Did Judy Blume meet a girl with scoliosis?

Margarets Suche: Glaube, Wachstum, Ich.

05/04/2026

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„Bist du da, Gott? Ich bin’s, Margaret.“ – Dieser Satz, der so einfach und doch so tiefgründig ist, bildet den Kern eines der wohl bekanntesten und einflussreichsten Jugendromane der amerikanischen Schriftstellerin und Pädagogin Judy Blume. Erschienen im Jahr 1970 unter dem englischen Originaltitel „Are You There God? It’s Me, Margaret.“, begleitet das Buch die elfjährige Margaret Simon durch ein Jahr voller Umbrüche, Fragen und dem schmerzhaften, aber notwendigen Prozess des Erwachsenwerdens. Es ist eine Geschichte, die Generationen von Lesern berührt hat, weil sie die universellen Unsicherheiten und Freuden der Pubertät mit einer Ehrlichkeit und Direktheit anspricht, die selten in der Literatur zu finden ist. Margaret ist ein Mädchen der sechsten Klasse, das ohne feste Religionszugehörigkeit aufgewachsen ist – eine bewusste Entscheidung ihrer Eltern, die eine Christin und ein Jude sind. Doch nun, an der Schwelle zum Teenageralter, beginnt Margaret, sich intensiv mit der Frage auseinanderzusetzen, welcher Religion sie angehören möchte, oder ob überhaupt eine Religion der richtige Weg für sie ist. Parallel dazu navigiert sie durch die typischen und oft peinlichen Herausforderungen der Adoleszenz: der Wunsch nach körperlicher Entwicklung, das erste Verliebtsein, Freundschaftsdramen und die Suche nach dem eigenen Platz in der Welt. Der Roman ist mehr als nur eine Erzählung über das Erwachsenwerden; er ist eine feinfühlige Erkundung von Glaube, Identität und der komplexen Beziehung zwischen innerer Welt und äußerem Druck.

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Zwei von ihnen – das Judas-Evangelium und das Evangelium nach Maria – stellt der Theologe Gerd Lüdemann vor und zeigt damit zwei Perspektiven auf Leben und Wirken Jesu aus einer ungewohnten Perspektive. Es gibt weit mehr Evangelien, als in der heutigen Bibel zu finden sind.

Inhaltsverzeichnis

Margarets Welt: Zwischen Pubertät und Anpassung

Der Roman beginnt mit einem einschneidenden Ereignis in Margarets jungem Leben: dem Umzug ihrer Familie von New York City nach Farbrook, New Jersey. Dieser Ortswechsel ist nicht nur ein geografischer, sondern auch ein emotionaler Neubeginn, der Margaret aus ihrer vertrauten Umgebung reißt und sie vor die Herausforderung stellt, sich in einer völlig neuen sozialen Struktur zurechtzufinden. Ihre innersten Ängste und Hoffnungen in dieser Phase des Übergangs vertraut sie in gebetsartigen Monologen Gott an, die stets mit den ikonischen Worten „Bist du da, Gott? Ich bin’s, Margaret.“ beginnen. Ein solcher Moment findet sich gleich zu Beginn des Romans, als sie ihre Sorgen über die neue Schule und die Akzeptanz durch ihre zukünftigen Mitschüler offenbart: „Bist du da, Gott? Ich bin’s, Margaret. Wir ziehen heute um. Ich habe ziemlich Angst, Gott. Ich habe noch nie irgendwo anders gewohnt als hier. Was ist, wenn ich meine neue Schule hasse? Was ist, wenn mich alle dort hassen? Bitte hilf mir, Gott. Lass New Jersey nicht zu schrecklich sein. Danke schön.“

In New Jersey findet Margaret schnell Anschluss an eine Gruppe von Mädchen, die sich selbst „The Secret Committee“ nennen. Diese Freundschaften sind jedoch nicht nur eine Quelle der Unterstützung, sondern auch ein Spiegelbild der Unsicherheiten und des Konkurrenzdrucks, die die Pubertät mit sich bringt. Die Mädchen sind besessen von den körperlichen Veränderungen, die sie erwarten oder sich herbeisehnen: der Kauf des ersten Büstenhalters, das Einsetzen der Menstruation – beides Symbole des Übergangs vom Kind zur jungen Frau. Sie messen sich ständig daran, wer von ihnen zuerst diese Meilensteine erreicht. Diese kollektive Obsession schafft eine Atmosphäre, in der sich Margaret sowohl als Teil einer Gemeinschaft fühlt als auch den Druck spürt, sich anzupassen und mitzuhalten. Die erste „richtige“ Party, die Beziehungen zu Jungen aus ihrem Umfeld und der erste Kuss sind weitere typische Erfahrungen, die Margaret in dieser Zeit durchlebt und die ihre Unsicherheit und ihr Verlangen nach Normalität und Zugehörigkeit unterstreichen. Diese äußeren Ereignisse sind untrennbar mit ihren inneren Suchprozessen verbunden, da sie versuchen muss, ihre aufkommende sexuelle Identität und ihre sozialen Rollen in Einklang zu bringen.

Die tiefgreifende Suche nach religiöser Identität

Parallel zu den äußeren Entwicklungen in Margarets Leben entfaltet sich der zentrale Konflikt des Romans: ihre intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Religion. Obwohl ihre Eltern – eine Christin und ein Jude – beschlossen hatten, sie ohne spezifische religiöse Bindung aufwachsen zu lassen, um Konflikte zu vermeiden, spürt Margaret nun einen tiefen inneren Drang, sich über ihre eigene religiöse Orientierung klarer zu werden. Dieser Wunsch ist nicht nur ein persönliches Anliegen, sondern wird auch zum Thema ihres Schulprojekts. Ein ganzes Schuljahr lang soll sie sich eigenständig und intensiv mit einem Themengebiet auseinandersetzen, und Margaret wählt die Religion. Dies gibt ihr einen formalen Rahmen für ihre persönliche Pilgerreise, verstärkt aber auch den Druck, Antworten zu finden, wo es vielleicht keine einfachen gibt. Ihr Glaubensweg ist keine lineare Suche, sondern ein mäandernder Pfad, der von Neugier, Frustration und Momenten der Einsicht geprägt ist.

Margarets Eltern hatten ihre Ehe trotz der unterschiedlichen religiösen Hintergründe geschlossen, doch dies führte zu einer Entfremdung mit Margarets mutterseitigen Großeltern. Diese familiäre Spannung im Hintergrund beeinflusst Margarets Herangehensweise an das Thema Religion, da sie die potenziellen Spaltungen und Schwierigkeiten, die unterschiedliche Glaubensrichtungen mit sich bringen können, unbewusst wahrnimmt. Ihre Eltern versuchten, sie vor solchen Konflikten zu schützen, indem sie ihr die Freiheit gaben, selbst zu wählen. Doch diese Freiheit erweist sich als eine schwere Bürde, da Margaret sich inmitten eines Spektrums von Glaubensrichtungen wiederfindet, ohne einen festen Ankerpunkt zu haben. Sie versucht, die Essenz jeder Religion zu erfassen, sie zu verstehen und zu fühlen, ob eine davon zu ihr passt. Ihre Fragen sind nicht nur intellektueller Natur; sie sind tief emotional und existenziell, da sie sich nach einer Verbindung, nach Sinn und nach einem Gefühl der Zugehörigkeit sehnt, das ihr bisher vorenthalten wurde.

Familie und Glaube: Die prägenden Einflüsse der Großeltern

Die Suche nach Margarets religiöser Identität wird zusätzlich durch die Einmischung ihrer Großeltern kompliziert und verschärft. Ihre Großeltern mütterlicherseits, die Christen sind, legen großen Wert darauf, dass Margaret als Tochter einer Christin ebenfalls Christin ist. Sie versuchen, sie in ihre Tradition einzuführen und ihr die Werte des christlichen Glaubens nahezubringen. Auf der anderen Seite nimmt Margarets vaterseitige Großmutter, die Jüdin ist, ihre Enkelin mit in die Synagoge, um ihr ein Gefühl dafür zu vermitteln, was es heißt, dem jüdischen Glauben anzugehören. Diese beiden entgegengesetzten Pole ziehen an Margaret und verstärken ihre Verwirrung, anstatt ihr Klarheit zu verschaffen. Sie ist hin- und hergerissen zwischen den Erwartungen und Wünschen ihrer geliebten Großeltern, die jeweils ihre eigene Wahrheit als die einzig richtige präsentieren.

Margarets Besuch in der Synagoge mit ihrer jüdischen Großmutter ist ein besonders aufschlussreicher Moment. Sie versucht zunächst, die Predigt des Rabbis zu verstehen, doch die Rituale und die hebräischen Gesänge, die ihr fremd sind, überfordern sie schnell. Ihre kindliche Art, mit Langeweile und Unverständnis umzugehen, wird hier deutlich: „Um 11 Uhr 30 hielt der Rabbi eine Rede. Eine Predigt nannte das Oma. Zuerst gab ich mir sehr viel Mühe zu verstehen, worüber er redete. Aber nach einer Weile gab ich auf und begann Hüte zu zählen. Ich zählte acht braune, sechs schwarze, drei rote, einen gelben und einen in Leopardenmuster bevor der Rabbi fertig war. Dann standen wir alle wieder auf und jeder sang in Hebräisch, das ich nicht kenne. Und das war’s! Ich hatte irgendetwas anderes erwartet. Ich weiß allerdings nicht, was genau. Ein Gefühl, vielleicht. Aber ich nehme an, man muss mehr als einmal hingehen, bevor man weiß, was das alles bedeutet.“ Dieser Ausschnitt aus Kapitel Neun zeigt Margarets naive Erwartung, dass ein einziger Besuch ausreichen würde, um eine tiefe spirituelle Erfahrung zu haben. Es verdeutlicht auch, dass Glaube und Zugehörigkeit oft mehr als nur ein intellektuelles Verständnis erfordern; sie erfordern Immersion und eine wiederholte Exposition gegenüber den Praktiken und der Gemeinschaft.

Der Konflikt spitzt sich zu, als die jüdische Großmutter Margaret nahelegt, sie möge sich immer daran erinnern, dass sie ein jüdisches Mädchen sei. Margarets Reaktion ist vehement ablehnend. In einem Akt der Rebellion und der Verzweiflung behauptet sie sogar, dass sie nicht an Gott glaube – eine Aussage, die ihre Großmutter verärgert. Dieser Moment ist entscheidend, denn er zeigt, wie sehr Margaret sich von den Erwartungen ihrer Familie erdrückt fühlt und wie sie versucht, ihre eigene Autonomie zu behaupten, selbst wenn das bedeutet, sich gegen die Menschen zu stellen, die sie liebt. Ihre Suche nach Gott ist nicht nur eine religiöse, sondern auch eine Suche nach Selbstbestimmung und Akzeptanz ihrer eigenen, noch unklaren Überzeugungen.

Gebete, Beichten und das Ringen um Verständnis

Margarets innere Auseinandersetzung mit dem Göttlichen manifestiert sich nicht nur in ihren formlosen, persönlichen Gebeten, die den Romantitel prägen, sondern auch in ihrem Versuch, verschiedene religiöse Praktiken kennenzulernen. Auf ihrer Suche nimmt sie auch an Gottesdiensten anderer Religionsrichtungen teil. Doch auch hier bleibt sie oft an der Oberfläche der Erfahrung haften, vertreibt ihre Langeweile während der Gottesdienste häufig mit dem Zählen und Einsortieren der Hüte der vor ihr sitzenden Personen – eine kindliche Ablenkungsstrategie, die ihre noch unreife Herangehensweise an die Komplexität des Glaubens widerspiegelt. Diese Beobachtungen sind zwar amüsant, zeigen aber auch Margarets Schwierigkeit, sich wirklich auf die spirituelle Seite der Rituale einzulassen.

Aus reiner Neugier geht Margaret sogar in einer katholischen Kirche in einen Beichtstuhl. Unvertraut mit dem Konzept der Beichte, das ihr völlig fremd ist, glaubt sie zunächst, dass Gott persönlich mit ihr spreche, als der von ihr nicht gesehene Priester sie anspricht. Diese Fehlinterpretation, die auf ihrer Unkenntnis und ihrer tiefen Sehnsucht nach einer direkten göttlichen Antwort beruht, ist ein Höhepunkt ihrer religiösen Erkundung. Als ihr ihr Irrtum klar wird – dass es sich um einen Menschen handelt, der ihre Sünden hören soll –, flieht sie aus dem Beichtstuhl. Dieser Vorfall ist symptomatisch für Margarets gesamte Reise: Sie sucht nach klaren Zeichen und direkten Offenbarungen, muss aber erkennen, dass Glaube oft subtiler und komplexer ist, als sie es sich vorstellt. Ihre Flucht symbolisiert auch ihren Widerstand gegen die Vorstellung, ihre innersten Gedanken und Gefühle einem unbekannten Menschen anzuvertrauen, und ihre Präferenz für die direkte, private Kommunikation mit Gott, die sie in ihren Gebeten praktiziert.

Freundschaften, Körperbilder und die Realität des Erwachsenwerdens

Parallel zu ihrer Auseinandersetzung mit der Frage der Religionszugehörigkeit beschäftigen Margaret und ihre Freundinnen die typischen Probleme heranwachsender Mädchen, die mit dem Einsetzen der Pubertät einhergehen. Sie findet an ihrem neuen Wohnort in New Jersey schnell neue Freundinnen, mit denen sie sich zu einer festen Gruppe zusammenschließt. Doch diese Gruppe ist auch Schauplatz eines ständigen, oft unbewussten Wettstreits. Wer von ihnen als Erste einen Büstenhalter trägt, wer von ihnen als Erste ihre Menstruation bekommt – diese Meilensteine des Erwachsenwerdens werden zu Messlatten für den eigenen Fortschritt und die eigene Reife. Der Neid auf andere Mädchen, deren Körper früher heranreifen, ist ein omnipräsentes Gefühl, das die Gruppendynamik stark beeinflusst. Es ist ein erbitterter Kampf um Anerkennung und den Wunsch, „normal“ zu sein, was in diesem Alter oft bedeutet, den körperlichen Entwicklungsnormen zu entsprechen oder sie sogar zu übertreffen.

Ein zentraler Charakter in dieser Dynamik ist Laura Danker, eine Klassenkameradin, die nicht zu Margarets enger Freundinnengruppe gehört. Laura ist die größte und körperlich am weitesten entwickelte Mitschülerin, eine Tatsache, auf die die Mädchen mit einer Mischung aus Neid und Misstrauen reagieren. Sie unterstellen Laura Danker, dass sie sich mit Evan Wheeler, dem älteren Bruder einer Klassenkameradin, und Moose Freed, einem Jungen, den Margaret selbst interessant findet, heimlich hinter dem Supermarkt trifft. Diese Gerüchte und Anschuldigungen sind Ausdruck der Unsicherheiten der Mädchen, die Lauras frühe Reife als Bedrohung oder als Zeichen von „Andersartigkeit“ wahrnehmen. Sie projizieren ihre eigenen Ängste und Wünsche auf Laura, die zum Sündenbock für alles wird, was sie an sich selbst oder an ihrer eigenen Entwicklung frustriert.

Erst eine direkte Konfrontation mit Laura macht Margaret ihren Standpunkt klar und eröffnet ihr eine neue Perspektive auf Vorurteile und das Urteilen über andere. Laura konfrontiert Margaret mit der harten Realität ihrer Situation: „Denk mal drüber nach, wie du dich fühlen würdest, wenn du schon in der vierten Klasse einen BH tragen musst und jeder dich auslacht und wie es ist, wenn man immer die Arme vor sich kreuzen muss. Und wie es ist, wenn dir nur wegen deines Aussehens die Jungs dreckige Namen nachrufen.“ Dieses Zitat aus dem 19. Kapitel ist ein Wendepunkt für Margaret. Es zwingt sie, über den eigenen Tellerrand zu blicken und zu erkennen, dass das, was von außen wie ein Vorteil oder eine begehrenswerte Entwicklung aussieht, für die betroffene Person eine enorme Belastung sein kann. Es ist eine wichtige Lektion in Empathie und dem Verständnis, dass jeder Mensch seine eigenen Kämpfe führt, oft unsichtbar für andere. Diese Erkenntnis trägt dazu bei, Margarets moralisches Kompass zu schärfen und ihre Fähigkeit zu entwickeln, Situationen nuancierter zu betrachten.

Ein offenes Ende: Margarets Weg bleibt ein Prozess

Der Roman „Bist du da, Gott? Ich bin’s, Margaret.“ endet mit dem Abschluss des Schuljahres, doch nicht mit einer endgültigen Antwort auf Margarets zentrale Fragen. In einem Brief an ihren Klassenlehrer fasst sie ihr Projekt zusammen und hält fest, dass sie immer noch nicht wisse, welcher Religion sie angehören möchte, wenn sie erwachsen sei – wenn sie überhaupt einer Glaubensgruppe angehören möchte. Dieses offene Ende ist eine der größten Stärken des Buches und ein Zeichen für seine zeitlose Relevanz. Es unterstreicht die Botschaft, dass die Suche nach Identität und Glauben oft ein lebenslanger Prozess ist und nicht mit einer einzigen, klaren Antwort abgeschlossen wird. Margaret hat nicht die „perfekte“ Religion gefunden, die all ihre Fragen beantwortet, aber sie hat gelernt, Fragen zu stellen, zu beobachten, zu reflektieren und sich selbst zu vertrauen. Sie hat gelernt, dass es in Ordnung ist, keine fertigen Antworten zu haben, und dass der Weg selbst, das Fragen und das Suchen, einen Wert hat.

Dieser Abschluss ist realistisch und ermutigend zugleich. Er vermittelt jungen Lesern, dass es normal ist, Unsicherheiten zu haben und dass Selbstfindung ein fortlaufender Prozess ist, der Geduld und Offenheit erfordert. Margaret hat eine enorme persönliche Entwicklung durchgemacht, nicht im Finden einer endgültigen Zugehörigkeit, sondern in der Entwicklung ihrer Fähigkeit zur Selbstreflexion, zur Empathie und zur Behauptung ihrer eigenen Meinung angesichts äußerer Erwartungen. Sie hat gelernt, die Welt kritischer zu betrachten und ihre eigenen Überzeugungen zu formen, auch wenn diese noch im Fluss sind. Der Roman hinterlässt den Leser mit dem Gefühl, dass Margarets Reise weitergeht, auch über die letzte Seite hinaus, und dass sie nun besser gerüstet ist, die Komplexitäten des Lebens zu navigieren.

Die zeitlose Relevanz von „Bist du da, Gott? Ich bin’s, Margaret.“

Die anhaltende Popularität von Judy Blumes Roman über Jahrzehnte hinweg ist ein Zeugnis seiner zeitlosen Relevanz. Die Themen, die Margaret beschäftigen – die körperlichen und emotionalen Veränderungen der Pubertät, die Suche nach Identität, die Unsicherheit über die eigene Zugehörigkeit und der Wunsch, verstanden zu werden –, sind universelle menschliche Erfahrungen, die junge Menschen in jeder Generation durchmachen. Das Buch spricht diese Themen mit einer bemerkenswerten Ehrlichkeit an, die oft als bahnbrechend empfunden wurde und ist. Blume scheut sich nicht, über Themen wie Menstruation, den ersten BH oder sexuelle Neugier zu sprechen, die zu ihrer Zeit oft tabuisiert waren, und tut dies auf eine Weise, die weder herablassend noch überdramatisch ist, sondern einfach authentisch.

Die Darstellung von Margarets religiöser Suche ist ebenfalls ein Schlüsselfaktor für die anhaltende Bedeutung des Buches. Es bietet jungen Lesern einen Raum, um über ihre eigenen Überzeugungen nachzudenken, ohne dass eine bestimmte Religion bevorzugt oder abgelehnt wird. Stattdessen betont es die Wichtigkeit der persönlichen Erkundung und des Dialogs. Dies macht den Roman zu einem wertvollen Werkzeug für Eltern, Pädagogen und junge Menschen, um offene Gespräche über Glaube, Werte und die Herausforderungen des Erwachsenwerdens zu führen. „Bist du da, Gott? Ich bin’s, Margaret.“ ist nicht nur ein Buch über ein Mädchen, das Gott sucht; es ist ein Buch über ein Mädchen, das sich selbst sucht, und in dieser Suche finden sich unzählige Leser wieder.

Um die Komplexität von Margarets Reise zu verdeutlichen, kann man ihre inneren und äußeren Konflikte vergleichen:

Innere Konflikte (Identität & Glaube)Äußere Konflikte (Pubertät & Soziales)
Suche nach religiöser Zugehörigkeit (Judentum vs. Christentum vs. keine)Körperliche Veränderungen (Menstruation, BH-Größe, Entwicklung)
Fragen nach dem Sinn des Lebens und der Existenz GottesPeer Pressure und der Wunsch, dazuzugehören (Secret Committee)
Umgang mit familiären Erwartungen bezüglich des GlaubensErste Erfahrungen mit Jungen und Beziehungen
Entwicklung eigener moralischer und ethischer ÜberzeugungenNeid und Vergleiche mit anderen Mädchen (z.B. Laura Danker)
Angst vor dem Unbekannten und dem Mangel an klaren AntwortenAnpassungsdruck an soziale Normen und Schönheitsideale

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Roman

Worum geht es in dem Roman „Bist du da, Gott? Ich bin’s, Margaret.“?

Der Roman erzählt die Geschichte der elfjährigen Margaret Simon, die mit ihrer Familie nach New Jersey zieht. Dort navigiert sie die Herausforderungen der Pubertät wie körperliche Veränderungen, Freundschaften und erste Schwärmereien, während sie gleichzeitig intensiv nach ihrer eigenen religiösen Identität sucht. Ihre Eltern haben sie ohne feste Religionszugehörigkeit erzogen, was Margaret dazu anregt, verschiedene Glaubensrichtungen zu erkunden und sich mit existenziellen Fragen auseinanderzusetzen.

Wer ist Margaret Simon?

Margaret Simon ist die Protagonistin des Romans. Sie ist ein Mädchen in der sechsten Klasse, das sich am Übergang vom Kind zum Teenager befindet. Sie ist neugierig, unsicher, nachdenklich und sehr ehrlich in ihren Beobachtungen und Gefühlen. Ihre inneren Monologe, die sie an Gott richtet, sind ein zentrales Element ihrer Charakterisierung und zeigen ihre tiefe Sehnsucht nach Verständnis und Führung.

Welche Rolle spielt Religion im Buch?

Religion ist ein zentrales Thema. Margaret ist die Tochter einer Christin und eines Juden und wächst ohne feste Religionszugehörigkeit auf. Sie unternimmt ein Schulprojekt, um verschiedene Glaubensrichtungen (Christentum, Judentum, Katholizismus) zu erforschen und versucht zu verstehen, welche davon zu ihr passen könnte. Ihre Suche ist tief persönlich und spiegelt die Herausforderungen wider, die eigene spirituelle Überzeugungen zu finden, wenn man zwischen verschiedenen kulturellen und familiären Einflüssen steht.

Welche anderen Themen werden behandelt?

Neben der religiösen Suche behandelt der Roman eine Vielzahl von Themen, die für heranwachsende Mädchen relevant sind: körperliche Veränderungen (Menstruation, Büstenhalter), Freundschaftsdynamiken, Peer Pressure, die erste Liebe, Neid, Unsicherheiten bezüglich des eigenen Körpers und die allgemeine Suche nach Identität und Zugehörigkeit in einer neuen Umgebung. Das Buch ist bekannt für seine offene und realistische Darstellung dieser oft intimen Themen.

Ist das Buch nur für Mädchen geeignet?

Obwohl die Protagonistin ein Mädchen ist und viele der behandelten Themen speziell weibliche Erfahrungen der Pubertät betreffen, ist das Buch universell in seinen Botschaften über Selbstfindung, den Umgang mit Unsicherheit und die Herausforderung des Erwachsenwerdens. Jungen können von Margarets emotionaler Reise und ihren Erfahrungen mit Freundschaft, familiären Erwartungen und der Suche nach dem eigenen Platz in der Welt profitieren. Es fördert Empathie und Verständnis für die Erfahrungen anderer.

Warum ist der Titel so bedeutsam?

Der Titel „Bist du da, Gott? Ich bin’s, Margaret.“ ist der wiederkehrende Beginn von Margarets privaten Gebeten. Diese Gebete sind keine formellen religiösen Ansprachen, sondern intime, ehrliche Gespräche mit einer höheren Macht, in denen sie ihre tiefsten Ängste, Hoffnungen und Verwirrungen offenbart. Der Titel symbolisiert Margarets direkte und persönliche Beziehung zu Gott, ihre Suche nach Führung und Trost und ihre unermüdliche Hoffnung, gehört und verstanden zu werden. Er fängt die Essenz ihrer inneren Reise perfekt ein.

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