05/08/2021
Der Ausspruch „Bismillah ar-Rahman ar-Raheem“ – „Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigsten“ – ist für Muslime weltweit mehr als nur eine Aneinanderreihung von Worten. Er ist der erste Vers des Heiligen Qur’an, wiederholt sich dort beeindruckende 114 Mal und dient als eine fortwährende Erinnerung an Gott, ein Dhikr. Muslime beginnen nahezu jede Handlung mit diesen gesegneten Worten, sei es das Essen, das Verlassen des Hauses oder der Beginn einer wichtigen Aufgabe. Doch gerade diese Allgegenwart birgt eine Gefahr: Die tiefgreifende Bedeutung, die in diesem Vers eingebettet ist, kann im Alltag leicht in den Hintergrund treten und zu einer reinen Gewohnheit verkommen. Wie ein erfahrener Autofahrer, der seine Bewegungen nicht mehr bewusst wahrnimmt, riskieren wir, die Essenz von Bismillah zu übersehen. Der Qur’an fordert uns jedoch immer wieder auf, zu reflektieren und wahrzunehmen. Lassen Sie uns daher gemeinsam die wahren Dimensionen von Bismillah erforschen und verstehen, wie dieser kurze Vers unser gesamtes Dasein beeinflusst.

Bevor wir uns den vielfältigen Auswirkungen von Bismillah widmen, ist es unerlässlich, seine unermesslichen Vorzüge zu beleuchten. Diese offenbaren das immense Gewicht, das Gott diesem Vers zugeschrieben hat und motivieren uns, ihn mit der gebührenden Ehrfurcht zu behandeln. Die Belohnung, die allein durch das Sprechen dieser wenigen Worte erzielt werden kann, ist wahrhaft gigantisch und zeugt von der Großzügigkeit des Schöpfers.
Die unermesslichen Vorzüge von „Bismillah“
Die islamische Überlieferung hebt die außergewöhnliche Stellung von „Bismillah ar-Rahman ar-Raheem“ hervor. Der Prophet Muhammad (Friede sei auf ihm und seiner Familie) betonte die immensen Segnungen, die mit diesem Vers verbunden sind. Er sagte: „Wer auch immer ‚Bismillah ar-Rahman ar-Raheem‘ sagt, dem werden 4000 gute Taten gutgeschrieben, ihm werden 4000 schlechte Taten getilgt und er steigt um 4000 Stufen.“ Diese Worte verdeutlichen die umfassende Barmherzigkeit Gottes und die Leichtigkeit, mit der Gläubige durch einfache, aber aufrichtige Handlungen immense spirituelle Gewinne erzielen können. Es ist eine Einladung, sich durch die Erinnerung an Gott ständig zu verbessern und von Sünden zu reinigen.
Auch die Imame aus der Ahl al-Bayt, der Familie des Propheten, unterstrichen die Bedeutung dieses Verses. Imam Ali ar-Ridha (as.) wurde nach dem größten Vers im Qur’an gefragt und antwortete prägnant: „[Es ist] Bismillah ar-Rahman ar-Raheem.“ Dies zeigt, dass Bismillah nicht nur ein Anfang ist, sondern in seiner Essenz die gesamte Weisheit und Führung des Qur’an birgt. In einer weiteren erstaunlichen Aussage betonte Imam Ali ar-Ridha (as.): „Bismillah ar-Rahman ar-Raheem ist näher an Allahs größten Namen, als das Weiße des Auges (Sklera), um seine Schwärze (Pupille).“ Diese Metapher verdeutlicht die unmittelbare Verbindung und die gewaltige spirituelle Kraft, die in diesem Vers verborgen liegt. Er ist ein Schlüssel zu den göttlichen Attributen und ein direkter Weg zur Nähe Gottes.
Diese Überlieferungen werfen ein helles Licht auf die tiefere Bedeutung von Bismillah. Sie sind nicht nur Versprechen für das Jenseits, sondern auch eine Motivation für das diesseitige Leben. Die Erkenntnis, dass wenige Worte so viel Segen und Belohnung mit sich bringen können, sollte uns dazu anspornen, Bismillah nicht nur mechanisch, sondern mit vollem Bewusstsein und aufrichtiger Absicht auszusprechen. Es ist ein Akt der Anbetung, der uns auf vielfältige Weise nützt.
Die tiefgreifenden Auswirkungen von „Bismillah“: Ein Weg zur Vollkommenheit
Der Ausspruch „Bismillah“ ist weit mehr als eine formale Eröffnung. Er ist ein mächtiges Instrument, das unsere innere Einstellung und unsere Handlungen transformiert. Wir wollen nun untersuchen, wie „Bismillah ar-Rahman ar-Raheem“ vier grundlegende Aspekte des menschlichen Daseins – Liebe, Gehorsamkeit, Unterwerfung und den Glauben an Allah den Allmächtigen – maßgeblich beeinflusst und stärkt.
„Bismillah“ als Zeichen der Liebe zu Allah
Betrachten wir unser menschliches Verhalten, so fällt auf, dass wir dazu neigen, uns mit dem zu identifizieren, was uns lieb und teuer ist. Ob es die Benennung von Besitztümern nach geliebten Menschen, die Verwendung von Landesnamen in Firmenbezeichnungen oder das öffentliche Zurschaustellen von Zugehörigkeiten in sozialen Medien ist – überall manifestiert sich der Wunsch, unsere Verbundenheit auszudrücken. Stolz, Liebe und ein tiefes Zugehörigkeitsgefühl sind die treibenden Kräfte hinter solchen Handlungen. Wenn wir zum Beispiel ein Unternehmen nach einem Familienmitglied benennen, so ist dies ein Ausdruck der tiefen Zuneigung, der Inspiration und der Wertschätzung, die wir für diese Person empfinden. Wir möchten, dass die Welt um unsere Liebe weiß.
Übertragen wir dieses Prinzip auf unser Verhältnis zu Gott. Im Leben eines Muslims sind unsere Handlungen, Entscheidungen und Gedanken unser wertvollstes Gut. Wir werden im Diesseits und Jenseits nach unseren Taten beurteilt. Was könnte also bedeutungsvoller sein, als unsere Taten im Namen Gottes auszuüben? Wenn wir Allah wahrlich lieben und eine leidenschaftliche Verbindung zu allem empfinden, was mit Ihm verbunden ist, dann werden wir uns bemühen, all unsere Angelegenheiten in Seinem Namen zu beginnen und zu beenden. „Bismillah ar-Rahman ar-Raheem“ wird dann nicht nur ein Lippenbekenntnis sein, sondern aus einem Herzen entspringen, das überfließt vor Liebe zu Allah. Diese Liebe zu Gott ist der Dreh- und Angelpunkt im Leben eines Muslims. Allah (swt.) legt im Qur’an fest: „Und diejenigen, die glauben, sind stärker in der Liebe zu Allah.“ (Sure Al-Baqara, 2:165). Imam Ali (as.) beschrieb in seiner Predigt über die Frommen: „Der Schöpfer nimmt in ihren Seelen einen großen Raum ein, und alles außer Ihm ist in ihren Augen klein.“ Sobald diese Liebe zu Gott uns vollständig einnimmt und wir sie durch das bewusste Sprechen von Bismillah festigen, begeben wir uns auf den Weg zur Erreichung einer höheren Ebene der Frömmigkeit und Hingabe.
„Bismillah“ als Ausdruck des Gehorsams
Liebe, so tief sie auch im Herzen verankert sein mag, manifestiert sich letztlich in unseren Handlungen. Jede Handlung ist durch ein Mittel und ein Ziel gekennzeichnet, die entweder rechtschaffen oder verdorben sein können, je nachdem, ob sie mit den göttlichen Regeln übereinstimmen oder nicht. Ein Beispiel: Geld kann durch rechtschaffene Mittel (z.B. Verkauf von Getreide) oder verdorbene Mittel (z.B. Diebstahl) verdient werden. Dieses Geld kann dann für rechtschaffene Ziele (z.B. Hilfe für Bedürftige) oder verdorbene Ziele (z.B. Glücksspiel) verwendet werden. Verdorbene Mittel oder Ziele sind definitionsgemäß jene, die vom Weg Gottes abweichen. Nur die rechtschaffenen Mittel-Ziel-Kombinationen sind für einen Gläubigen akzeptabel.
Die Person, die Gott wahrhaftig liebt, wird stets versuchen, Sein Wohlgefallen zu erlangen, indem sie tut, was Er verlangt, und vermeidet, was Er verbietet. Da der Name Allahs weit erhaben ist über alles Verderbliche, ist es unvorstellbar, dass jemand, der behauptet, Allah zu lieben, an verbotenen Handlungen teilnimmt, geschweige denn in Seinem Namen. Man kann zum Beispiel nicht „Bismillah ar-Rahman ar-Raheem“ vor dem Trinken von Alkohol, vor Ehebruch oder vor einer anderen Sünde sagen. Dies wäre eine eklatante Heuchelei, die im Widerspruch zum Wesen des Ausspruchs steht. In derselben Predigt über die Frommen sagt Imam Ali (as.): „Wenn es keine Frist gäbe, die Allah ihnen zugeschrieben hat, dann würden ihre Seelen nicht in ihren Körpern verharren, sei es auch für die Dauer eines Augenblinzelns, in Sehnsucht auf den Lohn Allahs und in Furcht vor der Strafe.“ Dies illustriert die tiefe Gottesfurcht und den Wunsch nach Gottes Wohlgefallen, die den Gläubigen antreiben.
Somit dient „Bismillah“ als ständige Mahnung, unsere Handlungen zu kontrollieren und im Einklang mit den göttlichen Geboten zu halten. Dieser Prozess der Selbstkontrolle und Reinigung führt den Gläubigen unweigerlich in Richtung Frömmigkeit. Und nur Handlungen, die aus dieser Frömmigkeit entspringen, werden von Gott angenommen, denn Allah (swt.) sagt im Qur’an: „Allah nimmt nur von den Gottesfürchtigen an.“ (Sure Al-Ma’ida, 5:27).
„Bismillah“ als Haltung der Unterwerfung
Aus einer etwas anderen Perspektive betrachtet, hilft der Ausspruch „Bismillah“ dem Gläubigen, sich von der materiellen Welt, in der wir existieren, zu lösen. Wenn unsere Angelegenheiten im Namen Gottes ausgeführt werden, werden sie mit einer göttlichen Existenz verbunden. Dies ist ein tiefes Zugeständnis, in dem der Gläubige sich bewusst wird, dass Gott über alle Angelegenheiten regiert. Der Gläubige wird deshalb alles, was aus seinen Handlungen resultiert, akzeptieren und sich dem entsprechenden Schicksal beugen. Die Überzeugung des Gläubigen wird die sein, dass Gott die Dinge auf eine Weise geschehen lässt, die vorteilhaft ist – sei es in diesem Leben, im Jenseits oder in beiden.

Man kann nicht etwas im Namen Gottes tun und hinterher verärgert über das Resultat sein. Die Worte „ar-Rahman ar-Raheem“ – „der Gnädige, der Barmherzigste“ – verstärken diesen Punkt, weil sie sich auf die umfassende Gnade und Barmherzigkeit Allahs für jeden, und insbesondere für den Gläubigen, beziehen. Dies bedeutet, dass selbst in scheinbar negativen Ergebnissen eine verborgene Barmherzigkeit und Weisheit Gottes liegt. Sobald wir diese Tatsachen begreifen, haben wir die Stufe der Unterwerfung unter Gottes Willen erreicht. Und ja, das kann nur durch das Suchen einer Verbindung mit dem Ungesehenen, auch bekannt als „Ghayb“, erreicht werden. Der Glaube an das Verborgene ist eine fundamentale Eigenschaft der Frommen. Allah (swt.) sagt: „Dies ist das Buch, kein Zweifel darin; eine Rechtleitung für die Gottesfürchtigen, denjenigen, die überzeugt sind von dem Verborgenen […]“ (Sure Al-Baqara, 2:2-3). Bismillah ist somit ein Tor zur Resignation und zum Vertrauen in die göttliche Vorsehung.
„Bismillah“ als Fundament des Glaubens
Der Ausspruch „Bismillah“ hat uns auf eine tiefgreifende Reise der Liebe, Gehorsamkeit und Unterwerfung unter Gottes Willen mitgenommen. Während dieser gesamten Reise war die Frömmigkeit eine gemeinsame Frucht, die auf jeder Stufe reifte. Sobald all diese Ebenen miteinander verschmelzen und sich zu einem harmonischen Ganzen verbinden, haben wir eine strahlende Darstellung des richtigen Glaubens, den ein Muslim besitzen sollte. Tatsächlich benötigt ein wahrer Gläubiger alle diese Einheiten – Liebe, Gehorsam und Unterwerfung – denn ohne sie würde eine wichtige Lücke in seinem Glauben bestehen bleiben. Kann ein Muslim Gott lieben und Ihm nicht gehorchen? Können wir Gott gehorchen und unzufrieden sein mit dem, was Er uns beschert? Wahrlich, mit Bismillah streben wir an, die notwendigen Elemente zu erwerben, um unseren Glauben, den Glauben an Gott, zu perfektionieren. Daher ist der Ausspruch Bismillah, in seiner reinsten und vollständigsten Form, ein unverkennbares Zeichen des wahren Gläubigen.
Imam Al Hasan al-Askari (as.), ein weiterer Imam aus der Familie des Propheten, fasste die Zeichen des Gläubigen prägnant zusammen: „Die Zeichen des Gläubigen sind fünf“, er listete sie auf, bis er zu dem Punkt kam: „er sagt ‚Bismillah ar-Rahman ar-Raheem‘ mit erhobener Stimme.“ (Wasa’il ash-Shi’a). Viele mögen Bismillah laut sagen, aber der Imam bezieht sich auf den Gläubigen, der es laut sagt, während er oder sie sich der tiefen Bedeutung vollkommen bewusst ist. Der laute Ausspruch in vollem Bewusstsein verstärkt die Liebe zu, die Gehorsamkeit gegenüber und die Unterwerfung unter Gott. Es ist ein öffentliches Bekenntnis, das die innere Überzeugung nach außen trägt und gleichzeitig die eigene Seele stärkt.
Alljährlich sehen wir Millionen von Pilgern zum Hajj nach Mekka strömen. Jeder, der das Bild dieser Menschen sieht, wird sofort den tiefen Glauben und die Hingabe der Pilger erkennen. Ebenso machen sich jedes Jahr am 20. Safar Millionen auf den Weg zum Schrein von Imam Hussain (as.) in Karbala. Jeder, der dieses Bild der Entbehrung und Hingabe sieht, wird den Glauben und die Ergebenheit der Besucher fühlen. „Bismillah ar-Rahman ar-Raheem“ verbildlicht in ähnlicher Weise, was der Islam alles beinhaltet, und der Ausspruch porträtiert die Art und Weise, wie wir Muslime mit Gott verbunden sind. Es ist weit mehr als nur ein Dhikr; es ist eine Lebensphilosophie.
Tiefer eintauchen: Eine esoterische Perspektive
Für diejenigen, die noch tiefer in die spirituelle Bedeutung von „Bismillah“ eintauchen möchten, bietet eine Überlieferung von Imam Ali (as.) eine faszinierende, wenn auch esoterische, Perspektive. Er sagte: „Wisse, dass alle Geheimnisse der göttlichen Bücher im Qur’an sind. Alles, was im Qur’an ist, ist in der Fatiha. Alles, was in der Fatiha ist, ist in ‚Bismillah‘. Alles, was in Bismillah ist, ist im Baa [vom ‚Bism‘]. Alles, was im ‚Baa‘ ist, ist im Punkt unter dem ‚Baa‘. Und ich bin der Punkt unter dem ‚Baa‘.“ (Yanabee’ Al Mawadda). Diese Aussage deutet auf eine tiefgreifende, hierarchische Struktur des Wissens und der Realität hin, die ihren Ursprung im göttlichen Namen Bismillah und symbolisch im kleinsten Element des Buchstabens Baa findet. Die Identifikation Imam Alis mit diesem Punkt unterstreicht seine Rolle als Tor zum göttlichen Wissen und zur spirituellen Wahrheit, die in Bismillah konzentriert ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQs) zu „Bismillah“
Die Anwendung und Bedeutung von „Bismillah“ wirft oft Fragen auf. Hier sind einige der häufigsten, die Gläubige beschäftigen:
F: Was passiert, wenn ich vergessen habe, „Bismillah“ zu sagen?
A: Im Islam ist die Absicht entscheidend. Wenn Sie vergessen haben, Bismillah zu Beginn einer Handlung zu sagen, können Sie es nachholen, sobald Ihnen der Fehler auffällt, indem Sie „Bismillah awwaluhu wa akhiruhu“ (Im Namen Allahs, am Anfang und am Ende) sagen. Dies zeigt Ihre aufrichtige Absicht, die Handlung im Namen Allahs zu vollziehen, auch wenn Sie es anfangs vergessen haben.
F: Kann ich „Bismillah“ für jede Art von Handlung sagen, auch für weltliche Aufgaben?
A: Ja, absolut. „Bismillah“ soll vor nahezu jeder erlaubten und guten Handlung gesagt werden. Es erinnert den Gläubigen daran, dass alle Handlungen, ob spirituell oder weltlich, letztlich im Dienst an Allah stehen und Seiner Gnade bedürfen. Es segnet die Handlung und lenkt die Absicht auf das Göttliche.
F: Macht es einen Unterschied, ob ich „Bismillah“ laut oder leise sage?
A: Die Absicht und das Bewusstsein sind wichtiger als die Lautstärke. Für bestimmte Gebetshandlungen, wie die Eröffnung der Fatiha im Gebet, gibt es Empfehlungen zur Lautstärke. Im Allgemeinen ist es jedoch eine persönliche Entscheidung. Das laute Sprechen, wie von Imam Al Hasan al-Askari erwähnt, kann das eigene Bewusstsein und das der Umgebung stärken, während das leise Sprechen eine tiefe innere Verbindung fördert.
F: Warum wiederholt sich „Bismillah ar-Rahman ar-Raheem“ 114 Mal im Qur’an?
A: „Bismillah ar-Rahman ar-Raheem“ steht am Anfang jeder Sure des Qur’an, mit Ausnahme der Sure At-Tawbah (Sure 9). In Sure An-Naml (Sure 27) erscheint es jedoch zweimal, einmal am Anfang und einmal innerhalb des Textes als Teil eines Briefes des Propheten Sulaiman (Friede sei auf ihm). Dies ergibt insgesamt 114 Vorkommen. Die Wiederholung an den Anfängen der Suren dient als Segen, als Abgrenzung zwischen den Suren und als ständige Erinnerung an Allahs Gnade und Barmherzigkeit, die das gesamte Buch durchdringt.
Vergleich: Bismillah als Gewohnheit vs. Bismillah als bewusster Akt
Um die tiefere Bedeutung von Bismillah zu verdeutlichen, ist es hilfreich, den Unterschied zwischen einem unbewussten Ritual und einem bewussten Akt zu betrachten:
| Merkmal | Bismillah als Gewohnheit | Bismillah als bewusster Akt |
|---|---|---|
| Absicht | Automatisch, unreflektiert | Aufrichtig, zielgerichtet auf Allah |
| Spiritueller Wert | Gering, da Bedeutung vernachlässigt | Hoch, da tiefe Verbindung gesucht wird |
| Auswirkung auf Handlungen | Keine oder geringe Kontrolle | Führt zu Rechtschaffenheit und Achtsamkeit |
| Gefühl der Nähe zu Gott | Kaum vorhanden | Stärkt die Gottesliebe und -furcht |
| Umgang mit Ergebnissen | Unzufriedenheit bei unerwünschtem Ausgang | Akzeptanz und Vertrauen in Gottes Plan |
| Perfektion des Glaubens | Stagniert oder bleibt unvollständig | Fördert Wachstum und Vollständigkeit des Glaubens |
Fazit
Insgesamt ist das Aussprechen von „Bismillah ar-Rahman ar-Raheem“ ein großes Privileg und eine immense Gnade. Wir sollten Gott dafür danken, dass Er uns erlaubt, unser Leben in Seinem Namen zu führen und uns durch diesen einfachen, doch tiefgründigen Ausspruch unzählige Segnungen und Belohnungen zuteilwerden lässt. Die Höhe des Segens und des Lohnes, den wir erhalten können, ist in der Tat nicht aufzählbar. Dieser Vers ist ein unverkennbares Zeichen unserer Zugehörigkeit zum Islam, eine Visitenkarte unseres Glaubens und unserer Hingabe. Wir sollten uns stets bemühen, diesem Zeichen gerecht zu werden und seine Bedeutung in jedem Moment unseres Lebens zu verinnerlichen.
Das nächste Mal, wenn wir also aufwachen, schlafen gehen, eine Prüfung beginnen, einen Vertrag unterzeichnen, vor Gott im Gebet stehen oder irgendeine andere Handlung vollziehen, sollten wir uns beim Aussprechen von „Bismillah ar-Rahman ar-Raheem“ an all dies erinnern: an die Liebe, den Gehorsam, die Unterwerfung und den tiefen Glauben, den dieser gesegnete Ausspruch in uns verankert. Möge Bismillah uns stets daran erinnern, dass jede unserer Handlungen, ob groß oder klein, im Lichte Seiner unendlichen Gnade und Barmherzigkeit steht.
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