Was kann das gemeinsame Beten mit Kindern bewirken?

Gebet und Liturgie: Ein Wegweiser für den Alltag

23/02/2023

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Das Gebet ist seit jeher ein zentraler Pfeiler des Glaubens und der persönlichen Spiritualität. Es ist eine Brücke zwischen dem Menschen und dem Göttlichen, ein Moment der Einkehr, des Dankes, der Bitte und des Lobpreises. Doch wie beginnt man, und welche Unterstützung findet man im reichen Schatz der kirchlichen Tradition? Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Aspekte des Gebets und der Gottesdienstgestaltung im evangelischen Kontext, um Ihnen einen umfassenden Überblick und praktische Anregungen für Ihr spirituelles Leben zu geben.

Was ist ein Gebet?
Das Gebet ist ein Teil von einem Psalm. Ein Psalm ist ein Lied. Und ein Gebet. Gott: Öffne mir die Augen. Was mir deine großen Taten zeigen: Das finde ich wunderbar. Gott: Von dir erzähle ich. Was mir deine Worte über das Recht sagen: Das sage ich weiter. Gott: Du hast mich reich gemacht. Was mir deine Worte sagen: Das freut mich auch.
Inhaltsverzeichnis

Was ist Gebet? Eine biblische Perspektive

Das Gebet ist weit mehr als nur das Sprechen von Worten; es ist eine Herzenshaltung und eine Lebensweise. In biblischer Tradition, insbesondere in den Psalmen, wird das Gebet als ein tiefes Gespräch mit Gott verstanden. Es ist ein Teil des Psalms, der selbst ein Lied und ein Gebet zugleich ist. Es drückt die Sehnsucht nach Gottes Nähe und Führung aus. Es geht darum, die Augen für Gottes große Taten zu öffnen, die uns staunen lassen. Es ist der Wunsch, von Gottes Gerechtigkeit zu erzählen und seine Worte weiterzugeben, die unser Herz mit Freude erfüllen und uns reich machen.

Ein Gebet kann viele Formen annehmen: Es kann ein stilles Zwiegespräch sein, ein lautes Loblied, eine inständige Bitte oder ein Ausdruck tiefster Dankbarkeit. Wichtig ist nicht die perfekte Formulierung, sondern die aufrichtige Haltung des Herzens.

Der Beginn des täglichen Gebets: Rituale und Hilfen

Viele Menschen fragen sich, wie sie das tägliche Gebet in ihren Alltag integrieren können. Obwohl es keine einzelne, universelle Antwort auf die Frage „Wie beginnt das tägliche Gebet?“ gibt, bieten die kirchlichen Traditionen und Veröffentlichungen wertvolle Rahmen und Inspirationen. Der Schlüssel liegt oft darin, eine Struktur zu finden, die zu Ihrem Leben passt und Ihnen hilft, eine regelmäßige Praxis zu entwickeln.

Ein hervorragender Ansatzpunkt ist die Nutzung von Gebetsbüchern oder Agenden, die für das tägliche Gebet konzipiert sind. Diese bieten vorgegebene Texte, Lesungen und Gebete, die den Einstieg erleichtern und eine vertraute Routine schaffen können. Das sogenannte Stundengebet ist eine jahrhundertealte Praxis, die den Tag durch feste Gebetszeiten strukturiert und so eine kontinuierliche Verbindung zu Gott ermöglicht. Es hilft, den Geist zu sammeln und den Fokus auf das Geistliche zu lenken, selbst inmitten eines geschäftigen Alltags.

Die Wahl eines festen Zeitpunkts am Tag – sei es am Morgen, Mittag oder Abend – kann ebenfalls hilfreich sein. Ein ruhiger Ort, an dem Sie ungestört sind, unterstützt die Konzentration. Manchmal beginnt das Gebet auch einfach mit einem stillen Moment der Besinnung, einem Dank für den neuen Tag oder einer kurzen Bitte um Führung. Der wichtigste Schritt ist der erste: einfach anzufangen.

Vorschläge für Gottesdienste und Andachten in der Woche

Die evangelische Kirche hat im Laufe der Zeit eine reiche Vielfalt an Ressourcen entwickelt, um das individuelle und gemeinschaftliche Gebetsleben zu fördern. Diese reichen von strukturierten Gebetsbüchern für den Alltag bis hin zu Agenden für die Gestaltung von Gottesdiensten.

Die Berneuchener Bewegung und das Stundengebet

Ein wichtiger Impuls für die Erneuerung des Gebetslebens kam von der Berneuchener Bewegung. Bereits 1924 gaben sie das „Gebet der Tageszeiten“ heraus, ein früher Versuch, das traditionelle Stundengebet für den evangelischen Kontext neu zu beleben. Seit 1948 folgte in mehreren Auflagen das „Stundengebet“, welches die Bedeutung fester Gebetszeiten im Tagesablauf unterstrich und vielen Gläubigen als Leitfaden diente.

Das Evangelische Tagzeitenbuch: Ein ökumenisches Gebetsangebot

Ein Meilenstein für das evangelische Gebetsleben war die erste Auflage des „Evangelischen Tagzeitenbuchs“ im Jahr 1967. Dieses Buch wurde bewusst ökumenisch gestaltet, um in der gesamten Kirche eine Hilfe zum regelmäßigen Gebet bieten zu können. Es vereint Psalmen, Lesungen, Hymnen und Gebete für die verschiedenen Tageszeiten.

Die Entwicklung des Tagzeitenbuchs ist ein Beispiel für lebendige Tradition: 1998 wurde eine grundlegend neu gestaltete vierte Auflage von der Evangelischen Michaelsbruderschaft herausgegeben, gefolgt von der fünften Auflage. Es dient dem Beten der Kirche und ist darauf ausgelegt, Einzelnen und Gemeinden eine verlässliche Struktur für das tägliche Gebet zu geben. Das Tagzeitenbuch sowie CDs mit Choralschola-Gesängen und dem gesungenen Stundengebet sind im Buchhandel erhältlich.

Wie kann ich eine Moschee melden?
Alternativ kannst du auch über die App deine Moschee melden. Wähle hierzu deine Stadt in der App aus und scrolle bis ganz nach unten und klicke den gelben Button "Moschee melden". Mit deiner Unterstützung werden wir es bald schaffen alle Moscheen in der App zu haben.

Die Feier der evangelischen Messe: Erneuerung des Abendmahls

Neben dem Gebet spielt die Feier des Abendmahls eine zentrale Rolle im evangelischen Gottesdienst. Bereits 1961 erschien die „Eucharistische Feier“ von Karl-Bernhard Ritter, die Impulse für die Gestaltung des Abendmahls gab. 2009 hat die Evangelische Michaelsbruderschaft eine neue Agende zur Feier evangelischer Abendmahlsgottesdienste herausgegeben. Diese Agenden bieten detaillierte Gestaltungsvorschläge, um die Feier des Abendmahls lebendig und bedeutsam zu gestalten.

Evangelische Liturgie und das Evangelische Brevier von Pfarrer Reinhard Brandhorst

Pfarrer Reinhard Brandhorst hat maßgeblich zur Bereicherung der evangelischen Liturgie beigetragen. Auf seinen Seiten finden sich vielfältige Gestaltungsvorschläge zu den Gottesdiensten im Kirchenjahr. In der Regel werden zwei Ordnungen angeboten: eine für einen reinen Predigtgottesdienst und eine für einen entfalteten Gottesdienst mit Feier des Heiligen Abendmahls. Darüber hinaus bietet er spezifische Vorschläge für die Gestaltung von Gottesdiensten und Andachten in der Woche, die eine wertvolle Ergänzung zum sonntäglichen Gottesdienst darstellen.

Sein „Evangelisches Brevier“ ist eine weitere bemerkenswerte Ressource. Es bietet für jeden Tag des Kirchenjahres ein Stundengebet mit Texten aus dem Evangelischen Tagzeitenbuch und weiteren Quellen. Das Brevier kann sowohl für das tägliche persönliche Beten als auch, in Verbindung mit dem Evangelischen Gesangbuch, für Andachten des Einzelnen und der Gemeinde genutzt werden. Es ist ein kompakter Begleiter, der das strukturierte Gebet im Alltag ermöglicht.

Die Leseordnung für das Kirchenjahr: Ein Wegweiser durch die Bibel

Ein zentraler Bestandteil des evangelischen Gebets- und Gottesdienstlebens ist die Leseordnung, die vorgibt, welche Bibeltexte an welchen Tagen des Kirchenjahres gelesen werden sollen. Während das gedruckte Tagzeitenbuch aus Platzgründen oft nur die Bibelstellen angibt, bieten umfassende Leseordnungen die vollständigen Texte.

Die Leseordnung ist Allgemeingut der evangelischen Kirchen geworden, auch durch die Einigung der lutherischen Kirchen über die Grundordnung des Kirchenjahres. Da die Leseordnung eng mit den gottesdienstlichen Texten des Kirchenjahres verbunden ist, erfordern Neugestaltungen der Perikopenordnung (der Lesungen für die Gottesdienste) auch eine Anpassung der Lesungen für die Woche.

Nach der großen EKD-weiten Reform der Lesungen für den Gottesdienst im Jahre 1978 wurde von der Evangelischen Michaelsbruderschaft eine neue Leseordnung erarbeitet und in der Praxis, insbesondere auch in Kloster Kirchberg, intensiv genutzt und gelebt. Diese „Lesung für das Jahr der Kirche“ wurde von der Lutherischen Liturgischen Konferenz veröffentlicht (Reinhard Brandhorst - Lesung der Heiligen Schrift im Kirchenjahr, Lutherisches Verlagshaus Hannover, 1997, ISBN 3-7859-0744-3). Dieses Buch bietet auch eine umfassende Einführung in die Ordnung, ihre Grundlagen und die geschichtliche Entwicklung der Kirchenjahreslesung.

Aktuelle Entwicklungen und die Lutherbibel 2017

Die evangelischen Kirchen (EKD/UEK und VELKD) haben zum Kirchenjahr 2014/2015 einen Entwurf zur Neuordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte veröffentlicht. Nach einer Erprobungsphase ist diese neue Perikopenordnung zum 1. Advent 2018 in Kraft getreten. Parallel dazu erschien 2016 zum Reformationsjubiläum die revidierte Fassung der Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers, die sogenannte Lutherbibel 2017.

Auch wenn die Änderungen der Perikopenrevision weniger als ein Fünftel der Texte betreffen, erforderten sie auch eine Revision der Tageslesungen. Diese wurde – für das Evangelische Tagzeitenbuch – von Pfarrer Reinhard Brandhorst durchgeführt. Eine moderne Anpassung ist die Verfügbarkeit der Tagzeitengebete für Smartphone und Tablet. Die Leseordnung für das Kirchenjahr wird kontinuierlich an die neuen Texte und Ordnungen angepasst.

Die digitale Leseordnung bietet ein Kalendarium, mit dem Lesungen für einzelne Tage direkt aufgerufen werden können. Grundsätzlich ist die Leseordnung jetzt nach Wochen gegliedert, wobei die Seiten in der Regel mit dem Sonntag der jeweiligen Woche beginnen. Sie finden auf einer Seite alle Lesungen einer Woche, beginnend mit dem Sonntag. Mit Pfeiltasten am Ende einer Seite können Sie einfach zwischen den Wochen navigieren. Lediglich in der Weihnachtszeit beginnen die Seiten für Weihnachten und Epiphanias mit dem jeweiligen Datum (24.12. und 6.1.).

Wie viele Menschen besuchen die NBS jeden Samstag?
Jeden Samstag treffen sich aktive Männer in der NBS um gemeinsam voneinander zu lernen und sich. Wöchentlich suchen ca. 1200 Gläubige die Neuköllner Begegnungsstätte.

Zu Beginn jeder Woche werden der Wochenspruch und die Wochenlieder angegeben. Besondere Gedenktage werden in den Wochenlauf eingefügt. Die liturgische Farbe des Tages oder der Woche wird durch die Hintergrundfarbe des Titels angezeigt; an manchen Tagen sind mehrere Farben möglich, die dann entsprechend dargestellt werden.

Hilfen zur Betrachtung der Bibelstellen

Zur Vertiefung der Bibelstellen können verschiedene Hilfen genutzt werden. Eine Reihe von Bildern, gezeichnet von Paula Jordan für den „Schild des Glaubens“ (dargeboten von Jörg Erb), dienen als visuelle Unterstützung zur Betrachtung. Eine zweite Reihe umfasst Holzschnitte von Paul Sinkwitz zu den Wochensprüchen des Kirchenjahres.

Die Bibelverse sind der Lutherbibel 2017 entnommen (© 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart). Jeder Nachdruck oder jede andere Verwertung bedarf der Genehmigung des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Den Bibeltexten sind, soweit vorhanden, kurze Auslegungen von Rudolf Spieker beigegeben (Rudolf Spieker - Lesung für das Jahr der Kirche - biblische Lesungen für Kirche und Haus nach der Ordnung des Kirchenjahres - J. Stauda Verlag Kassel). Hinweise zur Verdeutlichung des Zusammenhanges stehen in Klammern (z.B. (Gott sprach:)). Änderungen und Ergänzungen zur besseren Verständlichkeit sind kursiv gesetzt. Worte, die bei der Lesung ausgelassen werden können, stehen in geschweiften Klammern (z.B. „Jesus {Er aber} sagte“).

Vergleich der Gebetsressourcen

Um Ihnen einen besseren Überblick über die verschiedenen vorgestellten Ressourcen zu geben, finden Sie hier eine vergleichende Tabelle:

RessourceHauptzweckBesondere MerkmaleVerfügbarkeit
Evangelisches TagzeitenbuchRegelmäßiges Stundengebet für Einzelne und GemeindenÖkumenisch gestaltet, Psalmen, Lesungen, Hymnen; mehrere AuflagenBuchhandel, CDs; digital als Tagzeitengebete App
Evangelisches BrevierTägliches Stundengebet für jeden Tag des KirchenjahresTexte aus Tagzeitenbuch und weiteren Quellen; für individuelle und gemeindliche AndachtenAls Buch erhältlich
Feier der Evangelischen Messe (Agenden)Gestaltung von evangelischen AbendmahlsgottesdienstenDetaillierte liturgische Vorschläge; erneuert 2009Als Buch erhältlich
Leseordnung für das KirchenjahrVollständige Lesetexte für das KirchenjahrAnpassung an neue Perikopenordnung (2018) und Lutherbibel 2017; Wochen- und Tagesgliederung, liturgische FarbenAls Buch und online verfügbar

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist das Evangelische Tagzeitenbuch?

Das Evangelische Tagzeitenbuch ist eine Sammlung von Psalmen, Lesungen, Hymnen und Gebeten, die dazu dient, das tägliche Stundengebet in evangelischen Gemeinden und für Einzelpersonen zu strukturieren. Es ist bewusst ökumenisch gestaltet, um eine breite Nutzung zu ermöglichen, und wurde seit seiner Erstveröffentlichung mehrfach überarbeitet.

Wie hat sich die Leseordnung für das Kirchenjahr kürzlich geändert?

Die Leseordnung wurde in den letzten Jahren aufgrund einer Neuordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte (in Kraft seit 1. Advent 2018) sowie der Veröffentlichung der Lutherbibel 2017 angepasst. Die Revision umfasste die Tageslesungen und führte zu einer stärkeren Gliederung nach Wochen, mit zusätzlichen Informationen wie Wochenspruch und liturgischen Farben.

Kann ich diese Gebetsressourcen auf meinem Smartphone nutzen?

Ja, das ist möglich! Die Tagzeitengebete wurden für Smartphone und Tablet eingerichtet, was den Zugang zu den täglichen Lesungen und Gebeten erheblich erleichtert und eine flexible Nutzung im Alltag ermöglicht.

Wer war für die Revision der Lutherbibel 2017 verantwortlich?

Die Lutherbibel 2017 ist die revidierte Fassung der Übersetzung Martin Luthers. Sie wurde von der Deutschen Bibelgesellschaft in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und anderen kirchlichen Gremien herausgegeben. Die Revision erfolgte zum Reformationsjubiläum 2017.

Was ist der Hauptzweck des Evangelischen Breviers?

Das Evangelische Brevier von Pfarrer Reinhard Brandhorst bietet für jeden Tag des Kirchenjahres ein Stundengebet mit ausgewählten Texten. Es dient als kompaktes Hilfsmittel für das tägliche persönliche Gebet und kann auch für Andachten in der Gemeinde verwendet werden, oft in Verbindung mit dem Evangelischen Gesangbuch.

Sind die Materialien der Evangelischen Michaelsbruderschaft ökumenisch ausgerichtet?

Ja, die Evangelische Michaelsbruderschaft legt großen Wert auf eine ökumenische Ausrichtung ihrer Veröffentlichungen, wie beispielsweise beim Evangelischen Tagzeitenbuch, um das gemeinsame Gebet und Verständnis über Konfessionsgrenzen hinweg zu fördern. Dies spiegelt sich in der bewussten Gestaltung und Auswahl der Texte wider.

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