01/04/2023
Alles Lob gebührt Allah, und der Segen und Frieden seien auf den Gesandten Allahs. Das Gebet ist die Säule unserer Religion und ein direkter Kanal der Kommunikation mit unserem Schöpfer. Im heiligen Monat Ramadan nimmt das Gebet, insbesondere das freiwillige Gebet in der Nacht, eine noch erhabenere Stellung ein. Es ist eine Zeit der intensiven Hingabe, der Reflexion und der Annäherung an Allah, den Erhabenen. Während der gesamte Ramadan eine gesegnete Zeit ist, gibt es eine Nacht, die in ihrer Würde und ihrem Segen alle anderen übertrifft: die Nacht der Bestimmung, bekannt als Lailatu Al-Qadr. Diese Nacht ist ein unvergleichliches Geschenk Allahs an Seine Diener, eine Gelegenheit, die unzählige Belohnungen und Vergebung für vergangene Sünden verspricht. Doch was genau bedeutet das Gebet in dieser außergewöhnlichen Nacht, und wie können wir das Beste aus dieser göttlichen Gunst herausholen?
Das Tarawih-Gebet, das in den Nächten des Ramadans verrichtet wird, ist gemäß der Übereinstimmung der Gelehrten eine wünschenswerte Sunnah. Es ist ein integraler Bestandteil des Nachtgebets und fällt somit unter die umfassenden Beweise aus dem Quran und der Sunnah, die zum Gebet in der Nacht anspornen und dessen unermesslichen Vorzug hervorheben. Diese Beweise unterstreichen die immense Bedeutung, die dem Nachtgebet im Islam beigemessen wird, insbesondere während des gesegneten Monats Ramadan.

Ramadan: Ein Monat des doppelten Jihads
Das freiwillige Gebet in der Nacht im Ramadan gehört zweifellos zu den gewaltigsten gottesdienstlichen Handlungen, durch die ein Diener seinem Herrn in diesem heiligen Monat näherkommen kann. Es ist eine Zeit des erhöhten spirituellen Einsatzes, in der die Gläubigen bestrebt sind, ihre Beziehung zu Allah zu vertiefen. Al-Hafidh Ibn Rajab, ein angesehener Gelehrter, formulierte es treffend: „Wisse, dass sich für den Gläubigen im Monat Ramadan zwei Arten von Jihad einen: Ein Jihad tagsüber durch das Fasten und ein Jihad in der Nacht durch das Gebet. Wer diese beiden Arten des Jihad vereint, dem wird sein Lohn ohne Berechnung in vollem Maße zukommen.“ Diese Aussage verdeutlicht die einzigartige Synergie zwischen Fasten und Gebet im Ramadan, die den Gläubigen zu einem Zustand erhöhter Spiritualität und Hingabe führt.
Es wurden zahlreiche Hadithe überliefert, die dazu anspornen, in der Nacht des Ramadans zu beten und den Vorzug dessen erklären. Dazu gehört die Überlieferung von Al-Bukhary (37) und Muslim (759) über Abu Hurairah, dass der Gesandte Allahs – Allahs Segen und Frieden auf ihm – sagte: „Wer in den Nächten des Ramadan betet, aus Glauben heraus und Hoffnung auf den Lohn Allahs, dem werden seine vergangenen Sünden vergeben.“ Diese Verheißung der Vergebung ist ein immenser Anreiz für die Gläubigen, sich dem Nachtgebet im Ramadan mit aufrichtiger Absicht und tiefer Demut zu widmen. Während einige Gelehrte wie Ibn Al-Mundhir davon überzeugt waren, dass sowohl kleine als auch große Sünden damit gemeint sind, ist die gängige Ansicht der Rechtsgelehrten, wie von An-Nawawi erwähnt, dass sich dies primär auf die Vergebung kleiner Sünden bezieht. Dennoch kann es auch bedeuten, dass die Last der großen Sünden gemindert wird, wenn keine kleinen Sünden vorhanden sind, was die immense Barmherzigkeit Allahs widerspiegelt.
Die Exzellenz der letzten zehn Nächte und Lailatu Al-Qadr
Der Gläubige sollte danach bestrebt sein, sich in den letzten zehn Nächten des Ramadans noch mehr Mühe in gottesdienstlichen Handlungen zu geben als in den anderen Tagen. Der Grund dafür ist die Existenz von Lailatu Al-Qadr, der Nacht der Bestimmung, in diesen zehn Nächten. Allah – erhaben ist Er – sagt im Quran: „Die Nacht der Bestimmung ist besser als tausend Monate.“ (Al-Qadr:3) Diese einzige Aussage offenbart die unvorstellbare Erhabenheit dieser Nacht. Eine einzige Nacht des Gebets und der Anbetung in Lailatu Al-Qadr ist wertvoller als über 83 Jahre des Gottesdienstes. Dies ist eine unermessliche Gnade und eine goldene Gelegenheit, die kein Gläubiger ungenutzt lassen sollte.
Vom Propheten – Allahs Segen und Frieden auf ihm – wurde über das Gebet in dieser Nacht berichtet: „Wer in der Nacht der Bestimmung (Lailatu Al-Qadr) betet, aus Glauben heraus und Hoffnung auf den Lohn, dessen vergangenen Sünden werden vergeben.“ (Überliefert von Al-Bukhary (1768) und Muslim (1268)). Diese Hadithe unterstreichen nochmals die einzigartige Position von Lailatu Al-Qadr als eine Nacht der Vergebung und des unermesslichen Lohns.
Die Praxis des Propheten in den letzten zehn Nächten
Aufgrund der außergewöhnlichen Bedeutung der letzten zehn Nächte des Ramadans pflegte der Gesandte Allahs – Allahs Segen und Frieden auf ihm – sich in diesen Nächten so anzustrengen, wie er es in den anderen Tagen nicht tat. Dies überlieferte ebenfalls Muslim (1175). Ein Hadith von 'Aischa – möge Allah mit ihr zufrieden sein –, überliefert von Al-Bukhary (2024) und Muslim (1174), beschreibt seine Praxis eindrücklich: „Der Prophet – Allahs Segen und Frieden auf ihm – pflegte, wenn die letzten zehn Tage vom Ramadan eintrafen, sein Untergewand festzubinden, seine Nächte zu beleben und seine Familie (für das Gebet) aufzuwecken.“
Die Phrase „sein Untergewand festzubinden“ wird auf verschiedene Weisen interpretiert: Einige sagen, es sei eine Umschreibung dafür, sich in gottesdienstlichen Handlungen besonders anzustrengen und sich mit voller Hingabe dem Gottesdienst zu widmen. Andere interpretieren es als eine Umschreibung dafür, sich von seinen Frauen fernzuhalten, um sich vollkommen auf die Anbetung zu konzentrieren. Beide Bedeutungen sind gemeinsam annehmbar und spiegeln die Intensität wider, mit der der Prophet diese gesegneten Nächte verbrachte. An-Nawawi fasste dies zusammen: „Aus diesem Hadith wird entnommen, dass es wünschenswert ist, noch mehr gottesdienstliche Handlungen in den letzten Zehn Tagen vom Ramadan zu verrichten und die Nächte mit gottesdienstlichen Handlungen zu beleben.“ Dies sollte uns als Vorbild dienen, um uns in diesen Nächten besonders zu bemühen.
Der unermessliche Lohn des Gebets in Gemeinschaft
Ein weiterer wichtiger Aspekt des Nachtgebets im Ramadan ist die Verrichtung in der Gemeinschaft. Man sollte danach bestrebt sein, das freiwillige Gebet in der Nacht im Ramadan in der Gemeinschaft zu verrichten und mit dem Imam zu verweilen, bis er das Gebet vervollständigt hat. Die Belohnung dafür ist immens. Dadurch erlangt der Betende den Lohn, als würde er die gesamte Nacht über gebetet haben, auch wenn man nur in einer kurzen Zeit der Nacht gebetet hat. Und Allah – erhaben ist Er – besitzt große Huld.
An-Nawawi – möge Allah ihm barmherzig sein – erklärte dazu: „Die Gelehrten waren sich darüber einig, dass das Tarawih-Gebet wünschenswert ist, jedoch waren sie sich darüber einig, ob es besser ist, das Gebet alleine Zuhause zu verrichten oder in der Moschee mit der Gemeinschaft. Asch-Schafi'i und die Mehrheit seiner Gefährten, Abu Hanifah, Ahmad, einige Malikiten und andere sagten, dass es in der Gemeinschaft besser sei, so wie es 'Umar Ibn Al-Khattab – möge Allah mit ihm zufrieden sein – tat und die Muslime dies weiterhin vollziehen.“ Diese einheitliche Meinung unterstreicht die Wertschätzung für das Gemeinschaftsgebet im Ramadan.
At-Tirmidhi (806) überlieferte über Abu Dharr, dass der Gesandte Allahs – Allahs Segen und Frieden auf ihm – sagte: „Wer mit dem Imam (im Ramadan) in der Nacht betet, bis er weggeht, dem wird das Gebet einer (gesamten) Nacht niedergeschrieben.“ Al-Albani stufte dies in „Sahih At-Tirmidhi“ als authentisch ein. Diese Hadith ist ein starker Anreiz, die Tarawih-Gebete in der Moschee in voller Länge mit dem Imam zu verrichten, um diesen gewaltigen Lohn zu erlangen.
Vergleich: Allgemeine Ramadannächte vs. Lailatu Al-Qadr
| Merkmal | Allgemeines Nachtgebet im Ramadan | Gebet in Lailatu Al-Qadr |
|---|---|---|
| Bedeutung | Sehr wünschenswert (Sunnah), große Belohnung. | Außerordentlich heilig, besser als tausend Monate. |
| Vergebung | Vergebung vergangener kleiner Sünden. | Vergebung aller vergangenen Sünden (kleine und große nach manchen Meinungen). |
| Lohnfaktor | Hoher Lohn für jede Gebetseinheit. | Einzigartige Multiplikation des Lohns (entspricht über 83 Jahren Gottesdienst). |
| Prophetische Praxis | Regelmäßiges Nachtgebet. | Intensivierung der Anbetung, Belebung der ganzen Nacht, Aufwecken der Familie. |
| Fokus | Allgemeine spirituelle Reinigung und Annäherung. | Gezielte Suche nach göttlicher Gnade, Vergebung und Segen. |
| Zeitpunkt | Alle Nächte des Ramadans. | Eine der letzten zehn ungeraden Nächte des Ramadans. |
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Gebet in Lailatu Al-Qadr
Was ist Lailatu Al-Qadr?
Lailatu Al-Qadr, die Nacht der Bestimmung, ist die heiligste Nacht im islamischen Kalender. In dieser Nacht wurde der Heilige Quran zum ersten Mal auf die Erde herabgesandt. Sie ist eine Nacht des Segens, der Barmherzigkeit und der Vergebung, in der die Belohnungen für gute Taten um ein Vielfaches vervielfacht werden. Allah beschreibt sie im Quran als besser als tausend Monate.
Wann ist Lailatu Al-Qadr?
Der genaue Zeitpunkt von Lailatu Al-Qadr ist nicht bekannt, aber der Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) wies darauf hin, dass sie in den letzten zehn Nächten des Ramadans zu suchen ist, insbesondere in den ungeraden Nächten (21., 23., 25., 27., 29. Nacht). Die meisten Gelehrten neigen zur 27. Nacht, aber es ist ratsam, alle letzten zehn Nächte mit erhöhter Anbetung zu verbringen, um sicherzustellen, diese gesegnete Nacht nicht zu verpassen.
Was soll man in Lailatu Al-Qadr beten?
In Lailatu Al-Qadr sollte man sich intensiv dem Gebet widmen. Dies umfasst das freiwillige Nachtgebet (Qiyam al-Layl), das Rezitieren des Qurans, das Sprechen von Dhikr (Gedenken an Allah), das Bittgebet (Du'a) und das Suchen nach Vergebung. Ein besonderes Du'a, das der Prophet seiner Frau 'Aischa für diese Nacht lehrte, ist: „Allahumma innaka 'afuwwun tuhibbul-'afwa fa'fu 'anni.“ (O Allah, Du bist Vergebend und liebst die Vergebung, so vergib mir.)
Muss man die ganze Nacht beten, um den Lohn von Lailatu Al-Qadr zu erhalten?
Es ist nicht zwingend erforderlich, die gesamte Nacht durchzubeten. Der Hadith besagt, dass, wer in Lailatu Al-Qadr aus Glauben und Hoffnung auf Lohn betet, dessen Sünden vergeben werden. Dies bedeutet, dass jede Form des Gottesdienstes in dieser Nacht, sei es das Gebet, das Gedenken an Allah oder das Bittgebet, mit unermesslichem Lohn verbunden ist. Das Wichtigste ist die Aufrichtigkeit der Absicht und die Bemühung, einen Teil der Nacht in Anbetung zu verbringen.
Ist Tarawih das Gleiche wie das Gebet in Lailatu Al-Qadr?
Das Tarawih-Gebet ist das spezifische Gemeinschaftsgebet, das jede Nacht im Ramadan nach dem Isha-Gebet verrichtet wird. Das Gebet in Lailatu Al-Qadr bezieht sich auf das individuelle oder gemeinschaftliche Nachtgebet (Qiyam al-Layl), das in der Nacht der Bestimmung verrichtet wird. Tarawih ist ein Teil des umfassenderen Nachtgebets im Ramadan, und wenn Lailatu Al-Qadr auf eine Nacht fällt, in der Tarawih gebetet wird, ist das Tarawih-Gebet in dieser Nacht besonders lohnend. Es wird jedoch empfohlen, über das Tarawih hinaus zusätzliche freiwillige Gebete zu verrichten und sich intensiv dem Gottesdienst zu widmen.
Können Frauen in Lailatu Al-Qadr beten?
Ja, Frauen können und sollten in Lailatu Al-Qadr beten und alle Formen des Gottesdienstes verrichten. Frauen im Zustand der Menstruation oder des Wochenbetts sind vom rituellen Gebet und Fasten befreit, können aber dennoch Dhikr sprechen, Du'a machen, den Quran rezitieren (ohne ihn zu berühren, oder auswendig/digital), islamische Vorträge hören und sich in anderen Formen des Gottesdienstes engagieren, um den Segen dieser Nacht zu erlangen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Lailatu Al-Qadr eine unschätzbare Gelegenheit ist, unsere spirituelle Bilanz zu verbessern und uns Allah näher zu fühlen. Es ist eine Nacht, in der die Tore des Himmels weit offen stehen und die Barmherzigkeit Allahs in Strömen fließt. Möge Allah uns allen die Möglichkeit geben, diese gesegnete Nacht zu erleben und ihren unermesslichen Segen zu erlangen. Amin.
Und Allah weiß es am besten.
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