Wann ist der Gedenktag des Heiligen Lukas?

St. Lukaskirche: Münchens protestantisches Herz

23/08/2022

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Im Herzen der bayerischen Landeshauptstadt München erhebt sich ein beeindruckendes Bauwerk, das nicht nur als die größte evangelische Kirche der Stadt gilt, sondern auch liebevoll als der „Dom der Protestanten“ bezeichnet wird: die St. Lukaskirche. Mit ihrer imposanten Erscheinung und ihrer tief verwurzelten Geschichte ist sie ein zentraler Ankerpunkt für die evangelische Gemeinde und ein architektonisches Meisterwerk des Historismus, das Besucher und Gläubige gleichermaßen in seinen Bann zieht.

Wo ist die größte evangelische Kirche in München?
St. Lukas in München - Video über die Rosetten. Die St. Lukaskirche ist die größte evangelische Kirche in München und wird auch "Dom der Protestanten" genannt. Sie wurde als dritte evangelische Kirche in München von Albert Schmidt (1841-1913), dem Architekten der Münchner Hauptsynagoge, im romanisch-gotischen Stil des Historismus errichtet.
Inhaltsverzeichnis

Ein Monument des Historismus: Geschichte und Architektur

Die Entstehung der St. Lukaskirche ist eng verknüpft mit dem Wachstum der evangelischen Gemeinde in München im späten 19. Jahrhundert. Nach den Kirchen St. Matthäus und St. Markus wurde St. Lukas als dritte evangelisch-lutherische Pfarrkirche konzipiert, um dem steigenden Platzbedarf gerecht zu werden. Ihr Bau war jedoch nicht ohne Hürden, da lange Debatten über den Standort vorausgingen, die in der Sorge des bayerischen Herrscherhauses um die Vormachtstellung der katholischen Kirche in München begründet waren. Trotz dieser anfänglichen Widerstände wurde das Projekt vorangetrieben.

Die Kirche wurde von Albert Schmidt (1841-1913) entworfen, einem renommierten Architekten, der auch für die Münchner Hauptsynagoge verantwortlich zeichnete. Schmidt wählte für St. Lukas einen faszinierenden Stil, der Elemente der Romanik und Gotik zu einem harmonischen Historismus verschmilzt. Der Grundstein wurde am 29. Juni 1893, dem Gedenktag von Peter und Paul, gelegt, und nur gut drei Jahre später, am 1. Advent 1896, erfolgte die feierliche Einweihung.

Die Dimensionen der St. Lukaskirche sind beeindruckend und unterstreichen ihren „Dom“-Charakter. Das Kirchenschiff erstreckt sich über 56 Meter Länge und 45 Meter Breite und bietet Raum für sage und schreibe 3.000 Besucher. Die Kuppel, ein markantes Merkmal des Bauwerks, ragt außen bis zur Kreuzspitze 63,7 Meter in die Höhe, während sie innen immer noch stattliche 41,5 Meter misst. Die Gesamtkosten für den Bau, einschließlich eines großen Pfarrhauses, beliefen sich damals auf 1,3 Millionen Mark – eine enorme Summe für die damalige Zeit, die die Bedeutung und den Anspruch des Projekts unterstreicht.

Trotz der Wirren des Zweiten Weltkriegs erlebte St. Lukas keine größeren Zerstörungen und gilt heute als die einzige weitgehend erhaltene evangelische Kirche aus der Zeit des Historismus in München. Obwohl das Mauerwerk Risse erhielt, die Kirchenfenster durch die Druckwellen der Bomben im Jahr 1943 zerbarsten und die Glocken eingeschmolzen werden mussten, blieb die Grundsubstanz des Gebäudes intakt – ein Zeugnis ihrer robusten Bauweise und vielleicht auch eines glücklichen Fügens.

Ein Blick ins Innere: Kunst und Ausstattung

Das Innere der St. Lukaskirche ist ein Fest für die Sinne und offenbart eine reiche Ausstattung, die weitgehend im Originalzustand erhalten geblieben ist. Schon am Hauptportal empfangen den Besucher Skulpturen der Apostel Petrus (mit Schlüssel) und Paulus (mit Buch), die die Bedeutung dieser biblischen Figuren für den christlichen Glauben hervorheben. Das Relief im Tympanon über dem Portal zeigt Christus als König auf dem Löwenthron, umgeben von sechs Engeln – eine majestätische Darstellung der göttlichen Herrlichkeit.

Der Altarraum und seine Symbolik

Der Altar, gefertigt aus rötlichem Kalkstein und Untersberger Marmor, ist ein zentrales Element des Innenraums. Er besteht aus einem von vier Säulen getragenen Marmortisch, Baldachinen und Rundtürmchen, die das Fassadenmotiv der Kirche im Kleinen wiederholen. In den Nischen stehen beeindruckende Bronzestatuen der Apostel Petrus (mit Schlüssel) und Paulus (mit Schwert), während Bronze-Engel mit Schriftrolle und Harfe den Mittelgiebel flankieren. Auch das Taufbecken aus Untersberger Marmor wurde, wie das Gestühl, vom Architekten Albert Schmidt selbst konzipiert, was die Kohärenz des gesamten Innenraumdesigns unterstreicht.

Über dem Altar befindet sich ein vergoldetes Relief mit dem Lamm Gottes, darunter das bewegende Altarbild „Pieta“. Dieses Kunstwerk wurde 1896 von Gustav Goldberg (1850-1911) gemalt, einem Schüler von Kaulbach und Piloty. Leider sind zwei weitere von Goldberg gestiftete Gemälde, die Porträt- und Historienmalerei darstellten, verschollen.

Wann ist der Gedenktag des Heiligen Lukas?

Das Altarkreuz aus schwarzem Schiefergestein ziert eine Christusfigur aus Silber, deren leicht geneigtes Haupt mit der Königskrone an romanische Christusfiguren erinnert und das Leiden idealisiert. Im Sockelbereich des Kreuzes ist die tiefgründige Inschrift zu lesen: „Ob er wohl gekreuzigt ist / in der Schwachheit, so lebet er doch/in der Kraft Gottes / 2.Cor. 13,4“.

Die Kanzel und die Evangelisten

Die Kanzel der St. Lukaskirche ist mit fünf eindrucksvollen Bronzereliefs geschmückt. Von links nach rechts zeigen sie die Kindersegnung Jesu, Maria und Martha, Jesus Christus mit dem Evangelium und den Buchstaben Alpha und Omega, die Sturmstillung und das Bekenntnis des Petrus. Der hölzerne Schalldeckel über der Kanzel wird von einer Heilig-Geist-Taube bekrönt, die die göttliche Inspiration der Predigt symbolisiert.

Hoch oben in der Kuppelvierung sind Reliefs der vier Evangelisten mit ihren traditionellen Symbolen (Engel, Löwe, Stier und Adler) zu sehen. Diese Symbole finden sich auch in den Seiten der dunkel gebeizten und mit Flachschnitzerei verzierten Kirchenbänke wieder, was eine durchgängige theologische und künstlerische Linie im gesamten Kirchenraum schafft.

Die Fenster: Ein Wechselspiel von Verlust und Erneuerung

Die ursprünglichen Glasgemälde der St. Lukaskirche, geschaffen von F. X. Zettler und Chr. Burkhardt, waren Kunstwerke von besonderer Schönheit. Sie zeigten im Altarraum die zehn Apostel, in den Fensterrosen der Querarme die Geburt und Himmelfahrt Christi, und im Eingangsbereich König David mit einem musizierenden Engel. Tragischerweise gingen diese prächtigen Fenster in der Bombennacht vom 6. auf den 7. September 1943 zu Bruch.

Zum 50-jährigen Jubiläum der Kirche im Jahr 1946 wurden neue Glasfenster über dem Altar eingesetzt, entworfen von Hermann Kaspar. Diese modernen Fenster erzählen eine tiefgründige theologische Geschichte:

FensterThemaBeispiele dargestellter Szenen
Linkes FensterAufruhr der Menschen gegen GottTurmbau zu Babel, menschliche Rebellion
Rechtes FensterAntworten GottesVertreibung aus dem Paradies, göttliche Gerechtigkeit
Mittleres FensterSzenen aus der Heilsgeschichte JesuDer Gute Hirte, die Auferstehung, zentrale Erlösungsmomente

Diese neuen Fenster sind nicht nur ein Ersatz, sondern eine eigenständige künstlerische und theologische Aussage, die die Geschichte der Menschheit im Angesicht Gottes darstellt.

Die musikalische Seele: Die Orgel der St. Lukaskirche

Ein weiteres Highlight der St. Lukaskirche ist ihre monumentale Orgel, die 1932 von der renommierten Firma Steinmeyer & Co. aus Oettingen als Opus 1568 für die westliche Seitenempore erbaut wurde. Sie ersetzte ein kleineres Instrument, das zuvor über dem Hauptportal stand. Diese Orgel ist noch heute die größte Orgel aller evangelischen Kirchen Münchens und zählt zu den wenigen erhaltenen Instrumenten dieser Art.

Die Orgel verfügt über 64 klingende Stimmen, verteilt auf vier Manuale und Pedal, und umfasst beeindruckende 4.700 Orgelpfeifen. Das vierte Manual ist als Schwellwerk konzipiert, was eine dynamische Klanggestaltung ermöglicht. Das Werk besitzt Taschenladen mit elektropneumatischer Traktur und ist mit 7 Manual- und 4 Pedalkoppeln, 4 freien Kombinationen und einer Crescendo-Walze ausgestattet, was dem Organisten eine enorme Bandbreite an Ausdrucksmöglichkeiten bietet.

Im Laufe der Jahre wurde die Orgel mehrfach überholt. Eine erste Überholung mit klanglichen Veränderungen erfolgte 1967 ebenfalls durch die Firma Steinmeyer. 1987 wurde das Instrument gründlich ausgereinigt und erneut überholt. Seit April 2001 war die Orgel aufgrund von Baumaßnahmen an der westlichen Rosette über anderthalb Jahre nicht spielbar. Die Orgelbaufirma Frenger und Eder aus Bruckmühl führte danach mit großem Sachverstand und Sorgfalt eine umfassende Reinigung durch, beseitigte technische Mängel und stimmte alle Pfeifen nach einer ausgleichenden Intonation sorgfältig ab, um den ursprünglichen Klangcharakter wiederherzustellen.

Wann ist der letzte Gottesdienst in St Lukas?
Der letzte Gottesdienst vor dem zweijährigen Umbau des Innenraums von St. Lukas fand am 21. April 2024 statt. St. Lukas wird für geplante 15 Millionen Euro innen renoviert und auf den neuesten technischen Stand gebracht. Durch das Hauptportal kann man den Baufortschritt verfolgen und einen Blick ins Innere werfen.

Zur Zeit ihrer Erbauung galt die Orgel als Besonderheit. In ihrem Werkcharakter spürt man den Einfluss der Orgelbewegung, die die Klangvorstellungen des 18. Jahrhunderts wiederentdeckte. Nach dem Vorbild barocker Instrumente besaß die Orgel der St. Lukaskirche als erste Münchner Orgel ein Rückpositiv. Trotzdem schwingen in einigen Registern noch die klanglichen Vorstellungen der Romantik mit, was dem Instrument eine einzigartige Vielseitigkeit verleiht. Die Spiel- und Registertechnik wurde nach den damals neuesten technischen Erkenntnissen gefertigt, und der weitgefächerte Prospekt wurde von Professor G. Bestelmeyer aus München entworfen.

Erbe und Bewahrung: Kriegsschäden und Renovierungen

Die Geschichte der St. Lukaskirche ist auch eine Geschichte der Resilienz und des Engagements für ihre Bewahrung. Wie bereits erwähnt, überstand sie den Zweiten Weltkrieg mit vergleichsweise geringen Schäden, doch die Spuren der Zeit und der Ereignisse sind nicht zu übersehen. Neben den neuen Glasfenstern, die die zerstörten Originale ersetzten, gibt es weitere Kunstwerke, die an die Opfer erinnern.

In den Nischen rechts und links vom Haupteingang befinden sich zwei Steinreliefs von Helmut Amann (1907-2001), die 1970 in Muschelkalk gemeißelt wurden. Das rechte Relief stellt die trauernden Frauen am Ostergrab dar, das linke den Engel am Grab. Diese Gestalten sollen auf die Kriegsopfer der beiden Weltkriege hinweisen und mahnen, die Vergangenheit nicht zu vergessen.

Eine besondere Herausforderung stellte die Renovierung der Fensterrose dar. Am 11. Oktober 1998 löste sich ein Stein aus der südlichen Fensterrose und fiel direkt auf den Spielplatz – ein alarmierendes Zeichen für die Notwendigkeit einer umfassenden Sanierung. Die Fensterrosen sind nicht nur Zierde, sondern haben auch eine tragende Funktion für die Statik der Kirche. Eine grundlegende Sanierung ist unerlässlich, um die Kirche zu erhalten, und die Kosten dafür belaufen sich auf rund 4 Millionen Euro.

Seit 2001 sammelt der Verein „Rettet St. Lukas“ daher unermüdlich Spenden, um dieses wichtige Kulturgut zu bewahren. Dank der großzügigen Unterstützung konnte Anfang 2004 mit der Renovierung des Südost-Turms begonnen werden, ein wichtiger Schritt in Richtung der vollständigen Instandsetzung dieses historischen Gebäudes. Das Bibelwort aus dem Lukasevangelium, das der St. Lukaskirche bei der Einweihung als Losung mitgegeben wurde – der Lobpreis der Engel in der heiligen Nacht – gilt noch heute als Leitspruch und Inspiration für die Gemeinde und alle, die dieses beeindruckende Gotteshaus besuchen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur St. Lukaskirche

Wann ist der Gedenktag des Heiligen Lukas?

Informationen zum genauen Gedenktag des Heiligen Lukas sind in den uns vorliegenden Beschreibungen der St. Lukaskirche in München nicht enthalten. Der Heilige Lukas, nach dem die Kirche benannt ist, wird in der Regel am 18. Oktober gefeiert.

Wann ist der letzte Gottesdienst in St. Lukas?

Die uns vorliegenden Informationen zur Geschichte und Ausstattung der St. Lukaskirche geben keine Auskunft über die genauen Zeiten oder den Zeitpunkt des letzten Gottesdienstes. Für aktuelle Gottesdienstzeiten empfiehlt es sich, die offizielle Website der Kirchengemeinde zu konsultieren oder direkt Kontakt aufzunehmen.

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