Was sagte der Mann zum Propheten?

Die Barmherzigkeit Allahs: Umkehr und Vergebung

31/05/2022

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Im Herzen des Islam und seiner heiligen Schrift, des Korans, pulsiert eine Botschaft von unermesslicher Gnade und Barmherzigkeit. Eine der grundlegenden und immer wiederkehrenden Aussagen, die sich wie ein roter Faden durch die Suren zieht, ist die Gewissheit, dass „Gott gnädig und barmherzig ist“. Diese fundamentale Wahrheit wird eindrucksvoll durch die Eröffnung fast jeder Sure (mit Ausnahme von Sure 9) bezeugt, die mit den Worten beginnt: „Im Namen des gnädigen und barmherzigen Gottes“. Es ist eine ständige Erinnerung an die liebende Zuwendung des Schöpfers zu seinen Geschöpfen und eine Quelle der Hoffnung für jeden Menschen, unabhängig von seinen Verfehlungen. Diese tief verwurzelte Überzeugung von Gottes grenzenloser Barmherzigkeit bildet das Fundament für das Verständnis von Sünde, Reue und Vergebung im Islam.

Was ist ein Gebet?

Gottes Erbarmen ist nicht nur eine passive Eigenschaft, sondern eine aktive Einladung zur Umkehr. Der Koran versichert, dass ein Mensch, der gesündigt hat, aber aufrichtig Buße tut und sich von seiner Sünde abwendet, auf die Vergebung Gottes hoffen kann. Sei es eine große oder eine kleine Verfehlung, die Barmherzigkeit Gottes „kennt keine Grenzen“ (Sure 7,156). Dies ist ein zentraler Aspekt der islamischen Lehre, der den Gläubigen ermutigt, sich immer wieder Gott zuzuwenden, selbst nach Fehltritten. Die Tür zur Vergebung bleibt offen, solange der Mensch bereit ist, den Weg der Reue zu beschreiten.

Inhaltsverzeichnis

Gottes grenzenlose Barmherzigkeit und die Verheißung der Vergebung

Die Verheißung der Vergebung ist im Koran deutlich formuliert. Sure 3,135–136 spricht direkt zu den gläubigen Muslimen und verspricht ihnen, dass diejenigen, die Gott für ihre Sünden um Vergebung bitten, diese auch erhalten und ins Paradies eingehen werden. Der Vers betont, dass niemand außer Gott Sünden vergeben kann und dass diejenigen, die ihre begangenen Taten nicht fortsetzen, wenn sie sich ihrer bewusst sind, einen großartigen Lohn erhalten werden: „Vergebung von ihrem Herrn und Gärten (gemeint ist das Paradies), unter denen Bäche fließen, und in denen sie ewig bleiben werden. Welch trefflicher Lohn für die, die so handeln!“ (Sure 3,135–136). Ähnliche Zusicherungen finden sich auch in Sure 4,110, die die umfassende Natur von Gottes Vergebung unterstreicht.

Diese Passagen vermitteln ein starkes Gefühl der Hoffnung und Ermutigung. Sie lehren, dass das Bewusstsein der Sünde und die anschließende Bitte um Vergebung nicht nur akzeptiert, sondern auch reich belohnt werden. Es ist ein Aufruf zur Selbstreflexion und zur ständigen Rückbesinnung auf den rechten Weg, wobei das Paradies als die ultimative Belohnung für diejenigen dient, die sich Gottes Geboten unterwerfen und seine Barmherzigkeit suchen.

Die wahre Bedeutung von Buße (Tauba) im Islam

Der im Koran verwendete Begriff für „Umkehr, Buße, Reue“ ist das arabische Wort „tauba“. Interessanterweise bedeutet „tauba“ wörtlich „Kehrtwendung“. Dies ist mehr als nur ein Zufall; es ist eine tiefgreifende theologische Aussage. Buße im Islam ist demnach nicht bloß eine formale Absage an die Sünde oder ein Lippenbekenntnis. Vielmehr beinhaltet sie eine vollständige Kehrtwendung des Herzens und des Geistes. Es ist die aufrichtige, an Gott gerichtete Bitte um Vergebung, gepaart mit der festen Absicht, sich von dem sündhaften Tun abzuwenden und es nicht zu wiederholen. Diese innere Wandlung ist entscheidend.

Wenn der Sünder diese aufrichtige Tauba vollzieht, so wendet sich Gott ihm seinerseits wieder gnädig zu und leitet ihn recht. Dies zeigt die dynamische Beziehung zwischen dem Menschen und seinem Schöpfer: Die Initiative des Menschen zur Umkehr wird von Gottes Gnade erwidert. Sure 57,28–29 fasst dies zusammen: „O Ihr Gläubigen! Fürchtet Gott und glaubt an seinen Gesandten, dann wird er euch den doppelten Anteil an seiner Barmherzigkeit geben. Er macht euch ein Licht, in dem ihr umhergehen könnt und vergibt euch! Gott ist voller Barmherzigkeit und bereit, zu vergeben. Die Leute der Schrift (gemeint sind Juden und Christen) sollen deshalb wissen, daß sie über nichts von der Huld Gottes verfügen, sondern daß die Huld vielmehr in Gottes Hand liegt. Er schenkt sie, wem er will. Gott ist von großer Huld“ (vgl. auch Sure 9,104–106). Diese Verse betonen die Souveränität Gottes in der Vergebung und seine unbegrenzte Gunst, die er denen schenkt, die sich ihm zuwenden.

Vergebung im Jenseits: Gottes Gericht und die Rolle der Reue

Die Frage, was mit einem gläubigen Muslim geschieht, der nach seinem Tod ins Gericht kommt und bestimmte Sünden vorher nicht bereut hat, ist ein wichtiges Thema in der islamischen Theologie. Die Mehrzahl der muslimischen Theologen vertritt die Ansicht, dass Gott ihm dennoch verzeiht und ihn – vielleicht erst, nachdem er eine gewisse Zeit in der Hölle verbracht hat – ins Paradies eingehen lässt. Dies unterstreicht die Überzeugung von Gottes überragender Barmherzigkeit, die selbst nach dem Tod noch wirken kann, solange der Grundglaube an den einen Gott vorhanden war.

Doch es gibt eine entscheidende Ausnahme: Der Unglaube eines Menschen (arab. „kufr“) kann ohne Reue nicht vergeben werden. Der Ungläubige, so lehrt der Koran, wird auf ewig die Höllenstrafe erleiden. Sure 4,18 macht dies unmissverständlich klar: „Diejenigen aber haben keine Vergebung zu erwarten, die böse Taten begehen, so daß einer erst, wenn der Tod ihm naht, sagt: ‚Jetzt bereue ich‘. Auch diejenigen nicht, die als Ungläubige sterben. Für sie haben wir eine schmerzhafte Qual bereit.“ Dieser Vers betont die Dringlichkeit der Reue zu Lebzeiten und die Unumkehrbarkeit des Unglaubens im Angesicht des Todes.

Der Unglaube (Kufr) als unverzeihliche Sünde

In die Kategorie der Ungläubigen (Kuffar) fallen nach islamischer Auffassung alle Menschen, die von Gott nichts wissen wollen, sowie die Götzendiener. Letztere sind jene, die mehrere Götter verehren und damit neben dem einen Gott weiteren Wesen denselben Rang einräumen. Dazu gehören beispielsweise Buddhisten und Hinduisten und alle verwandten Religionen, die mehr als ein Wesen als Gott verehren. Doch auch Juden und Christen werden von Muslimen oft als Polytheisten (Verehrer mehrerer Götter) betrachtet, wenn auch aus spezifischen koranischen Interpretationen heraus.

Nach Auffassung des Korans haben die Juden Esra zum Sohn Gottes erklärt (Sure 9,30), während die Christen an drei Götter glauben: Gott selbst, Jesus und Maria als dritte Gottheit, die nach muslimischer Auffassung durch eine Ehebeziehung zu Gott die Mutter Jesu geworden sein muss. Ein solcher Gedanke stellt für Muslime eine unvorstellbare Gotteslästerung dar, da er den absoluten Monotheismus (Tawhid) verletzt, der das Fundament des Islam bildet. Diese „Vielgötterverehrer“ haben alle den obersten Grundsatz des Islam, dass es nur einen Gott gibt, verletzt und können daher per Definition nicht gläubig sein. Auf Gottes Vergebung können diese Ungläubigen erst dann hoffen, wenn sie über ihre Vielgötterei Buße getan und den Islam angenommen haben. Nur wer seinen Unglauben bereut und Muslim wird, kann im Jüngsten Gericht mit der Gnade Gottes rechnen. Die Konsequenz dieser Lehre ist, dass der Kufr die einzige Sünde ist, die ohne Reue und Konversion nicht vergeben wird.

Die endgültige Abkehr von Gott: Eine Warnung

Wenn ein Mensch sündigt, hat er sich nach Auffassung des Korans zu diesem Zeitpunkt von Gott abgewandt und der Einflüsterung Satans nachgegeben. Wenn er bereut, wendet er sich Gott wieder zu, und Gott wendet sich seinerseits ihm erneut zu. Dies ist der Kreislauf der Vergebung und Gnade, der für den Gläubigen immer möglich ist.

Die Abwendung des Ungläubigen ist jedoch eine andere Qualität; sie ist endgültig, weil er nicht zu Gott zurückkehrt. Deshalb warnt der Koran immer wieder eindringlich davor, sich der Barmherzigkeit Gottes zuzuwenden, bevor es zu spät ist und Gott die Strafe im Jüngsten Gericht plötzlich und unerwartet hereinbrechen lässt. Im Jüngsten Gericht kann kein Ungläubiger mehr auf Gottes Erbarmen hoffen. Sure 39,53–55 mahnt: „Sprich: Ihr meine Diener, die ihr gegen euch selber die Übertretung begangen habt! Gebt nicht die Hoffnung auf die Barmherzigkeit Gottes auf! Gott vergibt alle Sünden. Er ist es ja, der barmherzig ist und voller Vergebung. Und wendet euch eurem Herrn voll Reue zu und ergebt euch ihm, bevor die Strafe über euch kommt. Dann habt ihr keine Hilfe mehr zu erwarten! Und folgt dem Besten von dem, was von eurem Herrn zu euch herabgesandt worden ist, bevor die Strafe plötzlich über euch kommt, ohne daß ihr es merkt!“

Der Koran warnt ebenso vor der absichtlich begangenen Sünde und der berechnenden Reue kurz vor dem Tod. Sure 4,17–18 stellt klar: „Nur diejenigen haben bei Gott Vergebung zu erwarten, die in Unwissenheit Böses tun und beizeiten davon umkehren. Gott wendet sich ihnen wieder zu. Gott ist allwissend und weise. Diejenigen aber haben keine Vergebung zu erwarten, die Übles begehen, so daß einer erst, wenn der Tod zu ihm kommt, sagt: ‚Jetzt bereue ich‘ …“ Dies unterstreicht die Notwendigkeit aufrichtiger und frühzeitiger Reue, die nicht aus Berechnung, sondern aus echter Einsicht erfolgt.

Bedingungen für die Sündenvergebung im Islam

Aus den verschiedenen Aussagen des Korans über die Sündenvergebung haben muslimische Theologen folgende drei zentrale Bedingungen für die Sündenvergebung abgeleitet:

  1. Der Sünder muss bereuen, weil er gesündigt hat, nicht aus Berechnung oder nur aus Furcht vor Gott und seinem Gericht. Die Reue muss von Herzen kommen.
  2. Der Sünder muss sich fest vornehmen, die Sünde nicht wieder zu begehen. Es muss eine ernsthafte Absicht zur Besserung vorhanden sein.
  3. Der Sünder muss in Zukunft die Gelegenheit zur erneuten Verfehlung meiden. Dies bedeutet, dass er aktiv Schritte unternimmt, um sich von den Umständen zu entfernen, die ihn zur Sünde verleiten könnten.

Auch wenn Gott schon vergeben hat, fordert die Vergebung vom Menschen Konsequenzen. Wenn sich die begangene Sünde gegen Menschen richtete, muss der Bußfertige Wiedergutmachung leisten. Der Koran enthält dazu etliche Ausführungsbestimmungen, wie zum Beispiel darüber, wer im Fall der unbeabsichtigten Tötung (des Totschlags) Sühnegeld zu bezahlen hat. Dies zeigt, dass Reue und Vergebung nicht nur eine vertikale Beziehung zu Gott betreffen, sondern auch horizontale Verpflichtungen gegenüber anderen Menschen mit sich bringen können.

Gute Werke und Sündenvergebung im Volksislam

Im Volksislam haben sich diese Gedanken dahingehend weiterentwickelt, dass bestimmte gute Werke als verdienstvoll und sündenvergebend betrachtet werden. Dazu gehören zusätzliche Fastentage oder besonders großzügige Almosen. Eine besonders ausgeprägte Vorstellung ist, dass der Märtyrertod eines Muslims im Kampf gegen die Ungläubigen alle Sünden eines Menschen tilgt. Der Märtyrer soll sofort ins Paradies eingehen, ohne wie alle übrigen Muslime erst im Jüngsten Gericht nach seinem Glauben befragt zu werden.

Ebenso tilgt – so zumindest die Auffassung des Volksislam – die Wallfahrt nach Mekka (Hajj) alle großen Sünden und macht den Pilger angenehm vor Gott. Seine Gebete an der Ka’ba (dem größten islamischen Heiligtum in der Hauptmoschee in Mekka) sollen weitaus wirkungsvoller sein als ein Gebet in einer gewöhnlichen Moschee oder ein Gebet zu Hause. Es liegt nahe, dass diese „guten Werke“ anstelle des eigentlichen islamischen Glaubens und der Befolgung der Gebote das eigentliche Glaubensleben eines Muslims ausmachen können. Ob für jeden einzelnen Muslim die Ableistung verdienstvoller guter Werke der eigentliche Inhalt seines Glaubens sind, darüber lässt sich natürlich nicht pauschal urteilen. Für einzelne ist es sicher der Fall, was die Vielfalt der Glaubenspraxis innerhalb des Islam aufzeigt.

Gottes Allmacht als Ursache der Vergebung: Ein Vergleich

Ein interessanter und tiefgreifender Unterschied zwischen Bibel und Koran ergibt sich bei der Frage, welches in letzter Konsequenz die Ursache für die Vergebung Gottes ist. Dies ist ein entscheidender Punkt, der die unterschiedlichen Gottesbilder und die daraus resultierende menschliche Erfahrung von Glaube und Gewissheit prägt.

Vergleich: Grundlage der Vergebung und Gewissheit

Um die Nuancen besser zu verstehen, betrachten wir die Unterschiede in einer vergleichenden Tabelle:

AspektVergebung im Islam (Koran)Vergebung im Christentum (Bibel)
Letzte Ursache der VergebungGottes Allmacht und uneingeschränkter Wille. Er vergibt, wem Er will.Gottes Liebe zu den Menschen. Er gab seinen Sohn, damit Menschen Vergebung finden.
Möglichkeit der Gewissheit der ErrettungKeine absolute Gewissheit für den Menschen möglich, da Gottes Handeln nicht berechenbar ist. Hoffnung auf Gottes Barmherzigkeit.Betont die Gewissheit des Gläubigen, Kind Gottes zu sein und das ewige Leben zu erben (z.B. Joh 3,16).
Beziehung zwischen Gott und MenschSchöpfer-Geschöpf-Beziehung. Der Mensch kann Gottes Allmacht nicht begrenzen oder sein Handeln vorschreiben.Vater-Kind-Beziehung (durch Gnade und Glauben). Gott ruft Sünder aus Liebe zu sich in Gemeinschaft.

In der Bibel ist der Grund für die Vergebung Gottes letztlich seine Liebe zu den Menschen. Es war die Liebe, die Gott dazu bewog, seinen Sohn Jesus Christus in die Welt zu senden und für die Sünden der Menschen sterben zu lassen, damit Menschen Vergebung finden: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen einzigen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben“ (Joh 3,16). Aus Liebe ruft er Sünder zu sich, damit sie durch seine Vergebung in die Gemeinschaft mit ihm eintreten können. Die Liebe Gottes ist die treibende Kraft hinter der Erlösung und bietet dem Gläubigen eine tiefe Gewissheit seiner Errettung.

Im Koran liegt der letzte Grund für die Vergebung Allahs dagegen nicht in seiner Liebe, sondern in seiner Allmacht. Der Gott des Korans vergibt, wem er will, aber nicht primär als Beweis seiner Liebe. Zwar spricht der Koran sehr häufig von den Wohltaten Gottes und seiner Barmherzigkeit über die Menschen, aber das Zentrum seines Wesens ist seine Allmacht und seine erhabene Größe. Gott ist nach Aussagen des Korans so allmächtig, dass es zwischen ihm, dem Schöpfer, und dem Menschen, seinem Geschöpf, niemals einen Vergleich geben kann. Der Mensch kann und darf sich von Gott keine Vorstellungen machen, die Gottes Allmacht begrenzen würden. Daher kann der Mensch Gottes Verhalten weder jemals berechnen noch Gottes Handeln vorausahnen, und deswegen kann der gläubige Muslim sowohl über die Vergebung als auch seine Errettung am Jüngsten Tag keine absolute Gewissheit erhalten, auch wenn er darauf hofft. Eine letzte absolute Gewissheit über die Errettung würde ja bedeuten, dass der Mensch Gott sein Handeln vorschreibt, ihn also darauf festlegt, wie er in den Augen seiner Geschöpfe handeln muss. Dies ist ein fundamentaler Unterschied, der die jeweilige Glaubenspraxis und das Verständnis der Beziehung zu Gott prägt.

Häufig gestellte Fragen zur Vergebung im Islam

Was ist die grundlegende Aussage des Korans über Gott und Vergebung?

Die grundlegende Aussage ist, dass „Gott gnädig und barmherzig ist“. Dies wird durch die Einleitung fast jeder Sure mit „Im Namen des gnädigen und barmherzigen Gottes“ unterstrichen. Diese grenzenlose Barmherzigkeit bedeutet, dass Gott alle Sünden verzeihen kann, wenn der Mensch aufrichtig Buße tut und sich von der Sünde abwendet.

Was bedeutet "Tauba" (Buße) im Islam?

„Tauba“ bedeutet wörtlich „Kehrtwendung“. Es ist nicht nur eine formale Absage an die Sünde, sondern eine aufrichtige, an Gott gerichtete Bitte um Vergebung, verbunden mit der festen Absicht, sich von dem sündhaften Tun abzuwenden und es nicht zu wiederholen. Es ist eine innere Wandlung, nach der sich Gott dem Sünder wieder gnädig zuwendet.

Gibt es Sünden, die im Islam nicht vergeben werden können?

Ja, der Unglaube (Kufr) kann ohne Reue nicht vergeben werden. Dies betrifft alle Menschen, die von Gott nichts wissen wollen, Götzendiener oder solche, die den absoluten Monotheismus (Tawhid) verletzen. Nur wenn der Ungläubige über seinen Unglauben Buße tut und den Islam annimmt, kann er auf Gottes Vergebung hoffen.

Welche Bedingungen müssen für die Sündenvergebung erfüllt sein?

Muslimische Theologen leiten drei Bedingungen ab: Der Sünder muss aus echter Einsicht und nicht aus Berechnung bereuen; er muss sich fest vornehmen, die Sünde nicht wieder zu begehen; und er muss zukünftige Gelegenheiten zur Verfehlung meiden. Bei Sünden gegen Menschen ist zudem Wiedergutmachung erforderlich.

Bieten gute Werke im Islam eine Garantie für Vergebung?

Im Volksislam wird angenommen, dass bestimmte gute Werke wie zusätzliche Fastentage, großzügige Almosen, der Märtyrertod oder die Wallfahrt nach Mekka Sünden tilgen können. Während diese Handlungen als verdienstvoll gelten, betonen islamische Lehren, dass die eigentliche Vergebung stets von Gottes Gnade und der aufrichtigen Reue des Einzelnen abhängt.

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