Wie werden Muslime vereint?

Gebet im Islam: Quelle der Einheit und des Friedens

09/04/2022

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In den heutigen Medien werden der Islam und die Muslime oft als fanatisch oder extrem dargestellt, obwohl sie lediglich den Grundprinzipien ihres Glaubens folgen. Informationen werden häufig unkorrekt oder unangemessen erklärt, und grundlegende Säulen des Islam, die eigentlich gottesdienstliche Handlungen voller Frömmigkeit und Gottesbewusstsein sind, nehmen seltsame Assoziationen an. Muslime bezeugen mit Überzeugung, dass es keinen gibt, der anbetungswürdig ist, außer Gott allein, und dass Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, Sein Gesandter ist. Sie fasten, geben Almosen und verrichten einmal im Leben die Pilgerreise, wenn sie es sich leisten können. Eine der auffälligsten und oft missverstandenen Praktiken ist das fünfmalige tägliche Gebet.

Wie werden Muslime vereint?
Muslime werden durch die Rituale und die Sprache des Gebets vereint. Zum Gebet richten sich die Muslime in Richtung Mekka in Saudi Arabien, wo sich das Heilige Haus Gottes, die Kaaba, befindet. Wenn jemand krank oder verletzt ist, ist es möglich, im Sitzen oder sogar im Liegen zu beten.

Fünfmal am Tag zu beten – diese Vorstellung kann bei manchen Menschen Erstaunen und sogar Verwirrung hervorrufen. Wie lässt sich das in einen 24-Stunden-Tag integrieren, und wie viel Zeit nimmt das in Anspruch? Andere, die es gewohnt sind, auf ihre eigene Weise mit Gott zu kommunizieren, hinterfragen möglicherweise die Regeln und Vorschriften, die mit dem Gebet im Islam verbunden sind, mit dem Argument, Gott sei doch jederzeit erreichbar. Und nach muslimischem Glauben ist das auch korrekt: Gott ist jederzeit und an jedem Ort erreichbar. Muslime rufen Gott regelmäßig bei Tag und Nacht an. Sie erheben ihre Hände zum Bittgebet und bitten Ihn um Hilfe, Gnade und Vergebung. Dies ist jedoch nicht das, was Muslime als „Gebet“ im rituellen Sinne bezeichnen. Diese Form der persönlichen Anrufung wird Dua genannt und ähnelt dem christlichen Gebet, in dem man Gott anruft, um Hilfe bittet und Seine Größe lobpreist.

Für Muslime besteht das rituelle Gebet, bekannt als Salat, aus einer Reihe von rituellen Bewegungen und Worten, die zu festen Zeiten des Tages und der Nacht verrichtet werden. Gott sagt im Qur’an: „Wahrlich das Gebet zu bestimmten Zeiten ist für die Gläubigen eine Pflicht.“ (Quran 4:103). Muslime beten am frühen Morgen vor Sonnenaufgang (Fadschr), in der Mitte des Tages (Dhuhr), am Nachmittag (Asr), bei Sonnenuntergang (Maghrib) und am Abend (Ischa). Dieses Gebet ist ein Akt des Gehorsams Gott gegenüber, da Muslime glauben, dass Gott die Menschheit geschaffen hat, um Ihm zu dienen. „Und Ich habe die Ginn und die Menschen nur darum erschaffen, damit sie Mir dienen (sollen).“ (Quran 51:56). Folglich ist für einen Gläubigen der Gottesdienst eine Lebensweise. Das Gebet zu festen Zeiten dient als ständige Erinnerung daran, warum wir hier sind, und hilft dem Einzelnen, seine Gedanken und Taten von der Sünde abzuwenden und zum Gedenken Gottes zu lenken. Der Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) betonte die Wichtigkeit des Gebets, indem er dessen Fähigkeit zur Beseitigung von Sünden erklärte: „Was würdest du denken, wenn es vor der Tür eines jeden von euch einen Fluss gäbe, und er badete darin fünfmal am Tag, würde er dann noch irgendwelche Spuren von Schmutz an sich haben?“ Sie sagten: „Nein, keine Spuren von Schmutz würden an ihm bleiben.“ Er sagte: „So ist es mit den fünf täglichen Gebeten, durch die Gott Sünden streicht.“

Die einzigartige Auferlegung des Gebets

Obwohl das Gebet nur eine von vielen gottesdienstlichen Handlungen ist, nimmt es im Islam eine besondere Stellung ein, nicht zuletzt aufgrund der Art und Weise, wie es auferlegt wurde. Es wurde nicht durch einen Engel auf die Erde herabgebracht, sondern dem Propheten Muhammad während seiner einzigartigen Himmelfahrt (Isra und Mi’raj) direkt von Gott zuteil. Ursprünglich wurden den Gläubigen fünfzig Gebete auferlegt, doch diese wurden schließlich auf fünf reduziert, während der Lohn für die Gebete so groß bleibt, als wären es immer noch fünfzig. Diese Reduzierung ist ein klares Zeichen für Gottes immense Liebe und Barmherzigkeit gegenüber der Menschheit: Wenige Minuten am Tag werden belohnt, als wären sie ein kontinuierlicher Gottesdienst. Diese Gnade macht das Gebet nicht zu einer Bürde, sondern zu einer Quelle der Ruhe und des Friedens, einer direkten Verbindung zum Schöpfer.

Die Vereinigung durch das Gebet

Muslime beten fünfmal am Tag, und wenn möglich, sollten Männer in einer Moschee oder in einer Gruppe von Männern beten. Frauen haben die Möglichkeit, zu Hause zu beten, was ihnen Flexibilität und Komfort bietet. Die Gläubigen stehen allein oder umringt von anderen – in ihren Heimen, an ihren Arbeitsplätzen, in Parkanlagen und Moscheen. Sie stehen, verbeugen sich, werfen sich nieder und sitzen. Ihre Stimmen sind manchmal erhoben und manchmal leise, doch die Worte bleiben dieselben. Wenn ein Muslim betet, wendet er sich in arabischer Sprache an Gott und verwendet dieselben Worte und macht dieselben Bewegungen wie jeder andere Muslim auf der Welt. Diese Einheit in Ritual und Sprache ist ein mächtiges Band, das Muslime über geografische und kulturelle Grenzen hinweg verbindet. Es schafft eine globale Gemeinschaft, die sich in synchroner Hingabe an ihren Schöpfer vereint.

Zum Gebet richten sich die Muslime in Richtung Kaaba in Mekka, Saudi-Arabien, wo sich das Heilige Haus Gottes befindet. Diese Gebetsrichtung, die Qibla genannt wird, symbolisiert die Einheit und Ausrichtung aller Muslime auf einen gemeinsamen Mittelpunkt. Selbst wenn jemand krank oder verletzt ist, ist es möglich, im Sitzen oder sogar im Liegen zu beten, was die Barmherzigkeit und Zugänglichkeit des Islam unterstreicht. Der Gebetsführer, bekannt als Imam, ist kein Mittler zwischen den Menschen und Gott; er ist lediglich derjenige, der am meisten vom Qur’an auswendig gelernt hat und die Gemeinschaft im Gebet anführt. Frauen können ebenfalls mit einer Gemeinschaft von Frauen beten, wodurch auch sie die Gemeinschaftserfahrung teilen können. Wenn Muslime zusammen beten, stehen sie Schulter an Schulter, ihre Nähe zueinander zeigt ihre Einheit. Keiner ist besser als der andere, außer durch seine oder ihre Gottesfurcht. Könige stehen neben Armen, Weiße stehen neben Schwarzen, Araber stehen neben Europäern – alle sind gleich vor Gott. Dies ist ein tiefgreifendes Zeugnis für die egalitären Prinzipien des Islam.

Wie berechnet man die Richtung nach Mekka?
Dies wird typischerweise berechnet mit: Geolokalisierungstechnologie: Verwendet GPS, um den Standort des Benutzers zu bestimmen und die Richtung nach Mekka zu berechnen. Orientierungssensoren: Nutzt das Magnetometer und den Beschleunigungsmesser des Geräts, um die Richtung zu bestimmen.

Mit dem Beginn des Gebets erheben die Gläubigen ihre Hände auf die Höhe ihrer Ohren und sagen: „Allahu Akbar“, was bedeutet: „Gott ist der Größte“. Dies signalisiert den Beginn des Gebets und die Loslösung von allen weltlichen Angelegenheiten. Die Verbindung zu Gott ist hergestellt, und für die wenigen Minuten, die das Gebet dauert, steht jede Person in voller Ergebenheit vor Gott. Interessanterweise bedeutet das arabische Wort für Gebet, Salat, auch „sich verbinden“. Danach rezitieren die Muslime das eröffnende Kapitel des Qur’an, Al-Fatiha, und manchmal noch ein weiteres Kapitel. Anschließend führen sie rituelle Bewegungen durch: Sie verbeugen sich (Ruku) und werfen sich nieder (Sujud), wobei sie Gottes Größe, Herrlichkeit und Majestät lobpreisen. In der Niederwerfung, wenn die Stirn den Boden berührt, ist der Gläubige Gott am nächsten. Dies ist ein Moment tiefer Demut und Hingabe, in dem man die Gelegenheit hat, persönliche Bittgebete zu sprechen und Gott um Hilfe, Gnade oder Vergebung zu bitten – und dies kann man in jeder Sprache tun, denn Gott versteht alle Sprachen.

Am Ende des Gebets sitzen die Muslime und lobpreisen Gott und bitten Ihn, die Propheten Muhammad und Abraham zu segnen. Das Gebet wird mit den Worten „As salamu alaikum wa Rahmatullah“ (Mögen Gottes Frieden und Segen mit dir sein) beendet, dabei wendet man den Kopf zuerst nach rechts und dann nach links. Das Gebet ist nun vorbei, und die Welt kehrt zurück. Doch für diese wenigen Minuten war der Gläubige allein mit Gott. Unabhängig davon, ob er oder sie allein oder in einer Gemeinschaft gebetet hat, die Verbindung bestand zwischen Gott und dem Einzelnen. Es war ein Augenblick der Glückseligkeit, des Friedens und der Ruhe. Das Gebet ist eine ständige Erinnerung und ein Trost. Jede Stunde eines jeden Tages, irgendwo auf der Welt, betet gerade ein Muslim. Der Gläubige sucht den Trost, der vom Gefühl der Nähe zu Gott kommt, den Frieden, der vom Gefühl der Liebe und Gnade Gottes herrührt, und die Gelassenheit, die aus der Gewissheit entspringt, dass Gott wirklich ist und immer präsent ist.

Häufig gestellte Fragen zum islamischen Gebet

FrageAntwort
Wie oft beten Muslime am Tag?Muslime beten fünfmal am Tag zu festen Zeiten: Fadschr (Morgendämmerung), Dhuhr (Mittag), Asr (Nachmittag), Maghrib (Sonnenuntergang) und Ischa (Abend).
Warum beten Muslime fünfmal am Tag?Das fünfmalige Gebet ist eine göttliche Pflicht, die den Gläubigen als ständige Erinnerung an Gott und als Mittel zur Reinigung von Sünden dient, wie vom Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm) erklärt.
In welche Richtung beten Muslime?Muslime beten in Richtung der Kaaba in Mekka, Saudi-Arabien. Diese Gebetsrichtung wird Qibla genannt und symbolisiert die Einheit der muslimischen Gemeinschaft.
Wer hat den Koran überbracht?Nach dem Glauben der Muslime überbrachte der Erzengel Gabriel dem Propheten Muhammad den Koran auf dem Berg Hira bei Mekka.
Was ist der Unterschied zwischen Salat und Dua?Salat ist das rituelle, formelle Gebet zu festen Zeiten mit spezifischen Bewegungen und Worten. Dua ist ein persönliches Bittgebet, das jederzeit und in jeder Sprache gesprochen werden kann, um Gott um Hilfe, Gnade oder Vergebung zu bitten.
Ist ein Imam ein Mittler zu Gott?Nein, ein Imam ist kein Mittler zwischen den Menschen und Gott. Er ist lediglich derjenige, der die Gemeinschaft im Gebet anführt, typischerweise weil er den Qur’an am besten auswendig kennt. Die Verbindung zu Gott ist direkt.
Warum ist das Gebet so wichtig im Islam?Das Gebet ist eine Säule des Islam, die die Verbindung zum Schöpfer stärkt, die Gläubigen an ihren Lebenszweck erinnert, Sünden reinigt und eine Quelle des inneren Friedens und der Ruhe ist. Es ist auch ein Ausdruck der Demut und Dankbarkeit gegenüber Gott.

Die Praxis des Gebets ist somit weit mehr als nur eine Reihe von Vorschriften; sie ist der Herzschlag des muslimischen Lebens, der nicht nur individuelle Frömmigkeit fördert, sondern auch eine unvergleichliche globale Einheit und Brüderlichkeit schafft. Es ist ein lebendiges Zeugnis dafür, wie Millionen von Menschen auf der ganzen Welt in synchroner Hingabe zusammenkommen und die tiefgreifende Bedeutung von Gemeinschaft und Anbetung erfahren.

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