Was ist das Gebet für deine Gemeinde?

Gebet für die Gemeinde: Kraft für Hirtenherzen

01/03/2023

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Als Pastor trägst du eine einzigartige Last auf deinem Herzen: das Wohl deiner Gemeinde. Es ist ein tiefes, oft brennendes Anliegen, für die Menschen zu beten, die Gott dir anvertraut hat. Doch der Wunsch allein reicht oft nicht aus. Erinnerst du dich an Jesu engsten Kreis von Jüngern, die er bat, mit ihm zu wachen und zu beten? Sie wollten es sicherlich von Herzen, doch ihre Augen wurden schwer, und sie schliefen ein. „Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach“ (Mt 26,41). Diese schmerzliche Wahrheit kennen viele Hirten nur zu gut. Wie oft hast du dich fest vorgenommen, für deine Gemeindemitglieder zu beten, nur um festzustellen, dass dich die Müdigkeit überwältigt hat? Dieses Gefühl der Überforderung oder des Versagens kann entmutigend sein.

Wie kann ich besser beten?

Das Ziel dieses Artikels ist es, unseren müden Augen die belebenden Wahrheiten aus Gottes Wort entgegenzuhalten und unserem Gebetsleben neuen Schwung zu verleihen. Wir wollen gemeinsam betrachten, wie zentral und mächtig das Gebet für die Gemeinde ist – nicht nur als Pflicht, sondern als Privileg und Quelle unermesslicher Kraft. Ich hoffe, dass diese Betrachtungen in deiner Seele den apostolischen Ruf laut werden lassen: „Wir aber wollen beständig im Gebet […] bleiben“ (Apg 6,4a). Lass uns sechs biblische Wahrheiten vor Augen führen, die unser Gebetsleben aus seinem Dornröschenschlaf wecken können und uns dazu befähigen, unsere Gemeinde im Gebet zu tragen.

Inhaltsverzeichnis

1. Nicht für deine Gemeinde zu beten, ist Sünde

Die erste und vielleicht schockierendste Wahrheit ist, dass das Unterlassen des Gebets für deine Gemeinde eine Sünde ist. Das klingt hart, aber es ist die klare biblische Lehre. Ein Pastor, der nicht für seine Gemeinde betet, ist genauso unbiblisch wie ein Pastor, der sich weigert, Gottes Wort zu predigen. Beide Aufgaben sind untrennbar mit dem Hirtenamt verbunden. Wir sind Sklaven der Gerechtigkeit geworden (Röm 6,18), und obwohl das Fleisch uns zur Sünde verleiten will (Gal 5,16), haben Gläubige ein unablässiges Verlangen, das zu tun, was vor Gott richtig ist. Gott hat seine Gesetze in unseren Sinn und unsere Herzen geschrieben (Jer 31,33; Hebr 8,10), sodass wir Gerechtigkeit lieben und Ungerechtigkeit hassen wollen (Ps 45,8; Hebr 1,9). Der Heilige Geist erlaubt Christen niemals, Sünde in ihrem Leben stillschweigend zu dulden.

Pastoren dürfen sich genauso wenig wie die Gemeindemitglieder, denen sie dienen, einfach damit abfinden, dass ihr Gebetsleben einschläft, denn das Ausbleiben des Gebets ist Sünde. Der Prophet Samuel machte dies deutlich, als er den Israeliten versprach, weiter für sie zu beten: „Es sei aber auch ferne von mir, mich an dem HERRN zu versündigen, dass ich aufhören sollte, für euch zu beten“ (1Sam 12,23). Samuel erkannte, dass es eine Sünde gegen Gott wäre, wenn er nicht mehr für das Volk beten würde. Er hatte von Gott als Leiter Verantwortung für Gottes Volk bekommen. Wie konnte er sagen, dass er für das Volk sorgte, wenn er dessen Nöte nicht im Gebet vor Jahwe-Jireh brachte, dem Gott, der allein für ihre Nöte sorgen konnte? Und wie konnte Samuel sagen, dass er Gottes Volk führte, wenn er den Menschen nicht auch mit gutem Beispiel voranging, sich im Gebet an den Herrn zu wenden?

Wenn wir das Gebet für Gottes Gemeinde unterlassen, dann vernachlässigen wir sie und versorgen und führen sie nicht, wie wir sollten. Dann sind unsere Gemeindemitglieder „wie Schafe, die keinen Hirten haben“ (Mt 9,36). Als Pastoren sind wir dazu aufgerufen, der Sünde zu entfliehen und der Gerechtigkeit nachzujagen. Wir müssen lernen, vor der Sünde eines eingeschlafenen Gebetslebens zu fliehen und die gerechte und wunderbare Gewohnheit des Gebets für unsere Gemeinde zu pflegen. Dies ist nicht nur eine Option, sondern eine grundlegende Anforderung an unser Amt und ein Ausdruck unseres Gehorsams gegenüber dem Ruf Gottes.

2. Gott wird verherrlicht, wenn du für deine Gemeinde betest

Einer der herrlichsten Aspekte des Gebets ist, dass es Gott die Ehre gibt. Psalm 50,15 ermutigt uns: „Und rufe mich an am Tag der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich ehren!“ Jeder Tag der Not, jede Herausforderung, die wir in unserer Gemeinde erleben – sei es Krankheit, Konflikt, finanzielle Not oder geistliche Trägheit – ist ein Tag, an dem wir die Möglichkeit und das Privileg haben, Gott zu ehren. Wenn wir Krankenbesuche machen, junge Christen in einer Jüngerschaft anleiten oder Geschwister in schwierigen Situationen seelsorgerlich begleiten, kann es sich manchmal anfühlen, als würden wir von unserer eigentlichen Aufgabe abgelenkt werden. Doch das stimmt nicht.

Jede Not, die uns auf diese Weise begegnet, ist eine Möglichkeit, Gott die Ehre zu geben, indem wir ihn um Hilfe anrufen – und er sie gerne gibt! Wenn er unsere Gebete erhört und im Leben der Menschen wirkt, für die wir bitten, bekommt er die Verherrlichung. Wenn er die Kranken tröstet, zerbrochene Beziehungen wiederherstellt oder die logistischen Probleme, die wir haben, löst, bekommt er die Ehre, weil er es vollbracht hat. Unser Gebet ist ein Akt des Vertrauens, der anerkennt, dass Gott allein die Macht und Weisheit hat, die Dinge zu tun, die wir nicht können. Es ist eine Demonstration unserer Abhängigkeit von ihm.

Wir sollten dem Ratschlag John Newtons (1725–1807) aus einem seiner Lieder folgen, das uns daran erinnert, mit Kühnheit und großen Erwartungen vor Gott zu treten:

Komm, meine Seele, bring deine Anliegen:
Jesus liebt es, Gebete zu erhören;
Er selbst hat dir geboten, zu beten;
Darum wird er dich nicht wegschicken;
Darum wird er dich nicht wegschicken.

Du kommst zu einem König;
Bitte ihn um große Dinge;
Denn seine Gnade und Kraft sind von solcher Größe,
Dass niemand je zu viel erbitten kann;
Dass niemand je zu viel erbitten kann.

Wenn wir den Herrn bitten, inmitten unserer Nöte zu wirken, geben wir ihm die Ehre, die ihm gebührt. Unser Gebet ist der Kanal, durch den seine Macht in die Welt strömt und seine Herrlichkeit offenbar wird. Es ist ein Akt der Anbetung, der besagt: „Gott, du bist fähig, du bist gut, und du bist es wert, dass wir dir vertrauen.“

3. Wir sind aufgerufen, andere Gemeindeleiter nachzuahmen, die für ihre Gemeinde beten

Hebräer 13,7 fordert uns auf, auf unsere Gemeindeleiter zu sehen: „Gedenkt an eure Führer, die euch das Wort Gottes gesagt haben; schaut das Ende ihres Wandels an und ahmt ihren Glauben nach!“ Wenn du zurückschaust auf wichtige Leiterfiguren in der Kirchengeschichte, dann sticht als gemeinsames Merkmal ihre Hingabe ans Gebet hervor. Sie waren Männer und Frauen, die auf den Knien lebten, wissend, dass ihre eigene Kraft unzureichend war für die gewaltige Aufgabe, die vor ihnen lag. Ihr Leben ist ein leuchtendes Vorbild für uns.

Wir sehen es beispielsweise im Leben des Apostel Paulus, der den Kolossern zusicherte, dass seine Mitarbeiter und er „seit dem Tag, da wir es vernommen haben, nicht [aufgehört haben], für euch zu beten und zu bitten“ (Kol 1,9). Welch ein Vorbild für das Festhalten am Gebet! Er hat seit dem ersten Tag, an dem er von der Gemeinde in Kolossä gehört hatte, unaufhörlich für sie gebetet. Das bedeutet nicht, dass er jede Sekunde des Tages betete, sondern dass das Gebet ein ständiger und integrierter Teil seines Dienstes und Lebens war. Es war keine Last, sondern eine Lebensnotwendigkeit.

Denkt darüber nach, Brüder, und ahmt diesen Lebenswandel nach! Oder denken wir an das Vorbild von Epaphras, „der einer der Euren ist, ein Knecht des Christus, der allezeit in den Gebeten für euch kämpft, damit ihr fest steht, vollkommen und zur Fülle gebracht in allem, was der Wille Gottes ist“ (Kol 4,12). Epaphras war ein Mann, der im Gebet „kämpfte“. Das deutet auf Ernsthaftigkeit, Anstrengung und Beharrlichkeit hin. Er betete nicht beiläufig, sondern mit Leidenschaft und Zielstrebigkeit für die geistliche Reife seiner Gemeinde.

Erinnere dich an das gute Beispiel von gottesfürchtigen Männern wie Paulus und Epaphras, die Männer des Gebets waren. Ihr Dienst war untrennbar mit ihrem Gebetsleben verbunden. Sie verstanden, dass geistliche Ergebnisse geistliche Mittel erfordern. Wir sind nicht dazu berufen, den Weg alleine zu gehen, sondern in den Fußstapfen dieser Glaubensriesen zu wandeln, die uns gezeigt haben, dass Gebet nicht nur eine Option, sondern eine Priorität für jeden ist, der Gott im Dienst dienen möchte. Ihr Zeugnis ist eine Ermutigung und ein Aufruf zur Nachahmung.

4. Das Gebet für deine Gemeinde spiegelt die Priorität der neutestamentlichen Gemeinden wider

Die Ausgießung des Heiligen Geistes zu Pfingsten war eine direkte Gebetserhörung. Die ersten christlichen Leiter und gut hundert Nachfolger Christi waren versammelt, um zu beten und zu warten, als Gott plötzlich in Kraft handelte. Die ersten Christen „blieben beständig […] in den Gebeten“ (Apg 2,42). Mit dem Wachstum der Gemeinde und der damit verbundenen größeren Leitungsverantwortung mussten die Gemeindeleiter ihre Prioritäten neu ordnen (Apg 6). Als bei der Versorgung der Witwen einige der Frauen vernachlässigt wurden, wurde den Aposteln klar, dass sie nicht alle Aufgaben selbst übernehmen konnten. Sie standen vor einer entscheidenden Frage der Priorität.

Doch worauf sollte ihr Fokus liegen? Sollte ihr Fokus auf Wohltätigkeit und Verwaltungsaufgaben liegen? Beides sind gute und geistliche Optionen (Röm 12,6–8). Doch die Leiter der frühen Kirche wussten, dass sie eine noch wichtigere Aufgabe hatten. Geleitet vom Heiligen Geist bekannten sie:

„Es ist nicht gut, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen, um bei den Tischen zu dienen. Darum, ihr Brüder, seht euch nach sieben Männern aus eurer Mitte um, die ein gutes Zeugnis haben und voll Heiligen Geistes und Weisheit sind; die wollen wir für diesen Dienst einsetzen, wir aber wollen beständig im Gebet und im Dienst des Wortes bleiben!“ (Apg 6,2–4)

Ist dir die Aufgabenliste der Apostel aufgefallen? Sie sollten das Wort Gottes studieren und lehren sowie im Gebet bleiben. Die Gemeinde als Ganzes sollte die Witwen natürlich nicht verhungern lassen. Doch die Leiter erkannten, dass sie alles verlieren würden, wenn sie das Gebet über diesem Dienst vernachlässigen würden. Alle Großzügigkeit, die für die Hilfeleistungen an die Witwen nötig war, wäre irgendwann einfach ausgetrocknet, wenn die Leiter nicht immer wieder durch ihre Gebete für die Gemeinde aus dem Brunnen von Gottes Barmherzigkeit geschöpft hätten. Wenn wir uns für unsere Gemeinden die neutestamentlichen Dienste wünschen, dann müssen wir auch das neutestamentliche Gebet verstehen und leben. Die Priorität des Gebets ist nicht verhandelbar; sie ist die Sauerstoffzufuhr für das geistliche Leben der Gemeinde.

5. Wenn wir für Gottes Gemeinde beten, dann wird Gott Veränderungen und Glaubenswachstum bewirken

Als Pastoren wünschen wir uns zutiefst, dass die Menschen in unserer Gemeinde Christus ähnlicher werden. Wir bereiten Predigten vor, weil wir an die Kraft der Bibel glauben, die Menschenleben verändern kann. Wir sind gute Vorbilder für unsere Herde, weil wir wissen, dass Menschen ihre Leiter nachahmen. Aber beten wir auch? Ganz klar brauchen wir Predigt, Seelsorge und Jüngerschaft. Doch all diese Dinge sind nutzlos, wenn nicht Gottes Kraft am Wirken ist, um die wir im Gebet bitten.

Der Apostel Paulus verstand das Gebet als das wichtigste Mittel, um die Heiligung von Gottes Volk voranzutreiben. Darum betete er für die Kolosser:

„dass ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis seines Willens in aller geistlichen Weisheit und Einsicht, damit ihr des Herrn würdig wandelt und ihm in allem wohlgefällig seid: in jedem guten Werk fruchtbar und in der Erkenntnis Gottes wachsend, mit aller Kraft gestärkt gemäß der Macht seiner Herrlichkeit zu allem standhaften Ausharren und aller Langmut, mit Freuden“ (Kol 1,9–11)

Erkenntnis, Weisheit, Einsicht, ein veränderter und fruchtbringender Lebenswandel, Stärke, Kraft, Ausharren und Geduld – was will man mehr für seine Gemeinde! Aus Sicht des Apostels bekam Gottes Volk all diese Dinge durch das Gebet geschenkt. Und im Philipperbrief betet Paulus erneut für das geistliche Wachstum seiner Gemeinde:

„dass eure Liebe noch mehr und mehr überströme in Erkenntnis und allem Urteilsvermögen, damit ihr prüfen könnt, worauf es ankommt, sodass ihr lauter und ohne Anstoß seid bis auf den Tag des Christus, erfüllt mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesus Christus [gewirkt werden] zur Ehre und zum Lob Gottes.“ (Phil 1,9–11)

Liebe, Erkenntnis, Einsicht, Urteilsvermögen, Reinheit, Untadeligkeit, Früchte der Gerechtigkeit – alles zur Ehre und Verherrlichung Gottes. Lass es mich noch einmal sagen: Alle diese Segnungen sind durch das Gebet geschenkt worden. Sind diese Merkmale in den Gemeinden, denen wir dienen, erkennbar? Womöglich ist das darum nicht der Fall, „weil ihr nicht bittet“ (Jak 4,2). Oh, Herr, bewege uns zum Beten! Unser Gebet ist der Motor für die geistliche Transformation und das Wachstum der Gläubigen. Es ist unser tiefstes Verlangen, unsere Gemeindemitglieder in der Heiligung zu sehen, und Gebet ist der entscheidende Schlüssel dazu.

6. Durch das Gebet können normale Menschen außergewöhnliche Dinge für Gott tun

Die Ältesten in meiner Gemeinde bemühen sich schon über viele Jahre, Gott gehorsam zu sein in dem Auftrag in Jakobus 5,14, für die Kranken zu beten. Jedes Mal, wenn wir uns um einen von Gottes Heiligen in Not versammeln, um den Herrn zu bitten, dass er ihn heilt, bestärkt mich ein Vers aus dem Jakobusbrief besonders. Jakobus erinnert uns: „Elia war ein Mensch von gleicher Art wie wir, und er betete inständig, dass es nicht regnen solle, und es regnete drei Jahre und sechs Monate nicht im Land“ (Jak 5,17). Ich habe es immer als Gottes liebevolles Erbarmen empfunden, dass er diesen Vers gegen Ende von Kapitel 5 gestellt hat.

Denk mal darüber nach. Jakobus hat gerade den Kranken in der Gemeinde aufgetragen, die Ältesten zu rufen, damit diese für sie beten in der Hoffnung, dass sie geheilt werden. Er scheint davon auszugehen, dass Heilungen nicht nur einmal alle Jubeljahre geschehen, sondern etwas sind, was wir von Gott im normalen Alltagsleben der Gemeinde erwarten dürfen. Er schreibt: „Und das Gebet des Glaubens wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten.“ Welch ein Versprechen! Die Ältesten bitten Gott um ein Wunder. Jakobus weiß, dass der durchschnittliche Pastor denken wird: „Wie bitte? Ich? Ich bin doch nur ein ganz normaler Mensch!“ Als ob Jakobus diesen Einwand ahnt, beendet er die Geschichte von Elia: „Und er betete wiederum; da gab der Himmel Regen, und die Erde brachte ihre Frucht“ (Jak 5,18).

Jakobus sagt: „Schaut her, ihr Ältesten. Ihr seid so wie Elia, den Gott gebraucht hat, um das Wettergeschehen für dreieinhalb Jahre zu ändern. Gewiss kann Gott einen ganz normalen Mann wie dich gebrauchen, um außergewöhnliche Dinge zu vollbringen.“ Welch eine Ermutigung! Wir müssen nicht außergewöhnlich sein, damit Gott außerordentliche Dinge durch unseren Dienst bewirken kann. Stattdessen sollten wir ohne Vorbehalte und voller Freude dazu stehen, dass wir ganz normal sind, und uns auf die außergewöhnlichen Verheißungen Gottes werfen. Unser Gebet ist nicht mächtig, weil wir mächtig sind, sondern weil der Gott, zu dem wir beten, allmächtig ist. Dies fördert unser Glauben und unsere Abhängigkeit von ihm.

Gebetsleben eines Pastors: Ein Vergleich

AspektOhne GebetMit Gebet
Geistlicher ZustandSchwäche, Frustration, Burnout, Entfremdung von Gott und Gemeinde.Stärke, Frieden, geistliche Erneuerung, tiefe Verbundenheit mit Gott und Gemeinde.
GemeindewachstumOberflächlich, mangelnde Tiefe, geringe geistliche Transformation, Abhängigkeit von menschlichen Strategien.Organisch, tiefgreifend, sichtbare Heiligung, Abhängigkeit von Gottes Wirken, echte Bekehrungen.
HirtenrolleErschöpft, reaktiv, ohne klare Vision, führt aus eigener Kraft, Schafe sind wie ohne Hirten.Ermächtigt, proaktiv, mit göttlicher Vision, führt durch Gottes Geist, Schafe sind gut versorgt und geführt.
Gottes EhreWird durch menschliche Bemühungen geschmälert, Ergebnisse werden der eigenen Leistung zugeschrieben.Gott wird in allem verherrlicht, seine Macht und Gnade werden sichtbar, Lobpreis steigt auf.
Persönliche StärkeVertraut auf eigene Fähigkeiten und Ressourcen, anfällig für Stolz oder Verzweiflung.Vertraut auf Gottes unendliche Kraft, demütig und zuversichtlich, widerstandsfähig in Anfechtungen.

Häufig gestellte Fragen zum Gebet für die Gemeinde

Was, wenn ich keine Zeit zum Beten finde?

Zeit ist oft eine Frage der Priorität. Wenn das Gebet als optional oder als letzter Ausweg betrachtet wird, wird es immer verdrängt. Betrachte Gebet als den wichtigsten Dienst deiner Woche. Plane feste Zeiten ein, die so unantastbar sind wie Predigtvorbereitung. Manchmal hilft es, Gebetszeiten in kleinere Abschnitte über den Tag zu verteilen, anstatt eine lange Sitzung anzustreben. Denke daran: Die Apostel erkannten, dass die Vernachlässigung des Gebets nicht gut war – es war ein klares „nicht gut“, kein „unpraktisch“.

Wie kann ich meine Gebetsdisziplin verbessern?

Beginne klein und sei beständig. Setze dir erreichbare Ziele, z.B. 15 Minuten pro Tag. Nutze Gebetslisten für deine Gemeindemitglieder, unterteilt nach Gruppen (Familien, Singles, Kranke, Leiter). Bete biblische Gebete für deine Gemeinde (z.B. aus Paulus' Briefen). Finde einen Gebetspartner, der dich zur Rechenschaft zieht. Erinnere dich an die biblischen Wahrheiten: Es ist Sünde, nicht zu beten, Gott wird verherrlicht, und dein Gebet bewirkt Wachstum.

Sollte ich für jedes Gemeindemitglied einzeln beten?

Wenn deine Gemeinde klein ist, ja. Wenn sie wächst, wird das schwierig. Du kannst für Gruppen beten (z.B. alle Familien, alle Jugendlichen, alle Ältesten). Du kannst spezifisch für Menschen beten, die dir auf dem Herzen liegen oder von denen du um Gebet gebeten wurdest. Wichtig ist, dass du regelmäßig und zielgerichtet für die Gemeinde betest, ob im Einzelnen oder im Ganzen, und ihre Nöte vor Gott bringst. Epaphras kämpfte im Gebet für die Kolosser als Ganzes.

Was, wenn ich keine sofortigen Gebetserhörungen sehe?

Gebet ist nicht immer sofort sichtbar, aber es ist immer wirksam. Gott wirkt oft auf Weisen, die wir nicht sofort erkennen. Er verändert Herzen, schafft Gelegenheiten, stärkt im Verborgenen. Paulus betete beständig für die Gemeinden, und die Früchte zeigten sich oft erst über die Zeit. Halte im Glauben fest, dass Gott hört und handelt, auch wenn der Zeitpunkt und die Art der Erhörung anders sind, als du erwartest. Das Gebet ist ein Akt des Vertrauens in Gottes Souveränität und Timing.

Wie betet man „unablässig“?

„Unablässig“ bedeutet nicht, dass du ständig auf den Knien bist, sondern dass Gebet eine Grundeinstellung deines Herzens ist. Es ist ein beständiger Dialog mit Gott, der sich durch den Tag zieht. Es bedeutet, dass Gebet der erste Impuls ist, wenn du mit einer Not konfrontiert wirst, und der letzte Gedanke, bevor du Entscheidungen triffst. Es ist eine Haltung der Abhängigkeit und des Vertrauens, die dich immer wieder in Gottes Gegenwart führt, auch in kurzen Momenten des Stoßgebetes. Es bedeutet, dass du im Geist wachsam bleibst und bereit bist, jederzeit mit deinem Herrn zu sprechen.

Brüder, ich hoffe, dass diese sechs Gründe dein Gewissen treffen und dein Herz hin zu einer größeren Leidenschaft für das Gebet bewegen, damit du entschlossen daran festhalten kannst. Widme dich dem Gebet für deine Gemeinde. Wie wäre es, wenn du Gott jetzt im Gebet darum bittest, dir eine neue Entschlossenheit und Hingabe zum Gebet zu schenken? Lass die Frucht des Gehorsams aus der Erneuerung deines Sinnes durch Gottes Wort strömen (Röm 12,1–2). Im Gebet geben wir Gott die Ehre; folgen wir dem guten Beispiel treuer Glaubensbrüder der Kirchengeschichte; spiegeln wir die Priorität der frühen Kirche wider; verändern wir das Leben unserer Gemeindemitglieder; und lassen wir uns als ganz normale Menschen für Gottes außergewöhnliches Wirken gebrauchen. Möge Gott uns helfen, zu beten und unsere Gemeinden durch die Kraft seines Geistes zu stärken!

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