20/04/2025
Als christlicher Verleger und Geschäftsmann stehe ich unweigerlich vor einer grundlegenden Frage: Bedeutet Gottes Segen für meinen Verlag und mein Geschäft zwangsläufig finanziellen Erfolg? Fast reflexartig neigen viele Christen dazu, diese Frage zu bejahen und interpretieren florierende Geschäfte als unmissverständlichen Beweis göttlichen Wohlwollens. Doch stimmt diese Annahme wirklich? Nach dieser Logik müssten selbst Verlage, die sich geistlich fragwürdig entwickelt haben, aber geschäftlich enorme Gewinne erzielen, hochgradig gesegnet sein und sich Gottes Wohlgefallen erfreuen, der ihren angeblich guten geistlichen Weg mit irdischen Segnungen belohnt. Diese Denkweise würde sogar bedeuten, dass Institutionen wie die reiche römisch-katholische Kirche oder Elite-Sekten wie Scientology, die wirtschaftlich sehr erfolgreich sind, von Gott reichlich gesegnet sind. Dies wirft ernsthafte Fragen auf und zwingt uns, die Lehre des sogenannten Wohlstandsevangeliums kritisch zu prüfen und biblisch zu hinterfragen.

Was ist das Wohlstandsevangelium?
Das Wohlstandsevangelium, im Englischen oft als Health and Wealth Gospel bezeichnet, ist historisch gesehen eine relativ junge Lehre. Es entstand Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA, insbesondere im Umfeld der aufkommenden Pfingstbewegung. Der Name selbst – Evangelium von Gesundheit und Reichtum – offenbart bereits seinen Kern: Die Vorstellung, dass Gott will, dass wir körperlich gesund und materiell reich sind, und dass diese Zustände integraler Bestandteil des Evangeliums sind. Um Gesundheit und Reichtum zu erlangen, wird gelehrt, dass Wunder geschehen müssen, die jedoch durch menschlichen Glauben und Handlungen beeinflussbar sind.
Diese Lehre geht oft Hand in Hand mit der „Wort-des-Glaubens-Bewegung“. Hier wird gelehrt, dass man nur fest genug an etwas glauben, es sich kräftig genug im Gebet vorstellen müsse, und Gott würde diese Vorstellungen in die Realität umsetzen. Diese Methode, im Englischen als „name it and claim it“ bekannt, verbindet charismatische Magie, wie die okkulte Praxis der Visualisierung, mit westlichem Materialismus zu einer gefährlichen Mixtur. Hauptvertreter wie Kenneth Hagin prägten diese Lehre maßgeblich. Ein besorgniserregender Aspekt ist die Tendenz, Kranken die Schuld für ihre fehlende Heilung zu geben – „du hast zu wenig Glauben“, „du betest nicht richtig“, „du hast eine versteckte Sünde“ – oder Armut und Bedürftigkeit auf ähnliche geistliche Defizite zurückzuführen. Wolfhard Margies ging sogar so weit zu behaupten, dass verfolgte Christen in der ehemaligen Sowjetunion selbst an ihren Leiden schuld seien, aufgrund ihrer „unbiblischen, dem Willen Jesu zuwider laufenden Leidensprioritäten“. Mit biblischem Unterscheidungsvermögen erkennen wir sofort, dass solche extremen Ansichten die Dinge auf den Kopf stellen und die biblische Wahrheit verdrehen.
Der Amerikanische Traum und das Wohlstandsevangelium
Das Wohlstandsevangelium hat sich besonders in den USA stark ausgebreitet und wurde dort von vielen bereitwillig angenommen, da es scheinbar perfekt mit dem amerikanischen Traum harmoniert: Genieße dein Leben, erreiche deine Ziele – sei (irdisch) erfolgreich, weil du es kannst! Und das Wohlstandsevangelium verspricht dazu passend: Gott verhilft dir zu deinen Zielen, er will dich reich machen! In den USA ist oft ein sehr oberflächliches Evangelium verbreitet. Viele Menschen halten sich für wiedergeboren, weil sie irgendwann bei einem Kinder-Missions-Event die Hand gehoben oder eine andere Form der Schnellbekehrung durchlaufen haben, ohne eine echte Hingabe an Christus zu vollziehen. Solche Scheinchristen, die in Wirklichkeit nicht für den Herrn Jesus leben (Galater 2,20), sondern für ihren eigenen Bauch (Philipper 3,19) und ihr Leben nicht für Christus verlieren, sondern für sich selbst gewinnen wollen (wobei Jesus ihnen bloß Unterstützung liefern soll), nehmen das irdische Wohlstandsevangelium natürlich willig auf und freuen sich, für ihre egoistischen Lebensziele eine religiöse Begründung zu haben.
Die „christlichen“ Führungspersonen und Vorbilder leben ihnen oft einen weltförmigen Luxus vor. Eine der in Deutschland einflussreichsten Predigerinnen des Wohlstandsevangeliums ist Joyce Meyer, die für ihren pompösen Lebensstil bekannt ist. Berichte dokumentieren, dass sie über eine 2 Millionen US-Dollar teure Villa, einen Privatjet für 10 Millionen US-Dollar und diverse exklusive Luxusautos verfügt – all das bezeichnet sie als „Segen vom Herrn“. Ein weiteres Beispiel ist der deutsche Prediger Reinhard Bonnke, bekannt für seine Feldzüge in Afrika. Hunderttausende pilgern oft schon Tage vor seinen Großveranstaltungen zu den Plätzen, bevor Bonnke mit Luxuslimousine und Polizeieskorte auffährt, um den Afrikanern schmackhaft zu machen, was „christlicher Reichtum“ sei. Das Motto seiner Feldzüge in Afrika lautet oft: „Receive your miracle today! – Empfange dein Wunder noch heute!“ Ob Heilungswunder oder Reichtumswunder – es liegt dasselbe Motiv zugrunde: nicht geistliches Heil, sondern leibliches Wohlergehen durch ein irdisches „Evangelium“. Sogar weltliche Unternehmen wie Coca-Cola oder Nestlé verknüpfen ihre Produktwerbung mit der Werbung für die geistlichen Angebote der Glaubensgemeinschaften, was die tiefe Verflechtung von Wirtschaft und dieser Art von „Glaube“ in einigen Regionen Afrikas verdeutlicht.
Ist Reichtum an sich schlecht?
Reichtum an sich ist nicht böse. Das geistliche Problem ist die Geldliebe, die „eine Wurzel alles Bösen ist“ (1. Timotheus 6,10). Und Geldliebe herrscht oft auch bei denen, die wenig Geld haben, aber liebend gern mehr hätten. Es gilt die unumstößliche Gleichung: „Die aber reich werden wollen, fallen in Versuchung und Fallstrick“ (1. Timotheus 6,9). Wie sollen wir auf diese Gefahr reagieren? Die Bibel gibt eine klare Anweisung: „Du aber, o Mensch Gottes, fliehe diese Dinge …!“ (1. Timotheus 6,11).
Man möchte angesichts der Zustände bei manchen US-Fernsehpredigern, über die in den Medien berichtet wird, tatsächlich weglaufen. Skandale um Sex, Drogen und finanzielle Machenschaften sind keine Seltenheit. Paul Crouch, Gründer und Leiter des weltweit größten christlichen Fernsehsenders Trinity Broadcasting Network (TBN), dessen Imperium über ein Vermögen von über 800 Millionen US-Dollar verfügte, ist ein trauriges Beispiel. Ein Großteil dieses Vermögens stammte aus Spenden, die oft durch Versprechungen der Geldvermehrung generiert wurden: „Sende uns Geld, dann wird Gott dich mit noch mehr Geld segnen.“ Berichte über homosexuelle Affären und gezahlte Schweigegelder zeichnen ein erschreckendes Bild eines Sumpfes, der sich unter dem Deckmantel des Glaubens verbirgt.
John MacArthur beschreibt detailliert die Masche, wie Fernsehprediger an Geld kommen und die Geldliebe ihrer Zuhörer sowohl ausnutzen als auch fördern. Der sogenannte „Samen-Glaubens-Plan“, populär gemacht von Oral Roberts, ist ein Kernstück dieser Strategie. Die Leute werden in Sendung für Sendung bedrängt, „den Samen auszustreuen“ (also Geld zu spenden), mit dem Versprechen, dass Gott sie dafür auf wunderbare Weise reich machen werde. MacArthur nennt dies ein „Pyramidenspiel“, das dazu erdacht ist, „die Habgierigen auszunehmen und die Verzweifelten zu betrügen“. Ein weiteres erschütterndes Beispiel ist Robert Tilton, dessen Missionswerk jährliche Einnahmen von über 80 Millionen US-Dollar hatte, aber Gebetsbitten ungelesen wegwarf und nur die Umschläge öffnete, um das enthaltene Geld zu entnehmen. Solche Praktiken erinnern stark an das Babylon von Offenbarung 17-18, ein weltumspannendes Mischsystem aus Religion und Wirtschaftskraft, das nicht nur ein listiger Verführer der Christen ist, sondern auch ein blutrünstiger Verfolger, der das Christentum von innen oder außen zerstören will.
Umgang mit weltlichem Wohlstand als Christ
Inwieweit können wir uns als Christen am florierenden Wirtschaftssystem beteiligen? Ich würde nicht so weit gehen wie William MacDonald, der in seinem Klassiker „Wahre Jüngerschaft“ dafür eintritt, überhaupt nicht zu sparen, weil das ein verbotenes „Schätze sammeln auf Erden“ (Matthäus 6,19) sei. Ich neige da eher zu John MacArthurs Position in seinem Buch „Wem gehört das Geld?“: Wir sollen treue Verwalter dessen sein, was Gott uns anvertraut hat, und verantwortungsvoll mit unseren Gütern umgehen. Dazu können auch vernünftige Finanz- und Sparpläne gehören.
Darf ein Christ Geld in Aktien anlegen und spekulieren? Das ist ein (geistlich!) sehr riskanter Randbereich. Theoretisch könnte auch das – gerade bei den aktuell gegen Null tendierenden Zinsen – eine vernünftige Verwalterschaft sein. Aber allzu leicht wird man hier von Spekulations-Zocklust fortgezogen oder macht gemeinsame Sache mit antichristlichen Interessen. Hier gilt erneut: „Fliehe diese Dinge!“ Wie viel mehr „Zinsen“ verspricht der Herr doch, wenn wir unser Hab und Gut direkt in sein Reich Gottes investieren: Dieser freigiebig ausgestreute Same bringt „dreißig, sechzig, hundertfache Frucht“ (Matthäus 10,29; 13,23) – Letzteres sind 10.000% Zinsen, die sich nicht in materiellen Gütern, sondern in ewiger Herrlichkeit und geistlichem Segen manifestieren.
Laodizea und unsere Zeit
Ein Großteil der Christenheit ist heute ein Spiegelbild der Gemeinde von Laodizea (Offenbarung 3,14-22), die sich für reich hielt, aber geistlich arm war und aufgrund ihrer Reichtumsliebe von Babylon umgarnt wurde. Das damalige Römische Reich hatte viel an Kultur und Annehmlichkeiten zu bieten! Die Christen von Laodizea waren stolz darauf, wie schön sie sich mit der Kultur und Welt arrangiert hatten, um sowohl Christen zu sein, als auch auf keinen Genuss der Zivilisation verzichten zu müssen. Ihre Selbstwahrnehmung war: „Ich bin reich und habe Überfluss und brauche nichts“ (Offenbarung 3,17). Doch Gott sah ihre wahre Situation: „Du bist elend und beklagenswert und arm und blind und bloß.“
So, wie es ein geistlich legitimer Wunsch ist, gesund zu sein, ist es auch ein geistlich legitimer Wunsch, ein finanzielles Auskommen zu haben. Aber es ist kein geistlich legitimer Wunsch, reich zu sein – ebenso wenig wie der Wunsch, den Körper eines Supermodels oder Supermans zu haben. Und Zeiten der Knappheit können ebenso Gottes Wille sein wie Zeiten der Krankheit. Bedenken wir aber: Jesus hat unzählige Kranke geheilt, aber keine Goldschätze hervorgezaubert. Doch er hat auch für den momentanen Bedarf gesorgt, zum Beispiel durch das wundersame Geldstück im Fischmaul (Matthäus 17,27). Gott sorgt für die Seinen – er macht sie nicht reich, aber er gibt ihnen das Nötige, wie zum Beispiel der armen Witwe von Zarpat, bei der das Öl und das Mehl im Krug nicht versiegten (1. Könige 17,2-16).
In Jesus war das Reich Gottes zwischenzeitlich auf die Erde gekommen: Er machte gesund, befreite von Dämonen, stillte den Hunger und unmittelbare Bedürfnisse. Aber das Reich Gottes besteht nicht in der modern-westlichen Glücksvorstellung von Wohlstand, Luxus und Lottomillionen, sondern vielmehr besteht das Reich Gottes in „Gerechtigkeit und Frieden und Freude im Heiligen Geist“ (Römer 14,17) – in der Gegenwart Gottes in Jesus und unserer Liebes- und Dienstbeziehung zu ihm. Unsere Kultur hat die meisten biblischen und ethischen Werte verloren. Francis Schaeffer zeigt in seinem Klassiker der christlichen Kulturgeschichte „Wie können wir denn leben?“ auf: Die einzigen Werte der heutigen Kultur sind persönlicher Frieden und persönlicher Wohlstand. Danach streben und dafür leben sie. Unser Denken und unser Wertsystem darf nicht dem der Welt entsprechen (Römer 12,2)!
Die richtigen Einstellungen, Motive und Werte
Dies betrifft auch unser Gebetsleben. Sicherlich dürfen und sollen wir auch für unser Auskommen und unsere Berufswahl beten, aber Jakobus deckte in seinem Brief ein fleischliches Motiv auf: „Ihr bittet und empfangt nichts, weil ihr böse bittet, um es in eurer Gier zu verprassen“ (Jakobus 4,3). Wer nach dem Wohlstandsevangelium denkt und betet, will auf einem falschen Weg dem entkommen, was Gott nach dem Sündenfall anordnete: durch harte Arbeit für den Lebensunterhalt sorgen zu müssen (1. Mose 3,19). Stattdessen erhofft er, Gott ließe irgendwie Geld vom Himmel fallen.
Aber man kann auch auf der anderen Seite vom Pferd fallen. Auf die Frage „Woran erkennt man einen Christen?“ antwortete einmal jemand: „Daran, dass er ein billiges Auto fährt“ (oder ein billiges Handy hat …). Das ist eine traurige Antwort, denn natürlich sollte man einen Christen an anderen Merkmalen erkennen wie z.B. an der Frucht des Geistes: Liebe, Freude, Frieden … (Galater 5,22). Wir sollten uns auch eine selbstauferlegte Armut nicht zum Götzen oder zum Stolz machen.
Christen können tatsächlich eher wohlhabend werden als Nichtchristen. Dem Soziologen Max Weber (1864-1920) fiel auf, dass protestantische Christen es oft zu ansehnlichem Wohlstand brachten und stellte seine berühmte Kalvinismus-Kapitalismus-Hypothese auf (in seinem Werk „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“). Teilweise hatte er Recht: Christen erarbeiten sich oft einen hohen Lebensstandard, weil sie in der Regel fleißige, ehrliche, strebsame, zuverlässige Leute sind, meist frei von Süchten und Lastern, und weil sie rational und mit Ordnung arbeiten. Aber niemals sollte das bei uns zu kapitalistischem Denken führen, sondern die erarbeiteten Güter sollten wir wieder dem Reich Gottes und den Bedürftigen zufließen lassen.
Fazit für den christlichen Verleger und uns alle
Wie geht es also meinem Verlag? Nun, er „läuft“ und mehrere Beschäftigte können davon leben. Dafür sind wir Gott sehr dankbar – er hat alles wunderbar geführt und gefügt. Ja, Gottes Fürsorge und Segen bedeuten auch – meistens – existenzielle Sicherung und Fortbestand, aber keineswegs Reichtum im Sinne des Wohlstandsevangeliums. Jesus ist gekommen, damit wir „Leben in Überfluss“ haben (Johannes 10,10), aber nicht Luxus in Saus und Braus. Das sind nur die leeren Wertvorstellungen unserer Kultur. Millionäre und reiche Stars sind oft die armseligsten, leersten Leute. Leben im Überfluss Gottes ist Leben in der Liebe und Gemeinschaft Jesu – jetzt im Heiligen Geist und einst in der neuen Schöpfung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Was ist der Kern des Wohlstandsevangeliums?
Es lehrt, dass Gott Gesundheit und materiellen Reichtum für jeden Gläubigen vorsieht und dass diese durch Glauben, positive Bekenntnisse und finanzielle Spenden (oft als „Samen säen“ bezeichnet) erlangt werden können. - Ist es falsch, als Christ reich zu sein?
Reichtum an sich ist nicht sündhaft. Die Bibel warnt jedoch eindringlich vor der Geldliebe und der Gier, reich werden zu wollen, da dies zu Versuchung und Fallstricken führt (1. Timotheus 6,9-10). Der Fokus sollte auf der treuen Verwaltung dessen liegen, was Gott anvertraut hat, und der Großzügigkeit gegenüber dem Reich Gottes und den Bedürftigen. - Wie sollte ein Christ mit Geld umgehen?
Christen sind aufgerufen, treue Verwalter zu sein. Das bedeutet, verantwortungsvoll mit ihren Gütern umzugehen, fleißig zu arbeiten und ihre Ressourcen für Gottes Ehre und zum Wohl ihrer Mitmenschen einzusetzen, anstatt sie für eigennützige Zwecke anzuhäufen. - Ist finanzieller Erfolg im Geschäft immer ein Zeichen von Gottes Segen?
Nicht zwangsläufig. Während Gott Fürsorge und existenzielle Sicherheit schenkt, ist materieller Reichtum kein automatischer Gradmesser für seinen Segen oder die Rechtmäßigkeit eines geistlichen Weges. Biblischer Segen ist primär geistlicher Natur und offenbart sich in Gerechtigkeit, Frieden und Freude im Heiligen Geist.
Vergleich: Wohlstandsevangelium vs. Biblischer Segen
| Merkmal | Wohlstandsevangelium | Biblischer Segen |
|---|---|---|
| Fokus | Materieller Reichtum, körperliche Gesundheit, irdischer Erfolg | Geistliches Wachstum, Gottesfurcht, Gerechtigkeit, Frieden, Freude im Heiligen Geist |
| Erwerb | Durch „Glaubensakte“ (positives Bekenntnis, Spenden, Visualisierung) | Durch Gottes souveränen Willen und Gnade, oft durch Fleiß und Treue |
| Zweck | Persönliche Erfüllung und Genuss | Gottes Ehre, Dienst am Nächsten, Verbreitung des Reiches Gottes |
| Risiko | Fördert Habgier, Selbstzentrierung, Enttäuschung, geistliche Armut | Kann Herausforderungen und Verfolgung mit sich bringen (Matthäus 5,10-12) |
| Bibl. Basis | Verzerrte Auslegung einzelner Verse, Fokus auf alttestamentliche Verheißungen ohne Kontext | Gesamte biblische Lehre, besonders neutestamentliche Betonung des Kreuzes und Nachfolge |
Zum Bibelstudium
König Salomo war gewiss sehr reich, entsprechend seiner einmaligen Stellung als König Israels (dazu sind nicht alle berufen!). Suchen Sie im Buch Prediger und in den Sprüchen heraus, was Salomo über Reichtum sagt. Wertet Salomo Reichtum als Segen, als Gefahr oder neutral? Achten Sie auf Begriffe wie „reich“, „Geld“, „Besitz“, „faul“, „fleißig“, „Gier“. Lesen Sie den Jakobusbrief mit dem Blickpunkt, was er über Reichtum und weltliche Wertvorstellungen und Verhaltensweisen unter Christen und über Gebetserhörung sagt. Oft wird behauptet, der Reichtum Abrahams sei ein Vorbild für uns, um Reichtum zu erwarten. Lesen Sie dazu Hebräer 11,9-10: Welchen Lebensstandard hatte Abraham demnach und worauf hoffte er? Was bedeutet das praktisch für uns, wenn wir uns Abraham zum Glaubensvorbild nehmen?
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