute Ende. Die Mythologie sah einen Neubeginn vor, eine Welt, die aus den Trümmern der alten entstehen würde, bevölkert von den wenigen überlebenden Göttern und einem neuen Menschenpaar. Es war ein Kreislauf von Zerstörung und Erneuerung, tief verwurzelt im nordischen Verständnis der Welt.

Wer ist der Urvater der Götter? Buri und Börr

Die Frage nach dem Urvater der Götter in der germanisch-nordischen Mythen- und Götterwelt führt uns zu den Anfängen der Schöpfung, noch bevor die Welt so existierte, wie wir sie kennen. Das Göttergeschlecht der Asen, zu dem Odin, Thor und viele andere gehören, stammt von zwei ursprünglichen Göttern ab: Buri und Börr.

Buri gilt als der absolute Urvater der Götter. Seine Entstehung ist einzigartig: Er wurde gezeugt, als die Urkuh Audhumla, die sich von vereisten, salzigen Steinen ernährte, diese beleckte. Aus den geleckten Steinen formte sich zuerst Buris Haar, dann sein Kopf und schließlich sein ganzer Körper. Er war der erste Gott und die Quelle allen göttlichen Lebens.

Buri hatte einen Sohn namens Börr. Börr wiederum heiratete die Reifriesin Bestla, die Tochter des Riesen Bölthorn. Aus dieser Ehe gingen drei Söhne hervor, die zu den wichtigsten Göttern der nordischen Mythologie werden sollten:

  • Odin
  • Vili

Diese drei Brüder waren es, die die Welt aus dem Körper des Urriesen Ymir erschufen und die ersten Menschen formten. Somit ist Buri der direkte Stammvater der Asen und damit der Urvater der uns bekannten Götterwelt. Seine Existenz vor der eigentlichen Schöpfung der Welt unterstreicht seine fundamentale Bedeutung im nordischen Pantheon.

Odin: Der Allvater und Meister der Weisheit

Als Göttervater und Oberhaupt der Asen war Odin (manchmal auch Wotan bei anderen germanischen Stämmen) die zentrale Figur der nordischen Mythologie. Er war ein vielschichtiger Gott, der Weisheit, Krieg, Tod, Poesie und Magie verkörperte. Sein Erscheinungsbild war charakteristisch: oft als alter, einäugiger Mann mit einem weiten Mantel und einem Speer dargestellt.

Zu Odins treuen Begleitern gehörten sein achtbeiniges Pferd Sleipnir, das von Loki erschaffen wurde, und seine beiden Raben Hugin (Gedanke) und Munin (Erinnerung). Diese Raben flogen jeden Tag über die Welt und brachten Odin alle Neuigkeiten und Informationen, wodurch er ein unermessliches Ausmaß an Weisheit erlangte. Odins Wissbegierde war legendär; er opferte sogar eines seiner Augen, um aus Mimirs Quelle der Weisheit trinken zu dürfen. Seine Söhne umfassten berühmte Götter wie Thor und Balder, die er mit verschiedenen Göttinnen zeugte. Trotz seiner immensen Macht und Weisheit war auch Odin dem Schicksal von Ragnarök unterworfen und fand seinen Tod im Kampf gegen den Fenriswolf.

Frigg: Die Schutzherrin von Ehe und Mutterschaft

An der Seite des Göttervaters Odin stand Frigg, seine Gemahlin und eine der wichtigsten Göttinnen in Asgard. Sie war die Schutzherrin der Ehe, der Mutterschaft und der Familie, eine Hüterin des Heims und des Herdes. Aus ihrer Ehe mit Odin gingen mehrere bedeutende Söhne hervor, darunter Balder, Hödur, Hermod und Bragi.

Frigg verkörperte die ideale Hausfrau und Mutter in der nordischen Götterwelt. Sie wurde oft mit einem Schlüsselbund am Gürtel dargestellt, was ihre Rolle als Herrin des Hauses unterstrich. Darüber hinaus besaß Frigg die einzigartige Fähigkeit, das Schicksal der Menschen vorherzusehen, obwohl sie es selten direkt offenbarte. Der heutige Wochentag Freitag ist nach ihr benannt. Es gibt unübersehbare Ähnlichkeiten zwischen Frigg und der Liebes- und Fruchtbarkeitsgöttin Freyja, was oft zu Verwechslungen und Gleichsetzungen führte, obwohl sie in den meisten Überlieferungen als getrennte Entitäten betrachtet werden.

Die Söhne Odins: Eine Familie von Göttern

Odin war ein Vater vieler Söhne, die er mit verschiedenen Partnerinnen zeugte und die jeweils wichtige Rollen im Pantheon spielten:

  • Balder: Der beliebteste und reinste der Asen, Sohn von Frigg. Sein tragischer Tod, herbeigeführt durch Loki, war ein entscheidendes Zeichen für das nahende Ragnarök.
  • Hödur: Balders blinder Bruder, ebenfalls Sohn von Frigg. Er wurde von Loki manipuliert, Balder mit einem Mistelzweig zu töten.
  • Hermod: Ein weiterer Sohn Friggs, der nach Balders Tod nach Helheim reiste, um ihn zurückzuholen.
  • Bragi: Der Gott der Dichtkunst und Beredsamkeit, ebenfalls ein Sohn Friggs.
  • Thor: Der mächtige Donnergott, Sohn Odins mit der Erdgöttin Jörd. Er war der Beschützer Asgards und Midgards vor den Riesen.
  • Vidar: Der stille Rachegott, Sohn Odins mit der Eisriesin Grid. Er war dazu bestimmt, Odins Tod in Ragnarök zu rächen und den Fenriswolf zu töten.
  • Vali: Ein Sohn Odins mit der Göttin Rinda, der gegen deren Willen gezeugt wurde. Vali wurde geboren, um Balders Tod zu rächen, und tötete seinen Halbbruder Hödur nur einen Tag nach seiner Geburt.

Diese vielfältigen Beziehungen und Schicksale zeigen die komplexen familiären Verflechtungen innerhalb der Götterwelt und wie persönliche Dramen weitreichende kosmische Konsequenzen hatten.

Tyr: Der Gott des Rechts und des Krieges

Tyr war in der nordischen Mythologie das Äquivalent zum römischen Kriegsgott Mars, doch seine Rolle war vielschichtiger. Er verkörperte sowohl kriegerische Aspekte wie Kraft und Tapferkeit als auch judikative Eigenschaften als Gott der Gerechtigkeit und des Rechts. Seine symbolische Waffe war das Schwert.

Tyrs Mut stellte sich besonders eindrucksvoll unter Beweis, als der Fenriswolf, Lokis monströser Sohn, angekettet werden musste. Der Wolf war so mächtig, dass er jede Fessel sprengte. Die Götter versuchten, ihn mit einer magischen Fessel zu binden, doch Fenris verlangte, dass einer der Asen seine Hand in sein Maul legte als Pfand für seine Freilassung. Nur Tyr war mutig genug, dies zu tun. Als die Fessel hielt, biss Fenris Tyrs Hand ab. Dieses Opfer machte Tyr zum Inbegriff der Tapferkeit und des Opfers für das Gemeinwohl.

Als Gott der Gerechtigkeit sorgte Tyr für die Aufrechterhaltung der Rechtsordnung und war für den Schutz und die Organisation des Things, der germanischen Volksversammlung und Gerichtsstätte, zuständig. Interessanterweise war Tyr bis in das frühe Mittelalter hinein der Hauptgott in einigen Regionen, bevor er in der Popularität von Odin verdrängt wurde. Sein Einfluss auf Rechtssprechung und Krieg blieb jedoch bestehen.

Balder: Der Lichtgott und sein tragisches Ende

Balder (auch Baldur genannt) war der Gott des Lichts, der Sonne, des Frühlings, des Guten und der Gerechtigkeit. Er war für seine Sanftmütigkeit, Schönheit und Reinheit bekannt und daher bei fast allen Asen beliebt. Die einzige Ausnahme war der hinterhältige Loki, der ihn aus Neid und Missgunst hasste.

Balder litt unter wiederkehrenden Albträumen, die seinen eigenen Tod und die Vernichtung vieler Asen während Ragnarök vorhersagten. Seine Mutter Frigg versuchte, ihn vor allem Schaden zu bewahren, indem sie von allen Lebewesen und Dingen einen Eid abnahm, Balder niemals zu verletzen. Nur der unscheinbare Mistelzweig wurde dabei übersehen.

Loki nutzte diese Schwachstelle aus. Er manipulierte den blinden Hödur, Balders Bruder, dazu, einen Mistelzweig auf Balder zu schießen, der ihn tödlich traf. Balders Tod war ein untrügliches und erschütterndes Signal für die bevorstehende Ragnarök, da er das Gleichgewicht der Götterwelt massiv störte. Nach der Niederlage der Riesen in Ragnarök war es jedoch Balder vergönnt, aus der Unterwelt zurückzukehren und eine neue, gereinigte Welt mitzugestalten, was seine Rolle als Symbol der Erneuerung unterstreicht.

Thor: Der mächtige Beschützer der Welten

In der Welt der Wikinger war Thor zweifellos einer der populärsten und meistverehrten Götter. Als Gott des Donners und des Wetters war er für Stürme, Blitze und Regen zuständig, was ihn für die ländliche Bevölkerung als Beschützer des Hofackers und der Ernte unverzichtbar machte. Seine bekannteste Waffe war der mächtige Hammer Mjöllnir, den er einsetzte, um die Asen und Midgard vor den Eisriesen, den Erzfeinden der Götter, zu verteidigen.

Thor zeichnete sich durch seine immense körperliche Stärke, seine Tapferkeit und seinen unerschütterlichen Sinn für Gerechtigkeit aus. Er war der Inbegriff des starken, ehrlichen Helden. Eine besondere und oft komische Beziehung bestand zwischen ihm und Loki. Obwohl sie ein scheinbares Gegensatzpaar darstellten – der körperlich starke, aber manchmal naive Thor und der listige, intellektuelle Trickster Loki – waren sie dennoch auf vielen Abenteuern befreundet. Umso stärker war Thors Schmerz und Zorn über Lokis Verrat an den Asen kurz vor Ragnarök, der das Ende ihrer Freundschaft und den Beginn des Untergangs markierte.

Loki: Der listige Trickster und Katalysator des Chaos

Loki ist eine der komplexesten und faszinierendsten Figuren der nordischen Mythologie. Obwohl er der Sohn von Riesen war, wurde er von Odin als Blutsbruder akzeptiert und von den Asen für seine Klugheit und seinen Scharfsinn geschätzt. Doch Lokis Natur war zutiefst ambivalent: Er war unzuverlässig, verschlagen und ein Meister der Täuschung, ein Trickster, der sowohl Gutes als auch großes Unheil anrichten konnte.

Seine Doppeldeutigkeit und Fähigkeit, die Dinge zu verdrehen, spiegelten sich in seinen Kreationen wider: Er war der Vater von Odins achtbeinigem Pferd Sleipnir, das den Göttern diente, aber auch der Vater des Fenriswolfs, der Odin in Ragnarök töten sollte, und der Midgardschlange, die die Welt in der Endschlacht heimsuchte. Loki war berühmt-berüchtigt für seinen Listenreichtum, mit dem er oft Probleme verursachte, aber manchmal auch Lösungen fand. Sein ultimativer Verrat ereignete sich kurz vor Ragnarök, als er sich mit den Riesen verbündete und entscheidend dazu beitrug, den Tod vieler Götter einzuleiten. Dieser Verrat führte schließlich auch zu Lokis eigenem Ableben, als er von Heimdall im Kampf getötet wurde.

Übersicht wichtiger Götter und ihre Domänen

Um einen besseren Überblick über die zentralen Gottheiten der nordischen Mythologie zu erhalten, bietet sich folgende vergleichende Tabelle an:

Gott / GöttinDomäne / RolleWichtige Merkmale / SymboleSchicksal in Ragnarök
OdinAllvater, Weisheit, Krieg, Poesie, TodEinäugig, Speer Gungnir, Raben Hugin & Munin, SleipnirGetötet vom Fenriswolf
ThorDonner, Wetter, Stärke, Schutz der MenschenHammer Mjöllnir, Gürtel Megingjörð, EisenhandschuheTötet die Midgardschlange, stirbt an ihrem Gift
TyrRecht, Gerechtigkeit, Krieg, TapferkeitVerlorene Hand (Opfer für Fenriswolf), SchwertTötet Garm (Höllenhund), stirbt durch ihn
BalderLicht, Reinheit, Schönheit, FrühlingBeliebt bei allen Göttern, strahlendes AussehenGetötet durch Loki (Mistelzweig), kehrt nach Ragnarök zurück
FriggEhe, Mutterschaft, Schicksal, HausSchlüsselbund, Spindel, Kenntnis des SchicksalsÜberlebt Ragnarök
LokiTrickster, List, Chaos, VerratGestaltwandler, Vater von Monstern (Fenriswolf, Midgardschlange, Hel)Tötet Heimdall, stirbt durch ihn

Häufig gestellte Fragen zur nordischen Mythologie

Wer ist der Urvater der Götter in der nordischen Mythologie?

Der Urvater der Götter ist Buri. Er entstand, als die Urkuh Audhumla einen vereisten, salzigen Stein beleckte. Buri hatte einen Sohn namens Börr, der wiederum der Vater von Odin, Vili und Vé war, den Schöpfern der Welt und der Asen.

Was ist die Bedeutung von Yggdrasil?

Yggdrasil ist die Weltenesche, der kosmische Baum, der alle neun Welten der nordischen Mythologie miteinander verbindet. Er symbolisiert den gesamten Kosmos, die Weltachse und den Kreislauf von Leben und Tod. Seine Gesundheit ist direkt mit dem Wohlergehen der Welten verbunden.

Was geschieht in Ragnarök?

Ragnarök ist die Götterdämmerung, die prophezeite Endschlacht zwischen den Asen und den Mächten des Chaos (Riesen und Monstern). Sie führt zur Zerstörung der alten Welt und dem Tod vieler Götter, wird aber auch als ein notwendiger Schritt für einen Neubeginn und die Entstehung einer neuen, gereinigten Welt verstanden.

Wer sind die Einherjer und was ist ihre Rolle?

Die Einherjer sind die heldenhaft im Kampf gefallenen Krieger, die von den Walküren nach Walhalla, Odins Halle in Asgard, gebracht werden. Dort verbringen sie ihre Tage mit Training und Schmausereien, um sich auf ihre entscheidende Rolle in Ragnarök vorzubereiten, wo sie die Asen im Kampf gegen die Riesen unterstützen werden.

Wie unterscheidet sich Loki von den anderen Asen?

Loki ist einzigartig, weil er ursprünglich von Riesen abstammt, aber von den Asen als einer der ihren akzeptiert wurde, oft als Blutsbruder Odins. Er ist ein Meister der List und Täuschung, ein Trickster, der sowohl Gutes als auch großes Unheil anstiftet. Seine Ambivalenz und sein letztendlicher Verrat spielen eine Schlüsselrolle in der Einleitung von Ragnarök.

Die Glaubenswelt der Wikinger war tiefgründig und vielschichtig, geformt von der rauen Natur ihres Lebens und ihrer Umgebung. Die Götter waren keine fernen, unerreichbaren Wesen, sondern aktive Teilnehmer im Schicksal der Welt und der Menschen. Ihre Mythen und Geschichten boten nicht nur Unterhaltung, sondern waren auch ein Spiegel ihrer Werte, Ängste und Hoffnungen. Sie erklärten die Ordnung der Welt, die Kräfte der Natur und das unvermeidliche Schicksal. Obwohl die nordische Religion heute nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form praktiziert wird, fasziniert ihre reiche Mythologie weiterhin Menschen auf der ganzen Welt und bietet tiefe Einblicke in die menschliche Natur und das Streben nach Sinn.

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