Wie entstand die Herkunft der Hunnen?

Die Hunnen: Herkunft, Attila & ihr rätselhaftes Erbe

06/09/2022

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Die Hunnen, ein Name, der oft mit Schrecken und Zerstörung verbunden wird, prägten über einen kurzen, aber intensiven Zeitraum die Geschichte Eurasiens. Doch trotz ihres immensen Einflusses und der vielen Legenden, die sich um sie ranken, bleiben viele Fragen zu ihrer Herkunft und ihrem genauen Wirken unbeantwortet. Sie hinterließen keine eigenen Schriften, die uns Aufschluss geben könnten, und so stützen sich Historiker auf die Berichte ihrer Gegner und die spärlichen archäologischen Funde. Der Eindruck der „grausamen Hunnen“ entstand durch ihre kriegerische Natur und die verheerenden Folgen ihrer Feldzüge, die ganze Völkerstämme in Richtung des Römischen Reiches trieben und dessen Niedergang maßgeblich beeinflussten.

Wie entstand die Herkunft der Hunnen?
So gibt es über die Herkunft der Hunnen unterschiedliche Theorien der Historiker. Da sie wohl sehr kriegerisch waren, blieb der Eindruck der "grausamen Hunnen". Sie griffen viele Volksstämme an und jagten diese in Richtung Rom. Das hatte für das Römische Reich verhängnisvolle Folgen. Einer ihrer Anführer war Attila, der König der Hunnen.
Inhaltsverzeichnis

Die rätselhafte Herkunft der Hunnen

Die genaue Herkunft der Hunnen ist bis heute ein Mysterium, um das sich verschiedene Theorien ranken. Was wir wissen, ist, dass sie als Reiternomaden in Erscheinung traten und durch ihre ungestüme Kraft und raffinierte Taktik alles überrannten, was sich ihnen in den Weg stellte. Chinesische Quellen, die bereits vor rund 5000 Jahren von einem Reitervolk namens Hiung-nu oder Hsiung-nu berichten, gelten als erste Erwähnungen der Hunnen. Diese Bezeichnung diente als Sammelbegriff für mehrere nomadisierende Hirtenvölker, die die weiten Ebenen Innerasiens bevölkerten. Im eigenen Idiom sollen sich die Hsiung-nu selbst als „Hun“ bezeichnet haben, was „Mensch“ oder „Volk“ bedeutet und schließlich zum Namen „Hunnen“ wurde. Die Chinesen nannten sie „Schreckliche Sklaven“, was die ständigen Konflikte und Plünderungen verdeutlicht, die dieses Volk im Osten verursachte.

Ein entscheidender Faktor für die Westwanderung der Hunnen war der Bau der Großen Chinesischen Mauer, die ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. errichtet und immer weiter ausgebaut wurde. Mit einer Gesamtlänge von 6.350 Kilometern wurde diese Mauer für die Hunnen unüberwindbar und versperrte ihnen den Weg nach Süden. Die Wissenschaft ist sich heute weitgehend einig, dass es die Flucht vor dem Hungertod war, die die Völkerschaften der Hunnen nach Westen trieb. Plötzliche Kälteeinbrüche und das Ausbleiben von Gras für ihre Herden zwangen sie zu einer verzweifelten Migration. Dieser „Hunnensturm“ war demnach kein Raubzug aus reiner Mordlust, sondern geschah aus tiefer Not und Verzweiflung, was sie zu einem der härtesten Reitervölker der Erde machte. Um das Jahr 35 n. Chr. zerbrach das Hsiung-Reich, und etwa 100 Jahre später zogen die Hunnen endgültig aus ihren angestammten Gebieten ab, gelangten über Ost-Turkestan und das Altaigebiet in die Steppen des westlichen Kasachstans.

Der Hunnensturm und die Völkerwanderung

Im Jahre 374 n. Chr. traten die Hunnen urplötzlich im westlichen Eurasien in Erscheinung, als seien sie aus dem Nichts gekommen. Ihre Reiter fegten über die Alanen und später die Ostgoten hinweg, zwei kriegerische Nomadenstämme in der Nähe des Schwarzen Meeres. Die unterworfenen Stämme wurden umgehend in das hunnische Reiterheer integriert und kämpften fortan an ihrer Seite. Selbst die gefürchteten gotischen Krieger waren den Hunnen nicht gewachsen. Der greise Ostgotenkönig Ermanarich soll angesichts der unbesiegbaren Hunnen Selbstmord begangen haben. Die Besiegten wurden zur Heeresfolge gezwungen, und unter ihrem Anführer Balamir oder Balamber zogen die Hunnen mit ihren neuen Hilfstruppen weiter nach Westen bis zur Donau.

Die Ankunft der Hunnen löste einen gewaltigen Flüchtlingsstrom aus, der heute als „Völkerwanderung“ bezeichnet wird. Viele Historiker halten diesen Begriff jedoch für verharmlosend, da die Völker nicht „gewandert“, sondern stets auf der Flucht waren – sei es vor Hunger oder vor übermächtigen Feinden. Als die hunnischen Steppenreiter Ende des 4. Jahrhunderts n. Chr. die untere Donau erreichten, hatte das Römische Reich seinen Zenit bereits überschritten und war in zwei Hälften zerfallen, was es den Hunnen erleichterte, tief in europäisches Territorium vorzudringen.

Kriegsführung und Ausrüstung: Die Überlegenheit der Hunnen

Die Kampfweise der Hunnen überraschte ihre Gegner im westlichen Eurasien völlig und stellte sie vor nahezu unlösbare Probleme. Während die meisten europäischen Völker den Kampf Mann gegen Mann und das Fußvolk bevorzugten, kämpften die Hunnen ausschließlich vom Rücken ihrer Pferde aus. Sie waren hervorragende Reiter und konnten aus ihren Sätteln heraus gezielte Pfeilhagel auf den Feind niedergehen lassen, sowohl vorwärts über den Pferdehals als auch rückwärts nach einer Kehrtwendung. Ihre „Feuerkraft“ war allen anderen Völkern ihrer Zeit überlegen, sowohl quantitativ als auch qualitativ.

Die Hunnen nutzten den Kompositreflexbogen, der eine enorme Kraftentwicklung bei leichtem Zug ermöglichte. Dies erlaubte es ihnen, vom Pferderücken aus elegant und dennoch mit hoher Durchschlagskraft zu schießen, um feindliche Schilde zu durchbohren. Keine der damaligen Schildpanzerungen hielt einem hunnischen Pfeilschuss stand. Zudem waren ihre Bögen sehr weittragend, sodass sie ihre Gegner aus großer Distanz ins Visier nehmen konnten, oft bevor diese überhaupt einen einzigen Hunnen gesehen hatten. Ein weiterer entscheidender Vorteil waren die Steigbügel in Form lederner Schlaufen, die es ihnen ermöglichten, im Stehen wesentlich genauer zu zielen. Diese Erfindung der Skythen im 3. Jahrhundert v. Chr. wurde von den Hunnen übernommen und trug maßgeblich zu ihrer Überlegenheit zu Pferde bei.

Für den Nahkampf verwendeten die Hunnen ein sehr langes zweischneidiges Schwert, das in ihrem Leben einen besonderen Stellenwert einnahm und oft mit goldenen Amuletten geschützt wurde. Auch das Lasso gehörte zu ihrer Ausrüstung, womit sie Gegner gekonnt von den Pferden rissen. Die Hunnen selbst waren nur leicht gerüstet und trugen neben Leder- und Fellkleidung allenfalls Fellmützen oder Spangenhelme. Ihre taktische Raffinesse zeigte sich in der Schnelligkeit und Wendigkeit ihrer Reiterscharen sowie in der speziellen Taktik der Scheinflucht, bei der Ross und Reiter plötzlich verschwanden, um dann unvermittelt im Rücken oder an den Flanken des Gegners wieder aufzutauchen und empfindliche Verluste zuzufügen. Sie kämpften in kleinen, beweglichen Einheiten von 500 bis 1000 Mann und fielen unter schrecklichem Kriegsgeheul über die geordneten Truppen der Gegner her, was diese oft auseinandersprengte. Die Römer nannten diese Krieger aus dem Osten „Tartaren“, ein Wort, das „Hölle“ oder „Unterwelt“ bedeutet und ihre Wahrnehmung als „die Teuflischen“ widerspiegelt.

Wie geht es weiter mit den Hunnen?
Das Hunnenreich in Europa ist damit zu Ende. Die Hunnen verschwinden in alle Winde zerstreut wieder im Dunkel der Geschichte. Der Sturm der Hunnen in den Westen löste einen gewaltigen Flüchtlingsstrom aus. Heute spricht man von einer „Völkerwanderung“, was jedoch nach Ansicht vieler Historiker reichlich verharmlosend klingt.

Attila: Der „Geißel Gottes“ und sein Reich

Kein anderer Mann verkörperte die hunnische Größe so sehr wie Attila, der zwischen 395 und 396 n. Chr. geboren wurde. Sein Name, übrigens gotischer Herkunft, bedeutet „Väterchen“. Schon als 15-Jähriger weilte der junge Hunne im Jahr 410 n. Chr. als Geisel in Rom, wo er die Kampfweise, Sitten und Gebräuche der Römer kennenlernte und sogar mit dem Titel eines römischen Heerführers („Magister militium“) ausgezeichnet wurde. Der Austausch von hochgeborenen Geiseln war damals üblich, um den Frieden zu sichern und plötzliche Angriffe zu verhindern. In Rom erlebte Attila die Belagerung der Stadt durch die Westgoten und machte sich in dieser dramatischen Zeit Gedanken über die Herkunft und Motivation seines eigenen Volkes – die Flucht vor dem Hungertod.

Nach dem Tod seines Onkels, des Hunnenkönigs Ruga, im Jahre 434 n. Chr., teilte Attila zunächst die Macht mit seinem Bruder Bleda. Doch schon bald ließ Attila seinen Konkurrenten ermorden, um die Alleinherrschaft über die Hunnen und alle unterworfenen Völker zu erlangen. Er forderte von seinem Gefolge einen uneingeschränkten Treueschwur, der es ihm ermöglichte, jede Politik bedingungslos durchzusetzen. Unter Attila erreichten die Hunnen den Höhepunkt ihrer Macht. Sie erhielten ein festes Siedlungsgebiet vom ehemaligen römischen Geisel Aetius, der zum mächtigsten Römer aufgestiegen war, und die Goten, Alanen und Gepiden waren ihnen treu ergeben. Von einem hölzernen Palast aus, zwischen den Flüssen Donau und Theiß gelegen, soll Attila regiert haben. Sein Hof war ein Knotenpunkt eines Vielvölkerreiches, wo Hunnisch, Gotisch, Latein und andere Sprachen gesprochen wurden.

Die Attraktivität der Hunnenmacht für andere Völker lag in ihrem Erfolgsmodell: Sie beherrschten enorme Räume, bewegten sich extrem schnell und kamen leicht an reiche Beute. Plünderungszüge, ständige Geldflüsse aus Tributzahlungen und eine gute Versorgung in Attilas Reich führten dazu, dass er von einer ständig wachsenden Zahl von „Freunden“ umgeben war. Das Oströmische Reich zahlte astronomische Tribute an die Hunnen, beispielsweise 175 Kilogramm Gold im Jahr 430, das drei Jahre später auf 350 Kilo stieg und im Jahr 438 sogar über eine Tonne Gold betrug.

Chronologie der Hunnenherrschaft in Europa

JahrEreignis
374 n. Chr.Erstes Auftreten der Hunnen im Westen, Überrennen der Alanen und Ostgoten. Beginn der Völkerwanderung.
401 n. Chr.Erstes Bündnis zwischen Hunnen und Römern unter Hunnenkönig Uldin.
410 n. Chr.Der 15-jährige Attila weilt als Geisel in Rom.
415 n. Chr.Attilas Vater Mundschuk wird König der Hunnen.
430 n. Chr.Hunnen greifen das Königreich Burgund an; Feldzug misslingt. Oströmische Tributzahlungen an Hunnen (175 kg Gold).
434 n. Chr.Hunnischer Großkönig Ruga stirbt; Attila und Bleda übernehmen die Herrschaft. Tribut Ostroms verdoppelt (350 kg Gold).
436 n. Chr.Hunnen zerschlagen das Burgunderreich am Mittelrhein.
437 n. Chr.Bleda wird ermordet, Attila wird Alleinherrscher. Oströmischer Tribut steigt auf über 1 Tonne Gold.
451 n. Chr.Attila bricht zu seiner Schicksalsschlacht nach Gallien auf. Schlacht auf den Katalaunischen Feldern endet mit Patt.
452 n. Chr.Attila fällt in Italien ein, wird von Papst Leo I. überredet, Rom nicht anzugreifen.
453 n. Chr.Attila heiratet Hildiko und stirbt in der Hochzeitsnacht an einem Blutsturz.
455 n. Chr.Attilas Nachfolger Ellac wird von Ostgoten, Gepiden und Rugiern am Fluss Nedao geschlagen. Ende des Hunnenreiches in Europa.
469 n. Chr.Die Bedrohung durch die Hunnen endet endgültig. Das Hunnenreich ist zerfallen.

Das Ende einer Ära: Attilas Tod und der Zerfall des Reiches

Das Hunnenreich, das nur einen Wimpernschlag der Geschichte dauerte – nicht einmal hundert Jahre –, verschwand nach Attilas Tod wieder im Dunkel der Anonymität. Attilas Nimbus als unbesiegbarer Feldherr erhielt einen Dämpfer bei der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern im Jahr 451 n. Chr. Obwohl er mit einem Rest des Heeres entkommen konnte, war das Unentschieden ein Rückschlag. Ein Jahr später fiel er in Italien ein, doch Papst Leo I. überredete ihn, Rom nicht anzugreifen, und bot ihm stattdessen die Plünderung aller oberitalienischen Städte an.

Attila starb im Frühling des Jahres 453 n. Chr. in seiner Hochzeitsnacht mit der jungen Germanin Hildiko an einem Blutsturz. Sein plötzlicher Tod beendete nicht nur sein Leben, sondern löste auch die persönliche Treue auf, die die unterworfenen Völker an ihn band. Attilas Söhne verstanden es nicht, die Gefolgsleute ihres Vaters auf sich einzuschwören. Schon bald nach seinem Tod kam es zu Aufständen der unterdrückten Völker gegen die Hunnen, und auch unter den Hunnen selbst brachen bürgerkriegsähnliche Kämpfe um Herrschaft und Einfluss aus. Dies besiegelte das Ende der Hunnenmacht, und einst verbündete Goten und Gepiden besorgten den Rest in zwei finalen Schlachten, wie der Schlacht am Fluss Nedao im Jahr 455 n. Chr. Attilas Volk zerstreute sich, viele Krieger schlossen sich anderen Steppenvölkern an, und als geschlossene Gemeinschaft traten sie nie mehr in Erscheinung. Sie verschwanden im Dunkel der Geschichte, aus dem sie einst gekommen waren.

Die Frage, ob Attila für den Niedergang Roms verantwortlich war, wird heute differenzierter betrachtet. Er beeinflusste die weitere Geschichte und leitete das Ende der Antike ein, doch Rom selbst griff er nicht an. Es ist wahrscheinlicher, dass der Prozess des Niedergangs bereits begonnen hatte und die Hunnen diesen lediglich beschleunigten oder verstärkten.

Das Bild der Hunnen in der modernen Welt

Der Ruf der Hunnen als grausame und furchtlose Krieger hat alle Zeiten überdauert. Von christlichen Geschichtsschreibern Roms wurden sie zu Barbaren erklärt, zu Bestien in Menschengestalt stilisiert und als eine Art neue biblische Plage dargestellt. Der römische Geschichtsschreiber Ammianus Marcellinus beschrieb sie als „monströser und ungestalter Häßlichkeit“. Auch Sitten wie die Kopfumformung bei Kleinkindern, um Langschädel zu formen, oder das Zerschneiden der Gesichter, um den Bartwuchs zu verhindern, trugen zu diesem Bild bei.

Was ist der Unterschied zwischen deutschen und Hunnen?
Der Vergleich der Deutschen mit den Hunnen ist in mehrfacher Hinsicht absurd. Die wenigen Male, als die Hunnen in der deutschen Geschichte auftauchten, waren sie Feinde und wurden durchaus als entgegengesetztes Prinzip verstanden.

Interessanterweise findet sich der Hunnenkönig Attila auch im berühmten Nibelungenlied, wo er als „König Etzel“ auftritt. Doch das Bild der Hunnen wurde im 20. Jahrhundert durch die Hunnenrede von Kaiser Wilhelm II. im Jahre 1900 auf unrühmliche Weise reaktiviert. Bei der Verabschiedung von Truppen, die zur Bekämpfung des Boxeraufstandes nach China abreisten, soll Wilhelm II. gesagt haben: „Kommt Ihr vor den Feind, so wird er geschlagen, Pardon wird nicht gegeben; Gefangene nicht gemacht. Wer Euch in die Hände fällt, sei in Eurer Hand. Wie vor tausend Jahren die Hunnen unter ihrem König Etzel sich einen Namen gemacht, der sie noch jetzt in der Überlieferung gewaltig erscheinen läßt, so möge der Name Deutschland in China in einer solchen Weise bekannt werden, daß niemals wieder ein Chinese es wagt, etwa einen Deutschen auch nur scheel anzusehen.“ Diese Aussage, die inoffiziell verbreitet wurde, trug wesentlich dazu bei, dass Deutschland, insbesondere im Ersten Weltkrieg, von der alliierten Propaganda als „Hunnen“ stigmatisiert wurde, um eine angebliche Barbarei zu untermauern. Dies diente dazu, die eigene Bevölkerung zu mobilisieren und die Kriegsziele zu verschleiern, obwohl die Grausamkeiten der deutschen Soldaten in China nicht über das Vorgehen anderer Kolonialmächte hinausgingen. Das Feindbild der „Hunnen“ war bereits in Europa verwurzelt und wurde nun auf die Deutschen übertragen.

Noch heute gibt es in Ungarn bekennende Hunnen. 625 Personen bekennen sich zum Hunnentum und fordern die Anerkennung als eigene Ethnie und geschützte Minderheit. Ungarischen Gesetzen zufolge müsste dafür eine Gemeinschaft von mindestens tausend Personen existieren, die sich mittels eigener Kultur und Sprache von der Mehrheitsbevölkerung unterscheidet. Experten, wie der Bonner Archäologe Dr. Michael Schmauder, bestreiten schlichtweg die Existenz einer hunnischen Kultur in der Donaurepublik und sehen die Wiederentdeckung des Hunnenreichs eher als Modeerscheinung. Er betont, dass die Ungarn zu den finno-ugurischen Völkern gehören und somit eher mit den Finnen verwandt sind, als mit den Hunnen.

Häufig gestellte Fragen zu den Hunnen

Woher kamen die Hunnen wirklich?

Die genaue Herkunft der Hunnen ist unbekannt, da sie keine eigenen Schriften hinterließen. Historiker vermuten ihren Ursprung in Zentralasien, genauer gesagt im Gebiet zwischen dem Issyk-Kul-See in Kirgisien und Ulan-Bator in der Mongolei. Chinesische Quellen erwähnen ein Reitervolk namens Hsiung-nu bereits vor 5000 Jahren, das oft mit den Hunnen in Verbindung gebracht wird. Ihre Westwanderung war maßgeblich durch Hungersnöte und den Druck der Chinesischen Mauer bedingt.

War Attila für den Untergang Roms verantwortlich?

Attila selbst griff Rom nicht direkt an, und sein Reich zerfiel kurz nach seinem Tod. Die Forschung geht davon aus, dass der Prozess des Niedergangs des Römischen Reiches bereits vor Attilas Auftreten begonnen hatte. Die Hunnen und Attila haben diesen Prozess jedoch durch ihre Feldzüge und die ausgelöste Völkerwanderung sicherlich beschleunigt und verstärkt.

Gibt es heute noch Hunnen?

Offiziell gibt es keine anerkannte ethnische Gruppe der Hunnen mehr. In Ungarn bekennen sich zwar einige hundert Menschen zum Hunnentum und fordern eine Anerkennung als Minderheit, doch Experten bestreiten die Existenz einer eigenständigen hunnischen Kultur oder Sprache in der Donaurepublik. Die Hunnen verschwanden als geschlossene Gemeinschaft im 5. Jahrhundert n. Chr. aus der Geschichte.

Was war die „Hunnenrede“?

Die „Hunnenrede“ ist eine kontrovers diskutierte Ansprache von Kaiser Wilhelm II. aus dem Jahr 1900, die er an deutsche Soldaten richtete, die zur Niederschlagung des Boxeraufstandes nach China entsandt wurden. In einer inoffiziellen Version der Rede forderte er die Soldaten auf, „wie vor tausend Jahren die Hunnen unter ihrem König Etzel“ einen solchen Namen zu machen, „dass niemals wieder ein Chinese es wagt, etwa einen Deutschen auch nur scheel anzusehen.“ Diese Rede wurde später von der alliierten Propaganda im Ersten Weltkrieg genutzt, um die Deutschen als „Hunnen“ und Barbaren darzustellen.

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