Wie wirkt ein Gottesdienst in der Evangelischen Kirche?

Christmette: Ursprung, Bedeutung & Brauchtum

05/02/2024

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Die Christmette ist weit mehr als nur ein festlicher Gottesdienst am Weihnachtsabend; sie ist das strahlende Herz des christlichen Weihnachtsfestes und eine der tiefgründigsten liturgischen Feiern des gesamten Kirchenjahres. In der magischen Stille der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember, oft schon in den späten Abendstunden des Heiligen Abends beginnend, eröffnet sie feierlich die Weihnachtszeit. Im Zentrum dieser besonderen Feier steht die Verkündigung der Menschwerdung Gottes – ein Moment, der die Welt für immer veränderte: die Geburt Jesu Christi. Es ist eine Zeit, in der die Dunkelheit der Nacht durch das symbolische Licht der Hoffnung und göttlichen Liebe durchbrochen wird, das die Ankunft des Retters in die Welt bringt.

Welche Vorteile bietet das Sitzen?
Durch das Sitzen fällt es uns leichter, aufmerksam und konzentriert zuhören, ruhig zu werden und uns zu sammeln und zu besinnen (Lesungen, Predigt…). Wir knien immer dann, wenn wir allein beten oder Gott anbeten, oder wenn wir besonders unsere Demut zum Ausdruck bringen wollen.

Die tiefgreifende theologische Bedeutung der Christmette

Die Christmette ist ein reiches Geflecht aus Symbolik und Theologie, das die zentralen Glaubenswahrheiten des Christentums auf eindrucksvolle Weise vermittelt. Im Mittelpunkt steht die frohe Botschaft der Geburt Jesu, wie sie uns im Lukasevangelium überliefert wird: „Der Engel sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteilwerden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr“ (Lk 2,10–11). Diese Verkündigung ist der Kern der Weihnachtsbotschaft und der Grund für die ausgelassene Freude, die sich in dieser Nacht in den Kirchen entfaltet.

Ein zentrales und allgegenwärtiges Element der Christmette ist die Symbolik des Lichtes, das die Dunkelheit durchbricht. Zu Beginn des Gottesdienstes sind viele Kirchen oft noch in gedämpftes Licht getaucht oder sogar vollständig verdunkelt. Erst im Verlauf der Feier, oft beim Einzug oder während des Gloria, werden die Lichter entzündet und die Gläubigen halten Kerzen in ihren Händen. Diese Kerzen symbolisieren Jesus Christus selbst, der als das „Licht der Welt“ in die Dunkelheit der menschlichen Existenz und der Sünde tritt, um göttliche Wahrheit, Hoffnung und Erlösung zu bringen. Dieses Bild wird in den liturgischen Texten, den Lesungen und den feierlichen Gesängen der Christmette immer wieder aufgegriffen und verstärkt die Botschaft von der Überwindung der Finsternis durch die göttliche Gegenwart.

Besonders eindrucksvoll ist der feierliche Gesang des „Gloria“ (Ehre sei Gott in der Höhe), der während der gesamten Adventszeit bewusst ausgelassen wird und in der Christmette mit besonderer Inbrunst und Freude wieder angestimmt wird. Es ist der Engelsgesang, der die Hirten auf den Feldern bei Bethlehem erreichte und die Herrlichkeit Gottes bei der Geburt seines Sohnes preist.

Darüber hinaus erinnert die Christmette an die Menschwerdung Gottes. Sie feiert den unglaublichen Akt göttlicher Liebe, durch den Gott in Jesus Christus Mensch wurde, um unter den Menschen zu wohnen und ihren Weg zu teilen. Dieser Moment markiert den Beginn des göttlichen Erlösungsplanes, eines umfassenden Vorhabens Gottes, das darauf abzielt, die Menschheit von Sünde und Tod zu befreien und ihr den Weg zum ewigen Leben zu ebnen. Dieser Plan, der in der Geburt Jesu seinen Anfang nimmt, entfaltet sich weiter in seinem Leben, seinem Leiden und seinem Tod am Kreuz und findet seinen triumphalen Höhepunkt in der Auferstehung Jesu an Ostern. Die Christmette ist somit nicht nur eine Erinnerung an ein historisches Ereignis, sondern eine Feier des Fundaments des christlichen Glaubens und der Hoffnung auf Erlösung.

Die faszinierende historische Entwicklung der Christmette

Die Christmette, wie wir sie heute kennen, ist das Ergebnis einer langen und komplexen historischen Entwicklung, die eng mit der römischen Papstliturgie und den monastischen Traditionen verbunden ist. Ihre Ursprünge reichen weit zurück in die frühen Jahrhunderte des Christentums.

Ursprünglich bestand die Feier in der Weihnachtsnacht nicht aus einer einzigen Eucharistiefeier, sondern aus den nächtlichen Stundengebeten, insbesondere der Matutin und der Laudes. Die Matutin, abgeleitet vom lateinischen „hora matutina“ (morgendliche Stunde), war das nächtliche Gebet der Kirche, das oft schon in den frühen Morgenstunden vor Tagesanbruch stattfand. Die Laudes schloss sich daran an und war das gemeinsame Morgengebet, das den Tagesanbruch begrüßte. Mönchsgemeinschaften brachen traditionell um diese Nachtzeit ihren Schlaf ab, um sich dem Psalmengebet zu widmen und bis zum Tagesanbruch zu wachen. Diese nächtliche Gebetszeit war geprägt von Lesungen aus der Heiligen Schrift und den Schriften der Kirchenväter, Psalmen und Hymnen.

Im Laufe der Zeit, insbesondere seit dem 5. Jahrhundert in Rom, wurde diese nächtliche Weihnachtsvigil, also das Wachen in der Nacht, mit der Eucharistiefeier verschmolzen. Die erste dieser Messfeiern in der Weihnachtsnacht wurde als „Missa in nocte“ (Messfeier in der Nacht) bezeichnet und fand nach der Matutin statt. Es war Papst Gregor der Große (590–604), der maßgeblich zur Etablierung von drei Weihnachtsmessen beitrug, die an verschiedenen Orten in Rom gefeiert wurden: eine in der Nacht (Missa in nocte), eine im Morgengrauen und eine am Tage. Die „Missa in nocte“ ist die direkte Vorgängerin unserer heutigen Christmette.

Der Name „Mette“ selbst ist die eingedeutschte Form des lateinischen Wortes „(hora) matutina“ und bezieht sich auf den Zeitraum am Morgen zwischen dem Weichen der völligen Dunkelheit und dem Aufkommen der Morgenröte. Obwohl der Begriff ursprünglich ein Stundengebet bezeichnete, wurde er im Volksmund auf die nächtliche Weihnachtsmesse übertragen, da sie zu dieser frühen Stunde stattfand.

Ein weiterer gängiger Name für die Christmette ist das „Engelamt“. Dieser Name leitet sich direkt aus dem Evangelium ab, das in dieser Messe verkündet wird – der Bericht von der Geburt Jesu und dem Jubelgesang der Engel auf den Feldern Bethlehems: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seiner Gnade“ (Lk 2,14). Dieser Engelsgesang prägt die festliche und himmlische Atmosphäre der Christmette und verstärkt ihre theologische Bedeutung als Feier der Ankunft des göttlichen Friedens.

Die Unterscheidung: Was ist eine Mette und was ist eine Messe?

Die Begriffe „Mette“ und „Messe“ werden im Zusammenhang mit Weihnachten oft synonym verwendet, doch streng genommen bezeichnen sie unterschiedliche liturgische Formen. Das Verständnis dieser Unterscheidung ist entscheidend, um die Eigenart der Christmette vollständig zu erfassen.

Wie bereits erwähnt, leitet sich der Begriff „Mette“ vom lateinischen „(hora) matutina“ ab und bezeichnete ursprünglich eine nächtliche oder frühmorgendliche Gebetszeit. Es war die Zeit, in der Mönche ihren Schlaf unterbrachen, um mit Psalmengebeten den Tagesanbruch zu erwarten, gefolgt vom gemeinsamen Morgengebet, den Laudes. Metten sind somit ihrem Ursprung nach keine Messen im Sinne einer Eucharistiefeier, sondern vielmehr Wortgottesdienste, die hauptsächlich aus Lesungen (oft aus der Heiligen Schrift und den Kirchenvätern) und Psalmengebeten bestehen. Ein bekanntes Beispiel neben der Christmette ist die Trauermette an den Kartagen, die ebenfalls ein reiner Wortgottesdienst ist.

Mit der Brevierreform des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) wurde die traditionelle Matutin durch die „Lesehore“ ersetzt. Diese Lesehore ist eine tageszeitunabhängige Gebetszeit des Stundengebetes, die zu jeder Tageszeit gebetet werden kann und weiterhin ihren Schwerpunkt auf umfangreiche biblische und patristische Lesungen legt.

Was sagt das Lukas Evangelium über den Herrn Jesus?
„Und Jesus nahm zu an Weisheit und an Größe und an Gunst bei Gott und Menschen” (Lk 2,52). „Und alle gaben Zeugnis und verwunderten sich über die Worte der Gnade, die aus seinem Mund hervorgingen“ (Lk 4,22). Das Lukasevangelium stellt uns den Herrn Jesus als den wahren und vollkommenen Menschen vor.

Dennoch hat sich im allgemeinen Sprachgebrauch die Bezeichnung „Christmette“ für die Weihnachtsmesse „In der Heiligen Nacht“ etabliert. Dies liegt an ihrem traditionellen Zeitpunkt in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember. Diese Nachtmesse ist liturgisch gesehen die eigentlich erste Messfeier an Weihnachten (gemäß der Grundordnung des Römischen Messbuchs, GOK Nr. 36). Sie ist eine vollwertige Eucharistiefeier mit allen Elementen der Messe, einschließlich der Wandlung von Brot und Wein.

Hier liegt der entscheidende Unterschied zu den Feiern, die oft am Nachmittag oder frühen Abend des 24. Dezember als (Kinder- oder Familien-)Christmetten bezeichnet werden. Diese frühen Feiern sind streng genommen weder Metten im ursprünglichen Sinne (da sie keine reinen Wortgottesdienste sind und nicht in der Nacht stattfinden) noch Christmetten im übertragenen Sinne der eigentlichen Nachtmesse. Für den Heiligen Abend am 24. Dezember gibt es stattdessen eine eigene (Vigil-)Messe (Messbuch S. 36f.; GOK Nr. 36), die als Vorabendmesse zum Weihnachtsfest dient. Pastorale Gründe können es jedoch erlauben, die eigentliche Nachtmesse (die „echte“ Christmette) auf einen früheren Zeitpunkt am Abend des 24. Dezember vorzuziehen, um so auch Familien mit kleinen Kindern die Teilnahme zu ermöglichen, ohne die liturgische Bedeutung zu verlieren.

Die folgende Tabelle verdeutlicht die Unterschiede:

MerkmalDie eigentliche Christmette (Nachtmesse)Vigilmesse am 24. Dezember / KinderchristmetteMette (im ursprünglichen Sinne)
ZeitpunktNacht vom 24. auf 25. Dezember (oder vorgezogen am späten Abend des 24. Dez.)Nachmittag/früher Abend des 24. DezemberNächtlich/Frühmorgendlich (vor Tagesanbruch)
Liturgische FormEucharistiefeier (Messe)Eucharistiefeier (Messe)Wortgottesdienst (Psalmengebet, Lesungen)
Bezeichnung im Messbuch"Messe in der Heiligen Nacht""Messe am Heiligen Abend" (Vigilmesse)Nicht als "Messe" bezeichnet (z.B. Trauermette)
Zentraler InhaltFeier der Geburt Jesu als die erste WeihnachtsmesseVorabendmesse zum WeihnachtsfestNächtliches Wachen und Gebet, Lesungen
"Engelamt"Ja, aufgrund des Evangeliums der EngelverkündigungNein, anderes EvangeliumNein

Häufig gestellte Fragen zur Christmette

Wann genau findet die Christmette statt?

Die liturgisch "echte" Christmette ist die sogenannte "Messe in der Heiligen Nacht", die traditionell in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember gefeiert wird, oft um Mitternacht. Aus pastoralen Gründen, um mehr Menschen die Teilnahme zu ermöglichen, wird sie jedoch häufig auf einen früheren Zeitpunkt am Abend des 24. Dezember vorgezogen, beispielsweise um 22 Uhr oder sogar noch früher.

Warum wird die Christmette auch "Engelamt" genannt?

Die Bezeichnung "Engelamt" leitet sich vom Evangelium ab, das in der Christmette verkündet wird. Es ist der Bericht aus dem Lukasevangelium (Lk 2,8-14) über die Geburt Jesu und den Jubelgesang der Engel, die den Hirten die frohe Botschaft verkünden: "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seiner Gnade." Dieser Engelsgesang prägt die festliche Stimmung der Mette.

Ist eine "Kinderchristmette" oder "Familienchristmette" am Nachmittag des 24. Dezember eine "echte" Christmette?

Streng genommen nicht. Die Bezeichnungen "Kinderchristmette" oder "Familienchristmette" werden zwar umgangssprachlich verwendet, aber liturgisch sind diese Feiern am Nachmittag oder frühen Abend des 24. Dezember meist die Vigilmesse des Heiligen Abends. Sie sind keine "Metten" im ursprünglichen Sinne (Wortgottesdienste) und auch nicht die "Messe in der Heiligen Nacht" (die eigentliche Christmette), obwohl sie oft Elemente der Weihnachtsbotschaft kindgerecht aufbereiten.

Was ist der grundlegende Unterschied zwischen einer Mette und einer Messe?

Der Hauptunterschied liegt in ihrer liturgischen Form und ihrem Ursprung. Eine Mette (abgeleitet von "hora matutina") ist ihrem Ursprung nach ein nächtlicher oder frühmorgendlicher Wortgottesdienst, der hauptsächlich aus Psalmengebeten und umfangreichen Lesungen besteht und keine Eucharistiefeier beinhaltet. Eine Messe hingegen ist immer eine Eucharistiefeier, bei der das Gedächtnis des letzten Abendmahls Jesu und seine Wandlung von Brot und Wein gefeiert wird. Die "Christmette" ist eine Ausnahme, da sie zwar historisch aus einer Mette hervorging, heute aber eine vollwertige Eucharistiefeier ist, die ihren Namen aufgrund des traditionellen Zeitpunktes beibehalten hat.

Welche Bedeutung hat das Licht in der Christmette?

Das Licht ist ein zentrales Symbol in der Christmette. Es symbolisiert Jesus Christus selbst, der als das "Licht der Welt" in die Dunkelheit der Sünde und des Unglaubens tritt, um Hoffnung, Wahrheit und Erlösung zu bringen. Oft beginnen die Gottesdienste in gedämpftem Licht, und im Verlauf werden Kerzen entzündet, was die Ankunft dieses göttlichen Lichtes und die Vertreibung der Finsternis visuell erfahrbar macht.

Warum wird das Gloria in der Christmette nach der Adventszeit wieder gesungen?

Das Gloria ist ein jubelnder Lobgesang, der die Herrlichkeit Gottes preist. Während der Adventszeit, die eine Zeit der stillen Erwartung und Vorbereitung ist, wird das Gloria bewusst ausgelassen. In der Christmette jedoch, mit der die Ankunft des Erlösers gefeiert wird, bricht die Freude über die Geburt Jesu hervor, und das Gloria wird als Ausdruck dieser großen Freude über die Menschwerdung Gottes wieder feierlich angestimmt. Es ist ein Echo des Engelsgesangs in der Heiligen Nacht.

Ein Fest des Lichtes und der Hoffnung: Die bleibende Bedeutung der Christmette

Die Christmette ist und bleibt ein Eckpfeiler des christlichen Weihnachtsfestes, ein Moment tiefer Besinnung und überschwänglicher Freude. Sie vereint Jahrhunderte alte Traditionen mit der zeitlosen Botschaft der Geburt Jesu Christi. Von ihren Wurzeln als nächtliches Stundengebet über ihre Entwicklung zur feierlichen Eucharistiefeier in der Heiligen Nacht hat sie sich zu einem Symbol für die Ankunft des göttlichen Lichtes in einer dunklen Welt entwickelt.

Obwohl die Unterscheidung zwischen der "Mette" als Wortgottesdienst und der "Messe" als Eucharistiefeier liturgisch präzise ist, hat sich der Begriff "Christmette" fest in unserem Sprachgebrauch für die erste und wichtigste Weihnachtsmesse etabliert. Sie erinnert uns nicht nur an die historische Geburt Jesu in Bethlehem, sondern auch an die fortwährende Menschwerdung Gottes in unserem Leben und an den Beginn des umfassenden Erlösungsplanes, der in der Auferstehung Christi an Ostern seinen Höhepunkt findet.

Die Christmette ist ein Aufruf, das Licht der Hoffnung und Liebe in uns aufzunehmen und es in die Welt hinauszutragen. Sie ist ein Moment, in dem die christliche Gemeinschaft zusammenkommt, um die "große Freude" zu teilen, die den Engeln einst verkündet wurde. In ihrer feierlichen Atmosphäre, den tiefgründigen Lesungen und den jubelnden Gesängen finden Gläubige Trost, Inspiration und eine erneuerte spirituelle Verbindung zum Kern des Weihnachtsfestes. Sie ist ein unvergesslicher Startpunkt für die Feier der Geburt des Retters und ein Zeugnis der ewigen Präsenz Gottes in unserer Welt.

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