10/02/2024
Die Geschichte des Christentums beginnt nicht erst mit dem Tod und der Auferstehung Jesu Christi, sondern schon mit seinen engsten Begleitern: den Aposteln. Diese zwölf Männer, später ergänzt durch Matthias, waren nicht nur Zeugen seines Lebens und seiner Lehren, sondern auch die ersten, die seine Botschaft in die Welt trugen. Ihre Berufung, ihr Leben und ihr Dienst bilden das unerschütterliche Fundament, auf dem sich die Kirche bis heute aufbaut. Wer waren diese Männer, die Jesus persönlich auswählte, und welche Rolle spielten sie in der Verbreitung des Evangeliums? Tauchen Sie mit uns ein in die faszinierende Welt der Apostel und entdecken Sie, warum ihr Erbe bis heute von unschätzbarem Wert ist.

- Was ist ein Apostel?
- Die zwölf Jünger und ihre Berufung
- Wer waren die einzelnen Apostel? Eine detaillierte Vorstellung
- Simon Petrus – Der Fels der Kirche
- Andreas – Der erste Rufende
- Jakobus (Sohn des Zebedäus) – Der Donnersohn
- Johannes – Der Lieblingsjünger
- Philippus – Der Brückenbauer
- Bartolomäus (Nathanael) – Der Mann ohne Trug
- Matthäus – Der Zöllner und Evangelist
- Thomas – Der Zweifler und Missionar
- Jakobus (Sohn des Alphäus) – Der Jüngere
- Judas Thaddäus – Der Helfer in Not
- Simon der Zelot – Der Eiferer
- Judas Iskariot – Der Verräter
- Matthias – Der Nachberufene
- Vergleichstabelle der Apostel
- Häufig gestellte Fragen zu den Aposteln
- Das bleibende Erbe der Apostel
Was ist ein Apostel?
Der Begriff 'Apostel' ist tief in der griechischen Sprache verwurzelt und bedeutet 'Gesandter' oder 'Bote'. Im Kontext des Neuen Testaments geht diese Bezeichnung jedoch weit über eine einfache Botenfunktion hinaus. Die Apostel Jesu waren keine gewöhnlichen Schüler; sie waren Männer, die von Jesus persönlich erwählt und mit einer einzigartigen Vollmacht ausgestattet wurden. Ihre Worte sollten als die Worte Gottes selbst gehört werden. Sie waren nicht nur dazu berufen, von Jesus zu lernen und mit ihm zu reisen, sondern nach seiner Himmelfahrt auch seine Botschaft bis an die Enden der Erde zu tragen. Diese Sendung verlieh ihnen eine Autorität, die für die frühe Kirche von entscheidender Bedeutung war. Sie legten das theologische Fundament, organisierten die ersten Gemeinden und verbreiteten die Lehre Christi unter oft großen persönlichen Opfern. Die apostolische Sukzession, die bis heute in vielen Kirchen eine Rolle spielt, leitet sich direkt von dieser ursprünglichen Sendung ab.
Die zwölf Jünger und ihre Berufung
Als Jesus seine öffentliche Lehrtätigkeit in Israel begann, sammelte er eine Gruppe von Schülern um sich. Aus dieser größeren Gruppe wählte er zwölf Männer aus, die ihm besonders nahestehen und von ihm intensiv lernen sollten. Diese zwölf wurden zunächst als 'Jünger' bekannt, eine Bezeichnung, die 'Schüler' oder 'Anhänger' bedeutet. Sie verbrachten drei Jahre an Jesu Seite, erlebten seine Wunder, hörten seine Predigten und wurden Zeugen seiner Auferstehung. Nach seiner Himmelfahrt wurden sie zu 'Aposteln' – den Gesandten, die seine Botschaft weitergeben sollten. Ihre Namen sind in den Evangelien überliefert und zeugen von der Vielfalt der Männer, die Jesus berief.
Die ursprünglichen zwölf Jünger, die Jesus erwählte, waren:
- Simon Petrus
- Andreas
- Jakobus (Sohn des Zebedäus)
- Johannes
- Philippus
- Bartolomäus (Nathanael)
- Matthäus (Levi)
- Thomas
- Jakobus (Sohn des Alphäus)
- Judas Thaddäus
- Simon der Zelot
- Judas Iskariot
Nach dem tragischen Verrat und Selbstmord des Judas Iskariot wurde Matthias durch Losverfahren von den verbleibenden Aposteln nachnominiert, um die Zwölfzahl wiederherzustellen, die symbolisch für die zwölf Stämme Israels stand.
Wer waren die einzelnen Apostel? Eine detaillierte Vorstellung
Jeder der Apostel hatte eine einzigartige Persönlichkeit, eine eigene Geschichte und einen spezifischen Beitrag zur frühen Kirche. Hier stellen wir sie Ihnen genauer vor:
Simon Petrus – Der Fels der Kirche
Simon, der Sohn des Jonas, stammte aus Bethsaida in Galiläa. Er lebte in Kapernaum mit seiner Frau und Schwiegermutter und war zusammen mit seinem Bruder Andreas Fischer am See Genezareth. Jesus gab ihm den Beinamen Petrus (Griechisch) oder Kephas (Aramäisch), was Fels bedeutet – ein Name, der seine zukünftige Rolle als Fundament der Kirche vorausahnte. In allen Aufzählungen der Jünger steht Simon Petrus an erster Stelle. Er war bekannt für seine Liebe zu Jesus, aber auch für seine Impulsivität. Diese führte dazu, dass er Jesus im Hof des Hohepriesters dreimal verleugnete, doch Jesus vergab ihm und beauftragte ihn, seine 'Schafe zu weiden' (Joh 21). Simon Petrus wurde zum Sprecher der Apostel und predigte an Pfingsten die erste öffentliche Predigt, die Tausende zum Glauben führte (Apg 2). Er schrieb zwei Briefe des Neuen Testaments und soll eine wichtige Quelle für das Markus-Evangelium gewesen sein. Überlieferungen zufolge starb er um 60 n. Chr. den Märtyrertod am Kreuz, oft kopfüber, da er sich unwürdig fühlte, wie sein Herr gekreuzigt zu werden. Er gilt als der erste Papst und wird oft mit einem Schlüssel dargestellt, der die 'Schlüssel des Himmelreichs' symbolisiert.
Andreas – Der erste Rufende
Andreas, ebenfalls ein Sohn des Jona und Bruder von Simon Petrus, stammte auch aus Bethsaida und arbeitete als Fischer in Kapernaum. Bevor er Jesus nachfolgte, war er ein Jünger Johannes des Täufers. Es war Andreas, der seinen Bruder Simon Petrus zu Jesus führte, was ihn zu einem bemerkenswerten Beispiel für Evangelisierung macht (Joh 1,41-42). Er zählt zu den ersten Jüngern Jesu, die berufen wurden. Traditionell soll Andreas um 60 n. Chr. den Märtyrertod erlitten haben, indem er an einem X-förmigen Kreuz gekreuzigt wurde. Dieses Kreuz ist heute als 'Andreaskreuz' bekannt und findet sich beispielsweise als Verkehrszeichen an Bahnübergängen.
Jakobus (Sohn des Zebedäus) – Der Donnersohn
Jakobus, der Sohn des Zebedäus und der Salome, wird oft als Jakobus der Ältere oder der Große bezeichnet, um ihn von dem anderen Jakobus unter den Jüngern zu unterscheiden. Sein Bruder war Johannes. Jesus nannte sie aufgrund ihres feurigen Temperaments zusammen die 'Donnersöhne' (Mk 3,17). Wie Petrus und Andreas waren auch Jakobus und Johannes Fischer am See Genezareth. Jakobus ist der einzige Jünger, dessen Märtyrertod in der Bibel berichtet wird (Apg 12,1-2). Er wurde um 44 n. Chr. auf Befehl von Herodes Agrippa I. hingerichtet. Er ist der Patron der Winzer und Wallfahrer und wird auf Bildern oft mit einer Muschel dargestellt, die zum Symbol des Jakobswegs wurde, eines berühmten Pilgerwegs, der nach ihm benannt ist.
Johannes – Der Lieblingsjünger
Johannes, der Bruder des Jakobus und ebenfalls Sohn des Zebedäus und der Salome, war wie sein Bruder Fischer am See Genezareth. Er wird oft als der 'Jünger, den Jesus liebte' bezeichnet (Joh 21,20), was darauf hindeutet, dass er sich der Liebe Jesu in besonderem Maße bewusst war. Als einziger Jünger blieb er bei der Kreuzigung Jesu anwesend (Joh 19,26-27) und nahm auf Wunsch Jesu dessen Mutter Maria bei sich auf. Johannes ist der Autor des Johannes-Evangeliums, dreier Briefe und der Offenbarung. Er wurde unter dem römischen Kaiser Domitian auf die Insel Patmos verbannt und starb um 100 n. Chr., als einziger der ursprünglichen zwölf Apostel eines natürlichen Todes. Er wird oft mit einem Adler, einer Palme oder einem Becher Wein dargestellt und ist der Patron der Schriftsetzer und Winzer.
Philippus – Der Brückenbauer
Philippus stammte aus Bethsaida in Galiläa und war ein Freund von Andreas. Auch er war zunächst ein Jünger Johannes des Täufers, bevor er zu den ersten Jüngern Jesu gehörte (Joh 1,43). Es war Philippus, der Nathanael (Bartolomäus) zu Jesus führte (Joh 1,45). Sein Missionsgebiet soll Phrygien gewesen sein. Seine sterblichen Überreste sollen sich in Rom in der Kirche der zwölf Apostel befinden. Auf Bildern wird Philippus oft mit einem Kreuz, einem Buch und einer Geißel dargestellt. Er ist der Patron der Kaufleute, Walker und Hutmacher.
Bartolomäus (Nathanael) – Der Mann ohne Trug
Im Johannes-Evangelium wird Bartolomäus auch Nathanael genannt (Joh 21,2). Er stammte aus Kana in Galiläa und war ein Freund von Philippus, der ihn Jesus vorstellte. Jesus lobte ihn als einen 'Israeliten, in dem kein Trug ist' (Joh 1,47). Bartolomäus ist als Apostel des Orients bekannt und soll in Arabien, Mesopotamien und Ägypten missioniert haben. Der Überlieferung nach wurde er in Syrien enthauptet oder sogar lebendig gehäutet, weshalb er auf Bildern oft mit einem Buch, einem Schindmesser (ein Messer zum Häuten von Tieren) und einer Fahne dargestellt wird. Er gilt als Wetterheiliger und hilft bei Nervenkrankheiten.
Matthäus – Der Zöllner und Evangelist
Matthäus, auch Levi genannt, war der Sohn des Alphäus (nicht zu verwechseln mit dem Vater des Jakobus). Bevor er Jesus nachfolgte, war er Zöllner – ein Beruf, der zu seiner Zeit verachtet wurde, da Zöllner oft als Kollaborateure mit den römischen Besatzern galten. Als Matthäus Jesus als den Messias anerkannte, führte dies dazu, dass viele seiner Freunde ebenfalls zu glauben anfingen (Mk 2,15). Matthäus ist der Autor des Matthäus-Evangeliums. Über sein weiteres Leben und seinen Tod ist wenig bekannt, doch seine Gebeine werden heute in Salerno verehrt. Er ist der Patron der Zöllner, Bankiers und Buchhalter.
Thomas – Der Zweifler und Missionar
Der Jünger Thomas ist vor allem als 'der Zweifler' oder 'der Ungläubige' bekannt, weil er die Auferstehung Jesu erst glauben wollte, nachdem er die Wundmale selbst gesehen hatte (Joh 20,24-29). Doch trotz seiner Skepsis zeigte Thomas auch großen Mut. Er trotzte seinen Bedenken und folgte Jesus nach Judäa, obwohl er fürchtete, dort von den Juden getötet zu werden (Joh 11,7-16). Seine Mission führte ihn später bis nach Indien, wo er in Mailapur den Märtyrertod erlitt. Die indischen Christen werden bis heute 'Thomas-Christen' genannt, ein Zeugnis seines bleibenden Einflusses. Er ist der Patron der Architekten, Bauarbeiter und Geometer.

Jakobus (Sohn des Alphäus) – Der Jüngere
Jakobus, der Sohn des Alphäus und der Maria, wird oft als Jakobus der Jüngere oder der Kleine bezeichnet (Mk 15,40). Er wird manchmal fälschlicherweise mit Jakobus, dem Bruder Jesu, gleichgesetzt, was aber nicht korrekt ist. Es wird vermutet, dass er der Vater oder Bruder des Judas Thaddäus war. Über sein Leben und Wirken ist nur wenig bekannt, und es gibt kaum biblische Überlieferungen über ihn. Er ist der Patron der Walker, Hutmacher, Krämer und Pastetenbäcker und wird auf Bildern mit einer Walkerstange oder Keule und einem Kranz dargestellt.
Judas Thaddäus – Der Helfer in Not
Judas Thaddäus war entweder der Bruder oder der Sohn des Jakobus (Sohn des Alphäus). Sein eigentlicher Name war vermutlich Lebbäus, und Thaddäus war sein Beiname (Mt 10,3). Es gibt Spekulationen, dass er ein Zelot gewesen sein könnte. Biblisch ist von ihm nur eine einzige Frage an Jesus in Johannes 14,22 überliefert. Die Tradition besagt, dass er in Armenien predigte und dort den Märtyrertod starb, oft zusammen mit Simon dem Zeloten. Seine Verehrung als Heiliger begann erst vor etwa 200 Jahren, und er ist heute der Patron in schweren Nöten und Anliegen. Er wird häufig mit einem Buch, einer Keule und Steinen dargestellt.
Simon der Zelot – Der Eiferer
Bevor Simon ein Jünger Jesu wurde, gehörte er zu den Zeloten, einer Gruppe jüdischer Eiferer oder Fanatiker, die politisch sehr aktiv waren und sich bemühten, die Römer aus Israel zu vertreiben. Er wurde auch Simon der Kananäer genannt, was 'Eiferer' bedeutet (Mt 10,4). Simon missionierte zusammen mit Judas Thaddäus in Armenien und erlitt dort den Märtyrertod. Er wird auf Bildern mit einer Säge, einer Lanze, einem Knüppel oder einem Schwert dargestellt und ist der Patron der Holzhauer, Maurer, Gerber, Weber und Färber.
Judas Iskariot – Der Verräter
Judas Iskariot ist der tragischste der zwölf Apostel. Er verriet Jesus für 30 Silberlinge an die Hohenpriester Israels (Mt 26,15; Mk 14,10). Jesus bezeichnete ihn in den Evangelien als 'Teufel' und 'Sohn des Verderbens' (Joh 17,12). Vor seinem Verrat war Judas der Schatzmeister der Jünger. Nach seinem Verrat und aus Reue beging er Selbstmord (Mt 27,5). Keiner der anderen Jünger erkannte Judas' böse Absichten, bis Jesus ihn beim letzten Abendmahl als Verräter offenbarte (Lk 22,48). Für seinen Beinamen 'Iskariot' gibt es zwei Haupttheorien: Die gängigste besagt, dass er aus Kerijoth in Juda stammte (Jos 15,25). Eine andere Theorie vermutet, dass er vor seiner Zeit als Jünger zu den Sikariern gehörte, einer Splittergruppe der Zeloten, die auch 'Dolchmänner' genannt wurden und jüdische Kollaborateure mit den Römern ermordeten.
Matthias – Der Nachberufene
Nach dem Verrat und Selbstmord des Judas Iskariot wählten die verbleibenden elf Jünger Matthias durch Losverfahren als seinen Ersatz aus, um die Zahl der zwölf Apostel wieder zu vervollständigen (Apg 1,26). Matthias war zuvor ein Begleiter Jesu und der Jünger gewesen, der von Anfang an bei ihnen gewesen war. Er missionierte später in Äthiopien und soll dort den Märtyrertod erlitten haben. Auf Bildern wird er mit einem Buch und einer Rolle, einem Schwert oder Beil, manchmal auch mit Steinen und einer Lanze dargestellt. Er ist der Patron der Bauhandwerker, Schmiede, Fleischhauer, Zuckerbäcker und Schneider.
Vergleichstabelle der Apostel
Um einen besseren Überblick über die Apostel zu erhalten, bietet die folgende Tabelle eine Zusammenfassung der wichtigsten Informationen:
| Apostel | Herkunft/Beruf | Besonderheit/Beiname | Bekannte Rolle/Mission | Sterbedatum/Art (Tradition) |
|---|---|---|---|---|
| Simon Petrus | Bethsaida/Fischer | Der Fels (Kephas) | Sprecher der Apostel, erster Papst | ~60 n.Chr., gekreuzigt (kopfüber) |
| Andreas | Bethsaida/Fischer | Bruder des Petrus | Führte Petrus zu Jesus, missionierte in Griechenland | ~60 n.Chr., gekreuzigt (X-Kreuz) |
| Jakobus (Sohn des Zebedäus) | Galiläa/Fischer | Donnersohn (mit Johannes) | Erster Märtyrer unter den Aposteln | ~44 n.Chr., hingerichtet |
| Johannes | Galiläa/Fischer | Der Jünger, den Jesus liebte | Sorgte für Maria, Autor von Evangelium/Briefen/Offenbarung | ~100 n.Chr., natürlicher Tod (Patmos) |
| Philippus | Bethsaida | Einer der ersten Jünger | Führte Nathanael zu Jesus, missionierte in Phrygien | Unbekannt, Grab in Rom |
| Bartolomäus (Nathanael) | Kana in Galiläa | Israelit, in dem kein Trug ist | Apostel des Orients | Unbekannt, enthauptet/gehäutet (Syrien) |
| Matthäus (Levi) | Unbekannt/Zöllner | Steuereinnehmer | Autor des Matthäus-Evangeliums | Unbekannt, Gebeine in Salerno |
| Thomas | Unbekannt | Der Zweifler | Missionierte in Indien | Unbekannt, hingerichtet in Mailapur (Indien) |
| Jakobus (Sohn des Alphäus) | Unbekannt | Der Jüngere/Kleine | Wenige Überlieferungen | Unbekannt |
| Judas Thaddäus | Unbekannt | Lebbäus, Thaddäus | Missionierte in Armenien | Unbekannt, Märtyrertod (Armenien) |
| Simon der Zelot | Unbekannt/Zelot | Der Eiferer | Missionierte in Armenien | Unbekannt, Märtyrertod (Armenien) |
| Judas Iskariot | Kerijoth (vermutlich) | Der Verräter | Verriet Jesus | Selbstmord |
| Matthias | Unbekannt | Ersetzte Judas Iskariot | Missionierte in Äthiopien | Unbekannt, Märtyrertod (Äthiopien) |
Häufig gestellte Fragen zu den Aposteln
Was ist der Unterschied zwischen Jüngern und Aposteln?
Der Begriff 'Jünger' bezeichnete allgemein die Schüler und Anhänger Jesu während seiner Zeit auf Erden. Jesus hatte viele Jünger. Aus dieser größeren Gruppe wählte er zwölf Männer aus, die er besonders ausbildete. Nach seiner Auferstehung und Himmelfahrt wurden diese zwölf (später Matthias anstelle von Judas) zu 'Aposteln' – 'Gesandten' oder 'Boten' – die von Jesus selbst mit der Vollmacht ausgestattet wurden, seine Botschaft in die Welt zu tragen und die Kirche zu gründen.
Gab es andere Apostel außer den zwölf?
Ja, der Begriff 'Apostel' wurde in der frühen Kirche auch breiter verwendet. Der bedeutendste zusätzliche Apostel ist Paulus, der zwar nicht zu den ursprünglichen zwölf gehörte und Jesus zu Lebzeiten nicht persönlich kannte, aber nach einer Erscheinung des auferstandenen Christus und einer direkten Berufung durch ihn den apostolischen Auftrag erhielt. Paulus verstand sich selbst als 'durch den Willen Gottes berufener Apostel Christi' und spielte eine entscheidende Rolle bei der Verbreitung des Evangeliums unter den Heiden. Auch andere Personen wie Barnabas werden in der Bibel manchmal als Apostel bezeichnet, allerdings in einem allgemeineren Sinne als 'Gesandte' oder 'Missionare'.
Was war das Apostolische Zeitalter?
Das Apostolische Zeitalter bezeichnet die Epoche des Urchristentums, in der noch einige der ursprünglichen zwölf Apostel lebten und verschiedene christliche Gemeinden leiteten und prägten. Diese Zeit wird oft bis zur Zerstörung Jerusalems durch die Römer im Jahr 70 n. Chr. datiert. Die 'Nachapostolische Zeit' schließt sich daran an und beschreibt die Periode, in der zwar keine der ursprünglichen zwölf Apostel mehr lebte (Johannes starb um 100 n. Chr.), aber noch viele Christen lebten, die sie gekannt hatten. Diese Phase reicht etwa bis zum Jahr 150 n. Chr.
Welche Bedeutung haben die Apostel für die heutige Kirche?
Die Apostel sind das Fundament der Kirche. Sie waren die direkten Zeugen des Lebens, der Lehren, des Todes und der Auferstehung Jesu. Durch ihre Predigten, ihre Schriften (die Evangelien und Briefe des Neuen Testaments) und ihren unermüdlichen Einsatz legten sie den Grundstein für die Verbreitung des Christentums. Ihre apostolische Lehre und ihr Vorbild dienen bis heute als Richtschnur für Glaube und Praxis. Viele Kirchen sehen sich in direkter Linie der apostolischen Sukzession, was die kontinuierliche Weitergabe der apostolischen Autorität und Lehre durch die Jahrhunderte betont.
Das bleibende Erbe der Apostel
Die Apostel waren gewöhnliche Männer, die von einem außergewöhnlichen Auftrag berufen wurden. Ihre Geschichten sind voller menschlicher Schwächen, aber auch von unerschütterlichem Glauben und bemerkenswertem Mut. Sie verließen alles, um Jesus zu folgen, und gaben ihr Leben dafür hin, seine Botschaft zu verkünden. Ihr Erbe ist nicht nur in den Schriften des Neuen Testaments und in den Namen von Kirchen und Feiertagen sichtbar, sondern vor allem in der lebendigen Tradition des christlichen Glaubens, der sich seit zweitausend Jahren über die ganze Welt verbreitet hat. Sie sind ein Zeugnis dafür, wie Gott gewöhnliche Menschen gebrauchen kann, um Außergewöhnliches zu vollbringen und die Welt zu verändern.
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