Die Tasbih: Gebet, Gedenken und Spiritualität

06/03/2023

Rating: 3.92 (4972 votes)

Die Tasbih, ein scheinbar einfaches Gebetsinstrument, birgt eine immense spirituelle Tiefe und Bedeutung im Islam. Sie ist weit mehr als nur eine Perlenkette; sie ist ein Symbol der Hingabe, des unaufhörlichen Gedenkens an Allah und ein treuer Begleiter auf dem Pfad der Spiritualität. Seit Jahrhunderten dient sie Muslimen weltweit dazu, ihre Gebete zu vertiefen und ihre Konzentration auf das Göttliche zu lenken. In diesem umfassenden Artikel werden wir die faszinierende Geschichte der Tasbih erkunden, ihre vielfältigen Formen beleuchten und die profounde Rolle untersuchen, die sie in der täglichen spirituellen Praxis der Muslime spielt, insbesondere im Rahmen des Dhikr nach dem Pflichtgebet. Wir werden die Essenz dessen erfassen, was die Tasbih so unverzichtbar macht und warum sie ein so geschätztes Element des islamischen Glaubens ist.

Was ist die Tasbih und warum ist sie so wichtig?
Durch das wiederholte Aufsagen der Gebetsformeln mit der Tasbih können wir unsere spirituelle Praxis vertiefen und unsere Verbindung zu Allah stärken. Die Tasbih ist ein wichtiger Bestandteil unseres Glaubens und begleitet uns auf unserem spirituellen Weg.
Inhaltsverzeichnis

Die Essenz der Tasbih: Bedeutung und Funktion

Das Wort „Tasbih“ selbst stammt aus dem Arabischen und bedeutet „Glorifizierung“ oder „Lobpreisung“. Es ist ein Ausdruck der Verehrung und des Gedenkens an Allah, der durch das Wiederholen bestimmter Lobpreisungen und Bittgebete, bekannt als Dhikr (Gedenken), zum Ausdruck gebracht wird. Die Tasbih, oft auch als Gebetskette, Tesbih, Tespih, Misbaha oder Subha bezeichnet, ist ein physisches Hilfsmittel, das diese Praxis erleichtert. Sie besteht traditionell aus Perlen oder Knoten, die auf einer Schnur aufgereiht sind und dazu dienen, die Anzahl der Wiederholungen von Gebetsformeln zu zählen. Diese einfache, doch effektive Funktion hilft den Betenden, sich voll und ganz auf ihre Rezitation zu konzentrieren, ohne die Zählung im Kopf behalten zu müssen.

Die Verwendung der Tasbih im Gebet ist eine tief verwurzelte Praxis, die die Konzentration und Hingabe stärkt. Indem wir die Perlen der Tasbih durch unsere Finger gleiten lassen und dabei die heiligen Worte des Quran oder bestimmte Dhikr-Formeln rezitieren, können wir uns besser auf unsere Verbindung zu Allah konzentrieren. Die rhythmische Bewegung der Perlen und die wiederholte Rezitation wirken beruhigend auf den Geist und helfen, störende Gedanken beiseitezuschieben. Dies ermöglicht eine tiefere Immersion in die spirituelle Erfahrung und eine intensivere Kommunikation mit dem Schöpfer. Die Tasbih ist somit ein kraftvolles Werkzeug, das uns hilft, unseren Geist zu beruhigen und unsere Aufmerksamkeit vollständig auf das Gebet zu lenken.

Die symbolische Bedeutung der Tasbih

Über ihre praktische Funktion hinaus besitzt die Tasbih eine reiche symbolische Bedeutung. Sie ist ein ständiges Symbol unserer spirituellen Verbindung zu Allah und dient als tägliche Erinnerung an unsere Gebete und unser fortwährendes Gedenken. Jede Perle, die durch die Finger gleitet, ist eine Mahnung, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren – die Beziehung zu unserem Schöpfer. Sie erinnert uns daran, unsere Gedanken zu fokussieren und uns auf die Gegenwart Gottes einzulassen. Durch das wiederholte Aufsagen der Gebetsformeln mit der Tasbih können wir unsere spirituelle Praxis vertiefen und unsere Verbindung zu Allah stärken. Sie ist ein wichtiger Bestandteil unseres Glaubens und begleitet uns auf unserem spirituellen Weg, stets als stiller Zeuge unserer Hingabe und unserer Sehnsucht nach Nähe zu Allah.

Die Geschichte der Tasbih im Islam

Die Ursprünge der Tasbih im Islam reichen weit zurück in die Geschichte, wobei ihre genaue Entstehung oft diskutiert wird. Es wird angenommen, dass ähnliche Zählhilfen bereits im alten Arabien vor dem Islam verwendet wurden. Mit der Ausbreitung des Islam wurde die Tasbih von Muslimen adaptiert und als Gebetsperlen verwendet, um das Zählen der Wiederholungen von Gebetsformeln zu erleichtern. Obwohl die Verwendung einer Tasbih nicht explizit im Koran vorgeschrieben ist, ist ihre Praxis tief in der Sunna des Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm) und den Überlieferungen seiner Gefährten verwurzelt. Es gibt Berichte, dass der Prophet selbst seine Finger benutzte, um den Dhikr zu zählen, und auch die Verwendung von Steinen oder Dattelkernen zur Zählung befürwortete. Die Tasbih entwickelte sich im Laufe der Zeit zu dem bekannten Instrument, das wir heute kennen, und wurde zu einem festen Bestandteil der muslimischen Gebetspraxis weltweit.

Vielfalt der Tasbih: Tradition trifft Innovation

Im Laufe der Jahrhunderte haben sich verschiedene Arten von Tasbih entwickelt, die sowohl traditionelle Handwerkskunst als auch moderne Technologie widerspiegeln.

Traditionelle Tasbih aus Naturmaterialien

Traditionelle Tasbih sind oft handgefertigte Kunstwerke, die aus einer Vielzahl von natürlichen Materialien hergestellt werden. Diese umfassen edle Hölzer wie Sandelholz, Ebenholz oder Olivenholz, aber auch Halbedelsteine wie Achat, Onyx, Jaspis oder Rosenquarz. Auch Perlen, Samen oder sogar bestimmte Pflanzenharze werden verwendet. Jedes Material verleiht der Tasbih eine einzigartige Haptik, Ästhetik und manchmal auch einen besonderen Duft, der das Gebetserlebnis zusätzlich bereichern kann. Diese Tasbih sind nicht nur ein religiöser Ausdruck, sondern auch ein Symbol für die Verbundenheit mit der Natur und der spirituellen Praxis. Die Verwendung von natürlichen Materialien verleiht den Tasbih eine besondere Ausstrahlung und eine angenehme Schwere, die das Gefühl der Verbundenheit mit der Tradition und dem Glauben verstärkt.

Ein Beispiel hierfür ist die oft gesehene "Gebetskette Tesbih Tasbih Tespih Misbaha Subha", die in verschiedenen Ausführungen erhältlich ist. Eine typische Variante könnte aus 33 Perlen bestehen, eine Gesamtlänge von etwa 31 cm haben und aus Harz mit einem Schwarz-Onyx-Effekt gefertigt sein. Die Perlen haben oft eine Kugelform und einen Durchmesser von 10 mm. Solche Stücke werden oft von erfahrenen türkischen Handwerkern gefertigt, die ihr Können über Generationen weitergegeben haben. Die Liebe zum Detail und die sorgfältige Verarbeitung machen jede traditionelle Tasbih zu einem Unikat, das nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch ansprechend ist und oft als Erbstück weitergegeben wird.

Moderne Tasbih mit technologischen Funktionen

Im Zeitalter der Digitalisierung haben sich auch moderne Tasbih entwickelt, die die traditionelle Form mit technologischen Innovationen verbinden. Diese sind nicht nur religiöse Accessoires, sondern auch Ausdruck von Eleganz und Stil, die den Anforderungen des modernen Lebens gerecht werden. Moderne Tasbih können mit verschiedenen Funktionen ausgestattet sein, wie zum Beispiel einem digitalen Zähler, der die Anzahl der Zikr-Zählungen präzise anzeigt. Dies macht das Zählen des Dhikr noch einfacher und effizienter, insbesondere für diejenigen, die eine genaue Verfolgung ihrer Rezitationen wünschen. Darüber hinaus verfügen einige Modelle über eine Hintergrundbeleuchtung, die das Gebet auch bei schlechten Lichtverhältnissen oder in der Dunkelheit erleichtert. Die elegante Gestaltung und hochwertige Verarbeitung machen moderne Tasbih zu einem beliebten Accessoire für gläubige Muslime, die Funktionalität und Ästhetik schätzen. Sie bieten eine praktische Alternative zu den traditionellen Ketten, ohne dabei die spirituelle Bedeutung zu verlieren.

Was ist die Tasbih und warum ist sie so wichtig?
Durch das wiederholte Aufsagen der Gebetsformeln mit der Tasbih können wir unsere spirituelle Praxis vertiefen und unsere Verbindung zu Allah stärken. Die Tasbih ist ein wichtiger Bestandteil unseres Glaubens und begleitet uns auf unserem spirituellen Weg.

Besondere Tasbih für besondere Anlässe

Für besondere Anlässe im Islam, wie den heiligen Monat Ramadan, Eid-Feste oder das Gedenken an wichtige heilige Ereignisse, werden oft spezielle Tasbih verwendet. Diese Tasbih sind oft mit besonders edlen Materialien oder aufwendigen Verzierungen versehen, die die Bedeutung des Anlasses unterstreichen. Sie können aus kostbaren Hölzern, seltenen Steinen wie Bernstein oder Jade oder sogar aus Gold und Silber gefertigt sein. Eine solche Tasbih ist ein Ausdruck von tiefem Respekt und besonderer Hingabe und dient dazu, die Wichtigkeit des Moments zu betonen und die spirituelle Atmosphäre zu verstärken. Sie sind oft Geschenke für besondere Anlässe oder werden von Generation zu Generation weitergegeben, wodurch sie eine noch größere emotionale und spirituelle Bedeutung erhalten. Eine authentische Gebetsteppich kann zudem als perfekte Begleitung zu einer besonderen Tasbih dienen, um eine ganzheitliche und ehrfürchtige Gebetsumgebung zu schaffen.

Die Praxis des Dhikr nach dem Gebet mit der Tasbih

Ein zentraler Aspekt der Verwendung der Tasbih ist das Dhikr (Gedenken an Allah) nach den fünf täglichen Pflichtgebeten. Dies ist eine Sunnah-Praxis, die von großem spirituellen Nutzen ist und dazu beiträgt, die Verbindung zu Allah nach dem Gebet aufrechtzuerhalten und die Segnungen zu mehren. Es ist vorgeschrieben (bzw. empfohlen), Allah nach den Pflichtgebeten mit dem Tasbih (Subhan Allah – Gepriesen sei Allah), Tahmid (Alhamdulillah – Alles Lob gebührt Allah), Takbir (Allahu Akbar – Allah ist der Größte) und Tahlil (La ilaha ill-Allah – Es gibt keinen Gott außer Allah) zu gedenken. Es gibt mehrere authentische Formen dieser Dhikr, die in der Sunna überliefert sind:

Formen des Dhikr nach dem Gebet

Die erste Form:

Diese Form ist eine der bekanntesten und am meisten praktizierten. Man sagt dreiunddreißig Mal „Subhan Allah“, dreiunddreißig Mal „Alhamdulillah“ und vierunddreißig Mal „Allahu Akbar“. Um die einhundert zu vervollständigen, sagt man anschließend die Formel: „La ilaha ill-Allah wahdahu la scharika lah, lahu’l-mulk wa lahu’l-hamd wa huwa ‘ala kulli schay-in qadir“ (Es gibt keinen Gott außer Allah, Ihm allein; Er hat keinen Partner. Ihm gebührt die Herrschaft und Ihm gebührt das Lob und Er hat zu allem die Macht). Diese Praxis ist mit immensen Belohnungen verbunden.

Muslim berichtet (597) über Abu Huraira (möge Allah mit ihm zufrieden sein), dass der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen auf ihm) sagte: „Wer nach jedem Pflichtgebet dreiunddreißig Mal „Subhan Allah“ sagt, dreiunddreißig Mal „Alhamdulillah“ und vierunddreißig Mal „Allahu Akbar“ – und das sind neunundneunzig (insgesamt) – und (hierauf hin) die einhundert vervollständigt (indem) er sagt: „La ilaha ill-Allah wahdahu la scharika lah, lahu’l-mulk wa lahu’l-hamd wa huwa ‘ala kulli schay-in qadir“ (Es gibt keinen Gott außer Allah, Ihm allein; Er hat keinen Partner. Ihm gebührt die Herrschaft und Ihm gebührt das Lob und Er hat zu allem die Macht), dem werden seine Sünden vergeben, selbst wenn sie so viel sind wie der Schaum des Meeres seien.“ Dies unterstreicht die gewaltige Barmherzigkeit Allahs für diejenigen, die diese einfache, doch bedeutungsvolle Praxis ausführen.

Diese Form kann auch so ausgeführt werden, dass man dreiunddreißig Mal „Subhan Allah“ sagt, dann dreiunddreißig Mal „Alhamdulillah“ und dann dreiunddreißig Mal „Allahu Akbar“. Alternativ kann man alle drei zusammenfassen: „Subhan Allah, Alhamdulillah, Allahu Akbar“, und das dreiunddreißig Mal zusammen wiederholen. Al-Bukhari (843) und Muslim (595) überlieferten von Abu Huraira (möge Allah mit ihm zufrieden sein), dass er sagte: „Die Bedürftigen kamen zum Propheten (Allahs Frieden und Segen auf ihm) und sagten: „Die Reichen haben die höchsten Stufen des Wohlstands erreicht. Sie beten wie wir und fasten wie wir, aber sie haben den Vorzug von Reichtum, mit dem sie die Hajj, Umrah, das Sich-Abmühen auf dem Weg Allahs und die Spende (arab. Sadaqah) leisten.“ Er (der Prophet, Allahs Frieden und Segen auf ihm) sagte: „Soll ich euch etwas erzählen, womit ihr diejenigen, die vor euch waren und diejenigen, die nach euch kommen werden, übertreffen könnt, ohne dass jemand nach euch übertrifft, außer wer das Gleiche tut wie ihr? (Ihr sollt) nach jedem Pflichtgebet (je) dreiunddreißig Mal 'Subhan Allah', 'Alhamdulillah' und 'Allahu Akbar' sagen."

Die zweite Form:

Eine weitere authentische Form beinhaltet, dass man dreiunddreißig Mal „Subhan Allah“, dreiunddreißig Mal „Alhamdulillah“ und vierunddreißig Mal „Allahu Akbar“ nach jedem Pflichtgebet sagt, was insgesamt hundert Mal ergibt. Dies ist eine einfache und direkte Methode, um den Dhikr zu verrichten.

Muslim (596) überlieferte von Ka'b ibn 'Ujrah (möge Allah mit ihm zufrieden sein), dass der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen auf ihm) sagte: „Es gibt ergänzende (Worte), die (denjenigen, der sie) nach dem Pflichtgebet spricht, nicht enttäuschen: Dreiunddreißig Mal „Subhan Allah“, dreiunddreißig Mal „Alhamdulillah“ und vierunddreißig Mal „Allahu Akbar.“

Die dritte Form:

Diese Form unterscheidet sich in der Anzahl und der Hinzufügung des Tahlil. Nach jedem Pflichtgebet sagt man „Subhan Allah“, „Alhamdulillah“, „Allahu Akbar“ und „La ilaha illa Allah“ (jeweils) fünfundzwanzig Mal, wodurch die Anzahl insgesamt hundert erreicht wird. Diese Form ermöglicht eine umfassendere Lobpreisung und Gedenken an Allah.

An-Nasa'i (1350) berichtete von Zaid ibn Thabit (möge Allah mit ihm zufrieden sein), der sagte: „Wir wurden angewiesen, nach jedem (Pflicht)gebet dreiunddreißig Mal 'Subhan Allah', dreiunddreißig Mal 'Alhamdulillah' und vierunddreißig Mal 'Allahu Akbar' zu sagen. Ein Mann der Ansar hatte einen Traum, in dem ihm gesagt wurde: 'Hat der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen auf ihm) euch angewiesen, nach jedem (Pflicht)gebet dreiunddreißig Mal 'Subhan Allah', dreiunddreißig Mal 'Alhamdulillah' und dreiunddreißig Mal 'Allahu Akbar' zu sagen?' Er antwortete: 'Ja.' Daraufhin wurde ihm gesagt: 'Mache es fünfundzwanzig Mal und füge den Tahlil (La ilaha ill Allah) hinzu.' Als er am nächsten Morgen aufwachte, ging er zum Propheten (Allahs Frieden und Segen auf ihm) und berichtete ihm davon. Er (Allahs Frieden und Segen auf ihm) sagte dann: 'Mache es so.' Von Al-Albani in „Sahih An-Nasa'i“ als authentisch eingestuft.

Die vierte Form:

Eine kürzere, aber dennoch sehr segensreiche Form ist es, je zehn Mal „Subhan Allah“, „Alhamdulillah“ und „Allahu Akbar“ zu sagen. Obwohl die Anzahl der Wiederholungen geringer ist, sind die Belohnungen immens.

Abu Dawud (5065) überlieferte von Abdullah ibn Amr (möge Allah mit ihnen beiden zufrieden sein), dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen auf ihm) sagte: „Zwei Eigenschaften oder zwei Handlungen, die jeder muslimische Diener bewahrt, wird ihn in das Paradies eintreten lassen, (obwohl) sie einfach sind: Zehn Mal 'Subhan Allah', zehn Mal 'Alhamdulillah' und zehn Mal 'Allahu Akbar' zu sagen. Das sind (täglich insgesamt) einhundertfünfzig auf der Zunge und eintausendfünfhundert auf der Waage.“ Es wird auch erwähnt, dass man beim Schlafengehen vierunddreißig Mal 'Allahu Akbar', dreiunddreißig Mal 'Alhamdulillah' und dreiunddreißig Mal 'SubhanAllah' sagt, was insgesamt hundert auf der Zunge und eintausend auf der Waage ergibt. Dies zeigt die Wichtigkeit des Dhikr in verschiedenen Lebenslagen. Der Prophet (Allahs Frieden und Segen auf ihm) zählte diese Gebete mit seiner Hand, was die Legitimität des Zählens mit den Fingern oder einer Tasbih bestätigt. Dies verdeutlicht, dass selbst einfache Handlungen, wenn sie konsequent ausgeführt werden, enorme Belohnungen nach sich ziehen können. Es wurde auch darauf hingewiesen, dass der Teufel versucht, Gläubige davon abzuhalten, diese Dhikr zu verrichten, indem er sie einschlafen lässt oder sie während des Gebets ablenkt. Dies unterstreicht die Notwendigkeit von Entschlossenheit und Konzentration.

Wie oft sollte man Gebet machen?
Wenn deine Kraft ausreicht, dieses Gebet jeden Tag durchzuführen, so bete es täglich; wenn sie nicht ausreicht, dann bete es einmal in der Woche am Freitag, wenn du auch das nicht tun kannst, dann bete es einmal im Monat und wenn deine Kraft auch dazu nicht ausreicht, so bete es einmal in deinem Leben!”

Zusammenfassung der Dhikr-Formen nach Shaikh Muhammad ibn Uthaimin

Shaikh Muhammad ibn Uthaimin (möge Allah ihm barmherzig sein) fasste die Dhikr-Formen nach den Pflichtgebeten prägnant zusammen, was die Vielfalt der Sunnah-Praxis verdeutlicht:

  • „Subhan Allah zehnmal, Alhamdulillah zehnmal, Allahu Akbar zehnmal.“
  • „Subhan Allah, Alhamdulillah, Allahu Akbar jeweils dreiunddreißig Mal, was insgesamt neunundneunzig ist, und wird mit La ilaha illallah wahdahu la sharika lahu, lahul mulku wa lahul hamdu wa huwa ala kulli schay'in qadir abgeschlossen.“
  • „Subhan Allah dreiunddreißig, Alhamdulillah dreiunddreißig und Allahu Akbar vierunddreißig Mal.“
  • „Subhan Allah, Alhamdulillah, La ilaha illallah, Allahu Akbar fünfundzwanzig Mal, was insgesamt hundert Mal ist.“

Es ist empfehlenswert, zwischen diesen authentischen Formen abzuwechseln, um die gesamte Bandbreite der Sunnah zu praktizieren und die Belohnungen zu maximieren. Die Praxis des Dhikr nach dem Gebet ist eine wunderbare Möglichkeit, die spirituelle Verbindung zu Allah zu stärken und die Seele zu nähren.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Angabe, „Subhan Allah, Alhamdulillah, La ilaha illallah, Allahu Akbar, zehnmal nach Dhuhr, Asr und Isha speziell“ zu sagen, nicht aus der Sunna bekannt ist. Vielmehr ist überliefert, dass dieser Dhikr fünfundzwanzig Mal gesagt wird, und zwar nach allen Pflichtgebeten, nicht nur nach Dhuhr, Asr und Isha. Es ist immer ratsam, sich an die authentischen Überlieferungen zu halten, um die volle Belohnung und den Segen der Praxis zu erhalten.

Häufig gestellte Fragen zur Tasbih und Dhikr

Was ist der Hauptzweck der Tasbih?

Der Hauptzweck der Tasbih ist es, Muslimen zu helfen, die Anzahl der Wiederholungen bestimmter Gebetsformeln (Dhikr) zu zählen. Dies ermöglicht eine bessere Konzentration auf die Bedeutung der Worte und stärkt die Hingabe und das Gedenken an Allah während des Gebets und danach.

Muss man eine Tasbih verwenden oder kann man auch die Finger benutzen?

Die Verwendung einer Tasbih ist nicht zwingend vorgeschrieben. Der Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) benutzte oft seine Finger, um den Dhikr zu zählen, und dies ist eine völlig akzeptable und segensreiche Praxis. Die Tasbih ist lediglich ein Hilfsmittel, das das Zählen erleichtern kann, insbesondere bei längeren Dhikr-Sequenzen, und vielen Gläubigen hilft, sich besser zu konzentrieren.

Wie oft sollte man „Subhan Allah“, „Alhamdulillah“ und „Allahu Akbar“ nach dem Gebet sagen?

Es gibt mehrere authentische Formen der Zählung, die nach den Pflichtgebeten empfohlen werden. Die bekanntesten sind:

  • Jeweils 33 Mal „Subhan Allah“, „Alhamdulillah“, und 34 Mal „Allahu Akbar“, gefolgt von der Vervollständigung auf 100 mit „La ilaha ill-Allah wahdahu la scharika lah...“.
  • Jeweils 33 Mal „Subhan Allah“, „Alhamdulillah“, und 34 Mal „Allahu Akbar“, ohne die zusätzliche Formel, um insgesamt 100 zu erreichen.
  • Jeweils 25 Mal „Subhan Allah“, „Alhamdulillah“, „Allahu Akbar“ und „La ilaha illa Allah“, um insgesamt 100 zu erreichen.
  • Jeweils 10 Mal „Subhan Allah“, „Alhamdulillah“ und „Allahu Akbar“.

Es wird empfohlen, zwischen diesen Formen abzuwechseln, um die gesamte Sunnah zu praktizieren.

Was ist die Belohnung für das Verrichten des Dhikr nach dem Gebet?

Die Belohnungen sind immens. Wie im Hadith von Abu Huraira erwähnt, werden demjenigen, der die spezifische Dhikr-Form (33/33/34 plus Tahlil) nach dem Gebet rezitiert, die Sünden vergeben, selbst wenn sie so zahlreich sind wie der Schaum des Meeres. Diese Praxis erhöht die spirituelle Stufe des Gläubigen und stärkt seine Verbindung zu Allah.

Kann man die Tasbih auch außerhalb des Gebets verwenden?

Absolut. Die Tasbih kann jederzeit verwendet werden, um Allah zu gedenken und Dhikr zu verrichten, sei es im Alltag, auf Reisen oder in Momenten der Besinnung. Sie dient als ständige Erinnerung an Allah und als Hilfsmittel, um den Geist mit Lobpreisungen zu beschäftigen.

Die Tasbih ist somit weit mehr als ein einfaches Hilfsmittel; sie ist ein integraler Bestandteil der muslimischen Spiritualität, ein Werkzeug zur Vertiefung der Hingabe und eine Brücke zur unendlichen Barmherzigkeit Allahs. Ihre Geschichte, ihre vielfältigen Formen und ihre tiefgreifende Rolle im Dhikr machen sie zu einem unverzichtbaren Begleiter auf dem Weg jedes Gläubigen.

Wenn du andere Artikel ähnlich wie Die Tasbih: Gebet, Gedenken und Spiritualität kennenlernen möchtest, kannst du die Kategorie Religion besuchen.

Go up