Wie sieht die Offenbarung in der christlichen Apokalypse aus?

Die Offenbarung des Johannes: Eine Enthüllung

01/06/2024

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Die Offenbarung des Johannes, das letzte Buch der Bibel, ist für viele ein Buch voller Rätsel und Geheimnisse. Ihre reiche Bildsprache und die dramatischen Schilderungen von Endzeitereignissen haben im Laufe der Geschichte zu zahlreichen Interpretationen geführt, oft auch zu Fehldeutungen und Spekulationen. Doch was ist die Offenbarung wirklich? Und wie sollten wir sie verstehen, um ihre tiefgreifende Botschaft für unser Leben zu erfassen? Dieses Buch gehört zur Gattung der sogenannten „apokalyptischen Schriften“, die in symbolhafter, oft verschlüsselter Bildsprache den Lauf der Weltgeschichte bis hin zum Weltende aus geistlicher Sicht beschreiben. Es ist eine Enthüllung, die uns nicht verwirren, sondern trösten und stärken soll.

Was ist die Offenbarung des Johannes?
Es ist vergleichbar mit der Rede Jesu (Mt. 24), in der er prophetisch von der Zerstörung Jerusalems und des Tempels (70 n. Chr. Durch die Römer) und zugleich vom Weltende spricht. In der Offenbarung des Johannes wird konkret bildhaft verwoben dargestellt: ein bildhafter Abriss der Heilsgeschichte in Jesus Christus bis zu ihrer Erfüllung.

Das Wesen apokalyptischer Literatur

Apokalyptische Literatur ist ein Genre, das sich durch bestimmte Merkmale auszeichnet. Sie verwendet eine stark symbolische und visionäre Sprache, um komplexe theologische Wahrheiten und zukünftige Ereignisse darzustellen, die anders kaum zu beschreiben wären. Im Alten Testament finden sich solche Elemente beispielsweise in Teilen der Bücher Daniel (Kapitel 7 ff.), Hesekiel (Kapitel 38 ff.), Sacharja und Jesaja. Diese Schriften bieten Einblicke in Gottes Plan für die Geschichte und das Ende der Zeiten, sind aber oft nicht wörtlich zu nehmen, sondern als Metaphern und Bilder zu verstehen.

Es gab im Judentum zur Zeit des Johannes auch eine „wuchernde“ apokalyptische Literatur, die sich durch Spekulationen, Wunschträume und detaillierte Zeitberechnungen auszeichnete. Diese Schriften fanden jedoch keinen Eingang in den Kanon des Alten Testaments. Interessanterweise wandte sich auch Jesus Christus selbst gegen solche endzeitlichen Spekulationen, die zu seiner Zeit ihren Höhepunkt erreicht hatten, wie in Matthäus 24,36 und 25,13 deutlich wird: „Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater.“ Oder in Apostelgeschichte 1,7: „Es ist nicht eure Sache, Zeiten oder Fristen zu wissen, die der Vater in seiner eigenen Vollmacht festgesetzt hat.“ Dies ist ein wichtiger Hinweis für das Verständnis der Offenbarung.

Die Einzigartigkeit der Offenbarung des Johannes

Im Gegensatz zu den spekulativen jüdisch-apokalyptischen Schriften ist die Offenbarung des Johannes ein bewusst christliches Gegenstück. Sie ist keine Sammlung von Rätseln zur Zeitberechnung, sondern eine Offenbarung, die mit der Botschaft Christi gefüllt ist und keinen Raum für Spekulationen und Berechnungen lassen will. Die „Bilder“ wurden Johannes vom Herrn in Visionen gezeigt und sollen allein von Jesu Sieg am Ende der Zeit zeugen. Es gibt nur diese eine christliche Apokalypse, die die Geheimnisse Gottes enthüllt und den Fokus auf den triumphierenden Christus legt.

Leider wurde die Offenbarung des Johannes von einigen christlichen Sondergruppen und Schwärmern missverstanden und ähnlich wie die jüdischen Apokalyptiker ausgelegt. Sie versuchen, ihren Platz in der Weltgeschichte zu bestimmen, verbunden mit Zeitberechnungen und der vermeintlichen Entdeckung völlig neuer oder geheimer Glaubensinhalte. Dies führt zu einer literalistischen Interpretation der reichen Bildersprache, die nicht symbolisch, sondern als ein genauer Zeitplan der Endzeit und als fotografisch genaue Schilderung kommender Ereignisse missverstanden wird. Dies widerspricht jedoch dem eigentlichen Zweck und der Natur des Buches.

Kanonischer Status und Prinzipien der Auslegung

Die Offenbarung des Johannes gehört zwar zum Kanon der Bibel, zählt aber zu den sogenannten Antilegomena. Dies sind neutestamentliche Schriften, die zwar von der Mehrheit der Gemeinden als vom Apostel Johannes geschrieben und als göttlich inspiriert anerkannt wurden und auch im Gottesdienst gelesen wurden, aber eben nicht von allen. Aus diesem Grund und aufgrund ihrer komplexen Bildsprache können um der Gewissheit und Eindeutigkeit willen aus ihr keine zusätzlichen Glaubenssätze geschöpft werden, die sich nicht auch in den anderen, klareren neutestamentlichen Schriften finden. Die Offenbarung vertieft und illustriert bereits bekannte Wahrheiten, sie führt keine völlig neuen Dogmen ein.

Für ein rechtes Verständnis und eine korrekte Auslegung der Offenbarung des Johannes müssen folgende Punkte unbedingt berücksichtigt werden:

  • Die Bildsprache ist als solche zu verstehen und damit eben nicht wörtlich. Beispiele hierfür sind das 1000-jährige Reich (Offb. 20) oder die 144.000 Erlösten (Offb. 14). Diese Zahlen und Zeitangaben sind symbolisch, nicht mathematisch präzise.
  • Die Bilder sind mit den klaren neutestamentlichen Schriften, dem damaligen Verständnis der Bilder und den damaligen politisch-religiösen Zeitumständen zu entschlüsseln. Der Kontext zur Zeit des Johannes ist entscheidend für das Verständnis der Symbole.
  • In den Bildern sind miteinander verwoben: a) die Lage und Bedrängnis der Gemeinde zur Zeit des Johannes, b) eine Weissagung, was die Gemeinden in Kürze erleben werden, und c) Weissagungen, was die Kirche zum Weltende hin erfahren werde. Aufgrund dieser Vermischung der Bildaussagen können wir nicht klar trennen und sagen, was schon eingetreten ist und an welcher Stelle der Weltgeschichte auf der Zeitachse wir uns gerade befinden. Dies ist vergleichbar mit der Rede Jesu in Matthäus 24, in der er prophetisch von der Zerstörung Jerusalems und des Tempels (70 n. Chr. durch die Römer) und zugleich vom Weltende spricht. Beide Ereignisse werden in einer einzigen Rede miteinander verwoben.

Konkrete Themen und die Verwobenheit der Darstellung

In der Offenbarung des Johannes wird konkret bildhaft verwoben dargestellt:

  • Der damals gegenwärtige, in den sieben Sendschreiben kritisierte Zustand der Gemeinden. Johannes richtet sich an reale Gemeinden mit realen Problemen, die auch heute noch Relevanz haben.
  • Die damals gegenwärtige Verfolgung der Gemeinden durch die römische Staatsmacht, weil die Christen dem Kaiserkult widerstanden. Dies war eine sehr konkrete und lebensbedrohliche Situation für die Gläubigen.
  • Die zu erwartende, sich noch steigernde Verfolgung der Kirche bis zum Weltende durch die antichristliche Macht. Diese prophetische Dimension warnt und bereitet vor.
  • Der Sieg und das Gericht Christi über die gottesfeindlichen Mächte und die Verheißungen Christi an die Gemeinde. Dies ist die zentrale Botschaft der Hoffnung und des Trostes.
  • Ein bildhafter Abriss der Heilsgeschichte in Jesus Christus bis zu ihrer Erfüllung. Die Offenbarung bietet eine umfassende Perspektive auf Gottes Handeln von der Schöpfung bis zur Vollendung.

Aufgrund dieser verwobenen Darstellungsweise sind eindeutige Einzelvoraussagen und jegliche Terminierungen ausgeschlossen. Das Buch soll uns nur ganz allgemein etwas über die Anfeindungen, das mächtige Aufbäumen der Bosheit, personifiziert im Antichristen, und daraus resultierend, etwas über die Bedrängnis und Verfolgung der Gemeinde sagen. Dabei werden „Horrorbilder“ gezeigt, die doch die grausame Realität in der Welt treffen. Immer wieder gab und gibt es Horrorszenarien in der Weltgeschichte. Wenn aber der Höhepunkt erreicht ist, wird Christus dem ein endgültiges Ende setzen. Deshalb kann sich die Gemeinde Jesu zu allen Zeiten in Bedrängnis und Verfolgung in der Offenbarung des Johannes wiederfinden und von dort Bewältigung des Horrors und den Trost und die Gewissheit empfangen, dass Christus der Sieger ist und die Gemeinde Christi am Sieg teilhaben wird: „Lasst euch nicht verführen, seid treu und getrost. Betet allein den dreieinigen Gott an, Christus ist der König der Könige – und nicht die weltlichen Machthaber, die euch bedrängen – Christus hat die Macht und den Sieg und mit ihm seine Kirche.“

Die Zeitlose Aktualität der Offenbarung

Die Offenbarung des Johannes ist für die Gemeinde Christi zu allen Zeiten aktuell:

  • Der Zustand der Gemeinden über alle Zeiten entspricht dem der sieben Gemeinden in Asien (Offb. 2 – 3,21). Die Ermahnungen und Verheißungen an diese Gemeinden spiegeln die Herausforderungen und Chancen wider, denen sich Christen in jeder Epoche gegenübersehen.
  • Im Laufe der Geschichte ergehen immer wieder Kriege, Katastrophen, Hungersnöte, Inflation, Seuchen usw. und streben einem Höhepunkt zu, was Jesus schon in Matthäus 24 gesagt hat. Die Offenbarung beschreibt dies durch die Bilder der 7 Siegel, 7 Posaunen und 7 Schalen (Offb. 6,1-17; 8,1; 8,6 – 9,21; 11,14-19; 16,1-14; Kap. 16 – 20), die aber keine chronologischen Abläufe voraussagen, sondern verschiedene Facetten des göttlichen Gerichts und menschlichen Leidens darstellen.
  • Bestimmte Machthaber gebärden sich als „Lichtgestalten und Heilsbringer“, beanspruchen göttliche Verehrung und setzen sich so an Christi statt. So sind sie falscher Christus, Gegen-Christus, Antichrist (Matthäus 24,24; Markus 13,22; 1. Johannes 2,18.22). Obwohl in der Offenbarung des Johannes der Antichrist nicht ausdrücklich genannt ist, so steht er doch inhaltlich hinter vielen der Bildern. Der Antichrist ist menschliches Werkzeug oder Verkörperung des Satans – der „Christus des Satans“. Daniel spricht verschlüsselt vom alttestamentlichen Vorläufer des Antichristen, nämlich von Antiochus IV. Epiphanes von Syrien (175 – 164 v. Chr.), der die Juden hellenisieren wollte, den jüdischen Tempeldienst verbot und im Tempel ein Zeusbild aufstellen ließ. Zur Zeit des Johannes war es der römische Kaiser Domitian (81 – 96), der seine göttliche Verehrung per Gesetz befohlen hatte (Offb. 13). Zur Zeit der Reformation war es der Papst, der von Christus ablenkt, die Rechtfertigung aus Gnaden durch den Glauben bekämpft und für sich Verehrung und göttlichen Gehorsam beansprucht und im Tempel Gottes sitzt (2. Thessalonicher 2,4). In der Neuzeit ist es der Personenkult um Napoleon, Hitler, Stalin. Antichristusse sind Machthaber, die göttliche Verehrung ihrer Person fordern und nach der Seele der Menschen greifen (Ideologen), was kein Mensch beanspruchen darf (Matthäus 22,21).
  • Der Kampf des Satans durch seinen Antichristen gegen die Gemeinde Christi währt bis zum Jüngsten Tag, aber Christus ist der Sieger und Richter. Diese Gewissheit ist die Grundlage der christlichen Hoffnung.

Der Herr spricht: „Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende“ (Offb. 22,13).

Schlüssel zu den Symbolen der Offenbarung

Das Verständnis der Offenbarung hängt stark davon ab, die Bedeutung ihrer wiederkehrenden Symbole zu entschlüsseln. Viele dieser Bilder waren den Zeitgenossen des Johannes wohl geläufig:

SymbolBedeutung (Kontext Johannes' Zeit & biblisch)
Die Zahl 7Steht für Fülle und abgeschlossene Vollkommenheit.
Der Drache (Offb. 12)Steht für den Satan, den Widersacher Gottes.
Der falsche weiße Königsreiter (Offb. 6,2)Steht für den Antichristen mit seinem bösen Gefolge, im Gegensatz zum echten weißen königlichen Siegesreiter Christus (Offb. 19,11ff.).
Das „Tier“, das aus dem Völkermeer emporkommt (Offb. 13)Ist der Feind der Gemeinde und steht im Gegensatz zu Christus, dem Lamm. Es symbolisiert die gottfeindliche politische Macht.
Die Zahl 666Steht für den römischen Kaiser zu Lebzeiten des Johannes, entweder für Nero oder für Domitian, der die göttliche Verehrung einforderte. Sie symbolisiert die Unvollkommenheit und das Böse des Menschen, der sich an Gottes Stelle setzt.
Das alttestamentliche feindliche götzendienerische Babylon (Offb. 17,18)Steht für Rom, die damalige Welthauptstadt der Sünde und des Götzendienstes. Im Gegensatz dazu steht das Neue Jerusalem (Offb. 21) für die Ewigkeit Gottes und die vollendete Kirche.
Das Weib, das den Christus gebiert (Offb. 12)Steht für das Gottesvolk des wahren Israel, aus dem der Messias hervorgegangen ist. Im Gegensatz dazu steht das Hurenweib Babylon (= Rom), das den Feind (Antichrist) hervorbringt, mit Häuptern und Hörnern (= Königen und Macht). Dieses „Gegenreich“ geht unausweichlich dem göttlichen Gericht entgegen, beginnend mit Selbstzerfleischung.
Die Zahl der 144.000 Erlösten (Offb. 14)Steht für 12 x 12 x 1000 und meint: die 12 Stämme Israels (Vollzahl des Volkes Israels) multipliziert mit den 12 Völkern der Heiden (= Vollzahl der Heiden) multipliziert mit 1000 als unendliche Größe und Anzahl. Gemeint sind also alle durch Christus Erlösten, die Gemeinde / Kirche Christi aller Zeiten. Es ist keine wörtliche, begrenzte Zahl.
Die 1000 Jahre der Herrschaft Christi (Offb. 20)Meint eine unbestimmt lange Zeit (Zeitalter). Jesu Herrschaft ist in dieser langen Zeit eine geistliche, den Augen verborgene, die mit seinem Kommen in die Welt begonnen hat (Jesu Predigt, dass das Reich, die Herrschaft Gottes, mit ihm gekommen ist, sein Reich aber nicht von dieser Welt ist). Erst mit seiner Wiederkunft wird seine Herrschaft in Macht und Herrlichkeit sichtbar werden.

Was Johannes bezeugt hat

Die Offenbarung beginnt mit einer klaren Aussage über ihren Ursprung und Zweck:

Offb 1,1: Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gegeben hat, damit er seinen Knechten zeigt, was bald geschehen muss; und er hat es durch seinen Engel, den er sandte, seinem Knecht Johannes gezeigt.

Johannes bezeugt hier das Wort Gottes und das Zeugnis Jesu Christi – alles, was er geschaut hat (Offb 1,2). Dies unterstreicht die göttliche Inspiration und die Autorität der Botschaft. Eine Seligpreisung wird denen zuteil, die diese prophetischen Worte vorlesen, hören und sich an das halten, was geschrieben ist, denn die Zeit ist nahe (Offb 1,3). Dies betont die praktische Relevanz und die Dringlichkeit der Botschaft.

Wie sieht die Offenbarung in der christlichen Apokalypse aus?
Der ungleich längere Hauptteil (4,1 - 22,15) beginnt mit der großen Vision vom thronenden Gott im Kreis des himmlischen Hofstaates. Die Offenbarung geschieht, wie in vorchristlichen apokalyptischen Schriften, auch in der christlichen Apokalypse durch »Visionen« und »Auditionen« (Schauen und Hören von himmlischen Botschaften).

In der brieflichen Einleitung (Offb 1,4-8) richtet sich Johannes an die sieben Gemeinden in der Provinz Asien und wünscht ihnen Gnade und Friede von Gott, dem Herrn, der ist und der war und der kommt, und von Jesus Christus, dem treuen Zeugen, dem Erstgeborenen der Toten und dem Herrscher über die Könige der Erde. Dies etabliert Christus als die zentrale Figur der Offenbarung. Er ist es, der uns liebt, uns von unseren Sünden erlöst und uns zu Königen und Priestern vor Gott gemacht hat. Die Verheißung „Siehe, er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen“ (Offb 1,7) kündigt die Wiederkunft Christi an, die für alle sichtbar sein wird und universelle Konsequenzen haben wird.

Die Beauftragung des Johannes (Offb 1,9-19) ist ein zentraler Abschnitt, der seine Autorität als Verfasser und Empfänger der Visionen untermauert. Johannes befand sich auf der Insel Patmos „um des Wortes Gottes willen und des Zeugnisses für Jesus“. Dort, am Tag des Herrn, wurde er vom Geist ergriffen und hörte eine Stimme, laut wie eine Posaune, die ihn beauftragte, das Gesehene in ein Buch zu schreiben und es an die sieben Gemeinden zu senden. Die Vision des erhöhten Christus, der Johannes erscheint, ist beeindruckend und Furcht einflößend. Er sah sieben goldene Leuchter (die die sieben Gemeinden symbolisieren) und mitten unter ihnen einen, „der wie ein Mensch aussah“ (Offb 1,13). Seine Beschreibung ist voller majestätischer Bilder:

  • Bekleidet mit einem Gewand, das bis auf die Füße reichte, und um die Brust trug er einen Gürtel aus Gold.
  • Sein Haupt und seine Haare waren weiß wie weiße Wolle, leuchtend weiß wie Schnee.
  • Seine Augen wie Feuerflammen.
  • Seine Beine glänzten wie Golderz, das im Schmelzofen glüht.
  • Seine Stimme war wie das Rauschen von Wassermassen.
  • In seiner Rechten hielt er sieben Sterne (die die Engel oder Boten der Gemeinden symbolisieren).
  • Aus seinem Mund kam ein scharfes, zweischneidiges Schwert (das Wort Gottes, das richtet und trennt).
  • Sein Gesicht leuchtete wie die machtvoll strahlende Sonne.

Als Johannes ihn sah, fiel er wie tot vor seinen Füßen nieder. Doch Christus legte seine Hand auf ihn und sprach: „Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, doch nun lebe ich in alle Ewigkeit, und ich habe die Schlüssel zum Tod und zur Unterwelt“ (Offb 1,17-18). Diese Worte sind eine Botschaft der Ermutigung und der letztendlichen Autorität Christi über Leben und Tod. Johannes wird angewiesen, aufzuschreiben, „was du gesehen hast: was ist und was danach geschehen wird“ (Offb 1,19), was die dreifache Zeitdimension der Offenbarung – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – nochmals bestätigt.

Häufig gestellte Fragen zur Offenbarung des Johannes

Ist die Offenbarung ein Zeitplan für das Ende der Welt?

Nein, die Offenbarung ist kein chronologischer Zeitplan für das Weltende, den man Punkt für Punkt abarbeiten könnte. Sie ist vielmehr eine theologische Enthüllung von Gottes Plan in der Geschichte und Jesu Sieg. Die Ereignisse sind oft thematisch und nicht linear angeordnet, und viele der Beschreibungen sind symbolisch zu verstehen, nicht wörtlich. Das Buch soll Trost und Hoffnung inmitten von Verfolgung und Leid vermitteln, nicht zur Spekulation anleiten.

Sollen wir die Bilder der Offenbarung wörtlich nehmen?

Grundsätzlich nein. Die Offenbarung verwendet eine reiche apokalyptische Bildsprache, die metaphorisch und symbolisch ist. Begriffe wie das „1000-jährige Reich“, die „144.000 Erlösten“ oder die Zahlen der Tiere und Reiter sind symbolisch zu verstehen und repräsentieren größere Wahrheiten oder Gruppen, nicht präzise, wörtliche Zahlen oder Zeiträume. Eine wörtliche Auslegung führt oft zu Missverständnissen und Irrlehren.

Wer ist der Antichrist, der in der Offenbarung erwähnt wird?

Obwohl der Begriff „Antichrist“ in der Offenbarung nicht explizit genannt wird, steht die Figur oder Macht dahinter symbolisch für jene Kräfte, die sich gegen Christus und seine Gemeinde auflehnen und göttliche Verehrung für sich beanspruchen. Historisch wurden verschiedene Figuren oder Systeme als „Antichrist“ interpretiert, darunter römische Kaiser wie Domitian, bestimmte Päpste während der Reformation und moderne Diktatoren. Es handelt sich um eine Macht, die sich an die Stelle Christi setzt und die Menschen von Gott wegführt. Es ist weniger eine einzelne Person, sondern ein Prinzip der Gottlosigkeit und des Widerstandes gegen die Herrschaft Christi, das sich in verschiedenen Epochen manifestiert.

Was bedeutet die Zahl 666?

Die Zahl 666 ist ein Symbol für die gottlose menschliche Macht, die sich gegen Gott auflehnt. Sie ist wahrscheinlich ein numerischer Code (Gematrie) für den römischen Kaiser Nero oder Domitian, die zur Zeit des Johannes die Christen verfolgten und göttliche Verehrung einforderten. Die Zahl steht für die Unvollkommenheit und das Versagen des Menschen im Gegensatz zur Vollkommenheit der Sieben. Es ist kein Code für zukünftige Personen oder Technologien, sondern ein Zeichen für die antichristliche Qualität menschlicher Macht, die sich über Gott erhebt.

Was ist die Botschaft der Offenbarung für uns heute?

Die zentrale Botschaft der Offenbarung ist Trost und Hoffnung für die Gemeinde Christi in allen Zeiten. Sie versichert den Gläubigen, dass Christus der souveräne Herr ist, der über alle Mächte triumphiert, egal wie stark und bedrohlich sie erscheinen mögen. Sie ermutigt zur Treue inmitten von Verfolgung und Leid und zur Anbetung allein des dreieinigen Gottes. Sie zeigt, dass das Böse ein Ende haben wird und dass Gottes Reich und seine Gerechtigkeit am Ende siegen werden. Die Offenbarung ruft dazu auf, standhaft zu bleiben und auf die Wiederkunft des Herrn zu warten, der das A und das O ist, der Anfang und das Ende.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Offenbarung des Johannes kein Buch der Angstmache oder der detaillierten Zukunftsplanung ist. Es ist ein Buch der Hoffnung, das die Herrlichkeit Christi und seinen endgültigen Sieg über alle Mächte der Finsternis offenbart. Es ruft die Gläubigen zu Treue, Geduld und Anbetung auf, in der Gewissheit, dass Christus der König der Könige ist und seine Gemeinde am Sieg teilhaben wird.

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