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Kita: Vielfalt leben, Respekt lernen

24/07/2025

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In unserer zunehmend vielfältigen Gesellschaft begegnen sich Kinder aus den unterschiedlichsten Lebenswelten bereits im Kindergarten. Ob Karl aus einer Patchworkfamilie, Ella in einer Pflegefamilie, Mohammed, der neben Arabisch auch Deutsch und Griechisch spricht und eine geistige Behinderung hat, oder Sheela, die bei akademischen Eltern mit geringem Einkommen aufwächst – sie alle teilen den Raum Kita, bringen aber einzigartige Erfahrungen mit. Oberflächlich betrachtet sollten diese Unterschiede keine Rolle spielen; die Kita soll ein Ort sein, an dem sich alle Kinder wohlfühlen, lernen und spielen können. Doch eine bewusste Auseinandersetzung mit dieser Vielfalt ist entscheidend, um Benachteiligungen abzubauen und die Kita zu einem Ort zu machen, an dem der Umgang mit Verschiedenheit selbstverständlich wird.

Welche Arten von Juden gibt es?
Man unterscheidet zwischen drei Gruppen: die orthodoxen, die liberalen bzw. Reform-Juden und die konservativen Juden. Der Davidstern, der Tanach und weitere Aspekte des Judentums.

Die kulturelle Vielfalt in Kindertageseinrichtungen nimmt stetig zu. Kitaleiter*innen berichten von einem wachsenden Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund und unterschiedlichen Glaubensrichtungen. Jede vierte Leitung gibt an, dass über 30% der betreuten Kinder eine andere Familiensprache sprechen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, sich intensiv mit dem Thema kulturelle Vielfalt auseinanderzusetzen.

Inhaltsverzeichnis

Was bedeutet Kultur eigentlich?

Der Begriff Kultur wird oft missverstanden und verkürzt auf Kunst oder Nationalität reduziert. Versteht man Kultur jedoch als Lebensweise, wird deutlich, dass sie eng mit den Lebensverhältnissen der Menschen verknüpft ist – sei es das Wohnumfeld, die wirtschaftliche Situation, Bildungsmöglichkeiten oder die Art des familiären Zusammenlebens. Kultur ist demnach nicht allein durch nationale oder ethnische Aspekte definiert. Menschen aus demselben Land können also zu unterschiedlichen kulturellen Gruppen gehören.

Im Kontext kultureller Vielfalt lässt sich Kultur als ein „Orientierungssystem verstehen, das unser Wahrnehmen, Bewerten und Handeln steuert, [sowie] das Repertoire an Kommunikations- und Repräsentationsmitteln, mit denen wir uns verständigen [und] uns darstellen“. Dies bedeutet, dass Kultur bestimmt, wie wir die Welt sehen, welchen Sinn wir unseren Erfahrungen zuschreiben und wie wir unser Leben gestalten. Sie ist der Maßstab dafür, was als richtig oder falsch, angemessen oder unangemessen gilt. Die damit verbundenen Vorstellungen werden an die nächste Generation weitergegeben, sind aber nicht statisch, sondern dynamisch und prozesshaft.

Die Ebenen von Kultur: Das Eisbergmodell

Um die oft unbewussten Aspekte von Kultur zu verstehen, hilft das Eisbergmodell, das Kultur in drei Ebenen unterteilt:

  • Sichtbare Kulturprodukte: Was zeigt sich? (z.B. Kleidung, Essen, Rituale)
  • Beobachtbare Handlungsweisen: Wie zeigt es sich? (z.B. Begrüßungsformen, Kommunikationsstile)
  • Unsichtbare Wertvorstellungen: Warum zeigt es sich? (z.B. Moralvorstellungen, Erziehungsideale, Umgang mit Konflikten)

Dieses Modell verdeutlicht, dass selbst Personen aus ähnlichen Umfeldern unterschiedliche kulturelle Prägungen haben können. Daher begegnen pädagogische Fachkräfte kultureller Vielfalt auch dort, wo wenige Kinder mit Migrationshintergrund betreut werden.

Kulturelle Vielfalt: Herausforderungen und Potenziale

Der Umgang mit kultureller Vielfalt birgt sowohl Herausforderungen als auch enorme Potenziale. Es ist entscheidend, wie wir diesen Begriff verwenden und interpretieren.

Was muss ich bei einer Kita beachten?
Die Kita sollte ein Ort des respektvollen Umgangs miteinander sein – auch hinsichtlich der jeweiligen Essensvorschriften. Hier sind sowohl die Eltern als auch die Erzieherinnen gefragt, den Kindern die Bräuche sachlich zu erklären. Dann finden sich auch Regelungen, die alle akzeptieren können. Vgl.

Herausforderungen: Pauschalisierung, Kulturalisierung, Defizitorientierung

Eine verkürzte oder pauschale Verwendung des Kulturbegriffs, die sich nur auf die sichtbaren Ebenen konzentriert, verhindert tiefgreifendes Verständnis. Wenn Verhalten vorschnell als „kulturbedingt“ abgetan wird (Kulturalisierung), ohne andere mögliche Gründe zu bedenken, wird die Person auf ihre Kultur reduziert. Dies kann zu einer schädlichen Unterteilung in „Wir“ und „Die Anderen“ führen, bei der Unterschiede überbetont und Gemeinsamkeiten übersehen werden. Oft wird bei vermeintlich „Anderen“ auch eine Defizitorientierung angewendet, beispielsweise wenn bei Kindern mit Migrationshintergrund ausschließlich sprachliche Probleme im Vordergrund stehen. Wenn kulturelle Vielfalt primär als Problem betrachtet wird, verengt sich der Blick auf die eigentlichen Potenziale.

Potenziale: Lerngelegenheiten und Chancengleichheit

Wird kulturelle Vielfalt hingegen als Lerngelegenheit begriffen, kann ihr aktiver Einbezug in den Alltag demokratische Denk- und Verhaltensweisen fördern. Kinder lernen, mit Unklarheiten und Mehrdeutigkeiten umzugehen und zu akzeptieren, dass es unterschiedliche Sichtweisen und Wertvorstellungen gibt. Dies stärkt grundlegende Menschenrechte wie die Anerkennung des Anderen in seiner Freiheit. Ein bewusster Umgang mit Vielfalt trägt zur Stärkung demokratischer Einstellungen bei.

Die Anerkennung der Gleichwertigkeit aller Kinder hat weitreichende Konsequenzen für die pädagogische Praxis. Viele Kinder – insbesondere solche mit Behinderung, in Armut, aus alleinerziehenden Haushalten, mit Migrationshintergrund oder aus bestimmten religiösen Gruppen – sind immer noch mit Exklusion und ungleichen Bildungschancen konfrontiert. Wenn alle Kinder die gleichen Rechte und Möglichkeiten erhalten sollen, müssen Barrieren und Ausgrenzungen erkannt und abgebaut werden, um benachteiligten Kindern mehr Chancengleichheit zu ermöglichen.

HerausforderungenPotenziale
Pauschalisierung und Kulturalisierung von VerhaltenFörderung von Verständnis und Empathie
Unterteilung in „Wir“ und „Die Anderen“Erleben von Vielfalt als Normalität und Bereicherung
Defizitorientierte Betrachtung (z.B. nur Sprachprobleme)Aufdeckung und Abbau von Benachteiligungen
Verengter Blick auf Probleme statt ChancenStärkung demokratischer Verhaltensweisen und Einstellungen
Vernachlässigung individueller BesonderheitenFörderung von Offenheit, Respekt und Akzeptanz

Umgang mit kultureller Vielfalt: Wissen, Haltung und Handeln

Wie kann kulturelle Vielfalt als Lerngelegenheit im Kita-Alltag verankert werden? Für pädagogische Fachkräfte sind drei Dimensionen entscheidend:

1. Wissen

Grundlegend ist das Wissen um den Kulturbegriff, kulturelle Unterschiede und deren sichtbare und unsichtbare Ebenen. Es geht darum, ein Verständnis für unterschiedliche Entwicklungsverläufe von Kindern sowie verschiedene Erziehungsvorstellungen von Eltern zu entwickeln. Da es unmöglich ist, alle Details über jede Kultur zu kennen, ist dies ein permanenter Lernweg. Offenheit und Neugier sind hierbei Schlüsselqualifikationen. Der direkte Austausch mit den Eltern ist unerlässlich, da Kultur in jeder Familie anders gelebt wird. Ansätze wie der Anti-Bias-Ansatz oder die Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung bieten konkrete Methoden, um Vorurteile bewusst zu machen und Diskriminierungen abzubauen.

2. Haltung

Eine wertschätzende Haltung gegenüber anderen ist essenziell. Es gilt, offen zu sein, ohne vorschnell zu bewerten oder abzulehnen. Jedes Verhalten hat einen Grund, der ergründet werden sollte. Eltern möchten ihre Kinder bestmöglich auf das Leben vorbereiten, basierend auf ihrem kulturellen Kontext. Pädagogische Fachkräfte müssen sich ihrer eigenen „kulturellen Brille“ bewusst werden, um Einordnungen vornehmen zu können. Dies erfordert ein hohes Maß an Selbstreflexion, Selbstkritik und die Bereitschaft zur Selbst-Veränderung, gepaart mit Neugier auf das Andere.

3. Handeln

Aufgrund der vielfältigen Ausprägungen von kultureller Vielfalt gibt es keine feste Checkliste für pädagogisches Handeln. Der Grundsatz lautet: Nicht alle gleich behandeln, sondern „jedes Kind anders behandeln“. Pädagogische Fachkräfte müssen flexibel und situationsabhängig auf unterschiedliche Handlungsoptionen zurückgreifen können. Das Ziel ist eine kultursensible Gestaltung des Alltags.

Was sind religiöse Feste in der Kita?
Religiöse Feste wie Ostern, St. Martin oder Weihnachten prägen besonders in Kitas mit evangelischem oder katholischem Träger den Kita-Alltag. Doch die Bedeutung von Religion geht über den Laternenumzug oder das Krippenspiel hinaus – auch für Kinder. So enthalten viele Fragen, die Kinder früher oder später stellen, eine religiöse Dimension:

Reflexionsfragen: Was macht eine kultursensible Kita aus?

Ein Reflexionsraster kann helfen, über kulturelle Vielfalt nachzudenken und notwendige Veränderungen zu identifizieren. Eine kultursensible Einrichtung zeichnet sich durch eine offene und wertschätzende Auseinandersetzung mit kultureller Vielfalt aus, wobei die Kulturen der Familien aktiv in den Alltag einbezogen werden.

Subjektive Ebene: Wahrnehmung und Gefühle

  • Welche Gefühle habe ich gegenüber bestimmten Kulturen?
  • Welches Verhalten habe ich als anders, fremd oder störend empfunden?
  • In welchen Situationen habe ich mich unsicher, unwohl oder überfordert gefühlt?

Interaktionale Ebene: Angebote und Umgang miteinander

  • Inwiefern spiegelt unser Angebot die kulturelle Vielfalt unserer Kinder wider?
  • Wie können Spiel- und Lernsituationen kultursensibel gestaltet werden?
  • Wie verhalten sich die Kinder in Bezug auf kulturelle Vielfalt?
  • Wie kann kulturelle Vielfalt in der Kindergruppe thematisiert werden?
  • Woran erkennen wir Ausgrenzung und Diskriminierung? Wie gehen wir damit um?

Institutionelle Ebene: Gestaltung der Einrichtung und von Strukturen

  • Wie können wir in unserer Einrichtung kulturelle Vielfalt berücksichtigen?
  • Wie können die Räume aussehen, sodass sie kulturelle Vielfalt widerspiegeln?
  • An welchen Stellen bedarf es einer Änderung der Strukturen?
  • Wie sieht ein kulturelle Vielfalt berücksichtigendes Einrichtungskonzept aus?
  • Woher bekommen wir die nötigen Informationen bzw. Unterstützung?

Diese Fragen dienen als Anregung zur Selbstreflexion und zur gemeinsamen Auseinandersetzung im Team. Konkrete Umsetzungsideen sollten stets an die Bedarfe der eigenen Einrichtung und die Kulturen der Kinder angepasst werden.

Orientierungspunkte: Wie zeigt sich kulturelle Vielfalt in der Kita?

Kulturelle Vielfalt kann sich ganz konkret in der Gestaltung der Räume, in Materialien und bei alltäglichen Ereignissen zeigen. Das Ziel ist, dass sich alle Kinder in der Kita wiederfinden können.

Vielfältige Raumgestaltung

Statt Länderflaggen aufzuhängen, die eine starre Verbindung zu Herkunftsländern suggerieren, die für Kinder oft nicht relevant ist, sollten Begrüßungsplakate, Beschriftungen und Ankündigungen in verschiedenen Sprachen den Zugang zu den Eltern erleichtern und sprachliche Diversität als Normalität darstellen. Raumdekoration sollte Spuren der Familienkulturen der Kinder enthalten, dabei aber klischeefreie und authentische Darstellungen bevorzugen. Eine Befragung der Eltern kann hierbei sehr hilfreich sein. Auch die Gestaltung von Toiletten, Wasch- und Umziehräumen erfordert Sensibilität, da Vorstellungen zu Geschlechtertrennung und Nacktheit stark variieren können.

Vielfalt im Material

Bücher und Spielmaterialien sollten die Vielfalt der Lebenswelten widerspiegeln. Bilderbücher sollten nicht nur verschiedene Hautfarben, Haare und Kleidungsarten zeigen, sondern auch unterschiedliche Familienformen, Wohngegenden und Einkommensverhältnisse. Es geht darum, Geschichten zu finden, in denen die Protagonist*innen vielfältig sind und implizit Vielfalt vermittelt wird – etwa ein Buch, in dem ein Mädchen mit Kopftuch und ein Junge, der Gebärdensprache verwendet, Abenteuer erleben. Kinderbücher in verschiedenen Sprachen, unterschiedliche Musikinstrumente und eine divers ausgestattete Verkleidungskiste, Kaufmannsladen oder Kochecke mit verschiedenen Produkten und Utensilien tragen ebenfalls zur Bereicherung bei.

Was macht „Kirche mit Kindern“ aus?
dienste, die Kinder (und ihre Familien) wirklich ansprechen und berühren. Gottesdienste mit Kindern sind Hauptgottesd enste für Kinder (und Eltern) und damit eine Grundaufgabe jeder Gemeinde. Sie nicht weniger wichtig und wertvoll, al Gottesdienste mit Erwachsenen. Was macht „Kirche mit Kindern“ aus? Wer mit Kindern Gottesdienst fei

Vielfältige Ereignisse

Im Alltag können unterschiedliche Musik, Lieder, Tänze und Gruppenspiele kulturelle Vielfalt vermitteln. Kinder und Eltern können gebeten werden, etwas von zu Hause mitzubringen oder vorzuführen. Das Essensangebot sollte Ernährungsweisen wie vegan, halal oder koscher berücksichtigen und Gerichte anbieten, die Kinder von zu Hause kennen. Feste nehmen einen wichtigen Platz im Kita-Jahr ein. Soweit möglich sollten alle Feste, die für die Kinder wichtig sind, auch in der Kita gefeiert werden. Dies erweitert den Erfahrungsschatz aller Kinder und kann Sprachvielfalt durch die Verwendung der originalen Namen von Spielen, Speisen oder Festen aufzeigen.

Anknüpfungspunkte für Kinder

Kinder sollten aktive und bewusste Erfahrungen mit der gesellschaftlichen Vielfalt machen dürfen. Unterschiede sollten sie als normal kennenlernen und sich trotz Unterschiedlichkeit wohlfühlen. Dafür brauchen sie Anknüpfungspunkte in der Kita. Die Sprache spielt hier eine zentrale Rolle. Erzieher*innen können sich zentrale Worte in den Familiensprachen aneignen oder sich diese von den Kindern beibringen lassen. Kinder sollten nicht gedrängt werden, Deutsch zu sprechen oder daran gehindert werden, ihre Erstsprache zu verwenden. Die Erstsprache zu schätzen, ist wichtig, da Kinder, die ihre Erstsprache gut beherrschen, weniger Probleme beim Erlernen einer Zweitsprache haben. Mehrsprachige Kommunikation unterstützt zudem das Verständnis für Fremdsprachen bei den deutschsprachigen Kindern.

Einbezug der Eltern

Gespräche und der Einbezug der Eltern sind von großer Bedeutung. Eine interessierte und fragende Grundhaltung fördert den Beziehungsaufbau. So erfahren Bezugspersonen, dass ihre Vorstellungen, Wünsche und Ideen wertgeschätzt werden. Offene Fragen, wie etwa zu gefeierten Festen im Familienkreis, sind besser als Annahmen. Vorbehalte und Befürchtungen der Eltern sollten sensibel aufgenommen und ergründet werden. Oft lösen sie sich dadurch bereits auf. Eltern wollen ihre Kinder immer optimal auf das Leben vorbereiten und geben weiter, was sie in ihrem kulturellen Kontext gelernt haben. Bei unterschiedlichen Vorstellungen kann es hilfreich sein, Einblicke in das pädagogische Konzept der Einrichtung zu geben und zu erläutern, warum bestimmte Dinge so ablaufen. Möglicherweise können sich Eltern darauf einlassen. Andernfalls besteht die Option, einen Kompromiss zu finden oder vom Konzept abzuweichen, wobei die pädagogischen Fachkräfte ihre eigenen Grenzen und Grundsätze wahren müssen.

Was darf man noch sagen?

Die Auseinandersetzung mit kultureller Vielfalt kann Verunsicherung hervorrufen, etwa die Frage, was man überhaupt noch sagen darf. Es gilt: „Wir müssen Kategorien verwenden als Begriffe, um die Welt zu begreifen, und gleichzeitig müssen wir uns hüten, sie selbst schon für die Wirklichkeit zu halten.“ Eine neutrale oder schweigende Sprache hilft nicht weiter, da sie reale Benachteiligungen oder Ausgrenzungen nicht beschreiben und verändern kann. Gleichzeitig sollte mit Begriffen und Verallgemeinerungen stets vorsichtig umgegangen werden. Zunächst ist zu prüfen, ob sie diskriminierend, ausgrenzend oder abwertend wirken könnten. Es ist wichtig zu bedenken, dass Gruppen nie homogen sind. Wenn mit Kindern über Unterschiede gesprochen wird, sollte stets nach Gemeinsamkeiten gesucht werden – und umgekehrt, um Vorurteile abzubauen, die auch Kinder bereits verinnerlicht haben.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur kulturellen Vielfalt in der Kita

Was ist interkulturelle Kompetenz in der Kita?
Interkulturelle Kompetenz in der Kita bezeichnet die Fähigkeit von pädagogischen Fachkräften und Kindern, offen und respektvoll mit Menschen aus unterschiedlichen kulturellen Hintergründen umzugehen. Es umfasst das Verständnis für verschiedene Lebensweisen, Werte und Kommunikationsstile sowie die Fähigkeit, Missverständnisse zu überwinden und gemeinsam Lösungen zu finden.
Warum ist kulturelle Vielfalt im Kindergarten wichtig?
Kulturelle Vielfalt im Kindergarten ist wichtig, weil sie Kindern ermöglicht, von klein auf Offenheit, Toleranz und Empathie zu entwickeln. Sie lernen, Unterschiede als Bereicherung zu sehen, Vorurteile abzubauen und demokratische Verhaltensweisen einzuüben. Dies fördert nicht nur die persönliche Entwicklung, sondern bereitet sie auch auf ein Leben in einer globalisierten Gesellschaft vor und trägt zur Chancengleichheit bei.
Wie können Eltern in die interkulturelle Arbeit der Kita einbezogen werden?
Eltern können durch offene Gespräche, eine interessierte und fragende Haltung der Fachkräfte sowie durch die Einladung zur aktiven Mitgestaltung einbezogen werden. Dies kann das Teilen von Liedern, Rezepten, Festen oder Geschichten aus ihrer Kultur umfassen. Wichtig ist, ihre Vorstellungen und Wünsche ernst zu nehmen und gemeinsam nach Wegen zu suchen, wie diese im Kita-Alltag berücksichtigt werden können.
Wie geht man mit sprachlicher Vielfalt in der Kita um?
Sprachliche Vielfalt sollte in der Kita wertgeschätzt werden. Dies kann durch mehrsprachige Begrüßungen, Beschriftungen und Ankündigungen geschehen. Kinder sollten ermutigt werden, ihre Erstsprache zu sprechen, und Fachkräfte können versuchen, einige zentrale Wörter in den Familiensprachen zu lernen. Die Förderung der Erstsprache unterstützt oft auch den Erwerb der Zweitsprache Deutsch.
Welche Rolle spielen Feste und Bräuche in der interkulturellen Bildung?
Feste und Bräuche sind wichtige Anknüpfungspunkte für die interkulturelle Bildung. Sie bieten Gelegenheiten, Traditionen und Rituale aus verschiedenen Kulturen kennenzulernen und zu erleben. Durch das gemeinsame Feiern und Erforschen der Hintergründe von Festen lernen Kinder die Vielfalt religiöser und kultureller Ausdrucksformen kennen und entwickeln Verständnis und Respekt füreinander.

Zum Ausstieg: Nachfragen!

Karl, Ella, Mohammed und Sheela wachsen unter verschiedenen Bedingungen auf und bringen dadurch mehr oder weniger offensichtlich unterschiedliche Handlungsweisen, Gewohnheiten und Werte in die Kita mit. Um mit dieser Vielfalt adäquat umgehen zu können, braucht es:

  1. Wissen über kulturelle Unterschiede und deren Zustandekommen. Jedes Verhalten, egal ob es Erstaunen oder Verärgerung auslöst, hat seinen Grund.
  2. Eine offene, interessierte und fragende Haltung, gepaart mit der Erkenntnis, dass es nicht die eine richtige Antwort oder gar die eine Wahrheit gibt. Es geht darum zu hinterfragen: Was irritiert mich? Was stört mich? Und wo muss ich über den Rand meiner kulturellen Brille hinausschauen?
  3. Das Überdenken der Umgebung – also Räume, Material und Ereignisse – um sicherzustellen, dass sie die kulturelle Vielfalt der Kinder widerspiegeln.
  4. Einen bewussten Umgang mit den Kindern und einen aktiven Einbezug der Eltern.

Insgesamt dreht sich alles um die Frage, wie die Kita zu einem Ort werden kann, an dem alle Kinder nicht nur lernen, spielen und sich wohlfühlen können, sondern auch Vielfalt erleben, ein selbstverständliches sowie respektvolles Miteinander erlernen und mit ihrer Art und Weise dazugehören. Die Förderung von interkultureller Kompetenz ist dabei nicht nur eine pädagogische Aufgabe, sondern ein gesellschaftlicher Auftrag, um eine inklusive und friedliche Zukunft zu gestalten.

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