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Das Passiv im Deutschen: Meistere die Handlung!

21/04/2026

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Die deutsche Sprache ist reich an Ausdrucksmöglichkeiten, und eine der faszinierendsten Strukturen ist das Passiv. Es ermöglicht uns, den Fokus eines Satzes zu verschieben und die Handlung oder das betroffene Objekt in den Vordergrund zu rücken, während der Handelnde – falls überhaupt relevant – in den Hintergrund tritt. In diesem umfassenden Artikel tauchen wir tief in die Welt des deutschen Passivs ein. Wir werden nicht nur die Grundlagen seiner Bildung und Verwendung erläutern, sondern auch die feinen Unterschiede zwischen den verschiedenen Passivarten beleuchten und dir zeigen, wie du diese wichtige grammatikalische Form meisterst.

Wie wird das Passiv gebildet?
Stattdessen liegt der Fokus auf der Handlung oder dem Objekt. Im Passiv steht das Objekt der Handlung im Mittelpunkt. Im Deutschen wird das Passiv durch die Form von „werden“ und das Partizip II des Verbs gebildet. Wie wird das Passiv gebildet?
Inhaltsverzeichnis

Was ist das Passiv überhaupt?

Im Kern ist das Passiv eine Satzkonstruktion, bei der die Person oder Sache, die die Handlung ausführt (der Agens oder Täter), nicht das grammatische Subjekt des Satzes ist. Stattdessen wird das Objekt der Handlung zum Subjekt. Das bedeutet, der Satz konzentriert sich darauf, was passiert oder was mit jemandem/etwas geschieht, anstatt darauf, wer die Handlung ausführt.

Stell dir vor, du sagst: „Der Bäcker backt den Kuchen.“ Hier ist der Bäcker der Handelnde, das Subjekt. Im Passiv drehen wir das um: „Der Kuchen wird gebacken.“ Plötzlich steht der Kuchen im Mittelpunkt, und es ist weniger wichtig, wer ihn gebacken hat.

Das Passiv ist besonders nützlich, wenn:

  • der Handelnde unbekannt ist (z.B. „Das Fenster wurde geöffnet.“ – Man weiß nicht, wer es geöffnet hat).
  • der Handelnde unwichtig ist oder nicht genannt werden soll (z.B. „Der Patient wird operiert.“ – Es ist die Operation wichtig, nicht unbedingt der spezifische Arzt).
  • man objektiv oder neutral klingen möchte, wie oft in wissenschaftlichen Texten oder Nachrichten (z.B. „Die Regeln wurden geändert.“).

Wie wird das Passiv gebildet? Die Grundlagen

Die Bildung des Passivs im Deutschen ist relativ geradlinig und basiert auf zwei Hauptelementen:

  1. Dem Hilfsverb „werden“ in der entsprechenden Zeitform.
  2. Dem Partizip II (Partizip Perfekt) des Vollverbs.

Die Grundstruktur lautet also: Subjekt + Form von „werden“ + Partizip II + (optional: von/durch + Agens).

Betrachten wir ein einfaches Beispiel:

Aktiv:Der Lehrer erklärt die Grammatik.
Passiv:Die Grammatik wird erklärt (von dem Lehrer).

Hier sehen wir, wie das Akkusativobjekt des Aktivsatzes („die Grammatik“) zum Subjekt des Passivsatzes wird. Das Verb „erklären“ steht im Partizip II („erklärt“), und „werden“ wird entsprechend dem neuen Subjekt konjugiert („wird“).

Was ist der Unterschied zwischen aktiv und passiv?
Im Deutschen können wir Sätze im Aktiv oder Passiv bilden. Aktiv verwenden wir, um zu betonen, wer/was die Handlung ausführt. Der Lehrer erklärte uns das Passiv. Passiv verwenden wir, um die Handlung an sich zu betonen. Wer/was die Handlung ausführt, wird in vielen Passivsätzen weggelassen. Das Passiv wurde uns (vom Lehrer) erklärt.

Das „von“- und „durch“-Passiv: Den Handelnden nennen

Obwohl das Passiv oft dazu dient, den Handelnden wegzulassen, kann dieser dennoch genannt werden, wenn es relevant ist. Hierfür verwenden wir die Präpositionen „von“ oder „durch“:

  • von + Dativ: Wird verwendet, um den Verursacher der Handlung anzugeben, also die Person oder Sache, die aktiv gehandelt hat.
  • durch + Akkusativ: Wird verwendet, um das Mittel oder die Ursache anzugeben, wodurch etwas geschieht.

Vergleiche:

Die Suppe wird von dem Koch gekocht. (Der Koch ist der Handelnde.)
Der Mann wurde durch den Aufprall schwer verletzt. (Der Aufprall ist das Mittel der Verletzung.)

Manchmal können beide Präpositionen korrekt sein, je nachdem, ob man den Handelnden oder das Mittel betonen möchte. Zum Beispiel: Der Mann wird von den Sanitätern ins Krankenhaus gefahren. oder Der Mann wird durch die Sanitäter ins Krankenhaus gefahren.

Vorgangspassiv vs. Zustandspassiv: Ein wichtiger Unterschied

Im Deutschen unterscheiden wir zwei Hauptarten des Passivs, die oft für Verwirrung sorgen, aber unterschiedliche Bedeutungen haben:

Das Vorgangspassiv

Dies ist die Form des Passivs, die wir normalerweise meinen, wenn wir von „dem Passiv“ sprechen. Es betont eine Handlung oder einen Vorgang. Die zentrale Frage ist immer: „Was passiert?“

Bildung:werden + Partizip II

Beispiele:

  • Das Haus wird gebaut. (Der Bauprozess ist im Gange.)
  • Die Frau wurde angefahren. (Der Vorgang des Angefahrenwerdens hat stattgefunden.)

Das Zustandspassiv

Das Zustandspassiv beschreibt das Resultat oder den Zustand nach einer abgeschlossenen Handlung. Die Frage hier ist: „Wie ist der Zustand?“ oder „Was ist das Ergebnis?“

Bildung:sein + Partizip II

Beispiele:

  • Das Haus ist gebaut. (Das Haus steht fertig da.)
  • Die Frau ist verletzt. (Sie befindet sich im Zustand der Verletzung, nachdem sie angefahren wurde.)

Es ist entscheidend, diesen Unterschied zu verstehen, da er die Bedeutung eines Satzes maßgeblich beeinflusst.

Das Vorgangspassiv in allen Zeitformen

Das Partizip II des Vollverbs bleibt im Vorgangspassiv immer gleich. Lediglich das Hilfsverb „werden“ wird in die entsprechende Zeitform gesetzt.

ZeitformAktiv (Beispiel)Passiv (Beispiel)
PräsensDer Mann öffnet das Fenster.Das Fenster wird geöffnet.
PräteritumDer Mann öffnete das Fenster.Das Fenster wurde geöffnet.
PerfektDer Mann hat das Fenster geöffnet.Das Fenster ist geöffnet worden.
PlusquamperfektDer Mann hatte das Fenster geöffnet.Das Fenster war geöffnet worden.
Futur IDer Mann wird das Fenster öffnen.Das Fenster wird geöffnet werden.
Futur IIDer Mann wird das Fenster geöffnet haben.Das Fenster wird geöffnet worden sein.

Vorgangspassiv mit Modalverben

Wenn ein Modalverb im Aktivsatz vorhanden ist, ändert sich die Passivbildung geringfügig. Die Struktur lautet dann:

Subjekt + konjugiertes Modalverb + Partizip II + werden (Infinitiv)

ZeitformAktiv (Beispiel)Passiv (Beispiel)
PräsensMan muss einen Krankenwagen rufen.Ein Krankenwagen muss gerufen werden.
PräteritumMan musste einen Krankenwagen rufen.Ein Krankenwagen musste gerufen werden.
PerfektMan hat einen Krankenwagen rufen müssen.Ein Krankenwagen hat gerufen werden müssen.
PlusquamperfektMan hatte einen Krankenwagen rufen müssen.Ein Krankenwagen hatte gerufen werden müssen.
Futur IMan wird einen Krankenwagen rufen müssen.Ein Krankenwagen wird gerufen werden müssen.

Hinweis: Perfekt und Plusquamperfekt mit Modalverb sind im Passiv selten und das Präteritum wird oft bevorzugt.

Das Zustandspassiv in allen Zeitformen

Auch das Zustandspassiv kann in verschiedenen Zeitformen auftreten, wobei hier das Hilfsverb „sein“ konjugiert wird.

ZeitformZustandspassiv (Beispiel)
PräsensDer Mann ist verletzt.
PräteritumDer Mann war verletzt.
PerfektDer Mann ist verletzt gewesen.
PlusquamperfektDer Mann war verletzt gewesen.
Futur IDer Mann wird verletzt sein.
Futur IIDer Mann wird verletzt gewesen sein.

Welche Verben können kein Passiv bilden?

Obwohl das Passiv in vielen Fällen anwendbar ist, können nicht alle Verben eine Passivform bilden. Grundsätzlich benötigen Verben, die ein Passiv bilden können, ein Akkusativobjekt (transitive Verben). Es gibt jedoch Ausnahmen und spezifische Kategorien von Verben, bei denen das Passiv unmöglich oder unüblich ist:

  • Verben, deren Perfekt mit „sein“ gebildet wird: Diese Verben beschreiben oft eine Bewegung oder eine Zustandsänderung, die das Subjekt selbst durchführt. Beispiele: gehen, fahren (wenn intransitiv), kommen, bleiben, sein, werden.
    Ich bin gegangen. (Passiv nicht möglich, da niemand für mich gehen kann.)
  • Echte reflexive Verben: Diese Verben beziehen sich immer auf das Subjekt selbst. Das Subjekt führt die Handlung an sich selbst aus. Beispiele: sich freuen, sich waschen, sich konzentrieren.
    Ich konzentriere mich. (Passiv nicht möglich, da ich mich selbst konzentriere.)
  • Verben, die keinen Vorgang, sondern einen Zustand beschreiben: Bei diesen Verben gibt es keine aktive Handlung im Sinne des Passivs. Beispiele: haben, wissen, kennen, besitzen, es gibt.
    Ich habe einen Hund. (Das Passiv „Ein Hund wird gehabt“ ist nicht korrekt.)

Das unpersönliche Passiv: Eine Besonderheit

Trotz der oben genannten Einschränkungen gibt es eine spezielle Form des Passivs, das sogenannte „unpersönliche Passiv“, das auch mit einigen intransitiven Verben (die kein Akkusativobjekt haben) gebildet werden kann. Hier steht das Pronomen „es“ oder eine adverbiale Bestimmung am Satzanfang. Es drückt aus, dass eine Handlung allgemein stattfindet, ohne einen spezifischen Handelnden zu nennen.

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Beispiele:

  • Man lacht viel.Es wird viel gelacht.
  • Hier muss man besser aufpassen.Hier muss besser aufgepasst werden.

Passiv-Ersatzformen: Alternativen zum Passiv

Manchmal ist das Passiv nicht die eleganteste oder präziseste Ausdrucksweise. Das Deutsche bietet verschiedene Ersatzformen, die eine ähnliche Bedeutung vermitteln können:

  • „man“ + Aktiv: Die einfachste und häufigste Alternative, wenn der Handelnde unbestimmt ist. Man fährt den Mann ins Krankenhaus. (Statt: Der Mann wird ins Krankenhaus gefahren.)
  • „sich lassen“ + Infinitiv: Drückt eine Möglichkeit oder Erlaubnis aus (Bedeutung: „können“). Der Unfall lässt sich vermeiden. (Bedeutung: Der Unfall kann vermieden werden.)
  • „sein“ + „zu“ + Infinitiv: Drückt eine Notwendigkeit oder Möglichkeit aus (Bedeutung: „müssen“/„können“). Der Unfall ist zu vermeiden. (Bedeutung: Der Unfall muss vermieden werden.)
  • vom Verb abgeleitetes Adjektiv auf „-bar“: Zeigt an, dass etwas machbar ist (Bedeutung: „können“). So ein Unfall ist vermeidbar. (Bedeutung: So ein Unfall kann vermieden werden.)
  • „bekommen“/„kriegen“ + Partizip II: Wird oft im umgangssprachlichen Bereich verwendet, wenn das Dativobjekt des Aktivsatzes zum Subjekt im Passivsatz wird. Der Verletzte bekommt einen Verband angelegt. (Statt: Dem Verletzten wird ein Verband angelegt.)

Häufig gestellte Fragen zum Passiv

Was ist der Hauptunterschied zwischen Aktiv und Passiv?

Im Aktiv steht der Handelnde (das Subjekt) im Mittelpunkt. Es geht darum, wer oder was die Handlung ausführt (z.B. „Der Koch bereitet das Essen zu.“). Im Passiv steht die Handlung selbst oder das Objekt der Handlung im Vordergrund. Es geht darum, was passiert oder was mit etwas geschieht, und der Handelnde ist oft unbekannt oder unwichtig (z.B. „Das Essen wird zubereitet.“).

Warum gibt es zwei Arten von Passiv (Vorgangs- und Zustandspassiv)?

Diese Unterscheidung ist notwendig, um klar auszudrücken, ob man einen Vorgang (eine laufende oder abgeschlossene Handlung) oder einen Zustand (das Ergebnis einer Handlung) beschreiben möchte. Das Vorgangspassiv (mit „werden“) betont die Aktion selbst, während das Zustandspassiv (mit „sein“) das Resultat dieser Aktion hervorhebt. Dies ermöglicht eine präzisere Kommunikation im Deutschen.

Kann jedes Verb im Passiv verwendet werden?

Nein, nicht jedes Verb kann ein Passiv bilden. Grundsätzlich können nur transitive Verben, also solche, die ein Akkusativobjekt haben, ein Vorgangspassiv bilden. Verben, die eine Bewegung oder Zustandsänderung mit „sein“ im Perfekt bilden, reflexive Verben oder Verben, die einen Zustand beschreiben (wie „haben“ oder „wissen“), bilden in der Regel kein Passiv. Es gibt jedoch Ausnahmen wie das unpersönliche Passiv.

Wie erkenne ich, ob ein Satz Aktiv oder Passiv ist, besonders bei Formen, die ähnlich aussehen?

Manchmal können Sätze im Zustandspassiv (z.B. „Der Mann ist verletzt.“) oder im Perfekt Aktiv (z.B. „Ein Unfall ist passiert.“) ähnlich aussehen. Der einfachste Test ist, zu versuchen, das Vorgangspassiv zu bilden. Wenn der Satz ein Vorgangspassiv bilden kann, ist er oft im Aktiv oder ein Zustandspassiv. Wenn dies nicht möglich ist (z.B. „Ein Unfall wird passiert.“ ist falsch), handelt es sich um eine Aktivform oder ein Verb, das kein Passiv bildet.

Das Passiv ist ein mächtiges Werkzeug in der deutschen Sprache, das dir hilft, deine Gedanken präziser und vielfältiger auszudrücken. Mit einem soliden Verständnis seiner Bildung und Verwendung kannst du deine Deutschkenntnisse auf die nächste Stufe heben und komplexe Sachverhalte klar kommunizieren. Übung macht den Meister, also zögere nicht, die verschiedenen Formen auszuprobieren und in deinen eigenen Sätzen anzuwenden!

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