31/05/2021
Das Gebet ist eine der tiefsten und persönlichsten Formen der Kommunikation, die wir mit unserem Schöpfer pflegen können. Es ist der Ort, an dem wir unsere Herzen ausschütten, unsere Sorgen teilen, Dankbarkeit ausdrücken und unsere Bitten vor Gott bringen. Doch wie beten wir wirklich effektiv? Jesus Christus selbst, unser größtes Vorbild und Lehrer, hat uns dazu eine unmissverständliche Anweisung gegeben, die das Potenzial hat, unser gesamtes Verständnis vom Gebet zu revolutionieren. Er sagte in Markus Kapitel 11, Vers 24: „Bei allem, was ihr im Gebet erbittet – glaubt nur, dass ihr es (tatsächlich) empfangen habt, so wird es euch zuteil werden.“ Diese Worte sind nicht nur eine Empfehlung, sondern eine klare Anleitung für jeden, der möchte, dass seine Gebete erhört werden.

Diese Aussage Jesu mag auf den ersten Blick ungewöhnlich klingen. Wie können wir glauben, etwas bereits empfangen zu haben, das wir noch gar nicht sehen? Die Antwort liegt im tiefen Glauben an die Autorität und Zuverlässigkeit dessen, der diese Worte spricht: Jesus Christus.
- Die Autorität Jesu: Warum wir seinen Worten vertrauen können
- Glaube vor dem Sehen: Das Prinzip des 'Empfangens'
- Der Unterschied zwischen Glauben und Hoffen
- Die Rolle des Willens Gottes im Gebet
- Wie wir Gottes Willen erkennen und in ihm bleiben
- Häufig gestellte Fragen zum Gebet nach Jesu Lehre
- Fazit: Ein Leben im Glauben und Gebet
Die Autorität Jesu: Warum wir seinen Worten vertrauen können
Bevor wir uns näher mit der Tiefe von Jesu Gebetsanweisung befassen, ist es entscheidend zu verstehen, wer Jesus ist und warum seine Worte absolute Gültigkeit besitzen. Jesus ist nicht nur ein weiser Lehrer oder ein Prophet. Die Bibel offenbart ihn als den Sohn Gottes, von gleicher Art und Wesen wie der Vater selbst. Hebräer 1, Vers 3 (Neues Leben. Die Bibelübersetzung) beschreibt ihn so: „Der Sohn spiegelt die Herrlichkeit Gottes wider, und alles an ihm ist ein Ausdruck des Wesens Gottes.“ Doch es geht noch weiter: „Er erhält das Universum durch die Macht seines Wortes.“ Oder, wie es in einer anderen Übersetzung heißt: „Er trägt das All durch sein machtvolles Wort.“
Wenn Jesus in der Lage ist, das gesamte Universum durch die Kraft seines Wortes zu tragen und zu erhalten, dann dürfen wir mit absoluter Sicherheit davon ausgehen, dass seine Anweisungen zum Gebet, die uns zeigen, wie wir empfangen, worum wir bitten, mehr als nur nützlich sind – sie sind essentiell. Jesus weiß, wie alles funktioniert, wie die geistlichen Gesetze wirken und wie die Verbindung zwischen unserem Glauben und Gottes Wirken beschaffen ist. Er ist die ultimative Quelle der Wahrheit in allen Dingen, insbesondere wenn es um unsere Beziehung zu Gott und die Erhörung unserer Gebete geht. Seine Worte sind nicht nur Theorie; sie sind die Gebrauchsanweisung für ein Leben in Fülle und in Gemeinschaft mit dem himmlischen Vater.
Glaube vor dem Sehen: Das Prinzip des 'Empfangens'
Jesu Anweisung „glaubt nur, dass ihr es (tatsächlich) empfangen habt“ fordert uns auf, eine Haltung des Glaubens einzunehmen, die über das rein Sichtbare hinausgeht. Es ist ein Glaube, der sich auf Gottes Zusage verlässt, noch bevor die physische Manifestation eintritt. Stellen Sie sich folgende Situation vor, um dies besser zu verstehen: Sie befinden sich in einer finanziellen Notlage und rufen Ihren irdischen Vater an, um ihn um Hilfe zu bitten. Ihr Vater fragt nach Ihrer Kontonummer und sagt Ihnen: „Okay, ich schicke dir das Geld.“
Was tun Sie in diesem Moment? Sie glauben Ihrem Vater. Sie legen beruhigt auf, lehnen sich zurück und wissen, dass die Überweisung in ein paar Tagen auf Ihrem Konto eintreffen wird. Sie sehen das Geld noch nicht. Es ist auch noch nicht auf Ihrem Konto verbucht. Aber Ihr Vertrauen in Ihren Vater ist so groß, dass Sie sich bereits als Empfänger des Geldes betrachten. Sie zweifeln nicht daran, dass er sein Wort halten wird.
Wenn wir einem irdischen Vater, der unvollkommen ist und Fehler machen kann, so sehr vertrauen können, wie viel mehr sollten wir dann unserem himmlischen Vater vertrauen? Gott ist unendlich verlässlicher als jeder Mensch, so lieb und gut Ihr irdischer Vater auch sein mag. Gott ist perfekt, absolut zuverlässig, Er lügt nicht, und Er liebt uns mehr als jeder andere. Was will Gott von uns? Dass wir Ihm glauben. Weil Jesus Gott so gut kennt, lehrte er uns: „Bei allem, was ihr im Gebet erbittet – glaubt nur, dass ihr es (tatsächlich) empfangen habt, so wird es euch zuteil werden.“ (Markus Kapitel 11, Vers 24; Menge Bibel)
Nachdem Sie mit Ihrem irdischen Vater telefoniert haben, glauben Sie fest daran, dass er Ihnen das Geld überweisen wird. Genauso sollten Sie Ihrem vollkommenen himmlischen Vater, dem nichts unmöglich ist, nach Ihrem Gebet erst recht glauben, dass Er Ihnen gibt, worum Sie Ihn bitten. Das Erbetene muss nicht sofort in der irdischen Welt manifestiert sichtbar sein. Es geht darum, im Moment des Gebets zu glauben, dass es bereits geschehen ist, dass Gott die Manifestation bereits auf den Weg gebracht hat.
Der Unterschied zwischen Glauben und Hoffen
Ein großer Fehler, den viele beim Beten machen, ist, dass sie hoffen, dass Gott ihre Bitte vielleicht irgendwann, irgendwie erfüllen wird. Dieses „Vielleicht“ ist der Kern des Problems. Jesus aber sagt klar: „Glaubt nur, dass ihr es (tatsächlich) empfangen habt.“ Es ist ein entscheidender Unterschied zwischen Hoffnung und Glaube, der oft missverstanden wird. Hoffnung kann passiv sein; Glaube ist aktiv und zuversichtlich.
Der Apostel Jakobus unterstreicht dies eindringlich in seinem Brief: „Doch soll der Betreffende seine Bitte in einer Haltung des Vertrauens vorbringen und nicht in der Haltung des Zweiflers; denn wer zweifelt, gleicht einer Meereswoge, die – vom Wind aufgepeitscht – einmal hierhin und dann wieder dorthin getrieben wird. Ein solcher Mensch soll nicht meinen, er werde vom Herrn etwas bekommen, denn er ist in seinem Innersten gespalten, und seine Unbeständigkeit kommt bei allem, was er unternimmt, zum Vorschein.“ (Jakobus Kapitel 1, Verse 6 – 8; Neue Genfer Übersetzung)
Diese Passage macht deutlich, dass Zweifel ein Hindernis für die Gebetserhörung ist. Es geht darum, eine unerschütterliche Haltung des Vertrauens einzunehmen, die fest davon überzeugt ist, dass Gott sein Wort hält. Wir müssen nicht die Manifestation im Irdisch-Weltlichen sehen, um zu glauben, dass Gott uns das gibt, worum wir Ihn bitten. Wir können glauben, dass es geschehen wird, weil Gott es zugesagt hat und weil wir Ihn gebeten haben.
Um den Unterschied noch deutlicher zu machen, betrachten wir eine vergleichende Tabelle:
| Aspekt | Haltung des Glaubens (nach Jesu Lehre) | Haltung des Hoffens/Zweifelns |
|---|---|---|
| Zeitpunkt des Empfangens | Im Moment des Gebets, in Gottes Augen bereits geschehen. | Irgendwann in der Zukunft, wenn überhaupt. |
| Grundlage der Zuversicht | Gottes Charakter und Seine Zusagen; Jesu Autorität. | Zufall, eigene Anstrengung, äußere Umstände. |
| Innere Haltung | Ruhe, Dankbarkeit, innere Gewissheit. | Unruhe, Sorge, Ungewissheit, innere Spaltung. |
| Ergebnis laut Bibel | Wird zuteil werden (Markus 11:24); Empfängt vom Herrn (1. Johannes 5:14-15). | Soll nicht meinen, etwas zu bekommen (Jakobus 1:7). |
| Fokus | Auf Gottes Fähigkeit und Willen, zu handeln. | Auf eigene Unsicherheit und äußere Hindernisse. |
Wenn wir beten und Gott um etwas bitten, dann müssen wir in diesem Augenblick unseres Gebetes glauben, dass Gott unseren Wunsch erfüllt hat. Er wird das nicht irgendwann erfüllen, sondern Er hat es in dem Augenblick erfüllt. Das müssen wir laut Jesus glauben. Ob die Manifestation dann sofort, in zwei Tagen, in vier Tagen, in drei Jahren erfolgt – das spielt keine Rolle für den Glauben im Gebet. Gott hat die Manifestation Ihres Wunsches auf den Weg gebracht. Darüber können wir uns dann dankbar freuen, Gott loben und preisen.
Die Rolle des Willens Gottes im Gebet
Die Lehre vom Glauben, dass man bereits empfangen hat, bedeutet jedoch nicht, dass Gott ein „Wunschautomat“ ist, der uns alles gibt, was wir uns nur wünschen. Gott wird uns niemals etwas geben, das uns schaden würde oder das nicht seinem vollkommenen Willen für unser Leben entspricht. Dies ist ein entscheidender Aspekt, der oft missverstanden wird.
Der Apostel Johannes schreibt in 1. Johannes Kapitel 5, Verse 14-15 (Menge Bibel): „Und dies ist die freudige Zuversicht, die wir zu ihm haben, dass, wenn wir ihn um etwas nach seinem Willen bitten, er uns erhört. Und wenn wir wissen, dass er alle unsere Bitten erhört, so wissen wir (zugleich), dass die Bitten, die wir vor ihn gebracht haben, uns schon gewährt sind.“
Diese Stelle ergänzt Jesu Lehre perfekt. Sie bestätigt, dass wir in Zuversicht beten sollen, aber auch, dass unsere Bitten mit Gottes Willen übereinstimmen müssen. Gott ist kein Diener unserer Launen, sondern ein liebender Vater, der nur das Beste für seine Kinder will. Wenn wir also um Dinge bitten, von denen wir nicht sicher sind, dass sie gut für uns sind und Gottes Willen entsprechen, dann riskieren wir, dass unsere Gebete unerhört bleiben – nicht wegen mangelnden Glaubens an Gottes Fähigkeit, sondern wegen mangelnder Übereinstimmung mit Seinem Herzen.
Wie wir Gottes Willen erkennen und in ihm bleiben
Die Frage ist nun: Wie können wir sicher sein, dass das, worum wir Gott bitten, auch seinem Willen für uns entspricht? Es ist einfacher, als man vielleicht denkt, erfordert aber eine bewusste Beziehungspflege mit Gott:
- Viel mit Gott und Jesus reden: Gebet ist nicht nur Bitten, sondern auch Kommunikation. Sprechen Sie mit Gott über alles – Ihre Gedanken, Ihre Gefühle, Ihre Wünsche. Hören Sie auch auf seine leise Stimme in Ihrem Inneren. Je mehr Sie mit Ihm kommunizieren, desto besser lernen Sie Seine Persönlichkeit und Seine Absichten kennen.
- Um Weisheit bitten: Die Bibel sagt, dass Gott Weisheit denen reichlich gibt, die Ihn darum bitten (Jakobus 1:5). Bitten Sie Gott um Weisheit, um Seine Perspektive auf Ihre Situationen zu erkennen und zu verstehen, was Sein Wille ist. Diese Weisheit hilft Ihnen, weise Bitten zu formulieren.
- Viel in der Bibel lesen: Die Bibel ist Gottes offenbartes Wort an uns. Sie ist die primäre Quelle, durch die wir Gottes Wesen, Seinen Charakter, Seine Zusagen und Seinen Willen kennenlernen. Je mehr Sie in der Bibel lesen und studieren, desto besser verstehen Sie, was Gott von Ihnen erwartet und was Er für Sie bereithält. Die Bibel ist wie ein Handbuch für das Leben, das uns Gottes Herz und Seine Pläne offenbart. Sie hilft uns, unsere Wünsche an Seinen Willen anzupassen.
Es ist wichtig zu verstehen, dass Gott unsere Gebete nicht erhört, weil wir viel Bibel lesen oder viel beten. Wir können und müssen uns Gottes Gnade nicht erarbeiten. Als neugeborene Christen steht uns der gesamte Segen Gottes zur Verfügung (Römer 8:32). Das Lesen der Bibel und das Gebet sind keine „Arbeit“, um Gottes Gunst zu verdienen, sondern Mittel, um unsere Beziehung zu Ihm zu vertiefen und uns zu dem Menschen zu entwickeln, den Er in uns sieht. Sie helfen uns, Gottes Herz zu verstehen und unsere Bitten entsprechend auszurichten.
Häufig gestellte Fragen zum Gebet nach Jesu Lehre
Muss ich wirklich sofort glauben, dass ich es erhalten habe?
Ja, das ist der Kern von Jesu Lehre in Markus 11:24. Der Glaube, dass Sie es bereits im Moment des Gebets empfangen haben, ist entscheidend. Es geht darum, im Herzen zu wissen, dass Gott Ihre Bitte gehört und die Erfüllung auf den Weg gebracht hat, noch bevor Sie sie physisch sehen können. Es ist eine Haltung des völligen Vertrauens in Gottes Zuverlässigkeit.
Was, wenn das Erbetene nicht sofort eintrifft?
Die Zeitspanne zwischen dem Glauben im Gebet und der sichtbaren Manifestation ist Gottes Sache. Ihr Glaube ist nicht an die Geschwindigkeit der Manifestation gebunden, sondern an die Tatsache, dass Gott Ihre Bitte im Moment des Gebets erhört und die Erfüllung in Gang gesetzt hat. Bleiben Sie in Dankbarkeit und Lobpreis, während Sie auf die sichtbare Erfüllung warten, denn Gott hält Seine Versprechen.
Wie weiß ich, ob meine Bitte Gottes Willen entspricht?
Der beste Weg ist, viel Zeit mit Gott im Gebet zu verbringen, Seine Weisheit zu suchen und Sein Wort (die Bibel) zu studieren. Die Bibel offenbart Gottes Charakter und Seinen Willen für Ihr Leben. Wenn Ihre Bitte mit dem übereinstimmt, was Gott in Seinem Wort versprochen hat oder was Sein Charakter widerspiegelt, können Sie sicher sein, dass sie Seinem Willen entspricht.
Bedeutet das, ich kann um alles bitten, was ich will?
Nein. Gott ist kein „Wunschautomat“. Er wird uns niemals etwas geben, das uns schaden würde oder nicht Seinem vollkommenen Willen für unser Leben entspricht. Unsere Bitten sollten immer im Einklang mit Gottes Willen stehen, wie er in der Bibel offenbart ist und wie wir ihn durch Gebet und Weisheitssuche erkennen. Das Ziel ist es, dass unser Wille sich Seinem Willen anpasst, nicht umgekehrt.
Fazit: Ein Leben im Glauben und Gebet
Jesu Lehre über das Gebet in Markus 11:24 ist eine Einladung zu einem tieferen, effektiveren Gebetsleben. Es ist eine Aufforderung, über bloße Hoffnung hinauszugehen und in den Bereich des festen Glaubens einzutreten – des Glaubens, dass wir im Moment des Gebets bereits empfangen haben. Dieser Glaube basiert auf der unerschütterlichen Autorität und Zuverlässigkeit Jesu Christi und unseres himmlischen Vaters.
Indem wir lernen, im Einklang mit Gottes Willen zu beten, uns in Seinem Wort zu vertiefen und Ihn um Weisheit zu bitten, können wir sicher sein, dass unsere Gebete erhört werden. Es geht nicht darum, uns Gottes Gunst zu erarbeiten, sondern darum, Seine unverdiente Gnade anzunehmen und in einer Beziehung des tiefen Vertrauens mit Ihm zu leben. Wenn wir diese Prinzipien anwenden, wird unser Gebetsleben nicht nur transformiert, sondern wir werden auch Zeugen der erstaunlichen Macht Gottes in unserem Alltag. Beginnen Sie noch heute, diese Wahrheit zu leben und erleben Sie, wie sich Ihr Gebetsleben für immer verändert.
Wenn du andere Artikel ähnlich wie Jesu Lehre über Gebet: Glauben, um zu empfangen kennenlernen möchtest, kannst du die Kategorie Glaube besuchen.
