Die Mariensäule: Bayerns Herzstück des Glaubens

01/08/2021

Rating: 4.99 (12568 votes)

Im Herzen Münchens, auf dem weitläufigen Marienplatz, erhebt sich majestätisch die Mariensäule – ein strahlendes Symbol tief verwurzelten Glaubens und kultureller Identität Bayerns. Doch wer hat dieses beeindruckende Denkmal initiiert, und welche Geschichte verbirgt sich hinter der Verehrung Mariens als Schutzpatronin, der „Patrona Bavariae“? Dieser Artikel nimmt Sie mit auf eine Reise durch die Jahrhunderte, um die Ursprünge, die Entwicklung und die bleibende Bedeutung dieser tiefen Marienverehrung zu beleuchten, die weit über religiöse Grenzen hinaus das bayerische Wesen prägt.

Wer hat die Mariensäule erfunden?
Die Mariensäule wurde am 7. November 1638, dem ersten Sonntag nach Allerheiligen, durch den Freisinger Bischof Veit Adam von Gepeckh geweiht. Von wem der Entwurf für die Säule stammt, ist nicht überliefert; es dürfte aber einer der bedeutenden Künstler der damaligen Zeit gewesen sein. Oft wird sie Hubert Gerhard zugeschrieben.

Die Mariensäule ist weit mehr als nur ein Denkmal; sie ist ein Zeugnis der Geschichte, der Frömmigkeit und der Dankbarkeit eines ganzen Landes. Ihre Geschichte ist eng verwoben mit den Schicksalen Bayerns, geprägt von Kriegen, Glaubensfragen und der beständigen Hoffnung auf göttlichen Schutz. Lassen Sie uns die einzelnen Facetten dieser bemerkenswerten Historie gemeinsam entschlüsseln.

Inhaltsverzeichnis

Die Ursprünge der Marienverehrung in Bayern

Die Verehrung der Gottesmutter Maria in Bayern reicht weit zurück in die frühesten Tage des Christentums. Bereits im 8. Jahrhundert, lange bevor die Mariensäule das Stadtbild Münchens prägte, finden sich deutliche Spuren ihrer Verehrung. Die erste in Bayern bezeugte Marienkirche, ein Vorgängerbau des heutigen Freisinger Doms, bestand schon im Jahr 724, als der heilige Korbinian nach Freising kam. Diese Kirche, geweiht dem Fest Mariä Geburt am 8. September, wurde später die Kathedralkirche des im Jahr 739 gegründeten Bistums Freising. Dies zeigt, wie zentral die Rolle Mariens bereits in den Gründungsjahren des bayerischen Klerus war.

Im Mittelalter führte diese tiefe Marienverehrung zur Errichtung zahlreicher Maria geweihten Kirchen und bedeutender Wallfahrtsorte, die bis heute Pilger aus aller Welt anziehen. Namen wie Kloster Ettal, Maria Thalheim (heute zu Fraunberg) und allen voran Altötting zeugen von der tiefen Frömmigkeit der bayerischen Bevölkerung. Auch die Dome von Augsburg (Mariä Heimsuchung) und Eichstätt (Mariä Himmelfahrt) sind der heiligen Mutter Gottes und der Patrona Bavariae geweiht. Diese frühen Zeugnisse legen den Grundstein für die spätere, noch intensivere Ausprägung der Marienverehrung, insbesondere in Zeiten großer Not und Umbrüche.

Kurfürst Maximilian I. und die Patrona Bavariae

Eine entscheidende Rolle bei der Etablierung Marias als offizieller Schutzpatronin Bayerns spielte Kurfürst Maximilian I. (1573–1651). Als zutiefst religiöser und politisch kluger Herrscher förderte er die Verehrung Marias als Patrona Bavariae in besonderem Maße. Maximilian sah sich selbst lediglich als Statthalter Marias und wollte Bayern unter ihre Herrschaft stellen. Diese Haltung war nicht nur Ausdruck seiner persönlichen Frömmigkeit, sondern auch ein strategischer Schachzug in den Wirren der Gegenreformation. Die katholische Marienverehrung wurde in dieser Zeit verstärkt als Unterscheidungsmerkmal zwischen Katholizismus und Protestantismus instrumentalisiert, um die konfessionelle Identität Bayerns zu stärken.

Ein frühes Zeugnis dieser Politik ist eine Münze aus dem Jahr 1610, die Maria bereits als Schutzpatronin Münchens zeigt. Noch bedeutsamer ist die bronzene Marienstatue „Patrona Boiariae“ (eine humanistische Form für „Bavariae“), die der Kurfürst im Jahr 1616 an der Westseite der Münchner Residenz aufstellen ließ. Diese Statue, nach einem Entwurf von Hans Krumpper aus dem Jahr 1615 von Bartolomäus Wenglein gegossen, ist ein Meisterwerk barocker Kunst und Symbolik. Die Gottesmutter steht mit ihrem rechten Fuß auf der Mondsichel – ein biblisches Symbol aus der Offenbarung des Johannes (Offb 12,1 EU), das ihre triumphierende Rolle als Himmelskönigin unterstreicht. Das Zepter in ihrer Linken und eine hohe Krone weisen sie ebenfalls als Königin des Himmels aus. Mit ihrer Rechten hält sie das Christuskind, das seinerseits mit seiner Linken die kreuzgeschmückte Kosmoskugel umfasst, ein Zeichen seiner Herrschaft über das All. Das Haupt der Gottesmutter ist von zwölf Sternen umkränzt, die die Zwölf Stämme Israels symbolisieren. Unter der Statue brennt in einer engelgeschmückten bronzenen Laterne ein Ewiges Licht, und eine lateinische Inschrift über der Nische lautet: „Sub tuum praesidium confugimus, sub quo secure laetique degimus“ („In Deinen Schutz wir uns begeben, wo sicher wir und fröhlich leben.“). Diese Statue, die während des Zweiten Weltkrieges vergraben und später aus den Trümmern geborgen werden musste, ist ein bleibendes Zeugnis der tiefen Verbundenheit Maximilians I. mit Maria und seiner Vision für Bayern.

Die Entstehung der Münchner Mariensäule

Die Mariensäule auf dem Marienplatz ist das prominenteste Denkmal dieser Verehrung und eng mit den Ereignissen des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) verbunden. Kurfürst Maximilian I. legte ein feierliches Gelübde ab: Sollten München und Landshut vom Krieg und seinen verheerenden Zerstörungen verschont bleiben, würde er ein „gottgefälliges Werk“ errichten lassen. Tatsächlich blieben beide Städte – im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Regionen – weitgehend unversehrt. Aus Dankbarkeit und zur Erfüllung seines Gelübdes ließ Maximilian im Jahr 1638 die Mariensäule aus edlem Adneter Marmor auf dem damaligen Schrannenplatz (heute Marienplatz) errichten.

Die Weihe der Mariensäule erfolgte am 7. November 1638, dem ersten Sonntag nach Allerheiligen, durch den Freisinger Bischof Veit Adam von Gepeckh. Der Entwurf für die Säule selbst ist bis heute nicht zweifelsfrei überliefert, doch wird vermutet, dass ein bedeutender Künstler der damaligen Zeit dafür verantwortlich war; oft wird Hubert Gerhard zugeschrieben. Gekrönt wird die Säule von einer vergoldeten Marienstatue aus Bronze, die vermutlich bereits 1593 von Hubert Gerhard für das Grab Wilhelms V. geschaffen und bis 1613 für den Hochaltar der Münchner Frauenkirche verwendet wurde. Diese Statue ähnelt stark der Bronzestatue an der Residenz: Maria steht auf der Mondsichel, ist gekrönt und hält in der Linken das segnende Christuskind, in der Rechten ein Zepter. Nach diesem Standbild erhielt der wichtigste Platz der Münchner Innenstadt schließlich seinen heutigen Namen: Marienplatz.

Die Münchner Mariensäule wurde nicht nur zu einem religiösen Wahrzeichen, sondern auch zum symbolischen Mittelpunkt des Landes. Sie gilt bis heute als der metrische Nullpunkt der Kilometerzählung für alle Straßen, die vom Zentrum Münchens ins Umland führen – ein Ausdruck ihrer zentralen Bedeutung für ganz Bayern.

Der Madonnentaler: Glaube im Münzwesen

Die besondere Verehrung der Gottesmutter Maria fand im 18. Jahrhundert auch im bayerischen Münzwesen ihren Ausdruck, was die Allgegenwart dieses Glaubens im Alltag der Menschen unterstreicht. Bereits Kurfürst Maximilian II. Emanuel ließ 1715 erste Münzen mit einer Darstellung Mariens auf der Rückseite prägen. Eine noch größere Verbreitung fanden die sogenannten Madonnentaler vor allem unter den Kurfürsten Maximilian III. Joseph (1745–1777) und Karl Theodor (1777–1799).

Diese Münzen zeigten auf der Vorderseite das Porträt des jeweiligen Herrschers und auf der Rückseite eine Madonna mit Kind im Strahlenkranz. Bei der katholischen Bevölkerung waren diese Münzen aufgrund ihres Motivs außerordentlich beliebt. Dem Madonnentaler wurden sogar besondere Heilkräfte zugesprochen, was seine Beliebtheit noch steigerte. Er wurde gerne als Amulettmünze getragen oder zur Heilung direkt auf Wunden gelegt. Darüber hinaus kratzten die Menschen Silber von den Madonnentalern ab, mischten es in Tinkturen oder Salben und verabreichten es Kranken in der Hoffnung auf Heilung. Dies zeigt eindrucksvoll, wie tief der Glaube an die Fürsprache Mariens im Volksglauben verankert war und wie er sich in materiellen Objekten manifestierte.

Ein eigenes Marienfest für Bayern

Die tiefe Verehrung Mariens als Schutzpatronin Bayerns fand schließlich ihren Höhepunkt in der Einführung eines eigenen bayerischen Marienfestes. Während der Wirren des Ersten Weltkriegs wandte sich der bayerische König Ludwig III. an Papst Benedikt XV. mit der dringenden Bitte, die Jungfrau und Gottesmutter Maria auch offiziell zur Schutzpatronin Bayerns zu erklären und ein spezifisches bayerisches Marienfest zu gestatten. In Zeiten großer Not und Ungewissheit suchte man Trost und Schutz im Glauben.

Papst Benedikt XV. gewährte beide Bitten am 26. April 1916. Im päpstlichen Dekret hieß es anerkennend: „An hervorragender Liebe und treuer Hingabe zur allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter steht das bayerische Volk gewiß keiner anderen katholischen Nation nach.“ Bereits am 14. Mai desselben Jahres, oder am darauf folgenden Sonntag, dem 20. Mai, wurde das Fest erstmals in München gefeiert. Ab 1917 wurde es dann in allen bayerischen Diözesen begangen. Der heute gebräuchliche Termin, der 1. Mai, wurde von der Freisinger Bischofskonferenz im Jahr 1970 eingeführt, um das Fest liturgisch besser in den Jahreskreis zu integrieren und es mit dem weltweiten Marienmonat Mai zu verbinden. Dieses eigene Fest unterstreicht die einzigartige und besondere Stellung Mariens im bayerischen Katholizismus.

Wie lautet das Gedicht auf die Mariensäule?
Im "Münchner Sonntagsblatt" für das Jahr 1864 befindet sich von dem rühmlichst bekannten deutschen Dichter Dr. J. B. Rousseau ein gemütliches Gedicht auf die Mariensäule. Es lautet: Auf jenes Platzes Mitte, Der nach Maria benannt, Ward ihr nach heiliger Sitte Ein Denkmal durch fürstliche Hand.

Symbolik und Bedeutung der Marienstatue

Die Marienstatuen, insbesondere die auf der Mariensäule und an der Residenz, sind reich an Symbolik, die ihre theologische und historische Bedeutung unterstreicht. Jedes Attribut trägt eine spezifische Botschaft:

  • Die Mondsichel: Maria steht auf der Mondsichel, ein direktes Zitat aus der Offenbarung des Johannes (Offb 12,1: „Eine Frau, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen.“). Dieses Bild symbolisiert ihren Triumph über das Böse, die Vergänglichkeit und ihre erhabene Stellung als Himmelskönigin, die über die irdischen Kräfte erhaben ist.
  • Die Krone: Die Krone auf Marias Haupt weist sie als Himmelskönigin (Regina Coeli) aus. Sie ist die Königin der Engel und Heiligen und herrscht mit Christus über das Universum.
  • Das Zepter: Das Zepter in Marias Hand ist ein weiteres königliches Insignium. Es symbolisiert ihre Herrschaft und Autorität, die ihr als Mutter des Königs der Könige zuteilwird. Es ist ein Zeichen ihrer Macht der Fürsprache und ihres Einflusses im Himmel.
  • Der Sternenkranz: Der Kranz von zwölf Sternen um Marias Haupt verweist ebenfalls auf die Offenbarung des Johannes. Die zwölf Sterne symbolisieren die zwölf Stämme Israels und später die zwölf Apostel, wodurch Maria als Mutter der Kirche und Erfüllung der biblischen Verheißungen dargestellt wird.
  • Das Christuskind: Maria hält das Christuskind, das mit der Kosmoskugel und dem Kreuz die Herrschaft über das All symbolisiert. Dies betont Marias Rolle als Gottesmutter (Theotokos) und die Menschwerdung Gottes. Sie ist diejenige, die den Erlöser in die Welt gebracht hat, und durch sie ist die Erlösung möglich geworden.
  • Das Ewige Licht: Unter der Statue an der Residenz brennt ein Ewiges Licht. Es symbolisiert die beständige Präsenz Gottes und Mariens, die unaufhörliche Fürbitte und die Hoffnung auf ewiges Leben. Es ist ein Zeichen der ununterbrochenen Verehrung und des Gebets.

Diese Attribute vereinen sich zu einem kraftvollen Bild, das Maria als mächtige Fürsprecherin, Königin und Mutter darstellt, die Schutz und Heil spendet.

Die Patrona Bavariae heute: Eine lebendige Tradition

Die Verehrung der „Patrona Bavariae“, insbesondere durch die Mariensäule, ist auch heute noch eine lebendige und tief verwurzelte Tradition in Bayern. Sie ist nicht nur ein historisches Relikt, sondern ein aktiver Teil des religiösen und kulturellen Lebens.

An der Mariensäule in München findet jeden Samstag um 19:00 Uhr der Rosenkranz statt, an dem sich Gläubige versammeln, um gemeinsam zu beten und die Gottesmutter zu ehren. Regelmäßig finden auch Prozessionen zur Säule statt, die die ungebrochene Verbundenheit der Menschen mit diesem Symbol zeigen. Auch außerhalb Münchens wird Maria in katholischen Gebieten als bayerische Patronin verehrt. Unzählige ihr geweihte Kirchen und Kapellen in ganz Bayern zeugen von dieser anhaltenden Frömmigkeit. Die Darstellung Mariens mit den genannten Attributen – Mondsichel, Zepter, Krone und Sternenkranz – und dem Christuskind in der Linken ist nach wie vor häufig in Kirchen, an Häusern und auf Bildstöcken zu sehen.

Ein überraschendes Zeugnis der Popularität der Patrona Bavariae in jüngerer Zeit ist das Lied „Patrona Bavariae“ des Original Naabtal Duos aus dem Jahr 1988. Dieses Lied, das Liebeskummer mit der Anrufung Mariens verbindet, wurde zu einem der größten Verkaufserfolge in der Geschichte der deutschen volkstümlichen Schlagermusik. Seine Medienpräsenz und Bekanntheit waren derart groß, dass ihm oft der Durchbruch des volkstümlichen Schlagers auf dem deutschen Musikmarkt zugeschrieben wird. Dies zeigt, wie tief und vielfältig die Verehrung Mariens selbst in populärkulturellen Ausdrucksformen verankert ist.

Zur Vorbereitung auf das Jubiläum „100 Jahre Patrona Bavariae“ im Jahr 2016 veranstalteten die bayerischen Bistümer unter dem Motto „Mit Maria auf dem Weg“ eine siebenjährige Wallfahrtsreihe. Diese führte Gläubige zu bedeutenden Marienwallfahrtsorten in ganz Bayern, darunter Altötting (Bistum Passau, 2011), Vierzehnheiligen (Erzbistum Bamberg, 2012), Bogen (Bistum Regensburg, 2013), Retzbach (Bistum Würzburg, 2014), Augsburg (Bistum Augsburg, 2015), Eichstätt (Bistum Eichstätt, 2016) und schließlich München (Erzbistum München und Freising, 2017) mit der Frauenkirche und der Mariensäule als Höhepunkt. Diese Initiativen unterstreichen die fortwährende Bedeutung und die lebendige Pflege der Marienverehrung als zentralen Pfeiler des bayerischen Glaubenslebens.

Vergleich der Marienstatuen: Residenz vs. Mariensäule

Obwohl beide Statuen Maria als Patrona Bavariae darstellen, gibt es wichtige Unterschiede in ihrer Entstehung und Nutzung:

MerkmalBronzestatue an der ResidenzMarienstatue auf der Mariensäule
AuftraggeberKurfürst Maximilian I.Kurfürst Maximilian I.
Entstehungsjahr Statue1615 (gegossen), 1616 (aufgestellt)1593 (ursprünglich für Grabmal Wilhelms V. geschaffen)
Künstler (Statue)Hans Krumpper (Entwurf), Bartolomäus Wenglein (Guss)Hubert Gerhard (zugeschrieben)
MaterialBronzeVergoldete Bronze
Ursprünglicher StandortWestseite der Residenz, MünchenGrabmal Wilhelms V., später Hochaltar der Frauenkirche
Heutiger StandortWestseite der Residenz, MünchenMarienplatz, München
Zweck der AufstellungAusdruck der Schutzherrschaft Mariens über Bayern; konfessionelles StatementErfüllung eines Gelübdes nach Verschonen Münchens im Dreißigjährigen Krieg; Dankeszeichen
Besondere MerkmaleLateinische Inschrift, Ewiges Licht, Wiederherstellung nach KriegsschädenGilt als metrischer Nullpunkt Bayerns; Namensgeber des Marienplatzes

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Die Geschichte und Bedeutung der Mariensäule sowie der Patrona Bavariae werfen oft interessante Fragen auf. Hier sind Antworten auf einige der gängigsten:

Wer hat die Mariensäule „erfunden“ oder initiiert?

Die Errichtung der Mariensäule wurde von Kurfürst Maximilian I. initiiert. Er legte im Dreißigjährigen Krieg ein Gelübde ab, ein „gottgefälliges Werk“ zu errichten, falls München und Landshut von der Zerstörung verschont blieben. Die Säule wurde zur Erfüllung dieses Gelübdes gebaut. Der Entwurf für die Säule selbst ist nicht namentlich überliefert, wird aber oft Hubert Gerhard zugeschrieben, der auch die Marienstatue auf der Säule schuf.

Warum wurde die Mariensäule errichtet?

Die Mariensäule wurde aus Dankbarkeit errichtet, nachdem München und Landshut während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) von größeren Zerstörungen verschont geblieben waren. Kurfürst Maximilian I. hatte dies in einem Gelübde versprochen, sollte Maria die Städte schützen.

Was bedeutet der Begriff „Patrona Bavariae“?

„Patrona Bavariae“ bedeutet „Schutzpatronin Bayerns“. Es ist der Titel, unter dem die Gottesmutter Maria als besondere Beschützerin und Fürsprecherin des bayerischen Landes und seiner Bewohner verehrt wird. Dieser Titel wurde maßgeblich von Kurfürst Maximilian I. gefördert und später offiziell vom Papst bestätigt.

Welche Symbolik steckt in der Marienstatue auf der Säule?

Die Marienstatue auf der Säule ist reich an Symbolik: Maria steht auf der Mondsichel, was ihre triumphale Stellung über das Irdische und das Böse symbolisiert. Die Krone und das Zepter weisen sie als Himmelskönigin aus. Der Sternenkranz um ihr Haupt verweist auf biblische Verheißungen und die zwölf Apostel. Das Christuskind in ihren Armen, das eine Kosmoskugel hält, betont ihre Rolle als Gottesmutter und die Menschwerdung Gottes, durch die Erlösung in die Welt kam.

Wird Maria als Schutzpatronin Bayerns heute noch verehrt?

Ja, die Verehrung Mariens als Patrona Bavariae ist auch heute noch sehr lebendig. Dies zeigt sich in regelmäßigen Gebeten und Prozessionen an der Mariensäule, in zahlreichen Marienkirchen und Kapellen in ganz Bayern, in modernen kulturellen Ausdrucksformen wie dem Lied „Patrona Bavariae“ und in organisierten Wallfahrten, die die jahrhundertealte Tradition fortführen.

Die Mariensäule und die Verehrung der Patrona Bavariae sind somit nicht nur ein Stück Vergangenheit, sondern ein lebendiger Teil der bayerischen Gegenwart. Sie erzählen eine Geschichte von Glauben, Schutz und tiefer Verbundenheit, die das Land bis heute prägt.

Wenn du andere Artikel ähnlich wie Die Mariensäule: Bayerns Herzstück des Glaubens kennenlernen möchtest, kannst du die Kategorie Glaube besuchen.

Go up