Der Heilige Geist im Glaubensbekenntnis

06/02/2022

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Das Glaubensbekenntnis, oft als „Credo“ bezeichnet, ist weit mehr als nur eine Ansammlung theologischer Sätze. Es ist das pulsierende Herz des christlichen Glaubens, ein Gebet, das die tiefsten Überzeugungen der Gläubigen zusammenfasst und ihnen Ausdruck verleiht. Wie der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick betont, ist jeder, der das Glaubensbekenntnis spricht und daran glaubt, Christ und somit ein Glied der Kirche. In diesem umfassenden Text wollen wir uns auf eine Reise begeben, um die Entstehung, die Bedeutung und insbesondere die zentrale Rolle des Heiligen Geistes innerhalb dieses fundamentalen Textes zu erkunden. Das Credo ist nicht nur eine Lehrsatzsammlung, sondern ein lebendiges Zeugnis, das die Gläubigen seit Jahrhunderten verbindet und ihren Glauben nährt.

Was glaubt man an den Heiligen Geist?
/ Ich glaube an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht, der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird, der gesprochen hat durch die Propheten, / und die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche. / Ich bekenne die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.

Es ist ein Kompendium, eine Zusammenfassung der wesentlichen Punkte des Christentums, das dazu dient, die Hauptinhalte des Glaubens auswendig zu lernen und stets im Bewusstsein zu halten. Es ist ein Knochengerüst, das mit Fleisch und Blut umgeben werden muss, indem es Assoziationen zu biblischen Texten, zur Liturgie und zum gesamten Glaubensschatz der Kirche weckt. Es verbindet uns nicht nur mit Gott, sondern auch mit der gesamten Gemeinschaft der Gläubigen durch die Zeiten und Konfessionen hinweg.

Inhaltsverzeichnis

Die Fundamente des Glaubens: Das Apostolische und Nizäno-Konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis

In der Kirche kennen wir hauptsächlich zwei offizielle und verbindliche Glaubensbekenntnisse, die oft als das „Kleine“ und das „Große“ bezeichnet werden. Beide beginnen mit dem lateinischen Wort „Credo“, was „Ich glaube“ bedeutet, und fassen die Kerninhalte des christlichen Glaubens prägnant zusammen. Ihre Entstehung und Entwicklung spiegeln die Geschichte und die theologische Auseinandersetzung der frühen Kirche wider.

Das Apostolische Glaubensbekenntnis – Das „Kleine“ Credo

Das Apostolische Glaubensbekenntnis trägt seinen Namen, weil es der Überlieferung nach auf die Apostel selbst zurückgehen soll. Es ist das ältere und kürzere der beiden Bekenntnisse und wird oft im persönlichen Gebet, bei der Taufe und in der Katechese verwendet. Es gliedert sich traditionell in zwölf Artikel, die den zwölf Aposteln zugeschrieben werden, was die Vollkommenheit und die apostolische Autorität des Glaubensinhalts symbolisiert. Es konzentriert sich auf die grundlegenden Wahrheiten über Gott den Vater, Jesus Christus und den Heiligen Geist.

Im Apostolischen Glaubensbekenntnis heißt es:

„Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, / und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, / empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, / gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, / hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, / aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; / von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. / Ich glaube an den Heiligen Geist, / die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, / Vergebung der Sünden, / Auferstehung der Toten / und das ewige Leben. / Amen.“

Das Nizäno-Konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis – Das „Große“ Credo

Das Nizäno-Konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis entstand auf den ersten beiden ökumenischen Konzilien in Nizäa (325 n. Chr.) und Konstantinopel (381 n. Chr.). Es ist detaillierter und wurde verfasst, um theologische Irrlehren abzuwehren und die Inhalte der zwölf Artikel des Apostolischen Bekenntnisses zu vertiefen. Es wird in der Regel in der Eucharistiefeier gesprochen oder gesungen und betont die Einheit Gottes, die wahre Gottheit Jesu Christi und die Rolle des Heiligen Geistes.

Das „Große“ Glaubensbekenntnis lautet:

„Ich glaube an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen, der alles geschaffen hat, Himmel und Erde, die sichtbare und die unsichtbare Welt. / Und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, aus dem Vater geboren vor aller Zeit: Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater; durch ihn ist alles geschaffen. / Für uns Menschen und zu unserem Heil ist er vom Himmel gekommen, hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden. / Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, hat gelitten und ist begraben worden. / ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift / und aufgefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten des Vaters / und wird wiederkommen in Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und die Toten; seiner Herrschaft wird kein Ende sein. / Ich glaube an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht, der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird, der gesprochen hat durch die Propheten, / und die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche. / Ich bekenne die eine Taufe zur Vergebung der Sünden. / Ich erwarte die Auferstehung der Toten / und das Leben der kommenden Welt. / Amen.“

Beide Glaubensbekenntnisse unterteilen sich in drei Abschnitte, die jeweils den drei göttlichen Personen gewidmet sind: Gott-Vater, Gott-Sohn und Gott-Heiliger Geist. Diese Struktur betont die trinitarische Natur Gottes, die das Fundament des christlichen Glaubens bildet.

Vergleich der beiden Glaubensbekenntnisse

Um die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden wichtigsten Glaubensbekenntnisse besser zu verstehen, hilft eine vergleichende Übersicht:

MerkmalApostolisches GlaubensbekenntnisNizäno-Konstantinopolitanisches Glaubensbekenntnis
UrsprungSoll auf die Apostel zurückgehen (Tradition)Konzilien von Nizäa (325) und Konstantinopel (381)
UmfangKürzer, prägnanterLänger, theologisch detaillierter
FokusGrundlegende GlaubenswahrheitenAusführlichere theologische Präzisierungen, Abwehr von Irrlehren
VerwendungTaufe, Katechese, persönliches GebetEucharistiefeier, feierliche Liturgien
Aussage zum Heiligen Geist„Ich glaube an den Heiligen Geist“, „empfangen durch den Heiligen Geist“„Ich glaube an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht, der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird, der gesprochen hat durch die Propheten“

Der Heilige Geist: Herzstück des Glaubensbekenntnisses

Der Glaube an den Heiligen Geist ist ein zentraler Pfeiler des christlichen Credo und der gesamten Theologie. Während das Apostolische Glaubensbekenntnis den Heiligen Geist kurz und prägnant nennt, entfaltet das Nizäno-Konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis seine Rolle und Natur weitaus ausführlicher. Diese Erweiterungen sind nicht zufällig; sie sind das Ergebnis tiefgreifender theologischer Reflexionen und Auseinandersetzungen in der frühen Kirche, um die Identität und das Wirken des Geistes Gottes klar zu definieren.

Der Heilige Geist in der Inkarnation Jesu Christi

Beide Glaubensbekenntnisse betonen die Rolle des Heiligen Geistes bei der Menschwerdung Jesu Christi: „empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria“. Diese Aussage unterstreicht die übernatürliche Zeugung Jesu und seine göttliche Abstammung. Es ist der Heilige Geist, der die menschliche Natur Marias heiligt und sie befähigt, den Sohn Gottes in sich aufzunehmen. Dies ist ein Mysterium, das die Grenzen des menschlichen Verständnisses sprengt und die einzigartige Verbindung zwischen Gott und Mensch in Jesus Christus hervorhebt.

Der Heilige Geist als „Herr und LebendigMacher“

Das Nizäno-Konstantinopolitanische Bekenntnis geht noch weiter und beschreibt den Heiligen Geist als „der Herr ist und lebendig macht“. Diese Formulierung ist von immenser theologischer Bedeutung. Der Heilige Geist ist nicht nur eine Kraft oder eine Energie, sondern eine göttliche Person, die als „Herr“ (Kyrios) ebenso wie Vater und Sohn angebetet wird. Er ist der Quell des Lebens, sowohl des physischen als auch des geistlichen Lebens. Er ist es, der die Schöpfung belebt und erhält, und er ist es, der die Gläubigen zu neuem Leben in Christus führt. Er wirkt in den Sakramenten, besonders in der Taufe, wo er uns von den Sünden reinigt und uns zu neuen Geschöpfen macht.

Der Ursprung des Heiligen Geistes: „der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht“

Die Aussage „der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht“ (Filioque-Zusatz im westlichen Credo) ist theologisch komplex und war historisch ein Punkt der Differenz zwischen der westlichen und östlichen Kirche. Sie besagt, dass der Heilige Geist nicht nur vom Vater, sondern auch vom Sohn ausgeht. Dies unterstreicht die Einheit der Dreifaltigkeit und die innere Dynamik der göttlichen Personen. Der Geist ist die Liebe und die Verbindung zwischen Vater und Sohn, die sich in der Welt manifestiert und die Gläubigen in die göttliche Gemeinschaft einbezieht.

Anbetung und Verherrlichung des Heiligen Geistes

Weiterhin heißt es im „Großen“ Credo: „der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird“. Diese Formulierung bestätigt die volle Göttlichkeit des Heiligen Geistes. Er ist nicht weniger Gott als der Vater oder der Sohn. Er verdient dieselbe Anbetung und denselben Lobpreis. Dies ist ein klares Bekenntnis zur trinitarischen Natur Gottes, in der alle drei Personen gleich ewig, gleich mächtig und gleich anbetungswürdig sind.

Der Heilige Geist als Inspirator der Propheten

Schließlich wird im Nizäno-Konstantinopolitanischen Bekenntnis die Rolle des Heiligen Geistes als Inspirator der Heiligen Schrift betont: „der gesprochen hat durch die Propheten“. Der Heilige Geist hat die Propheten im Alten Testament und die Apostel im Neuen Testament inspiriert, Gottes Wort zu verkünden und niederzuschreiben. Er ist der Garant für die Wahrheit und Autorität der Bibel. Durch ihn wird das Wort Gottes lebendig und wirksam für die Gläubigen aller Zeiten.

Zusammenfassend ist der Heilige Geist im Glaubensbekenntnis als der göttliche Akteur dargestellt, der Jesus inkarniert, uns geistliches Leben schenkt, die Einheit der Dreifaltigkeit offenbart, Anbetungswürdig ist und Gottes Wort in der Geschichte offenbart hat. Er ist die lebendige Präsenz Gottes in der Welt und in der Kirche.

Das Credo als Erkennungs- und Identitätszeichen

Das Glaubensbekenntnis war und ist seit den Anfängen des Christentums ein zentrales Erkennungs- und Identitätszeichen für Christen. Das griechische Wort „Symbolon“, von dem unser Begriff „Symbol“ abgeleitet ist, war die ursprüngliche Bezeichnung für das Glaubensbekenntnis. Es bedeutete so viel wie „Erkennungszeichen“ oder „Passwort“.

In der sogenannten „Urkirche“ wurde das „Symbolon“, also die Glaubensinhalte, nicht an Nichtchristen weitergegeben. Es war ein „Geheimnis“ der Christen, das nur „Insider“ kannten und voreinander und miteinander bekannten. Kam ein Fremder in eine christliche Gemeinde, wurde er nach dem „Symbolon“ gefragt. Konnte er es aufsagen, wusste man, dass er zur Gemeinschaft Jesu Christi gehörte. Diese Praxis unterstreicht die Bedeutung des Glaubensbekenntnisses als Zeichen der Zugehörigkeit und des gemeinsamen Verständnisses des Glaubens.

Als Identitätszeichen soll das Glaubensbekenntnis gemeinschaftsstiftend und -erhaltend wirken. Wenn es allein oder in Gemeinschaft gesprochen wird, verbindet es den Einzelnen mit allen Christen und der ganzen Kirche. Es ist ein Ausdruck der Einheit im Glauben, der über geografische und zeitliche Grenzen hinwegreicht. Deshalb wird es auch während der Vorbereitung von Erwachsenen auf die Taufe, im sogenannten Katechumenat, den Taufbewerbern in einer feierlichen Liturgie überreicht. Wer sich zu dem bekennt, was das Glaubensbekenntnis beinhaltet, ist Christ und Glied der Kirche.

Das Glaubensbekenntnis in der Liturgie und im Alltag

Das Credo ist tief in das liturgische Leben der Kirche eingebettet und spielt eine wesentliche Rolle in verschiedenen Sakramenten und Gottesdiensten.

Was glaubt man an den Heiligen Geist?
/ Ich glaube an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht, der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird, der gesprochen hat durch die Propheten, / und die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche. / Ich bekenne die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.

Im Sakramentalen Leben

Das Glaubensbekenntnis gehört untrennbar zur Liturgie der Taufe und Firmung. In diesen Gottesdiensten wird es von den Täuflingen oder Firmlingen abgefragt. Mit Taufe und Firmung wird ein Mensch Christ und Glied der Kirche, und deshalb muss er sich öffentlich zum Glauben der Kirche bekennen. Bei einer Kindertaufe tun dies die Eltern und Paten stellvertretend für ihre Täuflinge, und sie übernehmen damit die Verantwortung, das Kind im Glauben zu erziehen.

In der Eucharistiefeier

Das Glaubensbekenntnis wird auch in jeder Sonntagseucharistiefeier gesprochen oder in einem Credolied gesungen. An jedem Sonntag soll der Glaube gemeinsam von allen Gottesdienstteilnehmern bekannt und erneuert werden. In der Messfeier hat das Glaubensbekenntnis seinen Platz nach dem Evangelium, „damit das Volk dem Wort Gottes zustimme und ihm antworte und sich die Glaubensregel in Erinnerung rufe …“, wie es in der „Allgemeinen Einführung zur Eucharistie“ heißt.

Historisch interessant ist, dass das Credo von der Ostkirche über die spanische Liturgie in die römische Messordnung kam. Erst unser Bistumspatron, der heilige Kaiser Heinrich II., hat durchgesetzt, dass das Glaubensbekenntnis in den römischen Kanon aufgenommen wurde und seitdem jeden Sonntag gesprochen oder gesungen wird. Auch bei der Tauferneuerung in der Osternacht wird das Credo abgefragt und der Glaube von allen Teilnehmern erneuert.

Im Dienstamt

Nicht zuletzt gehört das Glaubensbekenntnis zur Übertragung des Bischofs- und des Pfarramtes. Bischof und Pfarrer sollen das Glaubensbekenntnis lehren sowie in der Predigt und Katechese den Gläubigen helfen, es zu verstehen. Deshalb sprechen sie es feierlich bei ihrer Amtseinführung, um ihre Verpflichtung zum Glauben der Kirche öffentlich zu bekunden.

Die ökumenische Dimension des Credo

Obwohl das Glaubensbekenntnis von einzelnen Gläubigen gesprochen wird, ist es immer das Bekenntnis der Kirche. Es ist den Einzelnen und der ganzen Kirche vorgegeben. Es ist nicht ihr Eigentum, sie können weder über den Inhalt noch über die Worte „verfügen“, sondern sollen sich in die Worte und den Inhalt „einfügen“. Als solches verbindet das Glaubensbekenntnis alle Christen – Katholiken, Orthodoxe und Protestanten – miteinander. Es ist allen Konfessionen gemeinsam, was zeigt, dass die Christenheit im Kern geeint ist.

Es gibt eine „Ökumenische Fassung“ des Credo, in der beim Artikel „Ich glaube an die Kirche“ das Wort „katholische“ von den evangelischen Christen meist durch „allgemeine“ ersetzt wird. Dies macht jedoch letztlich keinen Unterschied. „Katholisch“ und „allgemein“ sind die gleichen Worte in verschiedenen Sprachen: „katholisch“ ist griechisch, „allgemein“ ist deutsch. Die evangelischen Christen können auch ohne Schwierigkeiten das griechische Wort „katholisch“ sprechen, denn es ist im Credo kein Konfessionsmerkmal, sondern die Übernahme eines griechischen Wortes in die deutsche Sprache, nicht mehr und nicht weniger. „Katholische Kirche“ meint die „allgemeine“, über die ganze Erde ausgebreitete Kirche. Somit ist das Sprechen des Credo trotz dieses Unterschiedes immer ein Bekenntnis zur Einheit der Kirche, die durch die Ökumene wiederhergestellt werden soll.

Das Glaubensbekenntnis verbindet die Christen auch mit ihren älteren Geschwistern, dem jüdischen Volk, das dreimal am Tag das „Schema Jisrael“, das Glaubensbekenntnis Israels, spricht und damit die Einheit Gottes bekennt.

Das Glaubensbekenntnis als Gebet und Quelle des Lebens

Nicht zuletzt, ja vor allem ist das Glaubensbekenntnis ein Gebet. Deshalb steht auch das „Kleine Glaubensbekenntnis“ im „Gotteslob“ unter der Rubrik „Grundgebete der Kirche“. Wenn Christen das Credo beten, werden ihre Beziehungen zu Gott, dem Vater, zu Jesus Christus, dem Herrn und Erlöser, und zum Heiligen Geist, der in der Welt wirkt, verlebendigt.

Papst Benedikt XVI., der als Professor in Deutschland ein Buch über das Glaubensbekenntnis mit dem Titel „Einführung in das Christentum“ geschrieben hat, betonte den dialogischen Charakter des Glaubens, der im Credo zum Tragen kommen soll. Jeder einzelne Artikel soll zum Dialog mit Gott-Vater, Gott-Sohn und Gott-Heiliger Geist führen. Durch diesen täglichen Dialog wird der Glaube genährt, nimmt zu und wächst. Das Beten des Glaubensbekenntnisses soll in uns die ganze Fülle des Glaubens zum Klingen bringen. Man kann es als die Grundmelodie einer Symphonie verstehen: Sobald man sie hört, klingt die ganze schöne polyphone Symphonie auf.

Der Glaube macht unser Leben wahr, gut und schön. Beim Sprechen des Credo soll aus dem Bekenntnis Besinnung über die Inhalte werden, die in den einzelnen Worten und Sätzen stecken. Das Besinnen führt zum Lobpreis und Dank, die unser Leben erfüllen und es reich machen. Schließlich soll der Glaube, der durch das Credo genährt wird, Leben werden. Er soll unser ganzes Tun bestimmen. Die Christen sollen aus der Liebe des dreifaltigen Gottes leben, das heißt die Schöpfung lieben, wie Gott Vater sie liebt, jeden Nächsten lieben, wie Gott Sohn ihn liebt und die Kirche lieben, durch die der Heilige Geist die Menschen zum Ewigen Leben führen will. Das Sprechen des Glaubensbekenntnisses soll dem Glauben Leben geben, der ohne „Werke“ tot ist (vgl. Jak 2,14-26).

Häufig gestellte Fragen zum Glaubensbekenntnis und dem Heiligen Geist

Warum gibt es zwei Glaubensbekenntnisse in der Kirche?

Es gibt zwei Hauptglaubensbekenntnisse, das Apostolische und das Nizäno-Konstantinopolitanische, weil sie zu unterschiedlichen Zeiten und mit unterschiedlichen Schwerpunkten entstanden sind. Das Apostolische ist älter und grundlegender, während das Nizäno-Konstantinopolitanische auf Konzilien formuliert wurde, um theologische Präzisierungen zu schaffen und Irrlehren abzuwehren, besonders in Bezug auf die Gottheit Christi und des Heiligen Geistes.

Was bedeutet „Ich glaube an den Heiligen Geist“ im Detail?

Diese Aussage bedeutet, dass der Heilige Geist eine göttliche Person ist, gleichrangig mit dem Vater und dem Sohn. Im Nizäno-Konstantinopolitanischen Bekenntnis wird präzisiert, dass er „Herr ist und lebendig macht“, aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht, mit ihnen angebetet wird und durch die Propheten gesprochen hat. Er ist die lebendige Präsenz Gottes in der Welt, der Spender des Lebens und der Inspirator der Offenbarung.

Ist das Credo nur für Katholiken relevant?

Nein, das Glaubensbekenntnis, insbesondere das Nizäno-Konstantinopolitanische, ist ein gemeinsames Bekenntnis der meisten christlichen Konfessionen, einschließlich Katholiken, Orthodoxen und vieler Protestanten. Es ist ein Zeugnis der fundamentalen Einheit im christlichen Glauben an den dreifaltigen Gott.

Sollte man das Credo täglich beten?

Es wird empfohlen, das Credo regelmäßig, wenn nicht sogar täglich, zu beten. Papst Benedikt XVI. betonte den „dialogischen Charakter“ des Glaubensbekenntnisses, das den Glauben nährt und zu einem tieferen Verständnis und einer persönlicheren Beziehung zu Gott führen kann. Es hilft, die grundlegenden Glaubenswahrheiten stets im Bewusstsein zu halten.

Was bedeutet „katholische Kirche“ im Glaubensbekenntnis?

Im Glaubensbekenntnis bedeutet „katholische Kirche“ im ursprünglichen griechischen Sinne „allgemeine“ oder „universale“ Kirche. Es bezieht sich auf die über die ganze Erde ausgebreitete Kirche, die für alle Menschen da ist. Es ist kein Konfessionsmerkmal im modernen Sinne, sondern eine Beschreibung ihrer weltweiten und umfassenden Natur.

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