07/12/2021
In einer Welt, die sich oft auf das Sichtbare und Greifbare konzentriert, bleibt eine Realität für viele verborgen, doch für Gläubige ist sie von zentraler Bedeutung: der geistige Kampf. Seit den frühesten Tagen des Christentums hat die Kirche sich der Existenz und dem Wirken böser Mächte bewusst gezeigt und Werkzeuge zur Abwehr bereitgestellt. Der Exorzismus, oft missverstanden und mystifiziert, ist eines dieser mächtigen Instrumente, ein feierliches Gebet und ein Befehl im Namen Gottes, um Menschen und Gegenstände vor den Einflüssen des Teufels zu schützen. Es ist keine Magie, sondern ein Akt tiefen Glaubens und der Autorität, die Christus seiner Kirche verliehen hat. Dieser Artikel beleuchtet die historische Rolle des Exorzismus, seine verschiedenen Formen, die Unterscheidung zwischen Besessenheit und Krankheit und wie jeder Gläubige in diesem andauernden Kampf seinen Teil beitragen kann.

- Die Rolle des Exorzismus in der Alten Kirche
- Was ist Exorzismus? Eine Klärung
- Arten des Exorzismus und ihre Befugnisse
- Woran erkennt man eine Um- oder Besessenheit?
- Der unsichtbare Kampf gegen Satan und die Rebellen-Engel
- Die Rolle der Laien im Abwehrkampf
- Mächtige Gebete im Kampf gegen das Böse
- Häufig gestellte Fragen zum Exorzismus
- Schlusswort
Die Rolle des Exorzismus in der Alten Kirche
Die Praxis des Exorzismus ist so alt wie das Christentum selbst. Schon in der Alten Kirche, lange bevor theologische Feinheiten ausdiskutiert wurden, war der Glaube an die dämonische Besessenheit und die Notwendigkeit ihrer Austreibung fest verankert. Die Evangelien berichten von Jesus Christus, der „seine zwölf Apostel zu sich rief und ihnen Vollmacht über unreine Geister erteilte, sie auszutreiben und jederlei Krankheit und Gebrechen zu heilen“ (Mt 10,1). Diese übertragene Vollmacht bildete die Grundlage für die spätere kirchliche Praxis.
Besonders prominent war der Exorzismus in der Vorbereitung und Durchführung der Taufe. Seit dem 3. Jahrhundert, wie bei Cyprian und später bei Augustinus, wurde ein Exorzismus für Katechumenen und Täuflinge vorgenommen. Dies rührte von der Überzeugung her, dass der Teufel aufgrund der Erbsünde einen Einfluss auf alle Menschen, insbesondere auf die noch Ungetauften, ausübt. Die Taufe wurde als Akt der Befreiung von Sünde und ihrem Anstifter, dem Teufel, verstanden. Der Exorzismus bei der Taufe war ein symbolischer Akt, der oft durch Handlungen wie Anhauchen, Handausstrecken, Handauflegung und Kreuzzeichen sowie durch die Anrufung des Namens Jesu und die Verfluchung des bösen Feindes begleitet wurde. Auch heute noch spricht der Priester über den Täufling einen Exorzismus, bevor dieser dem Satan ausdrücklich widersagt.
Tertullian, ein bedeutender Kirchenvater des 2. Jahrhunderts, bezeugte in seinem „Apologeticum“ (Kap. 23), dass jeder Christ die charismatische Gabe besaß, solche Exorzismen zu sprechen. Dies deutet darauf hin, dass der Kampf gegen dämonische Einflüsse nicht ausschließlich den Klerikern vorbehalten war, sondern eine Gabe war, die jedem Gläubigen zukommen konnte.
Was ist Exorzismus? Eine Klärung
Der Begriff „Exorzismus“ wird oft missverstanden und mit magischen Ritualen oder sensationellen Darstellungen in Verbindung gebracht. Doch im kirchlichen Verständnis ist Exorzismus etwas fundamental anderes. Es ist ein im Namen Gottes – oder Jesu – an den Teufel gerichteter Befehl, Menschen oder Gegenstände zu verlassen oder sie in Ruhe zu lassen. Es ist kein Zauberspruch, sondern ein feierliches Gebet zu Gott, das im Namen und Auftrag Christi und der Kirche gesprochen wird, um Schutz vor Unheilsmächten zu erbitten, die, auch wenn ihre Manifestationen zunächst „natürlich“ erscheinen mögen, in Wirklichkeit dämonische Hintergründe haben können.
Die theologische Voraussetzung des Exorzismus liegt in den Folgen des Sündenfalls, der dämonische Einflüsse auf die Menschen und die unter dem „Fluch Gottes“ stehende Erde ermöglichte. Das Kommen des Gottesreiches ist die Niederlage Satans, wie Jesus selbst betonte: „Wenn ich aber die Dämonen durch den Geist Gottes austreibe, dann ist das Reich Gottes schon zu euch gekommen“ (Mt 12,28). Die Kirche leitet die Vollmacht zur Vornahme des Exorzismus vom Auftrag Christi und dem Beispiel der Apostel ab (Mk 1,25; Lk 4,35; Mk 16,17).
Arten des Exorzismus und ihre Befugnisse
Es gibt verschiedene Formen des Exorzismus, die sich in ihrer Anwendung und den dafür erforderlichen Befugnissen unterscheiden:
Der Tauf-Exorzismus
Wie bereits erwähnt, ist dies ein integraler Bestandteil des Sakraments der Taufe. Er dient dazu, den Täufling von den Auswirkungen der Erbsünde und dem Einfluss des Teufels zu befreien, um ihn auf das Bekenntnis des Glaubens vorzubereiten. Er wird vom Priester oder Diakon vollzogen.
Der kleine Exorzismus (Exorzismus Leonis)
Dieser Exorzismus wird im römischen Ritus für Umsessene (circumsessi) und für Sachen angewandt, beispielsweise bei der Weihwasser- und Salzweihe oder bei der Weihe der heiligen Öle. Ein besonders bekannter „kleiner Exorzismus“ ist die Anrufung des Heiligen Erzengels Michael, die Papst Leo XIII. nach einem belegten Dämonenerlebnis schuf und die lange Zeit nach jeder Heiligen Messe gebetet wurde. Dieses Gebet, oft als „Sturmgebet“ bezeichnet, darf auch von Laien in Fällen dämonischer Bedrängnis eingesetzt werden. Es ist eine mächtige Abwehrwaffe im alltäglichen geistigen Kampf.
Der große oder feierliche Exorzismus
Dieser ist dem Kampf gegen wirklich Besessene vorbehalten. Seine Durchführung unterliegt strengen kirchlichen Regeln: Er darf nur von Priestern vorgenommen werden, die eine schriftliche Erlaubnis ihres Bischofs erhalten haben. Die Zeremonie findet in der Kirche oder an einem anderen religiösen oder ehrbaren Ort statt, im Haus nur bei Kranken. Zuvor muss sorgfältig geprüft werden, ob tatsächlich eine Besessenheit und nicht etwa eine psychische oder physische Krankheit vorliegt (CIC, can. 1172). Die Kirche mahnt hier zu äußerster Vorsicht und Klugheit.
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen:
| Merkmal | Kleiner Exorzismus | Großer Exorzismus |
|---|---|---|
| Zweck | Schutz vor dämonischer Bedrängnis, Segnung von Personen/Gegenständen | Austreibung von Dämonen bei tatsächlicher Besessenheit |
| Befugnis | Priester, aber auch Laien (z.B. Gebet zum Hl. Michael) | Nur Priester mit schriftlicher Erlaubnis des Bischofs |
| Anwendungsbereich | Bei Umsessenheit, Segnungen (Weihwasser, Salz), persönliche Gebetsanliegen | Bei festgestellter, gesicherter Besessenheit |
| Ort | Überall, auch privat | Kirche, religiöser Ort; im Haus nur bei Kranken |
| Voraussetzung | Gnadenzustand, rechter Gesinnung (für Laien) | Exakte Prüfung auf Besessenheit, Ausschluss von Krankheiten |
Woran erkennt man eine Um- oder Besessenheit?
Die Unterscheidung zwischen einer psychischen Erkrankung und einer dämonischen Besessenheit ist von größter Bedeutung und erfordert höchste Vorsicht. Die Kirche ist bestrebt, Leichtgläubigkeit zu vermeiden und mahnt zur „Unterscheidung der Geister“, die Klugheit und Erfahrung verlangt. Der Exorzist wird ausdrücklich angewiesen, Zurückhaltung bei der Annahme zu üben, jemand sei vom Teufel besessen.
Merkmale echter Besessenheit können sein, wenn auch vorsichtig formuliert, folgende Anzeichen:
- Das „Sprechen“ und Verstehen fremder Sprachen in längerer Rede und Gegenrede, nicht nur einzelner Worte.
- Das Offenbaren entfernter und verborgener Dinge, die die betroffene Person unmöglich wissen könnte.
- Kraftleistungen, die weit über das natürliche Alter und die körperliche Beschaffenheit der besessenen Person hinausgehen.
Gewissheit über das Vorhandensein von Besessenheit wird selten und meist erst im Verlauf eines Exorzismus oder nach Probe-Exorzismen zu erlangen sein. Nur im Falle dieser Gewissheit soll der Exorzismus öffentlich und feierlich vollzogen werden, sonst nur in einfacher und stiller Form, wozu schon eine „große Wahrscheinlichkeit“ oder Vermutung genügt. Ein sehr wichtiger Grundsatz ist, bei fehlender Gewissheit strengstes Stillschweigen über eine vermutete Besessenheit zu wahren, insbesondere dem Patienten gegenüber, um ihn nicht in Angst zu versetzen und so dem Dämon, falls er noch nicht in Aktion getreten war, Tür und Tor zu öffnen.
Der unsichtbare Kampf gegen Satan und die Rebellen-Engel
Der Mensch ahnt oft nicht, dass der eigentliche Kampf jeden Tag aufs Neue zwischen Gott und dem Teufel auf der Erde geführt wird. Satan ist eine Realität, eine Person, die seit dem Sündenfall darauf aus ist, die Menschen von Gott abzubringen. Er ist der „Böse schlechthin“ (1. Joh 3,12), der „Feind“ (Mt 13,25), der „Vater der Lüge“ (Joh 8,44), der „Fürst der dunklen Gewalt“ (Eph 2,2), der „große Drache, alte Schlange“ (Offb 12,9) und der „Menschenmörder“ (Joh 8,44).
Satan ist ein Meister der Blendung und Verwirrung. Er schürt Hass, fördert Streit und Unversöhnlichkeit. Sein Reich baut er auf Angst auf und treibt die Menschen in Elend, Kriege und Katastrophen. Er versteckt sich hinter tausend Masken und feiert heute Triumphe wie nie zuvor, indem er die Menschen durch Sünde an sich bindet und ins Verderben führt. P. Adolf Rodewyk, ein deutscher Exorzist, berichtete 1942 von einem Dämon, der sagte: „Wir sind losgelassen, so frei wie noch nie. Die Sünden der Menschen haben uns losgekettet. Wir haben einen großen Ansturm auf die Menschheit vor. Damit wir zum Ziel kommen, müssen wir erst einmal dafür sorgen, dass die Menschen an uns nicht mehr glauben. So können wir unbemerkt arbeiten.“
Der Teufel passt sich den Anlagen und Neigungen des Einzelnen an, um besser täuschen zu können, oft sogar als „Engel des Lichts“ auftretend, aber immer mit dem Hintergedanken, Finsternis zu verbreiten. Er will feststellen, was ein Mensch ist, will oder kann, um dann mit den gegebenen Möglichkeiten, Widerständen und Schwächen den Angriff danach einzurichten. Es ist ein Kampf um jeden einzelnen Menschen, ein großes, wenngleich verborgenes Schlachtfeld.
Die zunehmende Kriminalität, Kriege, Drogenkonsum und Umweltzerstörung werden von Gläubigen oft als Anzeichen für das verstärkte Wirken dämonischer Kräfte gedeutet. Ein Pfarrer bemerkte: „Je weniger die Christen vor den Dämonen auf der Hut sind, umso mächtiger werden sie!“ Die Tyrannei des Bösen wird unausweichlicher, wenn Christen den geistigen Schutz vernachlässigen.
Die Rolle der Laien im Abwehrkampf
Während der „große Exorzismus“ ausschließlich Priestern mit bischöflicher Erlaubnis vorbehalten ist, sind Laien nicht machtlos im Kampf gegen die dämonischen Mächte. Im Gegenteil, jeder Gläubige, der im Stand der Gnade ist, ist aufgerufen, sich am Abwehrkampf der Kirche zu beteiligen. „Ihr seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm“ (1 Petr 2,9). Papst Leo XIII. schuf den „Kleinen Exorzismus“ (Exorzismus Leonis), der auch von Laien eingesetzt werden darf und mit der Anrufung des Heiligen Erzengels Michael beginnt.
Voraussetzungen für das Gebet eines Laien gegen dämonische Einflüsse (Bannspruch):
- Gnadenzustand: Man sollte sich nicht im Zustand der schweren Sünde befinden. Bei vorhandener Sünde sollte man zuerst beichten und Reue zeigen.
- Rechte Gesinnung: Das Gebet darf nicht aus Neid, Hass oder Verwünschung gesprochen werden. Der Satan wird einem ihm hörigen Menschen nicht folgen.
- Mut und Furchtlosigkeit: Trotz der Macht des Teufels soll man mutig und ohne Furcht ans Werk gehen, mit fester Überzeugung und Ausdauer.
- Glaube und Vertrauen: Ein fester Glaube an die Macht Jesu Christi und das Vertrauen auf Gottes Hilfe sind entscheidend.
- Demut: Das eigene Herz muss rein und demütig sein.
Der kleine Exorzismus ist eine Mehrzweckwaffe, die in vielen Anliegen eingesetzt werden kann, wie Lebensüberdruss, Schwermut, Verzweiflung, innere Anfechtung, große Versuchungen, ungeordnete Beziehungen (Streit, Trunksucht), Belästigung, Verfolgung und sogar bei Kriegsgefahr. Auch bei indirekten Schäden durch den Teufel, wie unerklärlichem Pech, Unglücken oder seelischen Leiden, kann das Gebet wirksam sein.
Hilfreiche Mittel im Kampf können auch geweihte Gegenstände sein, wie ein Kreuz, eine Reliquie oder eine geweihte Medaille, die man in der Hand hält. Das Besprengen mit Weihwasser vor der Beschwörung ist ebenfalls eine empfehlenswerte Praxis.
Mächtige Gebete im Kampf gegen das Böse
Der Kampf des Christen geht nicht in erster Linie gegen „Fleisch und Blut, sondern gegen die Mächte, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die bösen Geister“ (Eph 6,12). Das Exorzismusgebet ist äußerst kraftvoll, da es im Namen und in der Kraft Jesu Christi erfolgt, der die Macht der Dämonen gebrochen hat. Papst Johannes Paul II. bat darum, das Gebet zum Heiligen Erzengel Michael regelmäßiger zu beten.
Gebet zum Heiligen Erzengel Michael (Exorzismus Leonis)
Heiliger Erzengel Michael, verteidige uns im Kampf, gegen die Bosheit und die Nachstellungen des Teufels, sei du unser Schutz! „Gott gebiete ihm“, so bitten wir flehentlich. Du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen, stürze den Satan und die anderen bösen Geister, die zum Verderben der Seele in der Welt umherschleichen, in der Kraft Gottes hinab in die Hölle. Amen.
Gebet aus dem Griechischen Rituale gegen das Böse
Kyrie eleison. Herr unser Gott, o Herrscher der Ewigkeit, allmächtig und alles besitzend, du, der du alles gemacht hast und alles mit deinem Willen verwandelst, du, der du in Babylon die siebenfachen Flammen des Feuerofens in Tau verwandelt und deine drei heiligen Jünglinge beschützt und errettet hast; du, der Arzt unserer Seelen; du, der du der Erlöser Jener bist, die sich an dich wenden, wir bitten dich und flehen dich an, vereitle, vertreibe und jage alle bösen Einflüsse oder jede Verwünschung oder bösen Blick, die von bösen Menschen deinem Diener angetan werden, in die Flucht ... und mache, dass anstelle des Neides und der Bosheiten Gutes in Fülle, Stärke, Erfolg und Nächstenliebe erwächst. Und du, Herr, der du die Menschen liebst, breite deine mächtigen Hände und mächtigen Arme aus und komme zu Hilfe diesem deinem Ebenbild. Sende deinen Engel des Friedens, der stark und der Beschützer der Seele und des Leibes ist, dass er jede böse Kraft vertreibe und fern halte, jede Schädlichkeit und Bosheit von verdorbenen und neidischen Personen, so dass wir unter seinem Schutz mit Dankbarkeit dir singen: „Der Herr ist mein Retter, ich werde nicht fürchten, was der Mensch mir antun kann.“ Und weiter: „Ich werde mich vor dem Bösen nicht fürchten, denn du bist mit mir, du bist mein Gott, meine Stärke, mein mächtiger Herr, Herr des Friedens, Vater der zukünftigen Welt.“ Ja, Herr unser Gott, habe Mitleid mit deinem Ebenbild und bewahre deinen Diener ... vor jedem Schaden oder jeder Bedrohung, die vom Bösen kommt, und beschütze ihn und bewahre ihn vor jedem Übel; durch die Fürsprache der mehr als gesegneten glorreichen Mutter Gottes und immer Jungfrau Maria, der widerstrahlenden Erzengel und aller deiner Heiligen. Amen!
Kurzes Exorzismusgebet für Laien
Weichet ihr bösen Geister im Namen des Dreieinigen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes! Sehet nicht, höret nicht, verwirret nicht, fesselt nicht, löst die Fessel! Der Herr, unser Gott, euer Herr, gebiete euch. Weichet und kehret nicht wieder im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Häufig gestellte Fragen zum Exorzismus
Ist Exorzismus Magie?
Nein, Exorzismus ist keine Magie. Es ist ein Gebet und ein Befehl, der im Namen und durch die Vollmacht Gottes und der Kirche an dämonische Mächte gerichtet wird. Er basiert auf dem Glauben an die göttliche Autorität, nicht auf okkulten Praktiken oder menschlichen Kräften.
Kann jeder Gläubige einen Exorzismus beten?
Der feierliche, „große“ Exorzismus darf nur von einem Priester mit ausdrücklicher Erlaubnis des Bischofs vorgenommen werden. „Kleine Exorzismen“ oder Abwehrgebete, wie das Gebet zum Heiligen Erzengel Michael, dürfen und sollen von Laien gebetet werden, insbesondere wenn sie sich im Stand der Gnade befinden und mit der richtigen Gesinnung beten.
Wie unterscheidet die Kirche Besessenheit von psychischer Krankheit?
Die Kirche geht mit äußerster Vorsicht vor und fordert eine sorgfältige Prüfung. Typische Merkmale von Besessenheit, die über natürliche Erklärungen hinausgehen, sind das Sprechen und Verstehen unbekannter Sprachen, das Offenbaren verborgener Dinge und übermenschliche Kraft. Psychische Krankheiten werden in Zusammenarbeit mit Medizinern diagnostiziert und behandelt, und der Exorzismus wird nur angewendet, wenn eine dämonische Ursache eindeutig festgestellt wird.
Warum scheint dämonischer Einfluss heute so stark zu sein?
Viele Gläubige sehen die Zunahme dämonischer Aktivität als Folge der wachsenden Sünde, des Unglaubens und der Vernachlässigung des geistigen Schutzes in der Welt. Wenn Menschen den Glauben verlieren oder sich bewusst von Gott abwenden, öffnen sie dem Bösen Türen. Die Gleichgültigkeit vieler Christen ermöglicht es dem Teufel, unbemerkt zu wirken und Triumphe zu feiern.
Schlusswort
Der Exorzismus und der geistige Kampf sind integrale Bestandteile des christlichen Glaubens. Sie erinnern uns daran, dass wir nicht nur gegen sichtbare, sondern auch gegen unsichtbare Mächte kämpfen. Die Kirche bietet uns durch ihre Sakramente, Gebete und die Vollmacht, die sie von Christus erhalten hat, mächtige Waffen in diesem Kampf. Es ist die Verantwortung jedes einzelnen Gläubigen, sich dieser Realität bewusst zu sein, sich zu wappnen und mutig im Glauben zu stehen. Rufen wir daher täglich zum Heiligen Erzengel Michael und vertrauen wir auf die schützende Hand Gottes, damit das Böse keinen Raum in unserem Leben findet.
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