Gebet und die göttliche Einheit: Ein biblischer Blick

20/04/2023

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Das Gebet ist das Herzstück des christlichen Glaubens, ein direkter Kanal der Kommunikation mit dem Schöpfer des Universums. Es ist mehr als nur Worte; es ist ein Ausdruck von Vertrauen, Abhängigkeit und Sehnsucht. Doch was sagt die Bibel über den Vater im Himmel, der unsere Gebete hört? Und welche Formen des Gebets sind in der christlichen Gemeinschaft besonders bedeutsam? Dieser Artikel wird Sie auf eine Entdeckungsreise durch biblische Wahrheiten führen, die Ihr Gebetsleben und Ihr Verständnis von Einheit tiefgreifend prägen werden.

Was sagt der Bibel über den Vater im Himmel?
Aber auch das sage ich euch: Wenn zwei von euch hier auf der Erde meinen Vater im Himmel um etwas bitten wollen und sich darin einig sind, dann wird er es ihnen geben. Weiter sage ich euch: Wenn zwei von euch auf Erden übereinkommen über irgendeine Sache, für die sie bitten wollen, so soll sie ihnen zuteilwerden von meinem Vater im Himmel.
Inhaltsverzeichnis

Der Vater im Himmel: Ein Gebetserhörer, der sich um uns sorgt

Die Bibel offenbart Gott als einen liebenden Vater, der im Himmel wohnt und sich um die Anliegen seiner Kinder kümmert. Matthäus 18,19 ist ein zentraler Vers, der dies eindrücklich unterstreicht. In verschiedenen Übersetzungen, wie der Elberfelder Bibel, Hoffnung für alle, Zürcher Bibel, Gute Nachricht Bibel 2018, Neue Genfer Übersetzung, Neue evangelistische Übersetzung, Menge Bibel und Das Buch, lautet die Botschaft im Kern gleich:

„Wiederum sage ich euch: Wenn zwei von euch auf der Erde übereinkommen, irgendeine Sache zu erbitten, so wird sie ihnen werden von meinem Vater, der in den Himmeln ist.“ (Elberfelder Bibel)

„Aber auch das sage ich euch: Wenn zwei von euch hier auf der Erde meinen Vater im Himmel um etwas bitten wollen und sich darin einig sind, dann wird er es ihnen geben.“ (Hoffnung für alle)

Diese Verse betonen die Kraft des gemeinsamen Gebets und die Bereitschaft des himmlischen Vaters, auf die einmütigen Bitten seiner Kinder zu reagieren. Es ist eine Verheißung, die die Bedeutung von Gemeinschaft und Harmonie im Gebet hervorhebt. Der Vater im Himmel ist nicht fern oder unnahbar; vielmehr ist er ein Gott, der hört und antwortet, besonders wenn seine Kinder in Einheit vor ihn treten. Dies zeigt Seine Fürsorge und Sein Engagement für diejenigen, die Ihn suchen.

Die Vielfalt des Gebets in der christlichen Gemeinschaft

Gebet ist das „Ausatmen des Glaubens“, wie es treffend beschrieben wird. Während das „Einatmen“ das Hören auf Gottes Wort und den Empfang der Sakramente bedeutet, ist das „Ausatmen“ das Sprechen mit Gott, das Bitten um Hilfe und das Ausdrücken unserer Herzen. Jesus selbst lehrte seine Jünger sowohl das stille, persönliche Gebet als auch das gemeinsame Gebet, wie das Vaterunser, das mit „Vater unser“ beginnt und damit die kollektive Anrede Gottes betont.

Stilles Kämmerlein vs. Gemeinsames Beten

Jesus lehrte das Beten im „stillen Kämmerlein“, um vor Heuchelei zu warnen und die persönliche, intime Beziehung zu Gott zu betonen. Es gibt Anliegen, die nur Gott und den einzelnen Gläubigen betreffen. Doch nach dieser Lehre führte er das gemeinsame Gebet ein. Der Sonntag Rogate, dessen Name „bittet“ (Mehrzahl) bedeutet, unterstreicht die Aufforderung zum gemeinsamen Gebet. Matthäus 18,20 bekräftigt dies zusätzlich: „Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ Diese doppelte Verheißung – dass der himmlische Vater Gebete erhört und Jesus selbst gegenwärtig ist – gilt in besonderer Weise für die betende Gemeinschaft.

Gebetsformen und ihre Bedeutung

In der christlichen Gemeinde gibt es eine reiche Vielfalt an Gebetsformen, die die Gemeinschaft stärken und den Glauben vertiefen:

GebetsformBeschreibung und Bedeutung
Das VaterunserDas von Jesus gelehrte Gebet, das die kollektive Anrede Gottes („Vater unser“) betont und damit das gemeinsame Beten als Norm etabliert.
Kyrie eleison„Herr, erbarme dich!“ – Ein alter Gebetsruf, der nicht nur eine Bitte um Hilfe ist, sondern auch eine Huldigung der göttlichen Barmherzigkeit. Er schafft ein starkes Wir-Gefühl als Gottes Volk.
Gebetskreise & BibelstundenHier werden oft konkrete Bitten ausgetauscht und gemeinsam vor Gott gebracht, was die Einheit im Gebetsanliegen fördert (gr. „symfonein“ – wie eine Symphonie).
Tischgebet & HausandachtGebet im familiären Rahmen, das Dankbarkeit ausdrückt und den Glauben im Alltag sichtbar macht.
Interkonfessionelles GebetChristen verschiedener Konfessionen kommen zusammen, um zu beten, oft mit dem Schwerpunkt auf der Bitte um geistliche Einheit in der Wahrheit.
Gebet in NotlagenSpontane Gebetsgemeinschaften, die sich in Krisenzeiten bilden, um gemeinsam Trost und Hilfe bei Gott zu suchen.

Das gemeinsame Beten ist ein Ausdruck der Gemeinschaft im Leib Christi, wo Lasten getragen, Sorgen geteilt und Freuden gefeiert werden. Es ist eine „Gebets-Sinfonie“, bei der sich unsere Stimmen vor Gott vereinen und uns als Gemeinschaft zusammenwachsen lassen.

Was ist ein Gebet?
Dieses Gebet soll die persönliche Einstellung zu sich selber ins rechte Licht stellen. Jeden Morgen konzentriert Beten. Die Bedeutung der Worte spüren. Während dem Tag in kurzen Pausen sich an das Gebet erinnern. Ich begrüsse dankbar den neuen Tag als göttliches Geschenk. Durch mich fliesst die von Gott gegebene Kraft.

Jesus' Fürbitte: Das Wesen der Einheit in Johannes 17

Im Johannesevangelium, Kapitel 17, finden wir das sogenannte hohepriesterliche Gebet Jesu. Hier betet der Sohn Gottes zum Vater, nicht nur für seine unmittelbaren Jünger, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an ihn glauben werden. Dieses Gebet offenbart tiefe Wahrheiten über die Beziehung zwischen dem Vater und dem Sohn, die Natur der Nachfolger Christi und die Art der Einheit, die Gott für sein Volk vorgesehen hat.

Für wen bittet der Herr?

Jesus macht deutlich, für wen er betet: „Ich bitte für sie; nicht für die Welt bitte ich, sondern für die, welche du mir gegeben hast, denn sie sind dein“ (Joh 17,9). Die „sie“ sind jene, denen der Vater ewiges Leben gegeben hat (V. 2), die den „allein wahren Gott“ und Jesus Christus erkannt haben (V. 3). Diese Erkenntnis unterscheidet sie von der „Welt“, die Jesus nicht erkannt hat. Es sind jene, die aus der Welt herausgenommen und dem Sohn gegeben wurden, die Sein Wort angenommen und bewahrt haben (V. 6-8). Der Kreis dieser Erwählten wird auf alle Gläubigen aller Zeiten ausgedehnt, die durch die apostolische Predigt zum Glauben kommen (V. 20).

Was bittet der Herr?

Jesus bittet den Vater um vier wesentliche Dinge für seine Erwählten:

  1. Bewahrung (V. 11, 15): Die Jünger sind „in der Welt“, aber nicht „von der Welt“. Die Welt hasst sie, weil sie Jesus nicht angenommen hat. Jesus bittet den Vater, sie in Seinem Namen zu bewahren, damit sie trotz der feindlichen Umgebung in der Welt bestehen können.
  2. Heiligung (V. 17, 19): Sie sollen „durch die Wahrheit“ geheiligt werden, und diese Wahrheit ist Gottes Wort. Es gibt keine wahre Einheit ohne die Wahrheit des Wortes Gottes. Diese Heiligung befähigt sie, ein Leben zu führen, das Gott ehrt und von der Welt unterschieden ist.
  3. Einssein (V. 21-23): Dies ist ein zentrales Anliegen. Die Einheit der Gläubigen soll der Einheit zwischen Vater und Sohn entsprechen. Es ist eine Einheit im Glauben und im Leben, die ein Zeugnis für die Welt ist, dass Gott seinen Sohn gesandt hat.
  4. Verherrlichung (V. 24): Jesus bittet darum, dass die Erlösten einst bei ihm sein und seine Herrlichkeit schauen dürfen. Dies ist die Vollendung ihrer Beziehung zu Gott und untereinander.

Es ist entscheidend zu verstehen, dass alle vier Bitten untrennbar miteinander verbunden sind. Die Einheit, um die Jesus bittet, betrifft nur diejenigen, die bewahrt, geheiligt und einst verherrlicht werden.

Die wahre Natur der Einheit

Das Einssein, um das Jesus betet – „damit sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir, damit auch sie in uns eins seien“ (Joh 17,21) – ist von einer ganz besonderen Art. Es ist:

  • Ein Einssein, das im dreieinen Gott seinen Grund hat.
  • Ein Einssein, das dem Einssein von Vater und Sohn entspricht, eine vollkommene, göttliche Einheit.
  • Ein Einssein, das nicht von menschlichen Beschlüssen, Werken oder Organisationen abhängt. Es ist keine durch gemeinsame Arbeit hergestellte Einheit.

Die Herrlichkeit, die Jesus den Erlösten gegeben hat (V. 22), ist Teil seines Erlösungswerkes und führt zu diesem Einssein. Dieses Einssein ist bereits eine Wirklichkeit unter den wahren Gläubigen; es ist ein göttlich vollkommenes Einssein, das nicht verbessert oder aufgebrochen werden kann. Es ist die Einheit des Lebens der Erlösten, die so eins sein sollen, wie der Sohn mit dem Vater eins ist.

Was sagt der Bibel über den Himmel?
HERR, du bist's allein; du hast gemacht den Himmel und aller Himmel Himmel mit all ihrem Heer, die Erde und alles, was drauf ist, die Meere und alles, was drinnen ist; du machest alles lebendig, und das himmlische Heer betet dich an.

Im Gegensatz dazu berufen sich Bewegungen, die eine menschlich herbeigeführte Einheit aller Christen anstreben (wie bestimmte Aspekte der ökumenischen Bewegung), oft auf Johannes 17,21, um ein „Menschenwerk“ zu legitimieren. Doch die Schrift lehrt, dass die Einheit, um die Jesus betet, eine geistliche und lebendige Einheit ist, die durch den gemeinsamen Glauben an die biblische Lehre entsteht und bereits existiert, wo wahre Kinder Gottes sind. Das Schlagwort „Lehre trennt, Liebe eint“ ist somit biblisch nicht haltbar, denn wahre Einheit ist untrennbar mit der Wahrheit des Wortes Gottes verbunden.

Wahre (Biblische) EinheitMenschlich angestrebte Einheit (Ökumene-Beispiel)
Begründet im dreieinen Gott.Begründet in menschlichen Beschlüssen und Organisationen.
Entspricht der Einheit von Vater und Sohn (göttlich vollkommen).Ist ein menschliches Projekt, das oft Kompromisse in der Lehre erfordert.
Abhängig von Gottes Bewahrung und Heiligung durch die Wahrheit.Oft unabhängig von der Reinheit der biblischen Lehre.
Existiert bereits unter allen wahren Gläubigen (eine geistliche Realität).Wird durch äußere Zusammenschlüsse und gemeinsame Aktivitäten hergestellt.
Ein Zeugnis für die Welt, dass Gott seinen Sohn gesandt hat, durch das Leben der Erlösten.Nicht notwendigerweise ein Zeugnis von der Wahrheit des Evangeliums, wenn Lehrunterschiede bestehen bleiben.

Häufig gestellte Fragen zum Gebet und der Einheit

1. Kann mein Gebet erhört werden, wenn ich alleine bete?

Ja, absolut! Jesus selbst lehrte das persönliche Gebet im „stillen Kämmerlein“, um die intime Beziehung zu Gott zu pflegen. Gott hört jeden, der im Glauben zu Ihm kommt, ob allein oder in Gemeinschaft. Die Verheißung in Matthäus 18,19-20 betont jedoch den besonderen Segen und die Kraft des gemeinsamen Gebets, wenn Gläubige in Einmütigkeit zusammenkommen.

2. Was bedeutet „Einssein“ im biblischen Sinn gemäß Johannes 17?

Das „Einssein“, um das Jesus in Johannes 17 bittet, ist primär eine geistliche und lebendige Einheit, nicht eine organisatorische. Es gleicht der vollkommenen Einheit zwischen dem Vater und dem Sohn. Diese Einheit basiert auf der gemeinsamen Erkenntnis Gottes und Jesu Christi, dem Empfang Seines Wortes und dem Teilen Seiner Herrlichkeit. Sie ist eine Realität für alle wahren Gläubigen, die durch den Heiligen Geist in Christus verbunden sind, unabhängig von Kirchenzugehörigkeit.

3. Warum ist gemeinsames Gebet so wichtig für die christliche Gemeinschaft?

Gemeinsames Gebet trägt einen besonderen Segen und fördert die Einheit im Leib Christi. Es stärkt das „Wir-Gefühl“ als Gottes Volk, ermöglicht den Austausch von Gebetsanliegen und das gemeinsame Tragen von Lasten. Es ist wie eine „Gebets-Sinfonie“, bei der die Stimmen der Gläubigen in Harmonie vor Gott klingen. Zudem hat Jesus versprochen, mitten unter denen zu sein, die in Seinem Namen versammelt sind.

Was ist die richtige Kleidung zum Beten?
Richtig beten – Die richtige Kleidung. Durch die passende Kleidung können Sie Ihre Schwingungen mit der Energie der Engel in Einklang bringen. Weiß, die Farbe der Reinheit, ist die Lieblingsfarbe der Engel. Daher kann ich Ihnen nur empfehlen, zum Beten diese Farbe zu tragen. Außerdem sollten Sie barfuß beten,...

4. Für wen betet Jesus in seinem hohepriesterlichen Gebet in Johannes 17?

Jesus betet nicht für die „Welt“ im Allgemeinen, sondern speziell für diejenigen, die der Vater Ihm gegeben hat. Das sind die Menschen, die an Ihn glauben, Sein Wort angenommen haben und Ihn als den Gesandten des Vaters erkennen. Dies schließt sowohl die unmittelbaren Jünger als auch alle zukünftigen Gläubigen ein, die durch ihr Zeugnis zum Glauben kommen.

5. Was ist der Unterschied zwischen biblischer Einheit und dem Ziel der ökumenischen Bewegung?

Die biblische Einheit, wie in Johannes 17 beschrieben, ist eine göttlich gewirkte, geistliche Einheit im Glauben an die Wahrheit des Wortes Gottes. Sie existiert bereits unter allen wiedergeborenen Gläubigen. Das Ziel vieler ökumenischer Bewegungen hingegen ist oft ein organisatorischer Zusammenschluss verschiedener Kirchen und Konfessionen, der manchmal Kompromisse in der biblischen Lehre erfordert, um äußere Einheit zu schaffen. Die biblische Perspektive betont, dass wahre Einheit untrennbar mit der Wahrheit verbunden ist.

Das Gebet, ob persönlich oder gemeinschaftlich, ist ein unschätzbares Geschenk und eine mächtige Kraft im Leben eines Christen. Es verbindet uns nicht nur mit dem liebenden Vater im Himmel, der unsere Bitten hört, sondern auch untereinander in einer tiefen, von Gott gewirkten Einheit. Mögen diese Einsichten Sie ermutigen, Ihr Gebetsleben zu vertiefen und die wahre Einheit im Leib Christi zu suchen und zu leben.

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