Wer hat das Taufbund-Lied erfunden?

Das Taufbund-Lied: Eine Reise durch die Zeit

04/04/2025

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Das Lied „Fest soll mein Taufbund immer stehn“ ist für viele Gläubige untrennbar mit der Erinnerung an die Erstkommunion oder Taufe verbunden. Es ist ein Gesang, der Generationen begleitet hat, mal geliebt, mal kritisiert, aber stets präsent. Für mich persönlich war es am 24. April 1949 ein zentraler Bestandteil meiner Erstkommunion, als wir Kinder im „Magnifikat“ unser Taufversprechen erneuerten. Doch die Geschichte dieses Liedes ist weit komplexer und widersprüchlicher, als man auf den ersten Blick vermuten mag. Es ist eine Erzählung von Wandel, Kritik und der stetigen Suche nach angemessenem Ausdruck des Glaubens.

Wie singt man ein Lied bei einer Tauffeier?
Für mittlere bis tiefere Frauenstimmen wäre das Lied in der Tonlage A-Dur gut zu singen. Auch dieses Lied kann natürlich von einer Solistin oder dem Chor vorgetragen werden, gerade, wenn bei einer Tauffeier weniger Sänger und Sängerinnen unter den Gästen sind. Mehr als drei Strophen werden meistens nicht gesungen.
Inhaltsverzeichnis

Die Ursprünge und die wechselnde Autorenschaft des Taufbund-Liedes

Die Frage nach dem eigentlichen Schöpfer eines Kirchenliedes ist oft vielschichtig, und „Fest soll mein Taufbund immer stehn“ bildet hier keine Ausnahme. Die erste Quelle aus dem „Magnifikat“, dem katholischen Gebet- und Gesangbuch für die Erzdiözese Freiburg von 1929, nennt noch keine Autoren. Erst in der Neuauflage des „Magnifikat“ von 1960 (Nr. 451) werden namentlich Chr. B. Verspoell für den Text (1810) und Bone (1826) für die Weise genannt. Dies ist die erste offizielle Zuschreibung, die in den kirchlichen Gesangbüchern der damaligen Zeit zu finden war.

Interessanterweise liefert eine andere Quelle, die sich ebenfalls mit diesem Lied befasst, leicht abweichende Informationen. Dort wird der Text dem münsterischen Priester Friedrich Matthias Berghaus († 1814) zugeschrieben, während die Melodie Chrysanth Joseph Bierbaum († 1868) zugeordnet wird. Es wird sogar Christoph Bernhard Verspoell († 1818) zusätzlich als Textautor genannt. Diese Diskrepanz in der Autorenschaft des Textes – ob nun primär Berghaus oder Verspoell – ist ein wiederkehrendes Thema in der Kirchenliedforschung und zeigt die Schwierigkeit, eindeutige Zuschreibungen für Werke aus dem 19. Jahrhundert zu treffen, insbesondere wenn sie in verschiedenen Sammlungen auftauchen. Es scheint, dass sowohl Berghaus als auch Verspoell, die beide im frühen 19. Jahrhundert wirkten, an der Entstehung oder Bearbeitung des Textes beteiligt gewesen sein könnten, oder dass ihre Werke im Laufe der Zeit miteinander verschmolzen wurden.

Was die Melodie betrifft, so scheint die Zuschreibung an Chrysanth Joseph Bierbaum (1789-1868) weitaus konsistenter zu sein. Bierbaum, ein Kaplan an St. Remigius in Bonn, veröffentlichte seine Melodie 1826 im Gesangbuch von Verspoell. Dies erklärt die anfängliche Nennung von „Bone 1826“ für die Weise im „Magnifikat“ von 1960, da Bone möglicherweise der Herausgeber oder ein Sammler war, der Bierbaums Melodie in seine Sammlung aufnahm. Ursprünglich wurde die Melodie in F-Dur notiert und zeichnete sich durch einen stattlichen Tonumfang einer Dezime aus. Im Laufe der Jahre erfuhr sie jedoch Transpositionen: Im „Magnifikat“ von 1929 und 1960 wurde sie einen Ton tiefer in Es-Dur gesetzt, und im „Gotteslob“ von 2013 findet man sie in D-Dur. Es ist bemerkenswert, dass das Lied im „Magnifikat“ von 1909, das strengere Maßstäbe anlegte („Omnia ad maiorem Dei gloriam“), überhaupt nicht enthalten war, was bereits früh auf eine kritische Haltung gegenüber seinem musikalischen und textlichen Charakter hindeuten könnte.

Die Evolution des Liedtextes: Von Verspoell zu Peusquens

Der Text von „Fest soll mein Taufbund immer stehn“ hat im Laufe der Jahrzehnte erhebliche Veränderungen erfahren, die nicht nur stilistische, sondern auch theologische und gesellschaftliche Entwicklungen widerspiegeln. Während das Lied im „Gotteslob“ von 1975, das eine eher ablehnende Haltung gegenüber vielen Liedern des 19. Jahrhunderts einnahm, noch vergeblich gesucht wurde, erlebte es in der Neuauflage von 2013 eine Wiederaufnahme unter der Überschrift „Taufe“ (Nr. 848 im Anhang). Diese Wiederaufnahme war jedoch nicht ohne Anpassungen.

Die größte Veränderung betrifft die Erweiterung des Liedes auf drei Strophen, wobei insbesondere die erste und dritte Strophe eine Neudichtung durch Karl Günter Peusquens (1925-1994), einen ehemaligen Pfarrer an St. Aposteln in Köln, erfahren haben. Peusquens’ Arbeit zielte darauf ab, den Text an moderne theologische Sensibilitäten anzupassen und Formulierungen zu entschärfen, die heute als veraltet oder problematisch empfunden werden könnten. Ein prägnantes Beispiel hierfür ist die erste Strophe, in der die ursprüngliche, heute oft als autoritär empfundene Aussage „ich will die Kirche hören“ durch „zum Herrn will ich gehören“ ersetzt wurde. Dies ist ein klares Beispiel für die „Desinfektion“ des Textes, wie es in der Quelle treffend beschrieben wird. Die Tabelle unten verdeutlicht diese Anpassungen:

Originaltext (Verspoell, 1929)Neu-Text (Peusquens, 2013)Anmerkung zur Änderung
Fest soll mein Taufbund immer stehn,Fest soll mein Taufbund immer stehn,Unverändert beibehalten
ich will die Kirche hören.zum Herrn will ich gehören.„Kirche“ ersetzt durch „Herrn“, reduziert autoritäre Konnotation
Sie soll mich allzeit gläubig sehnEr ruft mich, seinen Weg zu gehnFokus von der Kirche auf die persönliche Beziehung zu Gott
und folgsam ihren Lehren.und will sein Wort mich lehren.Betonung auf Gottes Wort statt kirchlicher Lehren
Dank sei dem Herrn, der mich aus Gnad‘Dank sei dem Herrn, der mich aus Gnad‘Unverändert beibehalten
in seine Kirch‘ berufen hat;in seine Kirch‘ berufen hat;Unverändert beibehalten (wird im Text kritisch hinterfragt)
nie will ich von ihr weichen.ihm will ich gläubig folgen.„Weichen“ ersetzt durch „folgen“, Fokus auf Nachfolge Christi

Die dritte Strophe ist eine vollständige Neudichtung von Peusquens, was die Anpassungsbereitschaft des Liedes an neue theologische Inhalte unterstreicht. Die Beibehaltung der Endreime, auch bei inhaltlichen Änderungen, zeigt den Wunsch, den ursprünglichen Klang des Liedes zu bewahren, während die Botschaft modernisiert wird.

Auch die zweite Strophe erfuhr leichte Modernisierungen, die jedoch von einem unbekannten Autor vorgenommen wurden. Formulierungen wie „wandle“ wurden zu „gehe“ und „Getreuer“ zu „Du treuer“ vereinfacht. Obwohl diese Änderungen die Sprache zugänglicher machen, geht dabei bisweilen die ursprüngliche „Farbe“ und poetische Tiefe verloren. Die Formulierung „und lass mich selig werden“ erinnert an ältere Hymnen des 18. Jahrhunderts und könnte ebenfalls einer Modernisierung bedürfen. Die Zeile „dass ich erhalte seinen Lohn“ in Bezug auf den Sohn Gottes wirft theologische Fragen auf, da der Platz „zur Rechten des Vaters“ symbolisch besetzt ist und die Belohnung eher allgemein im „Himmel droben“ zu verorten ist, als einen spezifischen „Lohn“ zu erwarten.

Die textliche Entwicklung des Taufbund-Liedes ist somit ein Spiegelbild des kirchlichen Wandels und des Versuchs, traditionelle Inhalte in einer zeitgemäßen Form zu präsentieren, auch wenn dies manchmal zu inhaltlichen Kompromissen oder dem Verlust ursprünglicher Nuancen führt.

Die Melodie von Chrysanth Joseph Bierbaum: Eine musikalische Betrachtung

Die Melodie des Taufbund-Liedes, komponiert von Chrysanth Joseph Bierbaum, ist ein zentrales Element, das dem Lied seine unverwechselbare Identität verleiht. Sie wurde 1826 im Gesangbuch von Verspoell veröffentlicht und zeichnete sich ursprünglich durch ihren stattlichen Tonumfang einer Dezime in F-Dur aus. Im Laufe der Zeit wurde sie in verschiedene Tonarten transponiert – in den „Magnifikat“-Ausgaben von 1929 und 1960 in Es-Dur, und im „Gotteslob“ von 2013 in D-Dur. Diese Transpositionen sind oft notwendig, um die Singbarkeit für die Gemeinde zu verbessern und an die durchschnittliche Stimmlage anzupassen.

Musikalisch lässt sich die Melodie in zwei Hauptteile gliedern: Teil A, der wiederum in die Abschnitte 'a' und 'b' unterteilt ist, und Teil B, bestehend aus 'c', 'a'' und 'b'. Die Eröffnung des 'a'-Teils ist besonders markant: Ein abwärtsführender Dreiklang bereitet das nachfolgende Wort des Textes vor, wie etwa bei „Fest soll mein“, „sie soll mich“, „die rechten“ oder „Getreuer Gott“. Diese musikalische Geste ist effektiv und einprägsam.

Kritische Stimmen bemängeln jedoch, dass die abgeschwächte Form am Beginn von Teil 'b' – charakterisiert durch drei abwärtsgehende Tonleiterschritte – nicht den gewünschten Kontrast zu Teil 'a' bildet. Dies kann dazu führen, dass die Melodie an Schwung verliert oder repetitiv wirkt. Noch problematischer sind Passagen im zweiten und dritten Takt sowie im letzten Takt von Teil 'a', wo zwei Töne über einer einzigen Silbe gesungen werden müssen. Solche Melismen auf einsilbigen Wörtern wie „stehn“, „seh“, „hat“, „ich“, „mich“ oder „Lohn“, insbesondere bei aufwärtsführenden Quarten oder Sexten, können an dieser Stelle als höchst rührselig empfunden werden und den musikalischen Fluss stören. Sie verleihen dem Lied einen emotionalen Überschuss, der von manchen als kitschig wahrgenommen wird.

Der Teil 'c' der Melodie führt mit ständigen Tonwiederholungen von der Quinte zur Oktave, dem höchsten Ton der Melodie. Diese Struktur ist einfach und direkt, was einerseits wirkungsvoll sein kann, andererseits aber auch als zu schlicht empfunden werden könnte, wodurch die musikalische Wirkung gemindert wird. Im Teil 'a'' begegnen uns wieder ein Tonleiterausschnitt ähnlich dem in 'b' und die Zweiergruppen aus 'a', was eine gewisse musikalische Kohärenz schafft, aber auch zur bereits erwähnten Wiederholungstendenz beiträgt.

Insgesamt ist Bierbaums Melodie eingängig und hat zweifellos zur Popularität des Liedes beigetragen. Ihre schlichte Struktur und die gelegentlichen emotionalen Höhepunkte haben sie über lange Zeit hinweg für Gemeinden zugänglich gemacht. Die genannten musikalischen Eigenheiten tragen jedoch zu der kritischen Bewertung bei, die das Lied im Laufe seiner Geschichte immer wieder erfahren hat.

Kritische Stimmen und alternative Vorschläge

Die Geschichte des Taufbund-Liedes ist nicht nur eine der Beliebtheit, sondern auch eine der Kritik. Bereits in den späten 1930er Jahren ordnete mein Vater, Anton Stingl, das Lied in seinem Aufsatz „Kunst und Kitsch im deutschen Kirchenlied“ unter die kitschigen Lieder des 19. Jahrhunderts ein. Dieses Urteil, das er in den „Werkblättern Volk, Sprache, Kunst“ (Heft 4/5, Aachen 1938/39, S. 216) veröffentlichte, traf den Nerv der Zeit und spiegelte eine generelle Ablehnung vieler sentimentaler und musikalisch als minderwertig empfundener Lieder dieser Epoche wider. Die Anekdote von den sich verbiegenden Kerzen der Erstkommunikanten auf dem Weg zur Dankandacht an einem ungewöhnlich warmen Frühlingstag mag metaphorisch für die „Verbiegung“ der Kunst im Kitsch stehen, wie sie mein Vater empfand.

Wer hat das Taufbund-Lied erfunden?
Die Melodie des Taufbund-Liedes stammt von Chrysanth Joseph Bierbaum (1789-1868), einem Kaplan an St. Remigius in Bonn, und wurde 1826 im Gesangbuch von Verspoell veröffentlicht. Ursprünglich stand sie mit ihrem stattlichen Tonumfang einer Dezime in F-Dur.

Die Ablehnung im „Gotteslob“ von 1975 passte ebenfalls zu dieser kritischen Haltung gegenüber den Liedern des 19. Jahrhunderts im Stammteil des Gesangbuches. Erst die Wiederaufnahme im „Gotteslob“ von 2013, das sich breiter für das Neue Geistliche Lied des 20. Jahrhunderts sowie für bisher verschmähte Gesänge des 19. Jahrhunderts öffnete, signalisierte eine gewisse Rehabilitation, wenn auch mit den bereits diskutierten textlichen Anpassungen.

Angesichts dieser Kritik und der musikalischen Eigenheiten, die manchmal als „schmalzig“ empfunden werden, wurden auch Alternativen zu Bierbaums Melodie und sogar zum gesamten Lied vorgeschlagen. Ein interessanter Gedanke ist die Verwendung einer Melodie aus dem 17. Jahrhundert, um dem Lied eine andere musikalische Ästhetik zu verleihen. Die Melodie des Liedes „Der Geist des Herrn erfüllt das All“ von Melchior Vulpius (GL 347, im EG Nr. 293 „Lobt Gott den Herrn, ihr Heiden all“) wird als geradezu ideal für den Text von „Fest soll mein Taufbund immer stehn“ vorgeschlagen. Diese Wahl würde dem Lied sofort eine neue, weniger sentimentale und musikalisch vielleicht reifere Anmutung verleihen, wodurch, wie es heißt, „aller Schmalz schleunigst verschwunden“ wäre.

Eine noch umfassendere Alternative, die den gesamten Bereich des Taufgeschehens aus der Ich-Perspektive schildert und dabei eine als passender empfundene musikalische und textliche Qualität aufweist, ist das Lied „Ich bin getauft und Gott geweiht“ (GL 491). Mit dem Text von Ludwig Dörr und der Melodie von Caspar Ulenberg bietet dieses Lied eine theologisch und musikalisch stimmigere Option für die Thematik der Tauferneuerung und des Taufbundes. Es vermeidet die kritisierten Elemente des Taufbund-Liedes und bietet eine eigenständige, kraftvolle Alternative, die den Geist der Taufe in einer modernen, aber dennoch tief verwurzelten Weise ausdrückt. Diese Alternativen zeigen, dass die Kirchenliedlandschaft dynamisch ist und ständig nach dem besten Ausdruck für den Glauben sucht.

Das Taufbund-Lied in der kirchlichen Praxis

Trotz der langen Geschichte von Kritik und Wandel bleibt „Fest soll mein Taufbund immer stehn“ ein bekanntes und beliebtes Kirchenlied, das sich gut für den gemeinsamen Gesang in der Gemeinde eignet, insbesondere bei Tauf- oder Tauferneuerungsfeiern. Seine Wiederaufnahme im aktuellen „Gotteslob“ unterstreicht seine anhaltende Relevanz im liturgischen Alltag.

Für den Einsatz in der Kirche gibt es einige praktische Hinweise, um die Wirkung des Liedes optimal zu entfalten. Zunächst sollte darauf geachtet werden, dass das Lied nicht zu hoch gesungen wird. Die Notation in vielen Gottesloben ist für die meisten Frauenstimmen oft etwas zu hoch angesetzt. Eine Transposition in eine tiefere Tonlage, beispielsweise in A-Dur, kann die Singbarkeit für mittlere bis tiefere Frauenstimmen erheblich verbessern und den Gemeindegesang erleichtern. Dies ist eine wichtige Überlegung für Organisten und Chorleiter.

Das Lied kann natürlich auch von einer Solistin, einem Solisten oder einem Chor vorgetragen werden, besonders wenn bei einer Tauffeier weniger geübte Sänger unter den Gästen sind. Dies ermöglicht eine professionellere Darbietung und kann das musikalische Erlebnis bereichern. In den meisten Fällen werden nicht mehr als drei Strophen gesungen, um die Aufmerksamkeit der Gemeinde zu erhalten und die liturgische Zeit nicht zu überdehnen.

Die Begleitung des Liedes erfolgt am besten durch Orgel, Klavier oder Gitarre. Diese Instrumente bieten eine solide harmonische Grundlage und können die Melodie wirkungsvoll unterstützen. Für den Fall, dass der Musiker kurzfristig ausfällt, besteht heutzutage auch die Möglichkeit, ein Piano-Instrumental einzusetzen. Solche Instrumentals bieten eine dezente Begleitung und sind oft in verschiedenen Tonarten erhältlich, was eine flexible Anpassung an die jeweilige Situation ermöglicht. Wie bei allen festlichen Kirchenliedern ist es ratsam, auf ein angemessenes Tempo zu achten – das Lied sollte nicht zu schnell gesungen werden, um seine feierliche und besinnliche Botschaft voll zur Geltung kommen zu lassen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie singt man ein Lied bei einer Tauffeier?

Bei einer Tauffeier sollte das Lied so gesungen werden, dass es die gesamte Gemeinde zum Mitsingen einlädt. Achten Sie darauf, die Tonart so zu wählen, dass sie für die meisten Stimmlagen angenehm ist; oft ist eine etwas tiefere Tonlage wie A-Dur für Frauenstimmen vorteilhaft. Das Tempo sollte feierlich und nicht zu schnell sein, um der Bedeutung des Anlasses gerecht zu werden. Eine Begleitung durch Orgel, Klavier oder Gitarre ist ideal, um die Melodie zu stützen. Bei Bedarf kann das Lied auch von einem Chor oder einem Solisten vorgetragen werden. Es ist üblich, zwei bis drei Strophen zu singen.

Woher bekomme ich Noten und Instrumentals zu „Fest soll mein Taufbund immer stehen“?

Noten und Instrumentals zu „Fest soll mein Taufbund immer stehen“ sind in der Regel über Musikverlage, spezialisierte Webshops für Kirchenmusik oder im Anhang des aktuellen „Gotteslobs“ (Nr. 848 im Anhang der Diözesanausgabe) erhältlich. Viele Online-Ressourcen bieten Noten zum Download an, oft inklusive Klaviernoten, Gesangsstimme und Gitarrenakkorden in verschiedenen Tonarten. Auch Instrumentalbegleitungen, wie dezente Piano-Instrumentals, können online gefunden und für den Einsatz in der Kirche genutzt werden.

Wer hat den Text zu „Fest soll mein Taufbund immer stehen“ verfasst?

Die Autorenschaft des Textes ist nicht eindeutig. Ursprünglich wurde der Text oft Christoph Bernhard Verspoell (1810) zugeschrieben. Andere Quellen nennen Friedrich Matthias Berghaus († 1814) als Textautor. In der Neufassung des Liedes für das „Gotteslob“ von 2013 wurden die erste und dritte Strophe von Karl Günter Peusquens (1925-1994) neu gedichtet oder stark überarbeitet, um den Text an moderne theologische Auffassungen anzupassen. Die zweite Strophe erfuhr leichte Modernisierungen durch einen unbekannten Autor.

Was bedeutet die Aussage „Ich will die Kirche hören“ im ursprünglichen Text und warum wurde sie geändert?

Die ursprüngliche Zeile „Ich will die Kirche hören“ drückt eine Haltung des Gehorsams und der Unterordnung unter die Lehren und Autorität der Kirche aus, wie sie im 19. Jahrhundert weit verbreitet war. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde diese Formulierung jedoch von vielen als zu autoritär oder paternalistisch empfunden und passte nicht mehr zum gewandelten Kirchenverständnis, das eine persönlichere Beziehung zu Gott und eine mündigere Rolle der Gläubigen betont. Daher wurde diese Zeile in der Neufassung von Karl Günter Peusquens im „Gotteslob“ 2013 in „zum Herrn will ich gehören“ geändert, um den Fokus stärker auf die direkte Beziehung zu Gott zu legen und die als problematisch empfundenen Aspekte der kirchlichen Autorität zu „desinfizieren“.

„Fest soll mein Taufbund immer stehn“ ist mehr als nur ein Lied; es ist ein lebendiges Zeugnis der Kirchengeschichte und des Wandels im Ausdruck des Glaubens. Von seiner Entstehung im 19. Jahrhundert über kritische Bewertungen bis hin zu seinen modernen Adaptionen hat es eine bemerkenswerte Reise hinter sich. Trotz aller Diskussionen über Text und Melodie bleibt es ein Lied, das die tiefe Bedeutung des Taufbundes und die Zugehörigkeit zu Gott und seiner Gemeinschaft feiert. Es erinnert uns daran, dass Glaube und seine Ausdrucksformen sich stetig entwickeln, um den Menschen in jeder Epoche eine Brücke zu Gott zu bauen.

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