Wann wird das Johannes Evangelium gelesen?

Die Worte des Priesters in der Heiligen Messe

29/12/2022

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Die Heilige Messe ist für Millionen von Gläubigen weltweit der zentrale Ort der Begegnung mit Gott, ein tiefgreifendes Ritual, das Jahrhunderte überdauert hat. Doch was genau geschieht in diesem komplexen Zusammenspiel aus Gebeten, Gesängen und Handlungen? Im Mittelpunkt steht oft der Priester, dessen Worte nicht nur liturgische Formeln sind, sondern Tore zu tieferen geistlichen Wahrheiten und zur Gemeinschaft mit dem Göttlichen. Dieser Artikel beleuchtet die entscheidenden Momente und die Bedeutung der Aussagen des Priesters im Verlauf der Messe, von der feierlichen Eröffnung bis zur segensreichen Entlassung, und hilft Ihnen, die Liturgie nicht nur zu hören, sondern wirklich zu verstehen und zu erleben.

Was sagt der Priester im Gottesdienst?
Priester und Messdiener ziehen in die Kirche ein. Die Gemeinde singt das Eingangslied. Der Priester küsst den Altartisch. Dieser ist Symbol für Jesus Christus, der Kuss Zeichen der Liebe zu ihm. An einigen Stellen im Gottesdienst sagt der Priester: "Der Herr sei mit euch." Die Gemeinde antwortet: "Und mit deinem Geiste."
Inhaltsverzeichnis

Der Beginn der Liturgie: Einzug und Begrüßung

Jede Heilige Messe beginnt mit einem feierlichen Einzug. Priester und Messdiener betreten die Kirche, während die Gemeinde das Eingangslied singt. Es ist ein Moment der Sammlung und des Ankommens im Haus Gottes. Ein symbolträchtiger Akt zu Beginn ist der Kuss des Altartisches durch den Priester. Der Altar ist nicht nur ein Möbelstück, sondern ein kraftvolles Symbol für Jesus Christus selbst, und der Kuss drückt die tiefe Liebe und Verehrung für ihn aus.

Ein wiederkehrender und zentraler Dialog, der die gesamte Messe durchzieht, ist der Austausch zwischen Priester und Gemeinde: Der Priester spricht: „Der Herr sei mit euch.“ Die Gemeinde antwortet darauf: „Und mit deinem Geiste.“ Diese Worte sind weit mehr als eine einfache Begrüßung. Sie sollen die lebendige Präsenz Jesu Christi in der Mitte der versammelten Gemeinde deutlich machen. Es ist eine Erinnerung daran, dass Christus selbst der Gastgeber und die Mitte des Gottesdienstes ist, und dass sein Geist in jedem Gläubigen wirkt.

Das Schuldbekenntnis und die Bitte um Gnade

Nach der Begrüßung folgt ein Moment der inneren Einkehr und Besinnung. Wir treten vor Gott mit all unseren Facetten – mit unseren Erfolgen und Misserfolgen, unseren Stärken und Schwächen. Das Schuldbekenntnis ist eine ehrliche Auseinandersetzung mit unserem eigenen Versagen und eine demütige Bitte um Vergebung. Der Priester leitet diesen Teil ein, und die Gemeinde spricht gemeinsam die tiefgehenden Worte: „Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen, und allen Brüdern und Schwestern, dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe. Ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine große Schuld. Darum bitte ich die selige Jungfrau Maria, alle Engel und Heiligen, und euch, Brüder und Schwestern, für mich zu beten, bei Gott, unserm Herrn.“ Diese dreifache Betonung der „Schuld“ unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Reue und die persönliche Verantwortung. Oft wird dieser Teil auch durch ein passendes Lied aus dem „Gotteslob“ begleitet, das die Bitte um Erbarmen musikalisch ausdrückt.

Der Priester schließt das Schuldbekenntnis mit den tröstlichen Worten ab: „Der allmächtige Gott erbarme sich unser. Er lasse uns die Sünden nach und führe uns zum ewigen Leben.“ Dies ist die Zusage der göttlichen Barmherzigkeit und der Hoffnung auf Erlösung. Direkt darauf folgen die drei Kyrie-Rufe, eine altehrwürdige Form der Anrufung Gottes. Der Priester ruft: „Herr, erbarme dich unser.“ Die Gemeinde wiederholt dies. Dann folgt: „Christus, erbarme dich unser.“ Wiederholt von der Gemeinde. Und schließlich erneut: „Herr, erbarme dich unser.“ Diese Rufe sind eine inständige Bitte um das Erbarmen Gottes und Christi, eine Anerkennung unserer Abhängigkeit von seiner Gnade.

Lobpreis und Tagesgebet: Gloria

Nach der Bitte um Vergebung erhebt sich die Gemeinde im Gloria, einem feierlichen Lobgesang auf Gott. Der Name „Gloria“ bedeutet „Ruhm“ oder „Herrlichkeit“, und dieser Gesang ist Ausdruck unserer Freude und Dankbarkeit für Gottes Größe und seine Heilsgeschichte. Es ist ein Moment der Anbetung, in dem die Gemeinde in den himmlischen Lobpreis einstimmt. Auf das Gloria folgt das Tagesgebet, das vom Priester gesprochen wird. Dieses Gebet fasst die Anliegen des jeweiligen Festtages oder Sonntags zusammen und richtet sich an Gott, um ihn um seine Gnade und Führung zu bitten, passend zur liturgischen Zeit oder zum Thema des Tages.

Der Wortgottesdienst: Die Stimme Gottes hören

Der Wortgottesdienst ist ein zentraler Bestandteil der Messe, in dem die Heilige Schrift verlesen und ausgelegt wird. Er beginnt mit den Lesungen, die zumeist von einer Lektorin oder einem Lektor vom Ambo aus vorgetragen werden. Der Ambo ist dabei mehr als nur ein Lesepult; er ist der „Tisch des Wortes Gottes“, ein heiliger Ort, von dem die biblischen Texte verkündet werden, um den Gläubigen reich gedeckt zu werden.

Der Ambo: Wo Gottes Wort Resides

Das Zweite Vatikanische Konzil betonte die Bedeutung des Ambos als Ort, von dem aus das Wort Gottes verkündet wird. Der Ambo, abgeleitet vom griechischen Wort „anabainein“ (hinaufsteigen), soll erhöht, feststehend, würdevoll und gut beleuchtet sein. Dies dient nicht nur der besseren Akustik und Sichtbarkeit, sondern symbolisiert auch die herausragende Würde des dort verkündeten Wortes. Es ist kein gewöhnliches Rednerpult, sondern ein Ort, der die Besonderheit dessen hervorhebt, was dort gesprochen wird: Gottes Wort selbst. Nichts anderes als die Lesungen aus der Heiligen Schrift, der Antwortpsalm und die Predigt haben hier ihren Platz. Auch die Predigt, die eine Auslegung der Heiligen Schrift ist, gehört hierher, weil sie so sehr aus ihr gespeist wird, dass auch ihr die Würde dieses Ortes gebührt. Eine Ausnahme bilden die Fürbitten, die ebenfalls vom Ambo aus vorgetragen werden dürfen, da sie eine unmittelbare Antwort auf die zuvor gehörte frohe Botschaft darstellen. Eröffnungsworte, Ansagen oder andere Gebete und Meditationen sind hingegen anderen Orten vorbehalten, um die Heiligkeit des Ambos zu wahren.

Lesungen: Vom Alten Testament bis zu den Apostelbriefen

Die erste Lesung stammt in der Regel aus dem Alten Testament und bereitet oft thematisch auf das Evangelium vor. Nach einem Antwortpsalm, der die Gemeinde zur Meditation anregen soll, folgt die zweite Lesung, die meist aus den Apostelbriefen oder der Apostelgeschichte stammt. Manchmal gibt es an Hochfesten auch eine dritte Lesung. Jede Lesung endet mit den Worten des Lektors: „Wort des lebendigen Gottes.“ Die Gemeinde antwortet darauf: „Dank sei Gott, dem Herrn.“ Diese Antwort ist Ausdruck der Anerkennung und des Dankes für die empfangene Botschaft. Nach den Lesungen stimmt der Priester zusammen mit der Gemeinde den feierlichen Halleluja-Ruf an, der das kommende Evangelium ankündigt und die Freude auf die frohe Botschaft ausdrückt.

Das Evangelium: Jesu Botschaft im Fokus

Das Evangelium ist der Höhepunkt des Wortgottesdienstes. Der Priester tritt an den Ambo, um es vorzulesen. Die Auswahl des Evangeliums folgt einer festgelegten Ordnung der Lesejahre A, B und C, die sicherstellt, dass die wichtigsten Texte im Laufe von drei Jahren gehört werden. Bevor der Priester mit der Lesung beginnt, zeichnet er ein Kreuz auf das Evangelienbuch und dann auf seine eigene Stirn, seinen Mund und seine Brust. Die Gläubigen tun dies in einer Geste der inneren Bereitschaft ebenfalls. Dieses dreimalige kleine Kreuzzeichen ist ein tiefes Symbol: Es drückt die Bereitschaft aus, die Liebe und Botschaft Jesu Christi vollständig aufzunehmen – in unser Denken (Stirn), unser Sprechen (Mund) und unser Handeln (Brust). Es ist eine persönliche Zusage, das Wort Gottes nicht nur zu hören, sondern es zu verinnerlichen und danach zu leben.

Die Predigt: Brücke zwischen Schrift und Alltag

Unmittelbar nach dem Evangelium folgt die Predigt, auch Homilie genannt. Hier ist es die Aufgabe des Priesters, die historischen und theologischen Zusammenhänge der gelesenen Schriftstellen zu erklären und sie auf den Alltag der Gläubigen zu übertragen. Die Predigt soll dabei helfen, die zeitlose Botschaft der Bibel für das persönliche Leben fruchtbar zu machen, Orientierung zu geben und zur Vertiefung des Glaubens anzuregen. Sie ist eine Brücke zwischen der göttlichen Offenbarung und der menschlichen Erfahrung.

Das Glaubensbekenntnis: Fundament des gemeinsamen Glaubens

Nach der Predigt bekennt die Gemeinde ihren gemeinsamen Glauben. Dies geschieht entweder in Liedform oder durch das Sprechen des Apostolischen Glaubensbekenntnisses. Dieses Bekenntnis fasst die grundlegenden Glaubenswahrheiten zusammen, von der Schöpfung über die Menschwerdung, das Leiden, den Tod und die Auferstehung Jesu Christi bis hin zur Auferstehung der Toten und dem ewigen Leben. Die Worte sind: „Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.“

Interessanterweise bedeutet das Wort „katholisch“ im ursprünglichen Sinn „allumfassend“. Im Kontext des Glaubensbekenntnisses ist damit also nicht primär die Konfession gemeint, sondern die universale Natur der Kirche. Dies wird auch dadurch deutlich, dass evangelische Christen dasselbe Glaubensbekenntnis beten, mit nur einer kleinen, aber bedeutsamen Formulierung: Sie sagen „heilige christliche Kirche“ anstelle von „heilige katholische Kirche“. Beide Konfessionen teilen somit das fundamentale Bekenntnis zu den zentralen Glaubenswahrheiten.

Die Fürbitten: Eine Welt im Gebet

Der Wortgottesdienst schließt mit den Fürbitten. Hier tragen der Priester und der Lektor die Anliegen der Gemeinde vor, die sich nicht nur auf die eigene Gemeinschaft beschränken, sondern die ganze Welt umfassen. Es wird gebetet für Familien, für Alte und Kranke, für Notleidende, Sterbende und Trauernde, für Opfer von Gewalt und Terror. Die Fürbitten sind ein Ausdruck der christlichen Nächstenliebe und der Verbundenheit mit allen Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft oder Situation. Sie zeigen, dass der Glaube nicht nur eine private Angelegenheit ist, sondern immer auch eine soziale und weltweite Dimension hat.

Was ist ein Ambo und Wie funktioniert er?
Als Ort, wo das geschieht, wird ein „Ambo“ errichtet, der an die Stelle früherer Kanzeln tritt. Er soll erhöht sein (das griechische Wort anabainein, von dem Ambo abgeleitet ist, heißt hinaufsteigen), feststehend, würdig und gut beleuchtet, damit die Gläubigen Gottes Wort gut hören, verstehen und seine Würde erkennen können.

Die Eucharistiefeier: Höhepunkt des Gottesdienstes

Nach dem Wortgottesdienst beginnt der Höhepunkt der Heiligen Messe: die Eucharistiefeier. Hier wird das letzte Abendmahl Jesu Christi vergegenwärtigt und sein Opfer am Kreuz gefeiert.

Die Gabenbereitung: Brot, Wein und das Opfer der Gemeinde

Die Eucharistiefeier beginnt mit der Gabenbereitung. Messdiener bringen einen goldenen Teller mit einer großen Hostie und den Weinkelch zum Altar. Gleichzeitig sammeln Vertreter des Kirchenvorstands die Kollekte ein, wobei die Gemeinde Geld für kirchliche Projekte und bedürftige Menschen spendet. Diese materiellen Gaben sind ein Zeichen unserer Bereitschaft, uns selbst und unsere Arbeit Gott darzubringen.

Der Priester hebt zunächst die Schale mit der Hostie hoch und betet: „Gepriesen bist du, Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt. Du schenkst uns das Brot, die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit. Wir bringen dieses Brot vor dein Angesicht, damit es uns das Brot des Lebens werde.“ Es folgt das Einschenken von Wein und einem Tropfen Wasser in den Kelch, begleitet von den Worten: „Gepriesen bist du, Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt. Du schenkst uns den Wein, die Frucht des Weinstocks und der menschlichen Arbeit. Wir bringen diesen Kelch vor dein Angesicht, damit er uns der Kelch des Heiles werde.“ Die Beimischung des Wassers zum Wein ist dabei ein symbolträchtiger Akt, der auf die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus hinweist: So wie Gott menschliche Natur angenommen hat, erhalten wir durch die Eucharistie Anteil an der göttlichen Natur. Nach der Gabenbereitung wäscht der Priester symbolisch seine Hände und spricht: „Betet, Brüder und Schwestern, dass mein und euer Opfer Gott, dem allmächtigen Vater, gefalle.“ Die Gemeinde antwortet (manchmal variiert die genaue Formulierung je nach Gemeinde): „Der Herr nehme das Opfer an aus deinen Händen, zum Lob und Ruhme seines Namens, zum Segen für uns und seine ganze heilige Kirche.“ Mit dem Gabengebet schließt der Priester diesen vorbereitenden Teil ab.

Das Hochgebet: Das Herzstück der Messe

Das Hochgebet ist das zentrale und heiligste Gebet der Eucharistiefeier, in dem die Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi geschieht. Es beginnt mit einem festlichen Dialog zwischen Priester und Gemeinde:

  • Priester: „Der Herr sei mit euch.“
  • Gemeinde: „Und mit deinem Geiste.“
  • Priester: „Erhebet die Herzen.“
  • Gemeinde: „Wir haben sie beim Herrn.“
  • Priester: „Lasset uns danken dem Herrn, unserm Gott.“
  • Gemeinde: „Das ist würdig und recht.“

Mit ausgebreiteten Armen betet oder singt der Priester die Präfation, ein feierliches Dankgebet, das stets mit den Worten beginnt: „In Wahrheit ist es würdig und recht, dir heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott, immer und überall zu danken...“ Die Präfation mündet in den Lobpreis des Sanctus, bei dem Gläubige, Heilige und Engel sich zu einer Gemeinschaft verbinden und einstimmen: „Heilig, heilig, heilig, Gott, Herr aller Mächte und Gewalten. Erfüllt sind Himmel und Erde von deiner Herrlichkeit. Hosanna in der Höhe. Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe.“ Dieses Lied ist ein Ausdruck der tiefsten Anbetung und des Staunens über Gottes Heiligkeit.

Anschließend spricht der Priester das eigentliche Hochgebet: „Ja, du bist heilig, großer Gott, du bist der Quell aller Heiligkeit. Darum bitten wir dich: Sende deinen Geist auf diese Gaben herab und heilige sie, damit sie uns werden Leib und Blut deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus.“ Dies ist der Moment der Epiklese, der Anrufung des Heiligen Geistes über die Gaben. Es folgen die sogenannten Einsetzungsworte, die zentralen Worte Jesu beim letzten Abendmahl, bei denen der Priester zuerst die Hostie und dann den Kelch zeigt:

„Denn am Abend, an dem er ausgeliefert wurde und sich aus freiem Willen dem Leiden unterwarf, nahm er das Brot und sagte Dank, brach es, reichte es seinen Jüngern und sprach: 'Nehmet und esset alle davon! Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.' Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch, dankte wiederum, reichte ihn seinen Jüngern und sprach: 'Nehmet und trinket alle daraus! Das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das für euch und für alle vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Tut dies zu meinem Gedächtnis!'

Nach diesen Worten des Herrn verkündet der Priester: „Geheimnis des Glaubens.“ Die Gemeinde antwortet mit einer Akklamation, die das Erlösungswerk Christi zusammenfasst: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.“

Der Priester fährt fort mit der Anamnese, dem Gedächtnis des Todes und der Auferstehung Christi, und den Bitten für die Kirche und die Welt: „Darum, gütiger Vater, feiern wir das Gedächtnis des Todes und der Auferstehung deines Sohnes und bringen dir so das Brot des Lebens und den Kelch des Heiles dar. Wir danken dir, dass du uns berufen hast, vor dir zu stehen und dir zu dienen. Wir bitten dich: Schenke uns Anteil an Christi Leib und Blut und lass uns eins werden durch den Heiligen Geist.“ Es folgen Bitten für die Kirche auf der ganzen Erde, vereint mit dem Papst (Name des amtierenden Papstes) und dem Bischof (Name des Bischofs der jeweiligen Diözese oder Erzdiözese), sowie für alle Priester, Diakone und alle, die zum Dienst in der Kirche bestellt sind. Es wird auch der Verstorbenen gedacht, die in der Hoffnung auf die Auferstehung entschlafen sind: „Gedenke unserer Brüder und Schwestern, die entschlafen sind in der Hoffnung, dass sie auferstehen. Nimm sie und alle, die in deiner Gnade aus dieser Welt geschieden sind, in dein Reich auf, wo sie dich schauen von Angesicht zu Angesicht.“ Das Gebet schließt mit einer Bitte um das ewige Leben in Gemeinschaft mit Maria, den Aposteln und allen Heiligen, die im Glauben vorangegangen sind, und mündet in das feierliche Doxologie: „Durch ihn und mit ihm und in ihm ist dir, Gott, allmächtiger Vater, in der Einheit des Heiligen Geistes, alle Herrlichkeit und Ehre jetzt und in Ewigkeit. Amen.“ Diese Worte des Priesters betonen die tiefe Einheit der katholischen Kirche mit dem Papst, den Bischöfen, den Heiligen und den Verstorbenen, ein starkes Bild dafür, dass im Hochgebet Himmel und Erde sich verbinden und die Gläubigen eins sind mit der gesamten Gemeinschaft der Heiligen.

Die Kommunion: Einheit mit Christus und der Gemeinschaft

Der Kommunionritus beginnt mit dem gemeinsamen Gebet des Vaterunsers, dem Gebet, das Jesus selbst seine Jünger gelehrt hat: „Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.“ Dieses Gebet ist eine Bitte um das tägliche Brot, sowohl im materiellen als auch im geistlichen Sinne, und um Vergebung und Erlösung.

Darauf folgt das Friedensgebet und der Friedensgruß, bei dem die Gläubigen einander die Hand reichen. Dies ist ein Zeichen der Verbundenheit, der Versöhnung und des Friedens, der von Christus selbst geschenkt wird und den wir miteinander teilen sollen, bevor wir seinen Leib empfangen.

Der Priester bricht nun die Hostie in mehrere Teile – ein symbolischer Akt, der zeigt, dass alle Gläubigen Anteil am einen Leib Christi haben, der für uns hingegeben wurde. Währenddessen singt oder spricht die Gemeinde das Agnus Dei, den Gesang zur Brotbrechung: „Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt: Erbarme dich unser. Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt: Erbarme dich unser. Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt: Gib uns deinen Frieden.“ Dies ist eine Anrufung Jesu als das Opferlamm, das die Sünden der Welt trägt und uns Frieden schenkt.

Es folgt der Kommuniongang, bei dem die Gläubigen die konsekrierte Hostie, den Leib Christi, aus der Hand des Priesters oder eines Kommunionhelfers empfangen. In besonderen Gottesdiensten oder an Hochfesten wird die Kommunion manchmal auch in beiden Gestalten, also als Brot und Wein, gereicht. Nach dem Empfang der Kommunion halten die Gläubigen einen Moment im stillen Gebet inne, um die empfangene Gnade zu verinnerlichen. Ein Danklied und das Schlussgebet des Priesters beenden diesen heiligen Teil der Messe.

Der Abschluss: Segen und Entlassung

Bevor die Gemeinde entlassen wird, gibt es in vielen Gemeinden Hinweise auf Gottesdienste und Veranstaltungen der kommenden Woche, um die Gläubigen im Gemeindeleben zu verankern. Der Priester spendet dann den feierlichen Segen, der die Gläubigen mit Gottes Gnade und Schutz für ihren Alltag ausrüsten soll. Mit den Worten der Entlassung, oft „Gehet hin in Frieden“ oder ähnlich, sendet der Priester die Gemeinde in die Welt, um die empfangene Botschaft und Gnade weiterzutragen. Wie zu Beginn der Eucharistiefeier küsst der Priester auch jetzt wieder den Altar, womit sich der Kreis der Heiligen Messe schließt und die Verbindung zu Jesus Christus, dem Altar, noch einmal bekräftigt wird.

Häufig gestellte Fragen zur Heiligen Messe

FrageAntwort
Warum küsst der Priester den Altar?Der Kuss des Altars ist ein Zeichen der tiefen Liebe und Verehrung für Jesus Christus, der durch den Altar symbolisiert wird. Er wird zu Beginn und am Ende der Messe vollzogen, um die Bedeutung Christi als Mittelpunkt des Gottesdienstes zu unterstreichen.
Was ist der Unterschied zwischen katholischem und evangelischem Glaubensbekenntnis?Das Apostolische Glaubensbekenntnis ist in beiden Konfessionen weitgehend identisch. Der einzige Unterschied liegt in einer Formulierung: Katholische Christen sprechen von der „heiligen katholischen Kirche“, während evangelische Christen von der „heiligen christlichen Kirche“ sprechen. „Katholisch“ bedeutet hierbei „allumfassend“ und bezieht sich auf die Universalität der Kirche.
Warum ist der Ambo so wichtig?Der Ambo ist der „Tisch des Wortes Gottes“. Er ist erhöht, feststehend und würdevoll gestaltet, um die besondere Würde des von dort verkündeten Wortes Gottes hervorzuheben. Nur die Lesungen der Heiligen Schrift, der Antwortpsalm, die Predigt und die Fürbitten dürfen von ihm aus vorgetragen werden, um seine Heiligkeit zu bewahren.
Was bedeutet „Der Herr sei mit euch“?Diese Begrüßung des Priesters und die Antwort „Und mit deinem Geiste“ sind ein zentraler Dialog in der Messe. Sie sollen die lebendige Präsenz Jesu Christi inmitten der versammelten Gemeinde verdeutlichen und die Verbundenheit zwischen dem Priester und den Gläubigen im Heiligen Geist betonen.
Warum wird Wasser in den Wein gemischt?Die Beimischung eines Tropfens Wassers zum Wein während der Gabenbereitung symbolisiert die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus. So wie Gott menschliche Natur angenommen hat, erhalten wir durch die Eucharistie Anteil an der göttlichen Natur, indem wir Leib und Blut Christi empfangen.

Die Worte des Priesters in der Heiligen Messe sind weit mehr als bloße Rituale. Sie sind tiefgründige Gebete, Anrufungen, Verkündigungen und Segnungen, die die Gläubigen durch die verschiedenen Phasen der Liturgie führen und sie aktiv in das Heilsgeschehen einbeziehen. Von der herzlichen Begrüßung über das demütige Schuldbekenntnis, die Verkündigung des Wortes Gottes bis hin zum erhabenen Hochgebet und dem Empfang der Kommunion – jede Äußerung trägt dazu bei, die Gegenwart Christi erfahrbar zu machen und die Gemeinschaft der Gläubigen zu stärken. Das Verständnis dieser Worte und ihrer Bedeutung vertieft die Teilnahme an der Messe und macht sie zu einer noch reicheren und bedeutungsvolleren spirituellen Erfahrung, die Himmel und Erde auf einzigartige Weise verbindet.

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