17/03/2025
Der Ramadan, der neunte Monat im islamischen Mondkalender, ist für Millionen Muslime weltweit eine Zeit der tiefen Besinnung, des Verzichts und der spirituellen Erneuerung. Er gilt als der heiligste Monat, da in ihm die ersten Verse des Korans, des heiligen Buches des Islams, offenbart wurden. Während dieser 29 bis 30 Tage dauernden Periode rücken die Gläubigen enger zusammen, um ihren Glauben zu stärken, Mitgefühl zu zeigen und ihre Beziehung zu Gott zu vertiefen. Das Ende des Ramadans wird mit dem freudigen Fastenbrechenfest, dem sogenannten Zuckerfest, gefeiert, einem Höhepunkt des islamischen Jahres, der Familie, Freundschaft und Dankbarkeit in den Vordergrund stellt.

- Was ist Ramadan?
- Die wichtigsten Gebote im Ramadan: Verzicht und Besinnung
- Wer ist vom Fasten befreit? Ausnahmen und Nachholen
- Das Zuckerfest: Ende des Fastenmonats
- FAQ zum Ramadan
- 1. Warum fasten Muslime?
- 2. Wie wird im Islam gefastet?
- 3. Welchen Nutzen ziehen Muslime vom Fasten?
- 4. Wer ist zum Fasten verpflichtet?
- 5. Gibt es Personen, die vom Fasten ausgenommen sind?
- 6. Wann beginnt die Fastenzeit?
- 7. Was ist die Wortbedeutung von Ramadan?
- 8. Wie wirkt sich das Fasten auf den Fastenden aus?
- 9. Ist es nicht ungesund, beim Fasten auch nichts zu trinken?
- 10. Ist es sinnvoll, den ganzen Tag nichts zu essen und das alles abends wieder durch üppiges Essen nachzuholen?
- 11. Fasten Muslime, um abzunehmen?
- 12. Ist es nicht schwer, hierzulande zu fasten?
- 13. Warum müssen Muslime einen ganzen Monat lang fasten?
- 14. Wozu braucht Gott das Fasten, kommt es nicht eher auf den Glauben an?
- 15. Welche Mahlzeiten werden im Monat Ramadan fürs Fastenbrechen zubereitet?
- 16. Wie wurde das Fasten im Monat Ramadan für Muslime eine Pflicht?
- 17. Was für Bräuche haben die Muslime im Monat Ramadan?
- 18. Wie viele Muslime halten sich an das Fastengebot im Ramadan?
- 19. Gibt es außerhalb des Ramadans auch Fastentage?
- 20. Wie können Nichtmuslime ihre fastenden muslimischen Arbeitskollegen unterstützen?
- 21. Gibt es besondere Ereignisse im Monat Ramadan?
- 22. Wird am Ende des Ramadans ein Fest begangen?
- 23. Gibt es Probleme der Moschee-Gemeinden mit ihren Nachbarn?
- 24. Welche Dinge sind beim Fasten noch zu beachten?
- 25. Können Nichtmuslime an muslimischen Veranstaltungen im Ramadan teilnehmen?
- Glossar wichtiger Begriffe im Ramadan
Was ist Ramadan?
Der Begriff Ramadan stammt aus dem Arabischen und bedeutet „der heiße Monat“. Diese Bezeichnung mag auf die ursprüngliche Zeit des Jahres hindeuten, in der der Monat stattfand, aber sie symbolisiert auch das „Ausbrennen“ der Sünden durch das Fasten. Im Islam ist der Ramadan eine der fünf Säulen, die die Grundpfeiler des Glaubens bilden und das Fundament des muslimischen Lebens darstellen. Er ist nicht nur eine Zeit des körperlichen Verzichts, sondern auch eine Gelegenheit zur inneren Reinigung und zur Stärkung der spirituellen Verbindung.
Die Fünf Säulen des Islam
Die fünf Säulen sind die fundamentalen Pflichten, die jeder Muslim erfüllen sollte. Sie umfassen:
- Das Glaubensbekenntnis (Schahada): Die Bezeugung, dass es keinen Gott außer Allah gibt und Muhammad Sein Gesandter ist.
- Das Gebet (Salah): Das fünfmal tägliche rituelle Gebet in Richtung der Kaaba in Mekka.
- Das Fasten im Ramadan (Sawm): Der Verzicht auf Essen, Trinken und andere weltliche Begierden von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang.
- Die Pilgerfahrt nach Mekka (Hadsch): Die Reise nach Mekka, die jeder Muslim, der dazu in der Lage ist, mindestens einmal im Leben unternehmen sollte.
- Die Spende (Zakat): Das Entrichten einer Pflichtabgabe an Bedürftige.
Die wichtigsten Gebote im Ramadan: Verzicht und Besinnung
Während des Ramadans steht der Verzicht im Vordergrund, um die Selbstbeherrschung zu üben und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Von der Morgendämmerung (Fadschr) bis zum Sonnenuntergang (Maghrib) gelten strenge Regeln, die die Gläubigen einhalten müssen. Diese Regeln sind nicht als Bürde zu verstehen, sondern als Mittel zur Reinigung der Seele und zur Stärkung der Gottesfurcht.
Was ist im Ramadan verboten?
Konkret dürfen Gläubige zwischen Morgendämmerung und Sonnenuntergang:
- nicht essen,
- nicht trinken,
- nicht rauchen,
- und keinen Geschlechtsverkehr haben.
Auch die Einnahme von Medikamenten kann eingeschränkt sein, und es wird empfohlen, sich von schlechtem Reden, Lügen und Streit fernzuhalten. Der Ramadan ist eine Zeit, in der das Verhalten gegenüber Mitmenschen überdacht und verbessert werden soll.
Sahur und Iftar: Die Mahlzeiten im Fastenmonat
Trotz des strengen Tagesfastens gibt es zwei wichtige Mahlzeiten, die den Tagesablauf im Ramadan strukturieren: Sahur und Iftar.
Sahur ist die Mahlzeit, die vor dem Einsetzen der Morgendämmerung eingenommen wird. Sie dient dazu, den Körper für den bevorstehenden Fastentag zu stärken. Es wird empfohlen, nahrhafte Lebensmittel zu sich zu nehmen, die langsam Energie freisetzen und lange sättigen. Dazu gehören komplexe Kohlenhydrate wie Vollkornprodukte, Ballaststoffe aus Obst und Gemüse sowie Proteine. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist ebenfalls entscheidend.
Iftar ist das tägliche Fastenbrechen nach Sonnenuntergang. Traditionell wird das Fasten mit einer Dattel und einem Schluck Wasser gebrochen, genau wie es der Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) tat. Danach folgt eine oft ausgiebige Mahlzeit im Kreise der Familie und Freunde. Beim Iftar ist es wichtig, den Blutzuckerspiegel nach dem langen Fasten langsam wieder ansteigen zu lassen und nicht sofort große Mengen zu essen. Die Atmosphäre des Iftar ist oft von Freude, Gemeinschaft und Dankbarkeit geprägt.
Hier ist eine vergleichende Übersicht der beiden Mahlzeiten:
| Mahlzeit | Zeitpunkt | Zweck | Empfohlene Lebensmittel |
|---|---|---|---|
| Sahur | Vor Morgendämmerung | Energieversorgung für den Tag | Vollkornprodukte, Haferflocken, Eier, Joghurt, Obst, Gemüse, viel Wasser |
| Iftar | Nach Sonnenuntergang | Fastenbrechen, Auffüllen der Energiereserven | Datteln, Wasser, Suppen, leicht verdauliche Speisen, Obst, Gemüse |
Wer ist vom Fasten befreit? Ausnahmen und Nachholen
Der Islam ist eine Religion der Barmherzigkeit und Erleichterung. Daher gibt es klare Ausnahmen von der Fastenpflicht, insbesondere wenn das Fasten gesundheitliche Risiken birgt oder eine unzumutbare Belastung darstellt. Diese Gruppen müssen nicht fasten, können die Tage aber oft zu einem späteren Zeitpunkt nachholen oder durch Spenden ausgleichen.
Medizinische Aspekte und Medikamenteneinnahme
Viele Muslime sind unsicher, ob und welche Medikamente während des Ramadans eingenommen werden dürfen. Grundsätzlich sollte vorab immer ärztlicher Rat eingeholt werden, insbesondere bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus. Der Koran erlaubt im Notfall eine Unterbrechung des Fastens.
Folgende Medikamente sind im Ramadan in der Regel erlaubt:
| Erlaubt | Nicht erlaubt (wenn oral eingenommen) |
|---|---|
| Dosiersprays oder Pulverinhalatoren gegen Lungenerkrankungen (z.B. Asthma) | Nasentropfen |
| Salben und Cremes | Zäpfchen |
| Augentropfen | Orale Schmerzmittel (es sei denn als Retard-Tablette vor Sahur) |
| Pflaster | Orale Bluthochdruckmedikamente (es sei denn als Retard-Tablette vor Sahur) |
| Injektionen (nicht-nährend) | Orale Epilepsiemedikamente (es sei denn als Retard-Tablette vor Sahur) |
Retard-Tabletten, die ihre Wirkung über mindestens zwölf Stunden entfalten, können oft vor dem Sahur eingenommen werden, um die Fastenzeit abzudecken.
Besondere Gruppen: Kinder, Schwangere, Kranke, Reisende
Vom Fasten im Ramadan ausgenommen sind:
- Kinder bis zur Pubertät (obwohl sie zum Üben ermutigt werden können)
- alte und schwache Menschen, die gesundheitliche Probleme haben könnten
- kranke Personen, deren Zustand sich durch das Fasten verschlechtern könnte
- Schwangere und stillende Mütter, da der Energie- und Flüssigkeitsbedarf für sich und das Kind erhöht ist
- Frauen, die ihre Menstruation haben (sie holen die Tage nach)
- Reisende, die sich auf einer längeren Reise befinden
Personen, die dauerhaft nicht fasten können (z.B. chronisch Kranke, sehr alte Menschen), sollen für jeden versäumten Fastentag eine sogenannte Fidya entrichten, das heißt, einen Bedürftigen speisen. Andere, deren Zustand sich bessern wird (z.B. Schwangere nach der Geburt), holen die versäumten Tage zu einem späteren Zeitpunkt nach.
Das Zuckerfest: Ende des Fastenmonats
Nach 29 oder 30 Tagen des Fastens und der Besinnung endet der Ramadan mit dem Zuckerfest, auf Arabisch Id-ul Fitr genannt. Dieses Fest ist ein Höhepunkt im islamischen Kalender und dauert in der Regel zwei bis drei Tage. Es ist eine Zeit der Freude, des Dankes und der Gemeinschaft.
Die Feierlichkeiten beginnen oft mit einem speziellen Festgebet am Morgen des ersten Tages. Danach stehen Familienbesuche, gemeinsame Festessen und das Beschenken, insbesondere der Kinder, im Mittelpunkt. Der Name „Zuckerfest“ hat sich im Volksmund etabliert, da während dieser Tage viele Süßigkeiten und Leckereien genascht und verschenkt werden. Es ist auch Brauch, in dieser Zeit Almosen (Zakat-ul-Fitr) an Bedürftige zu spenden, um sicherzustellen, dass auch sie am Fest teilhaben können.
FAQ zum Ramadan
1. Warum fasten Muslime?
Das Fasten im Islam ist eine Form des Gottesdienstes und eine der fünf Säulen des Islam. Es dient dazu, Gottes Wohlgefallen zu erlangen, die Gottesfurcht zu steigern und die Abhängigkeit von Allah zu erkennen. Es ist eine direkte Angelegenheit zwischen dem Einzelnen und seinem Schöpfer, frei von Heuchelei.
2. Wie wird im Islam gefastet?
Das Fasten bedeutet, von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang auf Essen, Trinken und Geschlechtsverkehr zu verzichten. Dies ist das „äußere“ Fasten. Es gibt aber auch eine „innere“ Dimension: Der Fastende soll sich von Sünden wie Lügen, übler Nachrede und schlechtem Verhalten fernhalten, um die Seele zu reinigen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
3. Welchen Nutzen ziehen Muslime vom Fasten?
Muslime erfahren durch das Fasten eine Reinigung der Seele, eine Stärkung der Beziehung zu Gott und Mitmenschen, mehr Barmherzigkeit gegenüber Armen und Bedürftigen, Selbstbeherrschung und eine Steigerung der Widerstandskraft. Es ermöglicht eine innere Abrechnung und das Fassen neuer Vorsätze.
4. Wer ist zum Fasten verpflichtet?
Jeder geistig zurechnungsfähige Muslim, Mann oder Frau, der die Pubertät erreicht hat, ist zum Fasten verpflichtet. Kinder werden ermutigt, so viele Tage wie möglich zu fasten, um sich daran zu gewöhnen.
5. Gibt es Personen, die vom Fasten ausgenommen sind?
Ja, Kranke, Altersschwache, Schwangere, stillende Mütter, Frauen in der Menstruation und Reisende sind von der Fastenpflicht ausgenommen. Sie holen die Fastentage nach oder entrichten eine Ausgleichsspende (Fidya).
6. Wann beginnt die Fastenzeit?
Der Ramadan ist der neunte Monat im islamischen Mondkalender. Da der Mondkalender kürzer ist als der Sonnenkalender, verschiebt sich der Ramadan jedes Jahr um etwa 10 bis 11 Tage nach vorne und durchläuft so alle Jahreszeiten. Der genaue Beginn hängt von der Sichtung der Mondsichel ab.
7. Was ist die Wortbedeutung von Ramadan?
Ramadan leitet sich von der arabischen Wurzel ramida oder arramad ab, was „brennende Hitze und Trockenheit“ bedeutet. Es deutet auf das Gefühl von Hitze und Durst im Magen hin, aber auch darauf, dass der Ramadan die Sünden „ausbrennt“.

8. Wie wirkt sich das Fasten auf den Fastenden aus?
Das Fasten wirkt sich individuell unterschiedlich aus. Viele erleben innere Einkehr und Ruhe, andere empfinden es als körperlich oder emotional belastender. Allen gemeinsam ist die Absicht, diesen Akt als Gottesdienst zu verrichten und die Belohnung dafür im Jenseits zu erhoffen.
9. Ist es nicht ungesund, beim Fasten auch nichts zu trinken?
Bei körperlicher Fitness und richtiger Vorbereitung (ausreichende Flüssigkeitszufuhr zwischen Iftar und Sahur) führt der Verzicht auf Flüssigkeit vom Morgengrauen bis Sonnenuntergang normalerweise nicht zu gesundheitlichen Schäden. Der Körper gewöhnt sich an den Zustand.
10. Ist es sinnvoll, den ganzen Tag nichts zu essen und das alles abends wieder durch üppiges Essen nachzuholen?
Nein, das ist nicht sinnvoll. Der Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) riet zu leichten Mahlzeiten und lehrte, den Magen nur zu einem Drittel mit Essen, einem Drittel mit Flüssigkeit zu füllen und das letzte Drittel leer zu lassen.
11. Fasten Muslime, um abzunehmen?
Die primäre Absicht beim Fasten ist das Wohlgefallen Gottes. Obwohl eine Gewichtsabnahme möglich ist, nehmen manche Muslime aufgrund üppiger Iftar-Mahlzeiten sogar zu. Das Fasten ist kein Diätprogramm im westlichen Sinne.
12. Ist es nicht schwer, hierzulande zu fasten?
Das Fasten in nicht-muslimischen Ländern kann Herausforderungen mit sich bringen, insbesondere in Bezug auf Arbeitszeiten und das soziale Umfeld. Im Winter sind die Fastentage kürzer, im Sommer länger. Muslime passen sich an die lokalen Gegebenheiten an, oft unter Berücksichtigung der Sonnenzeiten von Mekka oder einer pragmatischen Vereinbarung.
13. Warum müssen Muslime einen ganzen Monat lang fasten?
Die Dauer des Ramadans ist im Koran und in der Sunna des Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm) festgelegt. Ein Monat ermöglicht eine tiefgreifende spirituelle Erfahrung, die über eine kurze Fastenperiode hinausgeht. Dauerhaftes Fasten das ganze Jahr über ist im Islam nicht erlaubt, da es die Vorteile des zeitlich begrenzten Fastens mindern würde.
14. Wozu braucht Gott das Fasten, kommt es nicht eher auf den Glauben an?
Gott bedarf nichts von den Menschen, da Er sich selbst genügt. Die gottesdienstlichen Handlungen, wie das Fasten, dienen dem Menschen selbst, um Nutzen in diesem und im Jenseits zu ziehen. Glaube und Tat sind untrennbar miteinander verbunden; Taten stärken den Glauben, und Glaube ist die Voraussetzung für die Annahme einer Tat als Gottesdienst.
15. Welche Mahlzeiten werden im Monat Ramadan fürs Fastenbrechen zubereitet?
Die Gerichte variieren stark je nach kulturellem Hintergrund und Essgewohnheiten. Oft werden abends warme, nahrhafte Mahlzeiten zubereitet. Viele legen jedoch mehr Wert auf die gemeinsame Atmosphäre und das Beisammensein mit Familie und Freunden als auf die Speisen selbst.
16. Wie wurde das Fasten im Monat Ramadan für Muslime eine Pflicht?
Das Fasten im Ramadan wurde den Muslimen im Jahre 624 n. Chr. zur Pflicht, als die entsprechenden Koranverse (Sure 2, Verse 183 und 185) offenbart wurden. Diese Verse legten die Regeln und Ausnahmen für das Fasten fest.
17. Was für Bräuche haben die Muslime im Monat Ramadan?
Zu den Bräuchen gehören das Brechen des Fastens mit Datteln und Wasser, das Sprechen von Bittgebeten, das Verrichten besonderer Nachtgebete (Tarâwîh), das Lesen des gesamten Korans, gegenseitige Besuche und Einladungen zum Iftar, sowie das Spenden von Almosen (Zakat).
18. Wie viele Muslime halten sich an das Fastengebot im Ramadan?
Das Fasten ist eine der am weitesten verbreiteten Praktiken unter Muslimen. Viele, auch nicht streng praktizierende Muslime, halten sich aus Respekt vor dem Monat an das Fastengebot und meiden verbotene Dinge wie Alkoholkonsum. Die Moscheen sind in diesem Monat oft überfüllt.
19. Gibt es außerhalb des Ramadans auch Fastentage?
Ja, das verpflichtende Fasten ist nur im Ramadan. Darüber hinaus gibt es jedoch empfohlene freiwillige Fastentage, wie sechs Tage im darauffolgenden Monat Schawwâl, den 10. Muharram (Aschura), oder montags und donnerstags. Ständiges Fasten das ganze Jahr über ist im Islam nicht erlaubt.
20. Wie können Nichtmuslime ihre fastenden muslimischen Arbeitskollegen unterstützen?
Nichtmuslime können unterstützen, indem sie Verständnis für die Bedeutung des Ramadans zeigen. Dies kann bedeuten, körperliche Belastung zu reduzieren, Flexibilität bei Arbeitszeiten zu ermöglichen, Rücksicht bei Essensangeboten zu nehmen und die Teilnahme am Fastenbrechenfest (Zuckerfest) zu ermöglichen und zu beglückwünschen. Offenheit und Kommunikation fördern das gegenseitige Verständnis.
21. Gibt es besondere Ereignisse im Monat Ramadan?
Ja, neben den täglichen Fasten und Gebeten gibt es die speziellen Tarâwîh-Gebete in den Moscheen. Besonders hervorzuheben ist die Lailat-ul Qadr („Nacht der Bestimmung“), in der die ersten Koranverse offenbart wurden. Muslime suchen diese Nacht in den letzten zehn ungeraden Nächten des Ramadans, da ihr genauer Zeitpunkt unbekannt ist. Auch das Spenden und Entrichten der Zakat ist in diesem Monat besonders wichtig.
22. Wird am Ende des Ramadans ein Fest begangen?
Ja, der Ramadan endet mit dem Fastenbrechenfest (Id-ul Fitr oder Ramazan Bayramı), das zwei bis drei Tage dauert. Es beginnt mit einem besonderen Festgebet am Morgen und ist geprägt von Familienbesuchen, gemeinsamen Mahlzeiten und Geschenken. Am ersten Tag des Festes ist das Fasten verboten, da es eine Zeit des Feierns ist.
23. Gibt es Probleme der Moschee-Gemeinden mit ihren Nachbarn?
In dicht besiedelten Gebieten kann es zu Lärmbelästigungen durch den erhöhten Verkehr und die abendlichen Gebete (Tarâwîh) kommen, die bis spät in die Nacht dauern können. Moschee-Gemeinden sind bemüht, Rücksicht zu nehmen und Nachbarn über die Besonderheiten des Monats zu informieren, um ein gutes Miteinander zu gewährleisten.
24. Welche Dinge sind beim Fasten noch zu beachten?
Der Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) lehrte, dass das Fasten ein Schutz ist. Man soll keine unzüchtigen Reden führen, sich nicht töricht verhalten und bei Streit sagen: „Ich faste.“ Der Mundgeruch des Fastenden ist Allah angenehmer als Moschus, da der Fastende aus Gottes Willen auf Essen, Trinken und Begierden verzichtet. Wer im Glauben fastet, dem werden Sünden vergeben. Wer sich jedoch nicht von Falschheit in Wort und Tat enthält, dessen Verzicht auf Essen und Trinken ist bedeutungslos.
25. Können Nichtmuslime an muslimischen Veranstaltungen im Ramadan teilnehmen?
Ja, Nichtmuslime sind herzlich eingeladen, an muslimischen Veranstaltungen teilzunehmen. Dies fördert das gegenseitige Verständnis und den interreligiösen Dialog. Sie können nach Absprache Moscheen besuchen, den Gebeten beiwohnen oder an einem Iftar-Fastenbrechen teilnehmen. Muslime freuen sich über das Interesse und den Austausch.
Glossar wichtiger Begriffe im Ramadan
- Allah: Der eine, einzige Gott im Islam.
- Dua: Bittgebet, Anrufung Gottes.
- Fidya: Eine Ausgleichsleistung in Form von Speisung Bedürftiger oder Geld, wenn man aus gesundheitlichen Gründen nicht fasten kann und die Fastentage nicht nachholen kann.
- Hadith: Eine Überlieferung von Aussagen oder Handlungen des Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm).
- Id-ul Fitr: Arabischer Name für das Fest des Fastenbrechens am Ende des Ramadans, auch bekannt als Zuckerfest.
- Iftar: Die Mahlzeit zum Fastenbrechen nach Sonnenuntergang.
- Islam: Wörtlich „Hingabe“ oder „Ergebung“ in den Willen Gottes.
- Koran: Das heilige Buch des Islams, die wörtliche Offenbarung Gottes an den Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm).
- Lailat-ul Qadr: Die „Nacht der Bestimmung“, in der die ersten Verse des Korans offenbart wurden. Sie wird in den letzten zehn ungeraden Nächten des Ramadans gesucht.
- Ramadan: Der neunte Monat im islamischen Mondkalender, der Fastenmonat.
- Sahur: Die Mahlzeit vor der Morgendämmerung, die vor Beginn des täglichen Fastens eingenommen wird.
- Salah: Das fünfmal tägliche Gebet.
- Sawm: Das Fasten im Islam.
- Schahada: Das islamische Glaubensbekenntnis.
- Sunna: Die überlieferte Lebensweise und Lehren des Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), die als Vorbild für Muslime dient.
- Tarâwîh: Besondere und längere Gebete, die nur im Monat Ramadan nach dem Abendgebet verrichtet werden.
- Zakat: Die Pflichtabgabe an Bedürftige, eine der fünf Säulen des Islam.
- Zakat-ul-Fitr: Eine spezielle Almosenabgabe, die vor dem Ende des Ramadans an Bedürftige entrichtet wird, um ihnen die Teilnahme am Fest zu ermöglichen.
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