Wie kann ich arabisch beten?

Schiiten in Deutschland: Glaube, Geschichte, Konflikte

07/04/2023

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Der Islam ist eine der größten Weltreligionen, und innerhalb seiner vielfältigen Landschaft existieren verschiedene Strömungen. Die prominentesten davon sind der sunnitische und der schiitische Islam. Während die große Mehrheit der Muslime weltweit und auch in Deutschland sunnitisch ist, gewinnen die Schiiten hierzulande zunehmend an Sichtbarkeit und Einfluss. Sie beteiligen sich aktiv am islamischen Leben, gründen eigene Organisationen und tragen ihre Traditionen in die Öffentlichkeit. Doch was genau unterscheidet diese beiden großen „Konfessionen“, und warum führen sie auf der politischen Weltbühne, wie im Jemenkrieg, erbitterte Konflikte aus, obwohl sie im alltäglichen Glaubensleben viele Gemeinsamkeiten teilen?

Inhaltsverzeichnis

Die Präsenz der Schiiten in Deutschland

In Deutschland leben schätzungsweise rund 305.000 Schiiten. Dies macht etwa 6-7 Prozent der gesamten muslimischen Bevölkerung aus. Die Mehrheit von ihnen stammt ursprünglich aus dem Iran und der Türkei, aber auch eine beträchtliche Anzahl, etwa 80.000, kommt aus Afghanistan. Diese Gemeinschaft wird immer sichtbarer und aktiver. Sie etabliert eigene schiitische Organisationen und Einrichtungen, die das religiöse und soziale Leben prägen. Ein zentraler Anlaufpunkt und eine der ältesten islamischen Institutionen in Deutschland ist das Islamische Zentrum Hamburg (IZH), auch bekannt als Imam-Ali-Moschee oder „Blaue Moschee“. Das IZH ist eng mit führenden, regimetreuen schiitischen Zentren im Iran verbunden und wird von einem hochrangigen Vertreter des iranischen Revolutionsführers Ali Khamenei in Europa geleitet. Es ist zudem Gründungsmitglied des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD), der Sunniten und Schiiten unter einem Dach vereint.

Wie viele Schiiten gibt es in Deutschland?
Geschätzte 15 Prozent der Muslime weltweit sind Schiiten. Sie sind hauptsächlich im Iran, Irak, Libanon, in Afghanistan, aber auch in Bahrain und als kleine Minderheit etwa in Saudi-Arabien beheimatet. In Deutschland leben rund 305000 Schiiten, die meisten davon aus dem Iran und der Türkei, aber auch etwa 80000 aus Afghanistan.

Ein weiteres wichtiges Zeichen der Konsolidierung ist die Gründung des „Al-Mustafa Instituts“ in Berlin im Jahr 2016, einer schiitisch-theologischen Ausbildungsstätte, die eine Außenstelle einer religiösen Universität in Qom/Iran darstellt. Der Leiter dieses Instituts ist zugleich Vorsitzender der Stiftung für Islamische Studien (SIS und unterrichtet sowohl im IZH als auch in der Kulturabteilung der iranischen Botschaft in Berlin. Die Dachorganisation für schiitische Gemeinden in Deutschland ist die Islamische Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands (IGS), die 2009 gegründet wurde und etwa 175 Gemeinden vereint. Sie versteht sich als Religionsgemeinschaft und spielt eine wichtige Rolle in der Vertretung der schiitischen Interessen.

Historische Wurzeln der Spaltung: Der Kampf um die Nachfolge

Die Entstehung des schiitischen Islam ist untrennbar mit einem politischen Konflikt in der Frühzeit des Islam verbunden, dem sich religiöse Differenzen erst später hinzufügten. Nach dem Tod des Propheten Muhammad im Jahr 632 n. Chr. entstand unmittelbar eine Auseinandersetzung über seine Nachfolge. Die Schiiten glauben, Muhammad habe vor seinem Tod seinen Vetter und Schwiegersohn Ali als Nachfolger designiert, was im Ghadir-Khumm-Fest gefeiert wird. Doch noch vor Muhammads Beerdigung wurde Abu Bakr zum ersten Kalifen (arab. khalifa) ausgerufen. Auch die nachfolgenden Kalifen Umar und Uthman galten nach schiitischer Auffassung als unrechtmäßig.

Uthmans Ermordung im Jahr 656 ebnete den Weg für Ali, der für die Sunniten der vierte „rechtgeleitete“ und für die Schiiten der erste anerkannte Kalif war. Ein Teil der Umayyaden, angeführt von Uthmans Vetter Muawiya, stellte sich jedoch gegen Ali und seine Anhänger, die als schiat Ali („Partei Alis“) bekannt wurden – daher der Begriff Schiiten. Dieser Konflikt mündete in bewaffnete Auseinandersetzungen, die letztlich zur Spaltung führten. Ali selbst wurde 661 ermordet und starb somit den Märtyrertod. Er war der erste Imam – der legitime religiöse und politische Führer in der Nachfolge Muhammads nach schiitischer Lehre.

Die Tragödie setzte sich fort mit Alis Sohn Husain, dem dritten Imam. Er wurde von angeblichen Verbündeten im Stich gelassen und bei Kerbela (im heutigen Irak) mit seiner kleinen, hoffnungslos unterlegenen Schar niedergemacht. Der Tag seiner Ermordung oder seines Martyriums, der Aschura-Tag (10. Muharram), ist der zentrale Tag des schiitischen religiösen Kalenders und ein tiefgreifendes Symbol für Leid, Ungerechtigkeit und das Streben nach Gerechtigkeit. Während sich im Sunnitentum das dynastische Prinzip etablierte, bestand die Schia auf der Blutsverwandtschaft mit Muhammad als Voraussetzung für das Imamat.

Entwicklung verschiedener schiitischer Richtungen

Aus der Auseinandersetzung um das Imamat entstanden verschiedene schiitische Richtungen:

  • Zaiditen: Berufen sich auf Zaid, den Enkel Husains. Sie erkennen die ersten beiden Kalifen an und vertreten eine pragmatische, rationalistische Auslegung. Sie leben heute hauptsächlich im Jemen und unterscheiden sich kaum noch von Sunniten.
  • Ismailiten: Betrachten Ismail, einen Sohn des sechsten Imams Dscha‘far as-Sadiq, als rechtmäßigen Nachfolger. Ihre Lehre ist stark gnostisch und neuplatonisch beeinflusst, mit einer Betonung des „inneren Sinns“ der Religion und der Erwartung eines wiederkehrenden Mahdi, der die Urreligion wiederherstellen wird. Aus ihnen gingen die Drusen und später die Nizariten (Assassinen) hervor.
  • Zwölfer-Schiiten (Imamiten): Dies ist die Hauptströmung des heutigen Schiismus. Sie zählen die Imame bis zum zwölften Imam.

Die Zwölfer-Schiiten: Lehre und die Rolle des verborgenen Imams

Die Zwölfer-Schia ist die stärkste schiitische Strömung und prägt das Bild des Schiismus maßgeblich. Ihre Lehre dreht sich zentral um den zwölften Imam, Muhammad al-Mahdi, „der Rechtgeleitete“. Nach schiitischer Überzeugung verschwand er im Jahr 874 als Fünfjähriger und ist seitdem „abwesend“ und verborgen (ghaiba). Die Erwartung seiner Wiederkehr, bei der er die Schiiten zum Sieg über alle Widersacher führen und vollkommene Gerechtigkeit herstellen wird, hat Parallelen zur jüdischen Messias- und christlichen Parusieerwartung.

Die Verborgenheit des Imams als zentraler Topos der schiitischen Lehre hatte enorme Auswirkungen auf die Frage einer legitimen Herrschaft auf Erden. Da während seiner Abwesenheit allgemein Tyrannei und Unrecht herrschen, bedarf jegliche Herrschaft bis zur Wiederkehr des Mahdi einer ausdrücklichen Autorisierung. Historisch führte dies dazu, dass Schiiten faktisch die Herrschaft der Sunniten akzeptierten und eine unpolitische, ja quietistische Haltung einnahmen. Die Kooperation mit den jeweiligen Machthabern war dennoch möglich, oft unter Rückgriff auf die schiitisch weit verbreitete Taqiyya (Vorsicht, Furcht) – die religiös legitimierte Verheimlichung des eigenen Glaubens im Falle von Gefahr.

Eine neue Situation entstand im 16. Jahrhundert, als die Zwölfer-Schia mit den Safawiden im Iran zur Staatsreligion wurde. Die Endzeitnaherwartung verlor an Kraft, und die Gelehrten konnten mit staatlicher Rückendeckung ihre Auffassungen von islamischer Rechtgläubigkeit vertreten. Dies legte den Grundstein für die Rolle des Gelehrtenstandes als kollektiver Stellvertreter des wahren Herrschers, des verborgenen Imams.

Die Revolution Khomeinis und die „Herrschaft des Rechtsgelehrten“

Eine revolutionäre Umdeutung des Schiismus nahm Ayatollah Ruhollah Khomeini (1902–1989) vor. Er entwickelte das politische Konzept der „Herrschaft des Rechtsgelehrten“ (Velayat-e Faqih) in Vorwegnahme der Herrschaft des endzeitlichen Imams. Der Märtyrergedanke, der in der schiitischen Frömmigkeit so zentral ist, wurde ebenfalls neu interpretiert: Es genüge nicht, der schiitischen Märtyrer zu gedenken; vielmehr müssten Muslime bereit sein, im politischen Kampf selbst zu Märtyrern zu werden. Diese Ideologie führte zur Ausrufung der Islamischen Republik Iran am 1. April 1979, dem ersten islamistischen Staatssystem.

Lehre und Praxis: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Die herausragende Stellung Alis und seiner Nachkommenschaft (ahl al-bait) wird im Schiismus mit der ausdrücklichen Designation durch Muhammad begründet und durch verschiedene Koranverse untermauert. Schiiten und Sunniten werfen einander bisweilen vor, den Koran oder die Überlieferungen falsch auszulegen. Schiiten legen zudem besonderen Wert auf den „inneren Sinn“ (batin) des Korans.

Die zwölf Imame gelten zusammen mit Muhammad und seiner Tochter Fatima (Alis Ehefrau) als die „Vierzehn Unfehlbaren“. Nur dem Ahl al-Bait wird Reinheit zugeschrieben, was die große Verehrung dieser Persönlichkeiten erklärt. Allein die Imame sind nach schiitischer Lehre in der Lage, gerechte Herrschaft auszuüben, da sie sündlos und irrtumsfrei sind.

Da der Imam abwesend ist, kommt den Rechtsgelehrten eine besondere Rolle zu. Als Interpreten des Imams haben sie Anteil an dessen unfehlbarer Interpretation und sind somit die Gerechtesten unter den Fehlbaren. Hier kommt der Idschtihad ins Spiel, die eigene Rechtsfindung der Gelehrten, die viel stärker als im Sunnitentum zur Geltung kommt und große Freiheit und Flexibilität in der Interpretation mit sich bringt, da der Vernunftgebrauch von zentraler Bedeutung ist. Zugleich gibt es eine strenge Scheidung zwischen der klerikalen Hierarchie der Rechtsgelehrten (Mullah, Mudschtahid, Hodschatoleslam, Ayatollah, Mardscha'-e Taqlid „Quelle der Nachahmung“) und den religiösen Laien, die der bloßen „Nachahmung“ (taqlid) unterworfen sind und sich einer religiösen Autorität anschließen müssen.

Die schiitische Frömmigkeit: Leid, Buße und die Rolle der Imame

Die schiitische Religiosität ist aufs Engste mit der Katastrophe von Kerbela und dem Märtyrertod Husains verbunden. Der Verrat an Husain wird als kollektive, historische Schuld empfunden, weshalb die schiitische Gemeinde bis heute Buße tut. In großen, passionsspielähnlichen Feierlichkeiten wird alljährlich am Aschura-Tag des Leidens gedacht, das den Charakter eines stellvertretenden Leidens und eines Selbstopfers des sündlosen Gerechten für die Muslime angenommen hat. Der Imam nimmt eine Mittlerrolle zwischen Gott und Menschen ein und ist Fürsprecher für die Gläubigen bei Gott, was eine tiefe Heiligenverehrung und ein ausgeprägtes Wallfahrtswesen zur Folge hat. Durch Bußrituale wie Selbstgeißelung erklären die Gläubigen sich in Trauer und Schmerz solidarisch und selbst zum Martyrium bereit, um so ihre Schuld abzulösen und ihr Leiden zu verkürzen. Solche Prozessionen, bei denen sich Männer mit Schwertern ritzen oder den nackten Oberkörper blutig schlagen, sind auch in Deutschland im Rahmen des Al-Quds-Tages oder zu Aschura-Feierlichkeiten zu beobachten.

Alltagspraxis und Rechtsfragen

In der Alltagspraxis und in Rechtsfragen gibt es viele grundlegende Gemeinsamkeiten mit den Sunniten. Doch es gibt auch kleine, aber markante Unterschiede, die immer wieder zu Polemik führen können:

  • Gebet: Die meisten Schiiten beten dreimal am Tag, indem sie die fünf Gebetseinheiten zusammenlegen. Der schiitische Gebetsruf unterscheidet sich leicht vom sunnitischen.
  • Glaubensbekenntnis: Das Glaubensbekenntnis der Schiiten hat den Zusatz „Und Ali ist der Freund Gottes“.
  • Gebetstäfelchen: Schiiten benutzen für die Niederwerfung im Gebet ein Lehmtäfelchen (muhr), das – möglichst – aus der Erde von Kerbela hergestellt ist, da man seine Stirn auf reine Erde legen soll.
  • Zeitehe (Mut'a): Die Zeitehe, auch „Genussehe“ (mut'a / sighe), ist bei Sunniten zwar bekannt, wird aber vor allem von Schiiten befürwortet. Es handelt sich um eine vereinfachte Form der Eheschließung von begrenzter Dauer mit Entlohnung der Ehefrau, die als von Muhammad praktiziert und daher erlaubt, ja sogar empfohlen gilt.
  • Bilderverbot: Schiiten legen das Bilderverbot des Islam nicht sehr streng aus; Abbildungen Alis sind beliebt und häufig auf Halsanhängern oder Ähnlichem zu sehen.

Vergleichstabelle: Sunniten vs. Schiiten

Um die Unterschiede und Gemeinsamkeiten besser zu veranschaulichen, dient die folgende Tabelle:

MerkmalSunnitenSchiiten
Nachfolge des ProphetenFührung durch Konsens der Gemeinschaft (Abu Bakr, Umar, Uthman, Ali als rechtgeleitete Kalifen)Führung durch göttliche Designation (Ali und seine Nachkommen als Imame)
Rolle des Imams/KalifenKalif ist politischer Führer, kein Mittler zu Gott; Imame sind GebetsleiterImame sind unfehlbare, sündlose, geistliche und politische Führer; Mittler zu Gott
Anzahl der ImameKeine zentrale Lehre der Imame in diesem SinneZwölfer-Schiiten glauben an 12 Imame, der letzte ist der verborgene Mahdi
Religiöse AutoritätUlama (Gelehrte) interpretieren Scharia; Betonung auf Tradition (Sunna)Rechtsgelehrte (Ayatollahs) haben hohe Autorität (Idschtihad); Laien folgen (Taqlid)
GebetszeitenFünf feste GebetszeitenMeist drei Gebetszeiten (Zusammenlegung möglich)
GebetsritualeDirekte Niederwerfung auf den BodenNiederwerfung oft auf Lehmtäfelchen (Muhr) aus Kerbela-Erde
GlaubensbekenntnisSchahada: „Es gibt keinen Gott außer Allah, und Muhammad ist sein Gesandter.“Zusatz: „Und Ali ist der Freund Gottes.“
Zeitehe (Mut'a)Meist verboten oder streng begrenztErlaubt und praktiziert
BilderverbotStreng ausgelegtWeniger streng, Abbildungen von Imamen (besonders Ali) sind üblich
Zentraler GedenktagEid al-Adha, Eid al-FitrAschura (Gedenken an Husains Martyrium in Kerbela)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum gibt es Konflikte zwischen Sunniten und Schiiten?

Die Konflikte haben ihren Ursprung in der Frage der Nachfolge des Propheten Muhammad. Während Sunniten die Wahl der ersten Kalifen akzeptierten, glauben Schiiten, dass die Führung durch Alis Nachkommen hätte erfolgen müssen. Diese historische Spaltung wurde im Laufe der Zeit durch theologische, politische und sozioökonomische Faktoren vertieft und manifestiert sich heute oft in regionalen Machtkämpfen, wie dem zwischen dem sunnitischen Saudi-Arabien und dem schiitischen Iran.

Was ist der Aschura-Tag für Schiiten?

Der Aschura-Tag ist der zentrale Gedenktag im schiitischen Kalender und erinnert an das Martyrium von Imam Husain, dem Enkel des Propheten Muhammad, in der Schlacht von Kerbela im Jahr 680 n. Chr. Es ist ein Tag der Trauer, des Gedenkens und der Buße, an dem Schiiten oft Prozessionen abhalten und die Ereignisse von Kerbela in Passionsspielen nachstellen.

Wer ist der Mahdi im schiitischen Islam?

Der Mahdi (Muhammad al-Mahdi) ist der zwölfte und letzte Imam der Zwölfer-Schiiten. Er ist nach schiitischer Überzeugung im Jahr 874 im Alter von fünf Jahren verschwunden und befindet sich seitdem in der „Verborgenheit“ (ghaiba). Schiiten glauben, dass er am Ende der Zeiten zurückkehren wird, um Gerechtigkeit auf Erden zu etablieren und die Gläubigen zum Sieg zu führen.

Was bedeutet Taqiyya im schiitischen Kontext?

Taqiyya bezeichnet die religiös legitimierte Praxis, den eigenen Glauben zu verheimlichen oder sich äußerlich anzupassen, wenn eine Gefahr für das eigene Leben oder die Sicherheit besteht. Sie ist eine Form des Selbstschutzes, die in Zeiten der Verfolgung oder Bedrohung angewendet werden kann.

Was ist Velayat-e Faqih?

Velayat-e Faqih, die „Herrschaft des Rechtsgelehrten“, ist ein politisch-theologisches Konzept, das maßgeblich von Ayatollah Ruhollah Khomeini entwickelt wurde. Es besagt, dass in Abwesenheit des verborgenen Imams die oberste politische und religiöse Autorität bei einem hochrangigen Rechtsgelehrten liegen sollte. Dieses Konzept ist die Grundlage der theokratischen Regierungsform der Islamischen Republik Iran.

Fazit

Der schiitische Islam ist eine vielschichtige Glaubensrichtung mit einer reichen Geschichte und tiefen theologischen Überzeugungen, die sich in manchen Aspekten grundlegend vom Sunnitentum unterscheiden, in anderen jedoch erstaunliche Gemeinsamkeiten aufweisen. Ihre wachsende Präsenz in Deutschland und die Etablierung eigener Institutionen tragen dazu bei, das Bild des Islam in der Gesellschaft zu erweitern und ein differenzierteres Verständnis zu ermöglichen. Die Betonung der Rationalität der Schöpfung, die Bedeutung der Interpretation durch die Theologen in der Zeit der Abwesenheit des Imams sowie die Leidenstheologie und Passionsfrömmigkeit bieten interessante Anknüpfungspunkte für den interreligiösen Dialog und fördern eine Horizonterweiterung im Umgang mit religiöser Vielfalt.

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