Was muss ich bei einer Konfirmation beachten?

Konfirmation: Ein Weg der Stärkung im Glauben

11/06/2022

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Die Konfirmation, oft einfach als „Konfirmation“ bezeichnet, ist ein bedeutendes Ereignis im Leben junger evangelischer Christen und markiert einen wichtigen Schritt in ihrer persönlichen Glaubensreise. Dieses Fest, das tief in der evangelischen Tradition verwurzelt ist, besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen: dem feierlichen Konfirmationsgottesdienst und der anschließenden privaten Konfirmationsfeier. Es ist ein Moment, in dem Jugendliche ihren Glauben, der oft durch ihre Eltern und Paten bei der Taufe stellvertretend bekannt wurde, eigenständig bekräftigen und ihre Zugehörigkeit zur evangelischen Kirche bewusst bestätigen.

Wie viele Konfirmationen gibt es in Deutschland?
Seit dem 19. Jahrhundert ist es in ganz Deutschland üblich, junge Erwachsene zu konfirmieren. Im Jahr 2018 registrierte die Evangelische Kirche Deutschland bundesweit 165.992 Konfirmationen. Im Jahr 1998 waren es noch beinahe 100.000 mehr. Früher durften Gläubige in der evangelischen Kirche erst nach der Konfirmation am Abendmahl teilnehmen.

Die Konfirmation ist weit mehr als nur ein Ritus; sie ist eine bewusste Entscheidung für den christlichen Glauben und die Gemeinschaft. Sie symbolisiert das Erwachsenwerden im Glauben und eröffnet den Jugendlichen neue Möglichkeiten und Verantwortlichkeiten innerhalb ihrer Kirchengemeinde. Im Folgenden beleuchten wir die verschiedenen Facetten der Konfirmation, von ihrer Bedeutung und Geschichte über die Vorbereitung bis hin zu den Feierlichkeiten und den Rechten, die sie mit sich bringt.

Inhaltsverzeichnis

Was bedeutet die evangelische Konfirmation?

Die evangelische Konfirmation ist seit dem 19. Jahrhundert in ganz Deutschland ein fester Bestandteil des kirchlichen Lebens. Jugendliche nehmen in der Regel im Alter von 13 bis 15 Jahren, meist im 7. oder 8. Schuljahr, daran teil. Der lateinische Begriff „Konfirmation“ bedeutet „Befestigung“ oder „Stärkung“ und genau das ist der Kern dieses Sakraments: Die Jugendlichen bekräftigen das, was ihre Eltern und Paten stellvertretend für sie bei ihrer Taufe versprochen haben – ein Leben im christlichen Glauben zu führen. Es ist ein Akt der persönlichen Glaubensbestätigung und der bewussten Annahme der christlichen Werte.

Historisch gesehen hat die Konfirmation eine faszinierende Entwicklung durchgemacht. Martin Luther setzte sich vor 500 Jahren dafür ein, dass Christen ihr Leben stärker am Evangelium von Jesus Christus ausrichten sollten. In diesem Kontext entstand die evangelische Kirche, und damit die Notwendigkeit, Kinder und Jugendliche im neuen Glauben zu unterrichten. Die Einführung der Konfirmation für evangelische Jugendliche wurde bereits 1539 im nordhessischen Ziegenhain beschlossen. Sie diente als feierliche Bestätigung und als Zeichen der vollwertigen Kirchenmitgliedschaft nach einer Phase des Glaubensunterrichts. Seit dem 19. Jahrhundert ist die Konfirmation in ihrer heutigen Form in ganz Deutschland üblich geworden und hat sich als wichtiger Übergangsritus etabliert.

Der Konfirmationsgottesdienst: Ein feierlicher Akt des Segens

Der Konfirmationsgottesdienst bildet das Herzstück des Konfirmationsfestes und ist ein öffentliches Ereignis, zu dem alle als Besucherinnen und Besucher eingeladen sind, unabhängig von ihrer Kirchen- oder Religionszugehörigkeit. Im Mittelpunkt dieses Gottesdienstes stehen die Jugendlichen im Kontext des christlichen Glaubens. Es ist ein Moment der Besinnung, des Dankes und der Segnung.

Während des Gottesdienstes empfangen die Konfirmandinnen und Konfirmanden den Segen. Diese Segenshandlung wird als ein Handeln Gottes verstanden, das die Jugendlichen auf ihrem weiteren Lebensweg im Glauben stärken soll. Ein zentraler Bestandteil vieler Konfirmationsgottesdienste ist zudem die Feier des Abendmahls. Dies ist ein besonderer Moment der Gemeinschaft mit Christus und untereinander. Die Jugendlichen wählen sich oft einen persönlichen Konfirmationsspruch aus der Bibel aus, der sie ihr Leben lang begleiten soll und der während des Gottesdienstes eine besondere Rolle spielt. Im Gegensatz zur katholischen Erstkommunion gibt es für Konfirmanden keine spezielle Gewandung; sie tragen festliche Kleidung, die ihre persönliche Feierlichkeit unterstreicht.

Was ist eine evangelische Konfirmation?
In der Zeit nach Ostern konfirmieren evangelische Kirchengemeinden ihre Jugendlichen. Die evangelische Konfirmation ist seit dem 19. Jahrhundert in ganz Deutschland üblich. Sie bestätigen damit, was ihr Eltern bei der Taufe versprochen haben: ein Leben im christlichen Glauben. Jugendliche nehmen in der Regel im 7. oder 8. Schuljahr daran teil.

Die Konfirmationsfeier: Persönliche Gestaltung und familiäre Freude

Nach dem offiziellen Konfirmationsgottesdienst schließt sich die Konfirmationsfeier an. Die Gestaltung dieser Feier liegt allein im Ermessen der Familie und wird sehr individuell gehandhabt. Es gibt keine festen Regeln, wie, wo und mit wem gefeiert wird, was jeder Familie die Freiheit gibt, diesen besonderen Tag nach ihren Vorstellungen zu gestalten.

Manche Familien bevorzugen eine Feier im engen Familienkreis, während andere die Verwandtschaft, Paten und Freunde einladen, um diesen Meilenstein gemeinsam zu begehen. Die Feierlichkeiten können in einer Gaststätte stattfinden oder ganz persönlich Zuhause ausgerichtet werden. Es ist entscheidend, dass bei diesem Fest die Jugendlichen im Mittelpunkt stehen. Daher sollte die Planung der Feierlichkeiten, einschließlich möglicher Programmpunkte, gemeinsam mit den Konfirmandinnen und Konfirmanden überlegt werden. So wird sichergestellt, dass der Tag ihre Persönlichkeit widerspiegelt und zu einem unvergesslichen Erlebnis wird. Oft erhalten die Konfirmierten an diesem Tag viele Geschenke, darunter klassische wie eine Kette mit Kreuzanhänger, das evangelische Gesangbuch oder Geldgeschenke.

Der Konfirmandenunterricht: Vorbereitung auf den Glauben

Der Konfirmation geht eine intensive Zeit der Vorbereitung voraus, die in der evangelischen Kirche eher als „Konfirmandenarbeit“ denn als bloßer Unterricht bezeichnet wird. Diese Phase dauert je nach Kirchengemeinde ein bis zwei Jahre und ist darauf ausgelegt, die Jugendlichen umfassend auf ihr Bekenntnis vorzubereiten und sie in die Grundlagen des christlichen Glaubens einzuführen.

Im Rahmen der Konfirmandenarbeit lernen die Jugendlichen Gottesdienstabläufe kennen, setzen sich intensiv mit der Bibel auseinander und diskutieren über zentrale Themen des christlichen Glaubens wie Trauer, Freude, Liebe und Verantwortung. Es geht nicht nur um die Vermittlung von Wissen, sondern auch um die Schulung von Umgangsformen, Kommunikationsverhalten und die Entwicklung einer eigenen Haltung zu Glaubensfragen. Oft dürfen die jungen Christen im Laufe des Unterrichts sogar einen Gottesdienst nach ihren eigenen Vorstellungen zu einem Thema gestalten, das ihnen besonders am Herzen liegt. Dies fördert ihre Kreativität und ihr Engagement. Geleitet wird die Konfirmandenarbeit von Pfarrerinnen und Pfarrern, Diakoninnen und Diakonen oder Religionspädagoginnen und -pädagogen der Gemeinden. Darüber hinaus bieten ehrenamtliche Jugendliche oft zusätzliche Angebote und Aktionen außerhalb des regulären Konfirmandenunterrichts an, was die Konfirmandenzeit auch zu einem Einstieg in die evangelische Jugendarbeit machen kann. In kleinen und großen Gremien der Evangelischen Jugend können sich die Jugendlichen einbringen und erste Erfahrungen mit Mitbestimmung sammeln.

Rechte und Verantwortung nach der Konfirmation

Mit der Konfirmation treten die Jugendlichen in eine neue Phase ihres Glaubenslebens ein, die mit erweiterten Rechten und Verantwortlichkeiten verbunden ist. Nach der Konfirmation sind die Jugendlichen, auch im gesetzlichen Sinne, religionsmündig. Dies bedeutet, dass sie ab diesem Zeitpunkt das Recht haben, selbst über die Gestaltung ihres eigenen Glaubens zu entscheiden – unabhängig von den Eltern. Dies ist ein entscheidender Schritt zur Selbstständigkeit im Glauben, der oft im Alter von etwa 14 Jahren stattfindet, einem Alter, in dem Jugendliche auch im Allgemeinen Neues entdecken und eigene Wege ausprobieren wollen.

Was muss ich bei einer Konfirmation beachten?
Deshalb sollte auch mit ihnen gemeinsam überlegt werden, wie das Fest gestaltet und beispielsweise mit Programmpunkten bereichert werden kann. Nach der Konfirmation sind die Jugendlichen (auch im gesetzlichen Sinne) religionsmündig und haben alle Rechte als Mitglieder der Evangelischen Kirche. KONFIRMATION & KOMMUNION: UNTERSCHIED?

Ein wichtiges Recht, das mit der Konfirmation einhergeht, ist die Möglichkeit, das Patenamt zu übernehmen. Die eigenen Taufpaten werden symbolisch „arbeitslos“, denn ab diesem Zeitpunkt übernehmen die Konfirmierten selbst die Verantwortung für ihren eigenen Glauben. Zudem dürfen konfirmierte Jugendliche den Kirchenvorstand wählen, was ihnen eine aktive Teilhabe an den Entscheidungen ihrer Kirchengemeinde ermöglicht. Dies ist in vielen Landeskirchen ein wichtiges Zeichen der vollwertigen Mitgliedschaft. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass trotz des Endes der Taufpatenschaft im formalen Sinne, oft ein Leben lang ein enges Bündnis zwischen den ehemaligen Paten und Patenkindern bestehen bleibt.

Entwicklung der Konfirmationszahlen in Deutschland

Die Zahl der Konfirmationen in Deutschland hat in den vergangenen Jahren eine Entwicklung gezeigt. Während im Jahr 2017 nach einer Statistik der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) rund 174.000 junge Menschen konfirmiert wurden, sank diese Zahl in der Coronapandemie weiter. Im Jahr 2021 waren es nur noch etwa 156.000 junge Menschen. Im Jahr 2018 registrierte die EKD bundesweit 165.992 Konfirmationen. Zum Vergleich: Im Jahr 1998 waren es noch beinahe 100.000 mehr.

Die Pandemie stellte die Gemeinden vor besondere Herausforderungen bei der Durchführung der Konfirmationen. Viele Kirchengemeinden mussten kreative Lösungen finden, um die Feierlichkeiten unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln zu ermöglichen. Oft konfirmierten die Geistlichen auf Plätzen vor der Kirche, manchmal sogar auf zentralen Marktplätzen, um ausreichend Raum zu bieten. Einige Gemeinden feierten den Konfirmationsgottesdienst auch im Garten der Konfirmanden, um die Vermischung von Haushalten zu vermeiden. Diese Anpassungen zeigen die Flexibilität und den Wunsch, diesen wichtigen Ritus auch unter schwierigen Bedingungen aufrechtzuerhalten.

Häufig gestellte Fragen zur Konfirmation

Die Konfirmation wirft oft viele Fragen auf, sowohl bei den Jugendlichen selbst als auch bei ihren Familien und Freunden. Hier sind einige der am häufigsten gestellten Fragen und ihre Antworten:

Was ist der Unterschied zwischen Konfirmation, Firmung und Jugendweihe?

Die Konfirmation ist ein evangelischer Ritus, bei dem Jugendliche ihren Taufbund bekräftigen und ihre bewusste Zugehörigkeit zur evangelischen Kirche bekunden. Die Firmung ist das katholische Sakrament, das die Taufe bekräftigt und als Gabe des Heiligen Geistes verstanden wird. Die Jugendweihe hingegen ist eine kirchenunabhängige Feier, die vor allem in Ostdeutschland populär ist und den Übergang ins Erwachsenenalter markiert, ohne religiösen Bezug.

Kann man sich konfirmieren lassen, wenn man nicht getauft ist?

In der evangelischen Kirche ist die Taufe die Voraussetzung für die Konfirmation. Oft wird die Taufe vor oder im Rahmen der Konfirmandenzeit nachgeholt, falls sie nicht im Säuglingsalter stattgefunden hat. Die Konfirmation ist die Bestätigung der Taufe.

Wann wurde die Konfirmation für evangelische Jugendliche beschlossen?
Am Ende des Unterrichts stand die Konfirmation, in der die Jugendlichen selbst ihren Glauben bekräftigten und feierlich als vollwertige Kirchenmitglieder bestätigt wurden. Die Einführung der Konfirmation für evangelische Jugendliche wurde 1539 im nordhessischen Ziegenhain beschlossen. Seit dem 19.

Was passiert, wenn man nicht konfirmiert wird?

Wer nicht konfirmiert ist, ist in der evangelischen Kirche kein vollwertiges Mitglied im Sinne der Rechte. Man kann zum Beispiel nicht das Patenamt übernehmen oder den Kirchenvorstand wählen. Die Nicht-Konfirmation hat jedoch keine Auswirkungen auf die Gültigkeit der Taufe oder die Zugehörigkeit zur Kirche als Getaufter.

Muss man im Konfirmationsgottesdienst etwas sagen oder vortragen?

Oftmals sprechen die Konfirmandinnen und Konfirmanden gemeinsam das Glaubensbekenntnis oder lesen einen Psalm. Manchmal gibt es auch die Möglichkeit, einen selbstgewählten Bibelvers vorzutragen. Dies variiert je nach Kirchengemeinde und wird in der Konfirmandenarbeit vorbereitet.

Welche Geschenke sind zur Konfirmation üblich?

Traditionell werden zur Konfirmation Geschenke überreicht, die den Übergang ins Erwachsenenalter und die religiöse Bedeutung des Anlasses unterstreichen. Klassiker sind Bibeln, Gesangbücher, Schmuck mit religiösen Motiven (z.B. ein Kreuzanhänger) oder Uhren. Geldgeschenke sind ebenfalls sehr beliebt, da sie den Jugendlichen die Möglichkeit geben, sich einen größeren Wunsch zu erfüllen oder für ihre Zukunft zu sparen.

Gibt es auch später noch Konfirmationen?

Ja, in der evangelischen Kirche gibt es auch sogenannte Jubiläumskonfirmationen. Nach 25 Jahren wird die Silberne Konfirmation und nach 50 Jahren die Goldene Konfirmation gefeiert. Diese Festgottesdienste bringen die Konfirmierten eines Jahrgangs wieder zusammen und bieten die Gelegenheit, auf den gemeinsamen Weg zurückzublicken und den Segen erneut zu empfangen. Auch seltenere Jubiläen wie die Diamantene (60 Jahre), Eiserne (65 Jahre), Gnaden (70 Jahre) oder Kronjuwelen-Konfirmation (75 Jahre) werden in manchen Gemeinden gefeiert.

Vergleich von Konfirmation, Firmung und Jugendweihe

Um die Besonderheiten der evangelischen Konfirmation besser zu verstehen, ist es hilfreich, sie mit ähnlichen Übergangsriten anderer Glaubensgemeinschaften oder Weltanschauungen zu vergleichen:

MerkmalEvangelische KonfirmationKatholische FirmungKirchenunabhängige Jugendweihe
BedeutungBekräftigung des Taufbundes, bewusste Zugehörigkeit zur KircheBekräftigung der Taufe, Stärkung durch den Heiligen Geist, vollwertige KirchenmitgliedschaftÜbergangsritus ins Erwachsenenalter, ohne religiösen Bezug
AlterMeist 13-15 Jahre (7./8. Schuljahr)Meist 12-16 Jahre (regional unterschiedlich)Meist 14 Jahre
VoraussetzungTaufe (ggf. Nachholung)Taufe, ErstkommunionKeine religiöse Voraussetzung
VorbereitungKonfirmandenarbeit (1-2 Jahre, Bibel, Glaubensfragen, Gemeinschaft)Firmvorbereitung (Katechese, Gemeinschaft, soziales Engagement)Jugendstunden (Diskussionen über Werte, Gesellschaft, Zukunft)
RitualGottesdienst mit Segen, Abendmahl, persönlicher SpruchGottesdienst mit Handauflegung, Salbung mit Chrisam, FirmspruchFeierstunde mit Festrede, Musik, Übergabe von Urkunden und Geschenken
Rechte danachReligionsmündigkeit, Patenamt, Kirchenvorstand wählenVollwertige Kirchenmitgliedschaft, Patenamt, kirchliche ÄmterKeine spezifischen Rechte, symbolischer Akt der Reife
VerbreitungDeutschlandweit üblichDeutschlandweit üblichVor allem in Ostdeutschland populär

Zusammenfassend ist die Konfirmation ein tiefgreifendes und freudiges Ereignis, das jungen Menschen die Möglichkeit gibt, ihren Glauben bewusst zu leben und ihre Rolle innerhalb der Kirchengemeinschaft aktiv zu gestalten. Sie ist ein Fest der Bestärkung, des Wachstums und des Segens, das die Jugendlichen auf ihrem weiteren Lebensweg begleitet.

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