Das Credo: Was der katholische Glaube verbietet

25/10/2022

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Der katholische Glaube ist ein komplexes Geflecht aus Überzeugungen, Traditionen und Praktiken, das Gläubigen seit Jahrtausenden Orientierung und Halt bietet. Im Zentrum dieses Glaubens steht das Credo, das Glaubensbekenntnis. Es ist weit mehr als nur eine Sammlung von Sätzen; es ist die Essenz dessen, woran Katholiken glauben. Doch während das Credo in erster Linie eine Reihe von Bekenntnissen und Affirmationen darstellt, impliziert es gleichzeitig klare Grenzen und lehnt bestimmte Vorstellungen oder Interpretationen ab. Es definiert, was als wahrer Glaube gilt und was nicht, und legt somit fest, welche Überzeugungen der katholische Glaube uns im Kern „verbietet“.

Was verbietet uns der katholische Glaube?
Denn wie uns die christliche Wahrheit zwingt, jede Person einzeln für sich als Gott und als Herrn zu bekennen, so verbietet uns der katholische Glaube, von drei Göttern oder Herren zu sprechen. Der Vater ist von niemandem gemacht noch geschaffen noch gezeugt. Der Sohn ist vom Vater allein, nicht gemacht noch geschaffen, aber gezeugt.
Inhaltsverzeichnis

Das Credo: Das Fundament des katholischen Glaubens

Das Wort „Credo“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Ich glaube“. Es ist der Anfang des wichtigsten Grundgebets der Christenheit und fasst die zentralen Lehrsätze des christlichen Glaubens zusammen. Im Laufe der Geschichte haben sich zwei offizielle Glaubensbekenntnisse in der Kirche etabliert, die beide ihre Wurzeln in der Antike haben und die wichtigsten Aussagen des Glaubens bündeln:

  • Das „kleine“ Glaubensbekenntnis: Das Apostolische Glaubensbekenntnis (Apostolikum)
  • Das „große“ Glaubensbekenntnis: Das Nizäno-Konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis (Nizäno-Konstantinopolitanum)

Diese Bekenntnisse sind nicht nur Gebete, sondern auch theologische Leitplanken, die die Identität des katholischen Glaubens definieren. Sie sind die Antwort der Kirche auf die Frage, wer Gott ist und was er für die Menschheit getan hat. Indem sie bestimmte Wahrheiten bekräftigen, schließen sie automatisch andere, widersprüchliche Auffassungen aus.

Das Apostolische Glaubensbekenntnis (Apostolikum): Die Wurzeln des Bekenntnisses

Das Apostolische Glaubensbekenntnis ist die älteste und bekannteste Form des Credos. Es soll auf die Apostel selbst zurückgehen, wobei die ältesten schriftlichen Aufzeichnungen bis ins 4. Jahrhundert reichen. Seine Verbreitung in der Westkirche, insbesondere unter dem Einfluss Karls des Großen im 9. Jahrhundert, festigte seine Bedeutung. Es ist ein prägnantes und doch umfassendes Bekenntnis, das die grundlegenden Säulen des christlichen Glaubens umschreibt.

Der Text des Apostolikums (Deutsch)

Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige katholische Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.

Implizite Verbote im Apostolikum

Obwohl das Apostolikum primär eine Reihe von Affirmationen ist, verbietet es implizit alles, was diesen Bekenntnissen widerspricht:

  • Die Ablehnung eines einzigen, allmächtigen Schöpfergottes (Polytheismus oder Atheismus).
  • Die Leugnung der göttlichen Sohnschaft Jesu Christi oder seiner menschlichen Geburt durch die Jungfrau Maria.
  • Die Verneinung von Jesu Leiden, Tod, Auferstehung und Himmelfahrt – Ereignisse, die zentral für das christliche Heilsverständnis sind.
  • Die Negierung des Heiligen Geistes als göttliche Person.
  • Die Ablehnung der Kirche als Gemeinschaft der Heiligen, der Vergebung der Sünden, der Auferstehung der Toten oder des ewigen Lebens.

Wer also beispielsweise nicht an die leibliche Auferstehung glaubt, widerspricht einer Kernbotschaft dieses Bekenntnisses.

Das Nizäno-Konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis: Die Verteidigung der Orthodoxie

Die „große“ Form des Credos entstand auf den Ökumenischen Konzilien von Nizäa (325 n. Chr.) und Konstantinopel (381 n. Chr.) und wurde auf dem Konzil von Chalcedon (451 n. Chr.) als verbindlich bestätigt. Dieses Credo entstand explizit vor dem Hintergrund von Auseinandersetzungen mit frühchristlichen Häresien, insbesondere dem Arianismus, der die volle Gottheit Jesu Christi leugnete. Es ist daher noch präziser in seinen theologischen Formulierungen.

Der Text des Nizäno-Konstantinopolitanum (Deutsch, Ökumenische Fassung)

Ich glaube an den einen Gott,
den allmächtigen Vater,
Schöpfer des Himmels und der Erde
aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge.
Und an den einen Herrn, Jesus Christus,
Gottes eingeborenen Sohn,
aus dem Vater geboren vor aller Zeit.
Gott von Gott, Licht vom Licht,
wahrer Gott vom wahren Gott
,
durch den alles erschaffen ist.
Der für uns Menschen geworden ist
und um unseres Heiles Willen
vom Himmel herabgestiegen ist.
Er hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist
aus Maria, der Jungfrau
und ist Mensch geworden.
Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus,
ist gestorben und begraben worden.
Und er ist auferstanden am dritten Tag, gemäß der Schrift,
er ist aufgefahren zum Himmel
und sitzt zur Rechten des Vaters.
Er wird wiederkommen in Herrlichkeit,
Gericht zu halten über Lebendige und Tote
und seines Reiches wird kein Ende sein.
Und ich glaube an den Heiligen Geist,
den Herrn und Lebensspender,
der vom Vater und dem Sohne ausgeht,
der mit dem Vater und dem Sohn zugleich
angetbet und verherrlicht wird,
der durch die Propheten gesprochen hat.
Ich bekenne die eine Taufe zur Vergebung der Sünden,
die Auferstehung der Toten
und das Leben der zukünftigen Welt. Amen.

Explizite und implizite Verbote im Nizäno-Konstantinopolitanum

Dieses Bekenntnis ist eine theologische Präzisierung und daher noch deutlicher in seinen Abgrenzungen:

  • Ablehnung des Arianismus und ähnlicher Häresien: Die Aussage „Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott“ verbietet explizit die Lehre, dass Jesus Christus ein Geschöpf sei und nicht wesensgleich mit Gott dem Vater. Jegliche Leugnung der vollen Gottheit Christi ist hier untersagt.
  • Verneinung der Schöpfung durch Christus: „durch den alles erschaffen ist“ verbietet die Vorstellung, dass Christus nicht aktiv an der Schöpfung beteiligt war.
  • Ablehnung der Menschwerdung: Die präzise Formulierung über die Fleischwerdung durch den Heiligen Geist aus Maria, der Jungfrau, verbietet dochetistische oder andere Lehren, die die volle Menschheit Jesu leugnen.
  • Der „Filioque“-Zusatz: Die in der Westkirche eingefügte Formulierung „der vom Vater und dem Sohne ausgeht“ (filioque) ist ein historischer Punkt, der zum Schisma mit der Ostkirche im Jahr 1054 führte. Während die Westkirche diesen Zusatz als theologisch notwendig erachtet, verbietet die Ostkirche seine Verwendung, da er ihrer Meinung nach die Rolle des Vaters als einzigen Ursprung der Gottheit schmälert. Dies zeigt, wie theologische Differenzen zu „Verboten“ oder Unvereinbarkeiten führen können.

Das Athanasische Glaubensbekenntnis (Symbolum Athanasianum): Die Definition der Dreifaltigkeit

Das Athanasische Glaubensbekenntnis, oft Athanasianum genannt, ist das umfassendste der drei großen Glaubensbekenntnisse. Obwohl es traditionell Athanasius von Alexandria zugeschrieben wird, ist seine Autorschaft historisch nicht gesichert. Es erlangte ab dem 13. Jahrhundert ähnliche Bedeutung wie das Apostolikum und das Nizäno-Konstantinopolitanum.

Der Text des Athanasianum (Deutsch)

Wer da selig werden will, der muss vor allem den katholischen Glauben festhalten. Jeder, der diesen nicht unversehrt und unverletzt bewahrt, wird ohne Zweifel ewig verloren gehen. Dies aber ist der katholische Glaube: Wir verehren den einen Gott in der Dreifaltigkeit und die Dreifaltigkeit in der Einheit, ohne Vermischung der Personen und ohne Trennung der Wesenheit. Denn eine andere ist die Person des Vaters, eine andere die des Sohnes; eine andere die des Heiligen Geistes. Aber der Vater und der Sohn und der Heilige Geist haben nur eine Gottheit, die gleiche Herrlichkeit, gleichewige Majestät. Wie der Vater ist, so ist der Sohn und so der Heilige Geist: Ungeschaffen der Vater, ungeschaffen der Sohn, ungeschaffen der Heilige Geist. Unermesslich der Vater, unermesslich der Sohn, unermesslich der Heilige Geist. Ewig der Vater, ewig der Sohn, ewig der Heilige Geist. Und doch sind es nicht drei Ewige, sondern ein Ewiger, wie es auch nicht drei Ungeschaffene oder drei Unermessliche sind, sondern ein Ungeschaffener und ein Unermesslicher. Ebenso ist allmächtig der Vater, allmächtig der Sohn, allmächtig der Heilige Geist. Und doch sind es nicht drei Allmächtige, sondern ein Allmächtiger. So ist der Vater Gott, der Sohn Gott, der Heilige Geist Gott. Und doch sind es nicht drei Götter, sondern ein Gott. So ist der Vater Herr, der Sohn Herr, der Heilige Geist Herr. Und doch sind es nicht drei Herren, sondern ein Herr. Quia sicut singillatim unamquamque personam Deum ac Dominum confiteri christiana veritate compellimur: ita tres Deos aut Dominos dicere catholica religione prohibemur. Der Vater ist von niemandem gemacht noch geschaffen noch gezeugt. Der Sohn ist vom Vater allein, nicht gemacht noch geschaffen, aber gezeugt. Der Heilige Geist ist vom Vater und vom Sohn, nicht gemacht noch geschaffen noch gezeugt, sondern hervorgehend. Es ist also ein Vater, nicht drei Väter, ein Sohn, nicht drei Söhne, ein Heiliger Geist, nicht drei Heilige Geister. Und in dieser Dreifaltigkeit ist nichts früher oder später, nichts größer oder kleiner, sondern alle drei Personen sind einander gleichewig und gleichrangig, so dass in allem, wie bereits oben gesagt worden ist, die Dreifaltigkeit in der Einheit und die Einheit in der Dreifaltigkeit zu verehren ist. Wer also selig werden will, soll diese Auffassung von der Dreifaltigkeit haben. Aber zum ewigen Heil ist es [ferner] nötig, auch an die Fleischwerdung unseres Herrn Jesus Christus aufrichtig zu glauben. Der richtige Glaube ist nun dieser: Wir glauben und bekennen, dass unser Herr Jesus Christus, der Sohn Gottes, zugleich Gott und Mensch ist. Gott ist er aus der Wesenheit des Vaters, vor den Zeiten gezeugt, und Mensch ist er aus der Wesenheit der Mutter, in der Zeit geboren. Vollkommener Gott, vollkommener Mensch, bestehend aus einer vernünftigen Seele und menschlichem Fleisch. Dem Vater gleich der Gottheit nach, geringer als der Vater der Menschheit nach. Doch obwohl er Gott und Mensch ist, sind es nicht zwei, sondern ein Christus. Einer aber nicht dadurch, dass die Gottheit in Fleisch verwandelt worden wäre, sondern dadurch dass Gott die Menschheit angenommen hat. Er ist ganz und gar einer nicht durch eine Vermischung der Wesenheit, sondern durch die Einheit der Person. Denn wie vernünftige Seele und Fleisch einen Menschen ergeben, so ergeben Gott und Mensch einen Christus, der gelitten hat um unseres Heiles willen, herabgestiegen ist zur Unterwelt, auferstanden ist von den Toten, aufgestiegen ist zum Himmel, sich gesetzt hat zur Rechten des Vaters, von wo er kommen wird, um Lebende und Tote zu richten. Bei seiner Ankunft werden alle Menschen mit ihren Leibern auferstehen und über ihre Taten Rechenschaft ablegen. Und die Gutes getan haben, werden ins ewige Leben eingehen, die Böses [getan haben], in das ewige Feuer. Dies ist der katholische Glaube. Jeder, der ihn nicht aufrichtig und fest glaubt, kann nicht selig werden.

Das explizite Verbot im Athanasianum

Das Athanasianum ist das einzige der drei Glaubensbekenntnisse, das eine ausdrückliche Formulierung des Verbots enthält. Es heißt darin: „so verbietet uns der katholische Glaube, von drei Göttern oder Herren zu sprechen.“ Dies ist eine klare Absage an den Tritheismus, die Lehre von drei getrennten Göttern. Es präzisiert die Lehre von der Dreifaltigkeit, die zwar drei Personen (Vater, Sohn, Heiliger Geist) anerkennt, aber diese als einen einzigen Gott verehrt. Die Einheit Gottes wird betont, während die Unterscheidung der Personen gewahrt bleibt. Jegliche Vorstellung, die diese Einheit aufbricht oder die Personen vermischt, wird hier als unvereinbar mit dem katholischen Glauben erklärt.

Weitere implizite Verbote im Athanasianum

Das Athanasianum verbietet ferner implizit:

  • Verwechslung oder Trennung der Personen in der Dreifaltigkeit: Es betont, dass es keine Vermischung der Personen und keine Trennung der Wesenheit gibt.
  • Leugnung der vollständigen Gottheit oder Menschheit Christi: Es bekräftigt, dass Jesus Christus vollkommener Gott und vollkommener Mensch ist, und verbietet jede Lehre, die eines dieser Aspekte leugnet oder die beiden Naturen in Christus vermischt.
  • Ablehnung der ewigen Verdammnis für Ungläubige: Die Einleitung „Wer da selig werden will, der muss vor allem den katholischen Glauben festhalten. Jeder, der diesen nicht unversehrt und unverletzt bewahrt, wird ohne Zweifel ewig verloren gehen“ ist eine strenge Warnung, die die Ablehnung der katholischen Glaubenswahrheiten als Weg zur ewigen Verdammnis darstellt.

Was verbietet der katholische Glaube im Kern? Eine Zusammenfassung aus Sicht des Credo

Aus den Glaubensbekenntnissen lassen sich Kernbereiche ableiten, in denen der katholische Glaube bestimmte Überzeugungen als unzulässig oder „verboten“ ansieht. Es geht hierbei nicht um moralische Verbote im Sinne der Zehn Gebote, sondern um dogmatische Abgrenzungen, die die Reinheit und Einheit des Glaubens sichern sollen.

1. Leugnung der Dreifaltigkeit

Das expliziteste Verbot aus dem Athanasianum ist die Lehre von drei Göttern oder Herren. Der Glaube an einen Gott in drei Personen ist fundamental. Somit sind Lehren, die die göttliche Einheit zerbrechen (Tritheismus) oder die göttliche Personhaftigkeit leugnen (Modalismus, Sabellianismus), verboten.

Was verbietet uns der katholische Glaube?
Denn wie uns die christliche Wahrheit zwingt, jede Person einzeln für sich als Gott und als Herrn zu bekennen, so verbietet uns der katholische Glaube, von drei Göttern oder Herren zu sprechen. Der Vater ist von niemandem gemacht noch geschaffen noch gezeugt. Der Sohn ist vom Vater allein, nicht gemacht noch geschaffen, aber gezeugt.

2. Leugnung der vollen Gottheit und vollen Menschheit Christi

Die Konzile von Nizäa und Konstantinopel haben dies klar definiert. Es ist verboten zu glauben, dass Jesus Christus nur ein Geschöpf ist (Arianismus) oder dass er nur scheinbar Mensch war (Doketismus) oder dass seine göttliche und menschliche Natur getrennt oder vermischt sind (Nestorianismus, Monophysitismus).

3. Ablehnung grundlegender Heilsereignisse

Das Credo bekennt sich zu Jesu Leiden, Tod, Auferstehung und Himmelfahrt. Die Leugnung dieser Ereignisse oder ihrer Heilsbedeutung ist unvereinbar mit dem katholischen Glauben.

4. Ablehnung des Heiligen Geistes als göttliche Person

Der Heilige Geist wird als Herr und Lebensspender bekannt. Lehren, die seine Gottheit oder seine Rolle in der Erlösung negieren (Pneumatomachianismus), sind ausgeschlossen.

5. Ablehnung der Kirche, der Sakramente und der Eschatologie

Das Bekenntnis zur „einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche“, zur „einen Taufe zur Vergebung der Sünden“, zur „Auferstehung der Toten“ und zum „ewigen Leben“ bedeutet, dass die Leugnung dieser Realitäten oder ihrer Bedeutung im Heilsplan verboten ist. Wer beispielsweise die Notwendigkeit der Taufe zur Sündenvergebung ablehnt, widerspricht dem Credo.

6. Häresie als Abweichung vom Glauben

Im weitesten Sinne verbietet der katholische Glaube jegliche Häresie – jede hartnäckige Leugnung oder jeden hartnäckigen Zweifel an einer Wahrheit, die geglaubt werden muss. Die Glaubensbekenntnisse dienen als Maßstab für diese Wahrheit.

Vergleich der Glaubensbekenntnisse und ihre Schwerpunkte

Die drei vorgestellten Glaubensbekenntnisse ergänzen sich und betonen unterschiedliche Aspekte des Glaubens. Ihre Entwicklung spiegelt die Notwendigkeit wider, auf theologische Herausforderungen zu reagieren und den Glauben präzise zu definieren.

MerkmalApostolisches GlaubensbekenntnisNizäno-Konstantinopolitanisches GlaubensbekenntnisAthanasisches Glaubensbekenntnis
Ursprung & Zeit4. Jh., Altrömisches Bekenntnis, Apostel zugeschrieben325 n. Chr. (Nizäa), 381 n. Chr. (Konstantinopel), 451 n. Chr. (Chalcedon)Ab 13. Jh. Bedeutung, Autorschaft umstritten (trad. Athanasius)
HauptanliegenZusammenfassung des Kerns des HeilsgeschehensAbgrenzung von Häresien (v.a. Arianismus), Präzisierung der Trinität & ChristologieDetaillierte theologische Erklärung der Trinität und Christologie
FokusDreifaltigkeit, Leben Jesu, Kirche, EschatologieGottheit Christi, Wesensgleichheit, Heiliger Geist (Filioque-Streit)Einheit der Dreifaltigkeit bei Unterscheidung der Personen, Einheit von Gott & Mensch in Christus
Explizites VerbotKeinesKeines (aber im Kontext der Häresiebekämpfung entstanden)„...verbietet uns der katholische Glaube, von drei Göttern oder Herren zu sprechen.“
Liturgische VerwendungSonntagsmesse (oft), Taufe, RosenkranzSonntagsmesse (oft feierlich gesungen), OstkirchenSeltener in Liturgie, eher als Lehrtext

Häufig gestellte Fragen zu Verboten im Glauben

Ist das Credo ein Gesetzbuch?

Nein, das Credo ist kein Gesetzbuch im Sinne von Geboten oder Verboten für das tägliche Handeln (wie die Zehn Gebote). Es ist ein Glaubensbekenntnis, eine Zusammenfassung der fundamentalen Wahrheiten, an die Katholiken glauben. Es definiert die dogmatischen Grenzen des Glaubens, nicht die moralischen Regeln des Lebens, auch wenn diese sich oft aus dem Glauben ableiten.

Was passiert, wenn man nicht an alle Punkte des Credos glaubt?

Das Athanasianische Glaubensbekenntnis ist hier sehr deutlich: „Jeder, der diesen [katholischen Glauben] nicht unversehrt und unverletzt bewahrt, wird ohne Zweifel ewig verloren gehen.“ Dies bedeutet, dass die vollständige Annahme der im Credo formulierten Wahrheiten als notwendig für das ewige Heil erachtet wird. Das Leugnen zentraler Dogmen würde bedeuten, sich außerhalb der katholischen Glaubensgemeinschaft zu stellen.

Gibt es weitere Verbote im katholischen Glauben, die nicht im Credo stehen?

Ja, absolut. Die Glaubensbekenntnisse definieren die dogmatischen Überzeugungen. Daneben gibt es eine Fülle von moralischen und ethischen Verboten, die sich aus der biblischen Tradition (z.B. die Zehn Gebote), der kirchlichen Lehre (z.B. die fünf Kirchengebote) und dem Naturrecht ergeben. Beispiele hierfür sind Verbote von Mord, Diebstahl, Ehebruch, Lügen oder der bewussten Abkehr von Gott. Diese sind jedoch nicht Gegenstand der Glaubensbekenntnisse selbst, sondern ergänzen das umfassende Bild des katholischen Glaubens und seiner Anforderungen an die Gläubigen.

Warum sind diese „Verbote“ wichtig für den Glauben?

Die „Verbote“ oder vielmehr die klaren Abgrenzungen im Credo sind entscheidend für die Bewahrung der Reinheit und Einheit des Glaubens. Sie schützen vor Missverständnissen und Irrlehren, die das Verständnis von Gott und dem Heilsplan verzerren könnten. Indem sie festlegen, was geglaubt werden muss, gewährleisten sie eine gemeinsame Grundlage für alle Gläubigen und verhindern theologische Beliebigkeit, die zur Zersplitterung des Glaubens führen würde.

Fazit: Das Credo als Kompass des Glaubens

Die Glaubensbekenntnisse sind keine willkürlichen Dogmen, sondern das Ergebnis jahrhundertelanger theologischer Reflexion und Auseinandersetzung mit der Offenbarung Gottes. Sie sind der theologische Kompass, der den Gläubigen Orientierung gibt und die Grenzen des katholischen Glaubens definiert. Während sie in erster Linie positive Bekenntnisse sind, leiten sich aus ihren Formulierungen klare Abgrenzungen ab. Der katholische Glaube verbietet demnach nicht nur explizit die Lehre von drei Göttern, sondern implizit auch jede Überzeugung, die den fundamentalen Wahrheiten über Gott, Jesus Christus, den Heiligen Geist, die Kirche und das ewige Leben widerspricht. Diese dogmatischen „Verbote“ dienen dem Schutz der Wahrheit und der Einheit der Gläubigen auf ihrem Weg zum ewigen Heil.

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