Das Petrusevangelium: Ein Apokrypher Einblick

15/07/2022

Rating: 4.42 (10246 votes)

Das Evangelium ist die frohe Botschaft von Jesus Christus, seinem Leben, Tod und seiner Auferstehung, die den Kern des christlichen Glaubens bildet. Während die meisten Christen die vier kanonischen Evangelien des Neuen Testaments – Matthäus, Markus, Lukas und Johannes – kennen, existieren darüber hinaus zahlreiche weitere Schriften, die ebenfalls als „Evangelien“ bezeichnet werden, aber nicht in den biblischen Kanon aufgenommen wurden. Diese werden als apokryphe Evangelien bezeichnet. Eines der faszinierendsten und historisch bedeutsamsten dieser apokryphen Werke ist das sogenannte Petrusevangelium (abgekürzt: PetrEv oder EvPetr). Es bietet einen einzigartigen Blick auf die Passions- und Auferstehungsgeschichte Jesu und wirft wichtige Fragen über die Vielfalt der frühen christlichen Überlieferungen auf.

Was macht Petrus stellvertretend für die Jünger und Jüngerinnen aller Zeiten?
Von Jesus als "Kleingläubiger" angesprochen, steht Petrus mit seiner Erfahrung von großem Mut, riesigem Glauben und unbändigem Vertrauen, als er das Wasser auf Jesu Wort hin betritt, und seiner Erfahrung von plötzlicher Angst, Unglauben und Zweifeln, als er im Wasser zu versinken beginnt, stellvertretend für die Jünger und Jüngerinnen aller Zeiten.

Das Petrusevangelium ist eine Schrift, die nach heutiger Forschung vermutlich zwischen 70 n. Chr. und der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts entstand. Man nimmt an, dass sein Ursprung in Syrien liegt, einer Region, die für ihre reiche theologische und literarische Produktion in der frühen Christenheit bekannt ist. Es gehört der Gattung nach zu den sogenannten Passionsevangelien, was bedeutet, dass es sich vorwiegend mit den dramatischen Ereignissen um Tod und Auferstehung Jesu Christi befasst. Im Gegensatz zu den kanonischen Evangelien, die oft einen umfassenderen Bericht über Jesu Leben und Lehren liefern, konzentriert sich das Petrusevangelium auf das Ende seines irdischen Wirkens.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung und Datierung des Petrusevangeliums

Die genaue Datierung des Petrusevangeliums ist Gegenstand intensiver wissenschaftlicher Debatten, doch eine Mehrheit der Forscher tendiert zu einer Entstehung in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts. Diese Annahme basiert auf der Überzeugung, dass der Verfasser des Petrusevangeliums seine Informationen aus gottesdienstlichen Lesungen der kanonischen Evangelien aufnahm und diese dann mit anderen Überlieferungen aus dem Gedächtnis niederschrieb. Dies würde die bereits erfolgte Verbreitung und Nutzung der ersten drei Evangelien (Matthäus, Markus, Lukas) voraussetzen, was eine Entstehung vor dem 2. Jahrhundert unwahrscheinlich macht.

Ein wichtiger Anhaltspunkt für die früheste mögliche Datierung ist die Erwähnung des Textes durch Serapion von Antiochien. Serapion, Bischof von Antiochien (190–203 n. Chr.), zitierte das Petrusevangelium, was beweist, dass es vor 190 n. Chr. existiert haben muss. Trotzdem weisen einige Forscher, wie Klaus Berger, Helmut Köster, John D. Crossan und François Bovon, auf eine mögliche frühere Datierung hin, die sogar bis kurz vor 75 n. Chr. reichen könnte. Diese Minderheit argumentiert, dass bestimmte theologische oder stilistische Merkmale auf eine sehr frühe Entstehung hindeuten könnten, auch wenn diese Position in der Forschung weniger verbreitet ist.

Die Frage der Autorschaft: Pseudepigraphie

Obwohl der Titel „Petrusevangelium“ den Apostel Petrus als Verfasser suggeriert, ist eine Abfassung durch ihn selbst äußerst unwahrscheinlich. Die Wissenschaft ist sich weitgehend einig, dass es sich bei dieser Schrift um eine Pseudepigraphie handelt. Pseudepigraphie bezeichnet eine Praxis in der antiken Literatur, bei der ein Werk unter dem Namen einer bekannten und angesehenen Persönlichkeit verfasst wurde, um dem Text Autorität und Glaubwürdigkeit zu verleihen. Im Fall des Petrusevangeliums sollte die Assoziation mit dem führenden Apostel Petrus dem Inhalt Gewicht und Verbreitung verschaffen.

Selbst die Forscher, die eine frühe Datierung des Evangeliums befürworten, gehen nicht davon aus, dass Petrus der tatsächliche Autor war. Es wird angenommen, dass es nur ein einziges Petrusevangelium gab, und dass die heute bekannten Fragmente, insbesondere das Pergament von Achmim, Teile dieses Evangeliums darstellen. Die Praxis der Pseudepigraphie war in der Antike weit verbreitet und sollte nicht mit Fälschung im modernen Sinne gleichgesetzt werden, sondern war eine anerkannte literarische Methode zur Verleihung von Autorität.

Inhaltliche Besonderheiten des Petrusevangeliums

Das Petrusevangelium zeichnet sich durch einige einzigartige theologische und narrative Merkmale aus, die es von den kanonischen Evangelien unterscheiden:

  • Fokus auf Tod und Auferstehung: Als Passionsevangelium konzentriert es sich fast ausschließlich auf die letzten Stunden Jesu, seine Kreuzigung und seine Auferstehung. Es liefert keine Berichte über Jesu Geburt, Kindheit, Taufe oder einen Großteil seines öffentlichen Wirkens.
  • Zuschreibung der Verurteilung: Eine bemerkenswerte Abweichung findet sich in der Zuschreibung der Verantwortung für Jesu Verurteilung. Während die kanonischen Evangelien den römischen Statthalter Pontius Pilatus als Hauptverantwortlichen darstellen, schiebt das Petrusevangelium die Schuld eher dem jüdischen König Herodes zu. Dies könnte theologische Gründe haben, um Pilatus zu entlasten oder die jüdische Schuld zu betonen, je nach Perspektive des Verfassers und seiner Gemeinde.
  • Einzigartiger Augenzeugenbericht der Auferstehung: Das Petrusevangelium ist das einzige bekannte Evangelium, das behauptet, einen direkten Augenzeugenbericht der Auferstehung Jesu zu bieten. Es beschreibt, wie römische Soldaten und jüdische Älteste die Grablegung Jesu bewachen und Zeugen eines himmlischen Ereignisses werden, bei dem zwei Engel Jesus aus dem Grab führen. Diese dramatische Schilderung unterscheidet sich erheblich von den kanonischen Berichten, die die Auferstehung selbst nicht direkt beschreiben, sondern sich auf die Entdeckung des leeren Grabes und spätere Erscheinungen Jesu konzentrieren.

Rezeption und Ablehnung in der Frühen Kirche

Die Existenz eines Petrusevangeliums ist in der frühen Kirche mehrfach bezeugt, insbesondere durch bedeutende Kirchenväter wie Origenes und Eusebius von Caesarea. Eusebius berichtet in seiner berühmten Kirchengeschichte (VI, 12,3–6) detailliert über den Bischof Serapion von Antiochien (190–203 n. Chr.).

Serapion fand Ende des 2. Jahrhunderts ein Petrusevangelium in der kleinen Gemeinde von Rhossos in Syrien, wo es im Gottesdienst verwendet wurde. Euseb berichtet, dass Serapion es zunächst nicht für schädlich hielt und es duldete, obwohl sich in der Gemeinde durch diese Schrift „manche kindliche Vorstellungen“ breit machten. Dies deutet darauf hin, dass der Text möglicherweise naive oder theologisch unreflektierte Elemente enthielt. Bei einem zweiten Besuch der Gemeinde stellte Serapion jedoch eine doketische Auslegung dieser Schrift fest. Der Doketismus war eine frühe christliche Lehre, die besagte, dass Jesus Christus nur scheinbar, nicht aber wirklich menschlich war und daher auch nur scheinbar litt und starb. Diese Lehre wurde von der Mehrheit der Kirche als Häresie abgelehnt, da sie die Realität der Menschwerdung und des Leidens Christi untergrub. Angesichts dieser häretischen Interpretation lehnte Serapion die Schrift entschieden ab.

Was ist das Evangelium?
Das Evangelium ist aus der Perspektive des Simon Petrus als Ich-Erzählung geschrieben: „Ich aber, Simon Petrus, und mein Bruder Andreas nahmen unsere Netze und gingen ans Meer. Und es war bei uns Levi, der Sohn des Alphäus, welchen der Herr (vom Zoll weggerufen hatte...?)“ Eine Abfassung durch den Apostel Petrus ist jedoch äußerst unwahrscheinlich.

Serapion erstellte eine Liste problematischer Zitate aus dem Petrusevangelium, die Eusebius erwähnt, die aber leider nicht überliefert ist. Alles, was heute über das Petrusevangelium bekannt ist, deutet darauf hin, dass die heute bekannten Textfragmente dieser Schrift zuzuordnen sind. Im Gefolge Serapions und Eusebs wurde das Petrusevangelium in der Kirche nicht anerkannt. Auch Hieronymus und das Decretum Gelasianum, eine wichtige Liste kanonischer und apokrypher Schriften aus dem 5. oder 6. Jahrhundert, lehnten das Werk als apokryphe Literatur ab. Didymus von Alexandrien, ein bedeutender Theologe des 4. Jahrhunderts, nannte es zusammen mit dem Thomasevangelium explizit eine Fälschung, was die starke Ablehnung in den kirchlichen Kreisen unterstreicht.

Der Achmim-Codex und weitere Textzeugen

Der wichtigste Textzeuge für das Petrusevangelium ist der sogenannte Achmim-Codex (Papyrus Cairensis 10759). Dieser Pergamentcodex wurde im Winter 1886/87 von einem Team des französischen Archäologen Urbain Bouriant in einem christlichen Grab im oberägyptischen Achmim entdeckt. Bouriant veröffentlichte den erhaltenen griechischen Text im Jahr 1892.

Der Kodex enthält neben dem Petrusevangelium auch die Petrusapokalypse (oder Teile davon), Teile des griechischen Henochbuches und des Martyriums des Julian von Tarsus. Die Datierung des Kodex selbst variiert je nach Forschung: Kraus und Porter datieren ihn auf das sechste Jahrhundert, während Schneemelcher ihn auf das achte bis neunte Jahrhundert datiert. Diese Diskrepanz betrifft das Alter der Kopie, nicht das Alter des Originaltextes des Petrusevangeliums.

Dem Schreiber der Handschrift von Achmim lag, wie sich aus der Ornamentierung am Anfang und Ende erkennen lässt, nur dieser Teil des Evangeliums vor. Daher besteht der uns heute bekannte Teil des Petrusevangeliums aus Jesu Passionsgeschichte (nicht vollständig) und seiner Auferstehungsgeschichte. Es bleibt unklar, ob es sich – ähnlich wie beim Nikodemusevangelium – lediglich um ein Passionsevangelium handelte oder ob es ursprünglich ähnlich umfangreich wie die vier Evangelien im Neuen Testament war und auch Berichte über Jesu Leben und Lehren enthielt.

Das Original des Papyrus Cairensis 10759 wurde ursprünglich im Ägyptischen Museum und dann im Koptischen Museum in Kairo aufbewahrt, konnte aber 2007 nicht mehr aufgefunden werden. Später soll es sich in der Bibliotheca Alexandrina befunden haben, wo es aber auf Nachfrage durch Forscher ebenfalls nicht lokalisiert werden konnte. Bis auf weiteres muss der Originaltext daher als verschollen gelten, was die Forschung am Petrusevangelium erschwert und die Bedeutung der frühen Veröffentlichungen und Kopien hervorhebt.

Weitere Fragmente

Neben dem Achmim-Codex gibt es zwei weitere kleine Papyrusfragmente aus Oxyrhynchos in Ägypten, die am ehesten dem Petrusevangelium zuzuordnen sind: Papyrus Oxyrhynchus 2949 (P. Oxy. 2949) aus dem Jahr um 200 n. Chr. und P. Oxy. 4009 aus dem Jahr um 150 n. Chr. Diese Fragmente enthalten jedoch nur wenige und kaum lesbare Zeilen, was ihre Aussagekraft begrenzt. Auch das sogenannte Fayyum Fragment (Papyrus Vindobonensis Greek 2325 [P. Vienna G. 2325]) wurde von D. Lührmann als möglicher Textzeuge des PetrEv diskutiert. Kraus sieht in P. Vindob G 2324 eher eine Harmonisierung, eine Paraphrase oder ein Exzerpt des synoptischen Stoffs oder andernfalls einen Teil eines unbekannten Evangeliums. Paul Foster wiederum sieht in Fragment 2949 aufgrund des geringen Übereinstimmungsgrads eher Teile einer Zusammenfassung oder eines Kommentars des Petrusevangeliums.

Vergleichende Übersicht: Petrusevangelium vs. Kanonische Evangelien

MerkmalPetrusevangeliumKanonische Evangelien (z.B. Matthäus)
Entstehungszeit70 n. Chr. - 1. Hälfte 2. Jh.Ca. 60 n. Chr. - 100 n. Chr.
AutorschaftPseudepigraphisch, nicht PetrusTraditionell den Aposteln/Jüngern zugeschrieben
KanoneinordnungApokryph, nicht im NTKanonisch, Teil des NT
Inhaltlicher FokusAusschließlich Passion & AuferstehungLeben, Lehre, Tod & Auferstehung Jesu
Verantwortung für Jesu TodEher Herodes zugeschriebenPilatus als Hauptverantwortlicher
AuferstehungsberichtEinziger „Augenzeugenbericht“ der Auferstehung selbstEntdeckung des leeren Grabes & spätere Erscheinungen
Theologische ProblemeFührt zu doketischen InterpretationenKeine direkten doketischen Tendenzen
VerbreitungBegrenzt, in bestimmten Gemeinden (z.B. Rhossos)Weit verbreitet, grundlegend für die Kirche

Petrus als Stellvertreter für Gläubige aller Zeiten

Abseits des Petrusevangeliums als spezifische Schrift, spielt die Figur des Apostels Petrus eine zentrale Rolle im Neuen Testament und in der christlichen Tradition. Seine Persönlichkeit und seine Erfahrungen machen ihn zu einer Identifikationsfigur für Gläubige aller Zeiten. Von Jesus selbst als „Kleingläubiger“ angesprochen, steht Petrus mit seiner Erfahrung von großem Mut, riesigem Glauben und unbändigem Vertrauen, als er das Wasser auf Jesu Wort hin betritt, und seiner Erfahrung von plötzlicher Angst, Unglauben und Zweifeln, als er im Wasser zu versinken beginnt, stellvertretend für die Jünger und Jüngerinnen aller Zeiten.

Was ist das Evangelium?
Das Evangelium ist aus der Perspektive des Simon Petrus als Ich-Erzählung geschrieben: „Ich aber, Simon Petrus, und mein Bruder Andreas nahmen unsere Netze und gingen ans Meer. Und es war bei uns Levi, der Sohn des Alphäus, welchen der Herr (vom Zoll weggerufen hatte...?)“ Eine Abfassung durch den Apostel Petrus ist jedoch äußerst unwahrscheinlich.

Diese Episode, die in den kanonischen Evangelien berichtet wird, verdeutlicht die menschliche Seite des Glaubensweges: den Wechsel zwischen tiefem Vertrauen und plötzlichem Zweifel, zwischen mutigem Voranschreiten und der Furcht vor dem Scheitern. Petrus' Bereitschaft, sich auf das Ungewisse einzulassen, sein anfänglicher Erfolg und sein anschließendes Scheitern aufgrund von Angst spiegeln die spirituellen Herausforderungen wider, denen sich jeder Gläubige stellen muss. Er ist ein Beispiel dafür, dass selbst die engsten Begleiter Jesu nicht frei von menschlichen Schwächen waren, aber dennoch von Jesus gehalten und wieder aufgerichtet wurden. Seine Geschichte ermutigt dazu, auch im Angesicht von Zweifeln und Ängsten den Blick auf Jesus zu richten und auf seine helfende Hand zu vertrauen.

Häufig gestellte Fragen zum Petrusevangelium

Was ist ein apokryphes Evangelium?

Ein apokryphes Evangelium ist eine frühchristliche Schrift, die den kanonischen Evangelien des Neuen Testaments in Form und Inhalt ähnelt, aber nicht in den biblischen Kanon aufgenommen wurde. Das Wort „apokryph“ bedeutet „verborgen“ oder „geheim“ und kann darauf hindeuten, dass die Texte entweder nur für einen kleinen Kreis bestimmt waren oder dass ihre Authentizität und Autorität von der breiteren Kirche nicht anerkannt wurden.

Warum wurde das Petrusevangelium nicht in den biblischen Kanon aufgenommen?

Das Petrusevangelium wurde hauptsächlich aufgrund seiner theologischen Inhalte nicht in den Kanon aufgenommen, insbesondere wegen seiner Tendenz zum Doketismus. Die frühe Kirche legte großen Wert auf die volle Menschlichkeit Jesu und die Realität seines Leidens und Todes. Doketische Vorstellungen, die dies leugneten oder abschwächten, wurden als häretisch eingestuft. Zudem gab es Zweifel an der apostolischen Autorschaft und der Übereinstimmung mit der apostolischen Tradition.

Gibt es weitere „Petrus“-Schriften außerhalb des Neuen Testaments?

Ja, neben dem Petrusevangelium gibt es weitere apokryphe Schriften, die dem Apostel Petrus zugeschrieben werden. Dazu gehören die Petrusapokalypse, die Petrusakten, die Predigt des Petrus und die pseudoklementinischen Schriften, die Dialoge und Berichte über Petrus' Wirken enthalten. Viele dieser Schriften wurden ebenfalls nicht in den biblischen Kanon aufgenommen und spiegeln die Vielfalt der frühchristlichen Literatur wider.

Was bedeutet Doketismus im Kontext des Petrusevangeliums?

Doketismus ist eine theologische Lehre, die besagt, dass Jesus Christus nicht wirklich einen menschlichen Leib besaß, sondern nur scheinbar (griechisch: dokein = scheinen) Mensch war. Demzufolge hätte er auch nur scheinbar gelitten und sei gestorben. Im Petrusevangelium wird Doketismus vermutet, weil die Beschreibung von Jesu Leiden möglicherweise andeutet, dass sein Schmerz nicht „echt“ war oder er ihn nicht empfand wie ein gewöhnlicher Mensch. Diese Vorstellung widersprach der orthodoxen Lehre, die die volle Menschlichkeit und das reale Leiden Jesu betonte.

Wo kann man das Petrusevangelium heute lesen?

Obwohl das Original des Achmim-Codex verschollen ist, sind die Texte des Petrusevangeliums in verschiedenen wissenschaftlichen Editionen und Übersetzungen verfügbar. Sie finden sich oft in Sammlungen apokrypher Evangelien oder frühchristlicher Schriften, sowohl in gedruckter Form als auch online in digitalen Bibliotheken für theologische Studien.

Fazit

Das Petrusevangelium ist ein faszinierendes Dokument der frühen Christenheit, das trotz seiner apokryphen Natur tiefe Einblicke in die theologische Vielfalt und die Entwicklung der christlichen Überlieferung bietet. Es erinnert uns daran, dass die Geschichte des Christentums reich an verschiedenen Interpretationen und Schriften ist, die über die kanonischen Texte hinausgehen. Auch wenn es nicht in den biblischen Kanon aufgenommen wurde, bleibt es ein wichtiges Zeugnis für die Art und Weise, wie die ersten Christen über Tod und Auferstehung Jesu nachdachten und wie sie ihre Erfahrungen mit dem Glauben an Jesus Christus in Worte fassten. Seine Erforschung hilft uns, die Komplexität der frühen Kirche besser zu verstehen und die Prozesse der Kanonbildung nachzuvollziehen.

Wenn du andere Artikel ähnlich wie Das Petrusevangelium: Ein Apokrypher Einblick kennenlernen möchtest, kannst du die Kategorie Religion besuchen.

Go up