Was sagte der Prophet beim Betreten der Moschee?

Segen und Frieden für den Propheten Muhammad

17/07/2021

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Die Segenswünsche für den Propheten Muhammad (Allahs Segen und Frieden auf ihm) zu sprechen, ist eine der erhabensten Formen der Annäherung an Allah und eine glorreiche Tat des Gehorsams, zu der das islamische Gesetz nachdrücklich anspornt. Es ist eine Praxis, die dem Gläubigen sowohl im Diesseits als auch im Jenseits unermessliche Vorteile bringt und Ausdruck der erforderlichen und vollkommenen Liebe, Verehrung und Wertschätzung ihm gegenüber sowie der Erfüllung seines Rechts ist. Diese ehrenvolle Praxis, oft als „Salat und Salam auf den Propheten“ bezeichnet, ist ein zentraler Pfeiler des islamischen Glaubens und der Frömmigkeit, der die tiefe spirituelle Verbindung zwischen dem Muslim und dem Gesandten Allahs unterstreicht.

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Was bedeuten „Segen“ (Salat) und „Frieden“ (Salam)?

Um die Bedeutung dieser Anbetung vollständig zu erfassen, ist es wichtig, die Begriffe „Salat“ (Segen/Lobpreis) und „Salam“ (Frieden/Unversehrtheit) im Kontext ihrer Anwendung auf den Propheten zu verstehen. Wenn Allah „Salat“ über den Propheten spricht, bedeutet dies, dass Er ihn bei den Engeln lobt und preist. Dies ist eine höchste Form der göttlichen Anerkennung und Ehre. Wenn die Engel „Salat“ über den Propheten sprechen, beten sie für ihn und bitten Allah um Seine Barmherzigkeit und Erhöhung für ihn. Und wenn die Gläubigen „Salat“ über ihn sprechen, bitten sie Allah, ihn zu ehren, seinen Rang zu erhöhen und ihm die besten Dinge zukommen zu lassen.

Der Begriff „Salam“ hingegen bedeutet, dass man darum bittet, dass der Prophet vor jedem Übel, jeder Gefahr und jedem Makel bewahrt bleibt. Es ist eine Bitte um vollständige Sicherheit, Wohlbefinden und göttlichen Schutz für ihn. Allah, der Erhabene, hat uns im Koran klar angewiesen, beides zu vereinen, wenn Er sagt:

„Gewiss, Allah und Seine Engel sprechen den Segen über den Propheten. O die ihr glaubt, sprecht den Segen über ihn und grüßt ihn mit gehörigem Gruß.“ (Al-Ahzaab 33:56)

Diese Verse unterstreichen die Wichtigkeit, sowohl den Segen als auch den Frieden gemeinsam auszusprechen, um der göttlichen Anweisung vollständig nachzukommen und die umfassenden Vorteile dieser Praxis zu erlangen. Die Gelehrten haben festgelegt, dass es missbilligt (makruh) ist, sich ständig nur auf den Segen ohne den Frieden oder nur auf den Frieden ohne den Segen zu beschränken. Die Sunnah und die Vollkommenheit liegen in der Vereinigung beider.

Die authentischen Formeln für Segenswünsche

Was die optimalste Methode betrifft, Segenswünsche für das Oberhaupt der Schöpfung, Allahs Segen und Frieden auf ihm, zu sprechen, so wurden diesbezüglich etliche authentische Formeln überliefert. Diese Formeln sind uns direkt vom Propheten selbst gelehrt worden, als seine Gefährten ihn fragten, wie sie Segen auf ihn sprechen sollen. Zu den authentischsten und bekanntesten dieser Formeln gehören die sogenannten „Salat al-Ibrahimiyyah“, die eine tiefe Verbindung zum Propheten Ibrahim (Abraham) herstellen.

1. Die erste Formel (nach Ka’b ibn ‘Ajura):

„Allahumma salli ‘ala Muhammadin wa ‘ala Aali Muhammadin kamaa sallaita ‘ala Ibrahima wa ‘ala Aali Ibrahima Innaka Hamidun Majid. Allahumma baarik ‘ala Muhammadin wa ‘ala Aali Muhammadin kamaa baarakta ‘ala Ibrahima wa ‘ala Aali Ibrahima Innaka Hamidun Majid.“

Bedeutung: O Allah, erhebe die Erwähnung Muhammads und der Familie Muhammads, so wie Du die Erwähnung Ibrahims und der Familie Ibrahims erhoben hast. Wahrlich Du bist der Preiswürdige, der Mächtige! O Allah, segne Muhammad und die Familie Muhammads, so wie Du Ibrahim und die Familie Ibrahims gesegnet hast. Du bist der Preiswürdige, der Mächtige!

Diese Formel wurde von Al-Bukhari (3370) und Muslim (406) vom Hadith von Ka’b ibn ‘Ajura überliefert.

2. Die zweite Formel (nach Abu Humaid As-Saa’idi):

„Allahumma salli ‘ala Muhammadin wa Azwaajihi wa Dhurriyatihi kamaa sallaita ‘ala Aali Ibrahima, wa baarik ‘ala Muhammadin wa Azwaajihi wa Dhurriyatihi kamaa baarakta ‘ala Aali Ibrahima Innaka Hamidun Majid.“

Bedeutung: O Allah, erhebe die Erwähnung Muhammads, seiner Ehefrauen und seiner Nachkommen, so wie Du die Erwähnung der Familie Ibrahims erhoben hast. Und segne Muhammad, seine Ehefrauen und seine Nachkommen, so wie Du die Familie Ibrahims gesegnet hast. Du bist der Preiswürdige, der Mächtige!

Diese Formel wurde von Al-Bukhari (3369) und Muslim (407) vom Hadith von Abu Humaid As-Saa’idi überliefert. Der Prophet (Allahs Segen und Frieden auf ihm) wählte stets nur das Edelste und Beste aus, was die Vollkommenheit dieser Formeln unterstreicht.

Es ist empfehlenswert, abwechselnd mal diese und mal jene überlieferte Formel zu sprechen, um der Sunnah und der Schari’ah vollständig zu folgen. Dies verhindert, dass man sich auf eine einzige Formel beschränkt und die Vorzüge der anderen authentischen Überlieferungen verpasst. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass es nicht vorgeschrieben ist, diese Formeln miteinander zu kombinieren oder dazwischen eigene Erfindungen einzufügen, um eine neue, vereinte Formel zu schaffen. Dies würde der Sunnah widersprechen, wie von einer Gruppe von Gelehrten festgelegt wurde.

Was sagen die Gelehrten über Muhammad?
Und immer noch sagen es die Gelehrten: „Allahumma salli ‘ala Muhammad“, (O Allah, erhebe die Erwähnung Muhammads.) oder: „salla Allahu ‘alaihi wa sallam.“ (Allahs Segen und Frieden auf ihm.) etc. Die Angelegenheit darauf bezogen ist umfangreich, so Allah will.

Wann spricht man Segenswünsche für den Propheten?

Die Gelehrten haben verschiedene Situationen identifiziert, in denen das Sprechen von Segenswünschen für den Propheten (Allahs Segen und Frieden auf ihm) besonders erwünscht und belohnenswert ist:

1. Im Taschahhud während des Gebets

Dies ist eine der wichtigsten und obligatorischen oder stark empfohlenen Stellen, um den Segen auf den Propheten zu sprechen. Es markiert einen Moment der Besinnung und des Flehens innerhalb des Gebets. Eine Anekdote berichtet, dass der Prophet einen Mann beten hörte, der weder Allah lobte noch den Ehrausspruch für ihn aussprach. Daraufhin sagte der Prophet: „Er hat sich beeilt.“ Später riet er ihm: „Wenn einer von euch betet, soll er zuerst Allah lobend und dankend erwähnen, danach soll er den Ehrausspruch für den Propheten sprechen und danach soll er bitten, was er möchte.“ Dies unterstreicht die Notwendigkeit, den Ehrausspruch im Gebet zu integrieren.

2. Bei der Erwähnung seines Namens oder beim Hören/Lesen davon

Immer wenn der Name des Propheten Muhammad erwähnt wird, sei es in einer Rede, in einem Buch oder im Gespräch, ist es sehr empfehlenswert, den Ehrausspruch zu sprechen. Der Prophet (Allahs Segen und Frieden auf ihm) sagte: „Erniedrigt soll der sein, bei dem ich erwähnt wurde und der den Ehrausspruch für mich nicht spricht.“ Dies ist eine ernste Warnung und ein Ansporn, diese einfache, aber bedeutungsvolle Geste niemals zu unterlassen. Es ist eine Form des Respekts und der Anerkennung seiner hohen Stellung.

3. Beim Gebetsruf (Adhan) und während des Rufes zum unmittelbar bevorstehenden Gebetsbeginn (Iqamah)

Nachdem man dem Muezzin im Adhan geantwortet hat, ist es Sunnah, den Segen auf den Propheten zu sprechen. Abdullah ibn Amr (möge Allah mit ihm zufrieden sein) berichtete, dass der Prophet sagte: „Wenn ihr den Gebetsrufer hört, so sagt das, was er sagt, dann sprecht den Ehrausspruch für mich, denn wer für mich den Ehrausspruch spricht, den lobt Allah zehn Mal bei den Engeln.“ Dies ist eine wunderbare Möglichkeit, zusätzliche Belohnungen zu sammeln und die Verbindung zum Propheten zu stärken, während man sich auf das Gebet vorbereitet.

4. Freitags

Der Freitag ist ein besonders gesegneter Tag im Islam. Der Prophet (Allahs Segen und Frieden auf ihm) sagte: „Der beste von euren Tagen ist der Freitag. An einem Freitag wurde Adam erschaffen, und an einem Freitag starb er, an einem Freitag wird zweimal das Horn geblasen; deswegen vermehrt den Ehrausspruch für mich an diesem Tag, denn eure Aussprüche werden mir wahrlich zugeleitet.“ Als die Gefährten fragten, wie dies geschehen könne, wenn er bereits Staub geworden sei, antwortete er: „Allah, der Gewaltige, hat der Erde untersagt, die Körper der Propheten zu essen.“ Dies zeigt die Einzigartigkeit des Freitags für diese Praxis.

5. Beim Betreten und Verlassen der Moschee

Bevor man die Moschee betritt, ist es eine Sunnah, Segen auf den Propheten zu sprechen und dann um Allahs Barmherzigkeit zu bitten. Abu Huraira (möge Allah mit ihm zufrieden sein) berichtete, dass der Prophet sagte: „Wenn einer von euch die Moschee betritt, so soll er den Ehrausspruch für den Propheten sprechen und sagen: «O Allah, öffne mir die Tore Deiner Barmherzigkeit!» Und wenn er die Moschee verlässt, soll er ebenso den Ehrausspruch für den Propheten sprechen und sagen: «O Allah, beschütze mich vor dem gesteinigten Teufel!»“ Dies ist eine schöne Gewohnheit, die den Eintritt in und den Austritt aus einem heiligen Ort mit einer Segnung des Propheten verbindet.

6. Am Anfang von Briefen und nach der Basmala (Im Namen Allahs)

In der islamischen Tradition ist es üblich, Briefe, Schriften oder wichtige Dokumente mit dem Lob Allahs und der Basmala zu beginnen, gefolgt von Segenswünschen für den Propheten. Dies ist eine Form der Segnung für die Schrift und eine Erinnerung an die zentrale Rolle des Propheten im Islam.

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7. Bei bestimmten Gebeten und Ansprachen

Dies umfasst das Totengebet (nach dem zweiten Takbir), die Freitagsansprache (Khutbah), die Festgebetsansprache und Gebete wie das Gebet zur Bitte um Wasser (Salat al-Istisqa). In diesen Kontexten ist der Ehrausspruch ein fester Bestandteil, der die Bedeutung der Veranstaltung und die Verbindung zur prophetischen Führung unterstreicht.

Die gewaltigen Vorzüge des Sprechens von Segenswünschen

Das Sprechen von Segenswünschen für den Propheten (Allahs Segen und Frieden auf ihm) birgt eine Fülle von Belohnungen und spirituellen Vorteilen, die die Bedeutung dieser Handlung noch weiter hervorheben:

  • Zehnfache Belohnung von Allah: Der Prophet (Allahs Segen und Frieden auf ihm) sagte: „Wer einmal für mich den Ehrausspruch spricht, den lobt Allah zehn Mal bei den Engeln.“ Dies bedeutet, dass Allah selbst den Diener zehnfach segnet, der Seinem Gesandten gedenkt.
  • Vergebung von Sünden: Es wird auch berichtet, dass durch das Sprechen von Segenswünschen zehn Sünden von einem genommen werden. Dies ist eine immense Gnade und eine Möglichkeit, sich von den Lasten des Lebens zu reinigen.
  • Erhöhung des Ranges: Das Sprechen des Segens erhöht den Rang und die Stellung des Gläubigen bei Allah. Es ist eine Form des Gedenkens, die den Diener näher zu seinem Schöpfer bringt.
  • Erfüllung von Bedürfnissen: Viele Gelehrte und Erfahrungsberichte deuten darauf hin, dass das häufige Sprechen von Segenswünschen eine Ursache für die Erfüllung von Gebeten und die Erleichterung von Schwierigkeiten sein kann.
  • Nähe zum Propheten am Tag der Auferstehung: Der Prophet (Allahs Segen und Frieden auf ihm) sagte: „Diejenigen, die mir am nächsten sein werden am Tag der Auferstehung, sind diejenigen, die am meisten Segen auf mich gesprochen haben.“ Dies ist ein unglaublicher Ansporn, diese Praxis zu pflegen, um seine Fürsprache und Nähe im Jenseits zu erlangen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F: Ist eine kürzere Form des Segens außerhalb des Gebets ausreichend?
A: Ja, außerhalb des Gebets sind kürzere Formeln wie „Allahumma salli ‘ala Muhammad“ (O Allah, erhebe die Erwähnung Muhammads) oder „salla Allahu ‘alaihi wa sallam“ (Allahs Segen und Frieden auf ihm) ausreichend und gültig. Die Angelegenheit ist hier umfangreicher. Obwohl sie die volle Form nicht erreichen, erfüllen sie die Anforderung, Segen auf den Propheten zu sprechen. Die Mehrheit der Gelehrten ist der Meinung, dass jeder Wortlaut, der die Absicht des Segens erfüllt, ausreicht. Im Gebet jedoch sollte man sich aus Vorsicht für die Sunnah auf die überlieferten, vollständigen Formeln beschränken.

F: Warum muss man Segen und Frieden (Salat und Salam) miteinander verbinden?
A: Allah befiehlt uns im Koran (Al-Ahzaab 33:56), sowohl den Segen als auch den Gruß (Frieden) über den Propheten zu sprechen. Die Gelehrten haben festgelegt, dass es verpönt ist, sich immer nur auf das Sprechen von Segenswünschen ohne den Gruß oder nur auf den Gruß ohne die Segenswünsche zu beschränken. Die Vereinigung beider oder das abwechselnde Sprechen fügt sich dem Koranvers am besten.

F: Wie erreichen unsere Segenswünsche den Propheten, da er nicht mehr unter uns weilt?
A: Wie im Hadith zum Freitag erwähnt, hat Allah der Erde untersagt, die Körper der Propheten zu verzehren. Die Segenswünsche der Gläubigen werden dem Propheten durch Engel übermittelt, die diese Nachrichten direkt an ihn weiterleiten. Dies ist eine Angelegenheit des Unsichtbaren, die wir im Glauben an Allahs Allmacht und die Wahrhaftigkeit Seines Gesandten akzeptieren.

F: Gibt es bestimmte Zeiten, an denen das Sprechen von Segenswünschen besonders betont wird?
A: Ja, wie bereits erwähnt, ist der Freitag ein besonders gesegneter Tag, an dem das Sprechen von Segenswünschen vermehrt werden sollte. Auch das Sprechen während des Adhan und Iqamah sowie beim Betreten und Verlassen der Moschee wird besonders hervorgehoben.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Sprechen von Segenswünschen und Frieden auf den Propheten Muhammad (Allahs Segen und Frieden auf ihm) eine der edelsten und lohnendsten Praktiken im Islam ist. Es ist ein Ausdruck tiefer Liebe, Ehrerbietung und Dankbarkeit gegenüber demjenigen, der uns die Botschaft Allahs überbrachte. Diese Praxis stärkt nicht nur die spirituelle Bindung zum Propheten, sondern bringt auch unzählige Segnungen und Belohnungen von Allah mit sich, die dem Diener im Diesseits und im Jenseits zugutekommen. Mögen wir alle zu denen gehören, die diese Sunnah pflegen und somit die Nähe und Fürsprache des Gesandten Allahs erlangen.

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