Was ist der Unterschied zwischen jüdischen und islamischen Religionen?

Bibel und Koran: Glaube im Widerspruch?

19/10/2022

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Seit Jahrhunderten leben Christen und Muslime nebeneinander, oft in dem Glauben, dass sie im Kern an denselben Gott glauben. Doch bei genauerer Betrachtung der heiligen Schriften, der Bibel und des Korans, offenbaren sich erhebliche Unterschiede. Diese Diskrepanzen werfen eine fundamentale Frage auf: Können beide Schriften tatsächlich von derselben göttlichen Quelle stammen, wenn ihre Aussagen sich in zentralen Punkten widersprechen? Dieser Artikel wird diese komplexe Beziehung beleuchten, jenseits von Glaubensdogmen, und sich auf logische Überlegungen und nachprüfbare Fakten konzentrieren, um ein tieferes Verständnis der Gemeinsamkeiten und vor allem der unüberbrückbaren Differenzen zu ermöglichen.

Was lehrt der Koran und die Bibel über Jesus?
Zwar glauben die meisten Muslime in der Frage, wer Jesus ist, nicht der Lehre des Koran und betonen, dass Jesus nur ein Prophet (nur Mensch) sei, dennoch lehren Koran und Bibel, dass Jesus Gott ist. Denn auch der Koran lehrt, wie die Bibel, dass Jesus das Wort Gottes und der Geist Gottes ist.
Inhaltsverzeichnis

Der Koran und sein Anspruch auf Bestätigung der Bibel

Der Koran entstand viele Jahrhunderte nach der Bibel und nimmt in weiten Teilen Bezug auf biblische Berichte. Er behauptet an vielen Stellen ausdrücklich, die früheren Schriften, insbesondere die Thora und das Evangelium ("al-Injil"), zu bestätigen. Doch bei objektiver Prüfung zeigt sich, dass der Koran mit der Bibel und dem Evangelium, ihrem Herzstück, deutlich im Widerspruch steht. Die Differenzen betreffen fast alle zentralen Glaubensaussagen und sind inhaltlich nicht überbrückbar, da sich die Aussagen gegenseitig ausschließen.

Der Koran macht über sein Verhältnis zur Bibel Aussagen, die den nachprüfbaren Tatsachen nicht entsprechen. Dies stellt ihn vor ein schwerwiegendes logisches Problem.

Kurze logische Überlegung:

  • Wenn die Bibel nicht von Gott stammen würde, würde es der Koran auch nicht, weil er dies nämlich von den wichtigsten Teilen der Bibel (Thora und Evangelium) ausdrücklich behauptet.
  • Wenn die Bibel aber Gottes Wort ist, wäre es der Koran ebenfalls nicht, weil er mit der Bibel in fast allen Aussagen im Widerspruch steht.

Der Koran nimmt auf den geschriebenen Text der Bibel Bezug und nicht etwa nur auf die gesprochene Lehre Jesu, wie manche Muslime meinen. Sure 3,78 besagt beispielsweise deutlich, dass die "Schrift" – also das Evangelium – einen anderen Inhalt habe, als die Christen glauben: "Viele von ihnen lesen ihre Verfälschungen so aus der Schrift vor, dass ihr glauben sollt, es sei so in der Schrift enthalten. So steht es aber nicht darin." Jeder kann leicht überprüfen, dass der christliche Glaube dem entspricht, was in der Bibel steht. Für den Islam ist dies ein schwerwiegendes Problem, da Mohammed seine Prophetie auf diese angebliche Kontinuität stützt.

Was der Koran über die Bibel lehrt: Eine Textanalyse

Der Koran behauptet wiederholt, dass die "Schrift" der Christen und Juden – insbesondere Thora und Evangelium – eine Offenbarung von demselben Gott sei, der auch der "Allah" des Korans ist. Zahlreiche Suren untermauern diesen Anspruch:

  • Sure 2,136: "Sagt: Wir glauben an Allah und an das, was er uns und was er Abraham und Ismael und Isaak und Jakob und den Stämmen offenbarte und an das, was Mose, Jesus und den Propheten von ihrem Herrn gegeben wurde. Wir kennen unter diesen keinen Unterschied."
  • Sure 3,2-3: "Allah ist Allah! Es gibt keinen Gott außer ihm... Er offenbarte dir die Schrift mit der Wahrheit und bestätigte hiermit sein schon früher gesandtes Wort. Er offenbarte schon vorher die Thora und das Evangelium als Richtschnur für die Menschheit..."
  • Sure 4,136: "O Gläubige, glaubt an Allah und seinen Gesandten und an das Buch, das er seinem Gesandten und an die Schrift, welche er schon früher offenbart hat."
  • Sure 5,44: "Wir haben die Thora offenbart, die Leitung und Licht enthält..."
  • Sure 5,46-47: "Wir haben Jesus, den Sohn der Maria, den Fußstapfen der Propheten folgen lassen, bestätigend die Thora, welche in ihren Händen war, und gaben ihm das Evangelium, das Leitung und Licht und Bestätigung der Thora enthält, welche zuvor in ihren Händen war... die Besitzer des Evangeliums sollen nun nach den Offenbarungen Allahs darin urteilen."
  • Sure 5,48: "Wir haben nunmehr dir das Buch in Wahrheit offenbart, die früheren Schriften in ihren Händen bestätigend,..."
  • Sure 5,68: "Oh ihr Schriftbesitzer, ihr gründet euch auf nichts, bis ihr die Thora und das Evangelium beachtet und was euch sonst von eurem Herrn offenbart ist."
  • Sure 10,37: "Der Koran.....bestätigt das, was vor ihm offenbart wurde....."
  • Sure 10,94: "Bist du im Zweifel über etwas, was wir dir jetzt offenbart haben, so frage nur die, welche die Schrift vor dir gelesen haben." (gemeint: Christen und Juden)
  • Sure 29,46: "Wir glauben an das, was uns, und an das, was euch offenbart worden ist. Allah, unser Gott und euer Gott, ist nur einer, und wir sind ihm ganz ergeben. Wir haben dir nun die Schrift offenbart; auch die, welchen wir ehedem die Schrift gegeben haben, glauben daran."

Diese Koranstellen bedeuten, dass Mohammed behauptet, eine Bestätigung der vor ihm offenbarten Schriften zu bringen. Demnach hätte zur Zeit Mohammeds eine völlige Übereinstimmung zwischen der Bibel und dem Koran bestehen müssen. Der Koran spricht in der Gegenwartsform von der Gültigkeit des Evangeliums und der Thora und fordert Muslime sogar auf, die Richtigkeit des Korans anhand dieser früheren Schriften zu prüfen (Sure 4,136). Solche Aufforderungen wären sinnlos, wenn die Bibel zur Zeit Mohammeds nicht mehr denselben Inhalt gehabt hätte.

Entscheidend ist auch, dass der Koran mit keinem Wort andeutet, die Bibel sei verfälscht worden. Stattdessen kritisiert er, dass "die Schrift" verdreht und missverstanden werde:

  • Sure 3,71: "Ihr Schriftbesitzer, bemäntelt nicht Wahrheit mit Unwahrheit, um die Wahrheit zu verbergen, da ihr es besser wisst."
  • Sure 3,78: "Viele von ihnen lesen ihre Verfälschungen so aus der Schrift vor, dass ihr glauben sollt, es sei so in der Schrift enthalten. So steht es aber nicht darin."

Sure 3,78 besagt deutlich, dass die (angeblichen) Verfälschungen der Christen nicht in der Bibel enthalten seien, sondern dass diese missverstanden oder falsch vorgelesen werde – keine Textänderung.

Erklärungsversuche und ihre Widerlegung: War die Bibel verfälscht?

Angesichts der Widersprüche stellt sich die Frage nach einer Erklärung. Zwei Hauptmöglichkeiten werden oft diskutiert:

  1. Bibel und Koran stammen nicht von derselben Quelle. Eines oder beide sind menschlichen Ursprungs.
  2. Entweder die Bibel oder der Koran oder beide haben ihren ursprünglichen Inhalt durch spätere Änderungen verloren.

Möglichkeit 1: Unterschiedliche Quellen

Wäre die Bibel menschlichen Ursprungs, wäre der Koran es auch, da er inhaltlich von der Bibel abhängig ist und sich auf sie beruft. Die Annahme, nur der Koran stamme von Gott, die Bibel aber nicht, ist daher logisch nicht haltbar.

Logisch denkbar ist jedoch, dass die Bibel von Gott stammt, der Koran hingegen das Werk eines falschen Propheten ist. Es gab und gibt Hunderte, die sich als Propheten Gottes ausgaben. Aus christlicher Sicht ist Mohammed einer dieser falschen Propheten, und dies erklärt die Unstimmigkeiten zwischen Koran und Bibel.

Möglichkeit 2: Die Theorie der Bibelfälschung

Muslime behaupten oft, die Bibel sei verfälscht worden. Dies widerspricht jedoch dem Koran selbst, der nirgendwo eine solche Fälschung andeutet. Vielmehr fordert er Muslime und Christen auf, die Bibel zur Prüfung heranzuziehen (Sure 4,136; 5,68). Solche Aufforderungen wären sinnlos, wenn die Bibel bereits zur Zeit Mohammeds verfälscht gewesen wäre.

Was sagt man wenn man Moslem ist?
Lieber Leser, wenn Du Moslem bist, dann möchte ich Dir sagen: Jesus liebt Dich und ist auch für Dich am Kreuz gestorben, um Deine Sünde zu tragen. Glaube an Ihn, Er hat verheißen, daß jeder leben wird, der Seinem Wort glaubt und Ihm nachfolgt. Auf diese Worte Jesu darfst Du genauso wie ich vertrauen.

Historische und archäologische Beweise:

Geschichtsforschung und Archäologie belegen, dass die Bibel seit ihrer Niederschrift nicht verändert wurde. Zahlreiche Manuskripte des Neuen Testaments, die viele Jahrhunderte älter als der Islam sind, stimmen mit den heutigen Bibeln überein. Einige davon lagen seit 1800 Jahren unverändert im Erdboden verborgen und sind dennoch identisch mit den heute überall erhältlichen Bibeln. Eine Veränderung nach Mohammeds Zeit (570-632 n.Chr.) ist daher ausgeschlossen.

Logische Unmöglichkeit:

Wie sollte ein überall verbreitetes Buch nachträglich verändert werden? Es ist schlicht unmöglich, Tausende von Stellen in allen handschriftlichen Bibeln von Spanien bis Indien gleichlautend zu ändern. Selbst wenn jemand – egal wie mächtig – dies gewollt hätte, wäre es nicht durchführbar gewesen. Was einmal weltweit im Umlauf ist, kann nicht mehr manipuliert werden, weil kein Zugriff auf alle Exemplare des Textes besteht. Eine Veränderung der Bibel nach der Zeit Mohammeds ist also archäologisch widerlegt und zudem schlicht unmöglich.

Koraneigene Widersprüche:

Die islamische Behauptung der Bibelfälschung widerspricht sogar dem Koran selbst. Dieser stellt fest, dass das Evangelium von "Allah" stammt und – an anderer Stelle – dass etwas, das von "Allah" stammt, nicht verfälscht werden kann (Sure 6,34; Sure 10,64).

Die Frage bleibt: Warum beharren Muslime auf der Verfälschung der Bibel, während der Koran das Gegenteil fordert und feststellt?

Gemeinsamkeiten und Unterschiede: Ein Vergleich von Christentum und Islam

Trotz der fundamentalen logischen Probleme gibt es oberflächliche Gemeinsamkeiten, die jedoch bei näherer Betrachtung oft tiefe Unterschiede offenbaren.

Tabelle: Schlüsselunterschiede zwischen Bibel und Koran

AspektChristentum (Bibel)Islam (Koran)
GottesbildDreieiniger Gott (Vater, Sohn, Heiliger Geist); Gott ist Liebe (1 Joh 4,8)Strenger Monotheismus (Tauhid); Allah ist einzig, hat keine Teilhaber, keine Söhne; Barmherzigkeit und Gerechtigkeit
JesusGottes Sohn, inkarnierter Gott (Logos), Erlöser, Messias, am Kreuz gestorben für Sünden, auferstandenProphet, Messias, Knecht Gottes, aus Maria geboren, aber nicht Gottessohn, nicht gekreuzigt (Scheinkreuzigung), nicht auferstanden
Heil / ErlösungDurch Gnade Gottes und Glauben an Jesus Christus; Vergebung der Sünden durch sein OpferDurch gute Werke und Gehorsam gegenüber Allahs Geboten; Gericht nach den Taten
Heilige SchriftAltes und Neues Testament; inspiriertes Zeugnis von Gottes Handeln und Jesus; interpretierbar im KontextKoran als direktes, unveränderliches Wort Gottes (Verbalinspiration); wörtlich und unantastbar; Abrogation älterer Verse durch jüngere möglich
GewaltNeues Testament legitimiert keine Gewalt; Liebe zu Feinden, Vergebung (Mt 5,44)Ältere Teile versöhnlich, jüngere Teile legitimieren Gewalt gegen Ungläubige (z.B. Sure 9,5); Konzept des Dschihad (Heiliger Krieg)
FrauenrolleGleichwertigkeit von Mann und Frau vor Gott (Gal 3,28), wenn auch historisch oft anders praktiziert; autonomes LebenDefinitionsrechtlich oft vom Mann her gedacht; eingeschränkte Autonomie; Polygynie erlaubt
SchöpfungCreatio ex nihilo (Schöpfung aus dem Nichts) am AnfangCreatio continua (ständige Schöpfung); Gestaltung eines bereits vorhandenen Substrats; "Fatalismus"

Der Monotheismus und die Trinität

Beide Religionen sind monotheistisch. Arabische Christen verwenden ebenfalls den Begriff "Allah" für Gott. Doch der fundamentalste Unterschied liegt in der christlichen Trinitätslehre – die Vorstellung eines dreieinigen Gottes – und dem Bekenntnis zu Jesus als inkarniertem Gott. Der Islam lehnt dies radikal ab: Gott ist einzig, ohne Teilhaber und zu erhaben, einen Sohn zu haben. Historisch betrachtet geht die Debatte um die unitarische und trinitarische Gottesvorstellung auf eine binnenchristliche Diskussion zurück. Frühes syro-arabisches Christentum vertrat einen strikten Monotheismus und eine Christologie, die Jesus als Knecht Gottes oder Prophet beschrieb, ähnlich den Aussagen im Koran. Erst später, mit dem Konzil von Nicäa (325 n.Chr.), wurde die binitarische, später trinitarische Gottesauffassung zur amtlichen Lehre im hellenistischen Christentum. Der Koran spiegelt somit eine frühe Form christlicher Theologie wider. Was heute als unüberwindbarer Gegensatz erscheint, war einst Teil eines theologischen Spektrums.

Schöpfungslehre

Beide glauben an einen Schöpfergott. Der Koran betont die ständige Schöpfertätigkeit Allahs (creatio continua) in allen Lebensbereichen, was Geborgenheit vermittelt, aber auch die Eigenverantwortung für die Weltgestaltung erschwert. Im Gegensatz zur biblischen Lehre der creatio ex nihilo (Schöpfung aus dem Nichts) versteht der Koran die Schöpfung oft als Gestaltung eines vorhandenen Substrats (z.B. Erde war "zusammenhängende Masse", Himmel "formloser Rauch").

Eschatologie (Jenseitsvorstellungen)

Gemeinsam ist der Glaube an Auferstehung, Jüngstes Gericht, Himmel und Hölle. Die koranischen Beschreibungen von Paradies und Hölle spiegeln oft volkstümliche christliche Bildmotive wider. Ein strittiger Punkt ist die Vorstellung des Himmels als Paradies für Männer mit Huris. Neuere Forschungen deuten an, dass "Huris" ursprünglich "glänzende Weintrauben" bedeuten könnten, was Parallelen zu christlichen Paradiesmotiven hätte. Der wichtigste theologische Dissens ist jedoch die Grundlage des Gerichts: Im Islam sind es die Taten ("Werksgerechtigkeit"), während das Christentum auf Gnade und Vergebung durch Jesus hofft. Die islamische Ethik stellt geringere Anforderungen, was Versagensängste mindert, aber auch den Anstoß zu vertiefter Humanität und Selbstkorrektur fehlen lässt.

Gewalt und Dschihad

Dies ist ein besonders heikles Thema. Die christliche Geschichte kennt dunkle Kapitel der Gewalt, doch das Neue Testament legitimiert Gewalt nicht. Im Koran finden sich versöhnliche Aussagen (ältere Teile), aber auch drastische Forderungen zum Kampf gegen Ungläubige (jüngere Teile, z.B. Sure 9,5: "tötet die Heiden, wo (immer) ihr sie findet, greift sie, umzingelt sie und lauert ihnen überall auf"). Die islamische Theologie behilft sich mit der "Abrogationstheorie" (Sure 2,106), wonach jüngere Offenbarungen ältere aufheben. Dies führt dazu, dass oft die kriegerischen Verse als letztgültig angesehen werden. Das islamische Rechtssystem teilt die Welt in "Gebiet des Islam" (dar al-Islam) und "Gebiet des Krieges" (dar al-harb) auf. Ein Dialog ist hier schwierig, da der uninterpretierbare Wortlaut des Korans Korrekturen verhindert und eine Trennung von Religion und Politik in der islamischen Tradition nicht beheimatet ist. Dennoch gibt es auch im Islam kritische Stimmen, die den "großen Einsatz" (geistlicher Dschihad) über den "kleinen Einsatz" (militärischer Dschihad) stellen.

Wie reagierte Abraham auf die Offenbarung des Gottes der Herrlichkeit?
Die Offenbarung des Gottes der Herrlichkeit hatte auf Abraham einen so tiefen Eindruck gemacht, dass er Gott bedingungslos vertraute. Und Gott hatte ihm in Verbindung mit seiner Aufforderung „Geh …“ wichtige Zusagen gemacht: 1. Er würde ihm das Land zeigen. Gott ging mit Abraham. Er war nicht allein gelassen auf dem Weg.

Rolle der Frau

Der Koran und die muslimische Rechtstradition definieren die Rolle der Frau besitzrechtlich vom Mann her, ohne Ansätze einer autonomen Selbstbestimmung ihres Lebens, ihrer Sexualität oder ihrer Partnerschaft. Dies ist ein wichtiger Punkt, an dem christliche Dialogpartner keine Konzessionen machen sollten, ungeachtet der eigenen historischen Defizite in diesen Fragen.

Was lehren Koran und Bibel über Jesus?

Obwohl viele Muslime Jesus nur als Propheten sehen, lehren sowohl der Koran als auch die Bibel, dass Jesus "das Wort Gottes" und "der Geist Gottes" ist. Im Christentum wird dies als Hinweis auf seine Göttlichkeit und seine einzigartige Stellung verstanden. Jesus ist der inkarnierte Logos, das fleischgewordene Wort Gottes, das unter uns wohnte (Johannes 1,14). Seine Kreuzigung und Auferstehung sind zentrale Pfeiler des christlichen Glaubens, die seine Rolle als Erlöser belegen. Der Koran bestätigt Jesus als Messias und Propheten, geboren von Maria, aber lehnt seine Göttlichkeit und Kreuzigung ab. Diese fundamentalen Unterschiede in der Christologie sind ein zentraler Trennpunkt zwischen den Religionen.

Europäische Reaktionen auf islamische Äußerungen: Historische Perspektiven

Die Geschichte Europas ist untrennbar mit dem Islam verbunden, von dessen Ausbreitung ab dem 7. Jahrhundert bis zu den Kreuzzügen und der Bedrohung durch das Osmanische Reich. Es gab eine lange Reihe bewaffneter Konflikte, aber auch friedliche Koexistenz. Das gesamte islamische Gebiet reichte von Spanien bis Indien, während Nordeuropa und Italien lange Zeit christlich blieben. Die Schlacht bei Tours und Poitiers im Jahr 732, in der Karl Martell eine muslimische Invasionsarmee besiegte, markierte einen Wendepunkt im Westen. Später folgten die Reconquista in Spanien und die Kreuzzüge ins Heilige Land, während Byzanz im Osten schließlich unterging.

Im Mittelalter waren sich Christen und Muslime in vielerlei Hinsicht näher als heute. Beide waren monotheistische Religionen, die an einen wahren Gott glaubten, Regeln für ein gutes Leben (Zehn Gebote, Fünf Säulen) hatten, soziale Hilfe leisteten und ein Leben nach dem Tod mit Gericht glaubten. Staat und Religion waren eng verknüpft, da Herrscher ihre Macht religiös legitimierten, was zu einer Überschneidung von politischen und religiösen Interessen führte.

Der große Unterschied zu heute liegt in der zunehmenden Säkularisierung Europas. Während der christliche Glaube in Europa als Basis des alltäglichen Lebens und der politischen Entscheidungen immer mehr an Bedeutung verliert, bleibt er für Muslime oft ein zentraler Lebensinhalt. Dies führt zu Missverständnissen und Unverständnis auf europäischer Seite, da Handlungen und Äußerungen in der islamischen Welt oft aus einem tief religiösen Kontext stammen, der in Europa weniger präsent ist.

Trotz der Kriege im Mittelalter gab es bemerkenswerte Beispiele von Respekt und ritterlichem Verhalten. Heinrich der Löwe traf sich im Jahr 1172 auf der Rückreise von Jerusalem friedlich mit Sultan Kılıç Arslan II., einem Herrscher der Seldschuken. Obwohl es auch um religiöse Fragen ging, trennten sich beide in Freundschaft und mit Geschenken. Auch in den Liedern über die Kämpfe zwischen Franken und Muslimen in Spanien und Südfrankreich, wie im "Willehalm" Wolframs von Eschenbach oder im "Rolandslied" des Pfaffen Konrad, wird deutlich, dass es auf beiden Seiten das Konzept des Rittertums und Respekt für den Gegner gab. Die christlichen Autoren beschrieben die prächtige Ausstattung muslimischer Ritter.

Die Konflikte des Mittelalters waren komplex und umfassten neben religiösen Motiven auch häufig politische und wirtschaftliche Interessen. Die Kreuzfahrer wurden anfangs von den Muslimen nicht unbedingt als Glaubenskrieger, sondern eher als Piraten wahrgenommen. Der Kampf zwischen dem englischen König Richard Löwenherz und Sultan Saladin ist ein weiteres hervorragendes Beispiel für Parallelen und gegenseitigen Respekt. Beide galten als ritterlich und ehrenhaft, und der Krieg wurde, bei aller Brutalität, nicht grausamer geführt als zwischen christlichen Heeren. Da keine Seite einen entscheidenden Vorteil erringen konnte, wurde ein Friedensvertrag geschlossen. Saladin gilt bis heute als beispielhaft in seiner Ritterlichkeit.

Trotz aller Parallelen waren Christen und Muslime Anhänger zweier verschiedener Glaubensrichtungen, was immer wieder zu Konflikten führte. In beiden Quellen finden sich Abschnitte, die einen Sieg auf die Unterstützung Gottes zurückführen, um die jeweils andere Religion von seiner Überlegenheit zu überzeugen. Das Ausmaß dieses Unterschiedes sollte nicht unterschätzt werden. Dennoch waren sich die Glaubens- und Vorstellungswelten damals nicht allzu unähnlich. Im islamischen Raum gab es auch immer christliche Gemeinden, die der muslimischen Bevölkerung untergeordnet waren und spezielle Abgaben zahlen mussten. Es gab sowohl friedliche als auch kriegerische Kontakte; Handel und Diplomatie spielten eine ebenso wichtige Rolle wie der Krieg. Eine "Urfeindschaft" nur aufgrund des Glaubens, losgelöst von weltlichen Angelegenheiten, hat es nie gegeben. Überraschend ist, dass es eben so viele Beispiele für Kooperation und dem Erweisen von Respekt gibt.

Warum ist Jesus für muslimische Menschen relevant?

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Glauben Christen und Muslime an denselben Gott?

Obwohl beide Religionen monotheistisch sind und an einen Gott glauben, unterscheiden sich die Gottesbilder fundamental. Das christliche Gottesbild ist trinitarisch (Vater, Sohn, Heiliger Geist), während der Islam einen strikt unitarischen Gott ohne Teilhaber oder Söhne lehrt. Die Attribute Gottes (Liebe vs. Gerechtigkeit/Barmherzigkeit) werden unterschiedlich gewichtet.

Ist die Bibel verfälscht worden?

Aus christlicher Sicht und basierend auf historischen sowie archäologischen Befunden ist die Bibel nicht verfälscht worden. Manuskripte, die älter als der Islam sind, stimmen mit heutigen Bibelausgaben überein. Zudem widerspricht die Behauptung der Bibelfälschung dem Koran selbst, der die frühere Schrift bestätigt und besagt, dass Gottes Wort nicht verfälscht werden kann.

Wer ist Jesus im Islam und im Christentum?

Im Christentum ist Jesus der Sohn Gottes, der inkarnierte Gott (Logos), der für die Sünden der Menschheit am Kreuz gestorben und auferstanden ist, der Messias und der einzige Weg zu Gott. Im Islam ist Jesus ein wichtiger Prophet und der Messias, geboren von Maria, das "Wort Gottes" und "Geist Gottes", aber nicht göttlich, nicht gekreuzigt und nicht der Sohn Gottes.

Warum gibt es so viele Widersprüche zwischen Bibel und Koran, wenn der Koran die Bibel bestätigen soll?

Dies ist das zentrale logische Problem. Die Widersprüche sind unüberbrückbar und betreffen Kernlehren. Der Koran behauptet eine Bestätigung, die objektiv nicht stattfindet. Aus christlicher Sicht deutet dies darauf hin, dass der Koran nicht vom selben Gott stammt wie die Bibel, und Mohammed somit kein Prophet Gottes war.

Schlussfolgerung

Für mich ist die Antwort auf all diese logischen Probleme des Islam klar: Die islamische Behauptung, dass die Bibel verfälscht worden sei, soll lediglich verschleiern, dass der Koran aufgrund der Widersprüche zwischen ihm und der Bibel seinem eigenen Anspruch, eine Bestätigung der früheren Offenbarungen zu sein, nicht gerecht wird.

Im Koran finden sich übrigens auch zahlreiche andere offensichtlich falsche Aussagen über die Glaubensinhalte von Christentum und Judentum. So heißt es zum Beispiel in Sure 9,30, dass die Juden glauben, Esra sei der Sohn Gottes. Dass dies einfach nicht stimmt, dürfte wohl schon bei oberflächlicher Kenntnis des Judentums keiner näheren Erläuterung bedürfen.

Der Koran behauptet also lediglich, vom gleichen Gott zu stammen und die früheren Offenbarungen zu bestätigen. Dies ist jedoch in Wahrheit nicht der Fall. Vielmehr stellt der Islam eine Religion dar, die dem Christentum/Judentum zwar äußerlich in manchen Erscheinungen ähnelt, jedoch seiner Wurzel nach mit beidem nichts zu tun hat – und wegen der darin enthaltenen falschen Behauptung einer Übereinstimmung mit den früheren Offenbarungen selbst falsch sein muss.

Der Grund liegt darin, dass Mohammed kein Prophet Gottes war. Der wahre Jesus, den die Bibel bezeugt, hat ausdrücklich vor denen gewarnt, die nach Ihm kommen und behaupten, Propheten zu sein:

  • Matthäus 24,11: ".....und viele falsche Propheten werden aufstehen und werden viele verführen."
  • Matthäus 7,15: "Hütet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen! Inwendig aber sind sie reißende Wölfe."

Jesus ist der Messias und Erlöser – nach Ihm kommt niemand mehr. Im Evangelium (Johannes 14,6) sagt Jesus von sich: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben – niemand kommt zum Vater, denn durch mich."

Lieber Leser, wenn Du Moslem bist, dann möchte ich Dir sagen: Jesus liebt Dich und ist auch für Dich am Kreuz gestorben, um Deine Sünde zu tragen. Glaube an Ihn, Er hat verheißen, dass jeder leben wird, der Seinem Wort glaubt und Ihm nachfolgt. Auf diese Worte Jesu darfst Du genauso wie ich vertrauen. Der Islam ist kein Weg zu Gott und kann Dich nicht retten. Jesus ist auch für Dich die einzige Hoffnung – der einzige, der Dich wirklich liebt.

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