Was ist das Gebet im Christentum?

Wofür Beten wir? Inhalt und Inspiration

10/09/2021

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Nachdem wir uns in dieser vierteiligen Reihe bereits mit der grundlegenden Frage beschäftigt haben, warum wir überhaupt beten müssen, und erörtert haben, warum uns das Beten oft so schwerfällt, sowie die „Rahmenbedingungen“ für unser Gebet abgesteckt haben, widmen wir uns heute dem Kernstück: dem Inhalt unserer Gebete. Die Frage, die uns leitet, ist einfach und doch tiefgründig: Wofür sollen wir beten? Es geht darum, nicht nur zu wissen, dass wir beten sollen, sondern auch, was wir vor Gott bringen können, um unser Gebetsleben reich und umfassend zu gestalten.

Was ist das wichtigste Gebet für ChristInnen und Christen?
Das wichtigste Gebet für Christinnen und Christen ist das Vaterunser. Es gibt darüber hinaus viele andere gute Vorlagen, zum Beispiel Luthers Morgen- und Abendsegen und viele Psalmen. Für Christinnen und Christen ist Gott ein Gegenüber, mit dem man genauso sprechen kann wie mit einem Menschen.

Wenn wir über den Inhalt des Gebets nachdenken, erkennen wir schnell, dass es nicht die eine, einzige Form des Betens gibt. Das private Gebet, auf das wir uns hier konzentrieren, kann viele Facetten haben. Um uns der Frage, wofür wir beten sollen, zu nähern, ist es hilfreich, sich zunächst daran zu erinnern, was Beten überhaupt bedeutet. Eine prägnante Definition finden wir im New City Katechismus, der das Gebet als das „Ausschütten des Herzens vor Gott“ beschreibt – und zwar durch Lob, Flehen, Sündenbekenntnis und Danksagung. Diese vier Aspekte bilden das Fundament eines ganzheitlichen Gebetslebens.

Inhaltsverzeichnis

Die Vier Dimensionen des Gebets

Der New City Katechismus teilt das Gebet in vier essenzielle Aspekte ein, die uns als Leitfaden dienen können, um unser Gebet vielseitig und umfassend zu gestalten. Diese Dimensionen helfen uns, unser gesamtes Spektrum an Emotionen und Bedürfnissen vor Gott zu bringen:

  • Lob/Anbetung: Hier geht es darum, Gott für das zu preisen, was er ist – seine Heiligkeit, seine Allmacht, seine Liebe, seine Gerechtigkeit – und für all das, was er tut. Es ist die Anerkennung seiner Größe und Souveränität.
  • Flehen/Bitten: Dies umfasst das Darlegen unserer eigenen Sorgen, Nöte und Anliegen sowie die unserer Mitmenschen. Es ist der Ausdruck unserer Abhängigkeit von Gott und unserer Hoffnung auf seine Hilfe und Fürsorge.
  • Sündenbekenntnis: Dieser Aspekt beinhaltet das aufrichtige Bekennen unserer Schuld und unserer Fehler vor Gott. Es ist ein Akt der Demut und der Suche nach Vergebung und Reinigung.
  • Danksagung: Hier danken wir Gott für alles, was er in der Vergangenheit getan hat, was er gegenwärtig tut und was er in Zukunft tun wird. Es ist der Ausdruck unserer Dankbarkeit für seine Gnade, seine Güte und seine Treue.

Sicherlich könnten diese vier Aspekte noch weiter untergliedert werden, aber für unsere Zwecke wollen wir es bei dieser klaren Einteilung belassen. Es ist jedoch wichtig, sich zu fragen, wie ausgewogen diese Aspekte in unserem persönlichen Gebetsleben sind. Oft neigen wir dazu, uns auf ein oder zwei Aspekte zu konzentrieren und andere zu vernachlässigen.

Denken Sie einmal über Ihre Gebete der letzten Woche nach. Gibt es einen klaren Schwerpunkt? Vielleicht dominieren Bitten oder Danksagungen, während das Sündenbekenntnis oder der reine Lobpreis zu kurz kommen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schnell unser Gebet einseitig werden kann. Eine bewusste Selbstprüfung anhand dieser vier Dimensionen kann uns helfen, Bereiche zu identifizieren, in denen wir unser Gebetsleben anpassen und bereichern können.

Die Ausgewogenheit im Gebet finden

Um die Balance in Ihrem Gebetsleben zu fördern, können Sie die folgende Tabelle nutzen, um zu reflektieren und sich neue Impulse zu holen:

GebetsaspektBeschreibungBeispiele für GebetsinhalteHäufigkeit in meinem Gebet (Skala 1-5)
Lob/AnbetungGott für seine Eigenschaften und Werke preisenSeine Heiligkeit, Allmacht, Liebe; die Schönheit der Schöpfung; sein Charakter
Flehen/BittenEigene und fremde Anliegen vor Gott bringenPersönliche Sorgen, Gesundheit, Weisheit; Fürbitte für Familie, Freunde, Gemeinde, Welt
SündenbekenntnisSchuld eingestehen und Vergebung suchenKonkrete Verfehlungen, Mängel im Charakter, Reue über Gedanken und Taten
DanksagungGott für seine Taten und Güte dankenFür Gaben, Schutz, Vergebung, Erlösung, tägliche Versorgung, erfüllte Gebete

Füllen Sie die letzte Spalte für sich selbst aus. Wo sehen Sie Stärken, wo Schwächen? Diese einfache Übung kann der erste Schritt sein, um Ihr Gebet bewusster und vollständiger zu gestalten.

Das Wort Gottes als Quelle des Gebetsinhalts

Die Frage „Wofür soll ich beten?“ oder besser noch „Mit was soll ich beten?“ führt uns unweigerlich zur Bibel, dem Wort Gottes. Der New City Katechismus gibt hier die klare Antwort: „Das gesamte Wort Gottes leitet und inspiriert uns in dem, was wir beten sollen, einschließlich dem Gebet, das Jesus selbst uns gelehrt hat.“

Es mag logisch erscheinen, dass die Bibel die Grundlage unseres christlichen Gebets ist. Doch welche Rolle spielt sie tatsächlich in Ihrem Gebetsleben? Die Bibel ist nicht nur ein Buch, das wir lesen, sondern eine lebendige Quelle, die uns Gott selbst offenbart. Im Gebet richten wir uns an Gott, den wir durch sein Wort kennenlernen. Die Schöpfung vermittelt uns zwar einen Eindruck von Gottes Größe und Majestät, aber nur durch die Bibel lernen wir seine Verheißungen und seinen Heilsplan kennen. Nur in ihr finden wir das Evangelium von Jesus Christus, das uns überhaupt erst die Zuversicht zum Beten gibt und uns Zugang zu Gott verschafft.

Die Bibel und das Gebet gehören untrennbar zusammen. Die Bibel lehrt uns, wer Gott ist, was er liebt und was ihm wichtig ist. Sie gibt uns Worte, wenn uns die eigenen fehlen, und sie formt unser Herz, damit unsere Bitten mit Gottes Willen übereinstimmen. Im Folgenden werden wir einige konkrete Ansätze besprechen, wie Sie die Bibel aktiv in Ihr Gebetsleben integrieren können.

Konkrete Wege: Mit der Bibel beten

1. Das Vaterunser beten

Das Vaterunser ist wohl das bekannteste Gebet der Bibel und dient als Mustergebet, das Jesus selbst seine Jünger lehrte (vgl. Mt 6,9-13 und Lk 11,1-4). Es ist bemerkenswert, wie dieses kurze Gebet alle vier Aspekte des Gebets – Lob und Anbetung, Dank, Fürbitte und Sündenbekenntnis – in sich vereint.

Es beginnt und endet mit der Ausrichtung auf Gott:

Unser Vater, der du bist in den Himmeln, geheiligt werde dein Name; dein Reich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf der Erde. … Denn dein ist das Reich und die Kraft und Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Anschließend folgen Bitten und Danksagung für die tägliche Versorgung:

Unser tägliches Brot gib uns heute

Darauf folgen das Sündenbekenntnis und die Fürbitte:

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben; und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns von dem Bösen!

Hier sind ein paar praktische Hinweise, wie Sie das Vaterunser für Ihr Gebetsleben nutzen können:

  • Als „Starthilfe“ nutzen: Wenn Ihnen die Worte fehlen oder Sie nicht wissen, wie Sie anfangen sollen, beginnen Sie einfach mit dem Vaterunser. Ob Sie sich an den genauen Wortlaut halten oder ihn als Inspiration nutzen, ist zweitrangig. Es kann Ihnen helfen, überhaupt ins Gebet zu finden.
  • Als inhaltlichen Leitfaden: Betrachten Sie das Vaterunser als Gedankenstütze, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Die Reihenfolge – Anbetung, Dank, Fürbitte, Bekenntnis – kann Ihnen helfen, alle wichtigen Aspekte zu berücksichtigen und einseitige Gebete zu vermeiden.
  • Bewusst Wort für Wort beten: Gerade wenn das Vaterunser Ihnen so vertraut ist, dass Sie es gedankenlos herunterbeten könnten, nehmen Sie sich bewusst Zeit für jedes Wort. Was bedeutet es, dass Gott „unser Vater“ ist, nicht nur „mein Vater“? Warum „Reich komme“? Die einzelnen Worte sind reich an Bedeutung und können Ihr Gebet vertiefen.

Timothy Keller fasst es treffend zusammen: „Das Vaterunser ist so etwas wie die Zusammenfassung aller anderen Gebete, die große Gebetsvorlage, was die Prioritäten und Themen, den Zweck, ja den Geist allen Betens betrifft.“

2. Die Psalmen beten

Die Psalmen sind das Gesangs- und Gebetsbuch des Volkes Gottes, bestehend aus 150 Liedern, die über einen langen Zeitraum von verschiedenen Autoren verfasst wurden. Ihr Reichtum liegt darin, dass sie für jede erdenkliche Lebenssituation einen Ausdruck bieten. Ob Lobpreis, Danksagung, Sündenbekenntnis, Zweifel an Gott oder Fürbitte – in den Psalmen werden wir fündig.

Hier sind einige Tipps, wie Sie die Psalmen gewinnbringend lesen und beten können:

  • Wählen Sie eine passende Bibelübersetzung: Manchmal kann altes Sprachgut das Verständnis erschweren. Vergleichen Sie verschiedene Übersetzungen wie die Neue Genfer Übersetzung (NGÜ) oder die Elberfelder-Bibel, um diejenige zu finden, die Ihnen hilft, die Botschaft des Psalms am besten zu erfassen.
  • Nutzen Sie eine Studienbibel: Gerade wenn Sie noch nicht so vertraut mit den Psalmen sind, kann ein kurzer Kommentar oder eine Studienbibel mit Hintergrundinformationen zu den jeweiligen Psalmen eine große Hilfe sein.
  • Beginnen Sie bei Psalm 1: Die Psalmen folgen einer gewissen Struktur. Es ist empfehlenswert, mit Psalm 1 zu beginnen und sich systematisch durchzuarbeiten. Selbst wenn Sie nur jeden zweiten Tag einen Psalm lesen und beten, können Sie alle Psalmen in einem Jahr durchbeten.
  • Machen Sie die Psalmen zu Ihren Gebeten: Adaptieren Sie die Psalmen für Ihre aktuelle Situation. Ein Klagepsalm kann zu einem Dankgebet werden, wenn Ihre Situation gut ist, oder Sie können ihn für andere beten, die leiden. Umgekehrt können Sie aus einem Psalm der Freude eine Klage machen, wenn Ihnen die Freude fehlt. Manchmal spricht Sie auch nur eine einzelne Aussage an – machen Sie daraus Ihr Gebet.
  • Markieren Sie besondere Psalmen: Mit der Zeit werden Ihnen bestimmte Psalmen ans Herz wachsen, weil sie besonders in Ihre Situation sprechen. Markieren Sie diese, um jederzeit auf sie zurückgreifen zu können.

Das Wunderbare an den Psalmen ist, dass sie uns vor einer inhaltlichen Schieflage bewahren, da sie uns vom höchsten Lob bis zur tiefsten Klage führen und uns zeigen, welche Anliegen Gottes Volk zu allen Zeiten bewegt haben.

3. Die Zehn Gebote beten

Dieser Punkt mag überraschen, doch die Zehn Gebote (vgl. 2Mo 20,1-17) offenbaren den grundlegenden moralischen Willen Gottes. Sie zeigen uns komprimiert, was Gott wichtig ist – sowohl in Bezug auf unsere Beziehung zu ihm als auch zu unseren Mitmenschen. Wir können die Zehn Gebote sowohl negativ als auch positiv lesen und beten.

  • Negativ (als Sündenbekenntnis): Wenn wir die Gebote als Verbote verstehen (z.B. „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“, „Du sollst nicht stehlen“), können wir sie als geistlichen „Check-Up“ nutzen. Beim betenden Lesen kann der Heilige Geist uns auf Dinge aufmerksam machen, die wir vielleicht übersehen haben, und uns zu aufrichtigem Bekenntnis führen.
  • Positiv (als Dankgebet und Fürbitte): Die Gebote verbieten nicht nur, sondern schützen auch Wertvolles. Wenn Gott Diebstahl verbietet, bestätigt er den Wert des Eigentums. Wenn er Neid verbietet, ermutigt er zur Zufriedenheit. Das Sabbatgebot kann zu einem Dankgebet für Arbeit und Ruhe werden. Wir können Gott danken, dass er sich um seine Schöpfung sorgt und für die Verheißung einer erneuerten Erde.

So können die Zehn Gebote eine erfrischende Grundlage für Ihr Gebet sein, besonders wenn Sie nach Abwechslung suchen oder nicht wissen, wofür Sie beten sollen.

4. Anhand der Frucht des Geistes beten

Eine weitere wertvolle Grundlage für das Gebet ist die Auflistung der Frucht des Geistes, die Paulus in Galater 5,22-23 nennt: „Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit.“

Diese Eigenschaften sind das, worin wir als Christen unser Leben lang wachsen sollen. Wir können diese Liste in unser Gebetsleben integrieren, indem wir:

  • Um Vergebung bitten, wo wir in diesen Bereichen gesündigt haben.
  • Gott danken, wo wir Fortschritte machen und sein Geist in uns wirkt.
  • Ihn bitten, uns in diesen Dingen weiter wachsen zu lassen und uns zu helfen, diese Früchte in unserem Alltag zu zeigen.

Das Vaterunser, die Psalmen, die Zehn Gebote und die Frucht des Geistes sind nur einige Beispiele, wie wir mit der Bibel beten können. Es gibt darüber hinaus noch weitere hilfreiche Ansätze.

Ergänzende Hilfsmittel für ein vielseitiges Gebet

Neben dem Gebet mit der Bibel gibt es weitere praktische Hilfsmittel, die Ihr Gebetsleben bereichern und strukturieren können:

5. Gebetslisten

Zahlreiche christliche Organisationen und Gemeinden stellen Gebetslisten zur Verfügung, die tägliche Anliegen, missionsspezifische Bedürfnisse oder Gebetsanliegen für Gemeindemitglieder enthalten. Solche Listen sind eine große Hilfe, um den Fokus im Gebet über die eigenen Bedürfnisse hinaus zu erweitern und für andere zu beten. Sie können dazu beitragen, dass man sich nicht nur um sich selbst dreht.

Eine mögliche Liste könnte beispielsweise „Männer beten für ihre Frauen“ sein, die Ehemänner ermutigt, täglich unter einem anderen Gesichtspunkt für ihre Ehefrauen zu beten. Der Nachteil von Gebetslisten ist jedoch, dass sie manchmal dazu führen können, das persönliche Gebet über dem Wort Gottes zu vernachlässigen.

6. Thematisch Beten

Bei dieser Methode widmen Sie jeden Tag der Woche einem bestimmten Schwerpunkt. Zum Beispiel könnten Sie montags für persönliche Heiligung beten, mittwochs für befreundete Missionare und samstags für die Familie. Diese Herangehensweise ist besonders hilfreich, wenn Sie viele Verantwortungsbereiche im Leben haben und sicherstellen möchten, dass Sie alle wichtigen Bereiche regelmäßig ins Gebet einschließen.

7. Gebetstagebücher

Ein Gebetstagebuch zu führen kann eine sehr nützliche Praxis sein, je nachdem, wie viel Zeit Sie zur Verfügung haben. Das Aufschreiben der eigenen Gebete zwingt uns, unsere Gedanken zu konzentrieren. Darüber hinaus bieten Gebetstagebücher den Vorteil, dass Sie zurückblättern und nachverfolgen können, wofür Sie gebetet haben und wie Gott auf Ihre Gebete geantwortet hat. Dies kann den Glauben stärken und die Dankbarkeit fördern.

Häufig gestellte Fragen zum Gebetsinhalt

Muss ich jeden der vier Aspekte (Lob, Flehen, Bekenntnis, Dank) in jedem Gebet nutzen?

Nein, das ist nicht zwingend notwendig. Nicht jedes Gebet muss immer exakt alle vier Aspekte aufweisen. Manchmal werden Sie sich auf einen bestimmten Aspekt konzentrieren, je nach Ihrer Situation oder Ihrem Anliegen. Der Gedanke ist vielmehr, dass Ihr Gebetsleben als Ganzes diese vier Dimensionen über einen längeren Zeitraum hinweg umfasst und nicht einseitig wird.

Welche Bibelübersetzung ist am besten für das Beten der Psalmen?

Es gibt keine „beste“ Übersetzung, da dies sehr persönlich ist. Wichtig ist, dass Sie eine Übersetzung wählen, mit der Sie gut klarkommen und die Ihnen hilft, die grundlegende Botschaft des Psalms zu verstehen. Viele empfinden modernere Übertragungen wie die Neue Genfer Übersetzung (NGÜ) als leichter verständlich, während andere die wortgetreuere Elberfelder-Bibel bevorzugen. Probieren Sie verschiedene aus und finden Sie diejenige, die Ihnen am hilfreichsten erscheint.

Ist es in Ordnung, das Vaterunser nur auswendig zu beten?

Es ist völlig in Ordnung, das Vaterunser auswendig zu beten. Viele Christen tun dies als tägliche Praxis. Es wird jedoch empfohlen, es nicht nur gedankenlos herunterzuleiern, sondern bewusst Wort für Wort zu beten und über die Bedeutung nachzudenken. Dies kann das Gebet vertiefen und es zu einer echten Begegnung mit Gott machen.

Wie kann ich anfangen, wenn mir das Beten schwerfällt oder ich nicht weiß, wofür ich beten soll?

Beginnen Sie klein. Nutzen Sie das Vaterunser als Starthilfe oder nehmen Sie sich einen Psalm vor, der Ihre aktuelle Gefühlslage widerspiegelt. Die oben genannten Hilfsmittel wie Gebetslisten oder die Frucht des Geistes können ebenfalls gute Ausgangspunkte sein. Wichtig ist, überhaupt anzufangen und sich nicht von Perfektionismus lähmen zu lassen. Gott hört jedes Gebet, das von Herzen kommt.

Sollte ich nur für mich selbst beten?

Obwohl es natürlich ist, für sich selbst zu beten, ermutigt die Bibel uns auch zur Fürbitte für andere. Das Vaterunser lehrt uns, „unser“ Brot zu bitten und „unsere“ Schuld zu bekennen, was eine Gemeinschaftsperspektive einschließt. Gebetslisten und das thematische Beten sind hervorragende Möglichkeiten, um den Blick über sich selbst hinaus zu weiten und für Familie, Freunde, Gemeinde und die Welt zu beten.

Fazit

„Wofür soll ich beten?“ – diese Ausgangsfrage hat uns durch diesen Artikel geführt. Wie Sie gesehen haben, gibt uns vor allem die Bibel eine unermessliche Fülle an Gründen und Wegen, wofür wir beten sollen. Das Vaterunser liefert uns die Prioritäten und ein Muster, während die Psalmen alle Bereiche menschlicher Erfahrung abdecken, vom höchsten Lob Gottes bis zur tiefsten Klage.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Ihr Gebetsleben zu gestalten und zu bereichern. Wie bei jedem Vorhaben können zu viele Wahlmöglichkeiten auch überfordern. Deshalb haben wir uns auf einige bewährte Methoden konzentriert. Wenn Sie noch ganz am Anfang stehen, empfehle ich Ihnen, mit einem der genannten Ansätze zu beginnen, wie zum Beispiel dem bewussten Beten des Vaterunsers oder der Lektüre der Psalmen. Das Andachtsbuch von Timothy Keller über die Psalmen, „Ein Jahr mit den Psalmen“, kann hierbei ein ausgezeichneter Einstieg sein.

Sollten Sie merken, dass eine „Methode“ nicht gut zu Ihnen passt, probieren Sie einfach eine andere aus. Vielleicht entdecken Sie die Freude am Schreiben eines Gebetstagebuchs oder am thematischen Gebet. Das Wichtigste ist jedoch, dass wir überhaupt anfangen zu beten und diese lebenslange Tätigkeit pflegen. Unser Gebetsleben wird sich zwangsläufig vielen Veränderungen unterwerfen; fangen Sie heute damit an!

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