28/10/2023
Das buddhistische Mönchtum, bekannt als Sangha, stellt eine der ältesten und kontinuierlichsten monastischen Traditionen der Welt dar. Es ist ein Lebensweg, der sich der Vertiefung des Dhamma, der Lehre Buddhas, widmet und dessen Verbreitung und Bewahrung zum Ziel hat. Ursprünglich von Siddhartha Gautama, dem historischen Buddha, selbst ins Leben gerufen, hat sich der Sangha über zweieinhalb Jahrtausende hinweg entwickelt, angepasst und in vielfältigen Formen auf der ganzen Welt verbreitet.

Anfänglich umfasste der Sangha ausschließlich einen Mönchsorden (Bhikkhu-Sangha), später wurde auch ein Nonnenorden (Bhikkhuni-Sangha) etabliert. Die ersten Ordinationen erfolgten direkt durch den Buddha mit der einfachen Formel „Ehi Bhikkhu“ („Komm, Mönch!“). Mit dem raschen Wachstum der Gemeinde übertrug er die Befugnis zur Ordination an seine Jünger. Das Leben im buddhistischen Mönchtum ist oft von einer Askese geprägt, die bisweilen intensiver erscheint als in vielen christlichen Orden. Zu Beginn lebten die Mönche als hauslose Wanderer, die ihren Lebensunterhalt ausschließlich durch Almosen bestritten. Erst im Laufe der Zeit, noch zu Lebzeiten des Buddha, wurden ihnen von wohlhabenden Anhängern feste Aufenthaltsstätten und Unterkünfte gestiftet. Diese Entwicklung führte von provisorischen Regenzeit-Hütten zu dauerhaften Klöstern, die bis heute spirituelle Zentren und Lernorte bilden.
- Ursprünge und Entwicklung des Sangha
- Regeln und Gelübde: Ein Weg der Übung
- Alltag im Kloster: Disziplin und Hingabe
- Besitz und Kleidung: Zeichen der Entsagung
- Die Rolle des Ordinierten in der Gesellschaft
- Herausforderungen und Motivation: Ein tieferer Blick
- Monastische Traditionen: Vielfalt im Dhamma
- Zukunft des Mönchtums und seine Relevanz
- Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Buddhistischen Mönchtum
- 1. Wie viele deutschsprachige buddhistische Mönche und Nonnen gibt es?
- 2. Sind buddhistische Mönche und Nonnen kranken- und rentenversichert?
- 3. Ist ein Leben als buddhistischer Mönch oder Nonne eine Weltflucht?
- 4. Wo und wie kann man Mönch oder Nonne auf Probe werden?
- 5. Was ist der Wert und Sinn des Lebens als buddhistischer Mönch oder Nonne?
- 6. Dürfen psychisch kranke Menschen ordiniert werden?
- 7. Was passiert, wenn ein Mönch oder eine Nonne die Regeln des Vinaya bricht?
- 8. Wie gehen Ordinierte mit ihrer Sexualität um?
Ursprünge und Entwicklung des Sangha
Die frühesten buddhistischen Gemeinschaften bestanden aus Wanderasketen, die in der Regenzeit feste Unterkünfte bezogen, um ihre Praxis zu intensivieren und die Natur zu schonen. Mit der wachsenden Anhängerschaft und der Unterstützung durch Laien entwickelten sich feste Klosterstrukturen. Diese boten nicht nur Schutz und Rückzugsorte für die Meditationspraxis, sondern wurden auch zu Zentren des Lernens und der Lehre. Der Übergang vom nomadischen zum sesshaften Mönchtum war ein entscheidender Schritt in der Institutionalisierung des Buddhismus. Trotz der Entstehung verschiedener „Schulen“ oder Traditionen innerhalb des Buddhismus wird eine Ordensspaltung als schwerwiegendes Vergehen angesehen, was die Einheit und Kohärenz des Sangha über die Jahrhunderte hinweg bewahrt hat.
Im Gegensatz zu manchen anderen religiösen Orden ist der Eintritt in den buddhistischen Sangha nicht zwingend an ein lebenslanges Gelübde gebunden. Vielmehr werden die Gelübde für die Dauer des Aufenthalts im Orden abgelegt und als ein „Übungsweg“ verstanden, nicht als Buße. Dies ermöglicht es, den Orden jederzeit zu verlassen und auch wieder beizutreten – Männern bis zu siebenmal, Frauen einmal. Diese Freiheit kann jedoch regional variieren; in Sri Lanka beispielsweise ist ein lebenslanger Klostereintritt üblich, und das Verlassen des Ordens wird negativ bewertet. In Thailand hingegen ist eine mehrmonatige Ordination für junge Männer oft Teil einer gesellschaftlichen Norm und wird hoch angesehen. Auch Minderjährige können für eine bestimmte Zeit als Novizen in Klöster eintreten.
Die tiefe Verehrung, die buddhistischen Mönchen und Nonnen entgegengebracht wird, gilt nicht primär ihrer Person, sondern vielmehr dem Respekt vor dem Dhamma, der Lehre Buddhas, die sie verkörpern und repräsentieren. Diese Verehrung ist ein Ausdruck der Wertschätzung für ihren Verzicht auf weltliche Anhaftungen und ihre Hingabe an den spirituellen Pfad.
Regeln und Gelübde: Ein Weg der Übung
Das monastische Leben im Buddhismus wird durch ein umfassendes Regelwerk, das Vinaya, bestimmt. Die wichtigsten dieser Regeln sind im Patimokkha (Pali) oder Pratimoksha (Sanskrit) dargelegt. Sie regeln alle Aspekte des Ordenslebens, von den grundlegenden ethischen Prinzipien bis hin zu Details des täglichen Verhaltens. Vollordinierte Nonnen (Bhikkhunis/Bhikshunis) halten sich an mehr Vorschriften als vollordinierte Mönche (im Theravada 311 gegenüber 227 Regeln). Neben der vollen Ordination gibt es auch die Möglichkeit, als Novize (Samanera, Samaneri) in den Orden einzutreten und den Weg zu gehen.
Die Regeln im Orden sind demokratisch gestaltet und orientieren sich am Wohl der Mehrheit und dem Einklang mit Buddhas Lehren. Die schwerwiegendste Bestrafung für ein Vergehen ist die Laisierung, also der Ausschluss aus dem Orden. Ein Mönch oder eine Nonne verliert die Ordination, wenn ein „ausstoßendes Vergehen“ (Pārājika) begangen wird, wie beispielsweise der Bruch des Zölibat-Versprechens. In diesem Fall kehrt die Person in den Laienstatus zurück und darf in diesem Leben kein hochordiniertes Mitglied des Ordens mehr sein. Der Buddha erlaubte jedoch auch, das Training als Mönch oder Nonne ordentlich zu beenden, ohne dass dies als Vergehen gilt.
Die Kernregeln sind in den verschiedenen buddhistischen Traditionen, wie Theravada und Mahayana, weitgehend identisch, obwohl es in der Anzahl der Gelübde und einigen spezifischen Anpassungen Unterschiede geben kann. Der Buddha selbst gestattete Anpassungen der Regeln, wenn der Orden dies mehrheitlich beschloss. So müssen Bhikkhus (Pali) 227 Gelübde halten, während Bhikshus (Sanskrit) 253 Gelübde haben. Klimabedingte Anpassungen der Regeln, wie die Anzahl der erlaubten Gewänder, sind ebenfalls ein Beispiel für die Flexibilität innerhalb des Vinaya.
Vergleich der Regeln (Anzahl der Gelübde)
| Tradition | Mönche (Bhikkhus/Bhikshus) | Nonnen (Bhikkhunis/Bhikshunis) |
|---|---|---|
| Theravada | 227 | 311 |
| Mahayana (Sanskrit-Tradition) | 253 | Mehr als Mönche (spezifische Zahl variiert) |
Alltag im Kloster: Disziplin und Hingabe
Der Tagesablauf eines buddhistischen Ordinierten ist von Disziplin und spiritueller Praxis geprägt, variiert jedoch je nach Tradition und Kloster. Im Allgemeinen stehen Mönche und Nonnen sehr früh auf, oft zwischen 4 und 5 Uhr morgens. Die frühen Morgenstunden gelten als besonders geeignet für die Meditation. Nach dem Aufstehen folgen oft eine gemeinsame Meditationssitzung und Rezitation buddhistischer Texte. Das Frühstück wird früh eingenommen, danach widmen sich die Ordinierten den täglichen Arbeiten im Kloster oder, in einigen Ländern, dem Almosengang.
Das Mittagessen ist in vielen Orden die letzte Mahlzeit des Tages. Diese Regel, nach der Mittagszeit nichts mehr zu essen, hat sowohl praktische als auch spirituelle Gründe. Sie fördert die Achtsamkeit beim Essen, vermeidet Ablenkungen am Nachmittag und Abend und trägt zur Gesundheit bei, wie der Buddha selbst betonte. Bestimmte Substanzen wie Zucker, Honig, Butter oder Öl sind jedoch für den Abend bei besonderer Belastung erlaubt. Die Nachmittagsstunden sind dem Studium der buddhistischen Lehre, der Meditation und oft auch der Unterweisung von Laien gewidmet. Der Tag endet meist mit einer weiteren Meditationssitzung am Abend, gefolgt von der Nachtruhe gegen 22 Uhr.
Der Almosengang, bekannt als Pindabat im Theravada-Buddhismus, ist ein zentraler Bestandteil des täglichen Lebens vieler Mönche und Nonnen. Sie wandern durch die Straßen, um Nahrungsmittel von Laien in ihre Almosenschalen zu empfangen. Dieser Akt des Gebens ermöglicht es den Laien, gutes Karma zu sammeln und ihre Verbundenheit mit dem Sangha zu zeigen. Im Gegenzug bieten die Ordinierten spirituelle Führung und die Möglichkeit, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, da sie nicht selbst kochen oder Essen aufbewahren dürfen.
Besitz und Kleidung: Zeichen der Entsagung
Buddhistische Mönche und Nonnen praktizieren Armut und Friedfertigkeit und verzichten auf sexuelle Beziehungen. Ihr Besitz ist auf ein Minimum beschränkt: Neben dem Gewand, Nadel und Faden, Almosenschale, Rasiermesser und einem Wassersieb dürfen sie nur die allgemein wichtigen Alltagswerkzeuge besitzen. Dies symbolisiert ihre Loslösung von materiellen Anhaftungen und ihre Konzentration auf das geistige Wachstum.
Das Gewand, im Theravada als Ti-cîvara bekannt, besteht aus drei Teilen: einem Obergewand (Sanghâti), einem Gewand (Uttarâsanga) und einem Untergewand (Antaravâsaka). Nonnen tragen zusätzlich ein Brusttuch und eine spezielle Robe während der Menstruation. Die Farbe der Roben ist meist safrangelb, orange oder braun und symbolisiert die Entsagung. Das Scheren der Haare und des Bartes ist ein weiteres sichtbares Zeichen der Demut und des Verzichts auf weltliche Eitelkeiten. Es signalisiert die Entschlossenheit, auf gutes Aussehen und erotische Ausstrahlung zu verzichten und sexuelle Enthaltsamkeit zu praktizieren, um sich ganz der Entwicklung des Geistes zu widmen. In kühleren Regionen tragen Ordinerte oft eine einfache Mütze in Robenfarbe zum Schutz vor Kälte.
Die Almosenschale, meist aus Keramik oder Eisen gefertigt und außen schwarz, ist ein unverzichtbares Requisit. Sie ist das Gefäß, in dem die Ordinierten ihre Nahrung von den Laien empfangen. Besteck ist ihnen als Besitztum nicht erlaubt, auch wenn die Verwendung eines Löffels oft toleriert wird. In vielen Klöstern, besonders in der Waldtradition, wird ausschließlich aus der Schale und mit der rechten Hand gegessen, da die linke Hand als unrein gilt.
Die Rolle des Ordinierten in der Gesellschaft
Mönche und Nonnen pflegen engen Kontakt zur Laienbevölkerung, oft durch Sozialarbeit, Unterweisungen und seelsorgerische Unterstützung. Ihre Hauptaufgabe ist es jedoch, die buddhistische Lehre zu verwirklichen und authentisch weiterzugeben. Sie dienen als Vorbilder und zeigen einen alternativen Lebensweg auf, der auf Entsagung und geistiger Entwicklung basiert. Der Sangha als eines der Drei Juwelen (Buddha, Dhamma, Sangha) bietet den Laien auch ein „Feld des Verdienstes“, indem sie durch Spenden und Unterstützung gutes Karma ansammeln können.
Buddhistische Ordinierte missionieren nicht im Sinne einer Bekehrung Andersgläubiger. Vielmehr bieten sie die buddhistische Lehre als eine Hilfe an, wenn Menschen Interesse zeigen und nach Antworten suchen. Das „In-die-Hauslosigkeit-Ziehen“ bedeutet im ursprünglichen Sinne, die eigene Familie zu verlassen, um Mönch oder Nonne zu werden – idealerweise mit Zustimmung der Eltern. Im weiteren Sinne steht es für das Entsagen weltlicher Belange und Anhaftungen an die acht weltlichen Dharmas (Gewinn-Verlust, Ruhm-Verleumdung, Lob-Kritik, Vergnügen-Schmerz). Es ist eine Ausrichtung, die auf das Unterlassen von Unheilsamem, das Tun von Heilsamem und das Zähmen des eigenen Geistes abzielt.

Herausforderungen und Motivation: Ein tieferer Blick
Die Entscheidung für ein Leben als buddhistischer Mönch oder Nonne ist selten eine plötzliche Eingebung, sondern das Ergebnis einer langen Entscheidungsfindung. Die Motivation, sich ordinieren zu lassen, wird über einen längeren Zeitraum hinweg überprüft. Die Vorstellung, dass das Klosterleben eine „Weltflucht“ für Menschen ist, die vor Problemen mit Familie, Arbeit oder Sexualität fliehen, wird von erfahrenen Ordinierten entschieden zurückgewiesen. Eine solche Motivation sei nicht nachhaltig. Wahre Befreiung von weltlicher Anhaftung erfordert die Überwindung der Geistesgifte Begierde, Wut und Ignoranz, und nicht das Ausweichen vor Problemen. Das monastische Leben konfrontiert einen sogar noch stärker mit den eigenen Schwächen, da die Möglichkeiten zum Ausweichen geringer werden. Entspannung und Glück im Ordensleben sind die Früchte intensiver Praxis, die auf dem Wohlergehen aller Lebewesen basiert.
Die temporäre Ordination, wie sie in Myanmar und Thailand verbreitet ist, ermöglicht es Erwachsenen und sogar Kindern, für Wochen oder Monate die Klostererfahrung zu sammeln. Dies bietet „Erfahrungen aus erster Hand“ und kann die Entscheidung für oder gegen ein lebenslanges Ordinationsleben beeinflussen. Im Westen gibt es auch die Rolle der Anagarikas, eine Art Postulanten, die die „Acht Regeln“ leben, die Haare geschoren haben und weiße Roben tragen, aber noch Besitz und Geld handhaben dürfen. Diese Phase dient als Probezeit vor einer möglichen weiteren Ordination.
Der Wert und Sinn des Lebens als Ordinierter liegt in der Möglichkeit, das heilige Leben zu führen, das zutiefst vollkommen und rein ist, frei von den „engen und staubigen“ Bedingungen des Haushälterlebens. Es ist eine Vertiefung der Zufluchtsgelübde und eine Verstärkung der spirituellen Ausrichtung hin zu Buddha, Dhamma und Sangha. Ein frühes Eintreten in den Orden kann eine völlige Konzentration auf den spirituellen Weg ermöglichen, doch wird auch Lebenserfahrung als Haushälter empfohlen, um ein Gefühl des Versäumten zu vermeiden.
Monastische Traditionen: Vielfalt im Dhamma
Der Buddhismus ist reich an verschiedenen Schulen und Traditionen, die jeweils ihre eigenen Nuancen in der monastischen Praxis und den Regeln haben. Die Hauptunterscheidung liegt oft zwischen dem Theravada-Buddhismus, der sich eng an den Pali-Kanon hält, und den Mahayana-Traditionen, die weitere Sutras und Praktiken integrieren. Im Theravada wird der Patimokkha noch am genauesten befolgt. Die Klöster sind hier relativ autonom, stehen aber unter der Autorität eines Sangharaja („Ordensfürst“) im jeweiligen Land.
Ein Wechsel der Traditionen ist durchaus möglich, wobei die Handhabung der Ordination unterschiedlich sein kann. Manchmal ist eine Neuordination erforderlich, manchmal genügt ein Wechsel der Roben. Diese Flexibilität spiegelt die universelle Natur der buddhistischen Lehre wider, die nicht an eine einzelne kulturelle oder geografische Form gebunden ist.
Zukunft des Mönchtums und seine Relevanz
In Asien, den traditionellen Hochburgen des Buddhismus, ist in den letzten Jahrzehnten ein Rückgang der Zahl der Menschen zu beobachten, die sich für das Mönchsleben entscheiden. Während in Tibet spezifische historisch-politische Gründe eine Rolle spielen, ist der Rückgang auch in anderen traditionell buddhistischen Ländern spürbar, wenn auch weniger drastisch. Demgegenüber steht eine bemerkenswerte Entwicklung: Seit dem 20. Jahrhundert entscheiden sich immer mehr Menschen aus Nordamerika, Europa und Australien für die Ordination. Auch in asiatischen Ländern wie Taiwan und Südkorea gewinnt der Nonnenorden zunehmend an Bedeutung, und es gibt Bestrebungen, den Nonnenorden auch dort wiederzubeleben, wo er nicht existierte oder als ausgestorben galt, wie beispielsweise in Thailand.
Die Frage, ob ein Leben in der monastischen Tradition noch zeitgemäß ist, wird von buddhistischen Gelehrten bejaht. Sie argumentieren, dass die Suche nach objektiver Wahrheit und die Befreiung vom Leid zeitlos und universell sind, ähnlich den Gesetzen der Physik. Die Methoden, mit denen Mönche und Nonnen seit 2600 Jahren das Leid überwinden, wären längst verloren gegangen, wenn sie nicht wirksam wären. Ein monastisches Umfeld fördert die Geistesschulung und das Verständnis der Komplexität des Bewusstseins aus buddhistischer Perspektive. Die Ordinierte Gemeinschaft, der Sangha, ist von entscheidender Bedeutung für den Fortbestand und die Reinheit des Dhamma. Ohne vollordinierte Mitglieder würde der Vinaya, der Korb der ethischen Disziplin, erlöschen, und die Lehre würde verwässert. Der Buddha selbst gründete seine Gemeinschaft auf der Vierfachen Versammlung: männliche und weibliche Laienanhänger sowie Mönche und Nonnen, deren Zusammenwirken essenziell ist für die Weitergabe der Lehre und die Förderung heilsamer Handlungen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Buddhistischen Mönchtum
1. Wie viele deutschsprachige buddhistische Mönche und Nonnen gibt es?
Eine genaue Zahl ist nicht bekannt, aber der Deutschen Buddhistischen Orden (DBO) sind etwa 30 Nonnen und 25 Mönche bekannt. Eine Vernetzung besteht durch den DBO.
2. Sind buddhistische Mönche und Nonnen kranken- und rentenversichert?
Die Situation in Europa ist komplex und variiert stark. Allgemein kann gesagt werden, dass buddhistische Ordinierte in Bezug auf die Altersversorgung oft nicht ausreichend abgesichert sind. In Notfällen kann Arbeit und Steuerabführung eine Lösung sein, wenn nicht genügend Unterstützung vorhanden ist.
3. Ist ein Leben als buddhistischer Mönch oder Nonne eine Weltflucht?
Nein. Eine solche Motivation führt nicht zu einem dauerhaften Verbleib im Orden. Das monastische Leben ist ein Weg zur Befreiung von den Geistesgiften Begierde, Wut und Ignoranz. Es erfordert, sich Problemen zu stellen und innere Anhaftungen zu überwinden, anstatt ihnen zu entfliehen. Dies ist ein Weg der Selbstverantwortung.
4. Wo und wie kann man Mönch oder Nonne auf Probe werden?
In Myanmar und Thailand ist die temporäre Ordination verbreitet. Im Westen kann man in vielen Theravada-Klöstern als Anagarika (Postulant) eine Probezeit verbringen. Dies beinhaltet das Leben nach den Acht Regeln, rasierte Haare und weiße Roben, erlaubt aber noch Besitz und Geld. Dies ist eine gute Möglichkeit, das Klosterleben kennenzulernen und die Motivation zu überprüfen.
5. Was ist der Wert und Sinn des Lebens als buddhistischer Mönch oder Nonne?
Der Sinn liegt darin, das „heilige Leben“ zu führen, das zutiefst vollkommen und rein ist, frei von den „engen und staubigen“ Bedingungen des Haushaltslebens. Es ist eine Vertiefung der Zufluchtsgelübde und eine Verstärkung der spirituellen Ausrichtung hin zu Buddha, Dhamma und Sangha. Es ermöglicht, das Leben ganz der Entwicklung auf dem Buddha-Weg und dem Wohle aller Lebewesen zu widmen.
6. Dürfen psychisch kranke Menschen ordiniert werden?
Im traditionellen Tibet war es nicht erlaubt. Heutzutage wird empfohlen, bei psychischen Schwierigkeiten vor der Ordination ärztliche oder psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen und den Wunsch nach Ordination erst nach Genesung sorgfältig prüfen zu lassen. Der Buddhismus bietet keine „radikale Therapie“ für psychische Krankheiten im medizinischen Sinne.
7. Was passiert, wenn ein Mönch oder eine Nonne die Regeln des Vinaya bricht?
Die Konsequenzen variieren je nach Art des Verstoßes. Ein Bruch des Zölibat-Versprechens (Pārājika) führt zum lebenslangen Ausschluss aus dem Sangha. Weniger schwerwiegende Verstöße (Pācittiyas) können durch Bekennen vor einem anderen Ordinierten bereinigt werden, verbunden mit dem Vorsatz, den Fehler nicht zu wiederholen. Die Regeln dienen der Reinigung des Geistes und der Aufrechterhaltung der Gemeinschaft.
8. Wie gehen Ordinierte mit ihrer Sexualität um?
Mönche und Nonnen legen das Gelübde ab, gänzlich auf sexuelle Aktivitäten zu verzichten. Sollten dennoch entsprechende Wünsche aufkommen, nutzen sie Meditationsmethoden zur Klärung des Geistes, Reflexion über die Unbeständigkeit von Gefühlen und die Unreinheit des Körpers. In höchsten Tantra-Klassen gibt es auch Methoden zur Umwandlung von Begierde in positive Energien, die jedoch nur unter Anleitung eines geeigneten Lehrers gemeistert werden können.
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