13/09/2021
Christi Himmelfahrt. Allein der Name ruft bei vielen Christen ein Gefühl der Vernachlässigung hervor. Ein Feiertag im Kirchenkalender, verankert in der Bibel (vgl. Lk 24,50–51; Apg 1,9–11) und im Apostolischen Bekenntnis, und doch so oft im Schatten von Kreuzigung und Auferstehung. Vielleicht empfinden wir eine gewisse Scheu, weil die Vorstellung eines Mannes, der in den Himmel aufsteigt, an fantastische Geschichten erinnert. Doch ganz gleich, warum dieser Tag so oft übersehen wird, es besteht die Gefahr, dass wir seinen unschätzbaren Wert – sowohl für die Heilsgeschichte als auch für unseren Alltag als Christen – nicht ausreichend würdigen. Es ist an der Zeit, die tiefe theologische Bedeutung der Himmelfahrt zu ergründen und zu verstehen, warum sie für unseren Glauben unverzichtbar ist.

Warum wird die Himmelfahrt oft unterschätzt?
Die Gründe für die mangelnde Wertschätzung der Himmelfahrt sind vielfältig. Oft wird sie als bloßer Abschluss der irdischen Mission Jesu betrachtet, eine Art Nebenschauplatz nach den dramatischen Ereignissen von Karfreitag und Ostern. Die Gewalt der Kreuzigung und die triumphale Freude der Auferstehung sind so prägend, dass der leise, aber bedeutungsvolle Aufstieg in den Himmel leicht übersehen wird. Hinzu kommt eine gewisse Unbeholfenheit im Umgang mit einem Ereignis, das die Grenzen unserer menschlichen Vorstellungskraft sprengt. Die Vorstellung eines Körpers, der physisch in den Himmel aufsteigt, mag manchen als zu wörtlich oder gar kindlich erscheinen. Doch hinter dieser scheinbar einfachen Erzählung verbirgt sich eine theologische Tiefe, die für das Verständnis der christlichen Lehre von entscheidender Bedeutung ist.
Die Himmelfahrt ist nicht nur ein historisches Ereignis, sondern ein dynamischer Akt, der die Beziehung zwischen Christus, Gott und der Menschheit neu definiert. Sie ist der Moment, in dem Jesus seine irdische Präsenz beendet, um eine neue, universelle Form der Gegenwart anzunehmen. Sie ist der Übergang von der sichtbaren zur unsichtbaren Herrschaft, von der körperlichen Nähe zur geistlichen Allgegenwart. Ohne ein tiefes Verständnis der Himmelfahrt bleiben viele Aspekte unseres Glaubens – von der Rolle des Heiligen Geistes bis zur Erwartung der Wiederkunft Christi – unvollständig oder unverständlich.
Vier Gründe für die bleibende Bedeutung Christi Himmelfahrt
1. Die Himmelfahrt erklärt die Abwesenheit Christi
Stellen Sie sich vor: Wir lieben und preisen einen Mann, den wir noch nie gesehen haben. Dies ist eine bittersüße Realität, die so offensichtlich ist, dass wir sie oft für selbstverständlich halten. Wäre Jesus tatsächlich tot, bedürfte seine Abwesenheit keiner weiteren Erklärung. Niemand fragt sich, warum wir Petrus, Paulus oder Julius Caesar heute nicht mehr persönlich begegnen. Doch Jesus ist nicht tot. Er ist lebendiger als an dem Tag, als er Lazarus vor über 2.000 Jahren zum Leben erweckte. Und dennoch: Es gibt keine Pilgerfahrten, um Jesus persönlich zu sehen, keine internationalen Tourneetermine, bei denen er seine Gemeinde besucht. Warum nicht? Weil 40 Tage nach seiner Auferstehung fuhr Jesus in den Himmel auf.
Diese einzigartige Dynamik – die Liebe zu einem unsichtbaren, aber lebendigen Herrn – war schon für die Christen des ersten Jahrhunderts eine Realität. Petrus schreibt den Gemeinden in Kleinasien: „Ihn liebt ihr, obgleich ihr ihn nicht gesehen habt“ (1 Petr 1,8). Die Himmelfahrt hat eine Spannung geschaffen, die die Christenheit seit über zwei Jahrtausenden erlebt: „Solange wir im Leib daheim sind, sind wir nicht daheim bei dem Herrn“ (2 Kor 5,6–9). Jesus ist zwar immer bei uns (vgl. Mt 18,20; 28,20), nicht aber im vollen und finalen Sinne seiner sichtbaren, körperlichen Anwesenheit. Genauso wie die Engel vor dem leeren Grab sagen konnten: „Er ist nicht hier; er ist auferstanden“ (Mt 28,6), konnten sie schließlich auch sagen: „Er ist nicht hier; er ist gen Himmel gefahren.“ Die Himmelfahrt erklärt somit, warum unser lebendiger Herr heute nicht physisch unter uns weilt, und lenkt unseren Blick auf seine neue, geistliche Präsenz durch den Heiligen Geist.
2. Die Himmelfahrt setzt Jesus zur Rechten des Vaters auf den Thron
Bei der Himmelfahrt geht es weniger darum, was Jesus auf der Erde verließ, sondern vielmehr darum, wohin er ging und zu welchem Zweck. Jesus ging nach Hause, zurück zu seinem Vater, zurück an den Ort, wo er in glorreicher Liebe von Ewigkeit her gewohnt hatte (vgl. Joh 1,1.18; 13,1; 17,5.11.13.23). Dieses Mal erschien er jedoch mit den Schlüsseln des Totenreiches in seiner Hand (vgl. Offb 1,18). Man stelle sich nur die Begrüßungsfeier vor! Es war ein triumphaler Einzug, ein Moment der höchsten Ehre und Bestätigung.
Doch Jesus kam nicht nur nach Hause; er wurde auf den Thron gesetzt. Immer wieder spricht die Bibel davon, dass die Himmelfahrt damit endet, dass Jesus „sich zur Rechten des Vaters setzt“ (Ps 110,1; vgl. Apg 2,33–34; Eph 1,20; 1 Petr 3,22). Der Sitz, von dem hier die Rede ist, ist natürlich kein gewöhnlicher Sitz, sondern ein Symbol der höchsten Autorität und Herrschaft. So sagt Jesus der Gemeinde in Laodizea: „wie auch ich überwunden habe und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe“ (Offb 3,21). Doch wie hat er überwunden? Durch seinen Tod und die Auferstehung. Dies wird in Offenbarung 5,5–6 deutlich, wo der Löwe als Lamm gesehen wird, das, obwohl es geschlachtet wurde, jetzt steht. Dieser Bezug zum stehenden Jesus ist kein Widerspruch zu den vielen Verweisen auf den Jesus, der auf dem Thron sitzt. Es soll vielmehr zeigen, dass Jesus am Leben ist und seine Feinde besiegt hat.
Es ist die Himmelfahrt, die Jesus genau dahin bringt, wo Johannes ihn sieht: in den himmlischen Thronsaal, inmitten von Ältesten, lebendigen Wesen und Heiligen, die alle Christus und seinen Vater anbeten (vgl. Offb 5,6–14). Die im Neuen Testament am häufigsten zitierte Stelle aus dem Alten Testament ist Psalm 110,1: „Der HERR sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel für deine Füße!“ Die Himmelfahrt erklärt, wie er dahin gekommen ist (vgl. Apg 2,33–34). Sie zeigt, was ihn als König auf den Thron gebracht hat, inmitten der Feinde herrschend (vgl. Ps 110,1). Seine Inthronisierung im Himmel ist die Garantie seiner universalen Herrschaft über alles.
3. Die Himmelfahrt erlaubt es Christus, sein Priesteramt für uns auszuüben
Psalm 110 verdeutlicht aber auch, dass die Himmelfahrt mit dem Priesteramt Christi zu tun hat (vgl. Ps 110,4). Wenn wir an das hohepriesterliche Amt Christi denken, kommt uns natürlicherweise sein Opfertod am Kreuz in den Sinn. Das ist sicher auch richtig. Das Kreuz ist von zentraler Bedeutung (vgl. 1 Kor 15,3–4). Am Kreuz sagte Jesus: „Jetzt ist alles vollendet“ (Joh 19,30; GNB). Doch wir sollten jetzt nicht meinen, dass das „Jetzt ist alles vollendet“ bedeutet, dass nichts weiter geschehen muss, damit wir gerettet werden. Wäre Christus nicht auferstanden, dann wären wir stattdessen am Ende (vgl. 1 Kor 15,14–19). Nein, auch wenn das volle Strafmaß unserer Sünde am Kreuz gezahlt wurde – die hohepriesterliche Arbeit Christi war noch nicht vollendet.
Bis zum heutigen Tag hält diese Arbeit im Himmel noch an, wo Christus in der Gegenwart Gottes für uns eintritt (vgl. Hebr 9,24). Sein Eingang in das Heiligtum hat ziemlich viel mit seinem Opfer zu tun: „[Christus ist] mit seinem eigenen Blut ein für alle Mal in das Heiligtum eingegangen und hat eine ewige Erlösung erlangt“ (Hebr 9,12). Zu beachten ist hier Folgendes: Unsere ewige Erlösung wurde nicht lediglich durch den Kreuzestod Christi gesichert, sondern durch den Eingang Christi in das Heiligtum des Himmels mit seinem eigenen Blut. Kurz gesagt: ohne Himmelfahrt keine Erlösung.
Aus diesem Grund nennt Robert Peterson die Himmelfahrt „den großen Dreh- und Angelpunkt des Heilswerks Christi“. Sie zeigt nämlich den Übergang vom irdischen zum himmlischen Dienst Christi. Ohne diesen Dreh- und Angelpunkt würden die Räder unserer Erlösung ins Stocken geraten. Die Himmelfahrt mindert nicht den Wert des Kreuzes und der Auferstehung in seiner Errungenschaft unserer Erlösung. Sie ist vielmehr eine notwendige Veränderung für die Anwendung derselben. Der Grund, warum Christus uns „vollkommen erretten“ kann, ist nicht nur, weil er auf der Erde für uns gestorben ist, sondern, „weil er für immer lebt, um für [uns] einzutreten“ (Hebr 7,25). Tatsächlich kann man es sogar so verstehen, dass die Himmelfahrt und das Sitzen zur Rechten Gottes ein Beweis dafür ist, dass sein Kreuzestod erfolgreich war.
Jeder Priester steht täglich in seinem Dienst und bringt immer wieder dieselben Opfer, die die Sünden niemals wegnehmen können. Als aber Christus ein für alle Mal ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht hatte, setzte er sich zur Rechten Gottes, darauf wartend, dass die Zeit kommen wird, da seine Feinde zum Schemel für seine Füße gemacht werden sollten. Denn durch ein einziges Opfer hat er die, die geheiligt werden sollen, für alle Zeiten vollkommen gemacht (vgl. Hebr 10,11–14; Hebr 1,4). Daher können wir „festhalten am Bekenntnis“, weil wir nicht lediglich einen König haben, der für uns am Kreuz gestorben ist, sondern auch einen Hohepriester, „der die Himmel durchschritten hat“ (Hebr 4,14).
4. Die Himmelfahrt dient als „Startrampe“ für seine Eroberung und Wiederkunft
Jesus ist nicht ohne weiteren Grund in den Himmel gefahren. Er hat sich vielleicht zur Rechten Gottes gesetzt, aber er ist seitdem nicht tatenlos. Ganz im Gegenteil: Nachdem er der Schlange am D-Day auf Golgatha den Kopf zertrat, hat Christus seine Offensive vom himmlischen Thron aus gestartet. Es begann zu Pfingsten, als er den Heiligen Geist kommen ließ, um die Nationen zu befreien. Nach Jesu eigener Aussage war das einer der Hauptgründe seiner Himmelfahrt: „Es ist gut für euch, dass ich hingehe; denn wenn ich nicht hingehe, so kommt der Beistand nicht zu euch. Wenn ich aber hingegangen bin, will ich ihn zu euch senden“ (Joh 16,7).

Menschen jeder Nation wurden erkauft. Sie müssen nun versammelt werden, und das können wir nicht alleine schaffen. Es ist das Wirken des Heiligen Geistes. Ohne den Heiligen Geist konnte der Missionsbefehl nicht ausgeführt werden, aber solange Jesus nicht in den Himmel gefahren war, konnte der Heilige Geist nicht gegeben werden (vgl. Lk 24,49; Joh 7,39). Erst „nachdem er nun zur Rechten Gottes erhöht wurde“, konnte Jesus den Geist ausgießen (Apg 2,33).
Als Person der Dreieinigkeit vermittelt der Heilige Geist die Kraft und Gegenwart des Vaters und auch des Sohnes, sodass Jesus wirklich genau jetzt mitten unter uns sein kann (vgl. Röm 8,9–10; 2 Kor 3,17; Gal 4,6). So kann Jesus auch, obwohl er im Himmel ist, sein Versprechen einhalten, dass er bis an das Ende aller Tage bei uns ist, bis die Ernte eingefahren und die Mission erfüllt ist (vgl. Mt 28,20). Dieses Zeitalter hält nicht für immer, und die Mission wird nicht damit vollbracht, dass Jesus sich hinsetzt. Eines Tages wird er wieder aufstehen, und wenn er das tun wird, wird die ganze Welt es mitbekommen. Seine Feinde werden zu seinem Schemel werden, seine Freunde zu seinen Mitregenten und seine Schöpfung wird zum Paradies (vgl. Ps 110,1.5–6; Offb 3,21; Röm 8,21).
Die Himmelfahrt ist nicht die Endstation, sie ist die Startrampe. Vom Himmel „erwarten wir den Herrn Jesus Christus, unseren Erretter, der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten und alles wiederherstellen wird“ (Phil 3,20; vgl. auch Apg 3,21). Eines Tages wird er wieder herabkommen (vgl. 1 Thess 4,16). Und wenn dieser Tag kommt, werden wir uns nicht weiter damit abfinden müssen, dass wir daheim im Leib sind und nicht daheim bei dem Herrn. Bis dahin warten wir.
Vergleich: Kreuzigung/Auferstehung vs. Himmelfahrt
Um die einzigartige Bedeutung der Himmelfahrt besser zu verstehen, ist es hilfreich, sie im Kontext der anderen zentralen Ereignisse der Heilsgeschichte zu betrachten. Während Kreuzigung und Auferstehung grundlegend für unsere Erlösung sind, verleiht die Himmelfahrt diesen Ereignissen ihre volle Wirksamkeit und universale Reichweite.
| Aspekt | Kreuzigung & Auferstehung | Himmelfahrt |
|---|---|---|
| Hauptzweck | Sühne für Sünden, Überwindung des Todes, Rechtfertigung der Gläubigen | Antritt der himmlischen Herrschaft, Beginn des hohepriesterlichen Dienstes, Sendung des Heiligen Geistes |
| Ort des Geschehens | Irdisch (Golgatha, Grab, Galiläa) | Übergang von der Erde in den Himmel (himmlischer Thronsaal) |
| Christi Status | Lamm Gottes, auferstandener Herr, Sieger über Sünde und Tod | König über alles, Hohepriester, Fürsprecher, zukünftiger Richter |
| Auswirkung auf Gläubige | Erlösung, Vergebung, neue Identität in Christus, Hoffnung auf ewiges Leben | Zugang zum Thron der Gnade, Befähigung durch den Heiligen Geist, Gewissheit der Wiederkunft, universeller Missionsauftrag |
| Art der Präsenz | Physische, sichtbare Präsenz nach der Auferstehung | Geistliche, unsichtbare, aber allgegenwärtige Präsenz durch den Heiligen Geist |
Unterschätze die Himmelfahrt nicht
Doch lasst uns jetzt bloß nicht tatenlos dasitzen, denn die Arbeit ist noch nicht vollbracht. Statt die Himmelfahrt zu unterschätzen, sollten wir ihr erlauben, ihr perfektes Werk zu vollbringen. Sie fordert uns heraus und befähigt uns zugleich, unser christliches Leben in seiner Fülle zu leben.
- Jesus ist abwesend: Lasst uns also ein Verlangen dafür entwickeln, „aufzubrechen und mit Christus zu sein, was auch viel besser wäre“, während wir hier auf der Erde treu unserem Dienst nachgehen (Phil 1,21–26). Seine Abwesenheit ist kein Verlust, sondern die Voraussetzung für eine tiefere, geistliche Gemeinschaft.
- Jesus ist der König: Lasst uns also anbeten, niederfallen und anerkennen, dass das Universum keine Demokratie ist. Seine Herrschaft ist absolut und seine Autorität unangefochten. Diese Erkenntnis gibt uns Sicherheit und Frieden in einer unruhigen Welt.
- Jesus ist der Hohepriester: Lasst uns also mutig vor den Thron der Gnade treten, wissend, dass wir einen Fürsprecher haben, der den Weg kennt und unsere Schmerzen gefühlt hat (vgl. Hebr 4,14–16; 1 Joh 2,1). Seine fortwährende Fürsprache im Himmel ist unsere größte Zuversicht.
- Jesus kommt wieder: Lasst uns also der Mission des Heiligen Geistes beitreten und den Namen von Jesus bekannt machen unter den Völkern und Nationen. Die Himmelfahrt ist die Garantie für seine Wiederkunft und unsere Motivation, das Evangelium bis an die Enden der Erde zu tragen.
Und wenn dir das alles ein wenig zu himmlisch und abgehoben erscheint, ist das auch in Ordnung. Das ist es, was die Himmelfahrt bewirkt (vgl. Kol 3,1–4). Sie richtet unseren Blick nach oben, auf das, was Bestand hat, und verändert gleichzeitig unsere Perspektive auf unser irdisches Dasein. Sie ist nicht nur ein historisches Ereignis, sondern eine lebendige theologische Wahrheit, die unseren Glauben täglich prägen sollte.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Himmelfahrt
Was genau ist Christi Himmelfahrt?
Christi Himmelfahrt bezeichnet das biblische Ereignis, bei dem Jesus Christus 40 Tage nach seiner Auferstehung vor den Augen seiner Jünger in den Himmel aufstieg. Dies markiert das Ende seiner irdischen Erscheinungen und den Beginn seiner himmlischen Herrschaft und seines hohepriesterlichen Dienstes zur Rechten Gottes.
Warum ist die Himmelfahrt so wichtig für Christen?
Die Himmelfahrt ist aus mehreren Gründen von zentraler Bedeutung: Sie erklärt Jesu physische Abwesenheit auf der Erde und seine universelle geistliche Gegenwart durch den Heiligen Geist. Sie bestätigt seine Inthronisierung als König und Herr über alles und ermöglicht ihm, sein hohepriesterliches Amt als Fürsprecher für die Gläubigen vor Gott auszuüben. Zudem ist sie die „Startrampe“ für die Ausgießung des Heiligen Geistes und die Verheißung seiner Wiederkunft.
Hat Jesus die Erde wirklich verlassen oder ist es nur symbolisch zu verstehen?
Die biblischen Berichte (Lukas 24,50–51; Apostelgeschichte 1,9–11) beschreiben die Himmelfahrt als ein reales, sichtbares Ereignis, bei dem Jesus körperlich in den Himmel aufgenommen wurde. Obwohl die genaue Art und Weise unseres Verständnisses von „Himmel“ und „Aufstieg“ über unsere menschliche Vorstellung hinausgeht, wird es theologisch als ein tatsächlicher Übergang von einer physischen, irdischen Existenz zu einer neuen, himmlischen Existenzform verstanden, die seine Allgegenwart ermöglicht.
Welche Rolle spielt der Heilige Geist im Zusammenhang mit der Himmelfahrt?
Die Himmelfahrt ist direkt mit der Sendung des Heiligen Geistes an Pfingsten verbunden. Jesus selbst sagte, dass der Beistand, der Heilige Geist, erst kommen könne, wenn er selbst gegangen sei (Johannes 16,7). Durch die Himmelfahrt wurde der Weg frei für die Ausgießung des Geistes, der nun die Gegenwart Christi in der Welt vermittelt, die Gläubigen befähigt und die Mission der Kirche vorantreibt.
Was bedeutet es, dass Jesus zur Rechten Gottes sitzt?
„Zur Rechten Gottes sitzen“ ist eine biblische Redewendung, die höchste Ehre, Autorität und Macht symbolisiert. Es bedeutet, dass Jesus Christus nach seiner Himmelfahrt als König und Herr eingesetzt wurde und nun über das gesamte Universum herrscht. Von dieser Position aus übt er sein königliches und priesterliches Amt aus und bereitet seine Wiederkunft vor, um sein Reich endgültig zu vollenden.
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