Wie oft kommt es in den Evangelien vor?

Evangelisten & Zeichen im Johannesevangelium

25/11/2024

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Die vier Evangelien – nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes – bilden das Herzstück des Neuen Testaments und erzählen die Geschichte Jesu Christi, seines Lebens, seiner Lehren, seines Todes und seiner Auferstehung. Doch wer waren diese Männer, die uns diese entscheidenden Berichte überliefert haben, und welche tiefere Bedeutung tragen die Symbole, die ihnen traditionell zugeschrieben werden? Darüber hinaus werfen wir einen genauen Blick auf das Johannesevangelium, das sich durch seine einzigartige Darstellung von Jesu Taten als 'Zeichen' auszeichnet und eine besondere Botschaft für alle Gläubigen bereithält.

Was ist der Unterschied zwischen einem Markus Evangelium und einem Matthäus Evangelium?
Das Matthäusevangelium beginnt mit dem Geschlechtsregister (Mt 1,1ff). Darum ist das Symbol des Matthäus ein Mensch oder Engel. Das Markusevangelium beginnt mit der Stimme des Rufers Johannes des Täufers in der Wüste Mk 1,1ff). Darum ist der Löwe das Symbol des Markus. Das Lukasevangelium beginnt mit dem Opfer des Zacharias im Tempel (Lk 1,1ff).
Inhaltsverzeichnis

Wer waren die vier Evangelisten?

Die Evangelisten sind die überlieferten Verfasser der vier kanonischen Evangelien im Neuen Testament. Ihre Berichte sind nicht nur historische Aufzeichnungen, sondern theologische Zeugnisse, die die gute Nachricht (Evangelium) von Jesus Christus verkünden. Jeder von ihnen hatte eine eigene Perspektive und Zielgruppe, was zu den unterschiedlichen Schwerpunkten und Stilen ihrer Schriften führte:

  • Matthäus: Traditionell als Apostel und ehemaliger Zöllner angesehen. Sein Evangelium richtet sich hauptsächlich an ein jüdisches Publikum und betont Jesus als den verheißenen Messias, der die Prophetien des Alten Testaments erfüllt.
  • Markus: Ein Begleiter des Apostels Petrus, dessen Evangelium als das älteste gilt. Es ist prägnant, actionreich und konzentriert sich auf Jesus als den leidenden Gottesknecht und Sohn Gottes.
  • Lukas: Ein Arzt und Begleiter des Apostels Paulus. Sein Evangelium ist das längste und richtet sich an ein hellenistisches (nicht-jüdisches) Publikum. Es betont die Universalität der Heilsbotschaft, Jesu Mitgefühl für die Armen und Ausgestoßenen sowie die Rolle des Heiligen Geistes.
  • Johannes: Der Apostel, der Jesus besonders nahestand. Sein Evangelium unterscheidet sich stilistisch und inhaltlich stark von den anderen dreien (den synoptischen Evangelien). Es konzentriert sich auf die Göttlichkeit Jesu, seine 'Ich bin'-Worte und eine Reihe von 'Zeichen', die seine Herrlichkeit offenbaren und zum Glauben führen sollen.

Die Ursprünge der Evangelistensymbole

Die vier Evangelisten werden in der christlichen Kunst und Theologie oft mit spezifischen Symbolen dargestellt: dem Menschen (oder Engel), dem Löwen, dem Stier (oder Kalb) und dem Adler. Diese Symbole sind tief in der biblischen Überlieferung verwurzelt, insbesondere in den Visionen des Propheten Ezechiel und der Offenbarung des Johannes.

Die Tradition der Evangelistensymbole knüpft an die Reihenfolge der Wesen aus Ezechiel 1,10 an: Mensch – Löwe – Stier – Adler. Auffälligerweise steht lediglich der Adler in allen Beschreibungen gleichermaßen an letzter Stelle. Die Entwicklung dieser Symbole als Kennzeichen für die vier Evangelien geht auf die frühen Kirchenväter zurück. Sie bemühten sich zu erklären, warum gerade diese vier Evangelien – und nicht die vielen anderen apokryphen Schriften – als göttliche Offenbarung zu verstehen sind.

Die Kirchenväter erkannten die vier Schriften in den vier Gesichtern jener Wesen wieder, die in der unmittelbaren Gegenwart Gottes beheimatet sind. Wie diese waren sie zu viert, zwar verschieden, aber wesensgleich. Diese Deutung trug wesentlich zur Kanonisierung und Akzeptanz der vier Evangelien bei.

Deutungen der Kirchenväter: Irenäus und Hieronymus

Die Zuordnung der Symbole zu den jeweiligen Evangelisten war nicht immer einheitlich, aber zwei Kirchenväter prägten die Diskussion maßgeblich:

Irenäus von Lyon: Die älteste Deutung

Der Kirchenvater Irenäus von Lyon († 202) war einer der Ersten, der die viergesichtigen Wesen aus dem Buch Ezechiel (Ez 1,10) und der Offenbarung des Johannes (Offb 4,7) als Vorankündigung Christi verstand. Für Irenäus zeigten die vier Gesichter der Wesen Christus in seinen verschiedenen Aspekten:

  • Löwe: Christus, majestätisch.
  • Stierkalb: Christus, priesterlich.
  • Mensch: Christus, Mensch geworden.
  • Adler: Christus, Geist spendend.

Irenäus fand diese Christus-Typologie in den Evangelien des Johannes, Lukas, Matthäus und Markus wieder und begründete damit, warum es vier Evangelien geben müsse. Interessanterweise ordnete er diese Evangelien den vier Gestalten wie folgt zu:

EvangelistSymbol bei Irenäus
JohannesLöwe
LukasStier
MatthäusMensch
MarkusAdler

Diese spezifische Zuordnung setzte sich jedoch nicht dauerhaft durch.

Hieronymus: Die bestimmende Deutung

Hieronymus (4. Jh.) begründete ebenso wie Irenäus die Anzahl und Auswahl der vier Evangelien mit Verweis auf dieselben biblischen Quellen (Ez 1; Offb 4). In der Einleitung zu seinem Matthäuskommentar setzte Hieronymus das „Wort Gottes“ aus dem Johannesevangelium (Joh 1,1) gleich dem „Evangelium“. Er leitete aus Ez 1,10 ab, dass damit vier Einzelexemplare gemeint sind, und erklärte mit Hilfe der vier Wesen, welche Evangelien das sind. Seine Deutung wurde zur maßgeblichen für die kirchliche Tradition:

EvangelistSymbol bei HieronymusBegründung
MatthäusMensch (oder Engel)Beginnt mit der menschlichen Abstammung Jesu („Buch der Abstammung Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams“).
MarkusLöweBeginnt mit der Stimme eines brüllenden Löwen in der Wüste („Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg, macht eben seine Pfade“).
LukasStier (oder Kalb)Beginnt mit dem Priester Zacharias im Tempel, wo Opfertiere (Kälber) dargebracht wurden.
JohannesAdlerSteigt mit seinen Gedanken hoch auf zum Himmel, um das Wort Gottes zu erörtern, empfängt Schwingen eines Adlers.

Diese Zuordnung von Hieronymus ist diejenige, die sich in der christlichen Ikonographie und Tradition bis heute durchgesetzt hat.

Was sagt der Evangelist über Jesus?
Sieht man vom Nachtragskapitel Joh 21 ab, so lautet der Schlusssatz des Evange-liums: „Diese (Zeichen) sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist, und damit ihr als Glaubende Leben habt in seinem Namen“ (20,31). Damit fasst der Evangelist das Wesentliche seines Werkes zu-sammen.

Weitere historische Zuordnungen und ihre Bedeutung

Auch andere Kirchenväter trugen zu den Deutungen bei. Augustinus beispielsweise bot eine andere Zuordnung an, die der Reihenfolge von Offb 4,6–8 EU folgte: Der Löwe entsprach Matthäus, der Stier Lukas, der Mensch Markus und der Adler Johannes. Er begründete seine Zuordnung nicht mit den Anfängen der Evangelien, sondern mit der gesamten Theologie des jeweiligen Evangeliums. Allerdings folgten ihm nur wenige weitere Ausleger.

Der Adler für den Verfasser des „geistlichen Evangeliums“ (Clemens von Alexandria, um 200 n. Chr.) lässt sich auch mit der symbolischen Darstellung des Heiligen Geistes in Beziehung bringen, der häufig ebenfalls als Vogel (allerdings als Taube) dargestellt wird. Das Symbol für Matthäus wird volkstümlich auch als der Engel verstanden, der dem Evangelisten diktiert habe, vergleichbar der Offenbarung des Korans durch den Erzengel Gabriel.

Die vier Evangelistensymbole haben auch Teil an der Symbolik der Vier als Zahl der Welt und versinnbildlichen so die Universalität der Christusbotschaft. Sie zeigen, dass die Botschaft Jesu für alle Menschen in allen Teilen der Welt bestimmt ist.

Die Bedeutung der 'Zeichen' im Johannesevangelium

Das Johannesevangelium ist einzigartig in seiner Hervorhebung von Jesu Wundertaten als „Zeichen“. Während die synoptischen Evangelien oft von „Wundern“ oder „mächtigen Taten“ sprechen, verwendet Johannes fast ausschließlich den Begriff „Zeichen“ (griechisch: semeion). Das Wort kommt 17 Mal im vierten Evangelium vor, während das Wort „Wunder“ (griechisch: teras) nur einmal (Joh 4,48) und das Wort „Kraft“ (griechisch: dunamis) überhaupt nicht vorkommt.

Alle Zeichen sind gleichzeitig auch Wunder, das heißt übernatürliche Wirkungen von Gottes Macht. Sie haben einen aufsehenerregenden Effekt auf diejenigen, die sie wahrnehmen. Doch nicht alle Wunder sind zugleich auch Zeichen, denn die Bibel koppelt besondere Lektionen an die Zeichen. Zeichen enthalten eine spezielle Unterweisung, es werden geistliche Lektionen durch sie mitgeteilt. Beim Johannesevangelium ist das deutlich der Fall: Neben dem übernatürlichen Charakter und der Wirkung von Gottes Macht ist immer eine spezielle Bedeutung, eine „Be-zeich-nung“, darauf zu bemerken.

Die Zeichen bestätigten die Predigt Jesu und später auch die der Apostel. Nach Apostelgeschichte 2,22 ist das Auftreten Jesu Christi inmitten des Volkes Israel bestätigt durch „mächtige Taten und Wunder und Zeichen“, die Gott durch ihn unter ihnen getan hat. Dieses göttliche Zeugnis wurde durch das Werk der Apostel fortgesetzt, durch ihr Predigen und die Zeichen und Wunder, die damit einhergingen (Apg 4,30). Das Neue Testament sagt, dass „Gott mitzeugte sowohl durch Zeichen als durch Wunder und mancherlei Wunderwerke“ (Heb 2,4). Die überzeugenden Beweise der Apostelschaft bestanden dann auch aus „Zeichen, Wundern und mächtigen Taten“ (2. Kor 12,12).

Wie viele Evangelisten gibt es?
Die Evangelisten mit ihren Attributen, Codex Amiatinus (7. Jh.) Die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, die als Autoren der vier biblischen Evangelien gelten, werden in der christlichen Ikonografie seit dem 4. Jahrhundert durch vier geflügelte Symbole dargestellt.

Der tiefere Zweck der Zeichen Jesu

Die beschränkte Auswahl von Zeichen, die im Johannesevangelium beschrieben sind (acht insgesamt), haben ein klares Ziel, wie im Schlusssatz des Evangeliums (Joh 20,31) zusammengefasst wird: „Diese (Zeichen) sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist, und damit ihr als Glaubende Leben habt in seinem Namen.“

Es geht immer um Wunderwerke, die:

  1. die Gottheit Christi unterstreichen,
  2. und seine Herrlichkeit offenbaren, damit wir,
  3. durch den Glauben an ihn und sein Werk das ewige Leben empfangen.

Dies geht bereits aus der ersten Wundertat hervor, die in Kapitel 2 beschrieben wird: das Wasser, das in Wein verwandelt wird. Der Evangelist zeichnet hierbei auf: „Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus in Kana in Galiläa und offenbarte seine Herrlichkeit; und seine Jünger glaubten an ihn“ (Joh 2,11). Das erste Zeichen ist also kennzeichnend für sein ganzes Auftreten und es zeigt seine messianische Herrlichkeit. Dieses Zeichen schildert ebenfalls das Endziel der Wege Gottes: Christus wird das Volk in die Freude des Friedensreiches einführen. Er ist der wahre Bräutigam und er hat den guten Wein aufbewahrt für die Zukunft.

Dass es um eine spezifische Aufzählung geht, wird durch das bekräftigt, was wir in Kapitel 4 lesen: „Dies aber tat Jesus wiederum als zweites Zeichen, als er aus Judäa nach Galiläa gekommen war“ (Joh 4,54). Alle diese Zeichen zeigen primär die Not des Volkes Israel, aber auch unsere eigene Not als Sünder: die Kraftlosigkeit und den Todeszustand, worin wir uns von Natur befinden. Aber wir sehen hier auch, dass Gott mächtig ist, hierin vorzusehen und Veränderung in unseren verlorenen Zustand zu bringen. Die Zeichen, die der Herr tat, kommen von Gott, sie weisen uns auf Gott und führen uns zum Glauben an den Sohn Gottes.

Beim ersten Zeichen wurde Wasser in Wein verwandelt (Joh 2,1–11); beim achten fand ein wunderbarer Fischfang statt (Joh 21,1–14). Es gibt eine auffallende Parallele zwischen beiden Zeichen: beim ersten gab es keinen Wein und somit keine Freude; beim letzten gab es keine Nahrung und somit keinen Lebensunterhalt. Menschliche Mittel scheinen unzureichend zu sein, aber der Herr versah in allen Nöten und Bedürfnissen. In beiden Situationen hing der Segen allerdings vom Gehorsam seinem Wort gegenüber ab! Dies ist auch eine bedeutungsvolle Lektion. Alles, was er uns gebietet, müssen wir tun! Die Gefäße mussten mit Wasser gefüllt werden und das Netz musste an der rechten Seite des Schiffes ausgeworfen werden (Joh 2,5ff.; 21,6ff.).

Die acht Zeichen im Johannesevangelium: Eine detaillierte Übersicht

Das Johannesevangelium präsentiert eine sorgfältig ausgewählte Reihe von acht Zeichen, die alle eine tiefere theologische Bedeutung haben und auf die Identität und Mission Jesu hinweisen:

Nr.Zeichen (Bibelstelle)Bedeutung und theologische Implikation
1.Das Wasser in Wein verwandelt (Joh 2,1–11)Dieses erste Zeichen in Kana symbolisiert den Überfluss von Freude und Segen, den Christus bringt. Es weist auf die Wiederherstellung der Beziehung Israels mit Jahwe in der Endzeit hin und darauf, dass Jesus der wahre Bräutigam ist, der den besten Wein – die Freude des Himmelreiches – für seine Gemeinde aufbewahrt hat. Es offenbart seine Herrlichkeit und lässt die Jünger an ihn glauben.
2.Die Genesung des Sohnes eines königlichen Beamten (Joh 4,46–54)Dieses Zeichen in Kana in Galiläa, das „zweite Zeichen“, betont die Macht Jesu, Leben aus der Ferne zu geben. Es steht für die Errettung eines gläubigen Restes aus dem Volk, das Leben aus den Toten, und zeigt, dass der Glaube an Jesu Wort allein ausreichend ist, auch ohne körperliche Anwesenheit.
3.Die Genesung eines Mannes, der 38 Jahre lang krank gewesen war (Joh 5,1–18)Dieses Zeichen am Teich Betesda in Jerusalem verdeutlicht die Macht des Sohnes Gottes, lebendig zu machen, wen Er will, und steht im Kontrast zur Machtlosigkeit des Gesetzes. Der Mann war 38 Jahre lang hilflos – eine Anspielung auf Israels 38-jährige Wüstenwanderung. Jesus bringt Heilung und Leben, wo das Gesetz versagt.
4.Die Speisung der fünftausend (Joh 6,1–15)Dieses Wunder offenbart Christus als das wahre Manna, das Brot aus dem Himmel, das ewiges Leben jedem gibt, der glaubt. Er ist der Messias, der die Armen des Volkes mit Brot sättigt (vgl. Ps 132,15), und die Quelle der spirituellen Nahrung, die das Leben erhält.
5.Jesus läuft auf dem See (Joh 6,16–21)Dieses Zeichen zeigt Christus als Meister der Naturgewalten und der Stürme des Lebens und der Endzeit. Er bringt die Seinen sicher an Land, symbolisiert seine göttliche Autorität über die Schöpfung und seine Fähigkeit, inmitten von Schwierigkeiten Frieden und Sicherheit zu bieten.
6.Die Genesung des Blindgeborenen (Joh 9)Dieses Zeichen demonstriert, dass der Messias die Augen des blinden Volkes öffnet, so dass sie Seine Herrlichkeit sehen und Ihn anbeten (vgl. Jes 35,5). Es geht nicht nur um körperliche, sondern vor allem um geistliche Blindheit und die Eröffnung des Zugangs zum Licht der Welt, Jesus selbst.
7.Die Auferweckung von Lazarus (Joh 11,1–44)Das vielleicht dramatischste Zeichen, das Jesu Macht über den Tod offenbart. Es steht symbolisch für die Auferstehung und Wiederherstellung von ganz Israel in der Endzeit (vgl. Hes 37; Dan 12; Röm 11,25ff) und ist eine Vorschau auf die universelle Auferstehung der Toten durch Christus.
8.Zweiter wunderbarer Fischfang (Joh 21,1–14)Dieses nachträglich im 21. Kapitel beschriebene Zeichen nach Jesu Auferstehung symbolisiert die zukünftige große Menge aus dem Völkersee, die gerettet und in das Friedensreich eingeführt wird. Es unterstreicht die missionarische Berufung der Jünger und die Notwendigkeit des Gehorsams gegenüber Jesu Anweisungen für den Erfolg.

Zeichen als Bestätigung der göttlichen Botschaft

Die Zeichen dienten nicht nur dazu, Jesu Gottheit und Herrlichkeit zu offenbaren, sondern auch, um die Botschaft des Evangeliums zu bestätigen. Für die ganze christliche Haushaltung gilt jedoch der Grundsatz, dass wir glücklich gepriesen werden, wenn wir nicht sehen und doch glauben (Joh 20,29). Der Glaube ist nicht primär an das Schauen von Wundern gebunden, sondern an das Hören und Annehmen des Wortes Gottes.

Es ist wichtig, zwischen göttlichen und betrügerischen Zeichen zu unterscheiden. In der Endzeit wird der Antichrist sein Auftreten mit allerlei „Macht und Zeichen und Wundern der Lüge“ (2. Thes 2,9; vgl. Off 13,13.14) erhärten. Falsche Christi und falsche Propheten werden aufstehen und Zeichen und Wunder tun (Mk 13,22). Für den, der gut schaut und hört, ist der Unterschied jedoch deutlich zu merken: Das Tier aus der Erde sieht zwar aus wie das Lamm, aber es spricht wie der Drache, das ist der Teufel und der Satan (Off 12,9).

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie viele Evangelisten gibt es?

Es gibt vier Evangelisten, deren Schriften in den kanonischen Büchern des Neuen Testaments enthalten sind: Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Ihre Evangelien sind die primären Quellen für das Leben und Wirken Jesu Christi.

Welche Bedeutung haben die Zeichen im Evangelium nach Johannes?
Bei den Zeichen, die im Evangelium nach Johannes beschrieben werden, ist das deutlich der Fall und es ist neben dem übernatürlichen Charakter und der Wirkung von Gottes Macht immer eine spezielle Bedeutung („Be-zeich-nung“) darauf zu bemerken. Der Zweck der Zeichen

Welche Bedeutung haben die Zeichen im Evangelium nach Johannes?

Die Zeichen im Johannesevangelium dienen dazu, die Gottheit Jesu zu unterstreichen, seine Herrlichkeit zu offenbaren und die Leser zum Glauben zu führen, damit sie durch diesen Glauben ewiges Leben in seinem Namen haben (Joh 20,31). Sie sind nicht nur Wunder, sondern haben eine tiefere, lehrende Bedeutung, die auf geistliche Wahrheiten hinweist.

Was sagt der Evangelist Johannes über Jesus?

Johannes betont in seinem Evangelium die Göttlichkeit Jesu als den Sohn Gottes und den Christus. Sein Hauptanliegen ist es, die Leser zum Glauben an Jesus zu bewegen, damit sie durch diesen Glauben Leben in seinem Namen empfangen. Er präsentiert Jesus als das menschgewordene Wort Gottes, das Licht der Welt und die Quelle des ewigen Lebens. Die Zeichen, die Jesus tut, sind der Beweis für diese Identität.

Was ist der Unterschied zwischen einem Markus-Evangelium und einem Matthäus-Evangelium?

Das Markus-Evangelium gilt als das älteste und ist das kürzeste der vier Evangelien. Es ist sehr direkt, actionreich und konzentriert sich auf Jesu Taten und seinen Weg zum Leiden als Gottesknecht. Es beginnt nicht mit Jesu Geburt, sondern direkt mit dem Auftreten Johannes des Täufers und Jesu Taufe. Das Matthäus-Evangelium hingegen richtet sich primär an ein jüdisches Publikum und betont Jesus als den verheißenen Messias, der die alttestamentlichen Prophezeiungen erfüllt. Es beginnt mit einem Stammbaum Jesu, um seine königliche Abstammung zu belegen, und enthält viele Lehren Jesu in Form von Reden, wie die Bergpredigt. Während Markus oft die Frage „Wer ist dieser?“ aufwirft, beantwortet Matthäus sie mit „Dies ist der König!“.

Wie oft kommt das Wort „Zeichen“ in den Evangelien vor?

Das Wort „Zeichen“ (griechisch: semeion) kommt im Neuen Testament häufig vor. Im Johannesevangelium ist es besonders prominent und wird 17 Mal verwendet. In den synoptischen Evangelien (Matthäus, Markus, Lukas) wird es auch verwendet, oft in Verbindung mit „Wundern“ oder „Kräften“, aber nicht mit der gleichen theologischen Betonung wie bei Johannes.

Die Evangelisten und die Zeichen im Johannesevangelium sind somit mehr als nur historische Fakten; sie sind tiefgründige theologische Botschaften, die uns einladen, die Herrlichkeit Jesu zu erkennen und in seinem Namen ewiges Leben zu finden. Sie sind eine fortwährende Quelle der Inspiration und des Glaubens für Millionen von Menschen weltweit.

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