21/08/2023
Kommunikation ist das Fundament menschlicher Interaktion. Sie beschreibt den Informationsaustausch zwischen zwei oder mehr Personen, bei dem es nicht nur um die reine Übermittlung von Fakten und Inhalten geht, sondern auch um das Aufbauen von Verständnis, das Wecken von Interesse und den gegenseitigen Austausch von Gedanken und Gefühlen. Ob im privaten Bereich, im Berufsleben oder speziell im Vertrieb – die Art und Weise, wie wir kommunizieren, prägt jeden unserer Tage und beeinflusst maßgeblich den Erfolg unserer Interaktionen. Doch Kommunikation ist weit mehr als nur das gesprochene Wort. Oft wird unbewusst kommuniziert, selbst wenn Schweigen herrscht. Dieser Artikel beleuchtet die tiefgreifenden Unterschiede und das faszinierende Zusammenspiel von verbaler und nonverbaler Kommunikation und zeigt auf, warum das, was wir nicht sagen, oft lauter spricht als jedes Wort.

- Was ist Kommunikation überhaupt? Eine grundlegende Betrachtung
- Verbale Kommunikation: Die Macht des gesprochenen Wortes
- Nonverbale Kommunikation: Die Sprache des Körpers und der Gefühle
- Das Zusammenspiel und die Wirkung: Wenn Worte und Gesten sprechen
- Kommunikation im Vertrieb: Der Schlüssel zum Erfolg
- Häufig gestellte Fragen zur verbalen und nonverbalen Kommunikation
Was ist Kommunikation überhaupt? Eine grundlegende Betrachtung
Der Begriff Kommunikation umfasst einen dynamischen Prozess, der immer in mehreren Phasen abläuft und bestimmte Kernelemente beinhaltet. Es geht stets um die Frage: WER sagt WAS, zu WEM, WOMIT (also über welches Medium oder mit welchen Mitteln) und mit welcher WIRKUNG. Dies impliziert, dass immer mindestens zwei Gesprächspartner – ein Sender und ein Empfänger – involviert sind, die Informationen oder Botschaften austauschen. Dieser Austausch kann direkt und persönlich erfolgen, aber auch über verschiedene Medien wie Telefon, E-Mail, Fernsehen oder Radio. Unabhängig vom Medium löst jede Botschaft eine Reaktion beim Empfänger aus, was die Wirkung der Kommunikation darstellt.
Ein entscheidender Aspekt der menschlichen Kommunikation ist, dass sie sich nicht nur auf einer Ebene abspielt. Vielmehr erfolgt der Austausch von Informationen und Botschaften auf zwei simultanen Ebenen: der Inhaltsebene und der Beziehungsebene. Während die Inhaltsebene die reinen Fakten, Daten und Informationen umfasst, die objektiv übermittelt werden, geht es auf der Beziehungsebene darum, wie der Sender zum Empfänger steht, welche Gefühle mitschwingen und wie die Botschaft emotional wahrgenommen wird. Die Atmosphäre eines Gesprächs wird maßgeblich von beiden Kommunikationsarten – der verbalen und der nonverbalen – bestimmt und beeinflusst, wie gut die Botschaft auf beiden Ebenen ankommt.
Verbale Kommunikation: Die Macht des gesprochenen Wortes
Die verbale Kommunikation beschreibt die Kommunikation, die explizit über die Sprache erfolgt. Hierbei steht das gesprochene Wort im Mittelpunkt, aber auch geschriebene Texte fallen in diese Kategorie. Es geht darum, WAS der Sender sagt, welche Inhalte, Fakten oder Informationen er seinem Gegenüber ganz objektiv übermittelt. Die verbale Kommunikation ist oft der bewusste Teil unserer Mitteilung, jener, den wir sorgfältig auswählen und formulieren. Sie ermöglicht Präzision und Klarheit in der Übermittlung spezifischer Daten.
Im Kontext des Vertriebs könnte die verbale Kommunikation beispielsweise die detaillierte Erklärung der Funktionsweise eines komplexen Produktes sein, die Aufzählung seiner technischen Spezifikationen oder die klare Nennung des Preises und der Vertragsbedingungen. Hierbei ist die Wahl der richtigen Worte, die präzise Formulierung und die logische Strukturierung der Argumente von großer Bedeutung. Rhetorische Fähigkeiten, ein klarer Ausdruck und die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte verständlich zu erklären, sind essenzielle Bestandteile effektiver verbaler Kommunikation. Dennoch macht die verbale Botschaft nur einen Teil des Gesamteindrucks aus, den wir bei unserem Gegenüber hinterlassen.
Nonverbale Kommunikation: Die Sprache des Körpers und der Gefühle
Nonverbale Kommunikation ist die Art der Kommunikation, die nicht über das gesprochene Wort erfolgt. Sie umfasst im Grunde jede Form der nichtsprachlichen Mitteilung und ist oft weitaus aussagekräftiger und ehrlicher als unsere Worte. Hier geht es darum, WIE etwas gesagt wird, wie die Botschaft durch den Körper, die Stimme und den Ausdruck des Senders untermauert oder auch widersprochen wird. Anhand der nonverbalen Kommunikation lässt sich oft ablesen, wie jemand wirklich zu dem gesprochenen Wort steht, ob er aufgeregt ist, ob er unsicher ist, ob das Thema ihn wirklich interessiert oder ob er gar etwas verbergen möchte.
Die Bandbreite der nichtsprachlichen Kommunikation ist enorm und umfasst eine Vielzahl von Elementen:
- Gestik: Die Bewegungen der Hände und Arme, die unsere Worte unterstreichen, betonen oder auch ersetzen können. Eine offene Geste kann Offenheit signalisieren, während verschränkte Arme Ablehnung oder Abwehr bedeuten können.
- Mimik: Der Ausdruck des Gesichts ist ein Spiegel unserer Emotionen. Ein Lächeln signalisiert Freundlichkeit, gerunzelte Stirn kann Nachdenklichkeit oder Skepsis ausdrücken. Die Mimik ist oft der erste Hinweis auf die innere Einstellung einer Person.
- Körperhaltung: Die Art und Weise, wie wir stehen oder sitzen, sendet klare Botschaften. Eine aufrechte, offene Haltung kann Selbstbewusstsein und Interesse signalisieren, während eine in sich zusammengesunkene Haltung Desinteresse oder Unsicherheit verraten kann.
- Blickrichtung und Augenkontakt: Der direkte Augenkontakt kann Vertrauen und Ehrlichkeit vermitteln, während das Vermeiden von Blickkontakt Unsicherheit oder Unehrlichkeit suggerieren kann. Die Dauer und Intensität des Blicks spielen hier eine große Rolle.
- Händedruck: Die Festigkeit, Dauer und Art des Händedrucks kann viel über eine Person und ihre Einstellung zum Gegenüber aussagen – von Dominanz über Freundlichkeit bis hin zu Unsicherheit.
- Neigung des Kopfes: Eine leichte Neigung des Kopfes kann Zuhören und Interesse signalisieren, während ein zurückgelehnter Kopf Desinteresse oder Arroganz ausdrücken kann.
- Stimme und Tonfall: Auch wenn die Stimme Klänge produziert, die Worte formen, sind Tonhöhe, Lautstärke, Sprechtempo, Rhythmus und Pausen Teil der nonverbalen Kommunikation. Eine zitternde Stimme kann Nervosität verraten, ein monotoner Tonfall Desinteresse.
In einer sehr weitgefassten Definition der nonverbalen Kommunikation zählen sogar äußere Faktoren wie Kleidung, Accessoires oder das Auto, mit dem der Gesprächspartner vorfährt, dazu. All dies kann Auskunft darüber geben, wie wichtig dem Gegenüber das Gespräch ist, wie er sich selbst sieht und welche Wertschätzung er seinem Gesprächspartner entgegenbringt. Die nonverbale Kommunikation kann sowohl bewusst als auch unbewusst erfolgen. Oft ist es die eigene innere Einstellung, die sich unbewusst in Gestik, Mimik oder Tonlage widerspiegelt und diese positiv oder negativ beeinflusst.
Das Zusammenspiel und die Wirkung: Wenn Worte und Gesten sprechen
Der entscheidende Einfluss auf ein Gespräch und damit auf den Erfolg einer Interaktion liegt oft nicht im Inhalt des Gesagten, sondern im "Wie". Die nonverbale Kommunikation ist zu einem sehr großen Teil ausschlaggebend dafür, ob der Gegenüber Sympathie, Glaubwürdigkeit und vor allem auch Vertrauen aufbauen kann. Es ist nicht primär das gesprochene Wort, sondern die Art und Weise, wie etwas gesagt wird, die darüber entscheidet, ob der Sender glaubhaft wirkt und seine Botschaft wirklich ankommt. Studien und Beobachtungen zeigen immer wieder, dass der eigentliche Inhalt, also die verbale Kommunikation, nur einen sehr geringen Anteil am Gesamterfolg einer Kommunikation hat, insbesondere wenn es um den Aufbau von Beziehungen und Vertrauen geht.

Die Gewichtung der einzelnen Kommunikationskanäle ist erstaunlich: Während Stimme und Tonfall zu gut einem Drittel über Erfolg oder Misserfolg entscheiden können, sind es Gestik und Mimik, die mit über der Hälfte den maßgeblichen Ausschlag geben. Dies bedeutet, dass die nonverbalen Signale in ihrer Wirkung oft stärker sind als die verbalen. Passen verbale und nonverbale Kommunikation nicht zueinander, entsteht eine Inkongruenz. In solchen Fällen entscheidet zu über 80% die nonverbale Kommunikation darüber, wie die Botschaft vom Empfänger aufgenommen wird. Ein klassisches Beispiel hierfür ist eine verbal freundliche Begrüßung ("Guten Tag, wie geht es Ihnen?"), die jedoch von einem sehr grimmigen, verschlossenen Gesichtsausdruck (nonverbale Kommunikation) begleitet wird. Obwohl die Worte freundlich sind, nimmt der Gegenüber die Begrüßung aufgrund der dominanten nonverbalen Signale nicht als freundlich wahr. Das Gefühl, das vermittelt wird, ist ein ungutes, und Vertrauen kann sich nicht aufbauen.
Um die Unterschiede und das Zusammenspiel noch deutlicher zu machen, hier eine vergleichende Tabelle:
| Merkmal | Verbale Kommunikation | Nonverbale Kommunikation |
|---|---|---|
| Medium | Gesprochenes oder geschriebenes Wort, Sprache | Gestik, Mimik, Körperhaltung, Blickkontakt, Tonfall, Lautstärke, Sprechtempo, Kleidung etc. |
| Funktion | Übermittlung von konkreten Inhalten, Fakten, Daten, Anweisungen | Übermittlung von Gefühlen, Einstellungen, Absichten, Beziehungen, Stimmungen |
| Bewusstsein | Meist bewusst und kontrollierbar | Oft unbewusst, spontan und schwerer zu kontrollieren |
| Glaubwürdigkeit | Kann durch Inkongruenz an Glaubwürdigkeit verlieren | Gilt als ehrlicher und aussagekräftiger, da oft unwillkürlich |
| Wirkung auf den Empfänger | Geringerer Einfluss auf emotionale Wahrnehmung und Vertrauensaufbau | Entscheidender Einfluss auf Sympathie, Vertrauen und die gesamte Gesprächsatmosphäre |
| Beispiel im Vertrieb | Produktbeschreibung, Preisnennung, Vertragsdetails | Offenes Lächeln, fester Händedruck, aufrechte Haltung, zugewandter Blick |
Kommunikation im Vertrieb: Der Schlüssel zum Erfolg
Nicht nur im allgemeinen zwischenmenschlichen Bereich, sondern insbesondere im Vertrieb, ist das Verständnis und die bewusste Anwendung von verbaler und nonverbaler Kommunikation von größter Bedeutung. Für angehende Handelsvertreter, erfahrene Vertriebstrainer und jeden, der im Verkauf tätig ist, gilt: Der Erfolg hängt maßgeblich davon ab, wie gut man sich auf den Geschäftspartner einstellen kann – sowohl sprachlich als auch kulturell.
Im internationalen Vertrieb spielen kulturelle Gepflogenheiten eine weitaus größere Rolle als die Sprache an sich, da sie direkt die entscheidende nonverbale Kommunikation betreffen. Die Frage, ob sich Geschäftspartner zur Begrüßung die Hand reichen, sich verbeugen oder eine andere Form der Begrüßung wählen, kann bereits den Grundstein für Sympathie und Vertrauen legen oder Missverständnisse hervorrufen. Hierbei geht es um ungeschriebene Regeln, die tief in der jeweiligen Kultur verwurzelt sind und die nonverbalen Signale prägen.
Die Sympathie, die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen, die ein Verkäufer beim Kunden aufbauen kann, entscheiden über Erfolg oder Misserfolg der Vertriebsaktivitäten. Und diese entscheidenden Faktoren werden primär durch Gestik, Mimik und andere nonverbale Signale ausgelöst – also durch alles, was nicht explizit gesprochen wird. Ein Verkäufer, der inhaltlich überzeugen mag, aber durch seine Körperhaltung Desinteresse oder Arroganz ausstrahlt, wird Schwierigkeiten haben, einen Abschluss zu erzielen.
Die verbale Kommunikation im Vertrieb betrifft die Sprache und das gesprochene Wort. Hier ist es unerlässlich, sich auf den Gegenüber einzustellen und in der Landessprache oder einer dritten Sprache, die beide Gesprächspartner beherrschen, zu kommunizieren. Sprachliche Kompetenz und rhetorische Fähigkeiten sind hier von Vorteil, um Botschaften klar und überzeugend zu übermitteln.
Erfreulicherweise sind sowohl verbale als auch nonverbale Kommunikationsfähigkeiten erlernbar und trainierbar. Während verbale Aspekte wie Fremdsprachenkenntnisse oder rhetorische Techniken bewusst erworben werden können, geht es bei der nonverbalen Kommunikation oft darum, sich der eigenen unbewussten Signale bewusst zu werden und diese gezielt zu verändern. Durch gezieltes Training und Selbstreflexion können Verkäufer lernen, ihre Gestik, Mimik und ihren Tonfall so einzusetzen, dass sie positive Reaktionen hervorrufen und eine Atmosphäre des Vertrauens schaffen. Hierin liegt ein enormes Potenzial für Unternehmen, ihren Vertrieb zu optimieren und eine signifikant höhere Abschlussquote zu erreichen. Wer die unsichtbaren Botschaften seines Körpers beherrscht, beherrscht einen Großteil der Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen zur verbalen und nonverbalen Kommunikation
- Was ist der Hauptunterschied zwischen verbaler und nonverbaler Kommunikation?
- Der Hauptunterschied liegt im Medium: Verbale Kommunikation nutzt das gesprochene oder geschriebene Wort, um Inhalte zu übermitteln (WAS gesagt wird). Nonverbale Kommunikation hingegen umfasst alle nichtsprachlichen Signale wie Gestik, Mimik, Körperhaltung, Blickkontakt und Tonfall, die ausdrücken, WIE etwas gesagt wird und welche Gefühle oder Einstellungen mitschwingen.
- Warum ist nonverbale Kommunikation so wichtig?
- Nonverbale Kommunikation ist entscheidend, weil sie maßgeblich darüber bestimmt, wie eine Botschaft emotional wahrgenommen wird und ob Vertrauen und Sympathie aufgebaut werden können. Sie gilt als ehrlicher und aussagekräftiger als verbale Kommunikation, da nonverbale Signale oft unbewusst gesendet werden und somit die wahren Gefühle und Absichten einer Person besser widerspiegeln.
- Kann man nonverbale Kommunikation lernen oder verbessern?
- Ja, sowohl verbale als auch nonverbale Kommunikationsfähigkeiten sind erlernbar und trainierbar. Während verbale Fähigkeiten durch Sprachkurse oder Rhetoriktraining verbessert werden können, erfordert die Verbesserung der nonverbalen Kommunikation oft eine erhöhte Selbstwahrnehmung und gezieltes Training, um unbewusste Gewohnheiten zu erkennen und positive Verhaltensweisen zu etablieren.
- Wie beeinflusst nonverbale Kommunikation den Vertriebserfolg?
- Im Vertrieb ist nonverbale Kommunikation von entscheidender Bedeutung, da sie maßgeblich Sympathie, Glaubwürdigkeit und Vertrauen beim Kunden aufbaut. Ein positiver erster Eindruck durch offene Körperhaltung, freundliche Mimik und passenden Blickkontakt kann den Grundstein für eine erfolgreiche Geschäftsbeziehung legen, während negative nonverbale Signale selbst die besten verbalen Argumente zunichtemachen können.
- Was passiert, wenn verbale und nonverbale Signale widersprüchlich sind?
- Wenn verbale und nonverbale Signale nicht übereinstimmen (Inkongruenz), dominieren in den meisten Fällen die nonverbalen Signale die Wahrnehmung des Empfängers. Dies führt zu Verwirrung, Misstrauen und dazu, dass die verbale Botschaft nicht als glaubwürdig oder aufrichtig empfunden wird. Der Empfänger neigt dazu, den nonverbalen Hinweisen mehr Glauben zu schenken als den gesprochenen Worten.
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