Was sagt der Bibel über das Essen?

Das Tischgebet: Eine Brücke zwischen Tradition und Glaube

11/05/2021

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Das private Gebet ist eine der bedeutendsten Frömmigkeitsübungen im Christentum. Nicht nur die gemeinsame Feier der Eucharistie in der Kirche, sondern auch der persönliche Gottesdienst gehört zu einem gelebten Glauben dazu. Neben den größeren Andachtsformen wie dem Rosenkranzgebet oder der Betrachtung des Kreuzwegs gibt es viele kleinere Gebete, die man über den Tag verteilt sprechen kann. Das reicht vom kurzen Stoßgebet bis hin zum Vaterunser oder dem „Engel des Herrn“ beim Läuten der Kirchenglocken. Eine Gebetsform, die in vielen Haushalten nach wie vor regelmäßig geübt wird, ist das Tischgebet. Vor dem Essen zu beten ist nicht nur Ausdruck der eigenen Frömmigkeit, es lenkt auch den Blick auf den Schöpfer und den Geber aller guten Gaben. Es ist gut, sich in einer Zeit, in der sich so viele Menschen vom Gebet distanzieren, wieder neu mit dem Tischgebet auseinanderzusetzen und vielleicht dadurch einen kleinen Beitrag zu leisten, dem christlichen Glauben im eigenen Leben wieder mehr Raum zu schaffen. Fragt man nach den Ursprüngen des Tischgebets, muss man feststellen, dass das Gebet vor der Mahlzeit keine christliche Erfindung ist. Vielmehr liegen die Wurzeln – wie so oft – im Judentum.

Was ist das 'Klagelied des Einzelnen'?
Psalm 13 gilt als "Muster eines 'Klageliedes des Einzelnen', in dem die einzelnen Bestandteile der Gattung besonders deutlich auseinandertreten": (1.) Anrufung des Gottesnamens; (2.) Klage in der Form einer Notschilderung; (3.) Bekenntnis des Vertrauens und der Zuversicht; (4.) Bitte um Errettung; (5.)
Inhaltsverzeichnis

Die tiefen Wurzeln des Tischgebets im Judentum

Im Judentum ist es üblich, Gott im Laufe des Tages immer wieder mit kleinen Sätzen Dank zu sagen. Es sind Lobsprüche, welche die gläubigen Juden daran erinnern, dass nichts, was sie haben oder tun, selbstverständlich ist. Alles ist Gabe und Geschenk Gottes, und es ist wichtig, Gott dafür zu danken. Diese Sprüche nennt man hebräisch „Berakha“ (Mehrzahl „Berakhot“), was nichts anderes als „Lob“ bedeutet. Es gibt eine Vielzahl von Berakhot, die alle mit den Worten „Gelobt seist du, Herr, unser Gott, König der Welt“ beginnen. Anschließend fügt man in die Berakha das ein, wofür man dankt, um den Lobspruch mit der Bekräftigung „Amen“ abzuschließen.

Gerade beim gemeinsamen Mahl ist es im Judentum wichtig, den Dank an den Schöpfer der Gaben nicht zu vergessen. Gott, der die Welt ins Dasein gerufen hat, vertraut sie dem Menschen an und will, dass er sie pflegt und bebaut und von ihren Gaben satt wird. Das verpflichtet die jüdischen Gläubigen, sowohl vor als auch nach dem Essen zu beten. Für jede unterschiedliche Nahrung gibt es einen eigenen Segensspruch; wird beispielsweise Brot oder ein anderes Gebäck verzehrt, so spricht man: „Gelobt seist du, Ewiger, unser Gott, König der Welt, der du Brot aus der Erde hervorbringst.“

Das Gebet nach der Mahlzeit im Judentum

Weitaus umfangreicher ist jedoch das Gebet nach der Mahlzeit, das ganze vier Segenssprüche umfasst. Meist spricht man zunächst einen Psalm und wäscht sich die Hände, um sie von allem Schmutz und möglicherweise auch von Speiseresten zu reinigen. Die Aufforderung, Gott nach dem gemeinsamen Mahl zu danken, findet sich schon im Buch Deuteronomium. Dort heißt es unter anderem: „Und wenn du gegessen hast und satt geworden bist (…), dann nimm dich in Acht, dass dein Herz nicht hochmütig wird und du den Herrn, deinen Gott, nicht vergisst“ (Dtn 8,12.14). In den Segenssprüchen nach dem Essen wahren die jüdischen Gläubigen das Andenken an Gottes Heilstaten und danken ihm zugleich für die Gaben, die sie von ihm erhalten haben. Dies beinhaltet sowohl die konkreten Schöpfungsgaben, die bei der Mahlzeit verzehrt wurden, als auch die Gabe des Gelobten Landes nach dem Exodus aus Ägypten. Die Bitte um den Wiederaufbau des Jerusalemer Tempels sowie konkrete Gebetsanliegen der am Tisch versammelten Personen schließen das jüdische Tischgebet ab.

Jesus und das Tischgebet: Eine jüdische Tradition in christlicher Praxis

Da Jesus selbst Jude war und das Erbe seiner Väter bewahrte, können wir davon ausgehen, dass er auch das Gebet vor und nach den Mahlzeiten gepflegt hat. Zwar berichten uns die Evangelien nichts Exaktes, doch zum Beispiel bei der Speisung der 5.000 heißt es, dass Jesus das Brot in seine Hände nahm und den Lobpreis sprach. Und Gleiches wird uns vom letzten Abendmahl Jesu berichtet: „Während des Mahls nahm er das Brot und sprach den Lobpreis (…). Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet“ (Mk 14,22f.). Der biblische Befund zeigt also: Jesus hat vor den Mahlzeiten gebetet, er hat Gott für die Gaben der Schöpfung gelobt und dankte ihm für die Früchte, mit denen er die Menschen ernährt. Lob und Dank sind beide Aspekte, die auch bis heute im jüdischen Tischgebet zu finden sind.

Das Tischgebet in der frühen Kirche und seine Entwicklung

Das Gebet zur Mahlzeit hat sich im frühen Christentum vor allem bei der Feier der Eucharistie erhalten. Doch schon der erste Timotheusbrief ermahnt die Hörer, alles, was Gott geschaffen hat, mit Dank zu genießen und es durch Gottes Wort und das Gebet zu heiligen (1 Tim 4,3ff). Und die Didache, eine frühchristliche Kirchenordnung vermutlich aus dem ersten Jahrhundert nach Christus, gibt sogar an die Berakhot angelehnte Lobsprüche wieder, welche man bei der Feier der Eucharistie über Brot und Wein sprechen soll – dies wird übrigens bis heute in der Eucharistiefeier so praktiziert.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Tischgebet zu einer festen christlichen Institution. Schon antike christliche Autoren, wie Johannes Chrysostomus, belegen unterschiedliche Gebetstexte, die vor der gemeinsamen Mahlzeit gesprochen wurden. Einen besonderen Wert auf das Tischgebet legte Martin Luther in seinem Kleinen Katechismus. Dort hält er fest, der Hausvater solle die Tischgemeinschaft lehren, vor dem Essen das „Benedicite“ (also das Lobgebet) und nach dem Mahl das „Gratias“ (das Dankgebet) zu sprechen. Martin Luther legt das Gebet besonders den Kindern ans Herz und sieht darin ein pädagogisches Mittel, ihnen den christlichen Glauben zu vermitteln. Bis heute ist es in manchen Familien Tradition, dass vor allem die Kinder für das Tischgebet zuständig sind. Für sie ist es eine besondere Ehre, das Gebet vor und nach der Mahlzeit sprechen zu dürfen.

Mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil, welches die Familie als Hauskirche versteht (vgl. Lumen Gentium 11), ist auch der private Gottesdienst wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt. Das Tischgebet, das eine Form dieses Gottesdienstes darstellt, sollte vor allem in den Familien mit Kindern geübt werden. Es ist nicht nur eine Chance, den Wert des Gebetes an die nachfolgende Generation zu vermitteln und den christlichen Glauben praktisch zu leben. Das Tischgebet drückt auch aus, was wir manchmal allzu leicht vergessen: Dass die Schöpfungsgaben nicht nur Frucht menschlicher Arbeit sind, sondern Geschenk Gottes. In einem Zeitalter, in dem man ganzjährig Gemüse, Obst und Fleisch im Supermarkt bekommt, ist es wichtig, sich wieder und wieder bewusst zu werden, dass die Gaben der Schöpfung keine Selbstverständlichkeit sind. Das Tischgebet ist Ausdruck einer inneren Haltung, die um den Geschenkcharakter der täglichen Mahlzeiten weiß. Dabei kann man nicht nur Gott danken, sondern auch die Menschen ins Gebet einschließen, die mit ihrer Arbeit für einen gedeckten Tisch sorgen: Landwirte und Bauern, Angestellte in den Supermärkten, den Koch oder die Köchin.

Vergleich: Jüdisches vs. Christliches Tischgebet

AspektJüdisches TischgebetChristliches Tischgebet
BezeichnungBerakhot (Lobsprüche), Birkat HaMazon (nach dem Essen)Benedicite (vor dem Essen), Gratias (nach dem Essen)
ZeitpunktSowohl vor als auch nach dem Essen obligatorischTraditionell vor und nach dem Essen üblich
Umfang nach dem EssenUmfassend, vier Segenssprüche, GebetsanliegenOft kürzer, Vaterunser oder freie Gebete
Inhaltliche SchwerpunkteDank für Schöpfung, Erinnerung an Heilstaten (Exodus, Land), Bitte für JerusalemDank für Schöpfungsgaben, Bitte um Segen, Erinnerung an die Liebe Gottes
SpezifitätSpezifische Segenssprüche je nach Art der NahrungAllgemeinere Gebete, oft auch das „Vater unser“

Vielfalt christlicher Tischgebete und ihre tieferen Dimensionen

Viele Menschen haben schon in ihrer eigenen Kindheit eine Auswahl an möglichen Tischgebeten gelernt, die sie sich bis heute bewahren. Manche traditionelle Gebete, die meist in Reimform geschrieben sind, haben sich über Generationen erhalten. Wer auf kein explizites Tischgebet zurückgreifen will, kann auch ein „Gegrüßet seist du, Maria“ oder ein einfaches „Ehre sei dem Vater“ sprechen. Das traditionelle Tischgebet der christlichen Gemeinde ist freilich das „Vater unser“, das sich sowohl vor als auch nach der Mahlzeit eignet. Gerade wenn man in einer größeren Gesellschaft speist, die vor dem Essen nicht beten möchte, reicht auch ein kleiner Gedanke am Anfang oder während der Mahlzeit: „Danke, Gott, für die Gaben, die du mir bescherst“ oder „Herr, segne diese Gaben, die wir aus deiner Güte empfangen“.

Dank für die körperliche und geistige Nahrung

Das Tischgebet drückt tief empfundene Dankbarkeit für die tägliche Versorgung aus und erkennt Gott als den Versorger aller Dinge an, was den Glauben stärkt. Es ist ein Fest der Danksagung, bei dem jede Mahlzeit zu einem Altar des Lobes wird. Wir danken Gott nicht nur für das materielle Essen, sondern auch für die geistige Nahrung, die er uns gibt. So wie die Sonne die Erde nährt, nährt Gottes Gnade unsere Seelen. Dieses Gebet würdigt und ehrt die Segnungen Gottes und fördert ein starkes Gefühl der Dankbarkeit unter den Gläubigen. Es bietet die Gelegenheit, über die Fülle Gottes im täglichen Leben nachzudenken – materiell, spirituell und in Beziehung.

Anerkennung der fortwährenden Vorsehung Gottes

Das Tischgebet erinnert uns an die fortwährende Großzügigkeit Gottes und erlaubt uns, unsere Abhängigkeit von seiner Vorsehung für den Lebensunterhalt anzuerkennen. Es ist ein Moment der Anerkennung und Dankbarkeit für alles, was wir täglich von ihm erhalten. So wie unser Körper sich nach Nahrung sehnt, suchen unsere Seelen diese Verbindung, diese Erinnerung an unseren göttlichen Wohltäter. Dieses Gebet um Gottes Gnade und kontinuierliche Vorsehung stärkt uns körperlich und geistig und bringt uns unserem himmlischen Vater näher. Es kultiviert ein Gefühl der Dankbarkeit für Gottes Versorgung und dient als Erinnerung daran, Gott immer als Quelle aller Segnungen anzuerkennen. Das Erkennen der Versorgung Gottes durch Gebete zum Essen vermittelt ein starkes Gefühl der Dankbarkeit. Es erinnert uns daran, die Dinge nicht als selbstverständlich zu betrachten, sondern sie als göttliche Gaben zu betrachten.

Segen für die Hände, die das Mahl bereiteten

Ein oft übersehener Aspekt der Gebete während des Essens ist die Anerkennung derer, deren Hände das Essen zubereitet haben, zu dem wir das Glück haben zu essen. Dies sind die Personen, die mit ihren Fähigkeiten und Hingabe kneten, rühren, hacken und pflegen. Ihre Kunst bleibt oft unbemerkt in der Hektik des täglichen Lebens, aber es ist wichtig für die Schaffung von Nahrung, die uns antreibt. Dieses Gebet fleht den Segen Gottes auf die Hände an, die unermüdlich im Dienst daran arbeiten, andere zu ernähren. Jede Mahlzeit wird zu einer Symphonie, jeder Ersteller zu einem Komponisten. Als Christen sind wir aufgerufen, uns daran zu erinnern, dass alles, was wir genießen, einschließlich unserer Nahrung, mit Opfern und Liebe einhergeht, die Anerkennung und Dankbarkeit verdienen.

Was sagt der Bibel über das Essen?
Hilf uns in deiner Kraft, dir und unseren Mitmenschen zu dienen. Amen. Vor dem EssenAller Augen warten auf dich, o Herr, du gibst uns Speise zur rechten Zeit. Du öffnest deine Hand und erfüllst alles, was lebt, mit Segen.Herr, segne uns und diese Gaben, die wir von deiner Güte nun empfangen, durch Christus, unseren Herrn.

Kraft zum Dienst und zur Gemeinschaft durch das Mahl

Dieses Gebet bringt unser Vertrauen auf Gott in den Fokus, nicht nur für die spirituelle Ernährung, sondern auch für die körperliche Ernährung, und schafft eine greifbare Verbindung zwischen unserem Alltag und unserem Glauben. Der Akt des Essens wird zu einem Akt der Anbetung, und jede Mahlzeit, ein Mittel, durch das wir Kraft gewinnen, Gott zu dienen. Das Beten um Kraft, die aus der Nahrung gewonnen wird, um Gott zu dienen, ermutigt uns, jeden Aspekt unseres Lebens, einschließlich des Essens, als mit unserem Glaubensweg verbunden zu betrachten. Eine solche Gebetspraxis verändert unsere Perspektive auf Nahrung und lässt uns ihren Zweck jenseits des bloßen Überlebens oder Vergnügens erkennen. Wir werden daran erinnert, dass die Energie, die wir aus unseren Mahlzeiten gewinnen, nicht nur für unsere persönlichen Bestrebungen ist, sondern dafür, Gott und anderen mit Liebe und Mitgefühl zu dienen.

Essen ist eine der einfachsten Freuden des Lebens, aber es ist auch ein starkes Symbol für Gemeinschaft und Einheit im christlichen Glauben. Das Teilen einer Mahlzeit geht über die bloße Nahrung hinaus; Es schafft Bande der Verbundenheit und erinnert an das Letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Ein Gebet vor den Mahlzeiten, das sich auf Gemeinschaft und Einheit konzentriert, ruft uns dazu auf, nicht nur das Essen, sondern auch die Gesellschaft, mit der wir es teilen, zu schätzen und jedes als göttlichen Segen anzuerkennen. Der Akt des Teilens einer Mahlzeit wird viel mehr als die Befriedigung des Hungers; Es wird zu einem heiligen Akt der Gemeinschaft, zu einer greifbaren Manifestation des geistlichen Bandes, das alle Nachfolger Christi vereint.

Solidarität mit den Bedürftigen und Nächstenliebe

Der Akt des Gebets vor einer Mahlzeit ist mehr als nur ein zwangloses Ritual. Es ist eine starke Erinnerung an die Vorsehung Gottes und fördert eine Haltung der Dankbarkeit, insbesondere in der Fülle, die wir oft für selbstverständlich halten. Dieses Gebet vor den Mahlzeiten konzentriert sich auf die Hungerlinderung und fleht Segnungen nicht nur für diejenigen an, die kurz vor dem Essen stehen, sondern auch für diejenigen, die an Unterernährung und Hunger leiden. Ein solches Gebet spielt eine entscheidende Rolle, um die Notlage der weniger Glücklichen in unseren Köpfen am Leben zu erhalten. Während wir weiterhin für die Linderung des Hungers beten, verstärken wir unsere Empathie, unser Mitgefühl und unser Engagement für das Handeln. Indem wir unsere Dankbarkeit für das Essen mit einem Plädoyer für die Unterprivilegierten verbinden, erinnern wir uns daran, dass jede Mahlzeit ein Segen ist, der geteilt und nicht nur genossen werden sollte. Dieses Gebet erinnert uns an unsere Berufung, die Liebe Gottes durch Selbstlosigkeit und Großzügigkeit widerzuspiegeln. Keine Aktion ist zu klein oder zu unbedeutend, um dieses Ziel zu erreichen. Indem wir zulassen, dass dieses Gebet unser Handeln leitet, stellen wir das Wesen des Teilens und der Großzügigkeit in den Mittelpunkt unserer Interaktionen und fördern so eine Gemeinschaft, die von der Liebe Gottes definiert wird. Wahrlich, jede Mahlzeit verwandelt sich in ein Fest, wenn sie mit Liebe und Großzügigkeit geteilt wird.

Fazit: Kleine Geste, große Wirkung

Das Tischgebet ist eine relativ einfache Möglichkeit, sich im Laufe des Tages Gott zuzuwenden und ihm einen Platz im Leben der Familie einzuräumen. Es müssen nicht immer die großen Andachtsformen sein, um im Alltag Gottes Gegenwart wahrzunehmen. Manchmal reichen die kleinen Gesten und die kleinen Gebete, die in ihrer Regelmäßigkeit die eigene Verbindung mit dem christlichen Glauben erkennen lassen. Es ist ein Ausdruck tiefer Dankbarkeit und eine Erinnerung daran, dass alle Gaben von Gott kommen. Das Tischgebet fördert nicht nur die persönliche Spiritualität, sondern stärkt auch die Gemeinschaft am Tisch und lehrt besonders Kinder den Wert der Dankbarkeit und die Liebe Gottes. Es ist eine tägliche Praxis, die uns erdet und uns bewusst macht, dass wir von einer höheren Macht versorgt werden. Indem wir das Tischgebet pflegen, schaffen wir einen Moment der Besinnung und des Friedens in unserem oft hektischen Alltag und erkennen die Fülle der Schöpfung als Geschenk an.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Tischgebet

1. Warum sollte man vor dem Essen beten?

Das Gebet vor dem Essen, das Tischgebet, dient dazu, Gott für die erhaltenen Speisen zu danken und seine Gaben anzuerkennen. Es hilft, sich bewusst zu machen, dass Nahrung nicht selbstverständlich ist, sondern ein Geschenk der Schöpfung und Gottes Fürsorge. Es ist auch eine Gelegenheit, die Gemeinschaft am Tisch zu stärken und den Glauben im Alltag zu leben.

2. Ist das Tischgebet nur für Christen gedacht?

Nein, die Wurzeln des Tischgebets liegen im Judentum, wo das Danken für die Mahlzeiten eine lange Tradition hat (Berakhot). Auch in anderen Religionen und Kulturen gibt es ähnliche Bräuche des Dankes vor oder nach dem Essen. Es ist eine universelle Geste der Dankbarkeit gegenüber der Quelle des Lebens.

3. Was mache ich, wenn ich kein spezielles Tischgebet kenne?

Es ist nicht notwendig, ein festes Gebet auswendig zu kennen. Ein einfaches, aufrichtiges „Danke, Gott, für diese Gaben“ oder das „Vater unser“ ist vollkommen ausreichend. Man kann auch eigene Worte finden, um Dankbarkeit auszudrücken oder um Segen für die Mahlzeit und die Menschen, die sie zubereitet haben, zu bitten.

4. Können Kinder das Tischgebet sprechen?

Ja, in vielen Familien ist es eine schöne Tradition, dass Kinder das Tischgebet sprechen dürfen. Dies fördert nicht nur ihre Beteiligung am religiösen Leben der Familie, sondern lehrt sie auch frühzeitig den Wert der Dankbarkeit und die Bedeutung des Gebets. Es ist eine pädagogisch wertvolle Praxis.

5. Was ist der Hauptunterschied zwischen jüdischem und christlichem Tischgebet?

Während beide Traditionen Dankbarkeit für die Mahlzeit ausdrücken, unterscheiden sie sich im Umfang und in spezifischen Inhalten. Das jüdische Gebet nach dem Essen (Birkat HaMazon) ist oft sehr umfangreich und beinhaltet Segenssprüche, die an die Heilstaten Gottes (z.B. Exodus, Gelobtes Land) und die Bitte um den Wiederaufbau des Tempels erinnern. Das christliche Tischgebet ist oft allgemeiner gehalten und konzentriert sich auf den Dank für die Schöpfungsgaben und die Segnung der Mahlzeit im Namen Jesu, auch wenn es auch Elemente des Gedenkens an Jesu Handeln (z.B. Letztes Abendmahl) enthält.

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