07/07/2021
Das Evangelium, die frohe Botschaft, ist das Herzstück des christlichen Glaubens. Doch was genau macht es so einzigartig und lebensverändernd? Im Zentrum dieser Botschaft steht ein Ereignis, das alle menschliche Vorstellungskraft übersteigt und die Grundlage für unsere tiefste Hoffnung bildet: die Auferstehung Jesu Christi. Ohne sie wäre der Glaube sinnlos, unsere Predigt vergeblich und unsere Sündenlast unerträglich. Paulus, einer der größten Verkünder dieser Botschaft, legt in seinem ersten Brief an die Korinther dar, warum die Auferstehung nicht nur ein historisches Faktum, sondern das entscheidende Fundament für jeden Gläubigen ist.

Das unerschütterliche Fundament des Evangeliums
Paulus beginnt seine Ausführungen mit einer Erinnerung an das Evangelium, das er den Korinthern verkündet hat – eine Botschaft, die sie angenommen und die zur Grundlage ihres Lebens geworden ist. Diese Botschaft, so betont er, ist der Weg zur Rettung. Er empfing sie und gab sie treu weiter, und sie besteht aus folgenden entscheidenden Punkten:
- Christus starb für unsere Sünden, in Übereinstimmung mit den Schriften.
- Er wurde begraben.
- Er wurde am dritten Tag von Gott von den Toten auferweckt, ebenfalls in Übereinstimmung mit den Schriften.
Die Beweise für diese Auferstehung sind zahlreich und überzeugend. Christus zeigte sich nach seiner Auferstehung zuerst Petrus, dann dem Kreis der Zwölf. Später erschien er mehr als fünfhundert seiner Nachfolger gleichzeitig, von denen die meisten zur Zeit von Paulus’ Brief noch lebten. Jakobus und alle Apostel sahen ihn, und schließlich erschien er auch Paulus selbst, der sich als der unwürdigste aller Aposten betrachtete, da er einst die Gemeinde Gottes verfolgt hatte. Doch durch die Gnade Gottes wurde er zu dem, was er war, und arbeitete mehr als alle anderen. Die Botschaft, die Paulus und die anderen Apostel verkündeten, war immer dieselbe, eine einheitliche und kraftvolle Wahrheit, die die Korinther im Glauben angenommen hatten.
Warum die Auferstehung unverzichtbar ist
Die Auferstehung Christi ist nicht nur ein schöner Gedanke oder ein spirituelles Konzept; sie ist die absolute Notwendigkeit für den christlichen Glauben. Paulus konfrontiert die Korinther mit der Behauptung einiger in ihrer Mitte, es gäbe keine Auferstehung der Toten. Er zeigt die verheerenden Konsequenzen einer solchen Annahme auf:
- Wenn es keine Totenauferstehung gibt:
- Dann ist auch Christus nicht auferstanden.
- Unsere Verkündigung des Evangeliums ist sinnlos.
- Euer Glaube ist sinnlos.
- Wir Apostel wären falsche Zeugen Gottes.
- Ihr wärt immer noch in euren Sünden gefangen.
- Die im Glauben an Christus Gestorbenen wären verloren.
- Unsere Hoffnung wäre auf dieses Leben beschränkt, was uns zu den bedauernswertesten aller Menschen machen würde.
Diese drastischen Schlussfolgerungen unterstreichen die zentrale Rolle der Auferstehung. Sie ist nicht optional; sie ist der Dreh- und Angelpunkt, um den sich alles dreht. Wenn Christus nicht auferstanden ist, kollabiert das gesamte Gebäude des Glaubens. Doch Paulus fährt fort, um die gute Nachricht zu verkünden: Es verhält sich ja ganz anders!
Christus als der Erstling und der Sieg über den Tod
Die Realität ist, dass Christus von den Toten auferstanden ist! Er ist der Erstling, der erste, der von den Toten auferweckt wurde, und seine Auferstehung ist die Gewähr dafür, dass auch alle, die im Glauben an ihn gestorben sind, auferstehen werden. Paulus zieht eine Parallele zwischen Adam und Christus:
Der Tod kam durch einen Menschen (Adam) in die Welt, und entsprechend kommt die Auferstehung der Toten durch einen Menschen (Christus). So wie alle in Adam sterben, werden alle in Christus lebendig gemacht werden. Dies geschieht jedoch nach einer göttlich festgelegten Ordnung: Zuerst Christus, dann die, die zu ihm gehören, wenn er wiederkommt. Am Ende wird Christus die Herrschaft Gott, dem Vater, übergeben, nachdem er alle gottfeindlichen Mächte, Kräfte und Gewalten besiegt hat. Denn Christus muss herrschen, bis alle Feinde unter seine Füße gelegt sind – und der letzte Feind, der besiegt werden muss, ist der Tod.
Dies ist die ultimative Perspektive der Auferstehung: Sie ist der Anfang vom Ende des Todes selbst. Wenn alles unter die Herrschaft Christi gestellt ist, wird er selbst, der Sohn, sich dem unterstellen, der ihn zum Herrn über alles gemacht hat, damit Gott alles in allen sei. Diese Vision spricht von einer vollkommenen Wiederherstellung und einem endgültigen Sieg.
Auferstehungshoffnung im christlichen Alltag
Die Hoffnung auf die Auferstehung hat tiefgreifende Auswirkungen auf das Leben der Gläubigen. Paulus fragt, welchen Sinn es hätte, sich für Tote taufen zu lassen, oder warum die Apostel sich ständig Gefahren aussetzen, wenn es keine Auferstehung gäbe. Er selbst berichtet, wie er täglich vom Tod bedroht war und in Ephesus einen Kampf auf Leben und Tod führte. Ohne die Überzeugung einer Auferstehung wäre all das sinnlos.
Die Alternative zur Auferstehungshoffnung ist ein nihilistisches „Lasst uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot!“. Paulus warnt eindringlich davor, sich durch solche Reden täuschen zu lassen: „Schlechter Umgang verdirbt auch den besten Charakter.“ Er ruft die Korinther zur Besinnung und dazu auf, mit dem Sündigen aufzuhören, da einige von ihnen Gott letztlich überhaupt nicht kennen – eine Schande für die Gemeinde.
Die Auferstehung ist somit nicht nur eine zukünftige Verheißung, sondern eine treibende Kraft für einen gottgefälligen Lebenswandel im Hier und Jetzt. Sie gibt Sinn und Motivation für Leiden, Dienst und Heiligkeit.
Der Körper der Auferstandenen: Eine Verwandlung
Eine häufig gestellte Frage betrifft die Natur des auferstandenen Körpers: „Wie sollen die Toten auferstehen? Mit was für einem Körper werden sie kommen?“ Paulus beantwortet diese Frage mit mehreren Analogien:
1. Das Samenkorn: Ein Samenkorn muss sterben, um neues Leben zu hervorzubringen. Was gesät wird, ist nicht die fertige Pflanze, sondern nur der Same. Doch Gott gibt ihm eine neue Gestalt, die ihm bestimmt ist. So wird auch der menschliche Körper gesät und auferweckt.
2. Verschiedenheit der Körper: Es gibt verschiedene Arten von Körpern – menschliche, tierische, vögel- und fischartige. Auch am Himmel gibt es Körper (Sonne, Mond, Sterne), deren Schönheit sich von irdischen Körpern unterscheidet. Selbst die Sterne unterscheiden sich in ihrer Leuchtkraft. Diese Vielfalt zeigt, dass Gott in der Lage ist, verschiedene Körperformen zu schaffen.
3. Die Verwandlung des Körpers:
| Was gesät wird (irdischer Körper) | Was auferweckt wird (geistlicher Körper) |
|---|---|
| Vergänglich | Unvergänglich |
| Unerfreulich / Ohne Ehre | Herrlich |
| Schwach | Kraftvoll |
| Irdischer Körper (Seelenleib) | Geistlicher Körper |
Paulus erklärt, dass es einen irdischen Körper und einen durch Gottes Geist erneuerten Körper gibt. Unser jetziger Körper entspricht dem von Adam, dem ersten Menschen, der zu einem „lebendigen Wesen“ wurde. Unser künftiger Körper hingegen entspricht dem von Christus, dem „letzten Adam“, der uns durch seinen Geist lebendig macht. Der erste Adam war aus dem Staub der Erde, der zweite Adam hat seinen Ursprung im Himmel. So wie wir jetzt das Abbild des irdischen Adams sind, werden wir einmal das Abbild des himmlischen Adams sein. Dies bedeutet eine radikale, aber von Gott gewollte Transformation.
Die Auferstehung: Endgültiger Sieg über den Tod
Ein Körper aus Fleisch und Blut kann nicht an Gottes Reich teilhaben, dem Erbe, das er für uns bereithält. Das Vergängliche hat keinen Anteil am Unvergänglichen. Paulus offenbart ein Geheimnis: Nicht alle werden sterben, aber bei allen wird es zu einer Verwandlung des Körpers kommen. Dies wird in einem einzigen Augenblick geschehen, wenn die Posaune vom Himmel her ertönt, die das Ende der Zeit ankündigt. Dann werden die Toten auferweckt und einen unvergänglichen Körper bekommen, und die Lebenden werden ebenfalls verwandelt.
Was jetzt vergänglich ist, wird das Kleid der Unvergänglichkeit anziehen; was jetzt sterblich ist, muss das Kleid der Unsterblichkeit anziehen. Wenn dies geschieht, wird die prophetische Aussage in Erfüllung gehen:
„Der Tod ist auf der ganzen Linie besiegt!“
„Tod, wo ist dein Sieg?
Tod, wo ist dein tödlicher Stachel?“
Der Stachel, der uns den Tod bringt, ist die Sünde, und die Macht der Sünde liegt am Gesetz. Doch Gott sei Dank! Durch Jesus Christus, unseren Herrn, schenkt er uns den Sieg! Dies ist die ultimative Botschaft des Evangeliums: Durch die Auferstehung Christi ist der Tod entmachtet, und Gläubige haben eine ewige Hoffnung und eine unvergängliche Zukunft.
Häufig gestellte Fragen zur Auferstehung
- Was ist das Evangelium laut der Bibel?
- Das Evangelium ist die frohe Botschaft, dass Jesus Christus für unsere Sünden gestorben, begraben und am dritten Tag von den Toten auferweckt wurde, um uns Rettung und ewiges Leben zu ermöglichen. Es ist die Botschaft von Gottes Gnade und Liebe.
- Warum ist die Auferstehung Christi so wichtig?
- Die Auferstehung ist das Fundament des christlichen Glaubens. Ohne sie wäre unser Glaube sinnlos, wir wären immer noch in unseren Sünden, und die im Glauben Verstorbenen wären verloren. Sie beweist, dass Christus der Sohn Gottes ist, dass seine Opferung wirksam war und dass wir eine Hoffnung über dieses Leben hinaus haben.
- Wie wird unser Körper bei der Auferstehung sein?
- Unser auferstandener Körper wird verwandelt sein. Er wird unvergänglich, herrlich, kraftvoll und geistlich sein, im Gegensatz zu unserem jetzigen vergänglichen, schwachen irdischen Körper. Er wird dem auferstandenen Körper Christi ähnlich sein.
- Was bedeutet „Christus ist der Erstling der Entschlafenen“?
- Dies bedeutet, dass Christus der Erste ist, der von den Toten auferweckt wurde, um nie wieder zu sterben. Seine Auferstehung ist die Garantie und der Vorbote für die Auferstehung all jener, die im Glauben an ihn gestorben sind. Er ebnet den Weg für unsere eigene zukünftige Auferstehung.
- Wird der Tod endgültig besiegt?
- Ja, die Bibel lehrt, dass der Tod der letzte Feind ist, der durch Christus besiegt wird. Durch seine Auferstehung hat Jesus Christus dem Tod seine Macht genommen. Am Ende der Zeit wird der Tod vollständig vernichtet, und Gläubige werden ewiges Leben in unvergänglichen Körpern erfahren.
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