Dua im Islam: Arten, Wirkung und Annahme

29/07/2023

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Im Herzen des Islam liegt eine tiefe und persönliche Form der Kommunikation mit dem Göttlichen: das Dua. Das arabische Wort „Dua“ bezeichnet das Bitt- oder Dankesgebet, eine direkte Anrufung Allahs. Im Gegensatz zum „Salaat“, dem islamischen Pflichtgebet, das festen Tageszeiten folgt, kann ein Dua jederzeit und an jedem Ort gesprochen werden. Es ist ein Ausdruck der tiefsten Demut, der Dankbarkeit und des Flehens um Hilfe, und als solches verkörpert es die Essenz göttlicher Verehrung.

Was ist ein Dua und Wie funktioniert es?
So begegnen sie Allah mit größtem Respekt. Ein Dua ist ein ganz einfaches freies Gebet im Islam. Damit wenden sich Musliminnen und Muslime in ihren eigenen Worten mit ihren Ängsten, Wünschen oder Bitten an Gott - je nachdem, wonach ihnen gerade zumute ist. Zum Beten benutzen viele Musliminnen und Muslime einen Gebetsteppich.

Die Bedeutung des Dua wird im Koran unmissverständlich hervorgehoben: „Zu dir allein flehen wir um Hilfe.“ (Sure 1:5) und „Euer Herr sagt: Ruft mich an, so erhöhe ich euch.“ (Sure 40:60). Diese Verse unterstreichen die direkte Verbindung, die Gläubige durch das Dua zu ihrem Schöpfer aufbauen können. Muslime glauben fest daran, dass Allah diejenigen erhört, die Ihn anrufen – vorausgesetzt, bestimmte Bedingungen werden erfüllt.

Inhaltsverzeichnis

Die Ursprünge des Dua und seine Weitergabe

Bereits in der Zeit des Propheten Mohammed (Friede sei mit ihm) legten seine Gefährten großen Wert darauf, seine Bittgebete sorgfältig aufzuzeichnen. Ihr Bestreben war es, diese kostbaren Worte und Gebete für kommende Generationen zu bewahren und zugänglich zu machen. Aus dieser Hingabe entwickelte sich eine reiche Tradition, die dazu führte, dass zahlreiche Gebete in kleinen Gebetsbüchern gesammelt und verbreitet wurden. Diese Schriften sind bis heute eine Quelle der Inspiration und des Trostes für Muslime weltweit.

Die Heilende Kraft des Dua: Eine Geschichte

Die transformative Kraft des Dua wird durch eine bemerkenswerte Überlieferung verdeutlicht. Eines Tages besuchte der Prophet Allahs einen kranken und geschwächten Gläubigen. Er fragte ihn: „Betest du oder bittest du Ihn (Gott) um Hilfe?“ Der Mann antwortete: „Ja! Ich sprach diese Worte: Bestrafe mich jetzt, bevor du (Gott) mir die Strafen im Jenseits aufbürdest.“ Daraufhin sprach der Prophet: „Lob sei Allah, doch weder hast du die Macht mit dir selbst nachsichtig zu sein, noch die Bürde, Strafen auf dich zu nehmen. Warum sprachst du nicht so: O Allah, gewähre uns Gutes in dieser Welt und Gutes im Jenseits und behüte uns vor den Qualen des Feuers.“ Nachdem der Heilige Prophet dieses Gebet gesprochen hatte, war der Mann geheilt. Diese Geschichte, überliefert von Muslim ibn Al-Hajjaj, zeigt die immense Bedeutung der richtigen Absicht und des Inhaltes im Dua.

Eine weitere Überlieferung von Sahih al-Bukhari betont die Wichtigkeit der Hingabe an Allahs Willen: „Niemand von euch soll sich nach dem Tode sehnen. Wenn einem schweres Schicksal widerfährt und er sich dennoch nach dem Tode sehnt, soll er sagen: O Allah! Lass mich so lange leben, wie mir mein Leben Gutes gewährt, doch nehme mir das Leben, wenn es für mich besser sei zu sterben.“

Arten von Duas: Religiös und Weltlich

Grundsätzlich kann jeder Mensch ein Dua beten, denn es werden keine intellektuellen Anforderungen an die Bittgebete eines Gläubigen gestellt. Der Betende öffnet dabei empfangend die Hände gen Himmel, spricht sein Dua und beendet es mit der Sure Al-Fatiha. Danach streift er mit den Handflächen über sein Gesicht.

Es gibt zwei Hauptkategorien von Duas, die die Bandbreite menschlicher Bedürfnisse und spiritueller Sehnsüchte abdecken:

  • Religiöse Duas: Dies sind Bitten, die auf die Festigung des Glaubens abzielen (Sure 3:8, 3:193), um Weisheit flehen (Sure 2:129) oder um Vergebung der Sünden bitten (Suren 2:286, 3:16, 3:147, 14:41). Sie stärken die spirituelle Verbindung und das innere Wachstum des Gläubigen.
  • Weltliche Duas: Diese Duas richten sich auf materielle oder irdische Anliegen. Dazu gehören Wünsche nach Wohlstand (Sure 5:114), Gesundheit (Sure 2:201), einem Ehepartner oder Kindersegen (Suren 2:128, 25:74).

Es ist wichtig zu verstehen, dass alle erdenklichen Lebenssituationen und Bedürfnisse bereits in den Versen der 114 Suren des Korans angesprochen werden. Daher ist es unter vielen Muslimen üblich, bestimmte Verse daraus zu rezitieren und die eigenen Bitten und Wünsche damit an Allah zu richten.

Voraussetzungen für die Annahme eines Duas

Damit ein Dua von Allah angenommen wird, lehren die islamischen Weisen, sollten Gläubige bestimmte Bedingungen erfüllen. Diese sind nicht nur formale Anforderungen, sondern spiegeln eine innere Haltung der Hingabe und Aufrichtigkeit wider:

VoraussetzungBedeutung und Relevanz
Gute AbsichtenImmer nur Gutes beabsichtigen und mit reinem Herzen beten (Sure 7:47, 7:89).
AufrichtigkeitStets aufrichtig denken, sprechen und handeln. Das Dua muss aus vollem Herzen kommen; nur der Teil des Gebetes wird akzeptiert, an dem dein Herz anwesend ist.
GeduldGeduldig mit dem sein, was einem das Schicksal vorhält (Suren 2:250, 7:126). Die Erhörung kann sich verzögern oder anders manifestieren, als erwartet.
Reinheit im GeisteEine klare und reine Geisteshaltung bewahren.
Reinheit im HerzenDas Herz muss frei von Groll, Neid und anderen negativen Emotionen sein.
Rituelle Reinheit des KörpersSich um die rituelle Reinheit des Körpers sorgen (Wudu oder Ghusl), soweit möglich und relevant.

Ein Dua in Zeiten der Freude und des Wohlstandes ist zudem gut für schwere Tage, da es die Beziehung zu Allah stärkt und die Grundlage für zukünftige Erhörungen legt.

Wege sich Gott zu nähern: Die Praxis des Tawassul

Im Islam gibt es im Kontext des Dua auch die besondere religiöse Praxis der Mittlerschaft, bekannt als Tawassul. Sie dient dazu, sich Gott besser annähern zu können und die Annahme der Gebete zu erleichtern. Mittler können dabei islamische Heilige sein, ein Scheikh eines Sufi-Ordens oder sogar die Grabstätten verstorbener Sufi-Heiliger. Dies erklärt die Tradition des Pilgertums im Sufismus, bei dem Tausende Gläubige zu Mausoleen wie dem des Sufi-Heiligen Muinuddin Chishti in Ajmer oder Dschalaladdin Rumi in Konya strömen.

Besonders die 99 Heiligen Namen Allahs (Asma Al-Husna) eignen sich hervorragend, um sich Allah zu nähern, da sie Synonyme für Sein universales Wesen bilden. Man sollte dabei das bestimmte Attribut nennen, was der eigenen Bitte entspricht, z.B. „Ar-Razaq“, wenn man um Lebensunterhalt bittet.

Was sollte man beim Beten beachten?
Man sollte für sich und andere beten, aber für sich zuerst. Man sollte "Amin" sagen, was soviel bedeutet wie "akzeptiere" (das Gebet). Man sollte ständig beten, und nicht nur, wenn man mal wieder Probleme hat. Man sollte auch für die kleinen Dinge im Leben beten. Allah liebt es, wenn man ihn bittet.

Auch Bitten an Verwandte oder Freunde, dass sie ein Dua für einen Menschen in Not sprechen sollen, zählen zum Tawassul. Ein solches Bittgebet kann dann lauten: „O Allah, ich bitte dich darum (Sache oder Zustand), um der Liebe zu Mohammeds (Friede sei mit ihm) Willen.“

Das Beispiel des blinden Mannes: Tawassul durch den Propheten

Eine bekannte Überlieferung zu diesem Thema handelt von einem blinden Mann, der zum Propheten Mohammed kam und sagte: „Meine Augen sind von einer Krankheit befallen, darum bete zu Allah für mich.“ Der Prophet Mohammed antwortete: „Geh und vollführe die rituelle Waschung, bete zwei Rekat (Niederwerfungen) und sage dann: O Allah, ich bitte Dich, wende mich an Dich durch Deinen Propheten Mohammed, den Propheten der Barmherzigkeit. O Mohammed, ich erbitte deine Fürsprache bei meinem Herrn, dass er mir mein Augenlicht wiedergebe.“ Und der Prophet fügte hinzu: „Und wenn ihr einer Sache bedürft, so tut das Gleiche.“ (Al-Tirmidhi). Dieses Hadith unterstreicht die Möglichkeit, durch die Fürsprache des Propheten zu Allah zu bitten.

Bedeutende Gebetssammlungen und Koranverse für Dua

Neben den Gebetsschriften, die sich auf die Aussagen des Propheten Mohammed (Friede sei mit ihm) beschränken, wurden auch nach seiner Zeit persönliche Gebete islamischer Heiliger aufgezeichnet, die bis heute große Bedeutung haben. Dazu gehören Scheikh Al-Schadhili (1196-1258) mit seinem „Seefahrergebet Hizb Al-Bahr“ und die Weisheitssprüche (Hikam) des Ibn Ata Allah (gest. 1309).

Das Dala’il Al-Khayrat: Ein Wegweiser der Wohltat

Eines der wichtigsten Gebetshandbücher, das die spirituelle Praxis vieler Muslime geprägt hat, ist das „Dala’il Al-Khayrat“ – „Wegmarken der Wohltat“. Es wurde im 15. Jahrhundert von Mohammed ibn Suleyman Al-Jazuli von Marrakesch (gest. 1465) verfasst, einem bedeutenden Islam-Gelehrten und Scheikh des Schadhiliya Sufi-Ordens.

Eine Legende erzählt, wie Al-Jazuli einst Schwierigkeiten hatte, Wasser aus einem Brunnen zu schöpfen. Ein Mädchen, das ihn beobachtete, rief ihm zu: „Nun bist du doch jener, den die Menschen wegen seines großen Wissens und seiner Wundertaten so sehr verehren, doch du schaffst es nicht, dir Wasser aus dem Brunnen zu schöpfen?“ Kurz darauf spuckte sie ins Wasser, das geheimnisvoll zu sprudeln begann und anstieg, bis es über den Brunnenrand hinausströmte. Al-Jazuli konnte seine rituelle Waschung vollziehen und fragte das Mädchen verwundert: „Ich beschwöre dich, bitte verrate mir, wie du so eine hohe Stufe der Vervollkommnung erreicht hast?“ Sie antwortete: „Indem ich Segnungen über jenen aussprach, dem die Tiere treu folgten, als er durch die Wildnis ging.“ Diese Begegnung inspirierte Al-Jazuli zur Verfassung seines Werkes, das die Liebe zum Propheten Mohammed (Friede sei mit ihm) und die Segnung über ihn in den Mittelpunkt stellt.

Inhalt und Wirkung des Dala’il Al-Khayrat

Al-Jazulis Gebetbuch half Gläubigen, Schwierigkeiten im Leben zu überwinden. Tausende Anhänger versammelten sich um ihn, angezogen von der Schönheit und spirituellen Kraft des Buches. Kernpunkte der Gebetslehren sind Segenswünsche auf den Propheten Mohammed (Friede sei mit ihm) und die damit verbundene Liebe zu Allah und Seinem Gesandten. Es enthält auch Anleitungen zur Auslöschung des niederen Selbst und der damit einhergehenden Triebhaftigkeit.

Die Schrift beginnt mit den Lobpreisungen Allahs und Seines Gesandten. Besonders Mohammed wird darin als der Diener Allahs gepriesen. Es zielt darauf ab, dass die Wirkungen des Rezitierens dieser Verse auf den Rezitator übergehen und ihm zu Geduld, Kraft und gutem Denken verholfen wird:

  • Astaghfir ullah: Allah, vergib mir (dreimal).
  • Subhan Allah wa Alhamdu lillah: Gepriesen sei Allah und Dank sei Allah (dreimal).
  • Aus Sure 3:173: Uns genügt Allah, und er ist der beste Anwalt! (dreimal).

Dem folgen die Rezitationen der Suren Al-Ichlas (dreimal), Al-Falaq (einmal) und An-Nas (einmal), gefolgt von Sure Al-Fatiha und den ersten vier Versen der 2. Sure Al-Baqara. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Litanei der 99 Namen Allahs (Asma Al-Husna). Abschließend wird auf das Wesen des Menschseins und sein Verhältnis zu Gott eingegangen, sowie ausführlich die Wirkungen des Gebets beschrieben. Die Litanei endet mit der Aufforderung, sich in Not immer dieser Schrift zuzuwenden:

Wenn du spürst, wie deine Triebseele (Nafs) dich zu beherrschen begehrt,
Und dich ins Feuer der Begierden drängt,
So banne dieses Begehren ganz hartnäckig durch das Gebet,
Insbesondere mit dem Dala’il Al-Khayrat.
Halte fest am Dala’il Al-Khayrat,
Und klammere dich an seine Rezitation, so wirst du erhalten was du wünschst.
Lichtglanz geht von ihm aus,
O Bruder, darum lass nicht davon ab!

– Aus dem Dala’il al-Khayrat

Wichtige Koranverse für Dua

Der Heilige Koran selbst ist eine reiche Quelle für Bittgebete und Ermutigung zum Dua. Viele Verse beginnen mit der Aufforderung „Sprich!“, was darauf hindeutet, dass das Folgende als Dua verwendet werden kann.

Aus der Sure Al-Baqara

Ein zentraler Vers, der auf das Wesen des Dua hindeutet, ist der 216. Vers der Sure Al-Baqara:

mag sein, dass euch etwas zuwider ist, während es aber gut für euch ist. Und es mag sein, dass euch etwas lieb ist, während es euch aber schadet. Allah weiß, doch ihr wisset nicht.

– Sure 2:216

Dieser Vers gibt jedem Menschen die Freiheit, ein Bittgebet zu äußern, und weist darauf hin, dass manches, besonders unangenehme Dinge, durchaus einen höheren Sinn erfüllen können, der sich erst später offenbart.

Die letzten beiden Verse der Sure Al-Baqara zu rezitieren, hilft dem Betenden, sich gegen allerlei schädliche und üble Einflüsse zu schützen:

Der Prophet glaubt an das, was ihm sein Herr offenbarte, und ebenso die Gläubigen. Alle glauben an Allah, seine Engel, seine Bücher und seine Propheten. Wir machen keinen Unterschied bei einem seiner Propheten. Und sie sagen: ‚Wir hören und gehorchen. Gewähre Vergebung, unser Herr! Und zu Dir führt der Lebensweg.‘

Allah verpflichtet niemanden mit etwas außer dem, wozu er in der Lage ist. Ihm gereicht zum Vorteil, was er erworben hat, und ihm gereicht zum Schaden, was er begangen hat. ‚Unser Herr, belange uns nicht, wenn wir vergessen oder einen Fehler begehen. Unser Herr, lege uns keine Bürde auf, wie Du sie denjenigen vor uns auferlegt hast. Unser Herr, bürde uns nichts auf, wozu wir keine Kraft haben. Verzeihe uns, vergib uns und erbarme Dich unser! Du bist unser Schutzherr, so unterstütze uns gegen die ungläubigen Menschen!

– Sure 2:285-286

Der Thronvers (Ayat Al-Kursi)

In zwei Suren, Al-Baqara (Die Kuh) und At-Tauba (Die Umkehr), findet der Thron Gottes Erwähnung. Sure 2:255 ist der berühmte Thronvers – „Ayat Al-Kursi“. Ihm werden große geistige und physische Schutzkräfte zugesprochen. Daher rezitieren ihn Muslime oft, wenn sie sich auf eine Reise begeben, denn wer ihn spricht, bestätigt damit Allahs universale Größe und Allmacht:

Allah, kein Gott ist da außer ihm, dem Lebendigen, dem Ewigen. Ihn ergreift weder Schlummer noch Schlaf. Ihm gehört, was in den Himmeln und was auf der Erde ist. Wer ist es, der bei Ihm Fürsprache einlegen kann, es sei denn mit seiner Erlaubnis? Er weiß, was vor ihnen und was hinter ihnen liegt. Sie aber begreifen nichts von seinem Wissen, es sei denn das, was er wünscht. Sein Thron umfaßt die Himmel und die Erde, und ihre Behütung beschwert ihn nicht. Und er ist der Hohe, der Allmächtige.

Was bedeutet das Wort beten?
beten Vb. ‘sich in innerer Sammlung an Gott wenden, zu Gott sprechen’. Mit Einführung des Christentums wird für den bei den Germanen unbekannten Begriff des Betens ein von ahd. beta, asächs. beda, mnl. bede ‘Bitte’ (besonders ‘Bitte an Gott’), germ. *bedō abgeleitetes Verb ahd. betōn ‘beten’ (8.

– Sure 2:255

Auch die letzten beiden Verse der Sure At-Tauba (9:128f), die ebenfalls als „Thronvers“ bezeichnet werden, sind von großer Bedeutung, da ihre Rezitation ein tiefes Vertrauen in Allah bewirkt, besonders in Zeiten der Not:

Wahrlich ist nunmehr ein Gesandter aus eurer Mitte zu euch gekommen. Es schmerzt ihn sehr, wenn ihr in Bedrängnis seid. Er ist eifrig um euer Wohl bemüht, zu den Gläubigen gnadenvoll und barmherzig. Doch wenn sie sich abkehren, so sprich: Allah allein soll mir genügen. Es gibt keinen Gott außer Ihm. Auf ihn vertraue ich, und er ist der Herr des gewaltigen Throns.

– Sure 9:128-129

Aus der Sure Al-Haschr

Wer die letzten drei Verse der Sure Al-Haschr rezitiert, dem sendet Allah 70.000 Engel, die ihm Gnade und Segen spenden. Diese Verse preisen Allahs absolute Einzigartigkeit und Seine unendlichen Eigenschaften:

Er ist Allah, außer dem es keinen Gott gibt. Er kennt das Unsichtbare und das Sichtbare. Er ist der Gnädige, der Barmherzige.

Er ist Allah, außer dem es keinen Gott gibt. Er ist der König, der Heilige, der Eigner des Friedens, der Gewährer der Sicherheit, der Beschützer, der Allmächtige, der Verbesserer, der Majestätische. Nichts kommt ihm gleich!

Er ist Allah, der Schöpfer, der Bildner, der Gestalter. Seine Namen sind die schönsten. Alles, was in den Himmeln und auf Erden ist, preist ihn, und er ist der Allmächtige, der Allweise.

– Sure 59:22-24

Spezifische Duas für verschiedene Lebenslagen

Muslime haben für nahezu jede Situation im Leben spezifische Duas, die Trost, Schutz und Führung bieten:

  • Dua bei Sorgen: „O Lebendiger, O Selbstexistierender, durch deine Gnade: hilf mir!“
  • Dua gegen Wut: „Ich suche Zuflucht bei Allah vor den Übeln des Satans.“
  • Dua bei Krankheit: „O Allah, Herr der Menschheit, nimm hinweg allen Schaden. Lass Heilung über mich kommen, bist du doch der alles heilt. Keine Heilung außer deiner. Gesundheit, frei von Gebrechen.“
  • Dua beim Krankenbesuch: „Kein Grund zur Sorge. Denn Krankheit nimmt die Übel hinfort, wenn Allah will.“

Der Dhikr: Die Erinnerung an Allah

Abschließend sei auf eine wichtige Sufi-Praxis hingewiesen, die jeder Gläubige vollziehen kann, sobald er oder sie ihre Bedeutung erkannt hat: den Dhikr, die ständige Erinnerung an Allah durch die Rezitation heiliger Worte. Dies kann still oder laut geschehen und ist eine Form des Dua, die das Herz reinigt und die spirituelle Verbindung vertieft. Die wichtigsten Worte des Dhikr sind:

  • Subhan Allah – Gepriesen sei Allah,
  • Alhamdu lillah – Dank sei Allah,
  • La illaha illa Allah – Es gibt keinen Gott außer Allah und
  • Allahu Akbar – Allah ist der Größte.

Die Segnungen des Dhikr werden in einem Hadith des Propheten Mohammed (Friede sei mit ihm) deutlich, überliefert von Al-Tirmidhi:

Wer morgens und abends hundertmal Subhan Allah sagt, dem käme Segen zu, als hätte er hundert Pilgerfahrten verrichtet. Wer morgens und abends hundertmal Alhamdu lillah sagt, ist, als ob er hundert berittene Pferde für den Weg Allahs bereitgestellt und geschickt hat. Wer morgens und abends hundertmal La illaha illa Allah sagt, ist, als ob er hundert Sklaven der Söhne Ismails befreit hätte. Wer morgens und abends hundertmal Allahu Akbar sagt, wird am Tag des Jüngsten Gerichts niemand bleiben, der mehr gute Taten vollbrachte als jener, es sei denn dieser hätte Allahu Akbar noch häufiger gesagt.

– Al-Tirmidhi

Der Dhikr ist somit eine einfache, aber äußerst wirksame Methode, um Segen zu erlangen und die Beziehung zu Allah zu stärken.

Häufig gestellte Fragen zum Dua

Was ist ein Dua und wie funktioniert es?

Ein Dua ist das Bitt- oder Dankesgebet im Islam, eine direkte Anrufung Allahs. Es funktioniert durch die aufrichtige Kommunikation des Gläubigen mit Allah, wobei die Hände zum Himmel geöffnet werden, die Bitte geäußert und das Gebet mit der Sure Al-Fatiha abgeschlossen wird, gefolgt vom Streichen der Handflächen über das Gesicht. Allah antwortet auf das Dua, indem Er die Bitte erfüllt, eine bessere Alternative gewährt, die Belohnung für das Jenseits aufspart oder eine Katastrophe abwendet.

Was sollte man beim Beten eines Duas beachten?

Beim Beten eines Duas sollte man stets gute und aufrichtige Absichten haben, geduldig sein und sich um die Reinheit von Geist, Herz und Körper sorgen. Es ist vorteilhaft, Allahs Namen und Attribute (Asma Al-Husna) zu verwenden, die der jeweiligen Bitte entsprechen (z.B. „Ar-Razaq“ für Lebensunterhalt). Man sollte explizit nennen, was man möchte und was man damit tun würde, wenn man es erhielte. Das Gebet sollte kurz sein, aber viel umfassen, indem man um Gutes in dieser Welt und im Jenseits bittet.

Wie wird ein Dua von Allah akzeptiert?

Ein Dua wird von Allah angenommen, wenn es aus vollem Herzen kommt und der Betende die oben genannten Voraussetzungen erfüllt. Nur der Teil des Gebetes wird akzeptiert, an dem das Herz des Betenden voll präsent und aufrichtig ist. Die Kontinuität des Dua, auch in Zeiten der Freude und des Wohlstands, ist wichtig, da dies die Beziehung zu Allah stärkt und die Grundlage für die Annahme in schwierigen Zeiten legt.

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